Worte machen Kinder dick

Mamablog

Es ist schwierig, mit Kindern über das Essen zu reden, ohne damit ihr Körperbewusstsein nachhaltig zu stören: Übergewichtige Jugendliche an einem Konzert. Foto: Tony Alter (Flickr)

Man soll nicht kritisieren, wenn man selber keine bessere Lösung hat. Super Grundsatz. Für heute vergessen wir den mal. Denn sonst kommen wir nirgendwo hin. Und diese Kritik hier brennt mir schon so lange unter den Nägeln, dass ich sie aus aktuellem Anlass endlich loswerden muss: Kampagnen gegen Übergewicht bei Kindern sind für den Müll! Der aktuelle Anlass ist ein Artikel in «20 Minuten». Endlich nennt jemand die Sache beim Namen: Die Massnahmen, die verhindern wollen, dass unsere Kinder immer fetter werden, machen das Problem nur schlimmer.

Die schon fetten Kinder leiden noch mehr, und die nicht fetten haben so einen Freibrief zur Häme. Schuld daran sind so unbedachte Sätze wie: «Es braucht wenig, um viel zu ändern.» Das ist eine Ohrfeige für alle Menschen, die sich schon einmal mit Übergewicht herumgeschlagen haben. Das sieht auch das Experten-Netzwerk «Essstörungen Schweiz» so. Und laut der «NZZ am Sonntag» von vergangener Woche belegen auch Studien das Logische: Die Thematisierung und Problematisierung von Ernährung im Kindesalter könne sogar erst recht zu einer Essstörung führen. Na, bitte.

Ich bin dankbar für dieses langsame Umdenken. Denn ich weiss wirklich, wovon ich hier rede. Ich habe in den Achtzigern pubertiert – Fonda und Aerobic, Sie wissen schon… Die Ära mit den Badekleidern, die hinten wie neonfarbene Zahnseide zwischen den Arschbacken bis unter die Schulterblätter hochrippelten. Mit gigantischen Aussparungen für die Beine und dem Effekt, dass sich selbst der mickrigste Bauchansatz wie ein Fettlappen über der Leiste auffältelte. Ich stamme also aus der Generation der Ahornsirup-Kuren, Fastenwochen und Ananas-Mono-Diäten.

Schuld dafür will ich niemandem geben; um Schuld geht es hier eh nicht. Aber um Gründe. Mein triftigster Grund war die aufrechte Sorge meines Vaters, ich könnte aus dem Leim gehen. Das teilte er mir mit, als ich 10 Jahre alt war. Zusammen mit seinen Schwärmereien darüber, wie zartgliedrig meine Mutter vor unserer Geburt gewesen sei («wie ein Rehlein») schwoll seine Bemerkung in meinem Kopf zur fixen Idee: «Ich bin zu fett. Prinzipiell und unheilbar.» Und auch wenn man mir das heute – fast leider – nicht mehr ansieht: Unter all den Rundungen wohnt noch immer ein Teenager, der Listen führt über gute und böse Lebensmittel und sich täglich rigorose Straf-Sportprogramme ausdenkt, um Verfehlungen auszubügeln. Ich halte mich nie dran. Aber es bleibt lebensfeindlich und vollkommen nutzlos.

Um wenigstens meinen Kindern diesen Programmierfehler zu ersparen, habe ich versucht, sie nie mit solchen Bemerkungen zu verkorksen. Ihr seid schön. Essen ist schön. Und Mama isst mit, ganz entspannt. Leider habe ich die Rechnung ohne Heidi Klum, H&M und eine ganze Generation von übersensibilisierten Kids gemacht. Die ja auch nur spiegeln, was wir ihnen vorleben.

Nun habe ich das grosse Glück, dass meine Kinder bis anhin nicht dick sind und trotz der vielen Einflüsse ein einigermassen gesundes Verhältnis zum Essen und zu ihrem Körper haben. Aber ich kenne etliche Familien, die damit kämpfen. Und entgegen den landläufigen Klischees sind das durchaus nicht zwingend jene, die ihre Kinder mit Pommes frites und Guetsli vor dem Fernseher parkieren. Viele von ihnen kochen und essen sehr bewusst, sitzen zusammen am Familientisch, bewegen sich regelmässig – und sind ratlos.

Sie wissen ja, dass Übergewicht im Kindesalter meist zu Übergewicht im Erwachsenenalter führt. Aber sie haben auch schon lange kapiert, dass es unglaublich schwierig ist, mit Kindern über das Essen zu reden, ohne damit ihr unbeschwertes Körperbewusstsein nachhaltig zu stören. Viele dieser Mütter haben die gleiche Geschichte wie ich. Darum haben wir auch noch andere Sorgen als das Übergewicht unserer Kinder: Gerade hat sich in unserem Bekanntenkreis ein 12-jähriges Mädchen in Lebensgefahr gehungert, weil es sich zu dick fand.

Essstörungen werden natürlich nicht durch eine einzelne Kampagne oder eine Bemerkung allein ausgelöst. Aber durch viele Puzzlesteinchen und Unbedachtheiten. Und das ist das Einzige was ich fordere: Einen bedachteren Umgang nicht nur mit dem Essen, sondern eben auch mit dem Reden darüber. Danke.

242 Kommentare zu «Worte machen Kinder dick»

  • Danielle sagt:

    Genau so war es bei mir: mein unbeschwertes Körpergefühl durch das ewige Thematisieren nachhaltig gestört. Mit 10 bekam ich von meiner Mutter ein Heft mit Gymnastikübungen geschenkt, Schokolade/Güezi wurden vor mir versteckt, ass ich viel, war es nicht recht, ass ich wenig, auch nicht. Die totale Bevormundung. Ein gutes Körper- und Selbstwertgefühl kann so innert kurzer Zeit ruiniert werden. Dazu bissige Bemerkungen über meine Statur von Seiten der Erwachsenen in der Familie bei jeder Gelegenheit. Wenn ich mir heute Fotos von damals ansehe: ein nicht dünnes, aber völlig normalgewichtiges Kind,

  • Aktiv, fit, ausbalancierte, beschwingte Flexibilität – BASIS für eine energetische WOHLBEFINDLICHKEIT. Alle Wesenspotentiale (Körper, Geist, Seele) effizient intensivieren, die LEBENSQUALITÄT extensiv steigern – exzellent prädestiniert hierfür ist von der üblichen Routine sich bedeutsam abhebende multi effiziente FITNESS-BALL-BALANCE-SPORT!
    Auf einem elastischen Gymnastikball – auf Bällen unterschiedlicher Größen – völlig frei, vielseitig balancieren – balancierend darauf hopsen, wippen, spielerisch gekonnt – wie tänzerisch beschwingt darauf agieren – ERLEBNISPÄDAGOGIK – für mich – 82 – täglich aufs Neue!
    Vor allem in der Sitzposition (Reitsitz) arbeitet die/der Ausführende fast ausschließlich mit der Muskulatur der Beckenregion, die effizient, extensiv intensiviert wird.
    Auch die Rücken-, Bauch- u. Oberschenkelmuskulatur wird stark beansprucht, intensiv aktiviert, gekräftigt.
    Auf einem G-Ball in freier Balance in seiner dynamischen Mitte pendeln, vibrieren, schwingen –
    eine auf andere Weise kaum zu erreichende Dimension – energetisch dynamischer HÖHENFLUG –
    die/der Ausführende erfährt eine energetisch harmonische, immens beschwingte WOHLBEDINDLICHKEIT – mentales Empfinden als auf einer WOLKE schweben – beliebig lang – FLOW-EFFEKT – zum NULLTARIF!

  • thomas ingold sagt:

    Essen will der Mensch. Anerkennung will der Mensch. Wer nicht?
    Und was noch?
    Das geläufige englische Wort mit F und den berühmten 3*.
    Was noch will der Mensch unbedingt, also von sich aus, aus seinem ganz eigenen Innern heraus?
    Schlagzeilen, Blaulicht und Sirenen, ein sicheres zu Hause mit mehr oder weniger drin, Familie, Freunde, einen Sinn im Leben, Leidenschaft, Feuer und Eis, kühl frisches Nass & kontrolliert schweisstreibenden Funkentanz, Spannung und Entspannung ABER v.a. will der Mensch SELBSTBESTIMMUNG anstelle von Manipulationen am LAUFMETER. Die Sommersonnenwende naht 🙂

  • thomas ingold sagt:

    ´´´wie bitte!!?´´´ Durch Worte kann man nicht zu- oder abnehmen. Das ist völliger Wahnwitz und Irrsinn. wollen hier mal nicht unter die Gürtellinie abdrifften.
    Hingegen ist Thema Essen/Ernährung viel mehr als nur Energieaufnahme. Wer kennt das nicht, die einen am Tisch schletzen den Teller rein als wärs ihre letzte Mahlzeit, andere kauen gemächlich, als würden sie noch 100 Jahre leben können/wollen/ zu glauben können. Die innere Haltung/Einstellung bzw. der Glaube und das Weltbild bzw. Selbstbild haben sehr viel damit zu tun. Thematik Konkurrenz bei „Überbevölkerung“, Materialismus, Gier, etc.

  • Gregor sagt:

    Worte machen fett?! Fett macht eine nicht ausgeglichene Energiebilanz. Punkt. Ende. Basta. Fertig. Aus. Schluss. Wer das nicht begreift, soll es lernen.

  • Medicus sagt:

    Wenn man sich die wissenschaftliche Literatur bezüglich Gesundheit und Gewicht und alles was zu diesem Thema gehört genau anschaut, dann muss man festhalten, dass die Ernährung nicht so wichtig ist, wie in den Medien dargestellt (Ernährung zieht als Thema immer).

    Wichtig ist Bewegung! Das grosse Problem ist der Mangel an Bewegung heutzutage. Dies mit weniger Essen ausgleichen zu wollen, funktioniert nur sehr begrenzt. Und es führt zu weiteren Problemen, unter anderem genau dazu, dass schon für Kinder Essen nicht mehr etwas lustvolles ist. Evtl. wird dies in einigen Jahren bereut werden.

  • Danielle sagt:

    Idiotische Kommentare wie die von M. Schneider kann man ignorieren. – Andrea Fischer bringt diese psychologische Seite des Problems sehr gut auf den Punkt. Ich bin selbst in einer Familie aufgewachsen, wo das Thema Abnehmen ein Dauerbrenner war und man mir zum 10.! Geburtstag Gymnastikübungen namens ‚Rank und schlank mit Debbie Drake‘ aus der Annabelle schenkte und dauernd mein Essverhalten kontrollierte und kritisierte (sehe ich Fotos an von damals, war ich ein völlig normalgewichtiges Kind, sicher nicht dünn, aber völlig ok) – Resultat: verpfuschtes Körpergefühl, lebenslange Essproblematik.

    • maurena salzmann sagt:

      Liebe Danielle

      Danke für Deinen Kommentar, bin also nicht allein auf weiter Flur mit dieser Problematik…Ich bekam mit 12 Jahren übrigens das Buch „Sorge Dich nicht – lebe“ von meinen mich plagenden Eltern….

    • Blanche Wu sagt:

      Was helfen kann das Körpergefühl wieder ins Lot zu kriegen: einen lieben Mann, welcher findet „du könntest ohne Probleme noch ein paar Kilos zulegen, du bist eindeutig zu dünn.“ Das war bei mir der Fall. Seither habe ich keinen Zwang mehr kcal’s zu zählen und mit zu „bestrafen“ wenn ich ein Mars verdrückt habe. Ich habe zugenommen und der Mann findet es wunderschön. Dick bin ich nicht, immer noch schlank, aber kein Hungerknochen.

  • Ludwig sagt:

    Was will uns diese Kolumne jetzt sagen? Die Argumente wechseln in jedem Satz die Seiten. Ich bin genauso wenig informiert wie vorher.

    Und: „Das ist eine Ohrfeige für alle Menschen, die sich schon einmal mit Übergewicht herumgeschlagen haben“

    Jetzt bloss nicht die Fetten in Schutz nehmen, sonst kommen sie wieder mit dem Argument, das sei alles genetisch und sie könnten dagegen nichts tun.

  • marie sagt:

    weshalb haben wir alle angst zu zunehmen? könnte es allenfalls sein, dass wir genau diese angst den kindern überstülpen?
    mir geht es nicht um gestörtes essverhalten (das gehört in professionelle hände, in der tat) und/oder pathologisches übergewicht, es geht hier um ein paar kilos „zuviel“ (was das auch immer heissen mag). es sind schliesslich auch nicht alle menschen gleich und es wäre schon ein anfang, davon auszugehen. mit anderen worten, es gibt grosse, kleine, dünne, mollige, dicke usw menschen.
    und ganz klar: ich würde mit 1.80m und grünen augen auch viel besser aussehen 😉

    • Sportpapi sagt:

      Ich für meinen Teil habe nur Angst, wenn die Gesellschaft als Ganzes immer schwerer wird, oder wenn immer mehr Kinder und später Erwachsene übergewichtig werden. Wenn sie beim Fussballspielen zuschauen, weil sie nicht mehr mitspielen können. Wenn es vom Schulweg Blattern gibt und Rückenschmerzen wegen der schweren Schultheks. Wenn im Schullager keine Wanderung mehr möglich ist, weil die Kinder unmöglichlänger als 15min laufen können.
      Es sind arme Kinder, diese schwer übergewichtigen. Müssen wir da zuschauen?

      • Emx sagt:

        Hm, das ist jetzt ein bisschen ein düsteres Bild. Ich unterrichte Jugendliche, und ja, da ist manchmal auch jemand mit stärkerem Übergewicht dabei. Ich habe es aber noch nie erlebt, dass jemand wegen Übergewicht nicht an schulischen Outdoor- oder Sportaktivitäten teilnehmen konnte. Allerdings kommt es immer wieder vor, dass junge Frauen umkippen, weil sie wieder mal länger nichts gegessen haben aus Angst zuzunehmen. Es ist m.E. einfach wichtig, den Jugendlichen Freude an gutem Essen zu vermitteln und Gesundes ganz natürlich und ohne Zwang zur Verfügung zu stellen. Bei meiner Weiterbildung …

      • Emx sagt:

        2/2 lagen im ganzen Gebäude Kisten mit Äpfeln rum. Ich hatte nicht einmal das Bedürfnis zum schokoautomaten zu gehen…

      • Ka sagt:

        Da stimme ich ihnen vollkommen zu. Schlimm ist, wenn das Gewicht die Kinder in ihrem Bewegungsdrang einschränkt. Aber leider können auch schlanke Kinder keine Wanderungen mehr absolvieren, das hat nichts mit dem Gewicht zu tun, sonder damit, dass heute eine keine Strecken mehr zu Fuss zurückgelegt werden.

      • Sportpapi sagt:

        @ka: Selbstverständlich hat Ausdauerleistungsfähigkeit etwas mit dem Körpergewicht zu tun. Quasi gegenseitig. Nicht zwingend immer, aber mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit.
        Aber ja, das Wandern sind leider auch mehr oder weniger schlanke Kinder manchmal nicht mehr gewohnt. Die lernen es aber.

      • marie sagt:

        also ich kenne viele schlanke, die das auch nicht können.

      • Muttis Liebling sagt:

        Es reicht doch ein einfaches Gedankenexperiment. Hier in der Mitte von Europa schlägt ein Meteorit ein und vernichtet alle Lebensgrundlagen. Ausserhalb eines 500 km Radius kann man leben, man muss nur hinkommen.
        Wer kommt hin, die schönen Schlanken bestimmt nicht. Die fetten Unbeweglichen auch nicht, aber die dazwischen, leicht Molligen, die schaffen es. 10 kg Fett am Leib, an die man gewöhnt ist, entsprechen 20 kg Dauerkeks, die man erst einmal zusätzlich schleppen muss.
        Evolutionär sind die leicht übergewichtigen überlegen, nur gibt es die Herausforderung derzeit nicht.

      • Sportpapi sagt:

        @ML: Dumm nur, wenn aus den leicht übergewichtigen Jugendlichen bald schwer übergewichtige Erwachsene werden… Als ob es um die vielzitierten paar Pfunde zu viel gehen würde, wenn von einer Übergewichtsepidemie die Rede ist.

    • Katharina sagt:

      marie, früher ™ war Marilyn Monroe ein Schönheitsideal, heute wäre sie wohl eine ‚Uebergewichtige‘. Ich finde sie immer noch schön. Der Designer vieler ihrer bekannten Kleider, William Travilla, war ein persönlicher Freund von mir. Ich besitze einige seiner Originale und ich sage Dir, er hatte das Talent, jede Figur und Form zu einer schönen Skulpur zu drapieren.

      Aber dass Du wahrscheinlich seinen Namen nie gehört hast, sagt alles darüber, wer und wie Body Images transportiert werden. Und das eigene Body Image, bzw, wie wir dazu stehen, ist Wurzel von vielem, auch Essstörungen.

      • marie sagt:

        ja wunderschöne frau, für mich einer dieser massstäbe was fraulichkeit und schönheit anbelangt – sie ist für mich eine der unerreichbaren. travilla sagt mir durchaus etwas, hat er nicht das absolut atembraubend, wunderschöne kleid marilyns im verflixten 7. jahr gemacht? von dieser szene selbst frauen träumen, um mit der eigenen individuellen einzigartigkeit die welt zu betören? 😉
        ich habe selbst >50 kg abgenommen, dafür erhalte ich die gleichen gratulationen wie ein nobelpreisträger. dabei habe ich meine kindheit/jugend überlebt, das scheint keine leistung zu sein; dafür gratuliert niemand;)

      • Katharina sagt:

        Alle Kleider, die Marilyn in Filmen trug, stammen von Tavilla. Er entwarf auch für andere Shows. Das Hauptmerk des Geschäftes war aber Custom Garments, also er und sein Team reisten zu den diversen Metropolen, wo die Kleider in gemieteten Hotel Suiten der Klientele angeboten wurde. Oft nur auf Einladung, also das meiste war nicht pret a porter. dennoch. er verlangte etwa 4000 USD für ein Kleid. massgefertigt. an der Bahnhof Strasse in ZH oder dem Rodeo Drive in LA kostet ein pret a porter von der Stange ein Mehrfaches. sie halten gut, einige sind über 20 Jahre alt und sind in gutem Zustand.

      • Katharina sagt:

        mehr als 50kg? das ist viel. Hoffe Deine Gesundheit ist i.o.

        Gratuliere, dass Du aus Deiner Kindheit was gemacht hast.

      • Carolina sagt:

        Marie, die Kindheit überleben/überwinden und abnehmen (oder auch zunehmen am anderen Ende der Skala) ist ja oft ein und dasselbe. Diese simplen Hinweise ‚beweg‘ Dich und mach fdH‘ übersehen eben meistens, dass Fett eine Mauer ist, die aus irgendeinem Grund da ist. Ich habe aus grossem Kummer einmal über 20 kg zugenommen, einfach so, ohne es überhaupt zu bemerken. Erst viel später, als ich die dahinterliegende Trauer endlich zur Kenntnis genommen und bearbeitet habe, habe ich wieder abgenommen. Das hat mir eine Lehre erteilt – das Innenleben hat einen entscheidenden Einfluss auf den Körper. Ich

      • Carolina sagt:

        /2 habe allerdings die Beteuerungen mancher Adipöser (Anorexie/Bulimie hat nochmal eine eigene Problematik), dass sie sich wohl fühlen in ihrer Haut, nie so richtig geglaubt, denn ich vermute immer, dass dahinter ein Leiden/eine Problematik steckt (wahrscheinlich gibt es auch hier Ausnahmen). Dicken Häme und Verachtung entgegen zu schleudern ist, finde ich, eine absolute Frechheit. Für alle Minderheiten gilt mittlerweile politische Korrektheit, aber allen Dicken darf man ungestraft Disziplinlosigkeit und Gier vorwerfen.
        50 kg abgenommen – grösster Respekt!

      • Sportpapi sagt:

        @Caro: Du hast es sonst doch auch nicht so mit politischer Korrektheit. Weshalb also hier?

      • Carolina sagt:

        Nein, habe ich nicht. Aber da wir mit ihr leben (müssen), ist nicht einzusehen, warum ausgerechnet die Dicken von ihr ausgenommen sein sollten.

      • Sportpapi sagt:

        Sind sie ja auch nicht. Hier spielt einzig die Anonymität des Internets eine Rolle, wie in vielen anderen Fällen auch. Aber klar, man kann keine Prävention betreiben, wenn man nicht die Idee hat, dass der einzelne Mensch etwas zur Problemlösung oder -vermeidung beitragen kann. Ich sehe da keinen anderen Weg, als die Probleme und Wirkungszusammenhänge dann auch zu benennen.

  • Mum sagt:

    Ojeh, mich schüttelts ob all den gescheiten Kommentaren und Argumenten, wie und was man essen soll – oder eben nicht. Danke Andrea, Deine Zeilen sind prall aus dem Leben und bedürfen keiner Kommentare!

  • Carolina sagt:

    /3 selbsternannten Gesundheitsapostel, die Meinungen für Fakten verkaufen. Jeder, der sich informiert, weiss, dass viele ‚Erkenntnisse‘ in Bälde wieder Schnee von gestern sein werden.

  • Katharina sagt:

    Diäten funktionieren nicht.

    Und dort, wo es sich um eine wirkliche Essstörung handelt, muss das von den Fachleuten (Arzt, Ernährungswissenschaftler, Psychologe) angeschaut werden, und zwar individuell. Da halte ich mich mit Halbwissen lieber raus. Ich frage mich dann, was Kampagnen bewirken können.

    Aber ich finde, wir müssen uns damit genauer befassen, WAS wir essen und was uns da immer mehr verkauft wird, und mit unseren Essgewohnheiten. Früher war das ein fixer Punkt im familiären Tagesablauf. Eine Art Zelebration des familiären Alltags. Und heute?

    • dres sagt:

      Also wir essen eigentlich immer noch fix zusamman, ausser dass ich zur Arbeit muss, bevor die anderen frühstücken.
      Und Diäten funktionieren ganz einfach, wenn sich jemand über eine gewisse Zeit sinnlos Kilos angefuttert hat: „Friss die Hälfte und beweg Dich ein bisschen – as simple as that.“

      • Carolina sagt:

        Diese Patentrezepte hören sich wahrscheinlich für Betroffene extrem simplistisch an – ein wenig so, als würden Sie, dres, einem Depressiven sagen, er solle sich mal zusammenreissen…..
        Ich stimme Katharina zu: echte Essstörungen gehören zu Fachleuten, aber dass einem heutzutage ein schlechtes Gewissen eingeredet wird, weil man Essen geniesst, richtigen Zucker in seinem Kuchen hat und auch ab und zu den Geschmacksträger Fett geniesst, ist einfach pervers. Für meine Begriffe liegt die Lösung nicht in kostspieligen und arbeitsplatzbeschaffenden Aufklärungskampagnen, sondern darin, dass wir Kochen

      • Carolina sagt:

        /2 in der Schule wieder einführen; dass wir unsere Kinder lehren, dass alles, was in Massen wirklich genossen wird, völlig in Ordnung ist; dass man lernen kann, auf seinen Körper zu hören; dass Gewicht nicht nur gleich Kalorien sind, sondern eine hohe emotionale und psychische Komponente aufweisen.
        Die gehässigen Kommentare und Einfachst-Rezepte von manchen Leuten würden vielleicht mit eigener Betroffenheit auch anders ausfallen.
        Mir ist eine marie, die das Essen zelebriert, die Wert darauf legt, selber mit guten Zutaten Menschen durch Essen zusammenzubringen, tausendmal lieber als die

      • Carolina sagt:

        /3 Sorry, hier gehört es hin:

        selbsternannten Gesundheitsapostel, die Meinungen für Fakten verkaufen. Jeder, der sich informiert, weiss, dass viele ‘Erkenntnisse’ in Bälde wieder Schnee von gestern sein werden.

      • dres sagt:

        Carolina, ich spreche nicht von veritablen Essstörungen, die tatsächlich von Fachleuten behandelt werden müssen. Da helfen billige Ratschläge tatsächlich nicht viel. Es wäre allerdings auch billig zu behaupten, ein derart hoher Prozentsatz von übergewichtigen Menschen sei einfach „krank“.

      • mila sagt:

        Da schliesse ich mich umstandslos an, Carolina.

      • Sportpapi sagt:

        @Carolina: Deine Ratschläge sind aber auch nicht weniger simpel. Die Kinder lernen Kochen in der Schule und noch einiges mehr dazu. Die Kampagnen sind längst auf lustvolle, ausgewogene Ernährung ausgerichtet. Sind ja auch nicht alles Deppen, diese Fachleute. Und lernen zu geniessen, auf seinen Körper zu hören. Wenn es so einfach wäre – weshalb funktioniert es denn nicht?
        Kannst du dir vorstellen, dass es tatsächlich viele Leute gibt, die sich intensiv mit dem Thema befassen, und die etwas bewegen möchten? Und die dabei den aktuellsten Stand der Forschung nutzen?

      • Katharina sagt:

        SP, wenn all diese Kampagnen funktionieren würden, wäre Kalifornien ein Staat mit alles fitten, mit perfekten Massen und keinem Übergewicht. Die Alltagskultur – und das seit den Siebzigern – ist sehr auf sportliche Ertüchtigung ausgelegt, auch gesundes Essen ist teil des portierten Lifestyles, was hier, in einem mediterranen Klima und Küche mit ganzjährig frischen lokal produzierten Nahrungsmitteln ein klacks ist. Auch das Klima ist sportlicher Bewegung draussen sehr förderlich.

      • Katharina sagt:

        SP, 2: dennoch: Viele hätten in einem Auto europäischer Ausmasse keinen Platz. Es sind immer mehr davon. Und es ist über ethnische Kategorien hinweg. Wenn ich einigen Bekannten sage, dass in unserer Familie das Abendessen, gemeinsam zubereitet, eine Institution ist, schauen sie mich irritiert an. Unser Alltag ist geradezu darum herum aufgebaut. Also wer für den Tag das Aemtli hat, geht auf den Markt und stellt das Menu zusammen, je nach dem was gerade feil geboten wird. Dann rüsten und kochen wir zusammen und tratschen über den Tag und beenden ihn so.

      • Katharina sagt:

        SP, 3: Etwas, worauf sich jedes den Tag durch freuen kann.

        Ich denke, die Kampagnen gehen das Problem vom falschen Ende an, denn was heisst gesund essen, was heisst lustvoll, wenn es eine leere Worthülse ist, die den wesentlichen sozialen Kontext des gemeinsamen Mahls nicht erwähnt?

      • Katharina sagt:

        Nebenbei: Erstaunlich eigentlich, dass auf mein eigentliches Anliegen, nämlich, was uns als Nahrungsmittel angepriesen wird, immer mehr minderwertige qualität angereichert mit aroma und zusatzstoffen ist. Das betrifft auch die ach so gesunden Gemüse, deren sorten nur noch auf transportfähigkeit um den halben planeten herum optimiert sind.

        Fisch zb, ist entweder durch farm haltung dermassen mit antibiotika aufgepumpt, dass er toxisch wird, und wildfang ist radioaktiv verseucht. dasselbe kann von fleisch gesagt werden. Fertigprodukte – convenience food – hat dermassen viel zusatzstoffe, dass

      • Sportpapi sagt:

        @Katharina: Du glaubst also, das gemeinsame Mahl ist ausschlaggebend? Das ist nicht auszuschliessen. Ach, wenn man es nur genauer wüsste, wären die Kampagnen ja erfolgreicher. Tatsache ist aber schon, dass offenbar in Europa die Epidemie weit früher gestoppt werden konnte, so dass keine amerikanischen Ausmasse erreicht werden. Ich weiss aber auch nicht, woran es liegt. Dafür kenne ich die USA zu wenig. Liegt es an der Turn- und Breitensportkultur hier? Den Essgewohnheiten? Der Art der Mobilität?

      • Katharina sagt:

        ..unser verdauungssystem nicht mehr weiss, wie es verdauen. und convenience food ist der grosse trend, nicht nur ‚fast food‘ im herkömmlichen sinn.Wieviel von Euch kaufen schnell ein ‚Sandwhich‘ bei der Beck am S-Bahn Perron? Schaut mal woraus diese bestehen, speziell die angeblich natürlichen Teige im Brot.

        Und da fragen sich Leute, warum die Hintern aufgehen wie frische Brötli….

      • Carolina sagt:

        Dres, ich habe keine Lust, wieder eine Debatte darüber anzufangen, was genau (krankhaftes) Uebergewicht ist. Schliesse mich daher der Einfachheit halber und mit Dank marie unten an.
        SP: Ich für meinen Teil habe Angst, dass meiner Familie etwas zustösst, dass ich die nächste anstehende Prüfung nicht schaffe. Aber ich habe ganz sicher keine Angst vor einer angeblichen Armee von fetten Kindern. Auch hier: schliesse mich marie an. Es gibt nun mal keine simplen Lösungen, auch wenn das einem Analysemenschen wie Dir wahrscheinlich Mühe bereitet. Was für den einen Uebergewicht, ist für die andere

      • Carolina sagt:

        /2 noch völlig im Bereich des Normalen (und natürlich reden wir hier nicht von Adipositas bzw Anorexie/Bulimie).
        Auch wenn es Dir eine billige Lösung erscheint, es ist für meine Begriffe die schwierigste: nämlich damit anfangen, den Kindern den Wert von gutem Essen beizubringen, wie wichtig Masshalten ist, Genuss, wie sie gute von schlechten Lebensmitteln trennen können (meine Kinder haben übrigens kein Kochen mehr gehabt), aber über all dem muss stehen, dass an Kindern nicht ständig herumgemassregelt wird – die allermeisten kommen sowieso aus der Kindheit mit dem Gefühl, sie genügten nie.

      • Katharina sagt:

        SP: es ist nicht in den USA, wo der grösste Anteil hoch übergewichtiger lebt. Siehe die neuesten Berichte der WHO. Die Epidemie scheint in europäischen Ländern weit grösser zu sein…..

        Zudem redete ich von Kalifornien, als Beispiel, wo ‚gesunder‘ Lifestile gepredigt und gelebt wird. Und gerade hier zeigt sich, dass das Problem überhaupt nichts mit ethnie zu tun hat. Dies in einer Kultur, wo in etwa alle arten der gastronomie vorkommen und unabhängig der ethnie genossen werden. so von wegen ausländer, was du anderswo als grund nanntest.

      • mila sagt:

        Schon Epikur hat einen ‚gesunden‘ Hedonismus gepredigt – nämlich einen, der einem nicht schadet, sondern tatsächlich (ungetrübten) Genuss bereitet – ohne ‚böse‘ Nachwirkungen.

        Insofern geht es letztlich darum, das (Aus-)Mass des Schädlichen zu erkennen. Und da bin ich wiederum auf einer Linie mit Katharna: wieviel Gift steckt in unserer (alltäglichen, auch: nicht-verarbeiteten) Nahrung? Vor etwa einem halben Jahr habe ich eine französische Doku auf Arte dazu gesehen, wie Schädlichkeit von Lebensmitteln (beziehungsweise: Pestiziden und dergleichen) ermittelt wird. Ein Augenaufheller.

      • Sportpapi sagt:

        @Carolina: Du wechselst da munter die Ebene. Ich mache mir Sorgen, dass zunehmend mehr Kinder in der Schweiz übergewichtig werden und sich zu wenig bewegen. Das heisst doch nicht, dass dies für meine Kinder ein Thema sein muss, bzw. dass ich persönlich betroffen bin. Wir können das Thema nun aufgreifen, oder einfach weiter zuschauen. Ich bin eher für anpacken. Wenn wir das Problem aber mal als solches anerkannt haben, dann geht es darum, geeignete Lösungen zu finden. Deine Appelle an die Eltern finde ich gut, würde ich jederzeit unterschreiben.

      • Sportpapi sagt:

        Dumm nur: Es bringt wohl wenig. Denn es sind nicht Eltern wie wir, die in der Regel übergewichtige und vor allem adipöse Kinder haben. Da spielt die Bildung der Eltern zum Beispiel eine grosse Rolle, ebenso wie – damit verknüpft – der eigene Schulerfolg. Gymischüler sind praktisch nie übergewichtig, Sek-A-Schüler hin und wieder, Sek-B-Schüler sehr häufig.
        Und damit auch @Katharina: In der Schweiz spielt Bildung, Schicht, Einkommen eine Rolle. Und natürlich – damit verbunden – die Herkunft. Und da es da eine Differenz zwischen Mädchen und Jungen gibt, kann nicht allein das Soziale Ursache sein

      • Teilzeitpapi sagt:

        „dass man lernen kann, auf seinen Körper zu hören“

        Das funktioniert bei echten Lebensmitteln. Ich kann heute ziemlich gut sagen, wo Geschmacksverstärker drin sind, ohne die Zutatenliste zu analysieren. Da, wo die Kinder einen Heisshunger darauf entwickeln und deutlich mehr davon essen als bei einem vergleichbaren Lebensmittel ohne Geschmacksverstärker. Sehr spannend zu beobachten.

        Zu Erkenntnissen, die in Bälde Schnee von gestern sind: Prof. Dr. John Yudkin soll 1972 viele der eingetroffenen Entwicklungen vorausgesagt haben. Das damalige Buch „Pur, weiss, tödlich“ gibt es aktuell wieder.

      • Teilzeitpapi sagt:

        Was es 1972 noch nicht gab: Den PET Scan. Mit einer gespritzten radioaktiven Zuckerlösung wird nach Tumorzellen gescant. Weil Tumorzellen Zucker lieben. Es besteht der Verdacht, dass deshalb Leute mit einem hohen Blutzuckerspiegel häufiger an Krebs erkranken (Prof. Lewis Cantley). Mit gesunder Ernährung und Vermeidung von Übergewicht, genügend Bewegung könnten gemäss World Cancer Research Fund 30-40% der Krebsfälle vermieden werden.

        Sowas motiviert doch, den täglichen Zuckerkonsum mal wirklich mit viel Fleissarbeit zu zählen und zusammenzurechnen. 😉

    • mila sagt:

      Diäten funktionieren deshalb nicht, weil nicht die falsche Ernährung das ursächliche Problem ist, sondern in der Regel ein seelisches Defizit. Und dieses lässt sich nicht, oder nur mit rigoroser Selbstdisziplin und rigider Kontrolle beheben. Der Jojo-Effekt lässt grüssen.

    • mila sagt:

      Ich sage das als jemand, der beide Seiten kennt: das Fülliger- und das Dünnsein. Heute bin ich froh, dass ich mich nicht mehr wie die Autorin im Kopf geisseln muss. Irgendwann hat sich das natürliche Körpergefühl und -gewicht eingestellt (auch wenn ich mir oft noch anhören muss, dass ich doch anständiger essen soll).

    • mila sagt:

      …sorry, ich wollte sagen: Übergewicht lässt sich nur mit enormer Selbstdisziplin und Kontrolle überwinden, wenn man sich nicht parallel der zugrundeliegenden seelischen Ursachen annimmt.

      • Katharina sagt:

        Mila, ich denke, es geht mehr um die Diskrepanz zwischen Body Image und sich selber gestellten Anforderungen. Siehe der booming Market betreffend der nächsten funktionierenden Diät. Uebergewicht ist auch werbebestimmt, bzw im kulturellen Kontext. Und da ist das paradigma der perpetuierten 16-jährigen dünnen rotznasigen Göre einfach das bessere geschäft, wenn das mit ‚diät‘ food alimentiert ist und den flügel verleihenden drinks, wenn es sonst dann doch anämisch wird. die müssen ja party all night, sonst finden sie kein mate.

        😉

      • mila sagt:

        @Katharina: Ja durchaus, gesellschaftliches (Body) Image und Selbstanspruch sind zwei Seiten einer Medaille. Ich sehe darin keinen Widerspruch zu meiner Aussage.

      • Katharina sagt:

        Ich habe es auch nicht als Widerspruch gedacht.

    • Muttis Liebling sagt:

      Ich war jüngst in Berlin und bin an einem milden Sommerabend mit meiner Jugendliebe versehentlich im Garten eines Feinschmeckerlokals, ausgerechnet in Kreuzberg gelandet. Da gab es nur ein 10- Gänge- Menü, à la carte war nicht. Der Streifen Forelle wog vielleicht 20g, der kreisförmig angerichtete Algensalat hatte ca. 6 cm Durchmesser. Am Ende gab es eine Schweinsblutpraline.
      Das alles zog sich über 2h hin, hatte <1000 kcal, kostete 159 Euro pro Nase und wir waren satt.
      Katharina hat ganz recht, die Art, wie wir essen ist wichtiger, als was wir essen.

      • Katharina sagt:

        bean turds und lawn mower sauce, ML? Du kennst die 2 1/2 men episode sicher. Bei Schweinsblutpraline würde ich wohl passen, Aber ich weiss nicht was es ist.

    • marie sagt:

      ich kann mich hier nur carolina, katharina (v.a. was das gemeinsame essen betrifft, grossartig!) und mila an.
      wir sollten vermehrt das thema entspannt sehen und ja, lernen zu leben, zu akzeptieren (auch wenn „es“ nicht der norm entspricht – was das auch immer sein/heissen soll; ich weiss nicht, was normal ist z.bsp.) und uns nicht auf „worthülsen“ konzentrieren.

      • Sportpapi sagt:

        Ich weiss nicht. Ich würde das Thema ja ganz entspannt sehen. Wenn ich nur nicht miterleben müsste, wie (schwer) übergewichtige Kinder manchmal leiden. Die sehen das dann eher nicht mehr so entspannt. Ich denke schon, da sind die Eltern auch in einer Verantwortung. Und wenn sie diese nicht wahrnehmen (können), dann ist es auch eine gesellschaftliche Verantwortung. Aus Fairness diesen Kindern gegenüber.

      • marie sagt:

        na ja, diese kinder leiden ja nicht, weil sie selbstbewusst von sich selbst behaupten, sie seien nullen – soviel zum begriff fairness. für viele kinder ist sport eine qual und darunter sind nicht nur übergewichtige.

      • Carolina sagt:

        Es gibt soviele Gründe, aus denen Kindern leiden – wirkliches Uebergewicht KANN natürlich einer davon sein. Zusammengefasst leiden Kinder meiner Meinung nach vor allem daran, dass sie nie genügen, dass Eltern und Erzieher ständig an ihnen herummäkeln (auch implizit), dass sie nie gut/schlank/intelligent/sportlich genug sind. Daher ist ein übergrosser Fokus auf das Gewicht eines Kindes eine Gratwanderung, die ich (ich rede natürlich nicht von den beiden Polen) sehr, sehr vorsichtig angehen würde, vor allem, wenn wir selber nur so wenig wissen.

      • Katharina sagt:

        „Zusammengefasst leiden Kinder meiner Meinung nach vor allem daran, dass sie nie genügen, dass (das Umfeld) ständig an ihnen herummäkeln“ – bringt es auf den Punkt, auch, dass durch diese häufige, oft alltägliche Mäklerei die Gefühle des nicht adäquat Seins entstehen, die dann heimlich kompensiert werden und zu hier erläuterten Störungen führen.

        Die Saat wird früh gesät und spriesst oft sehr viel später.

      • Sportpapi sagt:

        @Marie: Die (Klein-)Kinder, für die Sport eine Qual ist, möchte ich mal sehen. Aber es wird dann eine, wenn man immer schlecht ist, das ist richtig. Gilt aber natürlich für alles andere im Leben auch. Die Schule ist auch vor allem für schlechte Schüler eine Qual. Wir können nun diesem Leistungsdruck ausweichen, oder versuchen, unsere Kinder zu unterstützen und sie zu befähigen. Das, @Caro, heisst aber natürlich nicht, sie einem ständigen Druck auszusetzen und mehr zu erwarten, als sie leisten können und wollen.

  • dres sagt:

    Wie hat das Mittagessen geschmeckt? Kalorienzahl eingehalten? Die Kinder glücklich mit Rosenkohl und Magerquark?
    😉

    • marie sagt:

      🙂 der rosenkohl (nicht saison!) war sehr gut, der rest (magerquark) nicht. den baue ich jetzt mit putzen ab, aber vorher noch einen kaffee. schönen tag dres!

      • dres sagt:

        Wie, putzen, bei diesem wunderbaren Sonnenschein muss man an die frische Luft! Schönen Tag, Marie! 😉

  • karola kinkerlich sagt:

    was für ein schlecht recherchierter artikel! 1. ist die besagte kampagne der gesundheitsförderung schweiz uralt, sie wurde im 2007 lanciert und dann im 2010 gestoppt. 2. geht es sicherlich nicht darum kinder mit den plakaten zu diffamieren oder auszugrenzen. es ist vielmehr ein Hinweis welcher den eltern einen input geben soll, dass das Thema (richtige) ernährung durchaus thematisiert werden soll/darf am essenstisch! den Eltern, als Vorbild, werden themen nähergebracht, die sie vielleicht nicht so kennen.

  • Peter Spahr sagt:

    Verantwortungslose Eltern machen Kinder dick, das schleckt keine Geiss weg.

    • Andrea Mordasini, Bern sagt:

      Nicht jedes dicke Kind ist das Resultat verantwortungsloser Eltern! Oftmals spielen noch andere Faktoren wichtige, grosse Rollen. Fettleibigkeit und Übergewicht sind zwar häufig bedingt durch zu viel, unausgewogene und falsche Ernährung, doch auch (erblich bedingte) Krankheiten können Gewichtszunahme fördern wie zB Schilddrüsenunterfunktion, Stoffwechselerkrankungen, -störungen etc. Meine beiden Kinder sind normalgewichtig, einerseits sicher auch dank viel Bewegung, guter Fettverbrennung, vielseitigem Essen, aber sicher auch dank viel Glück. Hört auf, Eltern und Kinder zu verurteilen, danke!

  • Teilzeitpapi sagt:

    „Die Massnahmen, die verhindern wollen, dass unsere Kinder immer fetter werden, machen das Problem nur schlimmer.“ Schade, geht es nicht um den Inhalt. Der Antifettwahn hat zur Senkung der Fettgehalte geführt. Damit die Leute weiter konsumieren wurde der Zuckergehalt erhöht (sonst wird’s ja fad für den Kunstfood gewöhnten Konsumenten). Aus Fructose macht der Körper 100% Fett. Ups. Ganz langsam geht es Richtung Antizucker. Aber wiederum ohne die gewöhnte Süsse runterzufahren. Bis sich in einigen Jahren vielleicht die Leute mit der Zulassungsgeschichte von Aspartam auseinandersetzen werden.

    • alien sagt:

      Ich finde, die Leute sollen alle standardmässig eine Magenverkleinerung erhalten, damit sie gar nicht erst dick werden. Ausserdem sollen präventiv alle Zähne gezogen und durch Keramikzähne ersetzt werden. E-Zigaretten sollen billig werden und normale Zigis noch teurer. Es gibt so viele Massnahmen, die wir als Gesellschaft durchsetzen könnten, die nicht zu teuer wären und nicht zu invasiv, aber die doch viel brächten. Aber eben…

    • Jana sagt:

      Ich empfehle Stevia zum Süssen von Tee oder Porridge (was bei uns mittlerweile gut als Frühstück geht, gern mit verschiedenem Vollkorn-Getreide und Flocken, frischem Obst und Rosinen). Stevia gabs früher schon in Tropfenform, haben nun auch Steviapflanzen im Garten und verwenden die frischen Blätter zum Süssen von Tees (z.B. Melissentee, Minztee). Auch Süssholz mitkochen funktioniert ganz gut, aber der leichte Lakritzgeschmack passt einfach nicht zu allem.

      • ka sagt:

        stevia ist so was von grässlich, da dreht sich mir schon der Magen, wenn ich es mit der Nase rieche. Aber ich gehöre eh zu den wenigen Menschen, die lieber salziges, saures und bitteres mögen. Leider werden aber z.B. Früchte so gezüchtet, dass die Säure und das Bittere wegfällt. Kiwi gibt’s nun auch schon mild, die weisse Grapefruit findet man fast nicht mehr in den Läden, Mandarinen waren früher auch saurer. Es ist ein Jammer!

      • alien sagt:

        grüne Äpfel sind immer noch schön sauer. Kauf ausserdem mal die Toxic-Waste-Zeltli, die sind am Anfang ziemlich unmenschlich sauer.

    • Hp sagt:

      Macht doch eine ketogene Diät: Maximale ca. 30gr Kohlenhydrate pro Tag… und dann achtet auf die tägliche KCAL’s… mit natürlichem grünen Gemüse, Fett, Eiweis, Proteinen

      wie diese geht guckts du on google…

      Mein 2 cents

      Hp

  • Bernerin sagt:

    Schlimm sind Mütter, die dauernd auf Diät sind und sich vor den Kindern immer als dick / unglücklich bezeichnen. Unzufriedenheit mit sich selber wird vorgelebt -> Resultat: Kinder die später Essstörungen haben.

  • Robert sagt:

    Ich finde es schon beachtenswert, sich angesichts des Themas dieses Blogeintrags zu überlegen, was man eigentlich mit dem Bild oben vor dem Lead sagen will.

    Wie fast immer werden zur Illustration ein paar fette Menschn gezeigt. Ein bisschen Gruseln kann nichts schaden: Es lebe die gute, alte Abnormitätenschau. Liebe Leute, fühlt euch eingeladen, mit dem Finger auf die da zu zeigen.

    Verträgt sich das mit dem Thema? Oder soll es gleich zu Beginn ad Absurdum geführt werden?

    Und notabene – die Unterschrift: „ÜbergewichtigE JugendlichE“. Wieviele Übergewichtige sieht man da genau auf dem Bild???

    • Robert sagt:

      Man nimmt sich offensichtlich noch nicht mal die Mühe, nicht einfach alle Jugendlichen in einen Topf zu schmeissen.

      Aber was soll’s: Hinterher diskutieren wir ja dann darüber, dass die „Thematisierung“ des Dickseins alles nur schlimmer macht…

      Great!

  • Jana sagt:

    Wir müssen uns nicht wundern. Immer wieder wird festgestellt, wie stark sich der Bewegungsradius der Kinder über die Jahre verkleinert hat. Wenn wir nicht zulassen, dass Kinder auch mal selbstständig die Welt erkunden, allein in die Badi fahren oder ohne Erwachsene in den Wald zum spielen gehen, sondern Bewegung nur noch als Sport serviert wird…. naja. Ich habe Sport gehasst als Kind, und auch jetzt noch. Ich bin nicht fett und ich bewege mich viel, ohne Sport zu machen. Kinder haben einen natürlichen Bewegungsdrang, aber wenn sie überall „stören“ können sie diesen auch nicht ausleben.

    • Teilzeitpapi sagt:

      Und auch nicht zu vergessen: Viele Kinder sind hyperaktiv und aufgedreht, nicht nur wegen mangelnden Bewegungs-/Austobungsmöglichkeiten, sondern weil Zuckerschübe durch ihren Körper peitschen. Gefolgt von Insulinniveaus, die unter demjenigen vor dem Schub liegen (Unterzuckerung). Was u.a. unausgeglichen bis aggressiv machen kann. Es gab auch schon Versuche, bei denen doch etliche Kinder mit ADHS-Diagnose nach einer Ernährungsumstellung ihre Probleme losgeworden sind.

      • Jana sagt:

        richtig. Schlussendlich bleibt es dabei: gesunde Ernährung und viel Bewegung an der frischen Luft. Aber Bewegung und Ernährung sollte „natürlich“ ablaufen, und nicht immer nur als etwas, was streng kontrolliert, rationiert und geleitet werden muss. Kinder bewegen sich viel und testen ihre Fertigkeiten aus – auch wenn man ihnen kein Sport-Paket verabreicht -, wenn man sie nur lässt. Und gesundes Essen muss schmecken, nicht nur Zucker ist lecker, das finden die auch raus, wenn man nicht zu viel Zwängerei reinsteckt. Ich lasse mein Kind auch nicht essen, was sie will, aber es gibt keine Verbote.

      • Jana sagt:

        Man darf alles ausprobieren beim Essen bei mir, ich finde es wichtig, dass man rausfindet, was man gerne mag und neugierig bleibt, was Speisen angeht. Und wenn die Kleine am Geburtstag zu McDoof will, dann ist das auch mal drin, auch wenn sie versteht, warum ich das nicht toll finde. Mir ist aber vor allem wichtig, dass man Essen als etwas natürliches ansieht, genauso wie Bewegung, und nicht als Kompensation für schlechte Laune.

      • Teilzeitpapi sagt:

        Da teilen sich unsere Einstellungen. 🙂 Kinder einfach tun zu lassen finde ich auch sehr wichtig. Aber der Förderwahn ist wieder ein anderes Thema. 😉 Kinder fördern sich selbst, so wie sie es seit Urzeiten immer gemacht haben ohne dass jemand Zeit hatte für Förderung. Abgesehen davon, dass gewisse Dinge gar nicht gefördert werden können, sondern das Kind Raum und Zeit braucht, um sie zu entwickeln.

      • Jana sagt:

        Beispiel gefällig? Meine Tochter kennt sich im Sortiment von exotischem Obst schon sehr gut aus, und probiert gerne ausgefallene Kombinationen aus (z.B. wollte sie salzige Glace probieren) und probiert grundsätzlich alles und entscheidet dann, ob sie es toll findet oder nicht. Und sie entwickelt Geschmack (sie mag z.B. nur frischen Fisch und isst die Migros-Forellen nicht). Sie findet, Erdbeergummibärchen schmecken nicht nach echten Erdbeeren, und findet sie deshalb nicht so toll. Sie mag aber Gewürztee (Chai ohne Schwarztee).

      • mila sagt:

        Das gesunde Mass im Kindheitsalter führt dazu, dass auch später massvoll genossen wird. Wer als Kind zuviel Schokolade- und Chipsverbot auferlegt bekommt, wird später umso mehr zugreifen.

        Gesunde Ernährung ist eine sinnliche Erfahrung. Es kommt nicht von ungefähr, dass ich Fertigprodukten mit Zusatzstoffen heute als Erwachsene nichts abgewinnen kann – meine Mama hat immer auf ausgewogenes, selbstgekochtes Essen geachtet. Entsprechend liebe ich heute auch Gemüsesorten, die ich als Kind (noch) gehasst habe. Aber bei meiner Mama gab es eben auch regelmässig mal einen selbstgebackenen Kuchen…

      • mila sagt:

        …mit echtem Zucker. Vollrohrzucker eignet sich nicht für feinporiges Backwerk, und alle übrigen Ersatzstoffe (Birnel und wie sie auch immer heissen) verändern den Geschmack. Meine Devise ist deshalb: lieber weniger, aber Wahres.

  • Markus Schneider sagt:

    Schlank sieht im Vergleich zu fett einfach besser aus. Ästhetischer. Schöner. Natürlicher. Punkt. Aber inzwischen gibt es ja bereits eine Fetten-Lobby welche Geld dafür kassiert, sich um die psychischen Problemchen der Fettchen zu kümmern und ihnen gut zuzureden, dass sie ruhig weiterfressen können, dass auch die höheren Krankenkassenkosten gerne von den Schmalen gezahlt werden. Dass man für ihre dicken Hintern in Bus und Bahn gerne zur Seite rückt und keineswegs körperlichen Ekel empfindet. Dass sie auch fett noch liebenswert sind. Dicke sind ja auch so lustig, haha. Rund na und. Usw.

    • Teilzeitpapi sagt:

      Das ist Zeitgeist. Auf den Südseeinseln (und bei uns früher) waren übergewichtige Leute attraktiv. Biologisch sinnvoll, da Notreserven für harte Zeiten und bessere Überlebenschancen in Krisen. ABER: Die meisten Südseeinsulaner waren auf eine gesunde Art übergewichtig (äusseres „Notreservenfett“). Die Krankheiten wie Diabetes kamen mit dem westlichen Lebensstil, viel Zucker, künstliche Aromen, Geschmacksverstärker, etc. Weil damit die innere Verfettung um die Organe zugenommen haben dürfte (Massen-MRIs sind leider überall zu teuer).

    • Jana sagt:

      Das was wir als schön empfinden ist durchaus gesellschaftlich geprägt. Vor einigen Jahrzehnten wären blasshäutige, dicke Frauen der Inbegriff des Schönheitsideals gewesen. Warum? Weil wir gesellschaftlich gesehen das schön finden, was Wohlstand und Reichtum verkörpert. Damals hiess das, jemand der nicht hart arbeiten muss und genug zu essen hat ist fett und blass – und damit schön. Jetzt heisst das, wer sich gesunde Lebensmittel und einen personal Trainer leisten kann, ist schlank und fit, und damit schön. In anderen Regionen der Welt ist das übrigens noch umgekehrt!

    • Susanne Reich sagt:

      Ihre Geringschätzung Übergewichtigen gegenüber ist viell. einer der Gründe weshalb diese Menschen öfters verletzt werden u. eben aus Frust weiter essen. Ich teile Menschen nicht nach ihrem Gewicht ein sond. nach ihrem Verhalten. Nur, diese Klappergestelle, ob nervös oder nicht, durch einseitige, mangelhafte Ernährung, rauchen etc. od. fanatisch Sporttreibende finde ich nicht so toll. Da ist mir ein Mensch welcher evtl. Übergewicht hat, öfters belastbarer ist als Andere, weniger krank, doch lieber, als ein hyper-aktives, streitsüchtiges „Rennpferd“. Die inneren Werte erkennt man nicht sofort…

    • 13 sagt:

      „dass auch die höheren Krankenkassenkosten gerne von den Schmalen gezahlt werden“

      Das ist schon mal ein Trugschluss. Am meisten kosten uns diejenigen, die sich immer gesund halten und damit am längsten leben 😉 Nicht nur die Krankenkasse, sondern auch AHV, EL etc. Mal ganz davon abgesehen, dass sehr dünne für Krankheiten anfälliger sind.

      Über natürlicher lässt es sich streiten. Was an mit Diäten runtergehungerten Körpern, an dem die Muskeln durch spezielle Geräte des Fitnesscenters aufgemotzt wurden, natürlich ist, erschliesst es mir nicht, aber wenn Sie meinen…

      • Medicus sagt:

        Aus medizinischer Sicht:

        Die Dünnen sind in der Tat nicht die Gesündesten. Mässiges Übergewicht (BMI 25-30) zeigt die längste Lebenserwartung. Und wahrscheinlich auch das angenehmste Leben.

        Gegen im Fitnesscenter aufgemotzte Muskeln spricht aber gar nichts (sofern keine Anabolika im Spiel und BMI im gesunden Bereich). Im Gegenteil: Je mehr Muskelmasse, desto gesünder, insbesondere in Hinblick auf metabolisches Syndrom, Typ II Diabetes.

        Aus meiner Sicht ist die Debatte eh am falschen Platz geführt: Wer sich genügend bewegt, kann fast alles Essen. Der Fokus aufs Essen schadet nur.

      • Teilzeitpapi sagt:

        Ein interessanter Punkt. Was ich mich dann frage: Was heisst „genügend bewegt“? Und bleibt diese genügende Bewegung gleich für einen heute durchschnittlichen Zuckerkonsum? Steigt das genügend mit erhöhtem Zuckerkonsum? Prof. Robert Lustig und andere sind da ja etwas anderer Meinung. Ausserdem sehen sie auch einen Wirkungszusammenhang von Fettaufbau, der dann zu weniger Bewegung führt (und nicht nur umgekehrt).

  • Luise sagt:

    Bei Kindern sind Worte oft eben doch nötig. Meine bekamen zuhause gesunde Vollwertkost, kaum Süsses und zum Trinken gabs Wasser oder ungesüssten Tee. Natürlich haben sie im Teeniealter eine Zeitlang kompensiert und mit dem Taschengeld Süssigkeiten gekauft. Aber als Erwachsene ernähren sie sich nun sehr bewusst und gesund. Ziel erreicht. Fazit: Sind Eltern Vorbilder, wirkt das meist nachhaltig.

    • marie sagt:

      dies funktioniert m.e. hauptsächlich mit einer natürlichen und selbstverständlichen haltung, die sie offenbar hatten/haben. sehr sympathisch (obwohl ich keine verfechterin der vollwertkost bin, würde ich mich mit grösstem vergnügen an ihren tisch setzen).

      • Luise sagt:

        🙂 danke. Aber etwas streng war ich schon…

      • marie sagt:

        ich lehne strenge nicht, die braucht es schon 😉 nach wie vor, sehr sympathisch.

      • mila sagt:

        Brrr… Vollwertkost. Ehrlich gesagt verzichte ich dankend auf matschigen Vollreis und zerkochte Dinkelpasta (al dente kriegt man die ja so gut wie nie hin). Es geht (bei mir) nichts über einen Teller dampfender echter Spaghetti, selbstverständlich aus Hartweizen und ohne Ei. Für den Mehrwert sorgen gesunde, selbstgemachte Saucen und Beigemüse oder Salat.

        Im Ernst: Hülsenfrüchten und dergleichen kann ich viel abgewinnen, nichts aber diesem alternativen Reformhauszeugs. Dazu sag ich nur: bäh (und kann jedes Kind verstehen, das dasselbe sagt).

      • mila sagt:

        Persönliches Fazit: Dinkel schmeckt in der Dinkelgrütze, aber nicht plattgewalzt.

      • tina sagt:

        mila, vollwertig essen heisst doch nur, dass man im grossen und ganzen auf vorverarbeitete nahrungsmittel verzichtet. ich kann mich auch nicht mit vollkornpasta und -reis anfreunden (schmeckt wie karton), aber baue vollkorn sonst ein, indem ich bei kuchen, brot usw einfach einen teil vollkorn einbaue. ich verwende richtige butter, richtigen rahm, rohrzucker. fett ist notwendig für den geschmack, darum essen wir auch oft nicht so viel, dafür um so feiner. ich werde immer besser mit saucen. ich kann neuerdings sogar calamares mit vollkornmantel 🙂

  • McWide sagt:

    Hallo Ihr Schlanken, Sportler und Besserwisser.. (bin selber einer)

    Ich habe ein Versuch für Euch, vielleicht merkt Ihr dann wie schwer es ist abzunehmen!!
    (Seid Ihr bereit dazu?)

    Der Versuch ist folgender, Ihr habt nun Zeit 8 Wochen zuzunehmen.
    Soviel es geht oder auch nur ein paar Kilo.
    – und schon die ersten Gedanken gehabt es nicht zu machen?
    Macht es trotzdem.. Ein BBC Reportage hat dies mal gemacht und 10 Leute haben mitgemacht… 2 zugenommen, 2 abgebrochen, die anderen blieben gleich oder abgenommen.

    • Marcel sagt:

      Warum posten sie hier nicht den Link zu der BBC Reportage? Dann müssen sie es uns nicht erklären und wir können unser eigenes Bild machen. Mir geht es sonst wie dem Thom ;o)

      • marie sagt:

        …er wird sonst gesperrt. ich werde diese reportage auf alle fälle googeln.

      • Manni Mann sagt:

        Gegenvorschlag: wegen Worten nehmen wir nicht zu? würde man uns nichts sagen, dass es schwierig ist zuzunehmen, würden wir automatisch zunehmen….
        oder: wir essen genau gleich viel wie die, die zunehmen …. erraten? es stimmt nicht – wer mehr Kilos hat, der haut zu 95% eben auch mehr rein und so schwierig es für den Dicken sein mag weniger zu sein, so schwer mag es für den Dünnen sein mehr zu essen.
        Aber es sind nicht Worte die uns zu dem machen, sondern tatsächlich unser Essverhalten.

        Und es ist tatsächlich möglich zuzunehmen oder abzunehmen, es gibt Tausende, die uns das beweisen.

      • Teilzeitpapi sagt:

        Die Frage ist, warum wir essen. Essen wir aus Langeweile? Um uns gut zu fühlen? Um uns selbst (oder die Kinder) zu belohnen (Süssigkeiten zum Geburtstag, zu jedem Anlass süsse Spezialitäten und das Glace am Ende der Wanderung)? Um uns abzulenken? Um unseren Frust runterzuessen? Um zu geniessen? Um dazu zu gehören? Um unserem Brennmaterial und Kraft zu geben? Essen wir wegen Hunger? Oder weil wir Lust verspüren (z.B. wegen Unterzuckerung nach einem Zuckerboost)? Essen wir regelmässig oder ständig? Usw.

        Das Thema ist so komplex wie wir Menschen. 😉

      • Teilzeitpapi sagt:

        Um unserem Körper Brennmaterial und Kraft zu geben? sollte es heissen.

  • Lia sagt:

    mit Kindern übers Essen zu reden, ist nichts falsches. Man muss es bloss über den Gesundheitsaspekt tun und nicht über die Kalorienzahl. Was ich bisher beobachtet habe, ist, dass auf ein dickes Kind meist eine dicke Mutter folgt – da sollte man sehr wohl ansetzen, solange das Kind noch Chancen hat, sein Verhalten zu ändern, denn solche Eltern interessiert es nicht, ob ihr Kind zu viel und ungesund isst. Ob eine öffentliche Kampagne da der Schlüssel zum Erfolg ist, sei dahingestellt – ein Ernährungsberater an der Schule oder die Kinderärztin können evtl diskreter und ohne Pranger informieren.

    • marie sagt:

      lia, essen ist etwas feines, gutes. für ein kind ist es nicht motivierend den apfel/spinat zu essen mit dem argument gesund. es ist weitaus motivierender es mit fein und gut anzubieten 😉

      • ka sagt:

        genau, Genuss ist nichts böses, schlechtes! Übrigens kenne ich gleich 2 Familien, deren Tochter nach der Themenwoche „Ernährung“ in der Schule, in eine Magersucht schlitterten, vielleicht Zufall?

      • dres sagt:

        Ah, hallo Marie. Gesund kann durchaus ein motivierender Begriff sein. Ich habe unserem Vierjährigen erklärt, dass er dank Früchten ganz furchtbar stark werde und noch besser skifahren / rennen / schwimmen etc könne. Das wirkt bestens… 😉

      • marie sagt:

        tschou dres!
        in meiner kindheit pries man spinat mit popeye an. nun, ich fand popeye immer hässlich und das wollte ich ja nicht werden. meine eltern änderten einfach strategie und assen ihn genüsslich vor meinen augen. ich liebe spinat heute immer noch 😉 das eine schliesst das andere ja nicht aus. aber unter uns: mir hat noch niemand der begriff gesund/gesundheit schlüssig erklären können. ich finde essen grundsätzlich und in aller erster linie sinnlich, fein und gut. ich erachte das andere einfach als störend im zusammenhang mit geniessen (m.e. übrigens eine frage des masses).

      • Muttis Liebling sagt:

        @marie, Gesundheit ist eine kulturelle, keine biologische oder medizinische Kategorie. Gesund ist man, wenn man trotz der unvermeidlichen körperlichen, psychischen und sozialen Leiden sich noch selbst organisieren kann. So hat das Friedrich Nietzsche mal definiert und so halte ich die nach jahrzehntelanger Beschäftigung mit dem Thema auch für das Plausibelste.

      • marie sagt:

        danke ml. ja, nietzsche klingt da plausibel. denn ich hab’s auch nicht so mit „gesund“.

  • Sarah sagt:

    Herzlichen Dank für diesen Blog-Beitrag. Ich wünsche mir mehr Offenheit gegenüber allen, die nicht ganz dem Standart entsprechen, egal, in welcher Form sie nicht dem 08/15 Lebenslauf/stil/grösse entsprechen. Ohne sie (uns) wäre es furchtbar langweilig!

    • Teilzeitpapi sagt:

      Ja, den Ärzten wäre es sicher langweilig ohne die Diabetes- und anderen Patienten, die wegen ungesunder Ernährung und Bewegungsmangel zu ihnen kommen. Das eine sind (enge) Ästhetik-Ideale, das andere ungesunde Lebensgewohnten, deren Folgen häufig als „Zivilsationskrankheiten“ bezeichnet werden.

      • Teilzeitpapi sagt:

        Lebensgewohnheiten und Zivilisationskrankheiten natürlich… Die Tastatur kam nicht mit. 😉

  • marie sagt:

    fragt sich eigentlich niemand, weshalb sich kinder mit genussmitteln „zufuttern“? das ist doch die ausschlaggebende frage und nicht wie man es danach loswird, das ist ja nur symptombekämpfung. und kommt mir jetzt bitte nicht mit mangel an wille und disziplin. dies ist das dann durchaus eine frage der erziehung und der individuellen auffassung des begriffes. (bsp wenn jemand keinen sport macht, ist er nicht zwingend faul und willen- sowie disziplinlos.)

    • Manni Mann sagt:

      warum? Predisposition (genetisch veranlagte Zucker- und Fettgelüste)
      Umfeld- und Lebensgewohnheiten
      im Fortgeschrittenen Stadium ist es dann Sucht –
      darum fällt es dann eben auch so schwer, die Essgewohnheiten umzustellen – genau so schwer wie für einen Raucher aufzuhören etc. es ist Sucht – und einige sind dazu mehr veranlagt, als andere

      • marie sagt:

        …und wie steht es mit der akzeptanz dieser tatsachen aus? die vermisse ich eben.

      • Manni Mann sagt:

        ach was – die Akzeptanz ist ziemlich hoch, allein schon aus der Tatsache, dass übergewichtige eher in der Mehrzahl sind.
        Das grösste Problem ist, selbst damit glücklich zu sein. Und das muss man nicht immer auf die Gesellschaft abschieben.

        Und falls man nicht glücklich damit ist, gibt es nur ein Heilmittel: nicht über die Gesellschaft jammern, sondern Ernährung und Lebensgewohnheiten umstellen. Ist es einem das nicht wer: glücklich sein, so wie man ist.

      • marie sagt:

        nein, dann lesen sie mal den post von markus schneider 11:40, der ist schlimm, aber viele (die meisten?) denken ähnlich. warum ist übergewicht denn thema? ich bin der dezidierten meinung, das das leben überhaupt, weitaus grössere gesundheitskosten verursacht als übergewicht. schon nur die tatsache, dass wir immer älter werden… 😉

      • Manni Mann sagt:

        übergewicht ist ein Thema, weil es zunimmt – genauso wie eben der Zuckerkonsum zunimmt
        übergewicht ist ein THema, weil sehr viele Menschen – von sich aus, nicht wegen äusserem Druck – abnehmen möchten
        und übergewicht ist auch ein Thema, weil es ab einem gewissen Mass die Gesunheit beeinträchtigt, wie auch das eigene Wohlbefinden

        Natürlich gibt es solche, welche übergewichtige verachten. genauso wie Leute gibt, die Dünne verachten, oder Alte, oder Tätowierte, oder Bankangestellte, oder Alternative – aber der, der kein Problem mit seinem Gewicht hat, wird kaum eins wegen den anderen bekommen

      • marie sagt:

        na und? und ich meine das ganz ehrlich ohne zynismus. ich sehe das problem nicht, ausser dass man mittlerweile schon kinder versucht zu pathologisieren und unter druck zu setzen, weil sie mehrheitlich ein paar kilos „zuviel“ haben, was peanuts ist. die allerwenigsten der kinder/jugendlichen sind von adipositas betroffen.

      • marie sagt:

        übrigens, es stösst sich ja auch niemand daran, dass immer wie mehr älter werden. 😉

  • Joerg Hanspeter sagt:

    Was ist preiswert, praktisch endlos ohne Aufwand lagerbar, überall erhältlich und schnell zum Verzehr bereit? Richtig, Süsses oder Fettiges (Guetzli, Junk-Food usw). Wenn der Bund ja so an der Volksgesundheit interessiert ist, wieso fördert man nicht mal die Entwicklung von Lebensmitteln, die gesund und praktisch sind? Zur Zeit ist es nicht so einfach, speziell im Single-Haushalt, sich Gesund zu ernähren, wenn man sich nicht permanent von Salat ernähren will. Das Gegenteil wird passieren, wir werden bald Gen-Food ohne entsprechende Kennzeichnung in unseren Läden finden!

    • Sportpapi sagt:

      Was hat das nun wieder mit Gen-Food zu tun? Vielmehr könnte dort die Lösung vieler Probleme liegen!

  • Nicht gleich – Gleichwertig! Nicht die Augen verschliessen vor der Wahrheit! Dicke Menschen sind dick, weil sie mehr Kalorien zu sich nehmen, als sie verbrauchen. Wer das Gegenteil beweist, widerlegt physikalische Gesetze der Thermodynamik.
    Bewusstsein fördern, anstatt verurteilen oder schönreden. DAS wäre mal was.
    Nicht „Du musst!“ Sondern „Du KANNST!“ Wenn du nur WILLST!

    • moma sagt:

      eben, heutzutage kann man alles, wenn man nur will, aber es ist nicht für alle gleich leicht. lebe seit 5 Monaten von 1600 Kalorien am tag, mache 3x Sport die Woche, fahre täglich Fahrrad, nimm die treppe in den 6.stock und bewege mich sonst viel im alltag. damit konnte ich endlich mein gewicht halten, von abnehmen keine rede! muss nun wohl auf 1400 Kalorien runter, damit endlich die 5 Kilo zu viel weg gehen.

  • Manni Mann sagt:

    Natürlich gibt es genetische Unterschiede, aber die drücken sich eben auch im Essverhalten aus.
    Da gibt es die, die ständig auf die Ernährung achten…. aber dann zum Z’Nacht ein halbes Kilo Brot verdrücken – oder zwischendruch, für sich allein, dann eben doch (für meine Verhältnisse) Unmengen an Schokolade.

    Oder: Letzhin im McD ein übergewichtiges Paar bestellt für sich allein für 70.- Fr. ein Mittagessen.

    Und wie schon beobachtet: die Kids trinken endlos Süssgetränke, essen Chips, Guetzli etc

    das ist nun mal die Realität

  • Lisa Roggenmoser sagt:

    Ich glaube nicht, dass jeglicher Hinweis an Kinder, mit-verantwortlich für irgendetwas zu sein, gleich zu psychischen Störungen führt. Sonst kommen wir irgendwann mal so weit, dass man sagt: „Man hat mir gesagt, Noten seien wichtig und dass ich für diese sogar selber verantwortlich sei. Das hat mich so sehr belastet, dass ich zu keiner guten Leistung mehr fähig war.“
    Gewisse Dinge soll man doch beim Namen nennen können: Wenn du zu viel isst, bzw. dich zu wenig bewegst, wirst du dick – und das führt nicht nur zu sozialen sondern auch zu gesundheitlichen Problemen. Pungd!

    • Joerg Hanspeter sagt:

      Genau. Wahrscheinlich hat man bei mir als Kleinkind auch mal meine Zeichnungen gelobt, dann aber schnell damit aufgehört. Aus diesem Grund bin ich mir bewusst, ich kann NICHT zeichnen und ich kann damit leben. Wenn ein Kind dick ist, muss man etwas dagegen unternehmen, es hilf nichts, wenn man ihm sagt, dass es trotzdem hübsch ist, die andernen werden das vielleicht (wahrscheinlich) nicht so sehen.

    • Sportpapi sagt:

      Ja, eben. Zum Glück schlägt das Pendel wieder in die andere Richtung aus, man darf die Dinge wieder benennen. Auf die Wahl der Worte kommt es allerdings schon an.

      • Lia sagt:

        super Kommentar, Frau Roggenmoser. Wieso nicht einfach positiv formulieren, dem Kind zeigen, dass es einen Einfluss hat und dass nicht einfach über seinen Kopf hinweg entschieden wird, das motiviert sicher schon einige Kinder, ihr Essverhalten anzupassen. Wir haben das gegenteilige Problem, mein Sohn ist viel zu dünn, und da sage ich ihm auf den Kopf zu, dass er mehr essen muss, wenn er gross und stark werden will – wieso sollte man einem dicken Kind also nicht sagen dürfen, dass es reduzieren soll, wenn es nicht unbeweglich und kurzatmig werden will?

  • Nino sagt:

    Je mehr fette und übergewichtige Kids umso mehr werden die Kosten im Gesundheitswesen steigen. Ich finde dafür müssten einfach die Eltern mehr in die Verantwortung genommen werden. Es kann doch nicht sein, dass man davon ausgeht, dass die Schule dafür verantwortlich ist, den Kindern das Kochen beizubringen. Ich frage mich sowieso woher die heutigen Kids immer das Geld haben sich mit Redbull und Fastfood einzudecken. Evt wäre da mal enormer nachholbedarf. Jugendlich haben sehr wohl auch eine Eigenverantwortung und sollen/müssen halt mehr Sprot betreiben wenn sie übergewichtig sind…

    • Teilzeitpapi sagt:

      Einverstanden. Aber gehen Sie mal zum Detailhändler und finden Sie, abgesehen von den meisten Frischwaren, die Produkte, denen kein künstlicher Zucker gesetzt wurde. Ich sage Ihnen, es wird schwierig werden. Die Schlussfolgerung, wenn man es sich einfach machen will: Auf verarbeitete Produkte so gut wie möglich verzichten. 🙂

      • Nino sagt:

        Da haben sie vollkommen recht. Hier fängt jedoch die Verantwortung der Eltern an. Gehört nicht genau dieses Wissen über Nahrung gelernt von möglichst klein auf. Warum haben Kinder oder Jugendliche nicht einfach ein Vollkornsandwich oder einen Apfel von Zuhause dabei? Ich bin selber noch nicht alt, aber ich bin nicht als Jugendlicher mein Essen selber einkaufen gegangen im Supermarkt. Sondern man hat sich sein Essen vorbereitet, so auch den Bezug dazu bekommen. Die Kids von heute sind einfach verwöhnt. Redbull wird einfach so gekauft.Wo bleibt hier der Bezug zum Geld?

  • maurena salzmann sagt:

    2/2 bin ich unglaublich dankbar für Mütter wie sie, die das Thema reflektiert angehen.

    Und manchmal frage ich mich, ob eine etwas speckige jedoch glückliche Kindheit und Jugend vorzuziehen ist mit der Hoffnung, dass das daraus resultierende Selbstwertgefühl die Person dazu motiviert, im Einklang mit dem eigenen Körper zu leben. Denn darum sollte es gehen.

    • ka sagt:

      Doch definitiv wäre das besser, aber es ist schon bei einem selber unglaublich schwierig, sich dem Modediktat zu entziehen. Vor den Kindern lässt sich nichts verheimlichen. Wenn der Junge abends nach dem Essen noch ein Dessert will, kein Problem, er ist ja spindeldürr, wenn das Mädchen fragt: nur schon mein kurzes Zögern und mein Blick und sie weiss, was ich denke! Da ist halt auch immer unbewusst die Angst, sie könnte von den Schulkameraden gehänselt werden für ihre Speckröllchen. Dabei möchte ich ihr auch ein starkes Selbstwertgefühl vermitteln, sage ihr auch oft, dass ich sie hübsch finde!

    • Sportpapi sagt:

      Andererseits klagen dann die übergewichtigen Erwachsenen ihre Eltern an, dass sie es soweit haben kommen lassen. So einfach ist es nicht!

      • Lia sagt:

        soso, man vermittelt Selbstwertgefühl, indem man dem Mädchen sagt, es sei hübsch. Wieso vermitteln Sie ihr nicht, dass Sie intelligent, liebenswürdig, herzlich ist? Anstatt ihr zu sagen, es ist ok, in einem körperlichen Bereich nicht zu „genügen“, solange ein anderer körperlicher bzw äusserlicher Bereich ok ist?

      • ka sagt:

        ja, danke, das ist wohl der richtige Ansatz 🙂

      • Sportpapi sagt:

        Die Mädchen merken doch selber, in welchen Gebieten sie im Verhältnis zu den Kolleginnen gut oder weniger gut dastehen. Da muss man gar nichts vermitteln. Aber es ist richtig, manchmal werden die Prioritäten komisch gesetzt.

      • ka sagt:

        aber kann ein bisschen rundlich nicht auch hübsch sein?

      • Teilzeitpapi sagt:

        Also ich glaube, ich bin nicht der einzige Mann, der Rundungen mag. 😉 Tja, was heisst schon hübsch. Hübsch sind die Frauen, die ihren Körper mögen. Da strahlt etwas anderes durch den Körper, als wenn jemand seinen Körper nicht mag (egal, was die Zeitgeist-Ideale sind). Meistens gehen diese Frauen dann auch ganz anders mit ihrem Körper und Körperlichkeit um. 🙂

  • maurena salzmann sagt:

    1/2 Liebe Frau Fischer, ich danke Ihnen für diesen Beitrag. Ich wurde als Kind von meinen Eltern mit 7 Jahren (!) als zu dick erklärt und am liebsten mit Einzel-Sportarten gequält, bei denen man mich vorführen und beurteilen konnte. Und das wenn möglich in engen Sportklamotten, damit ich mich auf jeden Fall unwohl fühle. Schaue ich heute die Fotos von damals an, so sehe ich ein normalgewichtiges verzweifeltes Kind.
    Bis heute habe ich kein Gefühl für mein Körpergewicht und auch das Sport-Strafprogramm kenne ich nur allzu gut. In meinem Kleiderschrank sind fünf Kleidergrössen zu finden….daher

  • Teilzeitpapi sagt:

    Was ich nicht verstehe: Warum muss über die Ernährung, die Tricks der Lebensmittelindustrie, usw. reden zu einem beschwerten Körperbewusstsein führen? Das vermittelt doch eigentlich, dass der Körper so wertvoll ist, dass man darauf achtet, was man in ihn hineinlässt, was man ihm für Treibstoff gibt (oder wer würde einfach irgendwas in seinen Autotank füllen?) Das ist doch Wertschätzung pur für den Körper? Ebenfalls, dass man ihn trainiert, bewegt. So wie man das Auto pflegt und instand hält? Dazu muss man nicht mit dem Finger auf andere zeigen oder andere heruntermachen.

  • Joerg Hanspeter sagt:

    Ja genau, man muss ja einfach ein natürliches Verhältnis dazu haben, zum Essen, zur Bewegung, zum Fernsehkonsum, zum Alkohol usw. Die Kampagnen richten sich ja nicht an diejenigen, die das mit dem natürlichen Verhältnis schaffen, sondern an diejenigen, die das eben nicht schaffen. Wenn ich 50 Kilo Uebergewicht habe, kann ich mir noch lange einen natürlichen Umgang einreden, es hilft nichts. Auch eine natürlich Kontrolle hilft nichts, ohne Waage kann ich jedes Jahr ein paar Kilos mehr ignorieren.

  • Teilzeitpapi sagt:

    Ich bin kein Experte, habe aber den Eindruck, dass wir noch ein paar Schritte entfernt sind von den Lösungen. Eines ist z.B. der Aspekt, dass der BMI mässig nützlich ist. Weil man z.B. schlank innerlich stärker verfettet sein kann als jemand mit mehr äusserlichem Fett. Sowas erkennt man nur mit einem MRI. Erklärt aber, warum immer mehr „Normalgewichtige“ auch Diabetes bekommen. Vieles hat meiner Meinung nach mit der Naturentfremdung auch bei der Ernährung zu tun. Heute wird 500mal mehr Zucker konsumiert als vor 300 Jahren. Aber worauf ist unser Körper ausgelegt?

    • Teilzeitpapi sagt:

      Fructose wird von der Leber zu 100% in Fett umgewandelt. Haushaltszucker besteht zu 50% aus Fructose. Empfehlungen der WHO zum Zuckerkonsum sind für die Katz, weil wohl 98% der Leute gar nicht wissen, wieviel Zucker sie überhaupt konsumieren. Dass Zucker anscheinend an den gleichen Rezeptoren andockt wie Kokain & Co. würde erklären, warum die Industrie den Stoff überall reintut. Weil unser Körper Mühe hat, aus zwei nach Erdbeere schmeckenden Joghurts dasjenige zu erkennen, dass nur Aroma und Randensaft enthält, muss der Kopf eingeschaltet werden beim Essen.

    • Teilzeitpapi sagt:

      Wir erklären unseren Kindern die Zuckerproblematik (die nachfolgende Unterzuckerung, die zu mehr Lust auf Süsses führt), die Tricks der Industrie. Es geht dabei aber nicht um Dicksein, sondern um gesund sein. Und geniessen zusammen die leckeren echten Produkte (so viel wie möglich unverarbeitet), die feinen Geschmacksnuancen, die man ohne Zuckerdröhnung wieder wahrzunehmen beginnt.

      Bestes Beispiel der Naturentfremdung: Kaum jemand isst 8 Äpfel hintereinander. Die Ballaststoffe füllen und man hat genug. Nicht so beim Saft (künstliche Verarbeitung) von 8 Äpfeln. Der geht hinein.

    • Teilzeitpapi sagt:

      Ohne grosses Völlegefühl (weil die Ballaststoffe fehlen), aber mit gleichviel Kalorien intus (und ne Menge Fructose, viel mehr als bei einer „natürlichen“ Menge Äpfel).

      Wir verbieten unseren Kindern aber nicht, woanders süsse Sachen zu essen. Worauf sie manchmal ziemlich aggressiv reagieren (vermutlich die Unterzuckerung nach dem Zuckerschub). Wir versuchen ihnen dann zu erklären, warum wir denken, dass es ihnen nicht gut ging danach.

    • Teilzeitpapi sagt:

      Aber es ist ein schwieriges Thema, weil die Industrie gnadenlos auf unsere biologische Vorliebe für Süsses (= ungiftig, Belohnung für die Samenverbreitung) spielt. Und wir nur mit Willenskraft dagegen ankommen. Denn Süsses war in der allerlängsten Zeit der Menschheit selten, saisonal und immer begleitet von Ballaststoffen (und mehr Bewegung, der Bewegungsradius von Kindern hat ja in den letzten Jahrzehnten massivst abgenommen).

      Für uns gibt es gesündere und weniger gesunde Lebensmittel. Und solche, die „süchtig“ machen, von denen man ganze Packungen wegfuttern möchte (Unterzuckerung).

    • Lina More sagt:

      Wie Teil 2 von Muttis Lieblings Aussage weiter oben, trifft diese Aussage den Nagel auf den Kopf!
      Ich bin zwar übergewichtig, ernähre mich aber äusserst gesund, viel Gemüse, ein Grossteil davon roh, bewege mich möglichst oft und mache Krafttraining. Meine schlanke Freundin futtert Süsses und Fettiges und ich möcht gar nicht wissen, wie es um ihre Organe (Viszeralfett) bestellt ist. Ich bin dankbar, dass mein Körper dazu neigt, Fettpolster anzusetzen, sonst würde ich wohl auch bedeutend mehr Junk Food essen.

      • marie sagt:

        kann mich nur an mls und ihnen frau more anschliessen. um mein gewicht zu halten (nota bene zu halten!) bin ich gezwungen sport zu betreiben und 2 kleine kalorienarme portionen zu essen. andere nehmen davon ab.
        der stoffwechsel ist nicht bei allen gleich und dazu noch die veranlagung und stress. keine guten voraussetzungen, um den vorgeschriebenen bmi zu erreichen/zu halten. mit sport und gesunder ernährung (was das auch immer heissen mag) ist es für viele nicht getan. darüber hinaus verlieren viele kinder/jugendliche idr ihr übergewicht, sobald sie aus der pubertät kommen, also keine panik.

      • marie sagt:

        und hört endlich mit diesem bmi auf. mir hängt er langsam zum halse raus, als bmi-bulimikerin 😉

      • Sportpapi sagt:

        Jugendliche verlieren ihr Übergewicht, wenn Sie aus der Pubertät kommen? Das ist aber eher die Ausnahme. Die Regel ist, dass Übergewicht recht stabil ist (Tracking), und wenn schon ab Pubertät eine enorme Gewichtszunahme passiert, in der Regel begleitet bei Mädchen durch Sport- und Bewegungsfeindlichkeit.

      • ka sagt:

        @sportpapi: na ja, ich ging von 13-16 einfach auseinander, und danach verlor ich die Kilos einfach wieder, ohne irgendetwas in meinem Verhalten geändert zu haben. war wohl vor allem eine Hormonsache. die Kilos können also schon einfach wieder verschwinden nach der Pubertät.

      • marie sagt:

        jup, bei vielen ist das so.

      • marie sagt:

        in italienz.bsp. sind sind viele kinder/jugendliche (der weibl. bevölkerung) übergewichtig, nach der pubertät nicht mehr.

      • Lia sagt:

        marie, hören Sie bloss auf mit BMI, der ist absolut nutzlos, wenn man sich grössenmässig nicht im Durchschnitt bewegt. Ich mit 1.82m wäre gemäss BMI mit 61kg noch knapp normalgewichtig, und dass dies Blödsinn ist, sieht man auf den ersten Blick – eine 1.70m grosse Frau ist mit 61 kg normalgewichtig, keine, die 13 cm grösser ist. Und wie gesagt wurde – mehr Muskeln = höheres Gewicht, mehr Fett = leichteres Gewicht, da versagt der BMI ebenfalls.

      • marie sagt:

        ich hab’s nicht mit dem bmi lia, gar nicht. und ich werde ganz klar irgendwann mal kapitulieren vor meinen eigenen massnahmen. 🙂 das ist eine frage der zeit und absehbar. knäckebrot und salat mit lust- sowie genussfeindlicher sauce ist ein albtraum, den frau sich vielleicht während einer phase antut… ich nehme das mit sehr viel selbstironie und humor; hat aber durchaus seine grenzen 😉

      • Muttis Liebling sagt:

        Der BMI wurde erfunden, um US- amerikanische Rekruten zu klassifizieren. In diesem Sonderfall, männlich, 17-18 Jahre und nordamerikanisch kann man mit einem BMI- basierten Bezugssystem auch arbeiten, nicht aber Ethnien-, alters- und geschlechtsübergreifend.

      • marie sagt:

        guten tag ml! ich habe eine frage an sie: mir hat vor jahren ein chirurg (er war selber sehr stattlich und hatte das gleiche problem wie ich) erklärt, dass das braune sowie das weisse fett darauf einen einfluss hat. stimmt das? und wie ist die verteilung? stimmt es, dass asiaten mehr brauens haben als wir „europäer“?
        …keine angst, es ist nur eigenes interesse, gegen meine „natur“ anzukämpfen hat mir mehrheitlich niederlagen beschert, und gegen windmühlen zu kämpfen ist ohnehin absurd 😉

      • Sportpapi sagt:

        @ML: BMI ist geeignet für Monitoring, aber eher weniger für individuelle Empfehlungen. Bei Kindern deutlich eher als bei Erwachsenen, wegen des kleineren Muskelanteils. Problematisch ist, neben den erwähnten Problemen, dass unsere Kinder nicht nur an Gewicht, sondern auch an Grösse zugelegt haben, was als zunehmendes Übergewicht gewertet wird. Es könnte aber auch (oder beides zugleich) eine verfrühte Reifung bedeuten.

      • Teilzeitpapi sagt:

        Eine natürliche Gewichtszunahme resp. Notreserven bei der Pubertät würden biologisch durchaus Sinn machen. Das heisst Geschlechtsreife, ergo Kinder gebären (wir denken mal an viel, viel frühere Zeiten). Um den Fortbestand der Spezies zu gewährleisten macht es Sinn, wenn die Natur einer angehenden Mutterein paar Extrakilos Reserve aus guten Zeiten als Notproviant für diese Phase mit hohem Energieverbrauch draufpackt.

      • Muttis Liebling sagt:

        @marie, die Frage kann ich nicht beantworten. Die thermoisolierende Funktion des Fettgewebes spielt heute, angesichts zentralbeheizter Räume keine Rolle und das thermogene Verhalten des braunen Fettgewebes ist nur noch für Säuglinge relevant. Ich kann mir vorstellen, dass es in Gegenden mit grossen Temperaturschwankungen, wie z.B. in Nordchina oder im Kaukasus von Vorteil ist, dass zu erhalten.
        Im Mittelalter hätte eine Frau mit Modelmassen nicht die geringste Chance zum Überleben. Entweder erfriert sie, oder stirbt an der Kohlenmonoxid Vergiftung am offenen Feuer.

  • Ylene sagt:

    Zumindest in meinem Bekanntenkreis essen dicke Leute ganz einfach mehr als Nichtdicke, inkl. mehr Süsses, Chips, etc. (Ich kenne eine Ausnahme, bei der mir wirklich nicht klar ist, warum sie mollig und nicht dünn wie ein Strich ist.) Und mehr bewegen ist zwar ok, aber soviel mehr bewegen können Sie sich mit einem normalen Job und Privatleben einfach nicht. Da muss man halt wirklich weniger essen und am besten mehrheitlich nur Wasser trinken, wenn man denn unbedingt schlank sein will.

    • Sportpapi sagt:

      Man kann, wenn man will. Aber wenn man nicht will, ist es auch ok. Aber Bewegung ist der Schlüssel. Genauer gesagt, ist vermutlich Kraftaufbau am sinnvollsten, weil es den Grundumsatz erhöht. Und das (Über-) Gewicht einfach auch besser aussieht.

      • Teilzeitpapi sagt:

        Nicht unbedingt. Es gibt auch Forscher, die sehen die (Mit-)Ursache des Bewegungsmangels im Übergewicht (z.B. Robert Lustig). Und der menschliche Körper ist enorm effizient bei der Bewegung, sonst wären wir längst ausgestorben. Interessant sind die Erfolge z.B. der low carb (= low sugar!) Ernährung. Wie aber auch z.B. der (u.a. homöopathischen) HCG Kur. Es gibt viele Dinge, die unsere Stoffwechselprozesse durcheinanderwirbeln kann. Z.B. die Zuckerschübe mit der nachfolgenden Unterzuckerung (und irgendwann macht die Bauchspeicheldrüse den Stress nicht mehr mit).

      • Teilzeitpapi sagt:

        Dann die ganzen künstlichen Aromen, die dem Körper vorgaukeln, es käme ein gewisses Produkt, dann kommen aber nur Füllstoffe mit Aroma. Die Geschmacksverstärker, die auch bei der (tierischen) Mast eingesetzt werden (auch künstliche Aromen, übrigens). Aber selbstverständlich Menschen nicht mästen… Usw. Da gibt es eine Menge Interessantes. Dass z.B. Kinder, die fettig essen (vermutlich ohne viele Transfette, die bereits geächtet sind), weniger Übergewicht aufweisen. Trotzdem noch die Welle, in der Fett durch Zucker ersetzt wurde, anhält.

  • Muttis Liebling sagt:

    Immer noch hält sich, gegen besseres Wissen. das hartnäckige Gerücht, dass das Körpergewicht mit der Nahrungsaufnahme korreliert. Tatsächlich ist es zu 50% genetisch bestimmt und kann per Nahrung zu ca. 10%, per Bewegung zu 40% variiert werden.
    Meines Wissens gibt es keine Beweise, dass sich die Gewichtsverteilung der schweizerischen Bevölkerung in den letzten Jahren verändert hätte. Statistische Werte (BMI) haben sich durch Zuwanderung nach oben verschoben, aber das hat mehr mit der pyknischen Konstitution zugewanderter Südeuropäer zu tun. Grundsätzlich ist der BMI auch nicht geeignet,

    • Muttis Liebling sagt:

      2/ Aussagen zu Verteilung von Übergewicht zu treffen. Fettsucht kann man in vielen, aber nicht allen Fällen visuell diagnostizieren, damit übersieht man aber das viel gefährlichere Viszeralfett. Eindeutige Aussagen erlaubt nur die Messung des Körperfettanteil und da schneiden äusserlich Magere manchmal gar nicht so gut ab.
      Was die Prognose angeht, haben in unseren Breitengraden Anorexie und Bulämie eine weit grössere Bedeutung und die höchste Lebenserwartung haben Personen mit leichtem Übergewicht (5-10%).
      Den Vorschlag, dieses und ähnliche Themen aus dem öffentlichen Fokus zu nehmen,

    • Muttis Liebling sagt:

      3/ möchte ich ausdrücklich unterstützen. Inzwischen wird über alles viel zuviel geredet. Es gibt Staaten, in denen die Publikation von Morden und Selbstmorden verboten ist, weil es dadurch regelmässig zu Nachahmertaten kommt.
      Der Gestaltungsrahmen für die eigene Körperform ist viel geringer, als die konstitutionell Normalgewichtigen das annehmen. Da nützt das viele Reden auch nichts. Aufklärung hat sich bisher auf allen Präventionsfeldern als nutzlos erwiesen. Aufklärung und Thematisieren ist die Methode der Phantasielosen.

      • Sportpapi sagt:

        Und welches ist die Methode der Phantasten? Vorgaben und Vorschriften sind ja in der Schweiz auch nicht ok…

      • Teilzeitpapi sagt:

        Es wird zu wenig geredet über die gefährliche innere Verfettung. Die zu immer mehr chronischen und sehr teuren Erkrankungen führt. Gemäss Robert Lustig werden sie das US-Gesundheitswesen bankrott machen. Unseres möglicherweise mit Verzögerung. Wie z.B. Diabetes (zusammen mit Süssgetränken, dort wird am meisten Cola pro Kopf konsumiert) in Mexiko explodiert und was das kostet! Aber richtig, Selbstdisziplin und Aufklärung erreichen die wenigsten, weshalb auch die Credit Suisse (eine Bank!) eine Zuckersteuer empfiehlt!

      • ka sagt:

        Danke ML für ihre Ausführungen. Stimme mit ihnen aus eigener Erfahrung über ein. Aber heute glaubt man ja, mit Wille und Disziplin sei es jedem möglich die Idealfigur zu erreichen. Das impliziert dann, wenn man nicht die Idealfigur hat, dass man faul und disziplinlos ist, meist auch noch dumm und ungebildet. Wenn man sich es dann leisten kann, hilft in der Not sonst der Chirurg. Für Kinder ist dieser Anspruch kaum einzuordnen, wenn es dumm läuft, endet es in der Magersucht, oder erst recht in der Fettsucht.

      • Muttis Liebling sagt:

        Bewährt hat sich bisher nur Verhältnissprävention (z.B. Impfen, Lebensmittelhygiene, Förderung von Sport in allen Lebensbereichen), während Verhaltensprävention (Aufklärung) weitgehend nutzlos ist.

      • Sportpapi sagt:

        @ML: Da reiten Sie voll auf der Trendwelle. Ob es wirkt, wird die Zukunft zeigen. Denn die tollen Bewegungsplätze müssen dann immer noch individuell genutzt werden.

    • Leo Schmidli sagt:

      Natürlich korreliert es! Wenn nichts aufgenommen wird, kann man schlecht zunehmen. Meines Wissens gibt es keine Beweise für IHRE Behauptungen! Ein Teil ist sicher genetisch bedingt, der andere (grössere) Teil aber eine Kombination aus Ernährung (man muss nicht zwingend weniger essen, sondern das Richtige) und Bewegung.
      Ihre Theorie mit der Zuwanderung halte ich für hanebüchen (vielleicht ist aber auch die EU Schuld), beim letzten Satz gebe ich Ihnen jedoch Recht.

      • Sportpapi sagt:

        @Schmidli: MLs Aussagen decken sich durchaus mit meinen Erfahrungen. Und dafür gibt es sehr wohl Hinweise. Beachten Sie mal die Verzehrstudien. Dann stellen Sie fest, dass es mehr Übergewicht gibt, obwohl die Kalorienzunahme stagniert. Und betrachten Sie mal die Nationalitäten, die vorwiegend von Übergewicht betroffen sind. Und dann schauen Sie mal die Entwicklung von Übergewicht z.B. in der Stadt Zürich an, in der seit 10 Jahren eine völig veränderte Zuwanderung stattfindet. Die Balkanländer verdrängt durch vorwiegend Deutsche.

      • Teilzeitpapi sagt:

        Sehr gut, Sportpapi. Da wären wir bei einem anderen veralteten Mythos, auf dem viele Diäten aufbauen: Eine Kalorie ist eine Kalorie. Das stimmt leider nicht. Eine Kalorie Fructose macht im Körper etwas anderes als eine Kalorie Glucose. Kalorienzählen ist daher mässig nützlich, wenn die unterschiedliche Verstoffwechslung nicht angeschaut wird. Fructose wird zu 100% in Fett umgewandelt, die Glucose zu 80% von Muskeln und Organen verwendet, 20% geht zur Leber, davon wird das meiste zum unproblematischen Glycogen umgewandelt, ein sehr kleiner Teil zu Fett.

      • Muttis Liebling sagt:

        Im Kalorimeter gemessene Energie hat mit dem Körperumsatz auch sonst nicht viel zu tun. Ca. 1/3 der Menschen haben eine Darmflora, welche Zellulose zu Zucker abbauen kann. Die guten Futterverwerter gibt es tatsächlich. Dieser Typ kann von Blattsalat zunehmen und das in Mengen, bei denen Normotrope in Mangelzuständen geraten.
        Die Ernährungswissenschaften und die Konstitutionsbiologie haben sich in den letzten Jahren rasant entwickelt, vieles, was noch so durch die Allgemeinbildung geistert (Bilanzdenken), ist wissenschaftlich längst widerlegt.

      • Sportpapi sagt:

        @TZ: Und wo ist da der Widerspruch zu meinen Ausführungen?

      • Teilzeitpapi sagt:

        @ Sportpapi: Ich schrieb nicht, dass da ein Widerspruch ist. 😉 Sondern finde es sehr gut, dass Sie diesen Aspekt aufgegriffen hatten. 🙂

    • Moritz Barth sagt:

      Sorry, aber das ist einfach nur falsch!
      Nur 10% per Nahrung? Wie kommen sie auf solch wirre Zahlen? Es ist sehr entscheidend, wie man sich ernährt und wieviel und wie oft man sich bewegt! Ernährung und Bewegung machen, ca 80% aus und dann kommen ihre 20% Genetik dazu. Gut aussehen und fit zu sein gibt es halt nicht gratis.
      Zum Artikel im allg.: Halte ich für absoluten Schwachsinn und keine Zeile wert zu lesen. Die Eltern bestimmen die Ernährung und Bewegung ihres Kindes – mindestens bis zur Pubertät. Ahhh halt, ist ja veraltet, heute ist laisser-faire angesagt und man gibt Geld für McDonalds.

    • Gerücht? Muttis Lieblings… das ist Thermodynamik. Das ist Physik! Da gibt es NICHTS zu rütteln! Wenn sie einen Weg finden, die Thermodynamik zu überlisten, oder beweisen können, dass es Menschen gibt, bei denen die Kalorienbilanz nicht der entscheidende, der einzige Faktor für Zu-/Abnahme des Körpergewichtes ist, dann ist Ihnen der Nobelpreis sicher.
      Ich weiss ja nicht, wie ignorant man gegenüber wissenschaftlichen Fakten sein kann… aber physikalische Tatsache ist folgendes: Essen sie mehr Kalorien als sie benötigen, nehmen sie zu, andernfalls nehmen sie ab. Fertig.

      • Muttis Liebling sagt:

        @Mettler, wir verzehren Nahrungsmittel, keine Kalorien. Ihre Argumentation stimmte nur im Falle der Infusion von Glucose- Lösung. Ansonsten verzehren wir mehr oder weniger langkettige Zucker-, Eiweiss- oder Fettmoleküle, die erst einmal enzymatisch aufgespalten werden müssen. Genau da beginnt die intraindividuelle Variabilität.
        Bei der Therapie von Adipositas misst man zur Kontrolle nicht nur die Kalorienzufuhr, sondern auch den Kaloriengehalt der Exkremente. Ja nach Enzymapparat und Nahrungsmittel können darin 50% und mehr der zugeführten Menge enthalten sein.

      • Sportpapi sagt:

        Der Punkt ist eben: Menschen benötigen sehr unterschiedliche Kalorienzahlen. Und mit Diäten verändert man dieses Bedürfnis noch zusätzlich. Das heisst, die banale Aussage bringt einfach wenig.

  • Lynn Dohr sagt:

    Ich fand Models als Kind toll, und nicht die Heidi Klum Models, sondern die HF-Paris und NY Models! Im Gegensatz zu vielen anderen Frauen, habe ich eben kein Aussehwahn. Das liegt nicht an den Models, sondern daran dass ich seit Kind ziemlich genau weiss, was ich mit meinem Leben anfangen will und diesen Weg gegen alles und jeden vertreten werde. Trotz Models studiere ich sehr „männlich“.
    Diese Zweifel, deren Schuld sie Heidi geben, liegen meiner Meinung nach an der Gedankenlosigkeit nicht zu wissen, wer man sein und was man tun will, deshalb unterwirft man sich der Umgebung.

  • Marcel sagt:

    Würde man wieder in den Schulen wie damals Kochen und Ernährung lernen, dann hätten wir auch weniger fette Kinder. Aber dazu müssten auch endlich mal die Eltern aufhören andauernd jedes Wochenende (oder sogar mehrmals) mit ihren lieben Kleinen in die Fastfoodketten essen zu gehen. Auch wäre es hilfreich wenn man mit den Kinder wieder mehr nach draussen geht, und sich auch nicht bei schlechtem Wetter davon abbringen lässt. Zudem sollten genug Bewegungsmöglichkeiten (Fahrrad) vorhanden sein. Das Kind ist ein Spiegel eurer Ernährung. Think about it. Ist es zu fett, dann macht ihr was falsch.

    • 13 sagt:

      So einfach ist es leider nicht. Erstens essen Kinder auch beim gleichen Angebot nicht gleich und bewegen sich nicht gleich. Bei meinen Kindern sehe ich das gut. Beide haben völlig andere Vorlieben, auch wenn sie täglich am gleichen Tisch sitzen. Und sie bewegen sich beide viel, aber nicht gleichviel. Zweitens hat man nur bis zu einem gewissen Alter überhaupt einen Einfluss. Wenn sie vormittags/nachmittags oder sogar mittags auswärts sind, ist es damit vorbei. Da müssen sie es gelernt haben.

    • ka sagt:

      Das ist genau der Ansatz, den Frau Fischer anprangert. So einfach ist es nicht! Die genetische Veranlagung ist einfach unterschiedlich. Habe drei Kinder, eins spindeldürr, eines supersportlich und das dritte rundlich. alle Bewegen sich viel und werden gleich ernährt! Es gibt einfach Menschen, die können essen soviel und was sie wollen, und die anderen müssen sich beherrschen und immer genau kontrollieren. Das ist für ein Kind unglaublich schwierig und in der Familie führt das oft zu grossen Spannungen. Als sie noch kleiner war, hat sie es oft auch mit Liebesentzug verwechselt.

      • Teilzeitpapi sagt:

        Ähm, geht es darum, wie die Kinder aussehen, welchen Umfang sie haben? Oder darum, ob sie gesund sind? Klingt doch danach, dass sie drei gesunde, aber nicht geklonte Kinder haben? Das mit dem essen können, was sie wollen, stimmt nicht! Jede funktionierende Leber wandelt 100% der Fructose in Fett um. Wenn man es nicht sieht liegt es halt bei den Organen (wenn es nicht evtl. durch Sport abgebaut wird) und wird irgendwann, nach vielen, vielen Jahren, deren Funktion beeinträchtigen. Ja, einige können ohne viel Bewegung lange ungesund essen und schlank bleiben, aber die Rechnung kommt eines Tages.

      • Marcel sagt:

        Ach und so dass ich es hier gesagt habe: Es gibt immer einen Grund wenn man 3 Kinder hat, aber nur eines ist davon „beleibt“. Ich war früher auch der Dickere in der Familie, aber ich habe auch oft heimlich meinen Frust in mich reingefressen. Das hat meine Mom nie mitbekommen, aber sie wunderte sich immer wo all das Essen hingekommen ist. Ich war selber schuld, aber irgendwie auch nicht, weil ich wusste nie was ich da eigentlich machte. Was bedeuten die Zahlen auf der Verpackung? Das durfte ich dann mit 25 lernen. DANKE SEHR!!!!!!!!!!!

      • ka sagt:

        Vielleicht ist ja genau das der Unterschied, bei den einen bauen die Muskeln das Fett viel schneller ab, da sie die grössere Leistungsfähigkeit haben, als bei anderen. Die Muskelspannung ist von Geburt her gegeben, ob man etwas hypoton ist oder eher eine grössere Muskelspannung hat ist genetisch gegeben.

      • Kurt Brot sagt:

        Nur weil alles Fett zu Fructose wird heisst das nicht, dass alle Stoffwechsel identische Energiemengen verbrauchen. Und mit all dem Halbwissen das hier kursiert fragt es sich schon ob es sich nicht vor allem um eine Hysterie handelt.

      • Teilzeitpapi sagt:

        @ Kurt Brot: Welches Halbwissen? Haben Sie Fakten, dass Diabetes abnimmt? Zur Energiemenge: Kinder regeln ihr Essverhalten gut selbst, vorausgesetzt sie bekommen echte Lebensmittel (und nicht solche, bei denen ihnen etwas anderes vorgegaukelt wird als drin ist).

      • Marcel sagt:

        Unbestritten haben Gene und Vererbung auch mit dem Thema zu tun. Aber bitte legen Sie einen Teil von der Blauäugigkeit ab. Wenn jemand Dick wird, dann gibt es immer gute Gründe (Ernährung, Bewegung, Krankheit). Ich höre oft auch die Aussage, dass die dickere Person kaum mehr isst als andere, aber dennoch zunimmt. Wenn man aber mal gezielt die Leute beobachtet, dann naschen die immerzu, oder aber die Vergleiche hinken hinterher. Eine Salamipizza mit Gorgonzola hat niemals gleich viele Kalorien wie eine Margarita. Das ist ein Fakt, auch wenn man dann sagt dass beide eine Pizza hatten.

    • Marcel sagt:

      Oh common, ich geb zu dass meine Ansicht zu leicht gestrickt ist, aber viele der Aussagen hier wirken auf mich nur wie Ausreden, und das nur weil man den Konflikt in der Familie scheut. Fakt aber ist und bleibt, dass die Kinder gar nicht mehr lernen was Essen ist, und damit könnte man locker eine Hauptlektion in der Primar bis Sekundar füllen, und verzichtet dann lieber auf ergänzende Schulfächer. Es ist doch schlimm wenn ein 18 Jähriger später nicht mal weiss, warum er übehaupt Eiweiss oder Kohlenhydrate benötigt, oder wo der Unterschied zu Saccharin, Fruktose oder Weisszucker liegt.

      • 13 sagt:

        Das die Kinder es lernen müssen, gebe ich ihnen recht. Zu Hause sollte es thematisiert werden, die Kinder beim kochen miteinbeziehen, sie auch mal die Lebensmittel in Originalform schmecken, riechen, berühren lassen, erklären, warum man von etwas eine ganze Schüssel essen sollte und vom anderen nicht etc. etc.

        Aber zu sagen dicke Kinder = Eltern gehen mit ihnen nur in Fastfoodläden + sie sind nie draussen ist einfach falsch. Es sind noch andere Faktoren beizuziehen und eben auch den Einfluss der Freunde nicht unterschätzen.

      • Marcel sagt:

        Ehe es die Kinder lernen, sollen es mal die Eltern lernen. Wie viele Eltern pumpen heute ihre Kinder mit Süssigkeiten voll, weil die Kinder sonst pausenlos betteln oder weinen? Aber hey, schon gemerkt dass die Kinder zuckerabhängig sind? Zu viel Zucker und sie sind total wild, ungezügelt und frech und kriegen dann eins auf den Deckel. Nimmt man den Zucker weg, werden sie depressiv, launisch und quengelig und kriegen dann wieder eins auf den Deckel. Es tut mir leid, aber vieles hat ein Zusammenhang mit den Eltern und den Verwandten (Oma, Opa etc).

      • 13 sagt:

        @ Marcel
        Das ist ebenfalls alles richtig. Mich stört einzig die Aussage, dass alle Eltern von übergewichtigen Kindern sich eh zu wenig um die Ernährung und die Bewegung der Kinder kümmern. Es ist eben vielschichtiger, warum ein Kind fettleibig ist. Auch das Fehlverhalten der Eltern ist ein Faktor, wobei es teilweise aus Überforderung und Unwissen geschieht und nicht nur aus Desinteresse und Konfliktscheue.

        Eine Ausrede ist das nicht, denn meine Kinder sind zum Glück trotz unterschiedlichen Essverhalten nicht betroffen.

  • Peter sagt:

    Ich wohne in der Nähe vom Sihlcity,das stark von Teens /Jugendlichen frequentiert wird.Wenn ich jeweils sehe was die oft dicklichen Kids (es hat wirkliche immer mehr) in der Hand halten ist es durchs Band : Eistee oder irgend ein Energiedrink dazu Pommes oder Schokolade…Denke das Problem ist nicht was sie zu Hause essen,sondern wie sie ihr Taschengeld ausgeben.sprich die Zwischenmahlzeiten.Da kommen schnell 2000-3000 Kalorien proTag dazu.

    • captain kirk sagt:

      Als ich noch in die Berufschule ging hatte es in meiner Klasse sicher 8 Personen Morgens als erstes eine Dose Red Bull gerunken haben. Die selben haben dann über den Tag verteil jeweils je eine 2 Liter Flasche Nestea oder Coca Cola getrunken. Das sind rund 138g Zucker bzw. 728kcal. Da das nicht Satt macht, wurde aber dennoch die Üblichen Mahlzeiten gegessen.
      Ein Teil davon hat die Kurve gekriegt. Der andere Teil ist heute mehr oder weniger Dick.

      Ich fand und finde es erschreckend.

  • nowhere sagt:

    Viel helfen würde es schon, wenn nicht immer Kommentare über mangelnde Disziplin, Faulheit, gerade in solchen Blogs kommen würden.
    Es ist eben für viele nicht so einfach, abzunehmen/ schlank zu bleiben, sondern ein Leben mit wirklich viel Entbehrungen und und Enttäuschungen. Die wirklichen Ernährungsexperten wissen das.

    Da sind die tollen Bemerkungen, ‚Ich habe keine Probleme, ich mache halt 2x pro Woche Sport und esse keine Schoggi, blabla‘.

    Mehr Freundlichkeit und weniger Häme würde helfen.

    • Teilzeitpapi sagt:

      Das ist eine Frage der Sicht. Die Leute, die ganz viele künstliche Aromen, Geschmacksverstärker und Zucker essen, die haben die Entbehrung, dass sie vielen feinen Geschmack gar nicht mehr wahrnehmen können. Was sie allerdings nicht wissen (ergo keine Enttäuschung). Disziplin braucht es leider. Denn Zuckerentzug kann hart sein, wenn man ihn zu schnell angeht. Und das Problem ist, dass die Lebensmittelindustrie es geschafft hat, dass die Zuckerprodukte omnipräsent sind. Kioske, Automaten, überall ist Zucker in hohen Mengen verfügbar.

    • dres sagt:

      Es geht in diesem Artikel in erster Linie um Kinder. Und deren Fettleibigkeit ist einzig und allein den Eltern zuzuschreiben, die es offensichtlich nicht schaffen, ihren Kindern ein halbwegs gesundes Leben zu gestalten.
      Und bei den Erwachsenen: Doch, Fettleibigkeit ist – abgesehen von ein paar krankheitsbedingten Fällen – reine Charaktersache.

      • Teilzeitpapi sagt:

        Jetzt kommt die moralische Frage. Bedeutet „Charaktersache“ individuelle Verantwortung oder kollektive Verantwortung. Bis zu den 90er-Jahren wurde Aids als Problem von Minderheiten angesehen. Bis auch Promis infiziert waren und die Leute zu denken begannen, wenn es den/die trifft kann es auch mich treffen. Es wurde eine Angelegenheit der öffentlichen Gesundheit. Genau dasselbe sagt Prof. Robert Lustig der Verfettung (v.a. infolge des Zuckerkonsums) voraus. Sobald genügend Leute begreifen, dass viele schlanke Leute innerlich verfettet sind und das gleiche Risiko für Diabetes, etc. aufweisen.

      • Teilzeitpapi sagt:

        Dann werden die ganzen chronischen Erkrankungen, die bisher v.a. Übergewichtigen zugeschrieben werden (was in vielen Fällen auch richtig ist, aber eben nicht für die gesunden und fitten Übergewichtigen gilt, und zusätzlich für innerlich verfettete Schlanke auch richtig ist) nicht mehr ein Minderheitsproblem, sondern ein Problem der öffentlichen Gesundheit.

      • Teilzeitpapi sagt:

        Worauf die moralische Frage sein wird, ob stärker als Kollektiv eingegriffen wird. Man könnte ja auch überall Heroinautomaten stehen haben und sagen, es ist jedem seine Verantwortung, sich nicht daraus zu bedienen. Aber anscheinend sind Kinder gesünder, wenn sie in ihrer Schule keinen Süssgetränkautomaten haben (aus den USA). Selbstverantwortung vs. Steuerung/Verbote/Markteingriffe.

      • Sama sagt:

        Übergewicht heisst nicht Umsonst „Fettsucht“ – es ist eine Krankheit, die einem ein Leben lang verfolgt – wenn man sie erst mal hat. Genauso deshalb ist es wichtig, das Kinder nicht schon dick ins Erwachsenenalter hineingehen.
        Einmal vorhandene Fettzellen verschwinden nicht, sondern leeren sich nur und haben einen unstillbares Verlangen,sich wieder zu füllen.
        D.h. für ehemals Übergewichtige ist es auch bei Ernährunsumstellung ungleich schwieriger, Gewicht zu halten, als Menschen, die nie dick waren.

      • marie sagt:

        nicht ganz sama. ein paar kilos „zuviel“ (übergewicht) machen noch keine adipositas aus.

      • Muttis Liebling sagt:

        Adipositas ist eine Krankheit, Übergewicht ist nur subjektiv festgelegt und die aktuelle Definition hält einer ernsthaften Überprüfung nicht stand.

      • Sportpapi sagt:

        @ML: Wie ist denn Adipositas festgelegt, im Unterschied zu Übergewicht? Und sind die Grenzwerte nicht sehr objektiv?

      • marie sagt:

        sport, unter ärzteblatt(punkt)de können sie sich schlau machen, worum es beim begriff adipositas geht, insofern sie daran interessiert sind und kontroverse ergebnisse nicht scheuen.
        sama hat übergewicht als fettsucht (adipositas) bezeichnet, das stimmt eben SO vereinfacht nicht.

      • Sportpapi sagt:

        @marie: Ich weiss nicht, auf welchen Artikel Sie dort verweisen möchten. Auf die weltweite Epidemie von Übergewicht und Adipositas? Wie auch immer: In der Regel wird Übergewicht als BMI-Perzentil 85 oder 90 (je nach Normtabelle) und Adipositas als 95 oder 97 diagnostiziert. Die Vorgehensweise ist also gleich: ein statistischer Kennwert. Bei Erwachsenen spricht man von BMI 25 und BMI 30, erstaunlicherweise ohne Unterschied zwischen Männern und Frauen.

      • marie sagt:

        mit kontrovers, meine ich kontrovers in meinem post!

        wenn sie dieses thema wirklich interessiert, dann fangen sie mal an zu lesen. es sind ca. 100 artikel und DAS nur im ärzteblatt.
        adipositas ist eine krankheit. sonst können sie ja mal kurz wiki fragen, ist zwar nicht fundiert, aber es gibt immerhin einen einblick.

      • Sportpapi sagt:

        @marie: Und wenn Sie lange genug suchen, finden Sie vielleicht sogar einen Artikel, auf dem auch mein Name steht. Ich garantiere Ihnen jedenfalls, ich habe schon mehr als 100 wissenschaftliche Artikel zum Thema gelesen. Ja, und durchaus Kontroverses, was die Lösungen anbelangt. Aber nicht, wenn es darum geht, das Problem als Problem zu erkennen. Ja, etwas Übergewicht schadet gar nichts, zumindest wenn man sich ausreichend bewegt. Bei Adipositas hört der Spass dann aber schnell auf.
        Aber eigentlich weiss ich ja gar nicht, was Sie mir sagen, was ich auf dem Ärzteblatt suchen soll.

      • marie sagt:

        ich geb’s auf. bei ihnen geht es auf polemik raus. sie sprechen von grenzwerden, ml von krankheit, sama von übergewicht=fettsucht. und im heutigen beitrag geht es um ein paar kilos „zviel“ (was das auch immer heissen mag).

      • Muttis Liebling sagt:

        Übergewicht ist eine Formvariabilität, Adipositas eine Krankheit. Allein über das Körpergewicht kann man Adipositas nicht diagnostizieren, schon weil Muskelmasse mehr als Fett wiegt.
        Jeder hat vielleicht schon einmal ein preiswertes Stück Fleisch gebraten, welches in der Pfanne auf die Hälfte geschrumpft ist und eine Wasserpfütze hinterlassen hat. Eindrucksvolle Gewichtsschwankungen beruhen eher auf (De-) Hydration, als auf langwierigen Fettabbau.

      • Sportpapi sagt:

        @marie: Immer das gleiche Spiel. Sie werfen mit Begriffen um sich, die sie seltsam oder falsch verwenden. Sie verweisen auf Artikel, ohne sie zu benennen, auf „lesen Sie mal“. Aber sobald ich ganz konkret und fassbar zurückfrage, weil ich nicht in Wolken argumentieren möchte, werfen Sie mir Polemik vor. Ach ja.
        @ML: Sie haben recht. Dennoch wird in Monitoringprojekten mit dem BMI argumentiert, weil nicht davon ausgegangen wird, dass sich die Körperzusammensetzung von Gesellschaften übermässig ändert. Individuell ist das ganz etwas anderes. Ich bin auch adipös…

      • una sagt:

        Übergewicht ist oft genetisch bedingt: http://www.spektrum.de/inhaltsverzeichnis/spezial-biologie-medizin-hirnforschung-2-2014/1210064, gerade neuere Forschungen belegen das.

    • Nun, die Kommentare sind nunmal die Realität. Wenn jemand angeblich schlank sein will.. dann WIRD die Person das auch sein!
      Wer das NICHT will, sollte die Ehrlichkeit und Selbstehrlichkeit haben, dazu zu stehen und zu sagen: „Nein, ESSEN und faul sein ist mir wichtiger, als gesund und fit zu sein.“ Und dann auch das Rückgrat haben, damit zu leben, dass das die Meisten nicht verstehen. Man kann ja nicht den anderen ihre Ansichten vorschreiben.
      Wenn man nicht kritisiert werden will, muss man sich anpassen. Ansonsten mit der Kritik leben können.
      Immer sinds die anderen… das nervt mich.

      • Teilzeitpapi sagt:

        Zum Thema faul sein: In der Wissenschaft wird darüber gestritten, ob Zucker süchtig machen kann. Wer das lustig findet, soll mal ein Selbsterfahrungsexperiment machen und einen hohen Zuckerkonsum fahren und dann abrupt von einem Tag auf den anderen nur noch natürlichen Zucker essen (in Früchten und Milchprodukten).

        Zum Thema Selbstverantwortung: Durch falsche Ernährung und zu wenig Bewegung verursachte Erkrankungen bezahlen alle mit. Möglicherweise sind hier ähnliche moralische Fragen zu beantworten wie bei der Kosten(nicht)übernahme von Methadon oder bei Unfällen von Extremsportarten.

      • Franziska sagt:

        @Peter Mettler: Ich beobachte es bei mir und bei anderen. Essen hat nicht nur mit Essen zu tun sondern kann u.a. eine Art der Gefühlsregulierung sein. Sich mit seinen Gefühlen auseinanderzusetzen braucht eine gewisser Reife und viel Mut und Beharrlichkeit. Es ist, wie bei vielen Themen, nie so einfach wie es scheint sondern vielschichtig und komplex. Dass es immer die anderen sind, das nervt mich auch, da gebe ich Ihnen recht. Sein Essverhalten zu ändern ist schwierig und kann jeder nur selbst ändern doch in einem Klima wo Faulheit verpönt und fit sein alles ist, eine grosse Herausforderung.

  • Sportpapi sagt:

    Sie sagen es selber: „Man soll nicht kritisieren, wenn man selber keine bessere Lösung hat.“ Offensichtlich ist: Wir haben ein grösseres Problem mit massiv zunehmendem Übergewicht bei Kindern. Eine Zunahme, die nach Expertenmeinung (Aeberli, ETH) mittlerweile dank der Kampagnen gestoppt werden konnte. Wir haben übergewichtige Kinder, aus denen meist übergewichtige Erwachsene werden. Wir haben übergewichtige Kinder, die zunehmend ausgegrenzt werden, vor allem beim Sport. Die Frage ist also, was tun, denn nichts tun und einfach zuschauen ist auch keine Lösung.

    • Babar sagt:

      @Sportpapi: Frau Fischer propagiert nicht das „nichts tun“ viel mehr thematisiert sie den mittlerweile krankhaften Umgang mit Essen. Häufig treffen solche Kampagnen diejenigen die schon vieles richtig machen. Die betroffene Bevölkerungsschicht versteht die Kampagne nicht oder sie wissen schlicht nicht wie gross ihr Kalorienbedarf ist oder wie viel sie zu sich nehmen müssen.
      Welche bessere Lösung schlagen denn sie übrigens vor? Nicht nichts tun ist kein Lösungsansatz.

      • Sportpapi sagt:

        @Babar: Sie propagiert nicht. Aber Lösungen zeigt sie nicht auf. Eben, weil die auch nicht so einfach sind. Meine Lösungen? Genauer hinschauen, das Problem analysieren. Wir wissen, dass Übergewicht in der Schweiz auch ein Schicht- und Ausländerproblem ist. Und in gewissen Gegenden massiv gehäuft vorkommt. Aber es ist natürlich auch schwierig, etwas zu erreichen, wenn die Betroffenen das vielfach gar nicht als Problem sehen!
        Mein Ansatz: Wie bringen wir ausländische Kinder dazu, frühzeitig sich mehr zu bewegen, sportlich aktiv zu sein? Was kann die Bewegungsförderung, was die Vereine beitragen?

      • Hans Meier sagt:

        Lösungsansatz: Pro Stunde Fernseher/Computer zwei Stunden draussen rumrennen.

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