Herrgott, gib ihnen mehr Hirn!

Ein Papablog von Mahmud Tschannen*

Das stellen sich Teenager vor: Eine Snowboarderin geniesst den Tiefschnee. (Keystone/Sebastien Anex)

Eigentlich sollte das hier ein Blog über Sportferien werden. Eine Erwiderung auf Andrea Fischers Text über Skimuffel. Ich wollte dazu viel recherchieren und zeigen, warum das gar nicht teuer ist und das Beste, das man mit seinem Kind tun kann und überhaupt. Weil: Seit mein Sohnemann laufen kann, mache ich mit ihm Schneeferien. Wir haben mit Wühlen und Iglubauen angefangen, sind dann übers Schlitteln beim Skifahren und Snowboarden gelandet. Für uns beide sind die Sportferien ein Höhepunkt im Jahr.

Also, ein flammender Text über die Vorzüge der Sportferien wird das nicht wirklich. Oder nur ganz kurz: Klar sind Sportferien nicht so billig wie zu Hause bleiben. Wir haben zu zweit für eine Woche Kost, Logis, Skipass einmal rund 1000 Franken bezahlt (Ferienlagerhaus mit 35 Personen geteilt) und einmal rund 1600 (Ferienwohnung mit weiteren zwei Personen geteilt). Material hatten wir schon, und Kurse haben wir auch nicht besucht. Ich finde, das liegt drin für zwei Wochen Sonne, Schnee und sportliche Erholung. Und unvergessliche Erlebnisse.

Davon gibt es auch einige, die mich noch immer aufregen, wenn ich dran denke. Teenager, gerade vierzehnjährige Buben, scheinen nicht ganz dicht zu sein. Der Teil ihres Gehirns, der für Angst und Vorsicht zuständig sein sollte, scheint zu fehlen. Oder noch nicht richtig entwickelt zu sein. Das wurde mir wieder mal vor Augen geführt – und hat mich einige Nerven gekostet.

Meinen Sohn und seine Freunde zieht es immer wieder magisch weg von der Piste in den Tiefschnee. Mit jedem Jahr wird die Distanz zur Piste grösser und damit auch die Gefahr. Jedes Jahr mache ich die Jungs auf alle möglichen Gefahren abseits der Piste aufmerksam: Lawinen, verborgene Bäche, Steine, Abhänge usw. Ich erzähle Ihnen, dass Freerider jeden Hang studieren, bevor sie sich an die Abfahrt wagen, dass Tourengänger sich mit einem Barryvox ausrüsten, die Schnee- und Wetterverhältnisse kennen und gerade Anfänger immer mit einem Führer unterwegs sind.

XTREME FREERIDE CONTEST, FREERIDE, SKI, SNOWBOARD,

Das sehen Erwachsene: Eine Teilnehmerin der Freeride World Tour 2013 bringt den Schnee ins Rutschen. (Keystone/Maxime Schmid).

Die Teenager nicken – und fahren am nächsten Tag in einen unberührten Hang auf der Sonnenseite eines Berges. Ich merke das erst, als ich auf der anderen Seite im Schatten, wo die Piste verläuft, hinüberschaue. Die Deppen fahren durch den Tiefschnee auf einen grossen Felsen zu. Ich sehe, wie sie zögern. Dann entscheiden sie sich für eine Route, die oberhalb vorbeiführt. Alles geht gut. Dann fahren sie weiter. Auf eine Schneewehe zu. Nur sehen sie nicht, dass sie leicht überhängt. Ich überlege mir, ob ich hinüberrufen soll. Ich lass es bleiben. Sie müssen sich konzentrieren. Und wenn sie mich rumbrüllen hören, lenke ich sie nur ab. Ausserdem sieht alles halb so schlimm aus, nicht so hoch, die Kante. Die Jungs halten vor dem Überhang an. Ich höre sie diskutieren. Dann geht der erste darüber. Es löst sich etwas Schnee. Eine Minilawine. Dann folgen ihm die restlichen Lemminge. Zum Glück geht alles gut. Puh.

Die Buben fahren in sicherere Gefilde, und ich höre meinen Sohn zu seinen Freunden sagen: «Mein Vater bringt uns um!» Ich denke mir: «*@!?!!@&!!!?!!!!!». Als alle wieder sicher auf der Piste sind, legen sie sich in den Schnee. Sie lachen. «Ich zittere noch immer!» «Voller Adrenalin!» Ich komme hinzu und bleibe gaaanz ruhig. Ich weiss, wenn ich jetzt ausflippe, verpasse ich die Chance, wichtige Informationen in diese pubertierenden Köpfe zu hämmern.

Mein Sohn spürt, dass ich wütend bin. Er hört gut zu, als ich ihm und seinen Kumpels sehr ruhig und sehr ausführlich erzähle, was ich gesehen habe und was sie alles falsch gemacht haben. Sie nicken. Ich merke aber, dass noch während des Zuhörens das Gehörte aus dem anderen Ohr bereits herauszutröpfeln scheint. Also lege ich einen Gang zu und werde dramatisch: «Ich will euren Eltern nicht erzählen müssen, dass ihre Kinder unter einer Lawine liegen und tot sind! Tot!» Dann fokussiere ich meinen Sohn: «Was meinst du, wie es deiner Mutter ginge, wenn du in einer Lawine umkommst?» Das scheint zu sitzen.

Als wir am nächsten Tag an der gleichen Stelle vorbeifahren, fragt mein Sohn: «Dürfen wir in den Tiefschnee? Wir kennen den Hang ja jetzt.» Ich muss tief einatmen. Mehrmals. Den Teil mit der Lawine, den unbekannten Gefahren, dem Lawinensuchgerät und dem Tod hatte er 24 Stunden später aus seinem Gehirn gelöscht. Oder vielleicht gar nie aufgenommen.

Eines ist klar: Nächste Saison muss mein Sohn in einen Kurs für Tourengänger. Vielleicht hilft das, sein Bewusstsein für die Gefahren etwas zu erweitern. Nur gegen die Verlockungen des Adrenalins wird er wenig ausrichten können.

Das kann ja heiter werden.

Übrigens: Als ich dachte, dass mein Sohn die Sportferien unbeschadet überstanden hat, rief er mich am letzten Tag aus dem Klassenlager an. Er hatte sich das Handgelenk gebrochen. Auf der Piste. Nachdem er 15 Pirouetten gedreht hatte.

Das kann ja heiter werden.

memyselfandi*Mahmud Tschannen ist Leiter Blogs beim «Tages-Anzeiger». Er wohnt mit seinem Sohn in Zürich.

67 Kommentare zu «Herrgott, gib ihnen mehr Hirn!»

  • urs lehmann sagt:

    Offensichtlich können Sie ihn nicht zurückhalten, also sorgen Sie dafür, dass er die Gefahren kennen und sehen lernt.

    Bravo!

    Vielleicht wäre es nützlich, wenn er die Gegend wo der Winterkurs stattfindet, bereits im Sommer kennen lernt. Damit er sieht, was der Schnee so alles zudeckt, verbirgt.

  • Lisi sagt:

    Super Idee mit dem Tourenkurs. Wir freuen uns über Zuwachs bei der JO (Jugendorganisation) vom SAC (Schweizerischen Alpen Club).
    JO-Leiterin SAC Kirchberg

  • Ahn Toan sagt:

    Herrgott, gib uns Erwachsenen weniger Hirn,

    auf dass wir uns nicht von unseren Ängsten bestimmen lassen, sondern wir unsere Träume leben. bevor wir sterben, weil danach ist es zu spät dafür und sich bis 70 aufsparen für Freeriden geht nicht.

    Sterben müssen Alle, vielleicht sogar ich, die Frage ist nur, ob man vorher ein Leben hatte, oder sein Leben zitternd vor dem unausweichlichen Ende verbringt.

    Die Erwachsenen glauben, Teenager seien unvernünftig, nur ist ihre Vernunft bestimmt von ihren Ängsten statt von ihren Wünschen..

    „We can be heroes, just for one day“ (David Bowie)

    • Ahn Toan sagt:

      Und auch auf Englisch: Billy Joel
      :
      They say there’s a heaven for those who will wait.
      Some say it’s better, but I say it ain’t.
      I’d rather laugh with the sinners than cry with the saints,
      the sinners are much more fun.

      You know that only the good die young.
      Whoa, oh, baby.
      That’s what I said,
      I tell ya,
      only the good die young.
      Only the good die young.

    • Ahn Toan sagt:

      Richard Branson ist noch immer irgendw Teenager, wenn er sagt:

      „Life’s helluvalot more fun, if you say yes, rather than no!“

      Oder Ricky Lee Jones:

      I won’t grow up
      I don’t wanna wear a tie
      Or a serious expression
      In the middle of July

      And if it means that I must prepare
      To shoulder burdens with a worried air
      I’ll never grow up, won’t grow up, never grow up

      Oder Tom Waits:

      Seems like folks turn into things
      That they’d never want
      The only thing to live for
      Is today…

      Wir machen Esoterikkurse um im hier und jetzt zu sein, und sagen Teenager seien unvernünftig!

  • pedro strong sagt:

    ojee mahmud, mit angst und wütend werden kommst du da leider nirgends hin… dein sohn macht wertvolle erfahrungen und schämt sich, wenn sein vater ihn zusammenstaucht.
    ein offenes ohr haben und interesse zeigen, das ist angebracht – der lawinenkurs ist eine gute idee! schön, dass der junge freude am sport hat.

  • tiree sagt:

    ich (f, 35) habe meinem jüngeren bruder (32) mal aus genau diesen gründen einen lawinenkurs geschenkt
    – ein jahr später hat er sich revanchiert und mir zu weihnachten den gleichen kurs geschekt mit dem kommentar: damit du nicht immer so angst hast…=)

    da waren wir allerdings eben beide schon keine teenies mehr. vielleicht hört das einfach nie auf?

  • Manuel Frischknecht sagt:

    Sie fragen sich ob den Jugendlichen etwas fehlt und die Antwort ist ganz simpel und einfach ja; der Präfrontal Cortex, also der Teil des Hirns der u.a. für Angstgefühle zuständig ist, ist bei Jugendlichen noch unterentwickelt und ist erst im ca 25’ten Altersjahr vollständig ausgebildet.

    Zu einer Zeit als es von Vorteil war furchtlos zu sein und zB Mammuts und Säbelzahntiger zu jagen eine durchaus nützliche Eigenschaft. Im Tiefschneehang eher weniger 🙂

  • Jane Bissig sagt:

    Habe gestern Videos geguckt, unter anderem eine ganze, ganze Reihe „fails“, Stunts usw. Im Grossen und Ganzen sind das junge Männer, die völlig hirnlos Zeugs machen, wo völlig klar ist, dass es nicht funktiert: Mit Skis eine Wendeltreppe runter, die Wand hochrennen und einen Salto machen, mit dem Trotti übers Dach raus… Vielleicht gibt es so eine Vernunft-Latenzphase, wo einfach die Hormone und die Erlebnisgier regieren im Gehirn. So eine explosive Energiesuppe.

    • Andreas Wyss sagt:

      Ich hoffe sehr, dass damit nicht ALLE Jugendlichen gemeint sind. Alle in den gleichen Topf zu stecken finde ich jetzt doch ziemlich gewagt.

  • Monika Racheter sagt:

    Vielleich würde es helfen wenn man mit den Jungs mal in ein Leichenschauhaus gehen würde…damit sie verstehen was TOD bedeutet! oder auf eine Unfallklinik zu den Querschnittgelämten!!!

    • tina sagt:

      ich war eine brutal risikofreudige jugendliche, und das thema tod interessierte mich trotzdem ernsthaft sehr. ich hielt mich für unverletzlich ohne mir dessen wirklich bewusst zu sein, und gleichzeitig war es absolut unvorstellbar dass wir jemals über 25 werden könnten. so geht es vielen jugendlichen, grund ist der umbau des gehirns. natürlich versuche ich trotz diesem wissen auch bei meinen teenies eine bewussheit über das eigene handeln zu fördern, eigenverantwortung, risikoeinschätzung.

  • Andrea Mordasini, Bern sagt:

    Kleine Kinder kleine Sorgen, grosse Kinder grosse Sorgen ;). Oder wie geht das schon wieder mit diesem „doofen“ Spruch… ;)? Aber er hat wohl schon was Wahres dran, auch wenn ich diesbezüglich noch nicht wirlich mitreden kann. Meine beiden Wildfänge sind immer noch in der kleinen-Sorge-Phase… ;). Wobei, die Sorgen werden wohl nicht zwingend grösser, sondern einfach anders, denn wir wachsen ja schliesslich auch mit unseren Kindern, werden stärker und abgehärteter. Also, ich hoffs jedenfalls für mich und meine Nerven ;). Starke Elternnerven und den Kindern viel Glück beim Mutpröbeln 😆 :D!

  • Francesca sagt:

    Irgendwann, exakt in dem Alter fängt es an: wir sind es, Mutter oder Vater, die das Hirn auslöschen. Irgendwie im Stile von „ist ja nur der Alte, die Alte, der/die da wieder rummotzt“ und deleeeete. Und so hat man selber Adrenalinstösse, nicht nur die Jugend in Gefahr. Abhilfe: so bald als möglich in J+S Ski-/Snowboard-/Leiterkurse und dergleichen schicken, Rettunsschwimmer machen lassen. Da bringen „coole Typen“ bei, was beigebracht werden muss. Ist sehr viel billiger als alle andern Ferien, aber leider nicht mehr gemeinsam. Wir müssen loslassen, (nur) dann kommen sie wieder.

  • Sportkrücke sagt:

    Tönt alles in allem wie ein aufgeweckter, cooler, sportlicher, interessierter Teenager. Kommt schon gut mit ihm…

  • dres sagt:

    Es sind vorwiegend Stadtbubis (egal welchen Alters), die sich völlig hirnlos in jeden Hang schmeissen. Wir sind als Jugendliche ständig Tiefschnee gefahren aber wussten schon damals einigermassen genau, wo es Felsen hatte oder eine Lawine losgehen könnte. Heutzutage hat es erstens viel zu viele Schneepseudosportler in den Skigebieten, die zweitens ihre Ausrüstung nicht beherrschen und drittens null Bezug zur Bergwelt haben.
    Aber das letzte Skiwochenende war schlicht genial, abgesehen von den oben beschriebenen Störfaktoren… 😉

    • Joerg Hanspeter sagt:

      Nur weil man Eingeborener ist, hat man nicht zwingend ein „Lawinen-Warn-Gen“. In meiner Verwandschaft ist es gerade die Bergjugend, die dramatische Unfälle macht.

      • dres sagt:

        Mit Genen hat es definitiv nichts zu tun, sondern mit einer frühen Sensibilisierung. Es macht schon einen Unterschied, ob man Lawinen knapp aus dem Fernsehen kennt oder jeden Winter davon betroffen ist.

  • Christian Duerig sagt:

    AUFKLÄRUNG
    Die heutigen Teenager sind besser aufgeklärt als wir es vor 50 Jahren waren. Die Forschung verändert unser Weltbild rasend schnell. Wir werden dadurch aber nicht orientierungslos sondern: Wir pfeiffen auf das Leben vor 50 Jahren. Die Gefahren die uns drohen können alles, aber wirklich alles Leben auf der Erde auslöschen. Deshalb geniesse dein Leben so lange wie es Spass macht. Die folgenden You Tube Videos stützen diese These.
    ● BBC Horizon – Crater of Death Documentary
    ● Journey through the universe beyond the speed of light [HD]
    ● Horizon Infinity (BBC)
    Viel Lebensfreude pur !

  • 13 sagt:

    Gerade haben Sie meine Hoffnung, dass die „Ich komme mit meinem Trotti jeden Abhang irgendwie runter und mein Kopf ist härter als die Wand vor mir“-Phase meines 2jähriges irgendwann in etwas sinnvolleres übergehen wird, völlig zerstört….jetzt heisst es wohl eher: Irgendwann werden sie vernünftiger, nämlich dann, wenn sie Väter sind….vorausgesetzt, sie leben da noch.

    • tststs sagt:

      Nope, das Einzige, was sich ändert, ist der bewegliche Untersatz… 😉

    • Walter Sahli sagt:

      Seien Sie froh, wenn er nicht schon mit zwei das Trotti mit Nagellackentferner übergiesst, es anzündet und dann runterfährt!

      • 13 sagt:

        Das liegt aber nur daran, dass ihn das böse überbesorgte Mami noch nicht über den Zusammenhang von Nagellackentferner und Feuer aufgeklärt hat 😉

    • Sportpapi sagt:

      Ist doch toll, wie wenig Unfälle es bei 2jährigen Trottifahrern gibt. Und wie harmlos sie meist verlaufen. Unfälle gibt es doch oft eher da, wo man sie weniger erwartet.

      • 13 sagt:

        @ SP
        Ich lese dazu gerade ein sehr spannendes Buch „Die Suche nach dem verlorenen Glück“ von Jean Liedloff. Da geht man von der Theorie aus, dass Kinder einen angeborenen Nachahmungs- und Selbsterhaltungstrieb haben, der sie vor den meisten Gefahren schützt. Indem wir sie aber auf Gefahren hinweisen, geben wir ihnen zu verstehen, dass wir eigentlich von ihnen erwarten, sich zu verletzten und als sozial Wesen werden sie unsere Erwartung erfüllen wollen. Ich finde die Idee eigentlich logisch und versuche ihn zu lassen, ihm zu vertrauen, auch wenn es mir nicht immer leicht fällt 😉

      • Sportpapi sagt:

        @13: Das entspricht auch meinen Erfahrungen. Habe Sie übrigens vermisst am „active sunday“… Denn dort lässt sich das ganz klar nachvollziehen. Solange Kinder sich frei bewegen dürfen, wissen sie relativ genau, was sie sich zutrauen können. Auf Gefahren hinweisen macht die Sache bei einigen nur noch spannender. Noch schlimmer ist es aber, die Kinder unter Druck zu setzen etwas zu probieren, was sie sich eigentlich noch nicht zutrauen würden.

      • 13 sagt:

        @ Sp
        Ich war im Ausland und habe die Leute um mich herum damit erschreckt, dass ich meine Vorschulkinder in einem fremden Land, wo sie die Sprache nicht kennen, alleine auf den Spielplatz gescheucht habe 😀 Sie wissen schon: Eltern sollen nicht mit mitsandeln und so. 😉 Und sie haben das toll gemacht bzw. kamen heil wieder, was dazwischen war, kann ich nur raten 😉

      • jürg. sagt:

        Kinder auf den Spielplatz zu scheuchen entspricht doch genau dem Verhalten die Kinder von Gefahren fernzuhalten..

      • Sportpapi sagt:

        @13: Sie gehen ja auch nicht ins Ausland, um zu spielen… (ich nehme ja an, das waren noch keine Strandferien). Und: raten Sie nicht, Sie kommen nur auf dumme Gedanken. 🙂

      • 13 sagt:

        @ Jürg
        Nein, sie mussten aus der behaglichen und sicherer Stube weg von achtsamen Augen von 5 älteren Familienangehörigen ganz alleine raus. Da ist der Spielplatz seeeehr gefährlich dagegen. Wo sie wirklich waren, weiss ich nicht 😉

        @ Sp
        Nein, sie wollten sich die kulturellen Eigenheiten des Landes anschauen??? Klar wollen Kinder in dem Alter spielen, egal wo. Leider keine Strandferien, Verwandtenbesuch. Für Kinder die ersten paar Stunden toll, wenn sie mit Spielzeug und Schokolade verwöhnt werden, aber irgendwann dann langweilig und bevor sie überzuckert die Wohnung auseinandernehmen…

      • Sportpapi sagt:

        Mit Sie waren Sie gemeint, nicht sie 🙂

      • 13 sagt:

        Ach so, klar. Ups..

  • Georg sagt:

    Wer kein Hirn hat, kommt eben manchmal um. Einer namens Darwin oder so hat das mal rausgefunden… Wird aber nicht so schlimm sein mit dem beschriebenen Bub.

    Als ich klein war, wollte und durfte ich mit meinem Vater in den Kleinkaliberschiessstand. Er hat mir die Sicherheitsregeln erklärt und gesagt, wenn ich nur einmal, nur ein einziges Mal diese Regeln verletze, sei ich vom Schiessen ausgeschlossen, bis ich erwachsen sei. Ohne weitere Diskussion. Das hat gewirkt.

    Was ich mich immer wieder irritiert: Es werden kaum Regeln erklärt, erlassen und durchgesetzt. Könnte man beim Skifahren auch.

    • Joerg Hanspeter sagt:

      @Georg: Sie können doch nicht einfach mit starren Regeln die Entwicklung Ihres Kindes behindern. Sie müssen das doch stundenlang mit ihm durchdiskutieren und eine Lösung finden, die seine Kreativität nicht behindert. Ok, irgendwann wird ihm jemand Regeln vorgeben, die er befolgen muss, egal ob sie ihm passen oder nicht. Vermutlich wird dass dann dazu führen, dass er als Erwachsener zum Amokläufer oder Stalker wird, weil er sich so unverstanden fühlt, aber das wäre ein anderes Thema.

    • Irene feldmann sagt:

      Georg, ich Stimme ihnen voll zu! Es gibt Situationen welche man erklärt und PUNKT FERTIG SCHLUSS…wer die Regelungen dann nicht befolgt, zahlt die Konsequenzen!!

  • marie sagt:

    am samstag war bei mir frauenaben bis sonntag morgen angesagt, mit freundinnen und bekannten aus den 80ern. wir haben uns alle an und für sich das gleiche gefragt: wie haben wir bloss unsere jugend überlebt? und jetzt fürchten wir uns um das leben „unserer“ kinder, wie unsere kamillenteetrinkenden eltern, die auf uns warteten, weil wir unerlaubt wieder mal eine nichtbewilligte reitschuldemo mit anschliessendem konzert in der reitschule besucht haben. das war auch abseits der piste im tiefschnee soz. 😉
    tipp: der sac bietet lawinenkurse an. ganz nützlich!

  • Joerg Hanspeter sagt:

    @Sportpapi: Das ist genau die Einstellung, die mir Mühe macht bei vielen Familien. Einerseits ist man dauernd am Jammern, dass das Geld nicht reicht, andererseits muss man bei einer Autofahrt von 30 Minuten bereits eine Pause mit der ganzen Familie im Restaurant einplanen. Ein Getränk und vielleicht noch ein Nussgipfel pro Person, man möchte sich ja auch mal was gönnen.

    • Sportpapi sagt:

      @Jörg: Bei Familien, die jammern, haben Sie recht. Mache ich aber nicht. Aber wir diskutieren zu Hause ernsthaft, ob wir unsere Ferien lieber am Strand oder im Schnee verbringen. Und da gehören die Vor- und Nachteile von beidem dazu. Und ich bin ehrlich: Wenn ich schon ein Vermögen für das Skifahren (Material, Kurs, Skibillet) ausgebe, möchte ich nicht unbedingt beim Essen sparen. Das wäre für mich (im Rahmen meiner Prioritäten) nicht verhältnismässig. Bei der Unterkunft aber sehr wohl, da das für mich keinerlei Bedeutung hat.

      • Joerg Hanspeter sagt:

        Ok, dann sind wir uns einig. Man muss halt wissen, was einem wichtig ist, und kann das Geld nur einmal ausgeben (leider). Und auch mit dem Alter verschieben sich möglicherweise die Prioritäten, ich fahre heute lieber einmal weniger weg und nehme dafür einen gewissen Komfort bei der Unterkunft in Anspruch (mit 16 haben wir noch in Parks übernachtet, war uns egal, war dafür öfters möglich).

  • Sigi Schnell sagt:

    …“nächstes Jahr muss mein Sohn in einen Kurs für Tourengänger“!
    EIN Kurs genügt leider nicht, es ist erst der Anfang auf dem langen Weg zum erfahrenen, verantwortungsvollen Tourengeher. Zudem, wer sich via Ski- und Sessellift in den Tiefschnee und die Lawinenthematik vorwagt, ist immer zu schnell unterwegs und packt das Problem von der falschen Seite her an.

  • Daniel sagt:

    Danke für den tollen Text. Kein ödes Genderthema, sondern nur Fakten eines Vaters mit seinem Sohn. KLASSE! Ich finde übrigends Ihre Idee, den Sohn in einen Kurs für Touring zu senden genial. Vielleicht könnte es auch helfen wenn er mal dabei sein muss wenn man nach verschollenen Leuten suchen muss, die von einer Lawine begraben wurde, bzw ein solches Training absolvieren. Bei mir hatte das in meiner Jugend sehr genutzt, vor allem wenn man zu Testzwecken im Schnee eingebudelt wird und einem bewusst wird, dass man da bis zum Ersticken liegen bleibt, wenn die Leute nicht genug schnell sind.

  • Philipp Rittermann sagt:

    kinder sind sich, bis zu einem gewissen alter, den gefahren nicht bewusst. der vorteil ist, dass sie sich bei unfällen, stürzen etc. weniger verkrampfen und sich meist einigermassen schadlos halten. gemessen an den vorfällen sind die schweren unfälle eigentlich vernachlässigbar. bei den „bewussteren…“ erwachsenen sieht das anders aus. wahrscheinlich sind „gefahren“, die man nicht bewusst als solche wahrnimmt, die harmloseren. ist zwar nicht logisch, hat aber gültigkeit. man frage mich nicht warum.

  • Sportpapi sagt:

    Zum anderen: Irgendwie bin ich nicht sicher, dass es vorwiegend Jugendliche sind, die in Lawinen geraten. Am Berg sind offensichtlich die Hälte der Todesfälle über 50jährig. Ein Kurs wäre aber sicher sinnvoll, so dass der Jugendliche die Gefahren richtig einschätzen kann (und entsprechende Ausrüstung schadet natürlich auch nicht). Ob der Vater die Gefahren aber von der Piste aus besser erkennt, weiss ich gerade auch nicht.

    • Reto B. sagt:

      Jep – Kurs und Ausrüstung… so lernt er es. Am besten von einem wirklich erfahrenen Freerider, dann checken die Lümmels, dass es nicht der ewiggestrige Vater ist, der übertreibt, sondern, dass die „MTV – bitte nicht nachmachen“ Angaben wirklich ernst gemeint sind.

  • Sportpapi sagt:

    Zu den Kosten: Die sind tatsächlich vertretbar. Allerdings sind die meisten Familien nicht zu zweit. Brauchen Material. Finden es sinnvoll, wenn die Kinder in die Skischule gehen. Möchten sich über Mittag nicht immer aus dem Rucksack verpflegen. Und die Alternative am Meer findet zum gleichen Preis eher im Hotel statt. Aber gut, ich finde auch, dass man sich das leisten sollte (wenn man kann).

  • Sevi sagt:

    Übertreiben Sie es nicht mit ihrer Vaterliebe. Annähernd alle Hänge in der Nähe von Pisten sind durch das Skigebietpersonal Lawinen gesichert.

    Lassen Sie ihren Kindern Raum 😉

    • Rolf Eberle sagt:

      So ein Riesen-Blödsinn! Hänge sichern gegen Lawinen? Wie denn? Es gibt keine lawinensichere Hänge … die Geschichte zeigt das doch überdeutlich. Manchmal gelangen Lawinen sogar bis auf die Pisten. Sicher ist nur der Tod!

    • Thomas sagt:

      Genau, sie können Ihre Eigenverantwortung ruhig zu Hause lassen. Aber wer nicht selber guckt sollte wenigstens gehorchen und Anweisungen und Verbote der Pistenbetreiber beachten! Einige Hänge in der Nähe von Skipisten sind nähmlich nicht gesichert, sondern einfach gesperrt, weil sie lawinengefährdet sind.

  • Julia King sagt:

    Herr Tschannen, ich musste heute Morgen im Zug laut lachen, als ich Ihren Beitrag las.
    You made my day!

  • Muttis Liebling sagt:

    Wer Hirn hat, schädigt die Umwelt nicht durch Wintersport.

    • Joerg Hanspeter sagt:

      @Muttis Liebling: Häh, was, wohl mit dem falschen Bein eufgestanden heue? Sie sind hier nicht im veganisch/fruktarischen Gutmenschen-Blog.

      • Hanspeter Niederer sagt:

        Damit es wieder mal gesagt ist: vegan essen hat etwas mit Herz, Fairness und Verantwortungsbewusstsein zu tun. Für Menschen mit einer Pumpe im Brustkorb natürlich unverständliches Verhalten.

      • Adrian Sutter sagt:

        Es ist wider der Natur. Fressen oder gefressen werden. Gerade in der Schweiz kann man sich sehr gut informieren, ob die Tiere gut gehalten wurde bevor man sie schlachtet. Würde ein Löwe jemals auf die Idee kommen Vegetarier zu werden nur weil im die Antilope leid tut? Und zum Thema: Super Text, kann ich zu 100% nachvollziehen 😉

      • susanne sagt:

        Die Veganer sind nicht an allem schuld:-)!

      • alien sagt:

        Hanspeter, setz Dich doch einmal auseinander mit Muttis Input. Er hat nämlich so Unrecht nicht.

  • Tomas sagt:

    Oh Gott, wie ich den Text verstehe.
    Am meisten packt mich das nackte Grauen wenn ich mir vorstelle, dass mein Sohn genau das macht, was ich gemacht habe.
    Und das Wissen, dass ich es nicht verhindern kann. Ich kann ihn höchstens versuchen zu informieren über das, was überlebenswichtig sein kann, wobei ich zögere um ihn nicht erst darauf überhaupt aufmerksam zu machen.

    • tststs sagt:

      Mir ging genau dasselbe durch den Kopf…wenn die dann nur mal halb so wie ich….uiuiuiui 🙂

      Und schlussendlich: lieber einen gebrochenen Arm vom Wintersport als eine Sehnenscheidenentzündung wegen Sofagaming 😉

      • E. Schreiber sagt:

        Bin versierter Gamer (seit 22 Jahren), und hatte bisher nur vom Wohnungsübergabeputz eine Sehnenscheidenentzündung. Richtige Haltung ist alles.

        Und mein Sohn darf sowohl einen Bruch haben wie auch RSI vom Gamen, weil beides in Ordnung ist…

    • Reto B. sagt:

      Au Backe ja… Ich hab das Gefühl, dass meine Kinder, sollten sie alles tun , was ich so geleistet hab in meinen Jugendjahren, die Teenagerzeit nicht ohne Vorstrafen und Jugendrichter überstehen und sich richtig derb das Leben versauen. Und kann nur hoffen, dass sie auch viel mehr Glück als Verstand haben, so wie ich damals. Und ein verständnisvolles Umfeld…

    • Tinu Bichsel sagt:

      Ich fuhr in meiner Jugend Motocross, mein Sohn hat es ebenso entdeckt. Seitdem kaue ich Fingernägel und muss mich extrem zurückhalten. Aber manchmal ertappe ich mich, ihm eine Standpauke zu halten. Komisch, meine Mutter (sie war alleinerziehend) hat das damals nie getan, sie liess mich machen. Aber ehrlich gesagt, gab es durchaus Momente, wo ich bei meiner Mutter nie so genau wusste, was in ihr abging. Ich kann sie leider nicht mehr fragen.

  • Irene feldmann sagt:

    Genialer Text,,,, wie wahr!!! 🙂

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