Frühförderung, ganz pragmatisch

Mindestens so wichtig wie Frühenglisch: Auch Guetslibacken gehört zum Grundwissen. Foto: PD

Mindestens so wichtig wie Frühenglisch: Auch Guetslibacken gehört zum Grundwissen. (Foto: PD)

Letzthin habe ich wieder mal eines mitgenommen, obwohl meine Kinder dafür eigentlich langsam zu alt sind: ein «Junior»-Heftli aus der Apotheke. Das sind die Minimagazine mit den vielen Jöö-Bildern (Robben, Eisbären, Delfine und Rössli im Turnus), den Witzen, Rätseln und der Spielzeugwerbung – und neu: mit einem Artikel in Englisch für die kleinen Frühgeförderten. How behämmert is this then?

Frühförderung in Ehren. Es ist ja gut und recht, dass die Kinder schon im Kindergarten nur noch Schrank und Pferd statt Kasten und Ross sagen. Ein gutes Hochdeutsch ist schliesslich das A und O jeder beruflichen Karriere. Da wollen wir auch nicht so kleinlich sein und ein paar schweizerdeutschen Worten nachweinen. So sind wir nicht. Auch dass unsere Kinder schon in der Primarschule Englisch und Französisch büffeln, finden wir prima, aus oben genannten Gründen. Die Karriere, Sie wissen schon. Zudem kriegen die Kinder die Fremdsprachen tatsächlich leichter in den Kopf, als ein Huhn abends in den Stall geht. Das kann ich aus Erfahrung bestätigen. Und es hat höchstens den einen Nachteil, dass mein Mann und ich uns langsam eine neue Fremdsprache zulegen müssen, um Dinge zu bereden, welche die Kinder nicht hören sollen. (Wobei unsere Gehirne die sprachliche Hühnerstallphase leider längst hinter sich gelassen haben.)

Das mit dem Frühenglisch im «Junior» scheint mir nun aber doch etwas gar viel Anbiederei bei karrierebesorgten Eltern. Denn für die sind die Artikel wohl konzipiert; das Kind, das Wert darauf legt, seine Artikelchen in Englisch serviert zu bekommen, habe ich bis jetzt noch nicht angetroffen.

Irgendwie haftet der ganzen Förderei auch etwas Realitätsfernes an. Letztlich geht es ja darum, unsere Kinder möglichst lebenstauglich zu machen. Dazu gehört auch, wie man eine Waschmaschine bedient, dass man ein leere WC-Rolle wechselt, sich mindestens eine Wähe, Teigwaren und ein Spiegelei kochen kann, dass man weiss, wo im Quartierladen die Milch steht, wie viel ein Liter davon in etwa kostet und wie man sein Bett macht, und zwar ohne dass einem das jemand ständig sagen muss. Klingt alles trivial. Es gehört aber meiner Erfahrung nach keinesfalls zwingend zu dem, was Kinder heute selbstverständlich können, auch grössere nicht. Jeder, der schon mal ein Greenhorn in einer WG aufgenommen hat, weiss das.

Klar, das eine schliesst das andere nicht aus. Aber auch das ganz normale Leben zu lernen, beansprucht seine Zeit in einem Alltagsablauf – und davon haben bekanntlich bereits Kinder oft zu wenig.

Vielleicht könnte man ja Wäschefaltunterricht auf Englisch, Kochen auf Französisch und Einkaufszettelschreiben auf Spanisch einführen. Doof nur, dass wir als Eltern dann wohl mächtig an unserem eigenen Fremdwortschatz schrauben müssten. Oder wissen Sie, wie man Schleudergang auf Englisch sagt? Oder Nudelwasser auf Französisch? Anyway, have a nice day and help your kids with the language homework. Believe me, it helps you, too.

114 Kommentare zu «Frühförderung, ganz pragmatisch»

  • Maya Eldorado sagt:

    Warum Kinder frühfördern. Das machen sie doch selber. Man muss sie nur machen lassen. Sie sind interessiert und waren immer da, wo ich etwas gemacht habe, egal ob putzen, kochen, glätten, Wäsche machen, Kleider machen usw. und machen das nach.
    Das beste Spielzeug war eine grosse Schachtel mit verwertbarem Abfall und gesammelten Sachen aus der Natur. Daraus machten Sie oft ihr Spielzeug gleich selber und machten Collage.
    Die Jüngere wollte mit 4 1/2 ihre Seiterädli beim Velo weg und von da an hatte sie nicht genug davon, wir machten auch immer wieder grössere Touren.

  • Maya sagt:

    Mein Sohn ist 2 und hilft mir schon sehr gern aufräumen, auffegen, Wäsche sortieren und Socken versorgen. Er darf auch beim Kochen helfen indem er z.B. mit einem Plastikmesser Champignons zerteilt. 🙂 Ein Hoch auf die „Kinderarbeit“, keiner zu klein, ein Helfer zu sein!

  • Rahel sagt:

    Bei uns lernen sie Italienisch ab der 3. Klasse und Englisch ab der 5. Klasse.

    Das mit der neuen Fremdsprache zulegen als Eltern hat mich zum schmunzeln gebracht. Meine Eltern pflegten besagte Gespräche auf Französisch zu führen. Als ich in die Oberstufe kam war ich es, die meinen Eltern darauf aufmerksam machte, dass dies ( bald ) nichts mehr bringt 🙂

  • Pixel sagt:

    “Letztlich geht es ja darum, unsere Kinder möglichst lebenstauglich zu machen.“ korrekt. Und heute wie auch in 20 Jahren noch viel mehr, gehört Englisch dazu. Wen interessiert da Brötchen backen, wenn das Brötchen 30 Cent kostet.

    • Muttis Liebling sagt:

      Es werden hierzulande aber gerne die Ideale der Gründertage gepflegt, als die Mama noch doppelt treu (Mann und Kind) war und Wäsche mit den beiden gesunden Händen im Dorfbach gewaschen hat.
      Da ist der Gedanke, Routinearbeiten (zu denen neben Backen und Putzen auch die Tagesstruktur der Kinder gehören kann) zu delegieren und sind den eigentlichen Aufgaben(Wirken in der Gesellschaft, meist in Form von Arbeit) zu widmen, weit entfernt.

      • Sportpapi sagt:

        Vielleicht empfindet man halt die Betreuung der eigenen Kinder als weniger „Routine“-Arbeit als den bezahlten Job?

      • Pixel sagt:

        Sp, ich bin der Überzeugung, dass man den Zugang zu den meisten Dingen und Tätigkeiten im Leben den ureigenen Neigungen zu verdanken hat , vielmehr als einem sogenannten Frühförderungsprogramm. Insofern finde ich das Übertragen von eigenen Interessen auf das Kind grossen Schwachsinn. Und in der Regel ist das, was die meisten Menschen unter Frühförderung verstehen nichts anderes als eigene Interessen (i.S. auch von eigener Meinung darüber was wichtig ist) übertragen auf das zu fördernde Kind.

  • Sandra Meier sagt:

    Ich sehs bei der Tochter einer Bekannten. 3 Jahre Montessori Kiga/Krippe haben Spuren hinterlasse. Sie spricht ausschliesslich Hochdeutsch (Eltern beide Schwyzerdütsch), und hat in 3 Jahren Englischunterricht Dinge sagen gelernt wie ‚pömpkin‘ oder ‚gud mörning‘, ‚watrmelen‘ . gekostet hat der Spass 24’000,- im Jahr.

    • Pixel sagt:

      Und? Wer’s hat, gibt’s halt aus. Geschadet hat es mit Sicherheit nicht. Eher im Gegenteil. Wenigstens mal ein künftiger Schweizer, der richtig Deutsch kann.

      • Sandra Meier sagt:

        Sie haben die kleine auch noch nie gehört Deutsch reden. Buchtipp: Erich Fromm – Sein und Haben.

      • Pixel sagt:

        Nein, in der Tat, das hab ich nicht.Ich weiss aber auch nicht, wie relevant es ist für Ihre Aussage, aus der ich in erster Linie viele persönlichen Befindlichkeiten lese, aber keine konkreten Argumente. Damit wir uns richtig verstehen: ich würde unseren Sohn auch nie in eine montessori schicken, zumindest nicht wegen erwähnter Absichten. Generell vertrete ich die Meinung, das Leben spielt sich da draussen ab und ist schonungslos. Wieso soll ich meinen Kind was g it es tun, wenn ich es davor hüte, möglichst früh damit konfrontiert zu sein? Was ich aber ab der Stelle seltsam finde ist das Werten

      • Pixel sagt:

        Von Kosten-/ Nutzenaufwand. Es kann doch egal sein, was jemand dafür ausgibt, den er 1′
        . Geld hat und 2. Der Überzeugung ist, es sinnvoll eingesetzt zu haben.

  • Walter sagt:

    Viele Kinder erleben nichts mehr. Die Schule erwartet aber ein Grundwissen. Kinder waren noch nie im Wald, wissen nicht, das Web auf den Bewegen kühler ist als im Tal, verstehen somit nicht, das aufsteigende Luft sich abkühlt. Versteh nicht was ein Docht (Kerze) ist.Somit haben sie nicht mitbekommen, was Neugierde ist. Die Quittung erhalten sie von der Schule.

  • Claudia H. sagt:

    Das finde ich auch ; das Leben besteht aus vielen lebenspraktischen Dingen die einen grossen Stellenwerrt haben. Wir sind ja ganzheitliche Wesen die zB. denken und kochen können. Bei unseren heute 23- und 25-Jährigen Jungs haben mein Mann und ich diese Dinge wie Putzen, Kochen etc. (neben schulischen Leistungen) auch bewusst gefördert – mit einem heute sehr erfreulichen Resultat !

  • Nina sagt:

    Meine Tochter (noch nicht im Kindsgi) war gerade zum ersten Mal alleine einkaufen. Sie war unglaublich glücklich, mein Mann stolz und ich – freue mich schon darauf, dass wir die Haushaltsarbeit bald auf einen mehr verteilen können! 🙂 Wer nur beschränkte Zeit, aber durchaus hohe Ansprüche an sein Zuhause und seinen Alltag hat, der betreibt automatisch Frühförderung, und zwar so früh wie möglich… Was den ganzen intellektuellen Rest nicht unbedingt ausschliesst, sofern das Kind die Motivation dafür alleine aufbringt…

    • Nina sagt:

      Nachtrag: meine Mutter hat heute noch ein schlechtes Gewissen, dass sie nicht öfter mit uns gebastelt habe. Und ich kann das heute noch nicht verstehen, ich habe das nie vermisst. Für mich war es völlig normal, alleine und selbständig zu basteln, und das habe ich auch regelmässig und gerne getan. Und es genossen, etwas für mich und mit mir allein zu tun und mich ganz auf meine Bastelei zu konzentrieren. Die Kunst für Eltern ist meines Erachtens, den fürs Kind richtigen Mix zu finden zwischen alleine/selber vs. zusammen/gemeinsam, Freiraum vs. Struktur, Pflicht vs. Vergnügen.

  • Hermann sagt:

    Fruehfoerderung ist OK fuer Kinder, die das gerne machen. Diese gibt es wirklich, wie auch jene, denen das gar nicht passt. Ich beobachte besonders bei Asiaten, dass ihre Kinder fruehgefoerdert werden, besonders wenn ihre Eltern einen hohen Bildungsgrad haben. Ich wuerde mir nicht anmassen, diese zu kritisieren, denn die Kinder sind gluecklich. Meine Kinder (gross und blond) hingegen schneiden bei Intelligenztests genau so gut ab, sind aber mindestens ein Jahr zurueck in der Entwicklung. Fruehfoerderung waere da Unsinn. Kinder sind eben verschieden.

    • Muttis Liebling sagt:

      Glückliche Kinder sieht man zumindest in den chinesischen Metropolen deutlich seltener. In Shanghai, wo ich oft und gern bin, vergeht kein Tag, an dem die Regenbogenpresse nicht über ab 12- jährige berichtet, die aus dem Fenster gesprungen sind. Im Eliteviertel Pudong gibt es fast nur 28- geschossige Wohnhäuser.

      • Hermann sagt:

        Das kann sein, ich kenne China nicht. Ich arbeite aber mit chinesischen und indischen Mitarbeitern, die von Topschulen kommen (IIT etc.), und deren Kinder sehr gluecklich sind. Ich glaube sie verwechseln das mit den chinesichen Angestellten, die aus den Fenstern springen, weil sie ihre sog. Handys zu Billigstpreisen unter unertraeglichem Stress herzustellen haben.

  • Evi sagt:

    Als IF-Lehrperson im KiGa bin ich für die Frühförderung zuständig. Wissen Sie, Frau Fischer, was unsere Schwerpunkte in der sogenannten „Frühförderung“ sind? Exakt jene „so selbstverständlichen Fertigkeiten“ wie Guetzli backen, eine Milch im Laden einkaufen und mit einem Batzen bezahlen, eine Schere richtig in der Hand halten und eine Linie schneiden können, das Puzzle aufräumen bevor man etwas anderes hervorzerrt. In der Frühförderung geht es nicht nur um Begabtenförderung (Violine für 2jährige ect.), sondern hauptsächlich darum, die erzieherische Anregungsarmut der Eltern auszugleichen!

    • tina sagt:

      ah, ja den eindruck hatte ich eben auch, dass IF leute so denken….. traurig, evi, sehr traurig. ich wünschte mir fachleute, die eltern als kompetente partner anschauen. mit der einstellung (eltern = erzieherische anregungsarmut) schaden fachleute kindern auch!

    • 13 sagt:

      Haben Sie nur die Überschrift oder auch den Text gelesen? Offenbar reden Sie nicht vom gleichen wie die Autorin. Englischkurse für Vorschulkinder haben nichts mit „ausgleichen der erzieherischen Anregungsarmut“ zu tun. Im Gegenteil: die Autorin plädiert ja gerade dafür, die Kinder in Alltagssachen wie Haushalt etc. einzubinden, zulasten solcher Kurse und angeblicher Karriereförderung für Kleinkinder. Würden Kinder, wie von Frau F. gewünscht, „erzogen“ werden, müssten die von Ihnen genannten Fertigkeiten nicht extra in Ihrem Unterricht erlernt werden.

    • Sportpapi sagt:

      Dann wäre Frühförderung also eher kompensatorischer Nachhilfeunterricht. Da muss ich wohl bisher etwas falsch verstanden haben. Aber ja, das macht sicher auch Sinn. Auch.

  • Kinder sollen durch Erlebnisse und Erfahrungen sich selbst und ihr Umfeld wahrnehmen können. Sie sollten die Möglichkeit haben, Eigeninitiative zu entwickeln und sich so als Urheber ihrer Handlungen spüren. So lernen sie durch Wiederholungen, ganz von selbst.

  • Jana sagt:

    Ich habe als Kind „pädagogisch wertvolle“ Spielsachen und Heftli gehasst. Es war einfach zu offensichtlich, dass mir hier mit pseudo-Spass etwas beigebracht werden soll, was vermutlich keinen Spass macht. Diese bedrögt grinsenden Gesichter der Erwachsenen in diesen Dingern (und auch im TV), schauderhaft! Gefreut hat mich richtiges Wissen (z.B. Büchlein zum bestimmen von Pflanzen etc.), und richtige Spielsachen (Wasserpistolen etwa), und ich konnte auch seriös im Haushalt mithelfen und akzeptieren, dass man teilweise Sachen erledigen muss, auch wenn sie keinen Spass machen.

  • Pedro sagt:

    Ich bin zum Glück in den 70/80ern aufgewachsen, wo man noch Nachmittage lang einfach in Wald und Wiese die Freundschaften geniessen konnte. Als Kleinkind war halt Mecano, Playbig und Lego angesagt, später Velofahren und Hüttenbauen. Ich winde allen Eltern ein Kränzchen, die versuchen, trotz dem „Gruppendruck“ betr. Frühförderung von Kindern und diese Dinge, dem Kind die Kindheit nicht zu kappen.

  • Sina sagt:

    Sie wollen auch nicht Mathematiker werden!

  • Sina sagt:

    Wenn Kinder frei die Welt erforschen können, werden sie im Leben viele Vorteile haben und entwickeln ihre 5 Sinne auf natürliche Weise. Echt?
    Mit meinen kleinen Kindern war ich täglich stundenlang im Wald. Sie konnten vor dem Kindergarten Blätter, Rinden, Früchte von Bäumen unterscheiden und benennen usw.
    Heute kämpfen sie sich mühsam durch die Sek A, noch nie mussten sie nur einen Baumnamen wissen! Es geht täglich nur um Mathe und Sprachen in der Schule. Lebenstauglichkeit, Vielseitigkeit sind nicht gefragt.
    Hätte ich damals also nicht besser Mathe und Englisch geübt mit ihnen?

    • Sportpapi sagt:

      Wenn sie Förster werden wollen vielleicht nicht…

    • plop sagt:

      Sie hätten die Kinder in die Steiner Schule schicken können, dieser Lehrplan würde Ihnen wohl mehr entsprechen…

    • Muttis Liebling sagt:

      Es ist klar, dass traditionelle Fähigkeiten wie eben Backen oder Pflanzen kennen/ züchten eine abnehmende Rolle spielen. Das Leben wird immer formalisierter, der Beruf ist es bereits. Unsere jungen Ärzte z.B. können kaum noch palpieren oder den Körperschall interpretieren, dafür aber Ultraschallbilder und MRI Serien deuten. De facto kann man heute einen Menschen durch diagnostizieren, ohne ihn je anzufassen.
      Wenn, wie z.B. für mich oder meine Kinder sowieso klar ist, das bestimmte Tätigkeiten wie backen oder Fensterputzen, grosse Wäsche waschen nie stattfinden, dann muss man es nicht lernen.

      • tina sagt:

        echt, man kann leben ohne fenster zu putzen und backen? aber ja, diese dinge sind wirklich schnell gelernt, das ist wahr, dafür braucht man nicht jahrelang anzubahnen

      • Muttis Liebling sagt:

        Man kann ohne viel davon leben, in der gemeinschaftlichen Schweiz sogar viel besser, als woanders. Ich opfere jede Woche so 3-4 Stunden für unentgeltlichen Nachhilfeunterricht bei 2 etwas lern- schwierige Kinder. Die Omas von den Beiden putzen meine Fenster, das Bad und haben das Gefühl mich zu übervorteilen, weil wir nur Zeit gegeneinander rechnen, nicht Qualifikation. Aber ich doziere lieber als zu putzen, deswegen mache ich das bessere Geschäft.

  • Patrick Keller sagt:

    Einmal mehr nur ein müdes Lächeln für den Reduktionismus und das unvermeidliche „Seien-wir-doch-ehrlich“-Lied der Bodenständigen, denen alles verdächtig erscheint, was über das gutschweizerische Mittelmass hinausgeht. Denn eine differenziertere Analyse könnte ja die praktischen Feindbilder plötzlich unscharf werden lassen…
    Kinder, die gerne lernen, sind keine Gequälten. Kinder, die früh und spielerisch – von wegen büffeln ! – Fremdsprachen begegnen, werden ein Leben lang lustvoll damit umgehen. Kinder bewusst, altersgerecht und vorausschauend zu fördern hat nichts mit Karrieredenken zu tun.

    • Muttis Liebling sagt:

      Die normale schweizerische Familie erzieht ihre Kinder zu normal schweizerischen Bürgern, geprägt von sozialer Feigheit (Leben und Leben lassen), der Unfähigkeit, politisch zu denken oder gar zu handeln und mentaler Verwahrlosung.

  • 13 sagt:

    Danke für diesen Bericht. Es ist tatsächlich so, immer wenn Entscheidungen, um Kinder getroffen werden, höre ich das Wort später. Soll ein Kind mit 4 oder mit 5 in den Kindergarten wird etwa nicht davon abhängig gemacht, ob das 4jährige Kind kindergartenreif ist oder nicht, sondern v.a. von der Frage, ob es als Jüngstes später in der Schule nicht Nachteile hat und ob es nicht besser wäre mit 16 anstatt mit 15 in die Lehre zu kommen. Völlig unlogisch, aber leider Realität. Die Gegenwart geht völlig verloren, angesichts der wichtigen Zukunftsvorbereitung. Dabei wäre diese genau so wichtig.

    • 13 sagt:

      Meine Kinder werden auch gefördert, wenn man es so nennen kann. Sie gehen in einen Schwimmkurs und ab 3. Das nicht, damit sie später ab der 4. Klasse beim Sicherheitstests gut abschneiden oder weil Kinder, die nicht früh schwimmen lernen, es später nicht mehr tun etc., sondern einfach weil sie gerne im Wasser sind und ihnen das Schwimmen bereits mit 4 Spass macht. Der Kurs ist gut und bringt ihnen jetzt! etwas. Was später sinnvoll ist, wird sich später zeigen.

      • Sportpapi sagt:

        Naja. Einfach so, weil die Kinder gerne im Wasser sind, würde ich sie sicher nie in einem Schwimmkurs schicken. Die kosten nämlich viel Geld. Da habe ich dann schon gewisse Erwartungen.

      • 13 sagt:

        Ich denke, dass es im Wasser noch mehr Spass macht, wenn sie schwimmen können. Klar, ist die Erwartung da, dass sie es lernen, aber der erste Gedanke, ist der Spass und da ist mir das Geld auch wert. Und zumindest bei meiner Grossen funktioniert es ja auch: sie ist nun nach 2 Jahren mit 5,5 am letzten Abzeichen und kann eine Länge ohne Hilfsmittel und am Stück schwimmen und geht nicht unter, wenn sie ins Wasser fällt. Beim Kleinen wird es sich noch zeigen.

      • Sportpapi sagt:

        @13: Ziel erreicht – die kleine darf aufs Sprungbrett! 🙂
        Ernsthaft: Wenn ich einen Lehrer und nicht eine Aufsichtsperson bezahle, dann möchte ich schon, dass mein Kind auch etwas lernt. Mit ihm ins Wasser kann ich auch selber (naja, Schwimmern unterrichten eigentlich auch…)

      • 13 sagt:

        Hihi, da geht sie schon seit letztem Sommer hin (nur Mami wird beim Anblick des „Klein“kindes auf dem 3m schwindlig).

        Spass reicht Ihnen wohl nie? Warum eigentlich? Wobei eben der Lernerfolg war stets da, also musste ich es nicht hinterfragen. Ich bringe ihr noch genug Sachen bei und so in der Gruppe mit Inputs vom Lehrer ging es ringer. Und sagen wir es so: schwimmen hat in unserer Familie eine grosse Bedeutung, da alle Wasserratten sind mit Ferienhaus am Meer und darum wird es gefördert, also reut es mich nicht. Bei der Skischule überlege ich es mir eher, ob es wirklich sein muss 😉

      • Sportpapi sagt:

        @13: Doch doch, Spass reicht durchaus. Im Muki- oder Kinderturnen, der Jugendriege etc, in denen für wenig Geld kompetent jede Woche gute Lektionen angeboten werden. Ich weiss aber nicht, weshalb ich für eine halbe Stunde Schwimmunterricht ein Mehrfaches davon bezahlen soll. Bzw. dann muss es wirklich etwas bringen. Und leider habe ich dann noch ein professionelles Auge uns sehe, ob es ein strukturierter Unterricht ist oder einfach eine Spassstunde.

      • Sportpapi sagt:

        Übrigens, wenn wir schon bei der Frühförderung sind: Am Sonntag ist ein letztes Mal „Active Sunday“ an der ETH Zürich Hönggerberg.

      • 13 sagt:

        @ Sp
        Tut mir leid, am Sonntag findet bei uns Frühförderung im Rahmen eines Kindertheaters statt. 😀

      • Sportpapi sagt:

        Auch gut! Bei diesem schönen Wetter sollte man sowieso höchstens kurz in eine Turnhalle.

    • Sportpapi sagt:

      Ach, was heisst schon kindergartenreif. Ich habe schon Kinder erlebt, die waren schulisch top und sozial weit zurück. Dass die Eltern die Kinder als bereit erklärt haben, badeten schliesslich die Lehrer aus. Und die Kinder. Wir standen auch vor der Frage, ob unser ältester frühzeitig in den Kindergarten sollte (mit Gesuch). Wir haben genau mit Blick auf spätere Jahre darauf verzichtet.

      • plop sagt:

        Und wer die Kinder erst ein Jahr später in den Kindergarten schickt, muss sich auch immer wieder rechtfertigen, da bei vielen der Verdacht aufkommt, das Kind sei irgendwie noch „zurückgeblieben“… Ich bin froh um dieses „geschenkte“ Jahr mit weniger Druck, mein grösserer Bub wird nun allerdings immer der älteste sein, ob das denn gut ist, wird sich herausstellen. Aber auf die ganze Lebenszeit gesehen, ist dieses eine Jahr eigentlich keine Diskussion wert.

      • 13 sagt:

        Mit kindergartenreif meine ich in erster Linie: „Kommt das Kind, wenn es jetzt geht, gut im Kindergarten mit und hat es bereits die Kompetenzen, um sich in der Gruppe zurechtzufinden, einen Stundenplan zu haben, körperlich und psychisch mit den anderen mithalten und auch mal 30 Minuten stillsitzen“. Ich würde den Entscheid davon abhängig machen und nicht von der Lehre etc. Es gibt ja auch später so viele Möglichkeiten: 3. KIGA-Jahr, 1./2.Klasse in 3 Jahren oder dann 10. Schuljahr etc. Das wäre für mich klar kein Hauptkriterium. Mein Kind ist kurz vor Stichtag geboren und somit müsste er

      • 13 sagt:

        mit genau 4 in den Kindergarten, wir haben aber die Möglichkeit, ihn ohne weiteres ein Jahr später zu schicken. Wir werden es anschauen, wenn es so weit ist, aber sicher nicht aufgrund Überlegungen, was evtl. irgendwann sein wird, sondern aufgrund dessen, wie weit er eben zum Zeitpunkt des Eintrittes bzw. eben einige Monate zuvor ist. Wenn wir das Gefühl haben, er ist noch nicht so weit, geht er eben nicht. Ich könnte mit dem Entscheid gut leben, aber ist er soweit, geht er eben und sollte es später Probleme geben, löse ich sie dann, wenn sie auftauchen.

      • Sportpapi sagt:

        @13: Wissen Sie, wenn ich so einige andere Kinder anschaue, die mit meinen Sohn im Kindergarten sind, dann wäre er ein Jahr früher sicher nicht abgefallen. Aber da sind unsere Erwartungen vielleicht dann doch etwas höher. Da er eben kurz nach Stichttag Geburtstag hat (aber in den drei Monaten, in denen man in Zürich ein Gesuch stellen kann), haben wir die frühzeitige Einschulung diskutiert und verworfen. Er kann ja dann bei Bedarf eine Klasse überspringen… Ich finde aber schon, man sollte sich an die Vorgabe halten, wenn nichts Dringendes dagegen spricht.

      • 13 sagt:

        „Ich finde aber schon, man sollte sich an die Vorgabe halten, wenn nichts Dringendes dagegen spricht.“

        Ja, dieser Meinung bin ich grundsätzlich auch, wobei der Entscheid ein Kind nicht früher zu schicken oft einfacher ist als ein junges Kind knapp zu schicken. Es ist einfach so: bei meinem Sohn geht es um 6 Tage. Wäre er am Termin geboren und nicht 10 Tage vorher, würde er ein ganzes Jahr später gehen. Bern hat Harmos angenommen und setzt es langsam um, aber hat die Möglichkeit des Zurückstellens offen gelassen. Da werden wir uns halt Gedanken machen, was wir machen.

      • Andrea Mordasini, Bern sagt:

        Wir haben unseren Sohn A) ein Jahr später (mit 5) und B) ihm ein weiteres 2. Kiga-Jahr „gegönnt“, weil er emotional und sozial noch nicht wirklich reif dazu war und er überfordert gewesen wäre. Er konnte in diesen mittlerweilen 1,5 Jahren im Kindergarten aufblühen, hat emotional und sozial enorme Fortschritte gemacht und freut sich nun sehr auf die 1. Klasse. Ich musste mich noch nie rechtfertigen für diesen Entscheid, gehe aber auch sehr offen damit um. Und ja, Ende der obligatorischen Schulzeit interessiert sich keine Sau dafür wie lange ein Kind nun zur Schule gegangen ist.

      • Andrea Mordasini, Bern sagt:

        Wir finden es ehrlich gesagt schade, wenn Eltern aus falschem Stolz und übermässigem Ehrgeiz auf Biegen und Brechen ihre Kinder zwar „termingerecht“ und dennoch zu früh in den Kindergarten bzw. die Schule schicken. Ein Kind rückstellen hat weder mit „Verweichlichung“ zu tun, noch ist es eine Schande! Fataler finden wir es, ein zu früh eingeschultes Kind nach ein paar Wochen aus der Klasse nehmen und wieder in den Kindergarten schicken zu müssen. Das Wichtigste ist, auf den Bauch, das Herz und vor allem auf die Kinder zu hören und sie und ihre Bedürfnisse ernst zu nehmen! Egal was andere sagen!

      • 13 sagt:

        Ich denke bei einem Entscheid wie Ihrem kommt ja auch darauf an, wie es zu Hause geht. War er da noch wohl, gab es ja auch nicht einen speziellen Anlass, ihn zu schicken. Bei einem Kind, das völlig überreif, würde es vielleicht anders aussehen. Wir hatten ein solches in der KITA, sie wurde schliesslich früher geschickt und es war für sie perfekt. Ich persönlich finde Stichtage mit einer gewissen Flexibilität das Beste, aber den Entscheid, warum von der Vorgabe abweichen, mache ich aufgrund der momentanen Situation. Ich habe das Gefühl, dass Sie das auch gemacht haben.

      • 13 sagt:

        @ Andrea
        Sicher, da hast Du vollkommen recht. Aber auch hier: Du hast Deinen Sohn zurückgestellt, weil er das in diesem Jahr gebraucht hat und es sich jetzt „auszahlt“, nicht damit er ja in der Lehre, die erst 11 Jahre später ist, mitkommt. Und genau das meine ich: Man sollte bei dem Entscheid, egal wie er dann ausfällt das 4- oder 5-jährige Kind vor Augen haben und schauen, was für dieses das Beste ist. Nicht dasjenige mit 12, 13, 16, das man noch gar nicht kennen kann.

      • tina sagt:

        13: das kann man so auch nicht pauschal sagen. ich kenne einige kinder, die waren im kindergarten mehr als fit für die schule, es fehlte ihnen an futter im kindergarten, und in der ersten klasse langweilten sie sich. ohne früher eingeschult zu werden, fehlte ihnen aber trotzdem in der 6. klasse oder 1. oberstufe die reife für diese klassen. die 6. klasse kann man nicht wiederholen, und die 3 oberstufen jahre sind kurz, die hin-und-her-wechslerei (A/B) ist nicht ohne.

      • 13 sagt:

        @ Tina
        Damit bestätigen Sie doch meine Aussage. Auch ein Kind, dass in der 1. Klasse zu den Besten gehört, kann später Probleme bekommen, das ist richtig. Darum entscheide nach dem, was für mein Kind in dem Zeitpunkt das Beste ist. Wenn es später nicht geht, dann schaue ich da. Vielleicht stellt sich bei einem Kind, dass aus guten Gründen zurückgestuft wurde später raus, dass es nun doch unterfordert ist. Da kann man was machen, darum war die Rückstufung 5 Jahre zuvor nicht falsch,

        Warum kann man die 6. Klasse nicht wiederholen? Das ist bei uns auf jeden Fall nicht so.

      • 13 sagt:

        Ich gebe gerne ein zweites Beispiel: Mein Sohn geht seit Babyalter in die KITA. Die ersten zwei Jahre mit seiner Schwester, nun alleine. Und seit er alleine geht, hat er Mühe. Wir überlegen nun, ihn rauszunehmen, weil es für ihn im Moment nicht ganz stimmt. Aber da sage ich mir weder, es war falsch, ihn zu schicken (denn er hatte 2 schöne Jahre) noch dass er bleiben muss, weil er in 1,5 (oder 2,5) Jahren im Kindergarten ja auch alleine gehen muss und das nun lernen muss. Nein, ich schaue mir die Gegenwart an und entscheide, ob es für meinen Sohn das Beste ist, ihn zu lassen oder rauszunehmen.

      • Sportpapi sagt:

        @Andrea Mordasini: Mein Eindruck ist, dass gerade sehr bewusste Eltern, die viel Zeit mit ihren Kindern verbringen, diese zurückstellen lassen. Während andere einfach eingeschult werden, weil das so vorgesehen ist. Ich finde aber, es sollte doch gewichtige Gründe geben, ein Kind zurückzustellen, und nicht einfach diffuse Ängste. Ohne Ihnen da etwas zu unterstellen.
        @13: Ein Jahr jünger oder älter macht in dem Alter reifemässig schon etwas aus. Und man kann ja dann nicht eine Klasse repetieren, weil das Kind schulisch zwar vielleicht gut, aber nicht dem Talent entsprechen sehr gut ist.

      • tina sagt:

        13 und sportpapi: genau sportpapi. auch wenn das kind schlecht mitkommt, kann man nicht einfach runterstufen, nur wenn es grottenschlecht mitkommt. und dann entscheidet das die schulbehörde und nicht die eltern. ausserdem können probleme auf anderen ebenen einschleichen, wenn man nicht reif genug ist

      • tina sagt:

        es wäre ja schön, man könnte einfach so nach eigenem herz entscheiden. allerdings machen das kinder auch nicht einfach mit, die wollen schon gern in ihrer klasse bleiben

      • Sportpapi sagt:

        Die Bedürfnisse des Moments zu beachten ist sicher richtig. Die richtigen Weichen zu stellen aber auch. Nicht dass man den Kindern etwas verbaut, nur weil man sich nicht darum gekümmert hat.

    • jürg. sagt:

      Ein Jahr länger Kind sein zu dürfen, könnte im Nachhinein das grössere Geschenk gewesen sein?

      • 13 sagt:

        Warum ist ein Kindergarten-/Schul-Kind kein Kind mehr? Ich kann dies bei meinem Kindergartenkind nicht erkennen. Es ist ein Kind, das vormittags mit einer Gruppe anderer Kinder spannende Sachen lernt und ausprobiert und nachmittags in der Familie etwas unternimmt oder frei spielt. Beides mit grosser Freude. Lernen gehört zum Kindsein dazu wie essen oder atmen.

      • jürg. sagt:

        Lernen gehört zum Kind, die Schule aber nicht zwingend. Wieso mit 3 Jahren in ein System eintreten wo man wieder als Erwachsener rauskommt, Wieso nicht das sabbatical year am Anfang einziehen und für sich selber lernen?

      • 13 sagt:

        @ Jürg
        3 Jahren? Ausser im Tessin gibt es das in der Schweiz ja eigentlich nicht, oder? Nein, die Schule ist sicher nicht in allem naturgerecht für das Kind, aber ist es die Kleinfamilie zu Hause? Da bin ich auch skeptisch. Das Beste wäre ja ein schöner grosser Ponyhof, wo sie im gesicherten Rahmen frei sein könnten und wo es aus allen Altersklassen Vertreter gibt, die dann voneinander lernen. Aber wer bietet das schon? Da finde ich ab 4 oder 5 Jahren eine Abwechslung zwischen Zusammensein mit gleichaltrigen und manchen Inputs und dem zu Hause sein nicht sooo schlecht.

      • juerg. sagt:

        Kleinfamilie sind wir nicht und den Ponyhof haben wir leider auch. Aber natürlich sind Inputs von Aussen auch Wertvoll Die Eltern reichen da sicher nicht aus. Vollkommen einverstanden

  • Muttis Liebling sagt:

    Gibt es eigentlich eine halbwegs konsente Vorstellung, was man unter Frühförderung zu verstehen hat. Eine Zweitsprache anlernen leuchtet mir ein, es wachsen ja viele Kinder wegen der Eltern zweisprachig aus. Aber was ist sonst noch gemeint?
    Meine Tochter erzählt mir regelmässig, dass sich um den Begriff in Berlin eine ganze Industrie entwickelt hat, welche die Eltern privat, vor allem aber in den Kindergärten mit Angeboten regelrecht terrorisieren.

  • Chris Fogg sagt:

    Wir sind Eltern von 3 Kinder. Für uns findet die Förderung der Kinder automatisch und ohne grosse Planung statt. Es ist aber unglaublich wie viele Eltern in unserm Umfeld wirklich karrierebesorgten Eltern sind. Da wird alles und jeder Erziehungsschritt genau analysiert und die positiven und negativen Aspekte auf die Zukunft des Kindes abgeschätzt. Wo bleibt da der Spass und die Eigenverantwortung der Kinder? Die armen Kinder, welche die hohen Erwartungen der Eltern nicht erfüllen werden. Erziehen auf Chinesisch. Das Buch, „wie die Tigermutter ihre Kinder zum Siegen drillt“ lässt grüssen.

  • Sportpapi sagt:

    Ich weiss nicht, was gegen die paar englischen Seiten im „Junior“ einzuwenden sind. Im besten Fall sind sie unnütz und bleiben einfach ungelesen. Aber als Frühförderung würde ich das nun nicht verstehen. Und wenn, dann brauchen die englischen Seiten wohl gleich viel Zeit zum Lesen wie die deutschen, und gehen nicht auf Kosten der Haushaltsmitarbeit. (= lebenstauglich?).
    Ich bin auch für angemessene Frühförderung. Aber vielleicht helfen wir unseren Kindern am meisten, wenn wir sie auch mal – zwischendurch – einfach sich selber überlassen. Und schauen, was sich da entwickelt.

    • sibelius sagt:

      völlig einverstanden. man kann ja die übertriebene frühforderung kritisieren. aber hier geschieht’s definitiv am falschen objekt.

  • Sportpapi sagt:

    „Zudem kriegen die Kinder die Fremdsprachen tatsächlich leichter in den Kopf, als ein Huhn abends in den Stall geht. Das kann ich aus Erfahrung bestätigen.“ Tatsächlich? Die mir bekannten Evaluationen zeigen aber ein anderes Bild und fallen eher vernichtend aus. Überhaupt wird die Sprachlastigkeit unserer Schule zunehmend ein Problem. Es nutzt den Kindern nichts, wenn sie in möglichst vielen Sprachen sprechen können, aber nichts zu berichten haben.

    • Hotel Papa sagt:

      Für Vorschulplichtige stimmt das. Die hören ein Wort einmal richtig angewendet und können es danach. Denen muss man auch nicht erklären, dass „table“ das gleiche heisst wie „Tisch“. Die verbinden das Wort direkt mit der Vorstellung vom Objekt.

      • Sportpapi sagt:

        @HP: Klar, wenn Sie so richtig ins Sprachbad eintauchen, dann lernen Sie es. Dafür die Hauptsprache verzögert. Ich weiss aber nicht ob es wünschenswert ist, wenn die Schule mehrheitlich in einer Fremdsprache (und damit ist nicht Hochdeutsch gemeint) unterrichtet wird.

  • Muttis Liebling sagt:

    Die Weltwirtschaftsprognosen im Auge haltend, wäre es ggf. zweckmässiger, den heute 4-5 Jähringen Mandarin nahezubringen. Meine von Muttersprachlern betriebene Schule hat seit Jahren mit Anmeldungen überhäufte Kurse für ab 4 Jahre.
    Weniger bis gar nicht notwendig erachte ich es allerdings, Kindern backen oder gar Wäschefalten beizubringen. Man zeigt ihnen bei Interesse die nächstgelegene Bäckerei, sie dürfen Mama beim wöchentlichen Weg zur Wäscherei begleiten und sie lernen, dass nach der Mama und der Oma die Putzfrau wichtigste Person im gesamten Leben ist.
    Nur heiratet man die nicht.

    • Franz Vontobel sagt:

      Muttis Liebling: elitärer Snob oder Alt-Stalinist? – Vermutlich einfach von beiden Welten das Grusligste… 😀

    • Stevens sagt:

      Haha, guter sarkastischer und ironischer Kommentar, gefällt mir !

    • tina sagt:

      und putzfrauen stellen putzfrauen ein, die ihre wohnung putzen?
      wenn man backen kann, kann man innert einer halben stunde etwas nach gusto fabrizieren, wenn einem danach ist. etwas ohne konservierungsstoffe, auch wenn die bäckerei geschlossen hat. aber ja, das muss man nicht mit 3 lernen. dazu braucht man nur ein rezept und lust dazu. billiger als kaufen ist es auch.

  • Greatsheep sagt:

    Huh, Französisch? Völlig mega-, giga-, tera-out. Wenn man sich blitzartig und für die Ewigkeit zum Hassobjekt machen will erwähnt man Französisch als Notwendigkeit. Spanisch, Russisch, Mandarin etc. alles voll ok aber Französisch da wird man geteert und gefedert aus der Stadt/Dorf gejagt.
    Ich persönlich kann und lerne Franz und bin indirekt froh, dass es so ein Hassobjekt geworden ist. Es erhöht meine Chancen (und die meiner Kinder) auf dem Arbeitsmarkt. 😉

  • Franz Vontobel sagt:

    a) Zumindest im Kt. ZH ist es seit dem 15. Mai 2011 ja explizit nicht erlaubt Pferd oder Schrank zu sagen.
    b) Junior ist ein zielgruppendefiniertes Werbemagazin, sein Inhalt wird wohl weniger nach pädagogischen, sondern viel eher nach marketingtechnischen Grundsätzen festgelegt.

  • sibelius sagt:

    wir lesen unseren kindern jeweils die englischen seiten von junior in hochgestochnem englisch vor – dann kugeln sie sich vor lachen. ob das der frühförderung von englisch gerecht wird, weiss ich allerdings nicht 😉

    englisch ist heute auch für die kleinerenkinder überall anzutreffen, z. bsp. bei der musik, die die eltern hören und sie auch mitsingen wollen. darum, was soll schlecht sein an 2-3 englischen seiten in einem kinderheft?

    • Sylvia sagt:

      Das dient durchaus der Frühförderung, sehr sogar: Die Kinder hören und lernen so den Sprachklang, die bekommen durchs Lachen einen positiven Zugang und werden vermutlich (oder bald) versuchen, die Wörter nachzuahmen. Bald schon wollen sie auch wissen, was es denn heisst und schon lernen sie einige Brocken.
      Super und weiter so!!

  • murtkayer sagt:

    Kasten und Ross sind absolut nicht spezifisch schweizerdeutsch. In Bayern, Österreich und weit darüberhinaus ebenso üblich. Siehe Liedtext … hurtig die Rosse traben …

    • Michi sagt:

      aber in Deutschland hat es im Kasten Bier drin, nicht Klamotten… 😉 In Österreich (evtl. auch in Bayern? Ich habe keine eigene Erfahrung dazu.) gibts immerhin „Kastl“ oder „Kasterl“: kleine Kisten. Die deutsche Sprache ist so schön vilefältig.

    • Lisa sagt:

      Es heisst sowieso Schaft und Ross 🙂

  • Harald sagt:

    Well roared, lioness. Aber leider genauso zielgruppenfern wie das angefügte Foto. Schön, dass die junge Dame viel Spaß am Guetslibacken hat – aber das Mädel dürfte so zwischen 4 und 5 Jahre alt sein – und damit definitiv nicht in der Zielgruppe von JUNIOR. Notabene: Zeitschriften sind zum Lesen da (sollten sie jedenfalls sein) und diese Kulturfähigkeit wird wohl auch in der Schweiz nicht mit 4-5 Jahren erworben.

    Wäschefalten zu lernen ist sicher sinnvoll. Aber ist es deshalb falsch, die kindliche Neugier mit spannenden Fragen zu beantworten, die spielerisch in eine andere Sprache einführen?

  • Stevens sagt:

    Völlig einverstanden! Es ist unglabublich, wie die Kinder frühgefördert werden, und welche trivialen Dinge sie einfach nicht mehr können. Viele Lehrer machen zB. keine Veloausflüge mehr mit den Kindern. Weil sie nicht mehr Velofahren können.

    Aus meiner Sicht ist der Grund ganz einfach: ZEIT
    Eltern müssen sich wieder Zeit für die Kinder nehmen. Nachmittagelang basteln, backen, Ausflüge machen, Dinge besichtigen, Erklären. Ohne irgend einen Gedanken an Förderung zu verschwenden. Einfach etwas mit den Kids unternehmen.
    Ich werde bald Papa. Ich hoffe, ich mache das dann einigermassen richtig.

    • Lisi sagt:

      Genau so ist es, zudem lernen Kinder welche so aufwachsen viel entspannter.
      Interessant finde ich diesen Artikel nach dem von gestern. Vielleicht hätte die Autorin ihren Kindern auf englisch oder gleich in mandarin erklären sollen, dass im Auto stillsitzen angebracht ist. Ob sie es verstehen würden?
      Die Hattie Studie zum Beispiel belegt, dass es zuerst die sozialen Kompetenzen benötigt um gut lernen zu können.

    • Dominik sagt:

      Das werden Sie.

      Nach so einem Kommentar kann nichts mehr schiefgehen.

      Unsere Hebamme sagte: „Es ist ganz einfach: Lieben und nicht fallen lassen!“ Das stimmt, vergessen Sie alles andere und vertrauen Sie sich selbst.

      Geliebte Kinder verzeihen manchen Fehler und sehen, dass die Eltern auch nur Menschen sind. Kinder wollen Zeit mit ihren Eltern verbringen und beschützt werden, Zeit zum Spielen, Zeit zum Entdecken, Zeit zum Streiten. Das ganze Frühförderungszeugs unseres akademisch-elitären Umfeldes haben wir abgewehrt, zum Besten unserer Kinder.

      Alles Gute für den werdenden Papa!

      • Stevens sagt:

        Besten Dank

        “Es ist ganz einfach: Lieben und nicht fallen lassen!”
        Einfach wunderbar. Besser lässt es sich nicht ausdrücken

    • Christoph sagt:

      Hallo
      Freu dich drauf, dein Leben wird sich um 180 Grad drehen und auf ein neues Level schrauben. Meine Tochter (20 Monate) begleitet mich am liebsten beim Wäschewaschen, inklusive Herumhantieren mit den „Chlämmeli“..

    • Alissia sagt:

      Auch von meiner Seite alles Gute dem werdenden Papa!

      Ich gehe davon aus,dass der Papa Stevens sein Arbeitspensum auf 50% reduzieren wird, damit er diese wichtige Zeit auch tatsächlich mit den Kindern verbringen kann und nicht nur davon spricht. Nachmittaglang basteln, backen, Ausflüge machen…schliesslich sollte ja den Kids immer etwas geboten werden.

      Ich frage mal in 5 Jahren nach, wie das nun mit der Zeit und mit „keine Gedanken an Förderung“. aussieht. Und ob dann der Papa auch immer noch überzeugt ist, dass es ganz einfach nur eine „Zeitfrage“ ist..

      • Stevens sagt:

        Nein, Papa Stevens wird sein Pensum nicht reduzieren.

        Für meine Frau und mich ist das die richtige Lösung. Aber meine Frau kann ja unter der Woche mit den Kindern basteln. Und ich habe einen Job mit flexiblen Arbeitszeiten und kann gut mal einen Nachmittag frei nehmen. Und es gibt ja die Wochenenden und Abende!

        Das ist das richtige Modell für uns. Genderdebatten, Forderung nach Männer in Teilzeitarbeit etc… hin oder her. Das stimmt für uns so und wir freuen uns darauf.

      • Alissia sagt:

        Dann geht es in die Richtung, man sollte mehr Zeit mit den Kindern verbringen, aber nicht ich? Ob die Abende und Wochenenden mit Papa genügen?

        Ich denke, es geht nicht um mehr oder weniger Zeit, sondern wie (qualitativ) man die Zeit mit den Kindern verbringt!

        Es gibt viele Väter/Mütter, die immer zu Hause sind und Zeit haben, trotzdem können die Kids die Schuhe im Kindergarten nicht selbst binden – weil das machen immer die Eltern. Oder trotzdem können sie nicht Velofahren, weil sie gehen ja nicht nach draussen – viel zu gefährlich. Möglichst keine Verantwortung den Kindern überlassen…

      • Stevens sagt:

        @Alissia: Sie geben doch die Antwort gleich selbst. Es geht doch darum, qualitativ viel Zeit mit den Kindern zu verbringen. Weiter ist die Ehe doch Teamwork. Mami kann am Nachmittag Zeit verbringen, Papi am Abend. Und am Weekend als Familie.
        Und ich sage: Ja! Es geht! Ich kann arbeiten und nebenan (v.a. Abende, Weekends) genügend Zeit mit den Kindern verbringen!
        Und bei uns ist es aufgrund der Beruflichen Situation einfach richtig, dass ich erwerbsarbeite und meine Frau daheim. Es macht für uns Sinn. Es ist das richtige Modell für uns. Wir beide sind glücklich damit.

    • Sportpapi sagt:

      Mein Eindruck ist ja, dass die Kinder immer früher Velofahren lernen (nur auf die Strasse lässt man sie dann nicht). Und dass Eltern immer mehr Zeit mit ihnen verbringen, ob mit oder ohne (Förder-) Hintergedanken. Aber vielleicht sehe ich halt einfach nur die Familen in meinem Umfeld?

      • jürg. sagt:

        Haben immer mehr Kinder motorische Störungen? Stichwort Purzelbaum.

      • Sportpapi sagt:

        @Jürg. Vielleicht. Tatsache ist, dass es für die Schweiz keine Studie gibt, die das belegt. Wahrscheinlich geht auch hier die Schere auseinander: Es gab eben auch noch nie so viele Kinder, die sportlich-motorisch so früh und so intensiv gefördert wurden wie heute.

      • jürg. sagt:

        Heutzutage können Kinder dank Laufrädern (und mit ein bisschen Eigenmotivation) problemlos mit 3 Fahrradfahren lernen.

      • Nina sagt:

        Und ich würde sogar sagen: Eltern, die ihre Kinder bespassen. Nachmittagelang. Wo bleibt da die Eigeninitiative der Kids? Wo bleibt da die Eigenverantwortung? Wo bleibt das Arbeitenlernen, denn dafür interessieren sich die Kleinen schon sehr, sehr früh (Nachahmen, Selbermachen – nicht nur Spielen!)?

    • Orsa sagt:

      Gratuliere! Und ich doch auch, dass Sie es „richtig“ machen.. wenn es schon so viele „falsch“ machen. Schön wenn Sie sich die Zeit nehmen können, bzw. wenn Sie es sich leisten können, sich die Zeit zu nehmen. Aber eine wichtige Regel fürs Papa/Mama-Werden lege ich Ihnen jetzt schon ans Herz: Es gibt kein Richtig und kein Falsch. Auch nicht einigermassen..

      • Bernhard sagt:

        Orsa, wenn dem so wäre, gäbe es diesen Blog und auch die unzähligen Ratgeber nicht! Lieder gibt es in der Erziehung sowie im Zusammenleben zwischen Menschen sehr viele Dinge, die kontraproduktiv und daher als „falsch“ zu taxieren sind! Ich hoffe, auch Sie sehen Akte wie Gewaltanwendung, Misshandlungen, Liebesentzug etc. als falsches Erziehungsmittel an. Von daher finde ich es gut, wenn es Eltern „richtig“ machen wollen, da sie sich dadurch mit der Thematik und den möglichen negativen Konsequenzen eher auseinandersetzen, als Eltern, die es einfach so machen, wies grad in den Kram passt.

      • Stevens sagt:

        @Bernhard: Um zu erkennen, dass Gewaltanwendung, Misshandlungen, Liebesentzug etc. falsch ist, braucht man wohl keine Ratgeber. Insofern ist ihr Beitrag ziemlich unsinnig.
        Eltern, die ihre Kinder gut und liebevoll erziehen wollen sind auch bereit sich mit der Thematik auseinanderzusetzen und gegebenenfalls auch Ratgeber zu konsultieren.
        Die Krux liegt im Detail. Lasse ich das oder das noch durch oder nicht? Da hilft kein Ratgeber, da gibt’s kein richtig und kein falsch. Insofern hat Orsa recht.

      • Bernhard sagt:

        @Stevens
        Einverstanden. wenn es um Kleinigkeiten (um Details) geht, gibt es in der Tat kein richtig oder falsch, weil es schlicht keine Rolle spielt. Das ist aber nicht das, was ich meine! Es geht um elementare Dinge wie Vertrauen, Respekt, Anstand, Liebe, Vorbildfunktion etc. Da kann man leider verdammt viel falsch, bzw. kaputt machen. Und dabei ist keine Absicht oder Bösartigkeit dahinter. Und kaum ist es passiert, würde man es am liebsten wieder rückgängig machen! Denn die Folgen sind gravierender, als einmal ein Überraschungsei zu viel gekauft oder einmal keine Zeit zum Spielen haben…

      • Bernhard sagt:

        Um zum Thema „Frühförderung“ zurück zu kommen: Warum schaffen es vereinzelte Lehrer, wissenshungrigen Kindern die Lust an der Schule bzw. am Lernen zu rauben? Weil sie eben elementare Fehler begehen, die sie zum Zeitpunkt des Geschehens nicht erkennen (ich unterstelle niemandem Absicht, sonst müsste er/sie den Job sofort quittieren!), deren Folgen aber für die betroffenen Kinder prekär sein können! Und genauso können Eltern ihre Kinder mit eingentlich gut gemeinten, aber falschen Massnahmen zerstören. Das Problem: Die Folgen erkennt man leider erst, wenns in der Regel schon zu spät ist.

    • Pedro sagt:

      Lehrer getrauen sich auch kaum noch, mit den Kindern Veloausflüge zu machen – im Gegensatz zu früher, wo ein Sturz ab dem Velo dazu gehörte, hat der Lehrer heute sehr schnell einen Anwalt von realitätsverirrten Eltern am Hals. Dasselbe bei den Skilagern.

  • reader sagt:

    Vielleicht gehts da eher um Integration der Expats? Haben Sie bei Junior mal nachgefragt? Recherche statt eigener Interpretation?

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