Best of Mamablog: Samenspenden für alle

Es sind Sommerferien, auch für unsere Autorinnen und ihre Familien. Deshalb publizieren wir während zweier Wochen einige Beiträge, die besonders viel zu reden gaben. Dieser Beitrag von Jeanette Kuster erschien erstmals am 11. Mai 2014.

Mamablog

Liebe mit eingeschränkten Rechten: Sandra McCoy und Sarah Laine als lesbisches Paar im Film
«Wild Things 3». Foto: PD

Die Samenspende. Wie stehen Sie zu dem Thema? Sind Sie der Meinung, dass die Natur es schon richtig eingerichtet hat und sich damit abfinden soll, wer unfruchtbar ist? Oder finden Sie, dass jeder ein Recht auf Nachwuchs hat und deshalb alles Menschenmögliche unternommen werden soll, um Leuten mit Kinderwunsch ebendiesen zu erfüllen? Ich kann beide Sichtweisen nachvollziehen, befinde ich mich mit meiner persönlichen Meinung doch irgendwo zwischen den zwei Extremen. Was ich hingegen gar nicht nachvollziehen kann, ist, dass für verschiedene Menschen diesbezüglich unterschiedliche Regeln gelten sollen. Doch genau das ist der Fall in unserem Land.

2674 Kinder haben in der Schweiz in den letzten 13 Jahren dank Samenspenden das Licht der Welt erblickt. Wurden 2001 noch 62 Kinder mithilfe gespendeter Samen gezeugt, waren es 2012 bereits 279. So weit die offiziellen Zahlen, die das Bundesamt für Justiz Anfang Mai veröffentlicht hat.

Inoffiziell dürften es etliche mehr gewesen sein. Denn in der Schweiz ist die sogenannte Insemination nur verheirateten verschiedengeschlechtlichen Paaren erlaubt. Dem klassischen Ehepaar also. Eine Regelung, die die Nationale Ethikkommission zu Recht als diskriminierend bezeichnet. Sie hat deshalb im Februar empfohlen, die Samenspende künftig auch Unverheirateten, lesbischen Paaren und Single-Frauen zugänglich zu machen.

Bisher müssen diese aufs Ausland ausweichen, wenn sie sich ihren Kinderwunsch erfüllen wollen. Peter Fehr, Reproduktionsmediziner und Inhaber des grössten privaten Samenspendezentrums der Schweiz, sagt gegenüber der «NZZ am Sonntag», dass er «in solchen Fällen mit einer spanischen Klinik zusammenarbeitet». Denn in Spanien ist die Samenspende für Unverheiratete und Alleinstehende legal.

Wer sich die Reise nach Spanien nicht leisten kann, ist womöglich versucht, sich das Sperma aus dem Ausland nach Hause schicken zu lassen. Doch damit macht man sich strafbar, denn hierzulande ist es nur Fachpersonen mit einer speziellen Bewilligung erlaubt, eine künstliche Befruchtung mit Spendersamen durchzuführen. Was viele freilich nicht abhält: Als das Zollamt kürzlich eine Lieferung einer dänischen Samenbank abgefangen hatte, ergaben die nachfolgenden Abklärungen, dass allein diese Samenbank bereits rund hundert Pakete in die Schweiz geschickt hatte.

Die Chance, dass aus diesen hundert Samenspenden ein paar Kinder entstanden sind, ist gross. Dass sich all diese Eltern für ihr Wunschkind gesetzeswidrig haben verhalten müssen, bloss weil sie nicht ins traditionelle Schema passen, stösst mir sauer auf. Ebenso dass diese Kinder nicht dieselben Rechte haben wie diejenigen, deren Eltern ganz legal eine Insemination durchführen lassen konnten.

Kinder, die auf diesem Weg gezeugt wurden, haben nämlich das Recht, den Namen ihres biologischen Vaters nach ihrem 18. Geburtstag zu erfahren und so vielleicht Antworten auf offene Fragen zu bekommen oder näher zu sich selbst zu finden. Ein Recht, das die mit ausländischer Hilfe geborenen Kinder nicht einfordern können. Denn offiziell sind sie gar nicht auf diesem Wege gezeugt worden. Das allein wäre Grund genug, endlich eine einheitliche Gesetzgebung für alle zu beschliessen.

70 Kommentare zu «Best of Mamablog: Samenspenden für alle»

  • Paul Bossi sagt:

    „…Unverheirateten, lesbischen Paaren und Single-Frauen…“
    Und was ist mit den Unverheirateten, schwulen Paaren und Single-Männern?
    Kinder für alle? Gleiche Rechte für alle?
    Und wer finanziert diese aller Kinder wenn die hippen aber oft auch nicht tragfähigen Partnerschaften zerbrechen?
    Es gibt mehr als genug Kinder auf dieser Welt.

  • nando widmer sagt:

    Und ich weiss nicht, weshalb Heteros die besseren Eltern sein sollen als Homosexuelle. Die Vermittlung von Liebe und von Werten ist doch das Entscheidende und die wichtigsten Werte sind Respekt, Toleranz, Freiheit, Gleichheit, Solidarität, Selbstverwirklichung, Frieden. Aus dem Bauch heraus würde ich behaupten, dass homosexuelle Paare diese Werte besser vertreten und vermitteln als heterosexuelle Paare.

    • Katharina sagt:

      ‚würde ich behaupten, dass homosexuelle Paare diese Werte besser vertreten und vermitteln als heterosexuelle Paare‘ – das stimmt nicht. Wir sind genau gleich unterschiedlich, gleich und anders wie alle anderen. Heisst: Genauso gute und schlechte Eltern wie das ganze Meer an Paaren und Familien da draussen.

    • Rüdiger sagt:

      Besser ist relativ. Hetero-Päärchen sind aber sicher „besser“ im bewerkstelligen des Prozesses an sich (Reproduktion). Aber dieser Aspekt wird ja durch die Wissenschaft wetgemacht und scheint irelevant. Den gesellschaftlichen Tatsachen entsprechend aber, denke ich, ist es sicher einfacher für ein Kind von Hetero-Eltern aufzuwachsen in der heutigen Welt. Aber das ist meine subjektive Einschätzung. Und dies zu ändern wird nicht einfach sein…

  • Sportpapi sagt:

    Was ich nicht verstehe: Es gibt doch eine einheitliche Gesetzgebung für alle. Es halten sich nur nicht alle daran.

    • Katharina sagt:

      für alle nicht, aber vielleicht für die bewohner der schweiz. drumherum sieht es anders aus 😉

      • Sportpapi sagt:

        Das stimmt. Es gelten halt in jedem Land eigene Gesetze. Und jeder kann dahin ziehen, wo er sich am wohlsten fühlt.

    • 13 sagt:

      Einheitliche Gesetzgebung gibt es nur für verschiedengeschlechtliche, verheiratete Paare. Für andere gelten eben andere Gesetze.

      Ansonsten: Es entspricht der Natur des Menschen, sich nur an diejenigen Gesetze zu halten, hinter denen es zumindest im Grundsatz stehen kann. DA nützen selbst hohe Strafen nichts. Sie können auf Autobahnen gut Tempo 30 einführen, früher oder später werden doch alle mind. 120 fahren (eher mehr, denn es kommt dann nicht mehr darauf an).

      • Sportpapi sagt:

        Inwiefern gelten da andere Gesetze? Und nein, hohe Strafen wirken abschreckend. Und sie entsprechen einem gewissen Gerechtigkeitsempfinden und haben nur schon deshalb eine gewisse Funktion. Wenn jede/r straflos tun und lassen kann, was er/sie gerade möchte, dann bräuchten wir tatsächlich keinerlei Gesetze mehr (etwas weniger davon wäre aber sicher sinnvoll).

      • 13 sagt:

        @ Sp
        Ganz einfach: diese können nicht auf legalem Wege eine künstliche Befruchtung bekommen, bei der der Vater 100% von der Zahlpflicht entbunden wird.

        Nein, die Abschreckungswirkung hoher Strafen ist minim, sonst müsste die Kriminalitätsrate in den Ländern mit der höchsten Strafandrohung am tiefsten sein, während sie in der Schweiz und der „Kuscheljustiz“ explodieren müsste, Ist aber nicht der Fall.

  • Lea sagt:

    Interessant, dass sich hier fast nur Männer zu Wort melden. Es fallen Schlagworte wie Überbevölkerung / Evolution / Klonen / Science Fiction / Geburtenüberschuss / Weltbevölkerung / Geburtenkontrolle / überstrapazierter Planet…
    Es gibt wohl auf dieser Welt weit größere Gefahren als ein sich liebendes Paar, das sich sehnlichst ein Kind wünscht.

    • Muttis Liebling sagt:

      Wenn man von aussen und etwas weiter weg schaut, ist das sich liebende Paar im Reproduktionsalter zu einer schützenswerten Minderheit geworden.

    • Annalena sagt:

      Ein wahres Wort, Danke. Und das Geschlecht des Paares ist irrelevant für das Kind, meiner Meinung nach.

  • Eric Geister sagt:

    der Mensch wird sich hoffentlich irgendwann freiwillig dazu entschliessen ethisch und moralisch vertretbare Geburtenkontrollen durchzusetzen. ansonsten sehe ich schwarz für uns.

    • Vollenweider sagt:

      Das tut er bereits. In der Schweiz, wie fast in allen Staaten Westeuropas und Nordamerikas, liegt die Fertilitätsrate bei weit unter zwei Kindern pro Frau. Die Bevölkerung geht somit zurück. Gründe hierfür sind Bildung (gut ausgebildete Frauen gehen eher einer Erwerbsarbeit nach und bekommen deshalb weniger Kinder), Verbot von Kinderarbeit (Kinder leisten keinen Beitrag zum Haushaltseinkommen, sondern kosten nur) und soziale Sicherungssysteme (Überleben ist im Invaliditätsfall und im Alter auch ohne Rückgriff auf Verwandtenunterstützung möglich). In Niger und Somalia sieht das anders aus.

      • Vollenweider sagt:

        /2 In Staaten mit hoher Fertilitätsrate Kondome zu verteilen und an die Vernunft der Menschen angesichts der angeblichen Überbevölkerung zu appelieren, bringt somit herzlich wenig.

        Zudem verbrauchen die fast sieben Kinder einer tschadesischen (?) Frau während ihres Lebens zusammen wohl weit weniger Ressourcen als die eineinhalb Kinder einer schweizer Frau.

    • Katharina sagt:

      was sie als ethisch und moralisch vertretbar halkten, sehen andere anders. vorallem das irgendeiner daherwatschelt und meint, er oder sie wisse abschliessend und für alle anderen, was ethisch und moralisch sei. fail.

  • Manni Mann sagt:

    „weltweite strikte Geburtenkontrollen einführen, bis sich das Bevölkerungswachstum stabilisiert resp. …“
    Träumen sie weiter Herr Geiser. Ihre „Lösung“ lässt sich nur mit einer Weltdiktatur umsetzen. Na dann mal Prost Nägeli, wenn sie sich überlegen, wie eine solche diktatorische Weltregierung real beschaffen sein würde.
    Es gibt heute genug Regierungen und Ideologien, welche aus Machtgelüsten Geburtenüberschuss propagieren. Von Umwelt- und Artenschutz braucht man gar nicht zu reden. Daran wird in Bevölkerungsreichen Gebieten KEIN GEDANKE veschwendet.

  • Michael sagt:

    „Samen für Alle“, „Klonen“, „Recht“ auf Kinderkriegen“,“Leben erschaffen“,“Leihmutterschaft“….undundund..
    Leute ihr macht mir Angst..

    Wann hab ich das letzte Mal gehört: „Ich akzeptiere die Tatsache das ich/wir keine eigenen Kinder kriegen kann/können“?

    Für mich klingt das nach: „ums Verrecken“. Haus,Position, Partnerschaft hat man schon,also muss noch ein weiteres Status“produkt“ her um diese „Partnerschaft“ leuchtend zu promoten, und dieses Ding zum Zweck heisst dann „Kind“.

    Immerhin kann das evolutionstechnisch so nicht lange weitergehen, ich geb der Rasse Mensch noch 500 Jahre..

    • Eric Geister sagt:

      stimme dir zu. sofern sie nicht beginnt ihre intelligenz zu nutzen und sich an der natur zu orientieren beginnt bzw. versucht mit ihr zu kooperieren.

    • Manni Mann sagt:

      max. 500 Jahre? na dann Michael – ist es ja sowieso egal, was wir tun…

    • Monaco sagt:

      @Michael
      „Haus, Position, Partnerschaft“ hat man eben oft nicht – dann sucht und findet man eben einen Dummen, der einem das auf Jahrzehnte ermöglicht: Position Mutterschaft. Weitere 500 Jahre Homo Sapiens? Hoffentlich nicht, den Planeten haben wir weit vorher zugrunde gerichtet.

    • Alice sagt:

      Für Eltern, die natürlich empfangen ist das Kinderkriegen natürlich „ein Akt der Liebe“. Für alle anderen sind Kinder ein „Status-Produkt“ (Michaels Worte)? Die Gründe sind wohl bei allen werdenden Eltern ähnlich: Kinderwunsch, Liebe, Unfall, Versorgung der Frau, Ausfüllen der eigenen Leere, etc etc.Ich kenne Paare, bei denen die Frau ums Verrecken ein Kind wollte, der Mann nicht. Schwups Pille abgesetzt. Ist das dann ein anderes „ums Verrecken ein Kind haben wollen“ als für Paare, die künstliche Befruchtung in Betracht ziehen?

  • Eric Geister sagt:

    warum Leute in einer bereits überbevölkerten Welt, in der von der Natur nun Gegenmassnahmen (zunehmende Unfruchtbarkeit und Impotenz) eingeleitet werden, mit allen Mitteln sich Nachwuchs ertrotzen will, verstehe ich nicht. Das Recht eines Neugeborenen auf ein würdevolles Leben auf einem nicht überstrapazierten Planeten steht über dem ichbezogenen Wunsch auf Nachwuchs (koste es was es wolle). künstliche Befruchtung weltweit verbieten.

    weltweite strikte Geburtenkontrollen einführen, bis sich das Bevölkerungswachstum stabilisiert resp. reduziert hat auf ein gesundes Mass. sämtliche Probleme (Fussabdruck, Klimaerwärmung, Knapphheit, Kriege und eben auch Unfruchtbarkeit usw.) steigen weiter solange die Weltbevölkerung weiterwächst.

  • Georg sagt:

    Ist es nicht so, dass das persönliche Glück auf dem Buckel der „Anderen“ gesucht wird? Ist meine, zuerst muss man an sich selbst arbeiten, denn ein Jagdschein zum Glück jagen gibt es nicht.

  • nando widmer sagt:

    nichts beizüfügen :o)

  • Manni Mann sagt:

    Das Anliegen ist berechtigt: wenn Samenspende erlaubt ist, sollte sie auch gleichtgeschlechtlichen Paaren erlaubt sein. Und da sich die Leute heute am Laufband scheiden lassen, sobald sie ihr narzistisches Ego nicht 100% befriedigt sehen, ist auch das Anliegen nach dem Kindeswohl, dass das Kind in einer stabilen Familie aufwachsen soll, etwas abwegig. Also könnte man es einfach allen erlauben sich zu besamen. Genauso allen erlauben zu adoptieren. Egal, ob …, ob … ob … – Weil Argument: normal gezeugten Kinder wird auch alles mögliche zugemutet.

  • Rüdiger sagt:

    Wenn jemand die Schulmedizin benötigt um selber zu überleben ist dies nur logisch (Überlebenstrieb).Strengt jemand die Schulmedizing an um Leben zu „erschaffen“ finde ich dies egoistisch.Aber wie man liest kann man so etwas nicht verbieten,da es einige gibt die dies umgehen, was es wiederum zu einem Problem der Gesellschaft werden lässt. Und nur weil man jemanden finanziell „sich-fügig-machen-kann“(ähnlich wie eine Nutte),macht es dies noch lange nicht vertretbar moralisch. Ob diese Leihmütter dies machen würden, wenn sie finanziell abgesichert wären?Recht machen für alle geht sowieso nicht…

    • nando widmer sagt:

      Rüdiger, sich zu reproduzieren ist ebenfalls ein Überlebenstrieb. Denk darüber nach…

      • Rüdiger sagt:

        OK Herr Widmer. Kann ich nachvollziehen. Obschon Überleben selber sicher ein bisschen akuter ist, so als Trieb, oder nicht? Auf alle Fälle ein Thema das sich fast nicht objektiv Betrachten lässt.

      • nando widmer sagt:

        Da stimme ich zu, nur ist der Trieb sowohl beim Überleben wie auch bei der Reproduktion gleichermassen nicht zu unterdrücken. Wieso müssen wir alle 2 Wochen unseren Rasen mähen, den Efeu und die Sträucher zurück schneiden, die Schnecken und Ameisen bekämpfen, den Wildbestand bei Waldtieren kontrollieren? Weil die Willenskraft des Lebens nicht zurück steckt, nie zurück steckt. Das kann man nicht nüchtern und rational managen. Jeder Mensch, ob homo oder hetero, hat ein Recht auf Kinder, weil dieses Grundbedürfnis seit Milliarden von Jahren in unseren Genen steckt, wie Hunger, Durst und Atmung.

      • nando widmer sagt:

        Da stimme ich zu, nur ist der Trieb sowohl beim Überleben wie auch bei der Reproduktion gleichermassen nicht zu unterdrücken. Wieso müssen wir alle 2 Wochen unseren Rasen mähen, den Efeu und die Sträucher zurück schneiden, die Schnecken und Ameisen bekämpfen, den Wildbestand bei Waldtieren kontrollieren? Weil die Willenskraft des Lebens nicht zurück steckt, nie zurück steckt. Das kann man nicht nüchtern und rational managen. Jeder Mensch, ob homo oder hetero, hat ein Recht auf Kinder, weil dieses Grundbedürfnis seit Milliarden von Jahren in unseren Genen steckt, wie Hunger, Durst und Atmung.

      • Muttis Liebling sagt:

        Kinder bekommen ist Erhaltung der Art, das höchste Ziel jeder biologischen Spezie. Das zweite Grundbedürfnis ist Selbsterhalt, ist aber nicht so wichtig, wie Erhaltung der Art.

      • Anh Toan sagt:

        @nando widmer und Muttis Liebling

        „sich reproduzieren als Trieb“ „Erhaltung der Art als Ziel der Spezies vor dem individuellen Selbsterhaltinteresse“

        Die Individuen haben einen Trieb zu Sex, einen Trieb zu reproduzieren haben die alten Tierdokufilme und Schulbücher behauptet, aber das hat was mit Prüderie und so Zeugs zu tun. Bei den Menschen gibt es einen sozialen Druck zu Kindern, will man keine, muss sogar Mann, Frau noch viel mehr, sich rechtfertigen.

        Dass Spezien Ziele haben, halte ich für kompletten Nonsense. Hatten die ausgestorbenen Spezien zuwenig Sex?

      • nando widmer sagt:

        Na, es gibt weitere Faktoren, die zum Aussterben einer Spezie führt. Lebewesen haben einen Trieb zum Sex aber was ist der Zweck von Sex? Genau, Insemination und Befruchtung ergo Reproduktion. Lust und Sex sind der Impuls zur Reproduktion, genau so wie Hunger der Impuls ist zur Nahrungsaufnahme. Kurz gefasst haben unsere Triebe die Reproduktion als Zweck und nicht sie sexuelle Handlung. Sex ist nur Mittel zum Zweck mit einem schönen Nebeneffekt, den wir gerne in den Vordergrund schieben. Nichts desto trotz bleibt Sex in seiner natürlichen Funktion ein Mittel zum Zweck.

      • nando widmer sagt:

        Der Löwe tötet den ersten Wurf seiner Partnerin, um sicher zu stellen, dass es sich wirklich um seine eigenen Nachkommen handelt. Selbstverständlich haben Spezien das Ziel, sich selber zu erhalten. Das geht mit dem Selbsterhaltungstrieb des Individuums Hand in Hand.

        Ich verstehe nicht, wie man hier mit Scheinvernunft versucht, etwas tot zu reden, was diese Welt seit ihrer Entstehung antreibt und dazu noch die Brave New World proklamiert, wo das Kinderkriegen rationiert und geplant werden soll, womöglich noch mit Plan/Soll-Abweichungen und Bonus- Malussystem und Zwangssterilisation. Schön!

      • Muttis Liebling sagt:

        @Anh Toan, der Trieb zur Reproduktion äussert sich im Aussterben aller Spezies, welchen den nicht haben. Wir kennen und erleben deshalb nur die Erfolgreichen. Sex ist eines der Mittel dazu, Schuppentiere können sich auch durch Parthogenese vermehren, wenn es mangels Verfügbarkeit in dünn besiedelten Gegenden mit einem Partner nicht klappt.
        @widmer, bei Löwen ist es meines Wissens so, dass ein neues Alpha- Männchen alle von seinem Vorgänger trächtigen Weibchen abortiert. Vielleicht tötet er auch alle Neugeborenen, die nicht sicher seine sind.
        Geburtenregelung gibt es jedenfalls schon bei Tieren

      • Anh Toan sagt:

        @Muttis Liebling

        Sex wollen die einzelnen Individueen der Spezies, Reproduktion passiert dann, die ist nicht beabsichtigt (ausser beim Menschen): Spezien haben keine Absichten oder Ziele, sie sind so, wie sie sind, wenn ungenügend reproduktiv, sterben sie aus.

        Ich gehe davon aus, dass ausser den Menschen keine Spezies denn Zusammenhang zwischen Sex und Nachkommenschaft kennt. Könnte sein, ich täusche mich, man müsste mal fragen…

  • Marina Trachsel sagt:

    Die Regelung ist in der Tat sehr fraglich. Wer sich allerdings eine Samenspende schicken lassen will weil sie sich keine Reise nach Spanien leisten kann, der sei gesagt, dass ein Kind bis zum 20. Geburtstag ohne staatliche Hilfe mindestens 250k CHF „kostet“, (=12’500 CHF/Jahr) und wer sich das nicht leisten kann, soll bitte vom Kinderkriegen absehen.

    • Muttis Liebling sagt:

      Kinder kann sich jeder leisten und natürlich macht man das mit einem Maximum an staatlicher Hilfe, selbst wenn die gar nicht braucht. Denn dieser Staat benutzt das Kind später als Rekrut, Steuerzahler, Konsument für die Wirtschaft, Wähler, um die Illusion der Demokratie aufrecht zu erhalten, und, und, und, …

  • Sportpapi sagt:

    Der nächste Schritt ist dann die Leihmutterschaft, die ja jetzt auch gerade wieder diskutiert wird. Es ist eins, über unsere Gesetze zu diskutieren. Diese aber einfach zu umgehen, weil man sie gerade nicht für angemessen hält, das geht nicht.

    • Adran Hornung sagt:

      Man kann die Gesetze gemäss gegenseitiger Absprache der beiden Parteien umgehen. Aber schlussendlich schützt es einem ja nicht davor, in den finanziellen Ruin getrieben zu werden. Die Situation einer Frau, welche z.B. ein behindertes Kind zur Welt bringt, wird dieses Risiko auf den Samenspender abwälzen wollen. Genau solche Risiken müsste eine Samenempfängerin selber tragen, bevor sie einen Samenspender sucht. Ansonsten, und wenn diese gesetzliche Grundlage nicht geschaffen wird, wird sich wohl kein vernünftiger Mann für eine Spende hingeben wollen. Das versteht sich doch von selbst.

      • Monaco sagt:

        @A.Hornung: Nicht nur solche, die ein behindertes Kind zur Welt bringen, wälzen das Risiko auf den Samenspender ab…darum: Augen auf, Männer!

    • Klicki sagt:

      Im Ausland etwas zu tun, was dort legal ist, ist doch keine Gesetzesumgehung.

      Was nicht geht, ist Schweizer Gesetze im Ausland anwenden wollen oder uns einsperren, damit niemand im Ausland tun kann, was er in der Schweiz nicht darf. Wir sind doch nicht in der DDR.

      Und das wirklich allerletzte ist, wenn der Versuch, Schweizer Moralvorstellungen weltweit durchzusetzen, auf dem Buckel der betroffenen Kinder ausgetragen wird, wie im Fall der Leihmutterschaft.

  • Adrian Hornung sagt:

    Bei einer solchen Gesetzgebung wäre man ja blöd, wenn man Samen spenden würde. Denn dann kommt irgend eines schönen Tages ein Gericht, und verdonnert einem zu Schadensersatz-Zahlungen. Will man eine Verbesserung hinbekommen, so muss man einen Haftungsausschluss auf Bundesebene einführen bei allen Samenspenden. Ansonsten werden sich, wie bisher, wohl nur Freaks als anonyme Samenspender melden. Die wirklich Seriösen, z.B. Familienväter, oder diejenigen, welche dies aus reiner Nächstenhilfe machen möchten, werden sich schon aus Selbstschutzgründen nie melden für eine Spende.

  • Eric Geister sagt:

    warum Leute in einer bereits überbevölkerten Welt, in der von der Natur nun Gegenmassnahmen (zunehmende Unfruchtbarkeit und Impotenz) eingeleitet werden, mit allen Mitteln sich Nachwuchs ertrotzen will, verstehe ich nicht. Das Recht eines Neugeborenen auf ein würdevolles Leben auf einem nicht überstrapazierten Planeten steht über dem ichbezogenen Wunsch auf Nachwuchs (koste es was es wolle). künstliche Befruchtung weltweit verbieten.

    • Eric Geister sagt:

      weltweite strikte Geburtenkontrollen einführen, bis sich das Bevölkerungswachstum stabilisiert resp. reduziert hat auf ein gesundes Mass. sämtliche Probleme (Fussabdruck, Klimaerwärmung, Knapphheit, Kriege und eben auch Unfruchtbarkeit usw.) steigen weiter solange die Weltbevölkerung weiterwächst.

      • nando widmer sagt:

        Und wer darf, resp, wer darf dann keine Kinder kriegen? Wie steht es mit der persönlichen Freiheit und das Recht auf Integrität des eigenen Körpers (Menschenrechte)? Mann O Mann…ich möchte mir diese Verfügungskompetenz nicht anmassen. Könnte jemand von euch sich anmassen, darüber zu bestimmen? Nein. Das Bedürfnis, sich zu reproduzieren ist DAS Grundbedürfnis schlechthin, ohne dieses Bedürfnis (der Drang weiterzuleben) gäbe es kein Leben auf diesem Planeten. Man darf niemanden dazu zwingen, auf Kinder zu verzichten. Wenn wir damit anfangen, endet die Menschlichkeit.

    • Muttis Liebling sagt:

      Die Welt ist nicht über-, sondern immer noch unterbevölkert und das Bevölkerungswachstum geht zu gleichen Teilen an die hohe Geburtlichkeit in armen, sehr armen Regionen, in welchen Kinder die Rentenversicherung ersetzen und der Lebensverlängerung vor allem in den entwickelte Industriestaate.
      Mittelfristig kann man das Bevölkerungswachstum nur durch Umkehr des Lebensverlängerungsprozess bremsen.
      Aber künstliche Befruchtungen sind, da gebe ich Ihnen recht, aus beiden Sichtwinkel, individuell wie bevölkerungsdynamisch, absolut kontraproduktiv.

      • Manni Mann sagt:

        Herr Geiser – 1. ist reproduktion ein menschliches Grundbedürfnis, genauso wie zu (über)leben ein Grundbedürfnis ist.
        Sie beenden auch nicht ihr Leben, bloss weil sie finden, es gäbe zu viele Menschen auf dieser Welt.
        2. haben unsere Kulturen zu wenig Nachwuchs. Die Überbevölkerung, von der sie sprechen, findet in anderen Regionen statt.

        Wenn Sie schon rational sein wollen, müssten sie sich fragen, ob es Sinn macht, dass ausgerechnet diejenigen Kulturen aussterben sollen, welche kein überproportionales Bevölkerungswachstum haben und am ehesten das Know How haben für nachhaltige Technologien

    • André sagt:

      Ihrer Ansicht kann ich voll und ganz aus meiner Sicht zustimmen. Wüssten viele wie es um unseren Lebensraum bestellt ist hätten diese wohl eine etwas andere Einstellung zu „man muss vor allem sich selber verwirklichen bevor sich um das Umfeld zu kümmern“.

      Doch eine beruhigende Sache gibt es denn noch immer, im Härtefall gewann bis heute immer die Natur.

  • Robert sagt:

    Muss man das nicht noch etwas „weiter fassen“ ? Schliesslich könnte sich – was offenbar auch hin und wieder vorkommt – jede gebärwillige Frau schlicht und einfach „natürlich“ schwängern lassen und hinterher die Auskunft über den Vater verweigern (zumindest den Behörden gegenüber). Bei der Insemination geht es doch auch darum, dass dies vermieden werden kann – mit all den teilweise schwerwiegenden Nachteilen, die sowas mit sich bringt.

    Also geht es nicht bloss um ein „Recht“ (oder die Möglichkeit?) auf Kinder, sondern um ein Recht auf menschenwürdige und zivilisierte Umstände?

    • clara müller sagt:

      eine frau, die weiss, wer der leibliche vater ist und den nicht angibt, macht sich aber genauso strafbar. und „sich schwänger lassen“ ist mitunter gar nicht so einfach. ich stehe zwar auf männer, aber mit irgendeinem ins bett zu steigen (oder immer mal wieder), nur um schwanger zu werden, fände ich subjektiv auch sehr „menschenunwürdig“.

      von mir aus kann jeder die künstl. befruchtung in anspruch nehmen. viel schwieriger finde ich die frage, wer dies bezahlen muss… *kopfkratz*

      • Annalena sagt:

        Wer den leiblichen Vater nicht angibt, macht sich strafbar. Ist doch Quatsch, die Frau braucht bloss ein Dutzend Namen zu nennen und zu sagen, sie wisse nicht, wer von denen es war. Und überhaupt, es gibt doch schon alles. Eine gute Freundin hat sich ins Ausland abgesetzt mit ihrer Frau, das Kind, das sie erwarten hat einen schwulen Vater. Alles verboten in der CH?

  • nando widmer sagt:

    Das Recht auf Kinder für alle! Was die Natur eingerichtet hat, ist Wurscht. Die Natur hat schliessilch auch Kranheiten so eingerichtet, dass eine natürliche Selektion von Menschenleben statt findet. Trotzdem behandeln wir diese, um unsere Leben zu verlängern, ohne uns zu fragen, was die Natur dazu meint. Und wenn wir dabei sind: die Natur hat uns so erschaffen, dass wir es dazu im Stande bringen, Kinder künstlich zu erzeugen, wobei Insemination nicht mal etwas mit Kunst zu tun hat. Also was ist das Problem? Es geht uns nichts an, wenn andere ihren Kinderwunsch erfüllen wollen. Kinder für alle!

    • Susi sagt:

      Schliesse mich an 🙂

    • Muttis Liebling sagt:

      Da kein Mensch rückwirkungsfrei bezüglich der natürlichen und sozialen Umwelt agieren kann, geht es sehr wohl jeden an, was jeder andere tut. Ausnahmen gelten nur, wenn jemand auf dem Mond oder Mars lebt.
      Es wird die Aufgabe der nächsten Generationen sein, die überzogene Emanzipation des Menschen von seiner natürlichen Umwelt wieder auf ein vernünftiges Mass rückzustutzen Sonst enden wie in einer Greisengesellschaft mit künstlich zu Unzeit gezeugten Kindern.
      Also: Keine Reproduktions- und keine Spitzenmedizin. Med. Eingriffe werden ausgesetzt, wenn die den ökologischen Fussabdruck überziehen.

      • Muttis Liebling sagt:

        2/ Das betrifft derzeit praktisch alle lebensverlängernden Massnahmen und eben die Reproduktionsmedizin. Wir nehmen dem Einzelnen massiv an Lebensqualität, damit das Ganze überhaupt eine Chance behält.
        Denn ein dauerhafter Ressourcenverbrauch > 100% bedeutet das Ende der Menschheit. Es hat keinen Platz für künstliche Befruchtung, aber auch nicht für aufwendige Krebstherapie, für Alzheimerdiagnostik, …

      • nando widmer sagt:

        wow Muttis Liebling, Du machst mir fast Angst, klingst wie ein Science Fiction Autor…ich mach mir Sorgen um Dich!

      • Annalena sagt:

        Dann schliessen wir alle Spitäler und verbieten Krankenpflege. Das spart jede Menge Geld. Und Geld ist das Allerwichtigste heute, nicht wahr. Und Geburtshilfe darf auch nicht mehr geleistet werden, Kinder impfen gehört verboten. Und die CH stirbt aus. Es lebe der ökologische Fussabdruck.

      • Muttis Liebling sagt:

        @Annalena, das Auffälligste an CH ist, das bei jedem Thema zuerst das Wort ‚Geld‘ fällt. Etwas relativ Bedeutungsloses, weil rein menschengemacht, mit Druckmaschinen erzeugbar. Im Gegensatz zu echten Werten.
        Wir schliessen natürlich keine Spitäler, wir funktionieren sie um. Akute, heilbare Patienten werden geheilt, nicht heilbare Patienten werden sterbebegleitet, keine Heilungsversuche, keine Lebensverlängerung.
        Wir bleiben, besser werden human, fördern junges Leben und verhalten uns passiv gegen altes Leben.

    • Daniel sagt:

      „die Natur hat uns so erschaffen, dass wir es dazu im Stande bringen, Kinder künstlich zu erzeugen“ Ich glaube nicht dass die Natur das so gewollt hat, sonst würden Frauen sich von selber befruchten können, oder sie könnten sich zwischen M oder W umwandeln. Hier von Natur zu sprechen finde ich falsch. Aber ich stimme zu, dass wir zumindest über die Jahrtausende genügend Intelligent wurden und wissen, wie wir das künstlich erzwingen können. Also sollen betroffene Paare nun respektieren wie sie geschaffen wurden oder das eben selber in die Hand nehmen? Jedem das Seine ist auch meine Devise.

      • Susi sagt:

        Wer weiss, vielleicht komm das ja noch. Theoretisch können die Frauen sich ja mittlerweile klonen, also brauchen sie gar keine Samen mehr.

        Allerdings wäre das alleinige Klonen für das Überleben der Menschheit längerfristig nicht zuträglich, da es dann keine Gendurchmischung und -anpassung mehr geben könnte.

      • Sportpapi sagt:

        Vielleicht haben viele das Gefühl, dass Klone von ihnen ein Segen für die Menschheit wäre…

      • Susi sagt:

        @SP: garantiert!
        😀

      • Adrian Hornung sagt:

        Schlussendlich macht jeder, was ihm beliebt. Niemand kann daran etwas ändern. Aber die Liebe zwischen Mann und Frau, zwischen Vater und Mutter, sollte ein wesentlicher Beitrag bleiben zur geistigen Gesundung des Kindes für sein späteres Leben. Man darf diese Komponente nicht unterschlagen oder kleinreden. Aber es wird so oder so sicherlich auch das andere geben, weil es der Mensch eben so will. Und ob man das gutheisst oder nicht, es wird eben so sein.

Die Redaktion behält sich vor, Kommentare nicht zu publizieren. Dies gilt insbesondere für ehrverletzende, rassistische, unsachliche, themenfremde Kommentare oder solche in Mundart oder Fremdsprachen. Kommentare mit Fantasienamen oder mit ganz offensichtlich falschen Namen werden ebenfalls nicht veröffentlicht. Über die Entscheide der Redaktion wird keine Korrespondenz geführt.