Best of Mamablog: Job weg nach der Babypause

Es sind Sommerferien, auch für unsere Autorinnen und ihre Familien. Deshalb publizieren wir während zweier Wochen einige Beiträge, die besonders viel zu reden gaben. Dieser Beitrag von Gabriela Braun erschien erstmals am 11. März 2014.

EU PARLAMENT, EUROPAEISCHES PARLAMENT, EUROZONE, GRIECHENLAND KRISE, GRIECHENLANDHILFE, SPARPAKET, SPARDRUCK, SPARMASSNAHMEN, STAATSSCHULDEN, STAATSSCHULDENKRISE, STAATSVERSCHULDUNG, SCHULDENKRISE,   EUROZONE, EUROKRISE,   FINANZKRISE, WIRTSCHAFTSKRISE

Doch, doch, auch Mütter können arbeiten! Nicht alle nehmen auch gleich ihr Kind mit an den Arbeitsplatz wie die italienische Abgeordnete Licia Ronzulli im Europaparlament in Strassbourg (15. Februar 2012). Foto: Keystone

Liebe Männer, haben Sie schon mal erlebt, dass Sie nach einem Militär-WK, einer Krankheit oder längeren Ferien Ihren Job nicht mehr hatten? Sie zurückkamen und erstaunt feststellten, dass ein anderer an ihrem Arbeitsplatz sass, Ihre Arbeiten erledigte – und keinerlei Anstalten machte, sie Ihnen wieder abzugeben?

Ich gehe davon aus, die allermeisten von Ihnen beantworten die Frage mit «Nein». Ganz im Gegensatz zu zahlreichen Frauen, respektive Müttern: Kommen sie nach vier, fünf oder sechs Monaten Babypause an ihre Arbeitsstelle zurück, erleben sie nicht selten ihr blaues Wunder.

Die Frauen erfahren etwa, dass sie in ihrer Funktion herabgestuft wurden und aus diesem Grund andere – also einfachere – Arbeiten zu erledigen haben. Wie jene langjährige Marketingleiterin, die am ersten Tag nach dem Mutterschaftsurlaub von ihrem Chef zu hören bekam, dass sie den Arbeitsplatz im Gang mit dem Praktikanten teilen werde. Sie bearbeite mit ihrem 80-Prozent-Pensum neu die Kunden-Adresskartei und Prospekte. Für die grossen Projekte sei sie nicht mehr vorgesehen. Ein Neuer habe ihren Posten übernommen.

Doch auch anderes erfahren Mütter in der ersten Woche nach dem Mutterschutz: Ihre Kündigung. Das geschieht per eingeschriebenem Brief oder mittels massivem persönlichen Druck: indem der Neo-Mutter – die schon mehrere Jahre Mitinhaberin einer Werbeagentur ist – von ihren Partnern nahegelegt wird, sich doch bitte baldmöglichst den eigenen Anteil auszahlen zu lassen und dann zu gehen. Sie als Mutter sei für die kleine Werbeagentur eine zu grosse Belastung. Denn jetzt – das verstehe sie wohl selbst am Besten – könne sie kaum mehr ihren Tätigkeiten als Mitinhaberin und Co-Geschäftsführerin nachgehen.

Diese Beispiele stammen alle aus meinem Bekanntenkreis. Ich kenne ungefähr ein Dutzend solcher Geschichten. So unterschiedlich die Jobs und die Bereiche sind, in welchen die Frauen bis zu ihrem ersten Kind gearbeitet haben, so ähnlich sind die Begründungen ihrer Vorgesetzten. Die Frau könne als Mutter wegen des kleineren Arbeitspensums die bisherigen Aufgaben nicht mehr erfüllen, heisst es zum einen. Mit Kindern sei man nicht mehr so flexibel und einsatzfähig, zum anderen. Was für die betroffenen Frauen so viel bedeutet wie: Das trauen wir dir nicht mehr zu, liebe Frau. Jetzt, da du nebst Sitzungen auch für die Sättigung und Säuberung eines kleinen Schreihalses zuständig bist, bist du garantiert nicht mehr so belastbar. Je mehr Kinder man hat, desto ausgeprägter bekämen sie dies zu spüren, versichern mir Freundinnen.

Wobei ich hier anfügen möchte, dass es auch für diese Mütter klar ist, dass sie bei einem Teilzeitpensum von 50 Prozent nicht davon ausgehen können, exakt dasselbe zu tun, wie mit einem Vollzeitjob. Sie rechnen damit, auf gewisse Kompetenzen verzichten zu müssen. Um das geht es also nicht. Was den Frauen vielmehr sauer aufstösst, ist, dass bis zu ihrem Wiedereinstieg nach der Babypause offensichtlich rumgemauschelt wurde. Das Unausgesprochene ist das Problem, und dass die Firmen ihre Arbeitsstelle während ihrer Abwesenheit klammheimlich neu organisieren – ohne mit ihnen geredet zu haben. So wird der berufliche Wiedereinstieg nach der Babypause für zahlreiche Mütter zu einer herben Enttäuschung und Demütigung.

Dies beobachtet auch Susy Stauber-Moser, Vorsitzende der Zürcher Schlichtungsbehörde nach Gleichstellungsgesetz. Gemäss ihr kommunizierten Firmen im Vorfeld des Mutterschaftsurlaubs zum Teil nicht ausreichend transparent: «Die Frauen werden lange im Ungewissen gelassen, ob und wie sie nach der Babypause wieder arbeiten können.» Wie das veränderte Jobprofil aussehen könnte, bleibe ungeklärt. Diskriminierung im Zusammenhang mit Mutterschaft sei denn auch oft Thema bei den Beratungen der Behörde, sagt die Juristin und Mediatorin. Wandten sich Frauen vor wenigen Jahren noch vorwiegend wegen Lohnungleichheit an die Behörde, seien es heute vielfach Anliegen, die den Wiedereinstieg nach dem Mutterschaftsurlaub betreffen.

Welche Erfahrungen haben Sie gemacht beim Wiedereinstieg?

157 Kommentare zu «Best of Mamablog: Job weg nach der Babypause»

  • SLK sagt:

    Herzlichen Dank für die Kommentare (die ich näher an der Realität aber auch unterhaltsamer als der gesamte Artikel empfunden habe). Besonders Susi, ich finde sie toll!!!
    Meine Sicht der Dinge: BEVOR ich Kinder hatte, fand ich es egoistisch, wenn beide Elternteile gearbeitet und das Kind in die Krippe abgeschoben haben. Was habe ich mich damals über solche Menschen empört!
    Ich habe einen Wittwer mit 2 wunderbaren Kindern geheiratet und wurde über Nacht Mami von 2 Kleinkindern. Zudem bin ich ausgewandert (ins Heimatland meiner 3 Männern) und habe mir eine 2 monatige Arbeitspause gömmen wollen.

    • SLK sagt:

      Nach 4 Wochen wurde ich unruhig und habe mich auf Stellen beworben weil ich die beruflichen Herausforderungen und sozialen Kontakte so sehr vermisste! Ich habe festgestellt, dass ich zufrieden er bin, wenn ich ausser Haus arbeite (trotzdem liebe ich die Jungs aus vollen Herzen). Mein Mann konnte leider seit dem Verlust seiner ersten Frau nicht zurück in die Arbeitswelt finden (Rezession, Lücke im CV,…). Der Arme sehnt sich nach der Arbeitswelt, ist er dich ein Exote in der Hausfrauenwelt und hatte genug „Children Talk“ für eine Weile. Nun ziehen wir aufgrund meiner Beförderung in die Schweiz

      • SLK sagt:

        Leider weiss ich, dass mein zukünftiger Chef nicht gut auf Schwangerschaften zu speechen ist (abfällige Kommentare), was mich enorm unter Druck setzt, NICHT schwanger zu werden! Tragisch aber wahr! Mein Mann hätte gerne noch ein gemeinsames Kind mit mir, möchte altersbedingt nicht allzu lange warten (ich bin 9 Jahre jünger) aber ich kann es mir als Versorgerin natürlich nicht leisten, den Job wegen eines Kindes zu verlieren und denke deshalb über Adoption nach… Wenn beide teilzeit arbeiten könnten, das wäre ein Traum!

  • familienfreundlicher Arbeitgeber?! sagt:

    meine Erfahrung: Meinem Wunsch, nach dem Mutterschaftsurlaub zu 80% weiterzuarbeiten konnte mein (gemäss Intranet familienfreundlicher) Arbeitgeber nicht entsprechen. Daher teilte ich ihm mit, ich würde zu 100% weiterarbeiten. Meine ursprüngliche Stelle war aber bereits besetzt. Deshalb erhielt ich nach dem Mutterschaftsurlaub die Kündigung. Vorher schickte mir mein Arbeitgeber einen Auflösungsvertrag zur Unterschrift, wonach das Arbeitsverhältnis nach dem Mutterschaftsurlaub beendet gewesen wäre. Selbstverständlich unterzeichnete ich diese Frechheit nicht.

    • I will skip the 6 years divorce story and ex-agression, search of Krippe and my family support in child care, when I had to work to finance my and my sons life, about unpaid alimony, other debts of ex, about afterwork and happy free-time with my child.

      The Law is unfriendly to women in Switzerland, not a Company – 3 months as Motherhood Offtime – it is not realistic. In some countries women get money and take care after child till age of 3, then kids have possibility to socialise (for reasonable price and not 120 CHF per day) and parents – to work, and after together to enjoy free time.

    • Selma sagt:

      Ich denke wir waren wohl beim gleichen familienfreundlichen Arbeitgeber angestellt denn mir ist exakt das genau gleiche passiert… Auflösungsvertrag 1 Monat vor der Geburt also Kündigung nach Ende Mutetrschaftsurlaub….ich habe mich aber nicht gewehrt da ich dachte, das ich sowieso keine Chance habe.

  • Dupont Urs sagt:

    Danke, Lea. Mir ist schon bewusst, dass das was ich und viele Kollegen erfahren mussten nicht verallgemeinert werden darf und es nach wie vor auch intakte und faire Partnerschaften gibt. Schlimm ist, dass (feministische) Frauenberatungsstellen und Gerichte seit Jahren Frauen geradezu animieren, nichts mehr in die Partnerschaft zu investieren. Ihre Verlockungen, nichts mehr für den Mann zu tun und trotzdem Geld von ihm zu kassieren, sind für viele Frauen einfach zu gross. Damit wird der Mann erpressbar und die Ehe wird für ihn definitiv unmoralisch (E.Vilar) bzw. zu einem untragbarem Risiko.

  • Dupont Urs sagt:

    Da werden ganz schön Aepfel mit Birnen verglichen. Ein WK dauert 2-3 Wochen und krank ist man(n) auch selten länger als eine Woche und dann sind die Männer meistens wieder zu 150% für das Geschäft da. Beim – vor allem von den Frauen – gewählten „Hobby“ Kind sieht es eben schon ein bisschen anders aus. 6 und mehr Monate 100% abwesend und dann vielleicht über Jahre hinweg noch noch zwischen 20 und 80%. Eine WK Absenz können Stvs mit Zusatzaufwand überbrücken, beim „Hobby“ Kinder wird’s extrem schwieriger. Männer mit so einem aufwändigen Hobby oder z.B. der RS werden weniger zimperlich behandelt.

    • Susi sagt:

      „beim “Hobby” Kinder wird’s extrem schwieriger. Männer mit so einem aufwändigen Hobby oder z.B. der RS werden weniger zimperlich behandelt.“

      Oh, Kinder sind als „Hobby“ also ausschliesslich den Frauen zugeteilt…?

      • Sportpapi sagt:

        @Susi: Realistischerweise fehlen tatsächlich nur wenige Männer im Job wegen ihren Kindern. Das könnten die Familien ändern, im Moment ist es aber so. Nach meinem Wissen arbeiten Männer mehr, wenn sie Kinder bekommen haben, Frauen weniger. Immer noch.

      • Dupont Urs sagt:

        @Susi: Es gibt nun einmal Unterschiede zwischen Frau und Mann, ob man oder besser frau es wahrhaben will oder nicht. Die meisten Männer könnten sich eine Partnerschaft auch ohne Kinder vorstellen, während es für viele Frauen der GAU ist und die Beziehung fast sinnlos macht. Wenn eine Frau aus irgendwelchen Gründen auf Kinder verzichten muss, ist es schlimmer als wenn sie auf das was sie am liebsten hatte oder tat aufgeben müsste. Sehr oft verliert sie auch das Interesse an Ihrem Mann; es interessiert sie nur noch seine Funktion als (Zahl)vater. Das zeigt doch, Kinder sind ihr Hobby Nr 1.

      • Lea sagt:

        @Dupont Urs: Es fällt mir auf, dass in solchen Diskussionen Männer oft resigniert sagen, „es ist halt so“, „das schleckt keine Geiss weg“. Ich weiß dass es viele solche Frauen gibt, für die eigene Kinder der Lebensmittelpunkt darstellen, sich ein gemütliches Leben mit Haus&Garten einrichten und ihr Mann noch gut genug ist, das Geld nach Hause zu bringen und alles Unangenehme zu erledigen (Steuererklärung, Rasen mähen etc). Das ist bedauerlich. Aber traurig ist auch, dass es Männer gibt die sich auf einen solchen Deal einlassen. Auch bei der Partnerwahl herrscht zum Glück Wahlfreiheit:-)

      • Dupont Urs sagt:

        @Lea: Gut geschrieben, auch das mit der Wahlfreiheit stimmt, im Prinzip. Nur, es hat eben einen gewaltigen Haken. Viele Frauen – und ich spreche nicht nur aus eigener Erfahrung – beherrschen es perfekt, VOR der Heirat dem Mann einiges vorzuspielen, was sich dann im Laufe der Jahre ins Gegenteil dreht. Gut, könnte man sagen, dann trennt man sich eben wieder. Aber da kommt der zweite Haken: Völlig sittenwidrig und im Gegensatz zu anderen Partnerschaften, kann die Frau ohne Angabe von Gründen aus dem Vertrag „Ehe“ aussteigen und das angestrebte „nur noch nehmen – nichts mehr geben“ 100% umsetzen.

      • Lea sagt:

        @Dupont Urs: Ich gebe Ihnen absolut recht. Das sind traurige Geschichten und es tut mir leid, dass Sie da offenbar auch eigener Erfahrung sprechen müssen. Aber trotzdem finde ich es etwas schade, dass Sie daraus ein Fazit ziehen (Kind=Hobby der Frau etc) das pauschal für alle Frauen gelten soll. Ich bin und denke nicht so, und viele Frauen in meinem Umfeld auch nicht. Da wäre eine differenziertere Ansicht schön.

      • Carla sagt:

        @Dupont Urs: es tut mir leid für Sie, wenn Sie in Ihrer Partnerschaft unglücklich sind. Dass es scheinbar häufig so ist, dass Schweizer Männer heute keine Kinder mehr wollen, habe ich zu meinem grossen Erstaunen im Gespräch mit jüngeren Kolleginnen erfahren, wo von den 11 bereits verheirateten Frauen 10 mit Ausländern (Italiener / Deutsche / Süd-Amerikaner…) glücklich verheiratet sind. Der allgemein genannte Grund war: mein Schweizer Freund vor meinem Mann konnte sich Familie nicht vorstellen. Ich aber wollte das nicht per se ausschliessen.

  • Diana sagt:

    @ Sportpapi: ‚Kundigung nahegelegt‘ hatte ich gesagt. Also KEINE Wahlfreiheit. Und Sie haben leider nicht so gut verstanden was ich sagen wollte. Denken Sie noch ein bisschen darüber nach. Und wie gut kennen Sie eigentlich die Umständen in einer weniger wohlhabendes Land wie die Schweiz. Ich meine, die Arbeitskultur würde sich vielleicht schon an den gesselschaftlichen Bedinungen eher anpassen, oder?

    • Sportpapi sagt:

      @Diana: Sie haben davon gesprochen, keine 60%-Stellen gefunden zu haben. Aber ich verstehe sowieso schlecht, was Sie eigentlich sagen möchten, lassen wir es doch dabei bewenden.

      • Diana sagt:

        @Sportpapi: So, mein Mann hat gerade die Kinder übernommen, und ich habe endlich den Kopf frei um fehlerfrei antworten zu können: danke dass Sie sich mir, obwohl unfreiwillig, als Prügelknabe zur Verfügung gestellt haben. Bei mir hatte sich wohl ziemlich viel Frust aufgestaut. Sorry nochmal, aber heute war so ziemlich der erste Tag seit sehr langer Zeit an dem ich sehr viel Spass an meinem Kindern und mit meinem Kindern hatte.
        Ich kenne noch 4 Mütter in meiner Situation. Mütter sind aber erwachsene Menschen, können Entscheidungen selber treffen. Alles andere ist doch respektlos, nicht wahr?

  • Schnee sagt:

    Kurz gesagt: Am letzten Arbeitsplatz war ich betr. Arbeitslast unterfordert, als ich schwanger wurde und daher darum gebeten habe, in einem 60% Pensum zurückzukommen wurde mir mitgeteilt, dass sie mich nicht teilzeit beschäftigen können und ich wurde unter Druck gesetzt, eine Vereinbarung zu unterschreiben, die besagt, dass sich mein Vertrag mit dem letzten Tag des MuUrlaubs auflöst, wenn sich für mich keine Lösung findet. Ich habe mir das Recht genommen, nicht zu unterschreiben und wurde eiskalt vor die Wahl gestellt: kündigen oder den Arbeitsplatz mit der bereits eingestellten Neuen teilen?!

    • Schnee sagt:

      Und das ist nur die Spitze des Eisberges aller Geschehnisse….

      • alias sagt:

        Das ist sicher ein Einzelfall, gell Sportpapi.

        Nein, ist es gewiss nicht.

      • Sportpapi sagt:

        Was meinst du, alias? Dass jemand meint, seinen 100-%-Job in 60% Arbeitszeit erledigen zu können, und das auch noch dem Chef sagt? Oder was?
        Was auffällt: Viele der Frauen, die sich hier empören, dass sie nicht mehr im gleichen Job mit gleicher Verantwortung zurückkehren konnten, geben in einem Nebensatz, quasi selbstverständlich, an, dass sie nur noch reduziert arbeiten wollten. Teilzeit, weniger flexibel. Mich wundert es da nicht, dass die Arbeitgeber auch darauf reagieren, auch wenn man vielleicht da und dort etwas mehr Kulanz sich erhoffen würde.

  • Diana sagt:

    Als mir 2 Wochen vor meinem Rückkehr zur Arbeitsplatz die Kündigung nahegelegt wurde, habe ich genau 15 Min. gebraucht um die Entscheidung zu treffen: für das Kind (mittlerweile zwei Kinder), gegen der ohnehin immer schlechter gewordenen Stelle (ich hatte meinem Chef schon früh irgendwann mal gesagt ich schliesse Mutter werden nicht aus, also offener geht es kaum!) Dass es so schlecht mit 60% Stellen auf der Arbeitsmarkt aussieht, damit hatte ich nicht gerechnet. Selber Schuld. Aber so ist die Arbeitskultur in wohlhabenden Länder nun mal. Gäbe es bei weniger Wohlstand mehr berufstätige Frauen?

    • Sportpapi sagt:

      Sicher gäbe es bei weniger Wohlstand weniger Frauen, die teilzeit arbeiten würden…

      • Diana sagt:

        Heisst das etwa dass der Wunsch einer Mutter nach einer Teilzeit-Stelle ein Luxus und kein Bedürfnis ist, vergleichbar mit dem Wunsch nach einer neuen Handtasche? Ich bin mir nicht sicher. Und auch will ich nicht umsonst bis zum PhD Titel studiert haben.

      • Sportpapi sagt:

        @Diana: Anders herum. Bei weniger Wohlstand würden die Mütter viel häufiger voll arbeiten, weil sie gar nicht anders könnten. Teilzeit oder gar Vollzeitmutter ist ein Luxus. Wahlfreiheit ist Luxus. Seien wir froh, können viele sich das in der reichen Schweiz leisten.

    • Lea sagt:

      @Diana: Das ist ja genau das Problem- mit Ihrem Doktortitel sind Sie bestens geeignet für eine anspruchsvolle und verantwortungsvolle Position, evt sogar mit Führungsfunktion. Per se sind da einfach praktisch keine 60% Mitarbeiter gesucht. Wenn Sie sich auf eine Stelle bewerben sind Sie sws meistens überqualifiziert. Auch ich habe PhD und kann zum Glück TZ arbeiten. Ich finde aber nachwievor Jobsharing eine interessante (sicher auch anspruchsvolle) Variante. Bin erstaunt dass dieses Modell nicht populärer geworden ist. Weiss da jemand mehr darüber?

      • Diana sagt:

        Leider stimmt das genau so, wie Sie es sagen. Jobsharing habe ich übrigens schon im Betracht gezogen, hat leider noch nicht geklappt. Muss nochmal versuchen.

    • fabian sagt:

      „Gäbe es bei weniger Wohlstand mehr berufstätige Frauen?“
      Keine Ahnung. Aber offenbar gibt es bei weniger Wohlstand mehr Kinder…

    • Lea sagt:

      @Diana
      Noch etwas zu Ihrer Aussage zur Arbeitskultur in wohlhabenden Ländern. Wenn Sie nicht eine Stelle über 60% annehmen wollen gehe ich davon aus dass Sie es finanziell auch nicht nötig haben mehr als 60% zu arbeiten. Mit 80% würden Sie wohl eine Stelle finden lehnen dies aber ab. DAS ist die Arbeitskultur eines wohlhabenden Landes. Ich selbst arbeite TZ und empfinde meine 2 freien Tage als Luxus. Wir können es uns zum Glück leisten, es ist nicht bei allen Familien Wahlfreiheit da, wie Sportpapi zurecht erläutert hat.

      • Sportpapi sagt:

        Danke, Lea.

      • Diana sagt:

        Ich würde gerne auch 80% arbeiten, wenn mein Mann das auch tun würde. Ich will die Kinder einfach nicht 4 Tage pro Woche in der Kita stecken. Aber leider, leider verdient mein Mann bei 80% immer noch mehr wie ich es bei 100% tun würde. Und bei den 80%-100% Stellen auf dem ich mich bisher beworben habe, gab es nur Absagen. Man sieht es an meinem CV dass ich 2 Kleinkinder habe, bin dummerweise ehrlich. Übrigens, wenn Sie keine Stelle hätten, könnte es durchaus sein dass manch Ihrer Tage Ihnen nicht mehr so sehr als Luxus vorkommen würden, das können Sie mir glauben. Etwas würde Ihnen fehlen.

      • Lea sagt:

        @Diana: Da haben Sie recht, ich bin sehr glücklich darüber arbeiten zu können (70%) und schätze was ich habe. Ihr Argument, dass 20% von Ihrem Mann mehr einschenken als von Ihnen und Sie deshalb 100% Mann / 60% Frau vs 80% beide bevorzugen leuchtet auf den ersten Blick zwar ein. Allerdings gehe ich bei Ihrer Ausbildung davon aus dass Sie bei einer adäquaten Stelle einen guten Lohn hätten. Da scheint ihr Mann also auch keinen schlechten Lohn zu haben. Und das sollte doch beim Modell 80/80 min. 160’000.- geben. Das ist sehr viel, und sie wären wieder im Berufsleben.

  • Hans Weder sagt:

    Der Grad der Ersetzbarkeit innerhalb der Position entscheidet darüber, ob eine Firma eine längere Abwesenheit des Angestellten ertragen kann. Eine Firma – die sich schliesslich um ihr Fortbestehen und die Löhne aller Angestellten kümmern muss – würde fahrlässig handeln, wenn sie einfach zu ersetzende Angestellte nicht ersetzen würde, wenn diese nicht produktiv sind. Je länger die Abwesenheit, desto „unersetzlicher“ muss der Angestellte sein, um nicht entlassen oder herabgestuft zu werden. Eigentlich eine banale Erkenntnis – die aber offenbar angesichts der emotionalen Wallungen vergessen wird.

    • Susi sagt:

      Das tönt (und ist) zwar herzlos, hat aber leider etwas Wahres…

    • Carolina sagt:

      Aus genau diesem Grunde ist auch eine gute Ausbildung bei Frauen nicht für die Katz, egal für welchen Weg sie sich entscheidet: meiner Erfahrung nach haben Frauen, die nicht so leicht ersetzbar sind, die wirklich etwas Positives einbringen, auch beim Wiedereinstieg bzw nach dem Mutterschaftsurlaub deutliche Vorteile. Die Güte der Ausbildung, der Erfahrung und das Versprechen, das jemand, egal ob Mann oder Frau, einem (potentiellen) Arbeitgeber bringt, sind letztlich entscheidend.

      • Katharina sagt:

        Selbst ein CEO ist ersetzbar, Caro. Eine Firma, die strategisch nicht darauf achtet, dass alle Funktionen und Rollen austauschbar sind, hat wohl ihre Hausaufgaben nicht gemacht.

      • Carolina sagt:

        Oder so, ganz ‚brutal‘ gesagt. Allerdings zeigt die Praxis, dass ganz viele Firmen ihre Hausaufgaben in dem Bereich eben nicht gemacht haben, denn wenn etwas die obere Kaderwelt gut charakterisiert, dann das, dass sich die meisten für unentbehrlich halten und dann sehr, sehr unsanft auf die Welt kommen.
        Es ist aber eben doch ein komparativer Vorteil, ob eine Frau aufgrund einer wirklich guten Ausbildung (plus den anderen von mir genannten Bedingungen) auch mit Kind(ern) dem AG einen Mehrwert bringt oder nicht – wie bei einem Mann wird man sich vielleicht zweimal überlegen, sie ‚gehen zu lassen

      • Katharina sagt:

        Glaubts du, jemand wird wegen guter Bildung CEO oder eine andere Rolle, wo wirklich entschieden wird? Nein. Ausser in Strukturen, wo nur Apparatschik gefragt sind.

      • Katharina sagt:

        Und das Geschlecht spielt wenig Rolle. Entscheidend ist, aufgrund mangelhafter Informationen die richtige Entscheidung zu treffen. Keine exakte Wissenschaft, sondern eine Frage von Charakter und Intuition und dem Willen , zu gambeln – oder Risiken einzugehen. Wer, so denkst Du, ist eher sozialisiert, Risiken einzugehen? Es ist wirklich so simpel….

      • Carolina sagt:

        Ich nehme an, Du erwartest keine Antwort;-)

      • fabian sagt:

        katharina, das mag vielleicht für grosse firmen so sein.
        aber für kmu, wo der chef die firma selbst aufgebaut hat, finde ich es etwas peinlich zu sagen, seine leistung spiele keine rolle. das ist exakt die geringschätzung, die ich hier in vielen beiträgen lese. kinder in die welt stellen gut, unternehmen gründen und führen schlecht.

  • Leserin sagt:

    Bitter, deshalb musste mein Mann, der unbedingt ein Kind wollte, bereit sein, 3 Monate unbezahlten Urlaub zu nehmen und sich um das Kind zu kümmern. Ich ging nach der Geburt wieder arbeiten. Hätte er die Stelle verloren, wäre die Suche nach einer neuen Stelle viel einfach gewesen, da ihm das Vatersein in der Arbeitwelt nicht angelastet wird. Im Gegenteil, Lobreden auf seine Aufopferungsbereitschaft werden gehalten.

  • Suse sagt:

    Ach herje, in welcher Zeit leben wir eigentlich?! Beim Lesen mancher Kommentare wird mir ganz schummrig. Beide bekommen ein Kind , beide sollen/wollen sich darum kümmern – das sollte gefordert und gefördert werden! Ehrliches Umdenken ist gefragt.
    Ich arbeite in einer kreativen Agentur mit weiblicher Spitze. Es war zum Teil unfassbar, welche Kommentare, sowohl während als auch danach an mich herangetragen worden sind. Reaktion auf die Schwangerschaft war von „hab ich mir schon gedacht“… bis „Ach du scheisse!!!“… . Jetzt denke ich über meine Zukunft nach.

    • Philipp Rittermann sagt:

      das ist ratsam. wenn der mann ähnlich sorglos verfahren würde, wäre gar niemand mehr da um die „plötzlich…auftretende familie“ zu finanzieren. es kann nicht die wahrheit sein, wann frau erst verantwortung übernimmt, wenn es schon „eng“ geworden ist – merken sie was?

  • Philipp Rittermann sagt:

    liebe frauen. es ist in dieser situation ehrlicher, wenn frau ihre kinder-planung dem arbeitgeber zugänglich macht. um gegenseitig von beginn weg ein faires szenario für alle beteiligten auszuarbeiten. in der praxis wird der arbeitgeber vielfach vor vollendete tatsachen gestellt. es ist hier nicht verwunderlich, dass die stelle somit andersweitig vergeben wird.

    • alam sagt:

      Stell dir vor, auch die Mütter werden vor vollendete Tatsachen gestellt, wenn sie schwanger sind! Manchmal dauerts eine Woche, manchmal ein oder mehrere Jahre, und manchmal geht es gar nicht.

    • Susi sagt:

      „es ist in dieser situation ehrlicher, wenn frau ihre kinder-planung dem arbeitgeber zugänglich macht.“

      Wie soll denn das konkret aussehen? „Hey, Boss, ich hab mir grad die Spirale rausnehmen lassen, also machen Sie sich auf etwas gefasst. Ich halte Sie auf dem Laufenden.“

      • Sportpapi sagt:

        Man wird verbotenerweise gefragt beim Einstellungsgespräch. Und führt weiterhin auch Gespräche, in denen Privates nicht ausgespart wird. Und hat dann hoffentlich eine gute Beziehung zu einem verständnisvollen Chef (oder einer Chefin), die sich darauf verlassen kann, dass gilt, was zwei gegenseitig loyale Partner vereinbart haben.

      • Katharina sagt:

        Ein Idot ist, wer mit dem Arbeitgeber private Ziele und Planung teilt, SP. Das selbe gilt für lute die an sowas glauben wie loyale partnerschaft zwischen Arbeitgeber und -nehmer. Sowas ist keine partnerschaft, sondern eine Abhängigkeitsbeziehung. Mit einigen losen vertraglichen Strings.

      • Sportpapi sagt:

        @Katharina: Jedem seine Sichtweise.

      • Carolina sagt:

        Ich tendiere dazu, Katharina Recht zu geben. Es gibt zuviele Menschen, die mit hohem Anspruchsdenken an einen Job herangehen. Ein reality check ab und zu, der einem klarmacht, dass man nicht angestellt ist aus der Güte des Herzens der Personalabteilung und dass sich jederzeit Aenderungen ergeben können, helfen, auf dem Boden der Tatsachen zu bleiben.
        Natürlich gibt es auch Loyalität im Arbeitsleben, aber das nützt niemandem etwas, wenn die Firma deswegen bachab geht bzw nicht rentabel ist. (SP: vielleicht ist das im Schuldienst ein wenig anders).

      • Katharina sagt:

        Deine ist aber ausgesprochen naiv und realitätsfremd. da ist mir die amerikaniche Haltung ehrlicher und lieber. du tust deinen job, erhälst dafür geld und that’s it. niemand ist mit der firma verheiratet. du und andere, speziell anscheinend die CH HR-Leute, tun so,als ob eine Stellenbewerbung ein Heiratsantrag sei. darum versuchen die ja, den antragsstellern quasi sogar den hintereingang auszuleuchten, gesinnung, ‚loyalität‘ usw. Dabei gehen fachliche qualifikationen flöten und statt innovation wird ass kisserei angestellt. kein wunder heuern die nur nich junge unerfahrene an.

      • Katharina sagt:

        vorhergehendes war an SP.

      • Sportpapi sagt:

        @Caro: Ich bin auch nicht bei der Personalabteilung angestellt. Aber ich habe einen Chef, der sich für die Mitarbeiter interessiert. Der grosszügig ist, solange diese Grosszügigkeit nicht ausgenutzt wird. Hier wurden in den letzten Jahren viele Mitarbeiterinnen schwanger, und alle haben eine Lösung gefunden in gegenseitigem Interesse. Aber wenn, mindestens einmal im Jahresgespräch, über Zukunftspläne gesprochen wird, Aus- und Weiterbildung, Weiterentwicklung im Job, etc. Soll da Privates vollständig ausgeklammert bleiben?

      • Sportpapi sagt:

        @beide: Und wenn dann eine junge Frau angestellt werden will, von der erwartet wird, dass sie in den nächsten Jahren vielleicht mal schwanger wird. Soll man sie dann einfach nicht anstellen, um das Risiko zu vermeiden? Einfach anstellen, weil man ja so korrekt ist (und das Risiko aller Investitionen in die Person selber tragen?)? Oder vielleicht doch eher eine gewisse Vertrauensbasis suchen?
        @Katharina: Ich kenne das US-System zu wenig. Wie werden denn da Mitarbeiter „angebunden“, wenn man in sie investiert? Oder macht man das einfach nicht?

      • alias sagt:

        Katharina beschreibt das Verhältnis in vielen Firmen sehr gut. Jugend und Formbarkeit ist vielen HRlern viel wichtiger als Erfahrung und Geerdetheit. In einer Bewerbung sagt man, wie alt man ist, und wenn man zu alt ist, good bye blue sky. Der CV bleibt total ununtersucht. Wie wäre es, wenn man das Alter gar nicht schreiben müsste in der Bewerbung?

      • Katharina sagt:

        SP: Ein Arbeitgeber kann bei jedem Stellenbewerber in jüngeren Jahren, also sagen wir grosszügig zwischen 20 und 40 Jahre alt, davon ausgehen, dass es zu Paarbildung und Nachwuchs kommt und dass das seinen Einfluss auf die Arbeit hat.Ein Arbeitgeber muss davon ausgehen, dass alle Mitarbeiter ab und zu abkömmlich sind (z.B. Krankheit). Solches gehört in die Planung der Projektarbeiten. Will heissen: Kein Individuum soll so eingesetzt werden, dass bei Absenz der Laden stillsteht oder ein Projekt in Verzug kommt. Wer das nicht so vorausplant, endet damit, konstant nur irgendwo Brände zu löschen

      • Katharina sagt:

        SP,2: zu Anbindung: Ich denke, ein wesentliucher Unterschied ist dies: Wenn jemand in seinem CV angibt, sehr lange in der gleichen Firma und der gleichen Stellung zu sein, hat hier eher weniger Chancen auf Berücksichtigung als jemand, der alle 2 -3 Jahre sich bewegt hat, sei das Positions- oder Firmenmässig. So viel ich weiss das Gegenteil der Schweizerischen Sicht, wo lange Anstellungsverhältnisse bevorzugt werden.

        Zur Attraktivität: Firmen, die sich zusammentun und in ihrem Business Park Tagesstätten und pre-school anbieten, haben seltener Probleme, Leute zu finden. im gegensatz zu anderen.

      • Philip Rittermann sagt:

        tja. ich sehe schon. familienplanung = 0. scheint ja heute in mode zu sein, dass auch diese thematik, zumindest seitens der damen, nach lust und laune erfolgt. von mir aus. weiter so. aber dann bitte keine klagen, wenn man beruflich (zurecht) abserviert wird.

      • Sportpapi sagt:

        @Katharina: Das war nicht unbedingt eine Antwort auf meine konkreten Fragen. Ausserdem stimmt es auch nur bedingt. Wenn eine Firma immer alle Eventualitäten mitplant, also auch Reserven einplant und bezahlt, wird sie vielfach nicht wirklich konkurrenzfähig sein. Wenn jemand ausfällt, machen die anderen einfach umso mehr Überstunden. Ist es das, was du meinst? Mir hat gerade wieder ein Bekannter (Oberarzt) geklagt, wie das in seinem Fall aussieht, wenn Fachpersonal ausfällt, zum Teil langfristig, und nicht auf die Schnelle ersetzt werden kann.

      • Sportpapi sagt:

        Vielleicht ist ja auch noch die Grösse einer Firma zu beachten. Und die Branche. Zum zweiten. Die Zeiten, da viele Firmenwechsel gut angesehen waren, sind vorbei. Heute gelten solche Leute als Job-Hopper. Und die sind nicht wirklich begehrt. Weshalb soll man so jemanden anstellen? Weshalb Zeit und Geld in ihn investieren? Immerhin braucht es in den meisten verantwortungsvollen Anstellungen doch einige Zeit, bis jemand produktiv wird.

      • mila sagt:

        @SP, Ihre Sichtweise gilt evt. noch für die Schweizerische KMU-Landschaft. Amerikanische wie transnationale Konzerne operieren exakt auf die Weise, die Katharina beschreibt – auch in verantwortungsvollen Positionen ist man jederzeit ersetzbar. Es ist einfach eine völlig andere Form von Firmenkultur, was an sich weder gut noch schlecht ist; es entstehen daraus in gleichem Masse Vor- wie Nachteile (z.B. Innovationsfähigkeit aufgrund wechselnder Impulse ausgezeichneter Fachkräfte vs. fehlende Nachhaltigkeit, weil diese alle Jahre mal ihre Stelle wechseln – auch intern, quer durch die Segmente).

      • Sportpapi sagt:

        @mila: Und wie viele Schweizer arbeiten denn in diesen „Amerikanischen wie transnationalen Konzernen“ in Positionen, in denen ihre Innovationskraft mehr gefordert ist als ihre nachhaltige Arbeit? Ich möchte Ihnen keineswegs widersprechen, doch in meinem Umfeld wundert man sich eher über Leute, die ihre Arbeitgeber häufig wechseln.

      • mila sagt:

        Ich zum Beispiel. 😉 Wundern braucht man sich nicht, es funktioniert für Grosskonzerne offenbar sehr gut. Sonst würde man es anders handhaben.

    • Schnee sagt:

      Also bitte… Kinder kriegen ist das natürlichste der Welt! Es stört sich kein Unternehmen daran, wenn Männer immer wieder wegen des Militärdienstes fehlen (und genau betrachtet, sind beides Leistungen an die Gesellschaft!!!) Es gibt so viele moderne und gangbare Arbeitsmodelle. Als verheiratete Frau ab 30 hat man schon fast keine Chance mehr, ob man nun Kinder will oder nicht und es kommt dann weder auf Erfahrung, Ausbildung noch Leistung an. 14 Wochen MuUrlaub sind doch wirklich nicht viel, da findet jedes Unternehmen Lösungen. Andere nehmen jedes Jahr 1x 14 Wochen UbU!!!

  • Daniel sagt:

    Es ist ein Best off, aber die Reaktionen auf den Beitrag sind immer noch die gleichen. Es gibt auch mehrere Arten wie man auf das Thema reagieren kann. Die einen wurden von den Frauen verarscht und handeln dementsprechend heute auf alle Frauen die Schwanger sind, obwohl sie die Firma gar nicht verarschen wollen. Im Grossen und Ganzen ist es doch ein typisches Thema, das dafür spricht, dass am wenigsten Stress entsteht für Firma und Mutter, wenn ein klarer Schlussstrich gezogen wird, die Mutter sich ums Kind kümmert und wieder arbeiten geht, wenn 2-3 Jahre vorbei sind. Sorry, Thats a fact!!

    • Alice sagt:

      Was soll sich nach 2-3 Jahren ändern? Kind immer noch da, muss betreut werden, bzw. Arbeit und Betreuung organisiert. Da tut Frau besser, nach 14 Wochen wieder einzusteigen.

    • alam sagt:

      Nach ein paar Jahren wieder arbeiten? Wo denn? Diese Jobs gibt es schlicht nicht. Sorry, THAT’s a fact!!

    • Vollenweider sagt:

      Und wenn’s mehr als ein Kind sein soll, werden aus den zwei bis drei Jahren schnell fünf bis zehn. Viel Spass auf der Jobsuche nach einem solchen Unterbruch.

    • Leserin sagt:

      Am besten ist es, wenn ein klarer Schlussstrich gezogen wird, der Vater sich nach der Geburt um das Kind kümmert und nach 2-3 Jahren wieder eine Stelle sucht. Für Männer ist das viel einfacher, da ihnen die Vaterschaft in der Arbeitswelt nicht angelastet wird. Schliesslich wollten sie ja auch Kinder und können sich nach Schwangerschaft und Geburt nun um das Wohl des Kindes kümmern. Die perfekte Lösung!

      • Daniel sagt:

        Wie gesagt: Es gibt mehrere Varianten. Ich finde den Vorschlag von Leserin auch ok. Ist doch schön wenn es so viele Möglichkeiten gibt, aber das ändert nichts am Problem dass heute Firmen auf Mütter und Mutterurlaub anders reagieren. In Deutschland werden Stellen befristet für ein Jahr ausgeschrieben, weil eine Mitarbeiterin im Mutterschaftsurlaub ist ,und dort funktioniert es auch. Wie gut aber die Stellen gedeckt werden können, das weiss ich nicht. Den Fünfer mit dem Wegli gibts auch leider heute noch nicht. Versucht es doch nächstes Jahr nochmals mit dem Thema. *wink*

      • Hans Weder sagt:

        Wäre eine Lösung, wenn Frau mehr verdient. Solange Frau weniger verdient, lohnt sich Lohnverzicht von Mann nicht. 100%-Mutterschaft ist kein Problem – solange Mutter nicht studiert hat. Hat Mutter studiert, muss Mann sehr viel mehr verdienen, damit Verschwendung des Studiums (kostet ganze Gesellschaft) der Mutter kompensiert wird. Also: Studienkosten an Mutterschaft koppeln – wenn Kind da, dann kommt Rechnung. Ohne Kind, keine Rechnung – wird über höhere Steuern bezahlt. Trägt nicht die Gesellschaft, sondern die Mutter die Konsequenz der Verschwendung, dann zeigen sich bessere Lösungen.

      • Carla sagt:

        @Hans Weder: ich hoffe jetzt mal stark, dass Ihr Kommentar ironisch gemeint war. Sonst müsste ich Ihnen dringend einen Besuch beim Psychiater empfehlen. Realitätsverlust kann man behandeln ….

  • Lea sagt:

    1/2
    Ich habe diese Erfahrung leider auch machen müssen: Bekanntmachung der Kündigung nach der Babypause in meiner 20. Schwangerschaftswoche weil ich nach 14 Wochen (nicht 1 Jahr!) mit 70% (vorher in gleicher Position 80% während 5 Jahren) zurückkehren wollte. Meine gewünschte Reduktion von 10% diente als offizielle Begründung- allerdings wurde mir vom Chef gesagt dass man a) generell zweifle dass ich dann mit einem Kind immer noch so engagiert sei- „die Prioritäten würden sich erfahrungsgemäß verschieben“, und b) natürlich wäre ich auch nicht mehr so flexibel mit Kind.
    Meine Sicht dazu:

    • Lea sagt:

      2/2
      Zu Punkt a) bei mir und sicher vielen anderen Frauen völlig unbegründet. Leider gibt es aber auch zahlreiche Frauen die genau diese Annahme mit ihren Ansprüchen und ihrem Verhalten bestätigen- und deshalb ist es eben leider nicht bloß ein Vorurteil. Ein Schritt dieses Vorurteil abzubauen wäre wenn mehr Frauen gewillt wären mehr als 50% und nach max. 6 Mt. Babypause wieder zu arbeiten- und mit der Haltung, einen wesentlichen Beitrag zum Familieneinkommen beizusteuern, und nicht bloß als „nette Abwechslung zum Alltag mit Kind“ und „willkommenem Zustupf ins Kässeli“.

      • Sportpapi sagt:

        Das stimmt. Es war aber in Ihrem konkreten Fall wohl auch ungeschickt, mit der – sicher nicht wirklich relevanten – Reduktion des Arbeitspensums ein Signal zu versenden, das offenbar falsch verstanden wurde.

      • Lea sagt:

        @ Sportpapi: Da haben Sie recht, im Nachhinein war das ungeschickt. Es war mein Wunsch und ich habe ihn geäussert in der Annahme, das er bewilligt wird. Allerdings muss ich bei der Reaktion meines Arbeitgebers davon ausgehen, dass ich selbst in einem bestehenden 80% Pensum mit nur wenig Verständnis und Unterstützung hätte rechnen können. Insofern hat es mir also schon etwas gebracht- nämlich die Sache selbst in die Hand zu nehmen und einen Arbeitgeber zu finden, der mich als arbeitstätige Mutter unterstützt und schätzt.

    • Lea sagt:

      Zu Punkt b) Natürlich ist frau mit Kind weniger flexibel (Kind von Kita abholen / Betreuung des kranken Kindes etc), und es wäre wünschenswert wenn sie sich diese Aufgaben mit dem Vater teilt. So oder so ist das Argument aber dumm denn viele Jobs lassen diese Flexibilität zu. Es braucht auch den Goodwill und das Verständnis des Arbeitgebers- im Wissen, dass er eine gut eingearbeitete, motivierte Mitarbeiterin beschäftigt, und es auch seinem Ruf als familienfreundliches Unternehmen stärkt. Ich habe übrigens in der Babypause einen neuen Job gefunden und an meiner alten Stelle (Kanton!) gekündet

      • Alice sagt:

        Super Lea. Danke für diesen Beitrag. Leider ist es so, wie sie es schreiben. Wir Frauen legen uns in mehrerer Hinsicht Steine in den Weg. Es muss ein Umdenken stattfinden in den Köpfen der Arbeitnehmer und Arbeitgeber. Die Männer sollen mehr an die Erziehung/Haushalt beitragen und im Gegenzug dazu müssen auch wir Frauen mehr zum Familieneinkommen beitragen. Viele Frauen wollen das auch und nicht nur des Geldes wegen. Aber wenn ich so Aussagen von Frauen höre wie: mein Job sch……mich an, ich setze die Pille ab….kommt mir das Grauen!

      • Sportpapi sagt:

        @Lea: Auch hier: Das „Vorurteil“ ist eben nicht einfach dum m, sondern entspricht eine gewissen Erfahrung. Ja, es wäre wünschenswert, wenn Väter und Mütter sich die Familienaufgaben teilen würden. Die Unternehmen sehen meist aber nur, dass dies häufig nicht passiert. Und doch, in vielen Situationen ist eine fehlende Flexibilität ziemlich störend.

    • Susi sagt:

      Danke, Lea, für diesen sehr differenzierten Beitrag!

      • Lea sagt:

        @Sportpapi. Beim Argument „fehlende Flexibilität“ spreche ich nicht von einem Vorurteil- das ist eine Tatsache. Ich meine aber, dass man es nicht als Argument beziehen darf, weshalb man eine Frau nach der Babypause nicht weiterhin beschäftigen möchte. Aus meiner Erfahrung geben sich viele Mütter (und Väter) grosse Mühe, möglichst so zu planen, dass es zu Gunsten des Arbeitnehmers ist. Ist das Kind krank, schauen mein Mann und ich, wer eher fehlen kann. Wenn ich weiss, dass ich spät eine Sitzung habe, holt mein Mann das Kind von der Kita ab. Es gäbe schon Möglichkeiten.

      • Sportpapi sagt:

        @Lea: Sie machen das richtig, genau so handhaben wir das auch. Nach meiner Erfahrung ist es aber häufig so, dass Teilzeit arbeitende (Frauen) häufig schlicht gar nicht bereit sind, mal am Abend oder an einem anderen Tag eine Sitzung zu haben, weil sie ja eben noch Betreuungspflichten haben. In meinem Umfeld mit vielen Teilzeitkräften ist es prakisch unmöglich, auch mit genügend Vorlaufzeit eine gemeinsame Sitzung mit 5+ Teilnehmern abzuhalten.

    • Markus Notter sagt:

      Ihre Einstellung (nicht nur fordern sondern auch selber etwas liefern) gefällt mir sehr gut. Dies zeigt leider auch, dass diejenigen Frauen, die vor allem fordern und nicht selber liefern wollen damit genau jenen Frauen Probleme bereiten, die eben gerade nicht auf eine Bevorzugung aufgrund ihres Geschlechts pochen wollen.

      • Susi sagt:

        Schliesse mich an!

      • Carolina sagt:

        Ja, ich mich auch. Und da ich sowohl Arbeitgeberin (einer Praxis) bin, aber bei zwei Schwangerschaften selber angestellt war, hier noch dieses: Aufgrund meiner eigenen schlechten Erfahrungen mit Unvereinbarkeit von Kindern und Job in der CH habe ich in meiner Praxis von Anfang an Frauen den Vorzug gegeben (sagen Sie es nicht weiter!), eine Chinderhüeti angeboten etc. Langsam bin ich aber schon desillusioniert: aus Grosszügigkeit ziehen viele eine Art Erwartungshaltung, dass sie ruhig wieder schwanger werden dürfen, dass sie ein Recht auf Kinderbetreuung haben etc. Auch in einer Praxis geht es

      • Carolina sagt:

        /2 um Wirtschaftlichkeit und auch darum, dass ein gutes Betriebsklima dafür unerlässlich ist: wenn aber einzelne – und leider sind es wirklich bei uns immer Frauen gewesen – immer und immer wieder den Kollegen ohne Kinder zusätzliche Arbeit zumuten, manchmal auf recht aggressive und mir-steht-das-zu-Art, dann kommt wahrscheinlich irgendwann der Punkt, wo wir uns die relative Grosszügigkeit nicht mehr leisten werden können.
        Ich habe früher anders gedacht, aber heute meine ich, dass nicht die Arbeitgeber bzw die Kollegen für die Folgen der Familienplanung der Kollegen verantwortlich sind,

      • Carolina sagt:

        /3 sondern die Frauen/Familien selber. Denn gerade für eine kleine KMU können auch nur zwei Mitarbeiterinnen, die das ‚System‘ ausnutzen (und dazu gehört für mich, einen Job anzunehmen und erst nach der Probezeit die Schwangerschaft mitzuteilen), eine schwere Belastung sein.

      • mila sagt:

        @Carolina, vielleicht waren die Arbeitsbedingungen, die Sie geschaffen haben, tatsächlich zu attraktiv – kann es sein, dass Sie den Riegel für sich und die anderen betroffenen Mitarbeiter evt. zu spät geschoben haben? So, wie ich Sie mittlerweile kennengelernt habe, würden Sie heute – mit dem Wissen, dass Sie durch die Erfahrung gewonnen haben – anders vorgehen und eher Hilfe zur Selbsthilfe bieten, als (gefühlte) Rundumversorgung.

        Was Sie nicht erwarten können ist, dass jemand lieb gewonnene Angebote nicht (aus)nutzt. In derartigen Situation braucht es jeweils neue Standortbestimmungen.

      • mila sagt:

        …so unangenehm dies auch sein kann, da man auch den eigenen Beitrag zur Situation ins Auge fassen muss (sofern die Lösung denn nachhaltig sein soll). Und nicht selten gilt, dass gute Intentionen – gerade die besten – sich leider oft ins Gegenteil verkehren – zumindest habe ich diese Erfahrung mehrfach gemacht. 😉

      • Carolina sagt:

        Absolut, mila. Im nachhinein war ich extrem blauäugig und unrealistisch. Ich habe lange auch nicht wahrnehmen wollen, dass meine Naivität (oder sagen wir: mein guter Willen, es besser zu machen als die AG, mit denen ich schlechte Erfahrungen gemacht hatte) genau das verursachte, was ich hatte vermeiden wollen: der Mehrzahl von Frauen, die sich ein Bein ausreissen und keinerlei Bevorzugung erwarten, Unrecht zu tun. Ich bin also auf dem Weg der Besserung;-)

  • rolf leiser sagt:

    Liebe Eltern, Ich war ein Kind und meine Mutter war zu Hause Ich hatte Kinder und Ihre Mutter war zu Hause Ich habe Grosskinder und Ihre Mütter sind zu Hause. Keine Firma musste Stelle freihalten Keine Versicherung musste Mutterurlaub bezahlen und alle Kinder waren und sind Glücklich. Eine Familie gründen ist etwas schönes nur sollte man auch bereit dazu sein und nicht den Fünfer und das Weggli wollen. Und kommt mir nicht mit dem Geld, es braucht nähmlich keine zwei Autos und und

    • Susi sagt:

      „Eine Familie gründen ist etwas schönes nur sollte man auch bereit dazu sein und nicht den Fünfer und das Weggli wollen.“

      Und wo genau in Ihrem glorreichen Stammbaum haben denn die familiengründenden Männer auf das Weggli verzichtet?

      • Sportpapi sagt:

        @Susi: Das ist eine Frage der Perspektive. So wie ich es sehe, haben die Familien auf Einkommen verzichtet, um die Kinder selber betreuuen zu können. Ist es relevant, ob es nun Vater oder Mutter war? Und wissen SIe, was die Wünsche der Mütter waren?

      • Susi sagt:

        @SP
        Das mit dem reduzierten Einkommen stimmt natürlich.

        Ob die Wünsche der Mütter bei einem Familienmodell, das offenbar seit Generationen zelebriert wird, überhaupt eine Rolle spielen, stelle ich sehr in Frage, denn würde eine Frau weiterhin arbeiten wollen und nicht dem festgefahrenen von Rolf Leiser propagierten Idealbild entsprechen, gälte sie wohl sehr schnell als schwarzes Schaf in dieser Sippe.
        Sind Rollenbilder derart zementiert, werden sie kaum mehr in Frage gestellt. So nehmen wahrscheinlich weder die Frauen noch die Männer ihre Wünsche und Bedürfnisse wirklich wahr, sondern fügen sich in ihr Schicksal, das von Generationen zuvor und danach gelebt wird.

        Rolf Leiser tut dies auch hier, indem er mit seinem Kommentar die ganze Diskussion um das Thema „Mutter und Arbeit“ als müssig hinstellt.

      • Sportpapi sagt:

        @Susi: Ich muss allerdings feststellen, dass auch Sie hier Rollenbilder bemühen, einfach mit umgekehrtem Vorzeichen. Sie gehen davon aus, dass Frauen, die Kinder bekommen und dann zu Hause bleiben, das eigentlich nicht wollen und anders entscheiden würden, wenn sie denn könnten. Dass Sie in einer traditionellen Konstellation dafür bezahlen, dass ihr Partner nun eben „Fünfer und Weggli“ hat. All das stimmt nach meiner Erfahrung in vielen Fällen überhaupt nicht. Im Gegenteil. Gerade Frauen, die alle Freiheiten haben, geniessen es häufig, selbstbestimmt bei den Kinder bleiben zu dürfen.

      • Susi sagt:

        Da haben Sie natürlich recht, SP, ich halte wirklich nicht viel vom traditionellen Rollenbild. Aber für diese Haltung habe ich auch gute Gründe, ganz offensichtlich habe ich halt einfach ein anderes Umfeld.
        In meinem engeren Bekanntenkreis, d.h. dort, wo ich weiss, wie es den Leuten wirklich geht, kenne ich nur zwei Vollzeitmütter. Die eine hatte in diesen selbst gewählten 6 Jahren mehrere Nervenzusammenbrüche und ist, seit sie wieder arbeitet, ein anderer Mensch, ausgeglichen und zufrieden. Die andere ist jetzt seit 4 Jahren zuhause und nervlich am Ende; sie würde eigentlich gerne arbeiten, aber ihr Mann sieht Krippen & Co. als Achse des Bösen und lässt ihr keine Wahl. Diese Beispiele sowie meine Wahrnehmung der Vollzeitmütter, die ich etwas entfernter kenne, haben meine Haltung geprägt. Sicherlich gibt es auch andere Fälle. Ich kenne nur keine.

      • Sportpapi sagt:

        @Susi: Ich kenne in meinem engeren Umfeld eine einzige Vollzeitmutter, von einem behinderten Kind (weswegen sie den Nebenjob aufgegeben hat). Alle anderen sind mehr oder weniger beruflich engagiert, allerdings keine auch nur annähernd Vollzeit. Und alle legen sehr viel wert darauf, eben auch viel Zeit mit den Kleinkindern verbringen zu können. Alle diese Familien haben finanziellen Spielraum, in allen Fällen haben die Mütter selber entschieden, wie hoch ihr Arbeitspensum ist. Und meist bleibt es auch teilzeit, wenn die Kinder in die Schule eintreten. Offenbar stimmt es so für die Beteiligten.

      • Susi sagt:

        @SP: Ich arbeite auch Teilzeit, allerdings relativ viel, bezahlt werde ich für knapp 70%, de facto ist es dann aber wesentlich mehr, dafür habe ich die 13 Wochen Ferien. Ich kenne auch nur sehr wenige Mütter, die Vollzeit arbeiten. (Eigentlich kenne ich grundsätzlich eher wenig Leute mit einem 100%-Job 🙂 )

        Wahlfreiheit ist natürlich immer gut, egal, wie man sich letztlich entscheidet. Herr Leisers Beitrag tönt aber nicht so, als hätten die Frauen in seiner Welt wirklich eine Wahl.

      • Sportpapi sagt:

        „Herr Leisers Beitrag tönt aber nicht so, als hätten die Frauen in seiner Welt wirklich eine Wahl.“ Das mag sein. Ist aber hier Spekulation. Ausserdem haben Sie die Wahl, einen solchen Mann zu heiraten oder eben nicht. Was für mich klar ist, und damit zurück zum Ausgang: eine Familie mit traditionellem Rollenmodell (oder umgekehrtem), die zu Gunsten der Kinder auf Arbeitsprozente verzichtet, die hat weniger Geld als andere und damit eben nicht Fünfer und Weggli. Sondern klar festgelegte Prioritäten.

      • Susi sagt:

        Ja, wahrscheinlich würde eine andersdenkende Frau nicht so einen Mann heiraten, sollte sie denn seine Haltung rechtzeitig erkennen.
        Klar hat eine Familie weniger Geld, wenn die Frau nicht arbeitet, aber oft nur bezügl. der Situation im eigenen Rahmen; ich merke immer wieder, dass andere für 100% mehr verdienen als mein Mann und ich für unsere gemeinsamen 150 Stellenprozente. Darum finde ich, kann man auch nicht generell von einem bestimmten Familienmodell auf das „Fünfer und Weggli“-Konzept schliessen, das ist doch von Fall zu Fall verschieden.

        Leisers Beitrag ist einfach voll daneben. 😉

    • Alice sagt:

      Die Zeiten haben sich geändert. Und: Schade, dass die ganze Ausbildung der Mütter für die Katz war (wirtschaftlich gesehen). Und an die AHV, ALV etc haben die Vollzeit-Mütter ja auch finanziell nichts beigetragen, wollen aber welche erhalten (von wegen keine Versicherung musste bezahlen). Da könnten wir ja zurück ins letzte Jahrhundert und den Frauen die Ausbildung verwehren, die sie ja dann eh nicht brauchen.

      • Susi sagt:

        Stimme völlig zu, Alice.

      • Sportpapi sagt:

        ALV? Eher nicht. Und doch, die Kinder profitieren sehr davon, dass eine gute ausgebildete Person sie erzieht. Insofern ist die teure Ausbildung nicht für die Katz, auch wenn sie sich nicht direkt in Lohn und Steuerabgaben auszahlt.
        Und nein, niemandem wird eine Ausbildung verwehrt. Ebenso wie niemand gezwungen wird, diese Ausbildung auch zu nutzen. So ist es eben, in einem freiheitlichen Land.

      • Alice sagt:

        @SP: klar profitieren Kinder von einer gut ausgebildeten Mutter. Darum habe ich auch „wirtschaftlich“ geschrieben.

      • Sportpapi sagt:

        @Alice: Aber nicht einmal das stimmt. Oder glauben Sie, wirtschaftlich gesehen wären Kinder von schlecht oder gar nicht ausgebildeten Müttern gleich produktiv wie die einer gut ausgebildeten Mutter, die sich für die Erziehung und Betreuung ihrer Kinder Zeit nimmt?

      • Alice sagt:

        Kommt darauf an wie man wirtschaftlich definiert. Wenn man es als Teilnahme an der aktuellen Wirtschaft; sprich am Arbeitsmarkt sieht, ist die Ausbildung verschwendet. Nach ihrer Definition müssten alle gut ausgebildeten Mütter – in der Schweiz fast alle – effizientere Mütter sein. Dem ist leider nicht so. Eine gewisse Bildung ist super, aber kein Garant. Zusätzlich müsste man Effizienz definieren. Wir jammern aber andauernd über Fachkräftemangel….zuwenig Pflegepersonal etc. Aus diesem Gesichtspunkt ist die Ausbildung verschwendet.

      • Sportpapi sagt:

        @Alice: Es ist aber heute auch jedes zweite Kind in einer Therapie. In einigen Fällen mit Problemen, die durchaus auch zu Hause angegangen werden könnten, wenn jemand Zeit hätte. Und nein, eine gute Ausbildung der Eltern ist keine Garantie, dass es mit den Kindern gut klappt.

      • Alice sagt:

        @SP: ja, das ist so. Ich behandle solche Kinder. Und ja, viele Probleme entstehen durch falsche Erziehung. Verdacht auf ADHS und dann kommt raus dass der 8J. Sohnemann bis nach Mitternacht am Gamen ist. Täglich! Ja, da hätte ich auch Konzentrationsstörungen in der Schule. Meistens ist Mami den ganzen Tag Zuhause und kommt doch nicht mit der Erziehung klar. Verfügbarkeit rund um die Uhr stellt wie Bildung leider auch keine gute Erziehung sicher.

    • rolf leiser sagt:

      Kinder betreuen ist eine Mordsaufgabe daher gehen ja Ihre Freundinnen lieber Arbeiten und überlassen die Kinder Fremden.
      Die Ausrede sonst ist zu wenig Geld vorhanden zieht nicht, man kann nämlich auch einfach leben.
      Und meine Mutter meine Frau und meine Töchter genossen es zu Hause zu sein und Ihre Kinder im täglichen Leben zu begleiten. Und Ich, meine Kinder und jetzt meine Grosskinder waren und sind überglücklich das Mami immer da war.
      Ich habe sehr viel mit Kindern zu tun gehabt als Bad- Eismeister und sehr viel mitgekriegt. Leider auch vieles das mich traurig stimmte. Ich bedaure Sie Susi

      • Susi sagt:

        Sehen Sie, Herr Leiser, mein Punkt war ein ganz anderer, nämlich der, dass auch der Mann sich an der Erziehung der Kinder und an der Hausarbeit beteiligen könnte, indem er eben, wie mein Partner, nur Teilzeit arbeitet und sein Job es ihm ermöglicht, unter der Woche zwei volle Tage zuhause zu sein.

        Wäre es denn für Sie, Herr Leiser, vorstellbar gewesen, dass an zwei Tagen der Woche Ihre Frau von der Arbeit nach Hause kommt, während Sie gekocht, geputzt und auf die Kinder aufgepasst haben?
        Dies leistet mein Mann für unsere Familie; ich glaube nicht, dass man mich bedauern muss.

        Kinder betreuen ist tatsächlich anstrengend, aber ich bin jetzt gerade wieder seit einem Monat zuhause, sozusagen Vollzeitmutter und –hausfrau und kann mich sehr gut erholen von der auch sehr anstrengenden Arbeit. Es ist die Abwechslung, die es ausmacht, und die intellektuelle Herausforderung, die mit meinem Job verbunden ist, in welchem ich übrigens Kinder und Jugendliche betreue, ich habe also auch beruflich genug Berührungspunkte, wenn Sie das mit Ihrem Eismeisterbeispiel sagen wollten…

      • Sportpapi sagt:

        Das war Leisers Punkt, auf den ich auch schon hingewiesen hatte: „Und meine Mutter meine Frau und meine Töchter genossen es zu Hause zu sein und Ihre Kinder im täglichen Leben zu begleiten. Und Ich, meine Kinder und jetzt meine Grosskinder waren und sind überglücklich das Mami immer da war.“ Gehen wir mal davon aus, dass es stimmt. Leisers zweiter Punkt (mit dem Eismeister) war wohl, dass viele Kinder zu wenig gut betreut und erzogen werden zu Hause, weil beide Eltern mit Arbeit beschäftigt sind. Da wagt er sich wohl etwas weit hinaus…

      • Sportpapi sagt:

        „Kinder betreuen ist eine Mordsaufgabe daher gehen ja Ihre Freundinnen lieber Arbeiten und überlassen die Kinder Fremden.“ Das hingegen war natürlich ein klassisches Eigentor, denn auch Leiser, wie sein Vater und sein Sohn gingen lieber arbeiten, als zu Hause Kinder zu betreuen…

      • Susi sagt:

        SP, Sie haben recht. Und nur weil für mich die Erfüllung im alleinigen Hausfrauendasein nicht nachvollziehbar ist, heisst das nicht, dass es sie nicht gibt. Aber genauso braucht Leiser sie nicht als die einzige vertretbare Wahrheit darzustellen.

      • Sportpapi sagt:

        @Susi: Übrigens wundere ich mich immer wieder, wie Leute in pädagogischen Berufen mit Kindern arbeiten, und das als etwas ganz anderes sehen als die Erziehungsarbeit zu Hause. Aber ich kann es schon nachvollziehen.

      • Susi sagt:

        @SP, zu diesen Leuten gehöre ich ja auch, aber auf meiner Stufe steht nicht die Erziehung im Vordergrund, sondern das Vermitteln der Inhalte und es geschieht im Klassenverband, darum sehe ich es schon als etwas sehr anderes. Und nebst der Unterrichtsarbeit kommen ja auch noch sehr viele andere Bereiche wie Planung, Korrekturen, Elterngespräche, Fachschaftsentwicklung, Konferenzen, Weiterbildungen, etc. zum Zug, diese Vielseitigkeit gefällt mir eben. (Aber was erzähl ich Ihnen… 😉 )

    • rolf leiser sagt:

      @Susi Die traditionelle Familie hat sich schon vor vielen Jahrhunderten entwickelt und hat sich als gut bewiesen ansonsten hätte die Menschheit sich wohl nicht so entwickelt. Viele der heutigen Frauen möchten Arbeiten weil Sie Sich sonst abhängig vom Mann fühlen der Mann ist aber genauso abhängig von der Frau, denn nur zu Zweit stimmt es für die Familie und ja ich weis, dass es Selbsterziehende gibt doch ich weis auch das es in der Situation viele Probleme gibt.
      –Wir hatten die Eisbahn auch an Weihnacht und den Feiertagen offen und wir hatten viele Kinder die kamen weil Niemand zu Hause war (Geldverdienen war wichtiger) Arme Kinder.–
      In meinen Augen wollen Heute viele Paare Kinder sind aber nicht bereit Ihr Leben anzupassen. Den Fünfer und das Weggli!
      Wenn es für Sie und Ihren Partner stimmt heisst das noch lange nicht das es auch für Ihre Kinder stimmt, fragen Sie Sie einmal.
      Was ist Ihr Grund das Sie Arbeiten wollen? Fühlen Sie Sich sonst nicht Bestätigt? Oder haben Sie das Gefühl Ihr Partner hat es besser und Sie sind eifersüchtig darauf? Was ist der Grund?

      • Susi sagt:

        Was Sie sagen, Herr Leiser, stimmt nicht ganz. Das „traditionelle“ Modell, in welchem der Mann der alleinige Verdiener ist, gibt es erst seit knapp 150 Jahren, vorher konnten sich Familien das gar nicht leisten, die Frau musste sich auch am Einkommen beteiligen und die Grosseltern passten auf die Kinder auf. Stand übrigens vor nicht allzu langer Zeit im Tagi,.

        Warum ich gerne arbeite, habe ich oben bereits geschrieben, aber ich kann es auch nochmals tun.
        Meine Lust zu arbeiten hat nichts mit Eifersucht auf meinen Mann oder Geltungswahn, wie Sie das darstellen möchten, zu tun, sondern mit Freude an meinem Beruf, Freude an der Abwechslung, Freude am Umgang mit den Kindern und Jugendlichen, denen ich etwas vermitteln darf. Ich brauche eine intellektuelle Herausforderung und die bekomme ich in meinem Job.
        Dazu kommt auch noch, dass ich, nachdem ich von Staat teuer ausgebildet wurde und zwei Uni-Abschlüsse gemacht habe, diese Ausbildung auch umsetzen möchte.

        Glauben Sie mir, wenn Kinder von Anfang an das Privileg geniessen dürfen, viel Zeit mit dem Vater verbringen zu können, ist das für sie unendlich wertvoll. Sowohl engen Kontakt mit dem weiblichen als auch mit dem männlichen Elternteil zu haben, ist für Mädchen wie Knaben sehr wichtig. In Familien, die dieses Rollenmodell leben, verbringen die Kinder je nach Entwicklungsphase sogar lieber Zeit mit dem Vater als mit der Mutter.

      • Susi sagt:

        Und noch was: Mein Mann ist sehr glücklich, eine Frau zu haben, die sich am Familieneinkommen wesentlich beteiligt, d.h. mit mehr als 50%. Er geniesst es, an zwei Wochentagen Hausmann sein zu dürfen; die Kindheit geht so schnell vorbei und viele Väter verpassen den grössten Teil davon, weil sie so viel arbeiten müssen.

      • Bernhard sagt:

        Danke Susi für die treffenden Worte! Ich stimme dem vollends zu. Aus eigener Erfahrung (wir haben uns seit der Geburt für das 50:50-Modell entschieden) kann ich bestätigen, was Sie schreiben. Sowohl die (finanzielle) Unabhängigkeit der Frau, sowie die Möglichkeit für den Mann, tatsächlich und nachhaltig an der Erziehung des Kindes mitzuwirken. Das sind Punkte, die Frust und Unverständnis dem anderen Part gegenüber minimieren. Aber Mann muss auch der Typ dazu sein. Es bringt nichts zu teilen, wenn Mann gar keinen Bock darauf hat! Dann bringt das traditionelle Modell dem Kind tatsächlich mehr!

      • Sportpapi sagt:

        @Bernhard: Es bringt auch nichts, wenn die Frau keinen Bock hat. Ich gehe mal von mündigen Erwachsenen auf Augenhöhe aus, die miteinander sich darauf einigen, wie die Familienaufgaben verteilt werden. Insofern gibt es ja eigentlich gar nicht so viel zu diskutieren, weil jedes Modell nur für die zwei stimmen muss, die es betrifft. Und allenfalls die Kinder. Die halten aber 2-3 Tage fremdbetreut sicher auch aus ohne Schaden zu nehmen.

      • Bernhard sagt:

        Korrekt SP. „Auf Augenhöhe“ und mit dem nötigen Respekt und Verständnis. Dann findet die Familie auch die passende Betreuungsform. Zum Wohle aller Beteiligten. Nur habe ich in diesem Blog schon viele Kommentare gelesen, wo „auf Augenhöhe“ und „mit Verständnis“ nicht passierte. Wo die Frau den Mann nicht reduzieren liess bzw. der Mann nicht wollte, dass die Frau zu seinen Lasten wieder arbeiten geht. Dann kam das finanzielle Argument bzw. die Angst des Mannes, die Frau könnte zu selbständig werden. Insofern ist es gar nicht mal so einfach, das Modell zu finden, das tatsächlich allen passt!

      • Susi sagt:

        Genau, und besonders gut ist es natürlich, wenn man sich einig ist, ohne überhaupt gross verhandeln zu müssen.

        Mein Mann hätte sein Pensum gerne noch mehr reduziert, konnte das jedoch in seiner Position nicht. So wie es jetzt ist, stimmt es aber für die ganze Familie.

    • rolf leiser sagt:

      @Susi
      Wenn ein Elternteil zu Hause ist stimmt es für die Kinder egal Welcher, dem stimme ich zu leider arbeiten jedoch in vielen Familien beide Elternteile an manchen Tagen gleichzeitig und die Kinder sind Sich selbst oder Anderen überlassen und viele Dieser Kinder sind weniger Glücklich. Ausnahmen gibt’s sicher.
      Geld und Eigensucht sind oft der Grund dass Kinder alleine gelassen werden und da habe ich Mühe mit.
      Ich habe ein riesen Glück mit meiner Familie wir sind Alle glücklich und stehen zueinander und Jedes hilft dem Anderen wo und wann Es kann.

  • diva sagt:

    kann mir mal eine(r) eine antwort auf die frage stellen, warum es selbstverständlich sein soll, dass ein arbeitgeber sich an den familienplänen seiner angestellten finanziell beteiligen soll? hat sich mal schon jemand überlegt, was das kostet einen arbeitsplatz freihalten? und dass manchen KMU einfach ruinieren kann? ich finde es verdammt nicht lustig, dass z.b. mein arbeitgeber den abzug für das krankentaggeld erhöhen musste, weil kaum noch eine kasse ihn versichern will, ob all der familienplanungsbedingen ausfälle?

    • alam sagt:

      Warum? Ganz einfach: Weil auch der Arbeitgeber in 20 Jahren die Leute ersetzen muss, die pensioniert werden. Wann sind wohl endlich so weit, dass die Taggelder auch bei Krankheit obligatorisch versichert sind? Inzwischen haben ja wirklich nur noch die mausarmen Länder keine obligatorische KTG.

  • Jürg Oberli sagt:

    Die Lösung ist relativ simpel: Take the money and run. Ein Mitarbeiter/eine Mitarbeiterin sollte es nicht anders machen als der Boss: Die Firma möglichst schnell um möglichst viel Geld erleichtern – damit wichtige und relevante Projekte wie Familie und Freizeit finanziert sind!
    Ganz ehrlich, wer heute noch der Karriere oder der Freude wegen arbeiten geht, der ist doch schlicht doof. Einen schönen Montag wünsche ich!

    • Carolina sagt:

      Ja, super. Das sind Einstellungen, wie wir sie dringend brauchen. Selber soziales Verhalten von den Firmen/Arbeitgebern/Mitmenschen einfordern, aber nur die hohle Hand machen. Ekelhaft!

  • Laura TI sagt:

    Das selbe geschieht auch nach mehrmonatiger Krankheits-oder Unfallabwesenheit. Meine Kündigung kam auch auf den Tag genau nach Ablauf der Sperrfrist nach dem Unfall.
    Ich denke, es hat nicht so viel damit zu tun, weshalb ein Mitarbeiter oder Geschäftsführer abwesend ist, sondern vielmehr damit, dass grad wichtige Stellen nicht unbesetzt bleiben können und deshalb ein Ersatz gesucht wird. Dem Ersatz trotz hervorragender Arbeit dann wieder zu kündigen, wäre ja auch nicht richtig. Vom wirtschaftlichen Standpunkt aus, ist es also durchaus nachvollziehbar, vom sozialen hingegen nicht

  • Adriano sagt:

    Es sicher so dass gewisse Arbeitgeber den Wiedereinstieg durch intransparentes Verhalten zu einer negativen Überraschung machen.
    Aber wenn eine werdene Mutter erwartet, dass bei einer 6 monatigen Abwesenheit nicht jemand anderes ihre Arbeit übernimmt muss sie sich wohl fragen für was sie überhaupt eingestellt war. Und es ist nur natürlich das jemand Neues der diese Kompetenzen erhält sie auch nicht mehr abgeben will. Arbeitgeber als auch ARBEITNEHMERIN sollten sich aber dafür einsetzten das die Wiedereinstiegsverhältnisse frühzeitig geklärt werden um böse Überraschungen zu verhindern.

    • Sandra sagt:

      Dafür stellt man ja auch eine Mutterschaftsvertretung nur befristet an.

    • Karin sagt:

      richtig, Sandra.
      @¦Adriano: was heisst denn ‚es ist nur natürlich das jemand Neues der diese Kompetenzen erhält sie auch nicht mehr abgeben will.? Seit wann entscheidet das die Vertretung?

    • Katja Winkler sagt:

      @Adriano: seit wann gibt es in der Schweiz 6 Monate Mutterschaftsurlaub? Nach 10 Wochen gehts wieder los. Jemand der sich kompliziert ein Bein gebrochen hat und eine Reha braucht, oder jemand mit Herzinfarkt plus Reha ist genauso lang weg. Käme man da pauschal auf die Idee, diese Person herabzustufen?

      • Rose sagt:

        Bei gewissen Firmen gibt es nach 5 Jahren Firmentreue tatsächlich 6 Mt. bezahlter Mutterschaftsurlaub.

  • fabian sagt:

    Leider ist auch der umgekehrte Fall sehr häufig: Frau kündigt die Stelle nach Ende des Mutterschaftsurlaubes, wenn die Firma noch mit ihr rechnet. Das passt natürlich nicht so in die feministische Propaganda, ist aber die andere Seite der Medaille.

    • Kat sagt:

      JEDER (auch Männer) kann seinen Job mit festgelegten Kündigungsfristen künden, und das obwohl die Firma weiter mit ihm/ihr rechnet. Nicht nur Frauen nach dem Mutterschutz.

  • Denise sagt:

    Mein Arbeitgeber prahlte damit Familienfreundlich zu sein und im GAV stand, dass man bis zu 1 Jahr unbezahlt nehmen kann nach der Geburt des Kindes. Wenn man wieder gleich viel Prozente arbeitet, ist sogar der Job garantiert. Tja als ich schwanger wurde und meiner Chefin mitteilte, dass ich 1 Jahr unbezahlt nehme und danach aber wieder 100% arbeiten möchte, war das überhaupt nicht gern gesehen. Sie haben jemanden für meine Stelle eingestellt und ich hätte irgendwo platziert werden sollen. Da wir unser Kind verloren haben (36. KW), hatte ich am Schluss weder Kind noch Job…

    • rainer_d sagt:

      Es wäre immer mal wieder hilfreich, wenn man die Namen dieser Firmen wüsste, damit man bei zukünftigen Kaufentscheidungen entsprechend reagieren kann.

      • fabian sagt:

        rainer, dann müsstest du aber auch einverstanden sein, dass dein name öffentlich bekanntgemacht würde, wenn die firma an dir was zu bemängeln hat…
        man stellt recht schnell fest, wer hier nur die arbeitnehmerperspektive kennt, und nicht auch jene von kmu’s.

    • Alice sagt:

      Ihr Verlust tut mir sehr leid!
      Eigentlich dürften sie vor Ablauf des Mutterschaftsurlaub noch niemanden fix einstellen. Aber ich kann mir vorstellen, dass man nach so einem Verlust keine Kraft hat zu kämpfen.

    • Susi sagt:

      Liebe Denise, auch mir tut Ihr Verlust sehr leid. Ich hoffe, dass Ihnen Ihr Arbeitgeber wenigstens den (ab der 23. Woche auch bei Totgeburten gesetzlich vorgeschriebenen) Mutterschaftsurlaub bezahlt hat. Mir ist dasselbe passiert, mein Baby starb in der 40. Woche, und mein Arbeitgeber hat mir den vollumfänglichen Urlaub gewährt. Zuerst hatte ich das Gefühl, diesen Urlaub gar nicht „verdient“ zu haben, weil es ja kein Baby gab, um das ich mich hätte kümmern müssen, aber dann habe ich gemerkt, dass ich gar nicht fähig gewesen wäre zu arbeiten, weil ich psychisch so angeschlagen war und diese Zeit benötigte, um wieder halbwegs auf die Beine zu kommen.

      In eine solchen Zustand auf Arbeitssuche gehen zu müssen wie in Ihrer Situation ist wirklich die Höhe der Unzumutbarkeit.

  • Alice sagt:

    Bei uns im Büro: Frau wird eingestellt…nach 4 Wochen eröffnet sie, dass sie im 4. Monat sei und präsentiert gleich das Arztzeugnis mit 50% Krankheitsbescheinigung. Fazit: Nächster Mitarbeiter wird garantiert ein Mann.

    • mikkesch sagt:

      Danke für den Beitrag. Und für alle Weltverbesserer, willkommen in der Realität.

    • fabian sagt:

      Mir ist grad eine Frau bekannt, welche sich auf eine verantwortungsvolle Projektleiterstelle beworben hat, und praktisch mit Antritt der neuen Stelle schwanger geworden ist. Plant nach ihrem Mutterschaftsurlaub hier in der Schweiz nach Deutschland zu ziehen (sie ist Deutsche), weils dort 2 Jahre Mutterschaftsurlaub gibt (Davon wissen die Chefs aber noch nichts). Die Firma dürfte da wohl auch ihre Lehren draus ziehen, wenn sie das ganze hinter sich gebracht hat…

    • Anna Halter sagt:

      Da möchte ich doch mal darauf hinweisen, dass Frauen in der Probezeit trotz Schwangerschaft gekündigt werden kann. Diese Frauen gehen somit ein grösseres Risiko eim wenn sie kurz nach Antritt die Schwangerschaft offenbaren.

      • Markus Notter sagt:

        Im Prinzip haben sie natürlich recht. Aber selbst bei einer Kündigung während der Probezeit ist das Risiko für den Arbeitgeber wohl zu gross, dass er sich hiermit die Finger verbrennen würde. Ein guter Anwalt würde sich sicher sehr gerne einer solchen Klientin annehmen. Und neben dem rechtlichen Risiko gibt es noch das Image-Risiko oder wie würden sie die Schlagzeile ‚Firma XY kündigt Schwangeren‘ einschätzen?

    • Sabrina sagt:

      Habt ihr mal darüber nachgedacht, dass Kinder leider nicht per Knopfdruck planbar sind?
      Dass man vielleicht seit mehreren Jahren am üben ist, und sich dann für einen Jobwechsel entscheidet… und dann schwanger wird? Bestimmt wäre es so nicht freiwillig geplant gewesen. Aber einfach mal eine Frau zu verurteilen ist natürlich einfach.

      • Sportpapi sagt:

        Plant, nach Mutterschaftsurlaub nach Deutschland zu ziehen, teilt nichts davon mit. Doch, Sabrina, das könnte man anders handhaben.

      • Alice sagt:

        Besagte Dame war bereits im 3. Monat als sie den Job annahm. Da sollte Frau schon Bescheid wissen.

      • Sabrina sagt:

        Einer sehr engen Freundin von mir ist das genau so passiert. Kurz nach Vertragsunterzeichnung hat sie erfahren, dass sie schwanger ist. Bei Stellenantritt, war sie entsprechend schon im 4. Monat. Hättest du rein aus Fairness der Arbeitswelt gegenüber auf die Stelle verzichtet, und wärst entsprechend die nächsten 9 Monate arbeitslos geblieben?

      • Sportpapi sagt:

        @Sabrina: Ich hätte (wäre ich eine Frau) die Stelle trotzdem angenommen und mich mindestens die nächsten zwei Jahre verpflichtet gefühlt, mich für die Firma einzusetzen und die Stelle auszufüllen. Oder ich hätte mich anders entschieden, und mich wieder zurückgezogen.

    • Suse sagt:

      Schade, wenn so was passiert und man durch diesen einen Fall alle zukünftigen Entscheidungen darauf begründet. Ab und zu kommen einem Arbeitgeber solche Ereignisse auch nicht ungelegen.

  • Hj sagt:

    Der umgekehrte Fall; … dass ebenso selektiv eingestellt wird, betrifft Frauen und Männer gleichermassen.
    Was sicher unterschiedlich ist, sind die Kriterien. Sicherlich bleibt auch das „Risiko“ einer Schwangerschaft bei Männern eher klein. Das hemmt in Positionen wo 125% – mit Auslandaufenthalten – gefordert sind die Aussichten auf Anstellung beträchtlich.
    Auch hier trifft – gerade bei modern organisierten Familien – die Realität der liberalen Arbeitswelt Frauen und Männer gleichermassen.

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