Mütter hängen am häufigsten am Smartphone

Frau Smartphone

Nicht vor den Kindern: Eine Mutter flüchtet in die virtuelle Welt. (Foto: BuzzFarmers/Flickr)

«Smartphone-Süchtige erziehen häufig Kinder» titelte das Statistik-Portal Statista vor Kurzem und bildete dazu eine eindrückliche Grafik ab, die besagt, dass Mütter zehnmal häufiger in der Gruppe der Smartphone-Abhängigen vertreten seien als unter den Durchschnitts-Nutzern. Überhaupt zählten männliche wie weibliche Erziehungspersonen überproportional oft zu den Smartphone-Süchtigen. Was den Autoren schliesslich zur Frage veranlasste, ob Kinder ihre Eltern womöglich Smartphone-süchtig machen?

Lassen wir das erst mal offen. Die primäre Frage ist ja, wo die Sucht anfängt. Laut dem Flurry Blog – einem Blog der Firma Flurry, die Technologiedaten auswertet, und von der diese Zahlen ursprünglich stammen – gilt jemand als Smartphone-süchtig, wenn er mehr als 60 Mal pro Tag eine App öffnet. Zum Vergleich: Der Durschnitts-User tut das um die zehnmal täglich.

Flurry hat sich die Daten von 500’000 Apps angeschaut und gesehen, dass die Zahl der Smartphone-Süchtigen im letzten Jahr enorm zugenommen hat, um satte 123 Prozent nämlich. Die Menge der «Regular Users», die täglich bis zu 16-mal auf eine App klicken, ist im gleichen Zeitraum bloss um 23 Prozent gewachsen. Flurry wollte herausfinden, wer diese vielen Süchtigen sind, und war überrascht, dass mit 52 Prozent mehr als die Hälfte von ihnen weiblich sind. Und dies, obwohl insgesamt mehr Männer ein Smartphone oder Tablet besitzen als Frauen. Noch spannender wurde es, als man sich diese Frauen etwas genauer ansah: Mütter sind in der Gruppe der Süchtigen wie eingangs erwähnt zehnmal stärker vertreten als in der gesamten Smartphone-Nutzergruppe. Väter immerhin noch sieben Mal so häufig.

Die Experten von Flurry hatten allerdings eine ganz andere Erklärung dafür als der Autor auf Statista: Sie sahen eine Familie vor sich, zwei Erwachsene, zwei Kinder. Dazwischen zwei Smartphones und ein Tablet, auf denen alle Familienmitglieder gelegentlich herumspielen. Was erklären würde, weshalb mehr Apps pro Tag geöffnet werden, als wenn nur eine Person das Gerät bedient. Und dennoch reicht mir das als Entwarnung nicht aus. 60 Apps pro Tag – das sind einige. Entweder lassen die Mütter ihre Kinder also unbehelligt stundenlang mit ihrem Smartphone oder Tablet spielen, oder sie tippen doch selber regelmässig darauf herum.

Ich vermute Letzteres. Gerade die auf Kommunikation ausgelegten Apps, diese virtuellen Tore zur Welt, sind halt auch zu verführerisch für Mütter, die einen Grossteil ihrer Zeit zuhause bei den Kindern verbringen. Auf Facebook kann man virtuell am Leben seiner Freunde teilhaben, via Whatsapp mit anderen Mamas plaudern, auf Instagram Schnappschüsse aus dem Familienalltag posten. Twitter wird gerne für die Verbreitung lustiger Kinder-Sprüche genutzt, und damit der Kopf nicht zu kurz kommt, spielt man mit der Freundin zu jeder Tages- und Nachtzeit Quizduell.

Verständlich also, dass die Apps bei Mamas gut ankommen. Doch gerade weil die Dinger ein so hohes Suchtpotenzial haben, sollten Eltern ihren Smartphone-Konsum regelmässig hinterfragen und wenn nötig anpassen. Schliesslich wollen wir mit gutem Beispiel vorangehen und unseren Kindern einen bewussten Umgang mit der Technik vorleben.

Eine Aufgabe, die mich selber immer wieder herausfordert. Ich will meine Kinder sanft an die neuen Medien heranführen und lasse meine bald fünfjährige Tochter deshalb mittlerweile zehn Minuten am Tag auf dem iPad spielen. Und ich gebe mir Mühe, zuhause mein Smartphone oder das iPad nicht zu häufig in die Hand zu nehmen. Was mir nicht immer gleich gut gelingt. Und an manchen Tagen damit endet, dass ich mich vor lauter schlechtem Gewissen fast dafür entschuldige, wenn ich während dem Frühstück kurz durch die elektronische Zeitung blättere. So im Sinne von: «Mami macht im Fall gerade etwas Schlaues mit dem iPad, gälled». Beim Gegenstück aus Papier, das einen ja durchaus auch ein wenig ablenken kann, käme mir das nie in den Sinn.

Ich habe den goldenen Mittelweg also noch nicht ganz gefunden. Und bin deshalb umso gespannter, wie Sie dem Thema gegenüberstehen. Legen Sie Smartphone und Tablet manchmal bewusst weg? Haben Sie sich vielleicht sogar fixe Zeiten eingerichtet, während der Sie damit surfen? Oder klicken Sie darauf, wann immer Sie gerade Lust haben – ganz egal, ob die Kinder dabei sind oder nicht? Und: Haben Sie schon einmal mitgezählt, wie oft pro Tag Sie auf eines der vielen App-Icons drücken?

107 Kommentare zu «Mütter hängen am häufigsten am Smartphone»

  • wenger sagt:

    Manchmal frage ich mich, wie wir die Zeit ohne Smartphone ueberlebt haben. Nein es war keine Qual, ganz im Gegenteil. Wenn man etwas abgemacht hat untereinander, dann hat man telefoniert und basta, das wars. Heute erhaelt man z.B 10 Minuten vor dem Abmachen eine Message mit „Du koennen wir etwas spaeter ?“ 10 Minuten spaeter dann : „Du es geht doch nicht.“ Ich fuehl mich puddelwohl ohne Smarphone. Wenn mich jemand erreichen will oder ich will jemanden anrufen, reicht mein einfaches MobilePhone. 🙂

  • Hugo sagt:

    An alle „Digitale Medien Verehrer“:
    Lest mal „Digitale Demenz“ von Manfred Spitzer.
    Wem’s zu hoch ist, kann ein Referat auf You Tube von Spitzer anschauen.
    Und wer auch das nicht versteht, … schade.

  • Hugo sagt:

    Der übermässige Smartphone-Gebrauch rührt eigentlich immer daher, dass keine sinnvolle Alternative zur Verfügung steht. Kein Mensch mit interessanter und herausfordernder Tätigkeiten wird sich mit diesem hirnverschleissenden Teils lange beschäftigen. Dafür sind die Alternativen zu wichtig.
    Also: Gebt den Müttern mehr zu tun und die Verantwortung dafür. Dann werden Sie merken, dass sie gar keine Zeit für Smartphones haben. Aber solange die dummen Männer sich ausnutzen lassen und alles, was früher durch die Frauen erledigt wurde, auch noch fremdvergeben und finanzieren…
    Selber schuld!

  • Bernhard sagt:

    Das Problem ist doch, dass die Smartphones eine schier unendliche Informationsmenge haben. Da kommen praktisch im Minutentakt News auf irgendwelchen Kanälen. Nachrichten können ebenfalls im Minutentakt ausgetauscht werden mit Menschen, die das SP ebenfalls stets zur Seite haben. Wo hört das Ganze auf? Hier sehe ich die Gefahr, dass man das Leben um sich herum vergisst/verpasst, um Irrlevantes zu konsumieren! Eine Zeitung ist irgendwann gelesen und erst am folgenden Tag kommt eine neue! Das gleiche Problem übrigens mit dem TV on demand bzw. Recall. Das sind nicht wirklich gute Entwicklungen.

  • Horst Berchtold sagt:

    Bedeutet Muttersein nicht, dass man seine Karriere an den Nagel hängt und fortan ein Leben in Isolation zwischen Windeln und dada-Spielen fristet? Die Mütter werden alleine gelassen und das Ansehen ihrer Leistung ist schlechter denn je. Und jetzt gibt es so kleine Wunderdinger, die ein Fenster zur „richtigen“ Welt sind und eine minimale Möglichkeit bieten, sich sozial am Leben zu beteiligen. Die Smartphone-Sucht ist doch nicht ein Problem, sondern bestenfalls eine Form der „Therapie“. Alle wollen einen Mindestlohn und Erfüllung im Job evtl. verdienen Mütter auch mehr als nur einen Muttertag?

  • Katharina sagt:

    Eine sich zuhause meldende App anzuschauen, ohne die Art und Weise der Verbindungsaufnahme anzuschauen, ohne die Art der App anzuschauen (da besonders die diversen Varianten von Messenger Apps, die periodisch pollen und dann sich selber öffnen) und weiter dann eine willkürliche Zahl (60 Einwahlen bzw. Verbindungsaufnahmen zum App-Server als Grenzwert zu nehmen, und da bitte nicht vergessen, dass diverse Apps im Hintergrund weiterlaufen und ohne Benutzerinteraktion sich einwählen, ergibt weltbewegende Einsichten, wenn sie interpretiert werden, ohne das vorhergesagte zu wissen.

    • Katharina sagt:

      Eine Firma, die sich mit Benutzermetriken befasst, sollte vielleicht darauf hinweisen. Es lohnte sich auch, die gesamte Slideshow der Präsentation kurz anzuschauen. Die weist auf etwas Kontext hin. Nämlich im Wesentlichen nur die bekannte Verschiebung von Desktop zu mobilen Anwendungen.

  • Jane Doe sagt:

    Lustig, wenn Eltern sagen sie lassen ihre 5Jährige ein Ipad benutzen, weil sie ihr Medienkompetenz beibringen möchten…Medienkompetenz ist für mich wenn ältere Kinder/Jugendliche lernen dass man keine kompromitierenden Bilder hochlädt, sich nicht von Unbekannten kontaktieren lassen usw. Doch damit muss man doch noch nicht bei 5Jährigen anfangen! Kinder in dem Alter sollen lernen Purzelbäume zu machen und ein Buntstift oder eine Schere zu benutzen.. Ein Ipad zu bedienen ist intuitiv und lernt auch noch ein Primarschüler in 5 Minuten und es hat absolut nichs mit Medienkompetenz zu tun!

    • Sportpapi sagt:

      Und ich dachte, Medienkompetenz beginnt bei Bedienen des Gerätes. So unterschiedlich können Definitionen offensichtlich sein. Lustig finde ich ja die Eltern, die um jeden Preis ihren Kindern das Ipad und Co vorenthalten möchten, obwohl sie es selber ständig brauchen. Und sicher nicht nur zum arbeiten. Nebenbei: Können Sie den Purzelbaum noch?

      • Muttis Liebling sagt:

        Gerätebedienen hat mit Medienkompetenz so wenig zu tun, wie Autofahren können mit Verkehrskompetenz. Die Dinger sind so designt, dass die auch ein 4- jähriger intuitiv bedienen kann.

    • Jane Doe sagt:

      Wir haben kein Ipad (ich weiss, unsere armen Kinder!) und für unsere Kinder sind unsere Smartphones Gebrauchsgegenstände von Erwachsenen (und so benutzen wir sie auch) genauso wie ein Staubsauger oder ein Küchengerät und etwa genauso uninteressant.. Und ja, Medienkompetenz ist für mich der vernünftige Umgang mit dem Internet und nicht die Bedienung eines der intuitivsten Geräte überhaupt…

      • alien sagt:

        Ja und was, wenn die Kinder das anders sehen? Ich musste bei mir zuhaus schon ein paarmal den Internet-Sendeschluss verkünden und schaltete das WLAN ab. Nutzte wenig… die Tochter hat UMTS…

      • Jane Doe sagt:

        Meine Kinder sind im Vorschulalter und haben kein UMTS…

      • Katharina sagt:

        UMTS ist ein etwas älteres Verbindungsprotokoll, Jane. Aber es ermöglicht eine (langsame) Internetverbindung. Besagt nur, dass die Kids mit Technologien sehr früh umzugehen lernen.

      • Jeanette Kuster sagt:

        @Jane Doe, «genau so uninteressant wie Staubsauger und Küchengeräte»? Also meine Kinder finden all das extrem interessant und haben deshalb zum Beispiel einen Spiel-Staubsauger, helfen gerne bei der Bedienung der Küchenmaschine etc. 🙂

      • Jane Doe sagt:

        @Jeanette Kuster: Gut, vielleicht war mein Beispiel nicht gut gewählt. Der Punkt ist, diese Geräte sind vielleicht interessant, weil Mami/Papi sie gerade benutzen. Aber ich nehme nicht an, Ihr Kind kriegt einen Tobsuchtsanfall wenn Sie sagen: „So, jetzt verräumen wir mal wieder die Küchenmaschine“. Solche Szenen kann ich jedoch ziemlich oft bei befreundeten Familien mit dem Ipad beobachten. Ich persöhnlich finde es vernünftiger wenn Smartphones etc. einfach wie praktische Gebrauchsgegenstände benutzt werden und nicht wie ein Heiligtum, dem man non-Stop Aufmerksamkeit schenken muss.

  • André Hafner sagt:

    In der heutigen Zeit dient das Smartphone und das Tablet als Zeitungs- und Bücherersatz, oft auch als Radio- und Fernseherersatz, ganz zu schweigen von SMS, Telefon und Kalenderfunktionen. Wer also sein Smartphone mit allen Funktionen nutzt, ist plötzlich süchtig? Diese Technikphobie unter angeblich Intellektuellen nimmt langsam erschreckende Züge an.

    • Jane Doe sagt:

      Es geht nicht ums Zeitunglesen und um Einträge im Kalender.. Es geht darum, dass es Familien gibt die zusammen im Restaurant sitzen, jeder starrt ununterbrochen in sein Smartphone und während der ganzen Mahlzeit fällt kein einziges Wort (schon mehrmals so beobachtet). Dann nimmt für mich die Techniknutzung erschreckende Züge an…

      • wenger sagt:

        Jane, wie recht Du hast. Das habe ich auch schon etliche male beobachtet. Mir tun solche Leute leid. Da haetten sie gerade so gut zu Hause bleiben koennen und jeder fuer sich etwas in sein Zimmer bringen lassen. Es ist erschreckend zu sehen, wieviel dauernd in ihr Smartphone starren. Am morgen im Bus erlebe ich etliche male, wie der Bus gerammelt voll ist und man keinen Mucks von niemanden hoert, weil etwa 80-90% daurend ins smartphone starren oder sich mit der Musik berieseln lassen. Es ist keine Wertung, doch halte ich das nicht fuer erstrebenswert im Leben. Ja, ich habe kein Smartphone.

  • Agnes Stöckli sagt:

    So viel ich weiss, wenn ein iPhone oder iPad im Ruhezustand hat aktiviert man die Funktion Push Benachrichtigungen der diversen Programme, so bald eine Mitteilung kommt wacht das gerät auf mit einen Ton. Nachteil es frisst halt extra Batterie Leistung, eine App 60 mal pro Tag zu öffnen ist an völlig überflüssig, man schaut dann noch drauf wenn es nötig ist.

    • Francesca sagt:

      Ich glaube nicht, dass es der „komplexe“ Alltag ist, der einen ans Smartphone treibt, sondern das Gegenteil, die Langeweile. Warum man da immer nur von Müttern redet, ist mir rätselhaft, junge Väter hängen genau so in ihren Geräten rum und gamen irgendetwas.

    • Es gibt sicher unterschiedliche Gründe, die Menschen »ans Smartphone« treiben. Genau so wie es unterschiedliche Gründe gibt, warum sie etwas essen, joggen gehen oder ein Buch lesen. Sie deswegen pauschal zu verurteilen, halte ich für problematisch – bei Müttern wie bei Vätern.

    • Muttis Liebling sagt:

      Sucht ist unstillbares Verlangen und liegt spätestens dann vor, wenn bei abruptem Absetzen des Suchtmittels Entzugserscheinungen z.B. in Form von Unruhe, Zittern, Schweissausbrüchen auftreten.
      Das beobachten wir in den letzten Jahren zunehmend auch bei immateriellen Suchtmitteln (Spielen, Internet). Ich kenne aber keine Untersuchung, welche belegen würde, dass Mütter dabei überrepräsentiert sind. Die bisher beobachtbare Schwerpunktgruppe sind Jugendlich und junge Erwachsene, weiblich >> männlich.

      • Katharina sagt:

        Betreffend Social Media wird aber eine Diagnoseposition im Katalog diskutiert, ML. Umgangssprachlich wird diese mit Facebook Sucht umschrieben. MRI Scans von sehr häufigen Facebook nutzern zeigen ein ähnliches Gehirnaktivitätsmuster wie beim Konsum von Kokain.

        Das ‚Heranführen‘ eines fünfjährigen Kindes an ein Ipad ergibt in dem Zusammenhang etwas so seltsames wie unwissentlich anfixen.

      • Muttis Liebling sagt:

        Im gerade verabschiedeten DSM V gibt es die Internet Gaming Disorder und in den ICD 11, gültig ab 2017 kommt das auch rein. Es ist zweifellos ein Phänomen, welches alle Suchtkriterien erfüllt, nur sind die klassischen immateriellen Süchte nach Liebe, Gesundheit, Schönheit, Glück, Ruhm, Ehre und Reichtum doch viel weiter verbreitet und viel intensiver.

  • Suzanne sagt:

    ich habe zwar ein Smartphone, aber keine einzige App. Brauch ich nicht. Und am Laptop bin ich nur, wenn die Kinder schlafen und der Papi noch arbeitet.

    • Marianne sagt:

      Wozu brauchen Sie dann ein Smartphone, wenn Sie keine Apps drauf haben?
      Sowieso: zumindest die Standard-Apps, welche mit dem Gerät geliefert werden, benötigen Sie doch, um das SP überhaupt zu verwenden (Telefon-App, SMS-Apps)… na bitte. Ansonsten haben Sie kein SP, sondern ein Mobiltelefon 🙂

  • Francesca sagt:

    Sehen wir es doch realistisch: auf Kinder aufpassen kann tierisch langweilig sein, vor allem, wenn niemand da ist zum Reden. Die Kids spielen, haben es toll miteinander, auf dem Spielplatz, wo auch immer, und du sitzt da und … ??? Vertieft lesen geht nicht, denn alle paar Sekunden muss man ja kurz den Blick heben, weiss nie, wann getröstet, geschimpft oder auf den Notfall gerast werden muss. Hätte ich früher ein SP gehabt, ich hätte auch rumgezappt. Jetzt hingegen arbeite ich, da habe ich gar keine Zeit. Aber im Zug, im Bus, wenn mir langweilig ist, dann ist das SP doch hoch willkommen.

  • Sasu sagt:

    Nach vielen Nächten mit sehr wenig Schlaf schob ich letzthin mein (endlich schlafendes) Kind im Kinderwagen durch den Park. Die tägliche Tour, damit das Kleine frische Luft bekommt. Ich hätte viel dafür gegeben, mich zu meinem Baby in den Wagen zu legen & ebenfalls zu schlafen. Um zu etwas Energie zu kommen hörte ich irgendwann mit den Kopfhörern leise Musik von meinem smartphone. Was denken wohl die Leute, dachte ich kurz. Doch dann war es mir egal, denn ich war einfach zu müde.

  • Irene feldmann sagt:

    Die Liebe SUCHT so wie sie kommt, geht sie in der Regel auch wieder…..das Bewusstsein auffahren und sein Verhalten ändern…..

    • Muttis Liebling sagt:

      Die Liebe kommt und geht, ist übrigens auch eine Sucht, aber nicht so stark wie z.B. Alkohol, dem fast alle Liebhaber ein Leben lang treu bleiben. Ihr Verhalten ändernde Erwachsene hingegen sind so selten, werden aber so häufig beschrieben wie monogame Männer.

      • Katharina sagt:

        Der Effekt, Liebe gross, statt klein zu schreiben, ist erstaunloch, was Interpretationen betrifft.

      • Irene feldmann sagt:

        Dear Katharina mein IPAD sprachproblem…..:)

      • Irene feldmann sagt:

        Wenn die Zeit reif ist, setzt die Veränderung ein, jenen welcher der Sucht treu bleiben, denen scheint sie nicht zu stören.

  • Christoph Bögli sagt:

    Die „Studie“ ist schon nur fragwürdig, weil einmal mehr der Begriff „Sucht“ völlig leichtfertig und fernab medizinischer Definitionen verwendet wird. So etwas wie „Smartphone-süchtig“ ist keine existierende Diagnose, dafür noch eine völlig willkürliche Grenze bezüglich der App-Nutzung zu wählen macht das Ganze erst recht unsinnig. Denn was genau geöffnet wird aus welchem Grund wird ja nicht erfasst. Wenn man auf Geschäftsreise 60 E-Mails erhält und entsprechend 60x die Mail-App öffnet soll man etwa „süchtig“ sein? Das Ganze ist letztlich eine völlig Verharmlosung richtiger Suchtprobleme.

  • tststs sagt:

    Es gibt hier zahlreiche Erklärungen, weshalb man wie oft Apps öffnet, weshalb Zeit wichtiger ist als Anzahl und wie man das früher so gemacht hat… stimmt alles und ich möchte die Qualität von Elternschaft nun wirklich nicht am quantitativen Gebrauch eines Smartphones festnageln. Aber ich bitte, das Folgende zu bedenken:
    Wir sind das Vorbild (Stichwort: Nachahmung)! Letzhin an einer Busstation: 7 Leute zwischen ca. 25 und 75 stehen da und starren mit gebeugtem Nacken in ein kleines Kästchen… es ist Orwells und Huxleys Welt da draussen. Und das wirklich Tragische daran: wir finden es gut!

    • plop sagt:

      Ja, und haben dann das Gefühl wir müssen die noch kleinen Kinder „sanft an die neuen Medien heranführen“. Für mich gilt, keinen Kontakt mit den Geräten fördern, es kommt eh von alleine und da kann man um jeden „dreidimensional“ erlebten Moment glücklich sein..

      • Jeanette Kuster sagt:

        Lieber Plop
        Ja, das kommt ganz von alleine – meine Tochter würde das iPad auch ganz von alleine nehmen und damit spielen, wenn möglich gleich eine Stunde lang. Das möchte ich aber nicht, deshalb wähle ich mit ihr gemeinsam aus, welche Spiele okay sind, und sage ihr klar, dass die iPad-Zeit auf zehn Minuten beschränkt ist. Wenn sie velofahren lernt, stehe ich ihr auch zur Seite, wieso also sollte ich das beim Kennenlernen des iPads nicht tun?

      • Sportpapi sagt:

        Wir haben auch die Regel, dass die Kinder nicht mehr als 10 Minuten pro Tag Velofahren dürfen. 🙂

      • Jeanette Kuster sagt:

        😉

    • tina sagt:

      und was genau ist besser, wenn alle in ihre schreckliche gratiszeitung starren um sich mit unwichtigkeiten abzufüllen, oder krampfhaft an einander vorbeistarren? vielleicht lesen sie ja gerade etwas wirklich wichtiges oder interessantes, oder kommunizieren mit wirklich wichtigen interessanten menschen, aus ihrem wirklichen realen (wichtigen und interessanten) freundeskreis

      • plop sagt:

        Ja, tina, das sind sicher zwei gute Beispiele… Schön wäre ja wenn wir uns nicht dauernd mit irgendwas beschäftigen müssten… Ich mach das aber auch. Versuche nur es bei den Kindern in Grenzen zu halten, mittels Vorbild, welches ich jetzt heute morgen wegem MB grad nicht war… Das Zeugs absorbiert einem auf eine Art welche ich gelegentlich ziemlich schräg finde – zurück zu tsts und Huxley.

      • tina sagt:

        wollen, nicht müssen. klar, man könnte auch die strickarbeit hervornehmen ;-). oder trommeln üben. „sich nicht beschäftigen“: zen buddhismus betreiben während man an einer bushaltestelle wartet ist wirklich nicht sinnvoll, das geht nämlich in so einer umgebung nicht. wir können also doof herumstehen bis der bus kommt oder die zeit irgendwie halbwegs lustig füllen. wenn man den ganzen tag mehr leute um sich hat als einem lieb ist, mag man vielleicht nicht auch noch mit fremden plaudern

      • Muttis Liebling sagt:

        Man kann die Zeit zum Nach- Denken benutzen.

  • Anne sagt:

    Zeitung lesen, E-Mails beantworten, Wocheneinkauf machen, Telefonieren, Radio hören, Kontostand überprüfen, Kochrezept nachschauen, Termine eintragen, Foto schiessen, Joggingrunde aufzeichnen, ein Buch lesen, Ferien buchen, das Wetter von morgen überprüfen, die Periode im Zykluskalender eintragen, den Busfahrplan checken und das Ticket lösen, die neuste Serie gucken = 17 Apps…
    …. ja, ich ertappe mich ständig an diesem Ding. Ich versuche nun häufiger bestimmte Dinge zu analogisieren – wegen den Kindern. Auch wenn es digital einfacher wäre.

    • Katharina B. sagt:

      3 Stunden am Telefon in der Wartschlaufe einer Krankenkasse hängen, um etwas analog zu erledigen, was man in 2 Minuten per Mail auch hätte erledigen können, dünkt mich nicht wesentlich sozialer oder fairer gegenüber den Kindern.

      • alam sagt:

        Dafür brauchts aber kein Smartphone. Das kann ich in der täglich reservierten halben Stunde vor dem Compi machen.

      • Katharina B. sagt:

        @alam, das ist toll. Dann nennen wir Sie fortan Helikoptermutter, weil sie Ihren Kindern keine Minute Ruhe gönnen sondern ständig um sie herumschwirren.

  • 13 sagt:

    Ich oute mich mal als Smartphone-Zapper. Das bedeutet, dass wenn ich das Ding 10 Min in der Hand habe, ich während dieser Zeit sicher 5-10 Apps öffne. So komme ich wohl auch auf 50-60 am Tag. Wichtiger wäre somit die Zeit, die man da verbringt, anstatt die Anzahl Apps. Gestern war ich mit meinen Kindern auf dem Spielplatz, etwa 3 Stunden. Es waren Kollegen da und das letzte, was sie brauchten, war eine Mutter, die um sie herumschwirrte. Ich war mit dem Smartphone beschäftigt, habe E-Mails gelesen, Zeitung, ein Buch und war bei Social Medias und WhatsApp.

    • 13 sagt:

      \2 Vor der Smartphonezeit hatte ich an solchen Tagen ein Buch, eine Zeitung und ein Handy dabei und schrieb abwechslungsweise SMS, las die Zeitung oder das Buch. Anders war die Beschäftigung nicht, nur mehr zum mitschleppen. Jedes Mal wenn meine Kinder aber kamen, wurde das Smartphone weggelegt und ich stiess sie auf der Schaukel an, half beim Velohelm, gab was zu trinken oder tröstete bei Stürzen. Zu Hause wurde das Smartphone dann weggelegt. Es bräuchte somit mehr zu berücksichtigen, als nur die Anzahl Apps, nämlich die gesamte Zeitdauer und auch wann und wo.

      • 13 sagt:

        \3 Abgesehen davon, bin ich nachwievor davon überzeugt, dass es Kindern weniger schadet, wenn Mami zwischendurch am Smartphone „hängt“ als wenn die eine Dauerbespassung bietet und sie keinen Schritt alleine machen lässt. Aber es ist und bleibt alles eine Frage des Masses.

    • Andrea Mordasini, Bern sagt:

      Mir gehts gleich :)! Keine Ahnung wie lange, wie oft ich am Iphone hänge und welche bzw. wieviele Apps ich dabei öffne. Ehrlich gesagt, habe ich auswärts auf dem Spili am besten Zeit auf dem Iphone Mails zu checken, zu whatsappen, simsen, telefonieren oder einen Beitrag zu lesen während meine Kinder friedlich mit andern Kindern spielen. Natürlich bin ich da wenn sie mich brauchen, aber das ist selten der Fall auf dem Spielplatz. Sie vertreiben sich sehr gut die Zeit bei Spass und Spiel mit anderen Kindern, da brauchen sie für einen Moment weder mich noch irgendein Dauerbespassprogramm ;).

  • beate sagt:

    Und als Antwort auf die eigentliche Frage: Nein. ich habe noch nie gezählt, wie lange ich mich mit welchen Medien beschäftige. Für mich zählt nicht die Zeit oder die Zahl. Obwohl wir in unserer Familie natürlich aufpassen, dass sich der Medienkonsum im Rahmen hält.
    Für uns gilt aber als Regel: Nicht in Gegenwart anderer. Und wenn es mal nötig ist, so bittet man um Entschuldigung, so wie man es tut, wenn man sich vom Gegenüber abwendet. Das gilt bei uns für alle elektronischen Medien: Computer, Tablet, Fernseher. Die sind für die Alleinunterhaltung.

    • tina sagt:

      elektronische medien sind nicht für die alleinunterhaltung. ich muss – gegen meinen willen und vorsatz und gegen meine überzeugung – zur kenntnis nehmen: meine teenager haben grossen grossen spass mit ihren freunden wenn sie zusammen compi- oder konsolenspiele spielen. sie kommunizieren dabei, lachen viel, schmieden pläne, hauen einander übers ohr, taktieren, verschwören. und sind nie so schlecht gelaunt wie ich wenn ich beim schach verliere

  • beate sagt:

    Es gibt ja zwei Arten von Mütter, die Ihr Smartphone betätigen. Einerseits die, die mit den Kindern zu Hause oder auf dem Spielplatz sind. Und natürlich können diese auch ein Buch oder eine Zeitung aus Papier in die Hand nehmen, während die Kinder spielen. Warum also nicht ein Smartphone?
    Andererseits gibt es die Mütter, die ständig ihr Smartphone in der Hand haben, auch wenn ihr Kind mit ihnen redet oder etwas zeigen möchte. Aber die auch ständig auf ihr Smartphone schauen, wenn sie mit anderen Erwachsenen zusammen sind, so dass es unmöglich ist, ein zusammenhängendes Gespräch zu führen.

  • Heidi Happy sagt:

    „Legen Sie Smartphone und Tablet manchmal bewusst weg?“ Gehts noch?! Ich benutzte weder Smartphone noch Tablet, wenn ich mit meinen Kindern bin. Ich beschäftige mich mit meinen Kindern oder sonst jemandem, der anwesend ist! Entweder bin ich mit meinen Mitmenschen oder ich glotze auf einen Bildschirm. Beides zusammen ist absolut unanständig. Ebenso ziehe ich meine Kopfhörer aus, wenn ich mit jemandem spreche. Ich schaue auch nicht fern, wenn ich mit meinen Kindern bin. Habe das für Grundanstand gehalten und nicht für ein kommentarwürdiges Statement…

    • Jeanette Kuster sagt:

      Liebe Heidi, das heisst also, Sie schauen den ganzen Tag kein einziges Mal aufs Smartphone, wenn Sie mit den Kindern zuhause sind? Ich habe mit der Frage nicht gemeint, dass man es sonst ununterbrochen in der Hand halten würde, sondern dass man zwischendurch immer wieder mal darauf guckt, wenn es piepst. Und ob es evt besser wäre, sich z.Bsp. eine halbe Stunde am Mittag zu reservieren, während der man Nachrichten liest etc.

      • Heidi Happy sagt:

        ganze ehrlich: es nervt mich enorm, wenn ich mich mit jemandem treffe und er oder sie „zwischendurch immer wieder mal darauf guckt, wenn es piepst“. ich bringe diesen respekt meinem gegnüber entgegen, egal ob 40 jahre oder 4 monate alt. hat jeder verdient! ich prüfe mein telefon (total altmodisch) alle paar stunden einmal und ob sie es glauben oder nicht, es geht. die welt (oder auch nur mein büro) ist deswegen noch nie untergegangen..!

      • Jeanette Kuster sagt:

        Da gebe ich Ihnen völlig recht, das kann nerven – es kommt halt immer auf die Umstände an (ist man im Gespräch, erwartet man eine dringende Nachricht…). Ich habe mein Smartphone fast immer stumm geschaltet – auch ein Weg, nicht bei jedem Pieps hinzurennen. 😉
        Übrigens praktizieren Sie genau das, was ich mit «bewusst weglegen» gemeint hatte: Nur alle paar Stunden draufschauen.

    • Bernhard sagt:

      Heidi, ich sehe das genau gleich! Es hat niemand etwas dagegen, wenn Menschen ihre Langeweile mit technischen Gadgets vertreiben. Weder an der Bushaltestelle, noch auf dem Spielplatz, während die Kinder friedlich spielen. Aber beim direkten Kontakt wirkt es für mich ebenfalls störend. Ich fühle mich dann irgendwie ausgeschlossen. Empfinden das Kinder wohl auch so? Sich bewusste und deklarierte Inseln schafften und in dieser Zeit das „Verpasste“ nachholen ist ein probates Mittel, das niemanden stört! Komisch finde ich einfach, dass unsere Kinder lernen sollen mit Langeweile umzugehen…wozu?

  • juko sagt:

    Kennt ihr auch die Mütter, die mit einer Hand den Kinderwagen und mit der anderen Hand das Smartphone an der Nase, ohne zu schauen über den Zebrastreifen schleichen ???? Nicht zu vergessen, natürlich mit Kopfhörer!!!

    • Sportpapi sagt:

      Nein.

      • beate sagt:

        Ja, super Vorbild! Besser finde ich aber die, die immer wieder ein Gespräch unterbrechen, weil sie aufs Smartphone schauen müssen.

      • Dani sagt:

        Die müssen sicherlich gucken, ob sie eine Nachricht aus dem Kinderwagen erhalten haben. Schliesslich sind auch schon die Kleinkinder bereits an Smartphones und Ipads gewöhnt ;o)

      • Andrea Mordasini, Bern sagt:

        Danke Sportpapi, kenne nämlich auch keine dieser besagten Mütter ;)!

  • lara sagt:

    Mich hat mein iPhone im Mutterschaftsurlaub jeweils gerettet. Ich wäre sonst wahnsinnig geworden! Gerade wenn die Kleinen krank waren und wir aus allen Spielgruppen/Müttertreffen ausgeschlossen wurden, dann war das iPhone das einzige Mittel um noch ein wenig Aussenkontakt und damit geistige Abwechslung zu haben.
    Ich brauchte einfach zwei Mal täglich ein wenig erwachsene Gespräche um nicht durch zu drehen. An alle, die hier ‚ach die armen Kinder schreien‘ wer von denen hat schon wochen- und monatelang jeden einzelnen Tag und davon jede Stunde mit den Kindern verbracht?

  • Daniel sagt:

    Und ich dachte die Mütter oder Väter die zu Hause sind, hätten so viel zu tun? Wenn noch Zeit zum Zocken bleibt, und das den ganzen Tag durch, kann es ja nicht so schlimm sein. ;o))

  • Rosa Rettich sagt:

    Was ich an dieser Studie wirklich besorgniserregend fände, ist, dass irgendeine x-beliebige Firma nicht nur einfach mal so erheben kann, wie oft auf einem Smartphone eine bestimmte App geöffnet wird, sondern auch noch, welches Geschlecht dessen Besitzer hat und was er oder sie (ungefähr) von Beruf ist. Wie genau kommen die an diese Daten?

    • aurea sagt:

      Das war auch mein erster Gedanke zu diesem Artikel.

    • Muttis Liebling sagt:

      Die Daten sind in den Nutzerkonten enthalten, welche von den Apps an die Dienstanbieter entsprechend den vom User akzeptierten Nutzungsbedingungen übertragen werden. Alles legal und bekannt.
      Das Smartphone ist der Traum jeden Geheimdienstes, eine vom Ausspionierten selbst finanzierte, mobile Wanze, welche sich ohne Zutun endemisch über den gesamten Erdball ausbreitet.

  • roy sagt:

    Schon erstaunlich, bis vor ein paar Jahren vermisste niemand die Dauerconnections schlicht weil es sie nicht gab. Lebensqualität deswegen schlechter? I don’t think so. Ein wüstes Bild: Mami mit dem Stroller und wachneugierigen Kindlein, steuert mit einer Hand, in der andere das verdmmte smartphone.

    • Doris sagt:

      Stimmt genau. Ein noch wüsteres Bild: Mami oder Papi sprechen in monotonem Ton mit dem Kind ohne es eines Blickes zu würdigen, da sie unaufhörlich auf dem Smartphone herumfingern.

    • lara sagt:

      Kinder brauchen nicht 24h konstante Bespassung. Ich finde es völlig in Ordnung, dass ein Kind auch mal 15 Minuten im Wägeli selbst umherschauen kann und die Eltern mal den Tagi online lesen. Sie wissen ja nicht ob die besagte Mami vorher gerade 2 Stunden intensiv mit dem Kind gespielt hatte.

      • roy sagt:

        Schön wärs und doch habe ich schon Frauen beobachtet (wohnte 15 Jahren neben einem kleinen Spielplatz), die ihrem Kind stundenlang NIE in die Augen schauen.

      • 13 sagt:

        @ roy
        Und weshalb hatten Sie die Zeit stundenlang andere Mütter zu beobachten? Mussten Sie denn nicht arbeiten oder Ihre eigenen Kinder beaufsichtigen?

        Da behaupte ich mal, man hätte auf dem Smartphone sinnvollere Dinge tun können, als nur darauf zu achten, was andere falsch machen.

      • Kathy sagt:

        Ja aber doch nicht wenn man mit dem Kind im Zug unterwegs ist oder am spazieren!? Meine Mutter hatte jeweils nach dem Mittagessen ihre „Pause“ – Kaffee trinken und Zeitung lesen. In dieser Zeit durften wir sie nicht stören, haben uns aber frei bewegen können.

    • Christoph Bögli sagt:

      @roy: Es liegt in der Natur des technischer Innovationen, dass diese niemand „vermisst“ solange sie nicht existieren. Hat jemand das Auto vermisst, bevor dieses erfunden bzw. massentauglich wurde? Das Telefon? Das Internet? Natürlich nicht. Trotzdem möchte wohl niemand darauf ganz verzichten. Das Argument ist also Käse. Zum Rest: Eltern, die ihrem Kind keine Aufmerksamkeit schenken wollen, tun dies auch ohne Smartphone. Oder sind typische Bilder wie „Mutter mit Zigarette in der Hand/mit Freundin dauerquasselnd/in Modemagazin vertieft/etc.“ aus der „guten alten Zeit“ etwa besser?

  • Muttis Liebling sagt:

    Den genannten Statistiken würde ich keinen Glauben schenken und wenn doch, lassen die sich kaum interpretieren. Diese Dinger sind zweifellos das grandioseste psychologische und soziologische Experiment aller Zeiten. Das kann auch in absehbarer Zeit noch keiner umfassend erklären.
    Sehr wahrscheinlich stimmt es nicht, dass Eltern stärker betroffen sind. 60 Apps am Tag ruft nur jemand auf, der das Gerät zwischendurch wegen den Kindern oder der Arbeit auch mal abschalten muss. Hardcore- User haben 2-3 Smartphones und eines davon ist permanent in Facebook oder WhatsApp eingeloggt.

    • Muttis Liebling sagt:

      2/ Gerätestatistik spiegelt nicht Nutzerverhalten. Auch bin ich mir sicher, dass das weibliche Geschlecht deutlich stärker als nur zu 52% repräsentiert ist.
      So ist es in der Öffentlichkeit beobachtbar und so deckt es sich mit der Hypothese, dass die sog, sozialen Netze auch eine konsequente Fortsetzung des Grundgedankens der Mode sind, welcher darin besteht, Gebrauchsgegenstände lange vor dem physischen Verschleiss zu vermüllen und Uniformität als Individualität erlebbar zu machen. Jetzt passiert das eben auch mit virtuellen Inhalten wie Bildern und Gedanken.

    • Muttis Liebling sagt:

      3/ Erfreulicherweise hat die Präventionswirtschaft noch nicht nennenswert in diese Sucht investiert, was sicher daran liegt, dass die typische Präventionsfachfrau sich zuerst selber therapieren müsste, was bekanntlich nicht geht.
      Der Vorschlag der Autorin, sich Nutzungslimite zu geben, entspricht dem Konzept des kontrollierten Trinkens bei Alkoholikern. Das war bisher nicht sonderlich erfolgreich. Es reicht nicht, nicht oder wenig zu trinken, man muss es nicht wollen.
      So dürfte es auch bei den soz. Netzen sein, man muss es nicht wollen. Alles andere nützt nicht.

  • Anya sagt:

    Wo ist der kausale Zusammenhang? Vielleicht haben Muetter einfach mehr Gelegenheit als andere. Leute, die am Computer arbeiten, koennen Facebook &co dort anschauen und brauchen Smartphones nicht so oft. Interessant waere doch viel mehr, WAS mit den Phones gemacht wird. Nicht wie lange.

    • Marie sagt:

      Dem bleibt Nichts hinzuzufügen!

      • Kathy sagt:

        Arbeitest du Anya? Ich kenne keine einzige Firma, bei der Facebook und co nicht gesperrt sind, kann mir also nicht vorstellen, dass das der Grund ist. Grundsätzlich erlebe ich aber gerade bei FB, dass Hausfrauen viel öfters etwas posten (nein, nicht unbedingt etwas interessantes..) als berufstätige Frauen.

    • Andrea Mordasini, Bern sagt:

      Ja, dem ist nichts mehr anzufügen. Während die Mütter eben in der Öffentlichkeit auf dem Spielplatz auf dem Smartphone surfen, tuns die anderen während ihrer Arbeit in einer Arbeitspause etc. Mit dem Unterschied, dass es bei diesen „unter Ausschluss der Öffentlichkeit“ im Büro oder zu Hause geschieht und bei den Müttern halt eben häufiger unterwegs, unter Beobachtung. Ich möchte ja nicht wissen, wie oft und wie lange arbeitende Kinderlose das Smartphone/Tablet etc benutzen… Aber Hauptsache, man hat wieder einen Grund um auf den Müttern rumzuhacken…

  • Felicitas Balmer sagt:

    Die Untersuchung möchte ich mal sehen, welche besagt, dass Smartphone-Anwenderinnen weniger unter Depressionen leiden als solche ohne. Ich möchte auch einmal eine Untersuchung sehen, welche zeigt wie wertvoll und nützlich doch Smartphones für deren AnwenderInnen sind, insbesondere für Kinder. Meiner Meinung sind bei den Smartphones die Smartesten deren Hersteller und die Telekomms. Schon mal den Budgetposten Smartphone näher betrachtet? Dass bei soviel Ablenkungsmöglichkeiten keine Zeit mehr für Kinder, Freunde oder, bewahre Gott, für sich selbst bleibt liegt auf der Hand. Depressionen?

  • Markus Schneider sagt:

    Frauen sind ja bekanntlich „multitasking-fähig“. Man bräuchte also bloss noch ein Gerät zu erfinden, dass alle Apps gleichzeitig öffnet, dann könnten die Frauen’s mit einem Aufruf hinter sich bringen und sich sinnvollerem widmen, da ein Hausfrauendasein ja bekanntlich mehreren Vollzeitstellen entspricht.

  • Lea sagt:

    Vermutlich liegt dies daran, dass die meisten Angestellten eine Arbeit haben, bei der es nicht gäbig ist öfter ein Smartphone zu nutzen. Beim beaufsichtigen von Kindern hingegen, reicht meist eine physische Anwesenheit, dabei kann man problemlos Tätigkeiten ausführen die einfach unterbrochenen werden können. Das die viele freie Zeit die bleibt -wenn der Haushalt gemacht ist- heutzutage mit dem Smartphone verbracht wird, scheint mir deshalb logisch.

    Überprüfen könnte man dies mit Berufen bei denen oft gewartet werden muss (Feuerwehr, Luxusverkauf, Hotline…) oder mit Arbeitslosen.

    • 13 sagt:

      Ich würde auch eher darauf tippen, dass viele Angestellte, eh einen Computer vor sich haben und alles, was die Mutter nebenbei auf dem Handy macht, einfach dort gemacht wird.

  • Beat Bannier sagt:

    Die Sucht ist doch nur die Wirkung, das Problem ist die Ursache davon. Sucht ist immer eine Flucht vor der Realität, umso trauriger für die Kinder, mitansehen zu müssen, wie die Mutter sich am Leben wie es nun mal ist, nicht freuen kann. Das mit Abstand interresanteste das ich in meinem Leben erleben durfte, war das Dabeisein, wie ein Mensch Mensch wird, das grösste Wunder des Universums überhaupt.

  • thomas meier sagt:

    Soviel zum thema: krass anstrengender fulltime job als Hausmann resp. Hausfrau.

    • Luise sagt:

      Nicht nur krass anstrengend, sondern das absolute Glück, den Job an den Nagel zu hängen und sich rund um die Uhr um Kinder und Haushalt zu kümmern.

      • Peter Schilter sagt:

        Um die Kinder kümmern? Der war gut. Genau deshalb checkt man das Phone alle paar Sekunden; damit sich eben nicht um das Kind kümmern muss. Beobachte ich täglich. Die Mütter würden nach Stunden erst merken, wenn ihr Kind gar nicht mehr vorne im Kinderwagen sitzt.

      • Roger sagt:

        Peter Schilter: you made my day. Hauptsache, das Smartphone ist noch da

  • alien sagt:

    Ich guck alle 3 Minuten, ob es bei MB neue Kommentare gibt. Ich muss MB-süchtig sein. Tamedia, Du bist Schuld.

  • Katharina B. sagt:

    Bisher konnte mir niemand erklären, weshalb es böse ist, auf der Kindle-APP eBücher, aber pädagogisch wertvoll, ein Buch aus Papier zu lesen. Inhaltlich sind beide identisch.
    Depressionen gibt es übrigens bei Müttern, die regelmässig über soziale Medien und Internet mit anderen Menschen Kontakt haben, weniger als bei solchen, die das nicht tun.

    • Bernhard sagt:

      Eine mögliche Erklärung könnte sein, dass bei einem physischen Buch von aussen erkennbar ist, um welchen Stoff es sich handelt, während bei Smartphones und Co. niemand so recht weiss, ob sich das Gegenüber gerade unsinnige Youtube-Filmchen reinzieht oder tatsächlich pädagogisch wertvolle Literatur konsumiert. Prinzipiell finde ich aber beides in Gegenwart einer geschätzten Person nicht so prickelnd…

      • Marie sagt:

        Genau das. Und da die Menschen von sich selber immer das „Gute“ annehmen (also Bildung), von den andern aber das „Böse“ (also YouTube-Filmchen) ist klar, weshalb man immer davon ausgeht, die ANDERN nutzen das Smartphone sehr unsmart… 🙂

      • Katharina B. sagt:

        Und was genau geht es meine Mitmenschen an, ob ich einen Arztroman oder James Joyce lese?
        Die „geschätzte Person“ kann sich auf dem Spielplatz übrigens sehr gut mit sich selber und ihren Kumpels beschäftigen, da muss ich nicht aus lauter Langeweile wie eine Wespe um sie herumschwirren.

    • Sämi Amstutz sagt:

      Ganz einfach: Weil die Menschen noch einige Jahre brauchen um sich an die neuen Medien zu gewöhnen.

Die Redaktion behält sich vor, Kommentare nicht zu publizieren. Dies gilt insbesondere für ehrverletzende, rassistische, unsachliche, themenfremde Kommentare oder solche in Mundart oder Fremdsprachen. Kommentare mit Fantasienamen oder mit ganz offensichtlich falschen Namen werden ebenfalls nicht veröffentlicht. Über die Entscheide der Redaktion wird keine Korrespondenz geführt.