Wie familienfreundlich ist Ihre Firma?

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Homeoffice: Mitarbeiter sind dadurch zufriedener – und weniger häufig krank. (Thinkstock)

Brachte man den Begriff «familienfreundlich» bis anhin mit Hotels, Restaurants oder Vergnügungsparks in Verbindung, fällt er immer öfter im Zusammenhang mit Anstellungsbedingungen und Dienstleistungen einer Firma. Eine große Versicherung wirbt mit dem Begriff Familienfreundlichkeit, um sich als attraktiver Arbeitgeber zu positionieren. Das Gleichstellungsbüro des Kantons Zürich prämiert zum zweiten Mal das familienfreundlichste Unternehmen mit dem Prix Balance. Eine neue private Jobbörse verspricht, Müttern und Vätern Teilzeitjobs zu vermitteln – ausschliesslich in familienfreundlichen Unternehmen. Und ein deutscher Soziologe fordert im «Spiegel», dass «Familienfreundlichkeit ein zentrales Unternehmensziel werden sollte».

Doch was ist damit gemeint? Ab wann kann man ein Unternehmen als familienfreundlich bezeichnen? Gemäss Informationen des Gleichstellungsbüros sind es primär die folgenden Kriterien, die einen Betrieb familienfreundlich machen: Teilzeitarbeit für Mütter und Väter, flexible Arbeitszeitmodelle, die Möglichkeit zur Heimarbeit, Vaterschaftsurlaub, Kinderkrippe im Betrieb oder Kinderzulagen, die über das gesetzliche Minimum hinausgehen – und trotz aller oben genannten Punkte die Möglichkeit zu einer Karriere.

Was auf den ersten Blick hauptsächlich für den Arbeitnehmer attraktiv klingt, ist gemäss einer Kosten-Nutzen-Analyse aus dem Jahr 2010 durchaus auch für Unternehmer interessant: Die betriebswirtschaftliche Studie in Schweizer Unternehmen zeigt, dass Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter mit familienfreundlichen Anstellungsbedingungen bei der Arbeit leistungsfähiger, motivierter und weniger gestresst sind. Deshalb ziehen diese auch weniger Krankheitstage ein und fehlen weniger oft. Die Unternehmen haben zudem tiefere Kosten für Personalsuche und Fehlzeiten – und erhalten ein besseres Image.

Ein kurzer Blick ins Internet zeigt, dass die Bemühungen von Bund, Kantonen und einzelnen Städten gross sind, diese Erkenntnisse den Betrieben weiterzugeben. Mindestens ein halbes Dutzend öffentlicher Organisationen unterstützt Firmen, Privatpersonen und öffentliche Ämter bei ihren Bestrebungen, familienfreundlicher zu werden. Mehrere Listen geben Interessenten Auskunft darüber, welche Unternehmen offiziell die Kriterien erfüllen.

Erfreulich ist in diesem Zusammenhang die Meldung des «Tages-Anzeigers» von letztem Freitag, mit der Neuigkeit, dass jeder zehnte Vater heute Teilzeit arbeitet. Das sind doppelt so viele Männer wie zehn Jahre zuvor: Im Jahr 2003 arbeitete bloss jeder zwanzigste Familienvater nicht zu 100 Prozent.

Dennoch ist es mit der Familienfreundlichkeit vieler Betriebe nicht weit her: Noch immer ist es schwierig, einen guten Job zu finden, der von den Arbeitsbedingungen her Familien entgegenkommt. Denn die Arbeitsmodelle der Berufswelt sind oft zu starr, als dass eine Frau auch mit Kindern einfach einem Voll- oder Teilzeitjob nachgehen kann. Elternsein bedeutet insbesondere für Frauen noch immer auch ein Abschiednehmen von Wünschen und Ambitionen hinsichtlich ihrer Arbeitstätigkeit oder Karriere. Es ist nicht die Rede von «sowohl als auch», sondern von «entweder oder».

Was ist Ihre Meinung? Müssen Firmen familienfreundlicher werden?

109 Kommentare zu «Wie familienfreundlich ist Ihre Firma?»

  • Jana Culosi sagt:

    Ich bin Mutter von zwei Kindern und arbeite 80% als Teamleiterin bei Autogrill am Flughafen Zürich. Von Anfang an wurde mein Wunsch, nur am Morgen zu arbeiten, erfüllt ohne Diskussion. Da ich schon sehr früh am morgen anfangen kann, erreiche ich ein höheres Arbeitspensum und kann trotzdem ab Mittag für meine Kinder da sein, wenn sie aus der Schule kommen. Für mich alles wunderbar.

  • Heidi Merz sagt:

    Uiuiui, das Geklotze von MIO-Projekten und HUNDERTEN von MAs/Subunternehmen die von einem einzelnen MA und seinen 120% Einsatz abhängen… Das ist eine reine Mentalitätsgeschichte. Einige könne halt nicht über ihren Tellerrand schauen, aber es geht definitiv auch anders. In jeder Grössenordnung von Betrieb. Und die Kunden machen das bestens mit. Aber man müsste halt mental vom Baum runter kommen und ein bisschen ORGANISIEREN.

    • Werner Valentin sagt:

      Sehr geehrte Frau Merz
      Wieso nennen Sie das so despektierlich „geklotze“ ? Es gibt viele grosse Aufgaben. Sie fahren vielleicht auch mal durch die NEAT in unser schönes Tessin. Natürlich lebt jeder seine „Wahrheit“. Ich akzeptiere durchaus dass es auch kleinere Aufgaben gibt die man mit „bloss ein bisschen organisieren“ erledigen kann. Ihr redet aber immer von Karriere. Dass ist ein grosses Wort und mit viel Aufwand und Verantwortung verbunden. Mit bloss ein bisschen organisieren nimmt Sie kein Chef dieser Welt ernst. So leid es mir tut.

      • Heidi Merz sagt:

        Mit Geklotze meine ich: Sie sehen sich offenbar gezwungen, uns die Namen Ihrer Projekte um den Kopf zu hauen. Es gibt aber nichts, was zu gross wäre, als dass es mit mehreren Köpfen organisiert werden könnte. Wenn Sie morgen den Löffel abgeben – was ich Ihnen nicht wünsche – wird Ihr momentanes MEGA-Projekt trotzdem fertig gestellt.

        Extrembeispiel: Unternehmen, wo sich unersetzliche Spitzenkräfte umgebracht haben. Die Unternehmen funktionieren erfolgreich weiter. Wo ein Wille, ist auch ein Weg. Es scheitert nie am Weg, sondern am Willen, resp. der Vorstellungskraft (=Mentalität).

      • Werner Valentin sagt:

        Sehr geehrte Fr. Merz
        Sie greifen mich bloss an und wollen provozieren, stat konstruktiv das Teilzeitproblem zu diskutieren dass es nun mal in gewissen Branchen gibt. Sie haben sich nicht mal die Mühe gemacht meine anderen Einträge zu lesen. Sofort wieder die „wenn sie sterben“ oder „Selbstmord“ – Keule!

      • Joerg Hanspeter sagt:

        @Werner Valentin: Da muss ich ihnen rechtgeben. Es soll zwar angeblich Projekte geben, wo alles nach Schema F läuft und jeder jederzeit über alles Bescheid weiss, nach meinen Erfahrungen ist das aber die Ausnahme. Schon bei kleineren Projekten führen Sachzwänge häufig dazu, dass man irgendwo rummurksen muss (was nicht stimmt wird zum stimmen gebracht) und das ist definitv nicht mehr mit Teilzeitkräften zu machen weil einfach nicht mehr jeder zu jeder Zeit weiss was genau in allen Gebieten läuft.

  • Absolut, Firmen müssen familienfreundlicher werden. Vereinbarkeit von Beruf und Familie wird immer wichtiger und die „Generation Y“ fordert diese Flexibilität ein. Sie sind unsere Leaders von Morgen und Ihre Bedürfnisse müssen ernst genommen werden. Ich selber arbeite Teilzeit bei der AXA Winterthur und kann hier sagen: Die AXA Winterthur lebt Flexwork, sie schafft aktiv Freiräume für die Vereinbarkeit von Beruf und Familien.

    • Werner Valentin sagt:

      Grüezi Fr. Gujan
      Bitte, bitte lesen Sie diesen Artikel : DAS MAGAZIN 11. Okt. 2013
      http://blog.dasmagazin.ch/2013/10/11/die-grossartigen/
      Dann können wir nochmals über Forderungen der Generation Y reden 🙂
      Wunderbar geschrieben von Birgit Schmid.

    • Joerg Hanspeter sagt:

      Nein, müssen sie nicht (die Firmen, familienfreundlicher werden), solange sie genügend Arbeitskräfte finden, die 100% oder mehr verfügbar sind. Das wird noch die nächsten 50 Jahre so sein, die EU wird sich in dieser Zeit nie auf dem Level der Schweiz befinden, Teile davon vielleicht schon, aber nicht alle und deshalb wird man einfach Arbeitnehmer importieren. Die Abstimmung, der Bundesrat hat ja gerade heute gezeigt, was ihn ein Abstimmungsresultat interessiert, indem er schon mal vorspurt in die gewünschte Richtung, seine Richtung.

  • Twinsmom sagt:

    Ich arbeite auch Teilzeit mit kleinen Kindern und es ist immer ein Spagat, wo man die Prioritäten setzt. Ich arbeite in einem familienfreundlichen Betrieb und schätze es sehr, dass ich Teilzeit arbeiten kann im Bewusstsein, dass es (leider immer noch) nicht selbstverständlich ist. Engagement hat nichts mit dem Prozentsatzzu tun, sondern ist eine Einstellung. Wenn die MA geschätzt werden und auch tlw. Rücksicht auf familiäre Verpflichtungen genommen wird, engagieren sich die MA gerne, auch über ihr Pensum hinaus.

    • Andrea Mordasini, Bern sagt:

      Auch ich arbeite 20% (2 Vormittage), schätze dies sehr und gebe in dieser Zeit auch 100%! Tiefprozentig arbeiten zu dürfen ist keine Selbstverständlichkeit, dafür bin ich sehr dankbar! Ja, Arbeitgeber sollten allgemein familienfreundlicher werden und Mamis trotz „Risiken“ (Ausfälle wg Krankheit der Kinder) Teilzeitstellen anbieten, auch tiefprozentige. Dasselbe gilt auch für Väter. Auch da sollten die Arbeitgeber über ihre Schatten springen und den Vätern ermöglichen ihr Pensum zu reduzieren, damit sie mehr Zeit für und mit der Familie, den Kindern verbringen dürfen. Es ist ein Geben + Nehmen!

  • Joerg Hanspeter sagt:

    Auch für mich als Kunde kann es müsam sein, wenn ich mit einem Teilzeitangestellten zu tun habe. Die wenigsten Firmen sind so gut organisiert, dass bei Abwesenheit der Stelleninhaberin jemand kompetent Auskunft geben und entscheiden kann. Oft heisst es dann, Frau X arbeitet nur Montag bis Mittwoch, heute ist aber Donnerstag und nächste Woche bin ich meinerseits wieder mit Terminen bis Freitag dicht und finde kaum Zeit für ein längeres Telefongespräch. Toll.

  • Werner Valentin sagt:

    Es tut mir leid. Aber ich brauche Arbeitnehmer/Mittarbeiter die vollen Einsatz (evtl. auch 120%) geben und auf die ich mich immer verlassen (!) kann. Da kann keiner an einem mio. Projekt beteiligt sein der mich evtl. Morgens um 7 anruft und sagt: „Sorry, ich kann heute nicht. Der Kleine ist krank“. Diese machen das „Tagesgeschäft“ aber sicher keine „Karriere“. Das ist auch fair denen gegenüber die sich voll einbringen!

    • Werner Valentin sagt:

      Abgesehen davon. Es gibt Branchen da kann man die Arbeitsplätze einfach nicht „Teilen“. Einen AP zu 100% einrichten (Hardware und Software) und ihn dann nur zu 60 oder 80% zu besetzten ist auf dauer ziemlich dumm! Vorallem mehrere davon. Und. Nein, bei uns kann man nicht jemanden einstellen der jeden Tag an einem anderen AP arbeitet um die fehlenden 20% aufzufüllen!

      • Kurt Bucher sagt:

        Die größte aller Torheiten ist, seine Gesundheit aufzuopfern, für was es auch sei…
        Kein Job der Welt ist das Wert!! Und noch was, Einsatz hat NICHTS mit dem Arbeitspensum zu tun!

      • 13 sagt:

        @ WV
        Ein sehr bekanntes Muster, dass jeder der Meinung ist, gerade sein Geschäft, sein Unternehmen sei so wichtig, dass eine flexiblere Organisation nicht möglich ist. Ich würde mal sagen zu 99% liegt es am Willen. Was machen Sie denn, wenn der tolle kinderlose MA des Mio-Projekts anruft und sagt, er hätte sich am WE das Bein gebrochen und kommt zwei Wochen nicht? Ist das was anderes als die Mutter, die sich 2 Tage um ihr Kind kümmern muss, oder? Ein unersetzbarer MA ist ein Sicherheitsrisiko in jeder Firma, ich habe schon manche so bachab gehen sehen. Das würde ich mich nicht trauen.

      • 13 sagt:

        Mal ganz davon abgesehen, dass es doch ziemlich dumm ist, Mitarbeiter einzustellen, sie zu schulen und auszubilden, um sie dann zu verlieren, weil sie nach der Schwangerschaft nicht mehr 100% machen wollen oder einfach zu einem Unternehmen wechselt, welches auch etwas bietet. Klar, gibt es viel Konkurrenz auf dem Arbeitsmarkt, aber nicht nur auf einer Seite. Unternehmen sollten sich ebenso um gute MA bemühen, wenn sie sich halten wollen. Denn Neueinstellung sind häufig teurer, als ein AP, der zu 20% leer steht.

      • Petter sagt:

        Teil 1: Guten Tag 13. Ich kann Herrn Valentin nur zustimmen. Mein Mitarbeiter gegenüber (stellver. Chef) schmeisst bei uns die grossen Projekte. Er kennt diese in- und auswendig, kennt die Ansprechpersonen und die Verantwortlichen. Er muss 5 Tage im Büro sein, da Personen, welche Millionen investieren einfach erwarten, dass er da ist, wenn sie etwas verlangen.
        Und ja, wenn er ausfällt wirds schwierig. Wir anderen müssten ihn natürlich abfedern und uns sein Wissen aneignen, aber vermutlich wäre das fast unmöglich und wir würden ziemlich viel verlieren.

      • Petter sagt:

        Teil 2: Da er der Manager der Projekte ist und sämtliche Sitzungen besucht und es wenig Sinn macht, noch jemanden anderes an die Sitzungen zu schicken und die Auftraggeber nur verwirrt wären, wenn plötzlich zwei Ansprechspersonen da wären, ist es schlichtwegs unpraktikabel, die Arbeit auf zwei Personen zu verteilen. Diese zwei Personen wäre pro Woche mind. einen halben Tag am Know-How austauschen. Somit wäre also der stellver. Chef noch zu 70% tätig statt 80%. Ausserdem hätte er extrem Mehrarbeit, wenn er immer den anderen mit einbeziehen müsste.
        Es ist einfach nicht möglich.

      • Franz Vontobel sagt:

        @Petter: Uiuiui… ein Paradebeispiel, wie es nicht laufen sollte – wenn morgen Ihr Mitarbeiter unter’s Tram gerät – was dann? Ein Klumpenrisiko der gröberen Sorte. Kleinere Firmen kann sowas in den Bankrott treiben…

      • 13 sagt:

        Unterschreib bei Franz. Ich würde in keine Firma Millionen investieren, wenn ich da nur von einer Person abhängig wäre und alles ins Wasser fällt, wenn diese wegfällt. Da könnte ich nicht ruhig schlafen. Wenn ich meinen Chef vertrete, dann sind die meisten zuerst erstaunt, dann aber beruhigt, weil man Bescheid weiss (gutes Computerprogramm ersetzt stundenlangen Austausch). Und schliesslich wird man immer verlangt, wenn er nicht da ist. Von Verwirrung kann keine Rede sein. PS: Was ist wenn er einen längeren Termin mit einem Kunden hat? Dann ist er für einen anderen auch nicht erreichbar…

      • Werner Valentin sagt:

        Hr./Fr. 13, Hr. Vontobel
        Natürlich gibt es ein Risiko. Das Leben ist gefährlich! Aber gleich immer den GAU zu bemühen ist ein bisschen übertrieben. Es sterben ja nicht immer nur die Schlüsselpersonen weg! Und so naiv dass wir in alle MA investieren sind wir ja nicht. Lassen Sie es mich diskret formulieren: Man merkt schon in wen es sich lohnt zu investieren. Apropos. Die mio. werden nicht ins Geschäft investiert, sondern das Objekt/der Auftrag ist mio. schwer.

      • Werner Valentin sagt:

        Fr. 13

      • Werner Valentin sagt:

        Fr. 13
        Sie schreiben weiter oben dass Sie 80% arbeiten und später „wenn ich meinen Chef vertrete“ .. Bei allem Respekt, es kann sich kaum um etwas wie das hochziehen des Prime Towers, oder die Instandsetzung der Hardbrücke, oder das Bauen des Durchgangbahnhofes in Zürich handeln. Alles Jobs wo hunderte von Büezern (!) davon abhängig sind dass niemand wegen ein bisschen Husten des kleinen ausfällt!

      • Petter sagt:

        Wenn er unters Tram gerät, dann gehen wohl ein zwei Projekte flöten. Bankrott sind wir deswegen aber sicher nicht. Und in Anbetracht eines Todesfalls ist ein Projekt Nebensache.
        Der Punkt ist einfach, das bei solchen Projekten die Fäden bei einem Mann zusammenlaufen müssen. Vorallem in der Phase der Akquirierung. Ausserdem wird nicht in unsere Firma investiert, sondern in Projekte, welche wir entwickeln. Wir sind ersetzbar. Aber nicht dieser Mann in unserer Firma.
        Wenn Sie es mir nicht glauben, kann ich nichts machen, aber es ist so

      • Zwergenmama sagt:

        @Werner Valentin: ich unterschreibe bei 13 und kann als Beispiel dienen. Meine Aufgabe ist die Leitung einer Informatikabteilung, die zwei Rechenzentren betreibt. Sollten diese mal ausfallen, arbeiten viele Leute nicht mehr. Ich arbeite zu 60%, der Rest der Zeit verbringe ich mit meinem kleinen Zwerg. Dies ist möglich, weil Vertrauen in meine Fähigkeiten gesetzt wird, dies zu managen, weil ich im Notfall erreichbar bin und auch bereit, mal an einem freien Tag zu Arbeiten und vor allem, weil meine anderen Mitarbeiter einen guten Job machen und ich weiss, dass „der Laden“ auch ohne mich läuft…

      • Zwergenmama sagt:

        /2: die Möglichkeit, so zu Arbeiten erachte ich nicht als selbstverständlich. Dies schätze ich an meinem Arbeitgeber sehr und bin deshalb auch bereit, mal ein wenig mehr Einsatz zu leisten und den Spagat zwischen Arbeit und Familie zu meistern. Schlussendlich eine Win-Win-Situation für den Arbeitgeber und mich.

      • 13 sagt:

        @ Herr Valentin
        Ich habe geschrieben, ich hätte 80% gearbeitet, zur Zeit sind es 100%. Was später sein wird, wird sich zeigen. Und wir sind tatsächlich ein Kleinunternehmen, wie das für Advokaturen ausserhalb des Wirtschaftsrechts üblich ist. Was nicht bedeutet, dass unsere Klienten weniger von uns abhängig sind. Im Gegensatz geht es meistens nicht um die 4. oder 5. Mio, was es natürlich auch gibt, sondern um existenzielle Fragen wie auch um die Sicherheit der Klienten und ihrer Kinder. Aber es passiert nichts, wenn mal jemand nicht da ist. Deshalb sind wir ja 4 Anwälte und kein 1-Mann-Betrieb

      • Werner Valentin sagt:

        Frau ZM
        Was muss ich mir unter der Leitung von 2 Rechenzentren vorstellen? So was wie dass der ETH in Manno (immerhin eines der grössten in CH)? Mit Verlaub. Ich spreche von Aufgaben, von denen dutzende von Gross- und KMU-Betrieben mit hunderten von Arbeitnehmern abhängig sind. Vom Maurer über den Stromer bis zum Küchenbauer. Nicht das reibungslose sicherstellen einer Unterbruchfreien Stromzufuhr oder das tadellose ausführen aller notwendigen Backup’s. So was geht einfach nicht unter 100%.

      • Zwergenmama sagt:

        @Hr. Valentin: nicht ganz so gross, nicht ganz so schnell und auch nicht ganz so modern. 7500 User (etwa 600 gleichzeitig am Arbeiten) an etwa 70 Standorten, ca. 2000 Clients;). Und nein, das Sicherstellen der USV und des Backups gehört natürlich dazu, ist aber noch lange nicht alles, was wir im Angebot haben…

  • Stevens sagt:

    Liebe Journalisten, Gleichstellungsbüros, Politiker etc… Warum denkt ihr bei solchen Diskussionen immer nur an Bürojobs? Eine Versicherung wirbt damit, familienfreundlich zu sein. Klar, eine Versicherung bietet Bürojobs an. Dort lassen sich nicht starre Arbeitszeitmodelle noch relativ einfach verwirklichen. Aber wie sieht es mit der Chirurgin aus? Mit dem Lokomotivführer? In einer Fabrik? In der Pflege? Es gibt so viele Jobs, wo die Schichten, Arbeitszeiten einfach vorgegeben werden müssen, ansonsten sterben (im Spital) Menschen.
    Es gibt auch noch eine Welt ausserhalb von KV und Büro…

    • Petter sagt:

      Danke für das Statement. Genauso ist es.

    • tina sagt:

      30 stunden woche als 100% würde abhilfe schaffen. dazu würde es weniger arbeitslose geben und weniger psychisch kranke. die arbeit würde viel gewissenhafter und effizienter erledigt. wer möchte von einem chirurgen operiert werden der kaum geschlafen hat?

      • Stevens sagt:

        @Tina: Sie können ihre 30 Stunden Ideologie anderswo platzieren. Bitte bleiben sie beim Thema.

        Auch wenn ein Chirurg nur 30 Stunden arbeiten würde, ist es schwer möglich, „familienfreundliche“ Strukturen zu schaffen. Arbeitszeiten sind vorgegeben. Eine mehrstündige, komplizierte Notfall-OP kann nicht einfach gestoppt werden, weil die Kita schliesst. Nachtschichten sind erforderlich (ja, Notfälle gibt’s auch nachts), Pikett-Dienst usw. Unmöglich, dies zu umgehen.

      • tina sagt:

        wieso ideologie? wieso müssen es genau 42h sein? man kann schicht arbeit auch um eine 30h/woche verteilen.
        genau, für schichtarbeiter ist es aber sowieso schwierig kinder zu betreuen. ich habe selber aufs büro wechseln müssen aus dem grund

    • Sabrina sagt:

      Es geht nicht um Schichtarbeit, sondern um Teilzeit. Die Arbeitszeiten werden auch bei Teilzeit vorgegeben: Ob es jetzt ein 100% Stelle oder zwei 50% Stellen sind, macht gerade in den erwähnten Berufen keinen Unterschied.

      • Stevens sagt:

        @Sabrina: „Teilzeitarbeit […], flexible Arbeitszeitmodelle, die Möglichkeit zur Heimarbeit, … “ So steht es im Text, was unter „familienfreundlich“ gemeint ist. Klar. Teilzeitarbeit das könnten die meisten noch anbieten. Aber das ist auch meistens möglich. Der Rest geht bei Bürojobs, aber bei kaum einem anderen Beruf.
        Also, es geht nicht um Teilzeit, es geht um viel mehr.

    • 13 sagt:

      Flexible Arbeitszeiten (Gleitzeit) wie auch Homeoffice sind zwar toll, aber doch nicht das einzige Kriterium für Familienfreundlichkeit. Wie wäre es mit Mitbestimmen bei der Schichtvergabe, Grosszügigkeit bei einvernehmlichen Schichtenwechsel zwischen den Mitarbeiter, Teilzeitangebote, längerer Mutterschaftsurlaub, Vaterschaftsurlaub etc.? Niemand stirbt, weil am Montag Chirurgin A arbeitet und Chirurg B zu den Kindern schaut. Gerade die SBB bietet da zum Beispiel trotz Schichtbetrieben einiges an. Mein Mann arbeitet in Schichten, häufig am WE, hat dafür immer Mo und Di Papazeit. Es geht.

      • Stevens sagt:

        Es geht viel, wenn man möchte, da haben sie recht. Schön, wenn das bei ihrem Mann so passt und eingespielt hat.
        Aber vielleicht möchte doch ein Kollege auch mal am WE arbeiten, zB wegen der Zulagen.
        Es können einfach nicht alle Wünsche erfüllt werden. Es muss auch das Verständnis da sein, dass eine Firma nicht auf alles Rücksicht nehmen kann. Und dass es auch mühsam ist, wenn zB. 15-20 Mal Vertretungen organisiert werden müssen weil das Kind krank ist (im Gegensatz zu einem kinderlosen Arbeitnehmer, welcher vielleicht 4-5 Tage krank ist.

      • 13 sagt:

        @ Stevens
        In der Gastronomie gibt es keine Zulagen und da er nur Teilzeit arbeitet und es immer mehrere Leute pro Schicht hat, geht das. Natürlich können nicht immer alle Wünsche erfüllt werden und Arbeitsgeber und Arbeitnehmer müssen dann beide zu Kompromissen bereit sein, Ich musste auch schon meinen Betreuungstag wegen der Firma ändern. Aber versucht man es gar nicht, weil man eh davon ausgeht, dass eigentlich ein Elternteil ganz für die Firma und der andere ganz für das Kind da sein muss. Dass es aber einfach nur in den Bürojobs geht, ist schlicht und einfach falsch. Ich habe mehrere Jahre

      • 13 sagt:

        im Verkauf gearbeitet. Bis auf einen der 15 Mitarbeiter waren alles entweder Mütter oder Studenten. Da gab es Schichtpläne (2-Schichten-Betrieb 5.00-13.30 und 13.300-22.00 Uhr, 365 Tage im Jahr) und man schaffte es trotzdem auf die Bedürfnisse Rücksicht zu nehmen. Die Mütter machten in der Prüfungszeit mehr, die Studenten während dem Schulferien oder waren spontan bei kurzfristigen Einsätzen und wer nach Erstellung des Plans eine Schicht nicht machen konnte, musste selber Ersatz suchen (ausser bei Krankheit), was immer klappte. Wie gesagt, es geht, wenn man will.

      • 13 sagt:

        PS: Ich bin seit fast 6 Jahre Mutter, seit fast 3 zweifache Mutter und war noch nie mehr als 5 Tage pro Jahr wegen Krankheit der Kinder abwesend. Schliesslich haben sie zwei Elternteile, man kann es sich also aufteilen, bei alleinerziehenden ist es was anderes. Und wenn ich abwesend war, habe ich zumindest etwas zu Hause gemacht oder kam am Wochenende drauf für ein paar Stunden im Geschäft. Dies für einen Arbeitgeber, der kein Wort sagte, wenn ich eben mal deshalb fehlte. Wäre es jedes Mal ein Kampf gewesen, hätte ich das wohl nicht gemacht. Wie gesagt, ein Nehmen und ein Geben.

    • Ursi sagt:

      Gerade in Schichtarbeiter Jobs ist es eingetrichterte einfacher Teilzeit zu arbeiten. Die nächste Schicht übernimmt, man ist nicht an einem Projekt dran. Ein Patient kann auch am nächsten Tag von einer anderen Pflegefachkraft gepflegt werden und stirbt deshalb nicht…

  • Reisende sagt:

    Ich möchte jedem gerne Mut machen darum zu kämfen. Mein Unternehmen hatte in Bezug auf Familienfreundlichkeit nicht wirklich etwas zu bieten, Teilzeit war nicht beliebt und Heimarbeit strikt untersagt. Trotz allem habe ich nicht aufgegeben und dafür gekämpft, dass tatsächliche Leistung und nicht Vorbehalte den Ausschlag geben. Unser Sohn ist drei Tag in der Krippe, Papa und Mama sind jeweils einen Tag mit ihm zuhause plus das Wochenende. Wir finden das eine tolle Mischung, Es verlangt viel Einsatz und Flexibilität, aber mit mehr Effizienz schafft man auch in 80% (mit Home office) 110% Leistung

  • Kurt Bucher sagt:

    Wer heute noch Vollzeit arbeitet ist selber schuld…

  • Beatrix sagt:

    Mein Arbeitgeber ist familienfreundlich. Wesentlich für mich sind die Punkte Flexible Arbeitszeit und Verständnis bei Krankheit der Kinder. Da kann ich früh einen privaten Termin wahrnehmen, komme eben erst um 9 und arbeite dafür nachmittags oder einen anderen Tag länger oder wenn es aus Arbeitgeber-Sicht wichtig ist. Es gibt viele (vor allem Büro-)Jobs, wo starre Arbeitszeiten eigentlich nicht notwendig sind…

  • lara sagt:

    Ich arbeite bei einem der prämierten Unternehmen. Ich möchte hier aber erwähnen, nur weil etwas auf dem Papier familienfreindlich aussieht, heisst das noch lange nicht, dass es auch so ist.

    Bei uns muss man mind. 80% arbeiten. Ich wäre nach den 14 Wochen jeweils noch gerne 4 Wochen länger zu Hause geblieben und im ersten Jahr wären mir 50-60% lieber gewesen. Mein – für die vielen weiblichen Führungskräfte und hohen Pensen gelobtes – Unternehmen stellte mich aber vor die Wahl 80% (mit 100% Erreichbarkeit) oder nix.

  • Klaus Micheli sagt:

    Ich arbeite Teilzeit (80%) seit knapp 10 Jahren. Die Kinder kamen erst danach (heute 6 und 4 Jahre). Trotzdem war es mir möglich, in meiner Firma, eine KMU, vom Teamleiter zum Stellvertretenden Geschäftsführer aufzusteigen. Auch wenn ich an einem Tag der Woche meine Kinder betreue. Denn 1. geht die Firma nicht unter, nur weil ich einen Tag nicht da bin. Dafür habe ich gute MitarbeiterInnen. Und 2. bin ich am Familientag meist besser telefonisch erreichbar (wenns ein muss, kommt aber selten vor), als wenn ich wie an vielen Arbeitstagen mit Kunden in Meetings bin.

    • Carolina sagt:

      Ja, das geht. Meine Praxis habe ich von Anfang an so geleitet, dass Teilzeit erwünscht und möglich ist. Allerdings habe ich nach einer gewissen Anfangszeit festgestellt, dass Grosszügigkeit auch nach hinten losgehen kann – vor allem, wenn es um Mitarbeiter geht, die schon älter sind oder keine Kinder haben. Deshalb wird nur noch in Teilzeit gearbeitet und die Präsenzzeiten, vor allem zu Ferienzeiten, müssen untereinander ausgehandelt werden. Meine Partnerin und ich geben dabei weitgehende Autonomie im Aushandeln, achten aber darauf, dass niemand sich benachteiligt fühlt. Das funktioniert.

      • Petter sagt:

        Auf ihrem Arbeitsfeld mag das gehen, bei uns gehts nicht. Eine Baustelle läuft 5 Tage die Woche. Das Know-How zu transferieren kostet sehr viel Zeit und ist extrem fehleranfällig. Zudem gibts Notfälle, wo einfach jemand vor Ort sein muss. Und dieser jemand muss das Objekt kennen und kann sich nicht erst noch einen halben Tag in die Sache einarbeiten. Zusätzlich kann man sicher sein, dass die Notfälle genau ausserhalb der Arbeitszeit sind. Aussedem gibt es Auftraggeber, welche Sitzungen verschieben und keine Rücksicht auf die Teilzeitarbeit nehmen. Da heisst es dann „Vögeli friss oder stirb“.

      • Carolina sagt:

        Ist völlig klar, dass man nicht alle Firmen gleich sehen kann. Deshalb ist es auch wichtig, dass unterschiedliche Lebensentwürfe möglich sind. Auflagen und Vorschriften engen nur ein. Flexibilität von beiden Seiten ist dringend gefragt, aktive Mitgestaltung, nicht Opfergehabe.

  • Heidi Merz sagt:

    Die ganze Diskussion um „lohnenswert/Kosten für Arbeitgeber“ können wir uns gleich sparen. Es ist eine gesellschaftliche Entscheidung, wie viel Kinder (die Zukunft!) der Gesellschaft in einem Land wert sind, und was sie bereit ist, dafür zu bezahlen. Eine Gesellschaft, die sich für die Kinder entscheidet, sorgt für Betreuungsmöglichkeiten und den ganzen Rest aus Überzeugung. Siehe Skandinavien. Natürlich jammern einige dort über hohe Steuern, aber das tun wir hier auch.

  • Heidi Merz sagt:

    Das simpelste, aber entscheidende Kriterium für Familienfreundlichkeit in einem Unternehmen wird hier gar nicht genannt: Verständnis aufbringen, wenn Mutter und Vater je ihre gesetzlich verankerten Kind-Krank-Tage einziehen müssen, weil das Kleinkind (schon wieder!) krank ist und keine Verwandtschaft/bezahlbare Betreuung dies übernehmen kann. Und immernoch Verständnis aufbringen, wenn mehr als die 2×3 Tage eingezogen werden müssen. Ein verständnisvolles berufliches Umfeld ist m.E. 100x wichtiger als Teilzeitmodelle. Viele möchten oder müssen nämlich trotz Kind weiterhin 80-100% arbeiten.

  • Joerg Hanspeter sagt:

    Die Firmen werden nur Teilzeitarbeit fördern, wenn es ihnen nützt. Nicht zu vergessen sind die Nachteile, die dann von den Vollzeitangestellten aufgefangen werden müssen. Teilzeikräfte mit 80% wollen in der Regel den Freitag frei, 50%-Kräfte nur am Vormittag arbeiten, Mütter mit schulpflichtigen Kindern natürlich möglichst viel frei in der Ferienzeit. Logopädinnen sind häufig nur noch zu sehr eingeschränkten Zeiten verfügbar, natürlich müssen alle gleichzeitig frei haben, bereits in der Primarschule droht die Aufteilung auf 3 – 4 Lehrerinnen usw.

    • Heidi Merz sagt:

      Wann man frei hat ist Verhandlungssache. Auch ein freier Mittwoch hat seine Vorteile. Wichtig ist doch, dass die Möglichkeit überhaupt besteht.

      • 13 sagt:

        Sehe ich genau so. Ich hatte lange am Mittwoch frei, dann ist die Woche ohne Kinder nicht so lang, die Kunden sind nicht gleich 3 Tage ohne Ansprechpartner und der Betreuungsschlüssel in der KITA ist am Freitag besser. Wenn ich aber die Gelegenheit bekomme, einen interessanten Job zu machen mit Aufstiegschancen (nicht gleich Topkarriere, sondern im Sinne einer Weiterentwicklung), dann bin ich gerne bereit, meine Arbeitszeit der Firma anzupassen.

  • Petter sagt:

    Immer wieder diese Opfermentalität…
    Als teilzeitarbeitender Vater kann ich Ihnen, Frau Braun, versichern, dass auch meine Karriere am Stocken ist. Der Lohn steigt nicht mehr wie früher, ich habe keine Topprojekte mehr zur Betreuung. Und das ist gut so, schliesslich opfere ich mich nicht mehr so für die Firma auf wie meine Mitarbeiter und kann auch mal das Telefon nicht beantworten und bei Problemen sofort losrennen.
    Ihr Anspruchsdenken (Kinder, Karriere plus Toplohn) sollten Sie vielleicht mal nach unten korrigieren. Man kann nicht immer alles haben.

    • Blitzblau sagt:

      @Petter: meine Rede – und ganz zu schweigen von den Zusatzbelastungen für die Teamkollegen, wenn der Arbeitskollege/die Arbeitskollegin ausfällt wegen eines kranken Kindes. Mehrere Male erlebt, dass der Rest des Teams sowas ausbuckeln musste (mit Verzicht auf Sport, Konzerte etc.). Zum Dank darf man sich dann auch noch blöd als kinderloser Egoist ansurren lassen. Geht echt gar nicht!

  • Anne sagt:

    Mein Arbeitgeber ist familienfreundlich. Die kantonale Verwaltung ermöglicht einem, sich duch Lohnprozente oder andere Arbeitsmodelle, zusätzliche Ferien „zu kaufen“. Des Weiteren – und das ist fast wichtiger als die Reglemente und Weisungen – ist das Verständnis der Vorgesetzten und Mitarbeiter sehr gross, wenn die Kinder krank sind. Mein vorheriger Arbeitgeber hatte ein Regime, das von Misstrauen geprägt war. Meine Loyalität jetzt ist viel höher und so leiste ich Extradienste etc. wenn immer es möglich ist. Vorher war ich dazu nicht bereit.

    • Anne sagt:

      Mehr braucht es meiner Meinung nach nicht. Eine interne Krippe kann praktisch sein, aber nur solange die Kinder noch nicht im Kindergarten sind.
      Tragisch finde ich, wie schwierig es einTeil der Männer in meinem Umfeld hat, einen Job zu finden, wo man Teilzeit arbeiten kann. Bei Frauen scheint es einfach üblich und akzeptiert zu sein, als Mann muss man sich offensichtlich immer erklären.

  • fabian sagt:

    Natürlich sind umfangreiche Sozialleistungen für Arbeitnehmer attraktiv. Gleichwohl sind kinderlose Arbeitnehmer, meist auch gleichzusetzen mit Vollzeitarbeitskräften, geeigneter für anspruchsvolle Stellen und Schlüsselstellen innerhalb eines Betriebs. Dort wo nicht einfach Arbeit nach Vorschrift erledigt wird, d.h. die Bewertungsskala der Arbeit nach oben offen ist (für Innovation u.ä.), dort bringen Leute, die sich sogar in der Freizeit ab und zu einen Gedanken an die Arbeit erlauben (aus purem Interesse), schlicht mehr.

    • Pixel sagt:

      Teilzeit ist da nicht. Ebenso wie klar ist, dass die Betreuung anderweitig abgefangen werden muss. Daneben gibt es auch einfach Branchen, wo schlicht weder Teilzeit noch eine Abwesenheit (halbes Jahr oder länger) verkraftbar sind. Ich persönlich verstehe den Wunsch nach homeoffice nicht. Wer kann schon arbeiten wenn das Kind oder die Kinder betreut werden sollen, wennauch nur mit minimalstem Aufwand (also Aufsicht)?? Flexible Zeiten, ja.

      • Pixel sagt:

        Dieser ko m m e n tar ist als Fortsetzung zu meinem obigen gedacht. Sorry, falsche Stelle.

      • tina sagt:

        pixel bei meinem job kann ich gut einige dinge zuhause erledigen. ich richte mich dabei nach der anfallenden arbeit. eine halbe stunde morgens und abends und so 2 mal wöchentlich 2-3 stunden am stück kann ich zuhause erledigen. unter der woche lege ich nicht dringendes extra dafür zur seite, und spare mir damit 2 tage pro woche den aufwand eines arbeitsweges. meine kinder sind ja auch keine babys mehr, von wegen betreuung

      • tina sagt:

        ich bin dankbar, wenn ich auch am weekend, in den ferien und am abend etwas erwerbsarbeiten kann. wobei ich wohlgemerkt doppelt so viel ferien beziehe wie standard ist (was immer noch nur die hälfte der schulferien ist). und darum macht es mir auch nichts aus, auch während den ferien erwerbszuarbeiten.

      • Pixel sagt:

        Tina, das was Sie ansprechen ist Flexibilität in punkto Zeit. Aber jetzt mal ehrlich, und ohne bitte despektierlich sein zu wollen. In den Etagen von denen ich meine dass wir reden, besprechen wir eher nicht 2-3 Stunden in der Woche und schon gar nicht reden wir erst über hie und da ne halbe
        Stunde extra. Auf diesen Stufen bewegt sich die Denke nicht auf 30 min ebene sondern eher auf 20-30
        Stunden plus.

      • tina sagt:

        ich arbeite mindestens 10 stunden wöchentlich zuhause, etwa 1/3 meines pensums (mein vorgesetzter und dessen vorgesetzter auch, nur dass deren gesamtpensum höher ist – und deren der lohn natürlich auch). es sollte dir aufzeigen, warum sich das leute sehr wohl wünschen können.

      • tina sagt:

        das ist übrigens nicht „plus“ sondern teil des pensums, wobei meine vorgesetzten ihre stunden nicht zählen müssen, ich hingegen schon. wobei ich es mehr als dürfen betrachte

      • tina sagt:

        zu ergänzen ist vielleicht noch, dass weder mein vorgesetzter noch dessen vorgesetzter kinder grossziehen, geschweige denn alleinerziehend.
        vielleicht definieren wir home office nicht gleich, pixel. mir erlaubt es zusätzliche rund 25% stellenprozente erwerbszuarbeiten, ohne ausser haus zu müssen. von karriere möchte ich nicht sprechen. diese paar hundert franken mehreinnahmen trennen mich von der armutsgrenze

      • Pixel sagt:

        Tina, ich habe ja meine ganze Aussage oben in einem anderen thread beginnend darauf aufgebaut, was ich und wie ich Karriere definieren möchte. Nun, da Sie aufgesprungen sind auf den folgeteil, der dann in diesem thread gelandet ist, haben Sie womöglich eine andere Aisgangslage als ich. Dennoch: wenn man Kleinkinder hat (0-5), kann man nicht homeoffice Arbeiten und zwar so, dass man konzentriert bei der Sache ist, Telefonate oder Conf Calls wahrnimmt. Alles andere ist flexible Arbeitszeit, die vor dem Hintergrund der heutigen Mobilität von überall erledigt werden kann, also auch von zu Hause.

      • tina sagt:

        pixel, ich bin wirklich nur so nebenbei darauf eingegangen, dass du den wunsch nach homeoffice nicht nachvollziehen kannst. ich bin sonst ganz mit dir einig: mit kleinen kindern daneben geht das wirklich nicht. mit grösseren aber schon, die gehen ja in die schule

  • Sportpapi sagt:

    Eine intensive Beziehung zu den Kindern und eine Karriere (sofern wirklich Karriere gemeint ist) lassen sich schlicht nicht vereinbaren. Beides benötigt Zeit, die eben nicht doppelt zur Verfügung steht. Wer Karriere machen will, lässt seine Kinder betreuen, vom Partner, der Partnerin, oder extern. Karriere in Teilzeit wird in den seltensten Fällen möglich sein, da es nicht nur um Zeit, sondern auch das Kommittement geht. Weil die begehrten Stellen in Wettbewerb vergeben werden, und immer jemand da ist, der mehr leisten, mehr investieren möchte. Es bleibt eine Entscheidung, die zu fällen ist.

    • Reisende sagt:

      Das stimmt wohl, aber man kann seiner Karriere-Chancen intakt halten, in dem man dabei bleibt. Das ist jeder Mutter die Spass an Ihrem Beruf hat und viel investiert hat sehr viel wert. Wir sind ja bescheiden… 🙂

    • 13 sagt:

      Die Frage ist, wie man Karriere definiert. Ich zum Beispiel möchte gerne vorwärts kommen, besser werden, mehr erreichen, auch finanziell. Dafür muss ich bei der Familienzeit Abstriche machen. Aber ich könnte das alles viel schneller und viel höher erreichen, wenn ich 70 Stunden die Woche arbeiten würde. Tue ich nicht, denn dafür ist mir die Familienzeit zu wichtig. Alles geht nicht, das ist klar. Aber das entweder oder stimmt für mich auch nicht. Eher von allem ein bisschen mit Abstrichen.

    • Jane Doe sagt:

      Sportpapi, ich bin nicht Ihrer Meinung: Was heisst Karriere? Welche Position in einer Firma muss man erreichen um sagen zu können, man habe Karriere gemacht? Es kann nicht jeder CEO werden, irgendwann ist Schluss mit dem Aufstieg. Wenn man sich auf die Arbeit fokussiert, hat man die oberste Sprosse der Karriereleiter vielleicht schon mit 40 erreicht, wenn man ein paar Jahre Teilzeit arbeitet, vielleicht erst mit 50, dafür hat man sich um seine Kinder gekümmert. Aber ich behaupte, auch mit Teilzeit kann man im Laufe seines Lebens eine gute Postion erreichen, es geht nur einfach etwas lânger.

      • Pixel sagt:

        Einmal mehr wird zum einen mit Begrifflichkeiten jongliert, die der ganz persönlichen Wahrnehmung unterliegen, zum anderen wird daneben auch noch von offensichtlich sehr unterschiedlichen Branchen und den damit verbundenen Berufsfeldern gesprochen. Was für den oder die eine(n) Karriere ist, ist für den anderen ein ganz gewöhnliches und zu erwartendes Vorwärtskommen. Karriere definiere ich als alles was jenseits der 220’000 brutto Jahreseinkommen ist. Da ist schon mal eine gewisse Verantwortlichkeit impliziert und eine entsprechende Position fast unabhängig der Branche. Und da gebe ich SP recht

      • Muttis Liebling sagt:

        @Pixel, Euch Schweizer hat man tatsächlich nur zum Denken in Frankenbeträge erzogen. Karriere ist, wenn man seine Zeit, die Nachzeit, sein Umfeld beeinflussen kann. Mozart ist verarmt in einem Massengrab verscharrt worden. In der Schweiz ist Mozart bis 1918 nicht gespielt worden, weil es so gut, aber gleichzeitig so leicht klingt und man hört, dass da keine harte Arbeit hinter steckt, nur Genie.
        Viel Geld mit harter Arbeit zu verdienen ist die absolute Billigvariante von Leben. Mit Leichtigkeit Zeitgeist zu gestalten, dabei von Sozialhilfe oder von Freunden zu leben, das ist Erfolg.

      • Sportpapi sagt:

        @ML: Pixel ist mit ihrer Definition aber wohl mehrheitsfähiger als Sie, auch wenn ich nicht weiss, wie Sie ausgerechnet auf 220 000 Franken Jahreslohn kommt.

      • Pixel sagt:

        Ein Gehalt definiert in der hiesigen Zeit zuvorderst den Grad an Verantwortung die die Position innehält, beim Sport und im Film sind es der Marktwert. Da ich mich aber bei meiner Definition nicht auf letztere beide Fälle bezog (da wir nicht von Ausnahmen reden wollen), ist es also der Grad der Verantwortung gepaart mit der Bildung, resp wieviel „Brain“ gefordert sind. Strategie und Management werden höher gewertet als operatives Ausführen. Da wir in gewissen Branchen aber durchaus auch ohne nennenswert hohe Verantwortung locker ein 180er Salär hinkriegen, liegt die „magische“ Grenze

      • Pixel sagt:

        Tatsächlich bei ca 220-250, je nach, resp unabhängig der Branche. Mozart war ein Genie, aber bestimmt keiner der eine Karriere gemacht hat schon gar nicht mit heutigem Verständnis. Wir besprechen die Rollenmodelle von heute ML und nicht von vor 100 Jahren. Und wir besprechen das Verhältnis von Betreuung Vs Erwerbstätigkeit (und nicht Genietum). Wenn sie über Karriere im weiteren Sinne philosophieren wollen dann ist der Rahmen hier dafür bestimmt nicht richtig.

      • Muttis Liebling sagt:

        Wenn man Verhältnis Einkommen/ Kosten Kinderbetreuung bespricht, muss eben auch die Variante genannt sein, dass bei beiden Geld keine primäre Rolle spielt.
        Meine beiden Enkel besuchen im hochverschuldeten Berlin jeweils Krippe oder Kindergarten, 5 Tage x 8h/ Woche, auch wenn meine Tochter freiberuflich meist zu Hause arbeitet. Es kostet pro Kind 100 Euro/ Monat, das ist das Essensgeld, Betreuungskosten gibt es nicht. Andere Kommunen (Düsseldorf) finanzieren selbst das Essensgeld. CH- übersetzt bedeutet dies ein unversteuertes Zusatzeinkommen von 3000 Franken, welches nur Eltern gewährt wird.

      • Muttis Liebling sagt:

        2/ Das erscheint mir wesentlich sozialer und folgerichtiger als Kinderbetreuung, übrigens auch Heimpflege, wie eine Handwerkerleistung als Ware anzubieten.

      • Pixel sagt:

        Ich glaube ich kann Ihnen ML hier nicht ganz folgen. Ich meine, wir besprechen hier die vielzitierte Vereinbarkeit von Beruf und Familie. Flankierend muss man in der Schweiz tatsächlich dann auch irgwndwann die Kosten besprechen. Das Gespräch in diesem thread hat sich dann (was eben auch Usus ist) auf die „Karriere“ ausgedehnt und in der Folge über die generelle Frage inwiefern denn Karriere und Kind überhaupt vereinbar sind, unabhängig vom Arbeitgeber und dessen Leistungen. Und zwar nicht finanziell, sondern zeitlich.

  • Independent sagt:

    Ich fände es super lobenswert wenn es eine solche Entwicklung weiterhin gäbte, wer fände dies nicht? Allerdings, und das mag jetzt durchaus ein wenig egoistisch klingen; darf ich mir diese Forderungen auch als nicht-Elternteil herausnehmen? Denn: Auch ich als kinderlooser fände es toll wenn es für mich Home Office, Teilzeitarbeit und flexible Arbeitsmodelle gäbte und das Ganz dann auch noch ohne Einbussen im Karrieremodel. Oder ist dies schlicht den Eltern vorbehalten? Denn: ich arbeite noch so gerne mit Eltern zusammen. Aber ich arbeite nicht mehr oder strenger um deren Kinderfreuden zu teile

    • Muttis Liebling sagt:

      Home- Office und flexible Arbeitszeitmodelle gibt es inzwischen zur Genüge. So ein Neuzeitberuf in meiner Arbeitsumgebung ist die medizinische Kodiererin. Man braucht eine auf ca. 3000-3500 Spitalsabgänge, CH hat 1.1 Millionen davon und dafür viel zu wenige Kodiererinnen.
      Man bekommt die heute nur, wenn man Heimarbeit anbietet mit einem Anwesenheitstag pro Woche. Meist sind das denn auch ehemalige Pflegekräfte, die wegen Kindern den Erstberuf an den Nagel hängen mussten.

      • Independent sagt:

        @ML + @Petter
        ich bin mit beiden Aussagen einverstanden. Und nochmals: ich will auch hier keineswegs diese tollen „nice to have’s“ irgendjemandem in Abrede stellen. Ich zweifle einfach die Durchsetzbarkeit per se an. Denn, wie Sie Petter schon richtig gesagt haben: wenn ich 80% arbeite (und wer Teilzeit arbeitet weiss genau dass es immer MEHR ist wie der genau %satz :-)) und Kinder habe, dann kann ich nicht einfach nach Hause gehen und erwarten dass die anderen die Arbeit erledigen. Oder wenn dies so ist, dann gibts halt Abstriche sonstwo. Alles andere finde ich utopisch

      • tina sagt:

        independent: ich habe (ausser während meiner lehrzeit) noch nie 100% gearbeitet. aber ja, dafür zahlt man einen preis, klar. aber auch für karriere und ein hohes salär zahlt man einen preis. schön, wenn man die wahl hat.

    • Petter sagt:

      @Independent: Das ist auch den Eltern nicht vorbehalten. Das ist nur in der Fantasie von Braun möglich. Ich arbeite 80%. Gibts ein Problem, muss ein Mitarbeiter rennen, ich kann nicht, wenn ich die Kleinen hüte. Logisch, habe ich nicht denselben Lohn und dieselben wichtigen Projekte. So ist im Leben. Das eine oder das andere…. Auch Sie können sicher Teilzeit arbeiten, aber dann müssen Sie halt anderswo Abstriche machen.

  • Jeanne sagt:

    Ja unbedingt. So viele Lebensmodelle wir auch zur Verfügung haben, ist keines wirklich geeignet Job und Kind unter einen Hut zu bringen. Entweder keinen Job oder Fremdbetreuung, alles irgendwie frustrierend und stressig. Natürlich sind gewisse Branchen komplett starr und können sich nicht vorstellen, Teilzeitmodelle einzuführen. Ich bin in der Baubranche und versuche gerade zusammen mit meinem Mann, genau so ein Lebens und Arbeitsmodell einzurichten. Eine Kombination zwischen Firmenpräsenz und Homeoffice, wobei ich immer noch Teilzeit arbeite. Es ist aber nicht einfach.. Es gibt Wiederstand.

  • Irene feldmann sagt:

    Ein HOCH auf die Teilzeitarbeit, die gesunde Zukunft.

  • Muttis Liebling sagt:

    Firmen müssen weder familienfreundlich sein, noch Arbeitsplätze schaffen. Firmen müssen Waren und Dienstleistungen produzieren und das so ressourcenschonend als möglich. Also auch die Ressource Mensch schonend, d.h. mit so wenig Mitarbeitern als irgend geht.
    Der Rest, Sicherung des Lebensunterhalt, Familienunterstützung obliegt dem Staat oder meinetwegen der Gemeinde. Es ist ein Anachronismus, 2014 noch Teilzeitarbeit zu propagieren. Einen hinreichend komplexen und damit erfüllenden Arbeitsplatz vorausgesetzt, bedeutet Teilzeit in weniger als 100% der Zeit, für weniger als 100% des Lohns die

    • Muttis Liebling sagt:

      2/ 100%- ige Leistung zu schaffen. Das ist Selbstbetrug, funktioniert vielleicht am Fliessband, aber nicht mal im Gartenbau. Denn das Beet ist bestellt oder nicht bestellt. Dazwischen gibt es nichts.
      CH schafft es schon heute nicht, mit dem vorhandenen Arbeitskräftepotential die notwendigen Leistungen zu erbringen und die Pensionen zu erwirtschaften. Das geht nur durch Zukauf von Arbeitskräften im Ausland, was durch MEI und eine berechtigte Ablehnung im Volk rückläufig werden wird.
      Aus demografischen Gründen nimmt das Arbeitskräftepotential nur noch ab und die Zahl der Pensionäre nur noch zu.

    • Muttis Liebling sagt:

      3/ Es gibt derzeit zwar noch riesige Reserven, aber es lässt sich leicht ausrechnen, wann die aufgebraucht sind (2020). Es ist ökonomischer und vor allem biographischer Unfug, die 42h Arbeitszeit in der Woche an die Aufzucht von 2-3 Kindern zu verschwenden. Dafür hat man den Rest der Woche 7*24 – 42 = 126h, an Feiertagen und in den Ferien genug Zeit.

      Wenn jemand mit Teilzeit oder als Vollzeitmutter hinkommt, soll er/ sie es machen. Aber es ist keine gesellschaftliche Lösung, die man propagieren oder gar ernstlich ins Auge fassen darf. Da braucht es bessere Ideen, die bekannt sind

      • Sportpapi sagt:

        @ML: Der Job auswärts ist nicht für alle wichtiger als der Job zu Hause. Und der Staat soll in erster Linie dafür sorgen, dass wir privat unser Leben möglichst so leben können, wie wir und das wünschen. In gewissen Grenzen natürlich.

      • Papis Liebling sagt:

        …und hoffentlich erwartet Muttis Liebling nicht, dass in seinem Gesellschaftsmodell die im Unfug aufgezüchteten Kinder anderer seien Lebensabend finanzieren… Nach mir die Sintflut? Glauben Sie wirklich an das Familienverachtende Schreibwerk, das Sie hier von sich geben?

      • Werner Luginbühl sagt:

        Sehr interessanter und provokativer Gedanke – vielen Dank! Ich bin allerdings nicht mit Ihnen einverstanden: woher wollen Sie wissen, dass 42h das Optimum an Vollzeit ist? Wie wissen Sie, dass Vollzeit nicht z.B. 100h/Woche ist? Natürlich, mit 100h/Woche ist man übermüdet, die Produktivität sinkt . Aber auch die 42h sind irgendwie willkürlich. Man könnte ebenso 45h oder 35h als Vollzeit betrachten. Ihr Vergleich mit dem Gartenbeet zeigt: man sollte nicht mehr in Zeit denken sondern in Aufgaben: Wenn das Beet bestellt ist, ist die Arbeit getan; wer motiviert ist, schafft’s in 35h.

      • tina sagt:

        exakt, werner luginbühl! bei einer 30stunden woche als norm müsste gar keiner mehr teilzeitarbeiten und es würde viel weniger arbeitslose geben

      • Reisende sagt:

        und wie ist Ihre Produktivität, wenn Sie ja doch immer Zeit haben Ihre Sichtweisen zu Dingen, denen Sie ja gar nicht aufgeschlossen gegenüber sind, seitenweise aufzulisten?

      • rimaka sagt:

        Wo leben Sie? Sie waren wohl nie ein Kind…..sondern kamen direkt allwissend als Muttis Liebling zur Welt….

      • Muttis Liebling sagt:

        @Tina und @Luginbühl, klar ist das die Lösung. Es war ja mal der Grundgedanke der Rationalisierung, mit weniger Arbeit das gleiche Resultat und damit den gleichen Lohn zu erzielen. Nur hat das ja nicht geklappt, es wurden nur Produktivität und Wettbewerbsfähigkeit gesteigert und dafür mehr gearbeitet.
        Zeitbezogene Arbeit ist ein Rudiment aus dem Frühkapitalismus. Unsere Kodiererinnen müssen 3.000 -3.500 Fälle im Monat schaffen, ob im Haus oder über das gesicherte WLAN des Hotels an der Copacabana, ob in 20h oder in 100h, Mittags oder Mitternacht.
        Geht nicht in jedem Beruf, aber in vielen.

      • Muttis Liebling sagt:

        2/ Eben auch deshalb ist der Gedanke von Teilzeit so gestrig. Mit dem Übergang von der zeit- zur ergebnisorientierten Arbeit lassen sich mehrere Probleme gleichzeitig lösen.

      • Muttis Liebling sagt:

        @SP, Dein Einwand markiert genau die Grenze. Soll der Staat Privates umhüllen und schützen, oder soll er Privates kanalisieren. Die Frage kann man rational nicht beantworten, das ist ein ideologischer, ein Willensentscheid.

      • Muttis Liebling sagt:

        3/ Man kann ja als Ärztin 40% arbeiten, aber was nützt es, wenn man einen Patienten hat, der nicht aus dem Kopf geht. Lässt man den in den freien 60% sterben, verlässt man sich da auf Kollegen, die vielleicht nicht alle Informationen haben? Ich habe oft erlebt, dass da die eine oder der eine mitten in der Nacht mit einer neuen Hypothese gerannt kam.

      • Sportpapi sagt:

        @ML: Rationalisierung hat doch sehr wohl zu kürzeren Wochenarbeitszeiten geführt. Allerdings scheint eine Grenze erreicht und viele mit den ca. 42 Stunden sehr zufrieden.
        Und Teilzeit ist bei Ärzten doch weit verbreitet, insbesondere bei Hausärzten, und mit ein Grund für zunehmenden Ärztemangel.

      • Muttis Liebling sagt:

        @SP, Ärztinnenteilzeit ist eines der Trauerspiele. Ich beobachte seit Jahren, dass Frauen, wenn sie anfangen die besseren Chirurgen sind. 50% der männlichen Assistenten geben auf, weil sie den Druck nicht aushalten.
        Aber wenn die Kolleginnen dann mal in Teilzeit gehen, was es das. Wer nicht genug operiert, ist draussen, da reicht ein Jahr. Mit 80% kann man nicht Leitende oder Chefärztin werden, folglich sind fast alle diese Posten von den eigentlich schlechter operierenden Männern besetzt.
        Deswegen sollen die Ärztinnen ihre Kinder ja vor oder im Studium bekommen, danach passt es nie wieder.

      • Sportpapi sagt:

        @ML: Kommt dazu, dass Frauen auch nicht unbedingt Chirurginnen werden möchten. Was ich gut verstehe.

      • tina sagt:

        ML ich bin schon für geregelte arbeitszeiten, bloss gibt es keinen grund für 100%=42h/woche

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