Papa kennt keine Angst

Liebe Leserinnen und Leser, Jeanette Kuster gönnt sich eine Auszeit. Sie wird Anfang Mai wieder für Sie bloggen. Wir wünschen ihr bis dahin alles Gute! Die Redaktion.

rony hawks tochter

In guten Händen: Tony Hawks Tochter darf mit ihrem Vater Skateboard fahren. (Fotos: Instagram)

Väter sind grosszügiger und toleranter mit ihren Kindern als Mütter. Sie sehen vieles lockerer, der Spassfaktor ist ihnen wichtiger. Väter sind auch spontaner und lassen ihren Kindern mehr Freiraum. Kurz: Mit ihren Vätern haben Kinder mehr Spass.

Das alles behaupte nicht ich, sondern die Psychologin Ulrike Ehlert gegenüber «20 Minuten». Die Professorin der Universität Zürich hat unter dem Titel «Was macht einen guten Papa aus?» gerade eine neue Untersuchung lanciert, um herauszufinden, wie sich der Erziehungsstil des Vaters auf die Kinder auswirkt und welche Faktoren eine «gelungene Vaterschaft» ausmachen.

Liest man das Interview, hat man das Gefühl, die Frau Expertin habe sich ihre Meinung längst gemacht: Der Vater ist der lockere Dauerclown, leicht chaotisch veranlagt zwar, dafür ein Experte im Glücklichmachen der Kinder. Die Mutter hingegen tritt als grosse Spassbremse auf, die dann auch noch die Frechheit besitzt, dem Mann ständig ihren eigenen Erziehungsstil aufzwingen zu wollen.

tony hawks tochter

Indem er die Kleine ohne Helm mitfahren liess, erntete Hawk Kritik. Seine Antwort: Die Gefahr, zu Fuss zu stürzen, sei grösser, als dass er beim Skaten mit seiner Tochter verunfalle.

Rollenbilder, die in meinen Augen nicht mehr als überholte Klischees sind. Früher mag es ansatzweise so gewesen sein, dass der Papa der Lustige und die Mama die Strenge war. Weil die Mutter als Hausfrau immer um die Kinder herum war und gewisse Regeln aufstellen und durchsetzen musste, damit das Zusammenleben als Familie funktionierte. Der Papa hingegen, der meist abwesende Ernährer, konnte sich ganz entspannt aufs Lockersein konzentrieren, wenn er am Sonntagnachmittag ausnahmsweise mal zwei Stunden mit den Kindern verbrachte. Schliesslich galt es, die wenige Zeit mit den Kleinen in vollen Zügen zu geniessen und sich auf keinen Fall unbeliebt zu machen mit Diskussionen zum Thema Zimmer aufräumen.

Heute jedoch ist die Situation in vielen Familien eine andere. Der Vater erzieht aktiver und vor allem zeitintensiver mit – und rutscht so automatisch auch immer wieder mal in die Rolle des Buhmanns (aus Kindersicht), der Regeln ohne Wenn und Aber durchsetzt. Auch mein Mann übernimmt diesen Part regelmässig. Und zwar so überzeugend, dass ich zur Ansicht tendiere, dass vielmehr ich diejenige bin, die mal ein Auge zudrückt. Was mein Mann überraschenderweise völlig anders sieht.

Einig sind wir uns dafür darin, dass die Väter in einem Bereich allesamt deutlich lockerer und unbeschwerter drauf sind als die Mütter: beim Thema «potenzielle Gefahr» nämlich. Den besten Beweis hierfür hat unser Ausflug an den «Active Sunday» vor einer Woche geliefert, an dem Kinder sich in einer Turnhalle auf allerlei Geräten austoben konnten, während ihre Eltern – eben mehr oder weniger aktiv – zu ihnen schauten.

Mein Mann – in dem Moment gerade mit der Betreuung des Kleinen betraut, während ich mich um die Grosse kümmerte – stand seelenruhig und mit einem Kollegen plaudernd daneben, als unser Sohn unter einem Hochbarren herumkraxelte, auf dem gleichzeitig vier grössere Kinder balancierten. Alles kein Problem, schliesslich wollten die ja dort eh nicht runterhüpfen, sondern nur darüberklettern – fand mein Mann.

Mich hingegen traf fast der Schlag und in meinem Kopf lief sofort ein Film ab, in dem eins der grösseren Kinder ausrutscht, runterfällt und genau auf meinem Kleinen landet. Was ich meinem Mann natürlich auch sofort entsetzt an den Kopf warf, während ich unseren Sohn aus der Gefahrenzone rettete.

Nachdem der kleine Schreck verdaut war, fragte ich mich, ob die Alarmglocken von Vätern und Müttern generell so unterschiedlich schnell zu läuten beginnen oder ob nur wir diesbezüglich so grundverschieden ticken. Ich warf einen Blick in die Halle und sah Mütter, die sich als menschliche Fangnetze am Mattenrand platzierten. Und daneben Väter, die sich gegenseitig mit «Hopp, du chasch das!»- und «Mach de Super-Jump!»-Rufen überboten. Und ich hatte meine Antwort.

129 Kommentare zu «Papa kennt keine Angst»

  • Andrea Mordasini, Bern sagt:

    Wichtig ist, dass die Mütter den Männern vertrauen, dass auch sie es gut machen mit den Kindern! Auch wenn sie etwas anders tun mit ihnen, anders als wir es täten, so ist dies noch lange nicht schlecht, im Gegenteil! (Ich rede nicht von Erziehungsmassnamen). Schlecht ist, den Männern/Vätern immer dreinreden zu wollen. Denn so wie sies machen und handhaben mit den Kindern beim Spielen und Toben ist es allenfalls anders, lauter, wilder und in manchen Mütteraugen auch gefährlicher. Aber lassen sie sie ruhig gewähren – es kommt gut, auch wenns noch so gefährlich aussehen mag :)! Nur Mut, Frauen 😉

  • Katharina B. sagt:

    Wenn das Kind ein Mädchen ist, fangen viele Väter an zu helikoptern. Oft bei Tätigkeiten, wo sie bei einem Buben nicht mit einer Wimper zucken würden.

  • Andreas im Irak sagt:

    Natürlich geht es fast nicht ohne die eine oder andere Schramme und Boboli. Mir ist einfach wichtig, die Kinder vor fatalen Gefahren zu schützen. Auffällig ist bei uns, dass alle „gröberen“ Verletzungen, die im Spital geröntgt oder genäht werden mussten, immer Zuhause im Kinderzimmer oder Wohnzimmer zustande kamen, wo man es am wenigsten erwartet hätte!
    Nachdem unser 4-jähriger im Spital mit 2 Stichen am Kopf ohne Betäubung genäht worden ist, meinte er nur: „Mami, das hat sooo weh getan, deshalb mache ich so einen Blödsinn nie mehr!“

  • Andreas im Irak sagt:

    Fortsetzung:
    – Wenn unsere Kids auf einem Sandhaufen (von einer Baustelle, sonst gibt es das hier gar nicht für Kids) gespielt haben, dann kamen die Nachbarn und sagten, dass unsere Kinder sich schmutzig machten und krank werden. Unsere Antwort: „Schau wie schön die miteinander spielen und Häuser und Tunnels bauen. Sag mal, wo ist eigentlich dein Mohamad (4J.).“ „Der sitzt drin und sieht fern oder spielt PS2.“ „Wenn die Kids nach Hause kommen waschen wir sie einfach. Wie willst du aber den Schmutz und Totschlag, den dein Mohamad am Fernseher gesehen hat aus seinem Gedächtnis waschen???“

  • Andreas im Irak sagt:

    Wir leben seit Jahren im kurdischen Teil des Nordiraks und haben so unsere Erfahrungen gemacht, was hier als gefährlich betrachtet wird und was nicht:
    – Wenn unsere Kinder auf einer 1.5m hohen Mauer herum turnten waren alle Kurden entsetzt. Ihre eigenen kleinen Kinder fahren jedoch ungesichert im Auto auf dem Schoss oder Beifahrersitz mit… An Feiertagen stehen die Kinder sogar und schauen aus dem Schiebefenster des Autos – mit dem Hals auf direkt auf Dachhöhe!
    – Seit gestern ist schulfrei, weil es 2cm Schnee gab und es immer noch -1°C kalt ist und ein bissiger Wind herrscht…

  • Irene feldmann sagt:

    Und bevor ich es noch vergesse, für Fr. Kuster eine gute, gesunde Auszeit!!

  • jürg. sagt:

    Betreffend Kind habe ich als Papi mehr Angst als meine Frau dass..
    – die Krankheit gravierender sein könnte als nur eine Erkältung.
    – die Kinder die Schule nicht genügend ernst nehmen.
    – ein Kind sozial ausgegrenzt werden könnte.
    – sich die Kinder mit Werkzeugen ernsthaft schaden zufügen.

  • TheSwissMiss sagt:

    Das ist ja mal wieder so ein typisches Klischee – mag ich nicht so. Solche Dinge kann man doch einfach nicht verallgemeinern. Auch dass es zu so einem Thema eine Psychologin braucht die eine Untersuchung lanciert zeigt mir, dass wir es wirklich gut haben in der Schweiz – keine echten Probleme:) Ich hoffe es bleibt so.

  • Teilzeitpapi sagt:

    Bis jetzt war mir einmal ziemlich mulmig. Wir gingen über eine leer scheinende Weide. Plötzlich rannten 10-15 Rinder den Hügel hinab, ein Rind schlitterte mit bocksteifen Beinen den nassen Hang runter. Eindrücklich und so noch nie erlebt. Bis die Rinder vorne auf unserem Weg waren, dann trabten sie in unsere Richtung, ein junger Muni dabei. Mir war bewusst, dass sie wahrscheinlich nur SEHR neugierige Pubertierende waren. Aber alleine unterwegs mit zwei kleinen Kindern spürte ich das Adrenalin einschiessen. Wir leben noch. 😉

  • Sportpapi sagt:

    Für mich wäre das Thema (unterschiedliche) Risikowahrnehmung, damit verbunden unterschiedliche Förderung/Blockierung von Kindern und die Auswirkung auf deren Entwicklung ein äusserst spannendes Thema. Aber offenbar nicht so interessant, dass es hier eine breitere Diskussion auslösen würde. Schade!

    • dres sagt:

      Es schwafeln – wie so oft hier – lieber die meisten aneinander vorbei. Die unterschiedliche Risikowahrnehmung hat auch mit unterschiedlichen Fähigkeiten zu tun. Wenn ich mit dem Dreijährigen die steilsten Skipisten runterfahre, muss sich meine Partnerin extrem zusammenreissen. Aber sie vertraut mir, weil ich als Bergler das Risiko richtig einschätzen kann. In anderen Situationen kann es sein, dass ich ängstlicher reagiere. Das Ganze ist nicht zwingend gender- sondern situationsbezogen.

      • Reto B. sagt:

        Grundsätzlich finde ich die Diskussion interessant, was man denn macht, wenn man unterschiedliche Ansichten in der Erziehung hat, sei dies nun Risiko, oder sonst was. Imho sich hinsetzen Regeln und Grundsätze festlegen und dann danach handeln. Das Eingreifen (z.B. aufgrund Gefahr) sollte die absolute Ausnahme sein und falls man sich im Nachhinein nicht einig ist, dass das gefährlich war, dann wäre wohl eine Diskussion fällig. Meine Frau würde zum Beispiel nie akzeptieren, dass ich Bungee springen gehe. Zu gefährlich in ihren Augen. Da es nicht wirklich ein Bedürfnis ist, mach ichs nicht.

      • Sportpapi sagt:

        Guter Ansatz, dres. Mein 2jähriger wurde an besagtem Active Sunday übrigens nicht von der Mutter, dafür von anderen entsetzten Eltern gesichert. Wir aber wussen aus Erfahrung (mehfach mit ihm in der Sporthalle), was er gefahrlos bewältigen kann, wo er Hilfe braucht (und die fordert er dank ausgeprägter Risikokompetenz selber ein) und wo wir ihn vor Gefahren schützen müssen, die er noch nicht sieht (z.B. dass er wie im Beispiel sich in der Landebahn eines grossen Sprungs befindet).
        @Reto B. Vielfach ist man ja sogar einsichtig, dass die Angst übertrieben ist. Dann sind Kompromisse einfacher…

      • Sportpapi sagt:

        meRfach war natürlich gemeint. Pro Woche.

      • dres sagt:

        Sie haben das wichtigste Stichwort gegeben, Sportpapi: Risikokompetenz. Diese muss behutsam entwickelt und gefördert werden, und das geht nicht ohne Bobolis. Idealerweise haben beide Elternteile ungefähr eine ähnliche Risikoeinschätzung, sonst wirds ein bisschen schwierig. Tendeziell mache ich mit Junior tatsächlich Dinge, die sich meine Frau eher nicht zutraut. Das hat auch damit zu tun, dass ich ihn im Notfall eher fangen/halten/sichern könnte. Aber die Diskrepanz ist bei uns zuhause nicht massiv, deshalb finde ich die erneute Genderdiskussion seltsam.

      • Sportpapi sagt:

        @dres: Noch einmal ein guter Ansatz. Natürlich kann ich im Notfall viel besser und effektiver eingreifen als z.B. eine kleine, feine Frau. Andererseits: wenn mein Sohn stürzt, dann muss die Mutter trösten, wenn sie da ist (leider). Also doch Gender-Problematik 🙂

      • dres sagt:

        Zwei Jahre alt, sagen Sie, Sportpapi? Ungefähr ab dieser Zeit hat unserer rund ein Jahr lang je nach Lust und Laune seine Präferenzen zum Teil im Minutentakt gewechselt. Mal gings nur mit Mama, mal war diese aber sowas von out, dass dann bei ihr die Tränen flossen… 😉

      • Carolina sagt:

        Reto: ein wenig off-topic, aber viel interessanter fände ich die Frage, was Sie machen würden, wenn Ihnen Bungee Jumping ein echtes Bedürfnis wäre – wie würden Sie dann mit den Aengsten Ihrer Frau umgehen?

        Dres/SP: ja genau. Ich würde anfügen, dass unterschiedliche Risikoeinschätzung bei Eltern eher positiv als negativ ist – wenn man denn dem anderen zuhört. Bei uns war es klar so, dass ich lange viel zu überbesorgt war, viel zu sehr geklammert habe – wenn mein Mann mir nicht die Leviten gelesen hätte, wäre das wohl heute noch so.

      • Reto B. sagt:

        @Carolina: Ich würde mit ihr Sicherheitsvorkehrungen anschauen, schauen, ob man durch mehr Info und gründliche Checks, passendes Aussuchen des Anbieters oder so ihre Ängste soweit mindern könnte, dass es für sie okay wäre. Wenn wir uns gar nicht einig werden, würde ich versuchen abzuklären, was wem wichtiger ist. Mir, es zu tun oder ihr, dass ich es nicht tue. Von den Dingen, da es so war habe ich eher selten einige trotzdem getan und bin davon ausgegangen, dass sie es versteht/überlebt, andere habe ich bleiben lassen, weil sie mir wichtig ist.

      • Carolina sagt:

        Sehr schöne Antwort, Reto! Vor allem so vernünftig! Bei uns läuft das anders: mein Mann und mittlerweile zwei meiner Kinder machen, was immer sie machen müssen, heimlich und erzählen mir erst später davon! Ist mir eigentlich nicht Unrecht – so ein bisschen Verdrängung schadet nichts 😉

    • 13 sagt:

      Vielleicht auch noch im Verhältnis zu der Unfallstatistik. Passieren wirklich da mehr Unfälle, wo man grösseres Risiko auf sich nimmt? Oder ist der grösste Teil der Angst unbegründet? Aber was würde das bringen? Es ist ein Wahrnehmen, d.h. jeder der handelt, tut dies im Spannungsfeld zwischen dem Kind etwas zutrauen wollen und es vor einer ernsthaften Verletzung zu schützen. Es ist ja nicht so, dass, sollte an der Tendenz etwas dran sein, die Mütter ihre Kinder beschränken wollen oder es den Vätern egal ist, wenn sie sich verletzten.

      • Sportpapi sagt:

        @13: Hier ein wichtiger Beitrag aus meiner Sicht zum Thema: http://www.nzz.ch/nachrichten/bildung_gesellschaft/hors-sol-kinder-1.7297441

      • 13 sagt:

        \2 Es ist eine Abschätzung, welchem dieser gegensätzlichen Ziele in dem Moment Vorrang gegeben werden muss. Und das schliesslich ein Gefühl. Was gibt es da zu diskutieren? Dass ein Gefühl falsch ist? Konkrete Beispiele vergleichen? Wo setzen Sie die Grenzen, was eher blockierend ist und was zu wagemutig?

        Und dann kommen auch noch die Kinder ins Spiel: meine Grosse ist vorsichtiger Natur. Sie muss man fast ein bisschen pushen, damit sie sich etwas zutraut, was sie dann aber gut schafft. Das Kleine würde man am liebsten anbinden, damit es aufhört, sich selber dauernd!!!! in Gefahr zu bringen!

      • Sportpapi sagt:

        Das Problem ist: Kurzfristig wird das Kind vor Schaden bewahrt. Langfristig äussert sich das wahrscheinlich negativ. Das eine ist umgehend sichtbar, das andere nicht so einfach verständlich zu machen. (ausser natürlich, wenn wieder einmal Kinder mit Helm auf dem Spielplatz auftauchen – das ist dann schon sofort mehr gefährlich als nützlich…)
        Und: versuchen Sie mal mit einem Vater oder Mutter, der Angst hat, zu diskutieren. Ich mache das öfters, ohne viel Erfolg. Wenn eine Strasse als zu gefährlich gilt, dann nutzen alle Statistiken nichts. Dann dürfen Kinder nicht raus.

      • Sportpapi sagt:

        @13: Die Active Sundays basieren auf dem Konzept „Mut tut gut“. DIe Idee ist, die Kinder herauszufordern, mit Matten etc. aber auch ausreichend Schutz zu bieten. Oder anders gesagt: lieber ein paar Prellungen beim Kind als schwere Verletzungen beim späteren Erwachsenen, der sich nicht bewegen kann. Es gibt zum Thema sogar eine Broschüre des BFU.
        Was aber übrigens auch nicht geht sind Eltern, meistens Väter, die ihre Kinder konstant überfordern und damit einerseits in Gefahr bringen, andererseits ihnen die Freude vergällen.

      • 13 sagt:

        Sehr interessanter Artikel. Ich empfinde in meinem Umfeld die allermeisten Eltern (insb. tatsächlich Mütter) auch als zu vorsichtig: Erstklässler, die ihren Schulweg nicht alleine machen können, die Nachbarin, die immer bei mir läutet, wenn mein Kind auf den Steinen spielt und theoretisch runterfallen könne (rund 1 m). Meine Kinder sind auch ganz klar die, die eher mehr selber dürfen als die Nachbarskinder. Und trotzdem erkenne ich es, dass eben die Wahrnehmung anders ist, als bei viele. Ich habe das Gefühl, sie behindern ihre Kinder. Sie denken, ich gefährde meine. Was ist nun richtig?

      • Sportpapi sagt:

        @13: „Was ist nun richtig“: Wollen Sie die Antwort der Wissenschaft? Da ist es klar, dass Sie auf der richtigen Seite stehen. Aber wehe, es passiert dann doch etwas. Bei jedem Unfall muss jemand schuldig sein!
        Übrigens ist bei der NZZ noch ein weiterer interessanter Artikel aus der gleichen „Küche“ verlinkt.

      • Teilzeitpapi sagt:

        Was richtig ist? Hm, ich denke, viele Kinder melden schon, wenn etwas arg nicht richtig ist. Die Frage ist, was Eltern und Gesellschaft dann tun. „Hyperaktivität“ medikamentös behandeln oder mehr raus und mehr Bewegung? Paradox ist ja, dass wir in einer sehr sicheren Zeit leben und gleichzeitig so viele Kinder so wenig dürfen. Die Frage ist auch: Wie robust sollen die Kinder werden? Sollen sie einen Sinn für und Umgang mit Gefahren lernen? Oder nur, dass das Leben gefährlich ist und sie zu klein dafür?

      • Teilzeitpapi sagt:

        @Sportpapi: Genau. In einer Gesellschaft mit Vollkaskomentalität und Nullrisikoanspruch muss jemand schuld sein, wenn trotzdem etwas passiert. Und so versuchen sich Behörden, Politiker, Versicherungen, Lehrpersonen, usw. mit immer mehr Verboten oder Verzichten abzusichern. Lehrpersonen meiden bei Ausflügen die Bäche, usw. Bei der Natur ist es dasselbe: http://www.geo.de/GEO/natur/oekologie/kinder-raus-in-die-natur-64781.html Oder beim Schulweg. Oder wenn die Kinder alleine einkaufen (scheint heute selten zu sein, glaube ich aus den Reaktionen herauslesen zu können, als unsere damit begannen).

      • 13 sagt:

        Genau, Sportpapi. Das ist ja der Punkt. Geschah früher (ich spreche jetzt vor 20-30 Jahren) einem Kind etwas, hörten die Eltern Mitgefühl, heute gibt es nur Vorwürfe. Ich finde es auch schwierig, meinem Kind mehr zuzutrauen, wenn alle um mich herum, es nicht tun. Ich lief im KIGA den Weg alleine. Alleine, ohne Eltern, aber mit 5 anderen Kindern. Heute habe ich die Wahl mein Kind zu begleiten, ganz alleine laufen zu lassen oder mit anderen Kindern und deren Eltern zu schicken :-(! Das gleiche mit dem draussen spielen. Sie sind die einzigen, die es in dem Alter alleine dürfen!

      • Teilzeitpapi sagt:

        Schade, 13, wohnen Sie nicht in unserer Nachbarschaft. Dann wären wir resp. unsere Kinder nicht mehr alleine. 🙂

      • Sportpapi sagt:

        @13: Vielleicht treffen sich unsere Kinder ja dann mal auf dem Spielplatz. Oder mit denen von Teilzeitpapi im Wald 🙂
        Ernsthaft: Man muss sich manchmal gut überlegen, welchen Ruf man sich verschaffen will, und wofür. Nun, das Wohl meiner Kinder ist es mir wert. Als anerkannter Fachmann im Ort ist es natürlich auch ein wenig politischer Einsatz. Und die Entwicklung meiner Kinder gibt mir bisher recht.

      • Teilzeitpapi sagt:

        @Sportpapi: „Man muss sich manchmal gut überlegen, welchen Ruf man sich verschaffen will, und wofür. Nun, das Wohl meiner Kinder ist es mir wert.“ Rein interessehalber, auf was für Erfahrungen spielen Sie damit an?

        Mir ist das inzwischen ziemlich egal. Für zum alleine Einkaufen habe ich den Kindern gesagt, dass falls jemand danach fragt, wo Mama oder Papa ist, sie sagen sollen, sie seien gross genug zum alleine einkaufen. 🙂

      • 13 sagt:

        Wer weiss 😉 ! Mein Ruf ist mir zwar nicht unwichtig, aber damit kann ich leben. Ich bin erwachsen und selbstbewusst genug, um meinen Weg zu gehen. Es geht mir aber auch in erster Linie um meine Kinder und dass ich ihnen einerseits die Freiheiten lassen will, andererseits nicht unbedingt möchte, sie von den anderen abheben.

        Ich habe als Kind selber viele Freiheiten genommen, fand das super, aber dann als Teenie habe ich es doch irgendwann als mangelndes Interesse meiner Eltern interpretiert. Nicht, weil es ihnen tatsächlich egal war, sondern weil alle anderen sich mehr „kümmerten“!

      • Sportpapi sagt:

        @Teilzeitpapi: Wenn meine Kinder wieder einmal ohne Helm Trotti fahren, weil mir die warme Kappe wichtiger ist. Wenn sie in schwindelerregender Höhe herumturnen,während die Eltern nebenan ihre Kinder auf halber Höhe herunterholen. Wenn sie vom Besuch bei Freunden allein nach Hause dürfen, deren Eltern aber darauf bestehen, zumindest sofort anzurufen, wenn sie losgelaufen sind (was auch ganz ok ist). Wenn sie mit mir auf dem Velo auf der Strasse unterwegs bin, von der ich plötzlich vernehme, dass sie so gefährlich sei, dass nicht einmal Erwachsene da fahren würden… etc.

      • Sportpapi sagt:

        @13: 23. Februar, Active Sunday 🙂

  • Peter Waldner sagt:

    Ich vermute, dass es einfach nur der „Nein-Reflex“ ist, der sich im Alltagsstress so einschleicht. Ich glaube auch, dass die Kinder heutzutage viel mehr fragen, ob sie dürfen…; und da sie ja ständig was dürfen wollen, entwickelt sich bei der- resp. demjenigen, der öfter mit den Kindern zusammen ist, dieser oft blödsinnige „Nein-Reflex“. Kluge Kinder spielen natürlich ihre Eltern aus und fragen nach dem „Nein“ vom Mami noch den Papi…

    • Markus Schneider sagt:

      Deshalb fragt das kluge Kind auch nicht ständig, ob es dies oder das „darf“. Nur dumme Eltern erziehen ständig um Erlaubnis fragende Kinder – so wird ein Kind ja nie selbständig. Aber das wollen diese Eltern wohl auch gar nicht. Selber fragen sie wohl auch ständig jemanden: den Chef, den Bundesrat und Jesus Christus im stillen Gebet.

      • Francesca sagt:

        Nun, das ist doch etwas krass. Es hängt natürlich vom Alter ab. Sind sie fünf, fragen sie, ob sie raus zum Spielen dürfen, sind sie zwölf, fragen sie, ob es ok sei, wenn sie noch raus gingen, die Hausaufgaben seien gemacht, und wenn sie 18 sind, fragen sie, wann es Nachtessen gäbe, und ob es noch reiche, rasch raus zu gehen. Und wenn sie nicht erzogen sind, fragen sie gar nicht, und man hat keine Ahnung, wo sie sind. Das hat nichts mit Selbständigkeit zu tun.

      • Irene feldmann sagt:

        Francesca thumbs up!!!

  • Francesca sagt:

    Eins meiner Kinder sagte mal: Wenn ihr beide daheim seid, ist der Papi lieber, wenn wir aber mit einem von euch alleine sind, bist du lieber… mit andern Worten: musste er erziehen und konnte nicht nur den Verständnisvollen spielen, dann tat er dies ungeduldiger und genervter. Wenn wir aber zusammen die Kinder betreuten, oblag der Teil „Erziehen“ klar mir, und er konnte sich zurücklehnen. Bei uns also war der Fall klar. Ob man aber daraus auf andere Familien oder die Männer im Allgemeinen schliessen kann, ist höchst fraglich. Irgendwie driftet man in jeder Beziehung in eine Rolle.

    • Christoph Bögli sagt:

      Wenn man sich auf so ein „good cop/bad cop“-Spiel einlässt liegt das aber letztlich immer am eigenen Verhalten. Man könnte sich ja als Eltern absprechen oder wenn das nicht funktioniert, halt als designierter „bad cop“ auch die Zügel schleifen lassen anstatt den Bösen zu spielen. Wenn man zu letzterem nicht bereit oder fähig ist, zeigt das wohl oder übel, dass man nicht aus seiner Haut kann und darum auch definitiv selber für die Rolle verantwortlich ist..

  • sloweee sagt:

    Da wurde noch der entsprechende Instagram-Beitrag von Tony Hawk weggelassen:
    „An die, die denken, dass ich meine Tochter in Gefahr bringe: Es ist wahrscheinlicher, dass du auf dem Gehweg auf die Fresse fliegst, als ich mit meiner Tochter auf dem Skateboard.“

  • Rolf Eberle sagt:

    Sooooooooooo langweilig, immer diese verallgemeinerten Geschlechter-Themen aus dem Gender-Holozän! Es gibt viele Mamis, die die totalen Dangerfreaks sind und Papis, die vor allem und jedem Angst haben, und umgekehrt. Mann-Frau, Links-Rechts, Schwarz-Weiss: vorbei! Interessiert keineN mehr (keineN unter dreissig …) und der Rest stirbt bald aus.

    • Anh Toan sagt:

      Sie glauben also, es gebe keinen Unterschied zwischen Mann und Frau?

      Ich meine, die Unterschiede sind ziemlich gross, als unter dreissijähriger haben Sie halt noch keine Erfahrung darin. Als 50 jähriger weiss ich immerhin sivoiel über Frauen: Frauen sind anders als Männer! (Deswegen müssen sie dennoch nicht alle gleich sein.)

      Die Femistinnen der bald aussterbenden Generation haben auch geglaubt, aus Frauen Männer machen zu müssen, der modernere Femismus ist da weiter: Sie, lieber Rolf Eberle verstehen unter Gleichberechtigung die Gleichheit, letzteres gibts nicht zwischen Männern und Frauen.

  • Philipp Rittermann sagt:

    logisch. papa muss der hero sein, für die kleinen. besonders die buben brauchen das; sie wollen angefeuert und bestätigt werden. bei den mädchen hingegen ist mehr fingerspitzengefühl durch sachte motivation in die richtige richtung gefragt.

  • Christoph Bögli sagt:

    Das reduziert sich as doch auf die simple Tatsache, dass keine zwei Leute gleich sind wenn es um die Betrachtung von potentiellen Prioritäten, Problemen und Risiken geht. Das fängt schon weit harmloser an, etwa beim klassischen Aufräumdilemma – was dort der einen Person als Zusammenbruch der Gesellschaft erscheint ist für die andere immer noch angenehm. Richtig oder falsch gibt es da so wenig wie bei Risiken, denn auch deren Einschätzung ist immer extrem subjektiv. Ist das geschlechtsspezifisch? Vielleicht, Klischee und Erfahrung deuten darauf hin, aber spielt das wirklich eine Rolle?

  • lala sagt:

    Das mit dem abwesenden Ernährer find ich auch immer eher Amüsant.
    Wann genau soll das eigentlich gewesen sein? Als die CH noch von Kleinbauern und Heimarbeit dominiert wurde? Hm.. Nein, kann nicht sein.
    Davor? Als der Homo Sapiens mit dem Speer zur mehrtätigen Jagd aufbrechen musste? Lächerlich
    Danach? Als die Schweizer endlich reich genug waren um es den Frauen zu erlauben, zu hause zu bleiben?

    Ernsthaft… Wenn der Vater nicht irgend einem internationalen Business oder (überarbeiteter) Manager/Chef ist, ist er nicht abwesend. Sofern das nicht so „gewünscht“ wird.

  • Daniel Waldispühl sagt:

    Wir versuchen, das Kind vor dem Tod zu beschützen – und entziehen es dem Leben.

    • tina sagt:

      drama komm über mich 🙂
      schon mal im notfall gewesen mit dem kind? es ist normal, dass man das vermeiden möchte. ein kleinkind unter einem hochbarren mit herumwirbelnden grösseren kindern darüber: wieviel leben entzieht man dem armen kleinkind, wenn man es ein paar meter weiter platziert, so dass die grösseren ungebremster gas geben können?

    • irene feldmann sagt:

      hat was, die konstante , schleichende angst, dass was passieren koennte……….braucht starken charakter und vertrauen das, die kinder UNS WIRKLICH UEBERLEBEN werden, nicht umgekehrt………..

  • Rémy sagt:

    Das kommt ganz einfach davon dass Frauen eine Gebärmutter haben in der die Kinder wohlbehütet 9 Monate verbringen und das Frauen gern mal vergessen dass nach der Geburt das Kind nicht mehr in der Gebärmutter ist!
    Dass,und die Tatsache dass Frauen heute stärker im öffentlichen Leben eingebunden sind, führt in Sachen Gefahrenmanagement zu Grundlegenden gesellschaftlichen Veränderungen: ich nenne das den „objects-in-mirrors-are-closer-than-they-appear“-Effekt,der auch zur Vermehrung der Gummiplatten auf Spielplätze, Velo- und Skihelme, usw. geführt hat: die Welt wird zu einer grossen Gebärmutter!

  • Sportpapi sagt:

    Vielleicht sollten wir dann noch über die korrekte Risikoeinschätzung diskutieren. Die beschriebene Situation rechtfertigt natürlich ein Eingreifen. Viel passieren konnte aber wohl nicht.

  • Stefan sagt:

    „… Papa hingegen, der meist abwesende Ernährer, […], wenn er am Sonntagnachmittag ausnahmsweise mal zwei Stunden mit den Kindern verbrachte“ Solche Texte sind einfach bodenlose Frechheit allen Vätern gegenüber dem was sie tagtäglich leisten. Ich als bald-Papi liebe es, wenn intelligente Texte mich berühren und zum Denken anregen. Aber ich mag es nicht, beleidigt zu werden.
    Mir scheint, die Autorin spielt jetzt beleidigte Leberwurst, weil es mal eine Studie gibt, wo nicht Mama einfach die Beste ist…
    Oder bin ich einfach ein Mimöseli?

    • Sportpapi sagt:

      @Stefan: Dazu hiess es „früher“, und „überholt“.

      • Stefan sagt:

        @Sportpapi: Ja, das heisst es.
        Aber was heisst früher? Vor 10 Jahren, 20 Jahre, 50, 100? Egal welcher Zeitpunkt gemeint ist, es war niemals so.

      • Sportpapi sagt:

        @Stefan: Diese Diskussion werde ich mit Ihnen nicht führen. Aber „früher“ heisst, dass wir uns „heute“ davon nicht angegriffen fühlen müssen.

  • Anh Toan sagt:

    „Mein Mann – in dem Moment gerade mit der Betreuung des Kleinen betraut, während ich mich um die Grosse kümmerte –“

    Wurde Ihr Mann von Ihnen mit der Betreuung der Kleinen betraut? Also Sie sind die Chefin der Familie, die Aufgaben an den Mann delegiert? Ihr Mann muss also mit Aufgaben betraut werden, also Kompetenzdelegation, also die Erziehungskompetenz liegt bei der Frau, welche diese gelegentlich an den Mann delegiert.

    Wenn Ihr Mann die Geschichte erzählt, würde er dann sagen, während meine Frau mit der Betreuung der Grossen betraut war, kümmerte ich mich um die Kleine?

    • Anh Toan sagt:

      Väter sind also Gehilfen der Mutter bei der Erziehung, etwa so, wie auch grössere Geschwister mit gewissen Überwachungsaufgaben betraut werden. Und genauso wie ältere Geschwister sind Väter äusserst unzuverlässig im Erfüllen der Aufgaben, die Ihnen anvertraut wurden. Sie bedürfen sorgfältiger Instruktion und Überwachung.

      Das alles interpretiere ich in Ihr „mit der Betreuung des Kleinen betraut“. Vielleicht etwas viel, aber nur vielleicht.

      • Anh Toan sagt:

        Was ich mit diesen Posts aufzeigen will:

        Sie erachten instinktiv (ich glaube nicht, dass Ihre Formulierung bewusst gewählt war) die Kinderbetreuung als ihre ureigene Kompetenz, denn dies schliesst nicht aus, gelegentlich Teile davon zu delegieren, den Vater oder sonst jemanden mit Teilaufgaben zu „betrauen“. Und selbst dann nehmen Sie Ihre Aufgabe noch immer wahr, sie überwachen den Beauftragten bei der Erfüllung seiner Aufgaben, sonst hätten Sie die Gefahr für das vom Vater überwachte Kind ja nicht gesehen. Ich halte dies für natürlich, keineswegs verwerflich, aber gar nicht feministisch.

      • Jeanette Kuster sagt:

        Lieber Anh Toan, Sie lesen etwas gar viel in die Formulierung rein. Ich wollte bloss nicht zweimal hintereinander „sich kümmern um“ verwenden, weil das nicht schön klingen würde. Im Übrigen entscheiden wir jeweils als Paar, wer mit der Betreuung von welchem Kind betraut wird – das geht nämlich auch.

    • tina sagt:

      anh toan, mit etwas betraut sein ist einfach verantwortlich sein, eine aufgabe übernommen haben. eine aufgabe oder verantwortlichkeit kann man selber übernehmen, sie muss nicht zugeteilt sein. hinter aussagen braucht man nicht ein fragezeichen zu stellen, das bekommt so einen psycho-touch.
      solange aber viel mehr männer viel weniger alltag mit ihren kindern verbringen als frauen, sollte man sich gar nicht aufregen wenn die person, die den hauptteil der arbeit macht, auch sowas wie eine leitende funktion hätte. rein hypothetisch

      • 13 sagt:

        Und doch verstehe ich Anh Toans Ansatz. Egal, wie es dazu kam, dass sich der Mann um das kleine Kind kümmerte und Sie um das Grosse. Es war so. Was zum Teufel haben Sie also bei dem Hochbarren zu suchen? Warum haben Sie nicht dasjenige Kind beaufsichtigt, für welches Sie zuständig waren? (um jetzt nicht zu fragen, wer denn auf dieses Kind aufpasste, solange Sie eigentlich ihren Mann beaufsichtigten.). Man sollte Kindern generell mehr zutrauen, als es heute Usus ist. Aber das gilt auch für Väter. Ich bin nämlich sicher, er hat so geschaut, wie es nach seiner Einschätzung ok war.

      • Anh Toan sagt:

        @tina

        Ich reg mich gar nicht auf, ich find es lustig, wenn die Frauen sich nicht mit ihrem Verstand gegen ihre Mutterinstinkte ankommen. Ich sage zu meiner viel jüngeren Frau häufig: „ja, Mama!“

        „betraut“ ist ein Verb, mittels Auftrag oder Gesetz wird jemand betraut, sich selbst kann man nicht betrauen. Frau Kuster hat aber recht, man kann gemeinsam als Eltern einen Elternteil betrauen.

        Dennoch, liebe Frau Kuster, bleibe ich dabei, der Mann hätte den Satz nicht entsprechend formuliert.

        Mütter behüten, umsorgen Kinder, Väter fordern Kinder, wir sind, was wir sind.

      • Sportpapi sagt:

        Da ist eben jetzt die Büchse geöffnet. Wir haben in den letzten Jahren gelernt, unglaublich sprachsensibel zu werden und Beteuuerungen, es sei aber ganz anders gemeint nicht so ernst zu nehmen…
        @13: Ich denke, jetzt interpretieren Sie zu viel. Das Geschehen fand in einer Grossturnhalle statt, die doch einigermassen überschaubar war. Auch meine drei Kinder am gleichen Anlass gingen zum Teil auseinander, aber auch immer wieder zusammen. Ich habe durchaus auch mitbekommen, was meine Frau mit dem ihr anvertrauten 🙂 Kind gemacht hat.
        Aber ja, der Vater hat die Situation anders beurteilt. Ist ok

      • Reto B. sagt:

        Das ist glaub‘ ich der springende Punkt. Delegieren (muss nicht heissen einer ist der „Vorgesetzte“) heisst Aufgabe und dafür nötige Kompetenzen abgeben. Wenn ein Elternteil immer dreinredet, wie etwas gemacht werden muss, dann wird sich das andere Elternteil einfach ausklinken. Und so fährt man dann in Rollenbilder wie der coole unkomplizierte Papa, und die pedantisch organisierte Aufpass-Mutter hinein. Einfach machen lassen… generell Sachen diskutieren aber nicht ständig beaufsichtigen und dreinreden. Das stresst doch nur, dann hätte man es am Schluss besser gleich selber gemacht.

      • 13 sagt:

        @ Sportpapi
        Die Frage ist nicht: Haben Sie gesehen, was Ihre Frau Macht? Sondern: Würden Sie, wenn sie nicht so handelt, wie Sie es tun würden, wie eine Furie auf sie losgehen, das Kind vom Barren runternehmen und der Frau einen Vortrag halten? Oder würden Sie Ihrer Partnerin, einem erwachsenen Menschen, dem Menschen, den Sie als die Mutter Ihrer Kinder ausgewählt haben, das Vertrauen entgegenbringen, dass sie schon weiss, was sie tut.

      • Sportpapi sagt:

        @13: Das ist doch gar nicht der Punkt. Wenn mich „fast der Schlag“ trifft, weil ich mein Kind in Gefahr sehe, dann werde ich umgehend in Sekundenbruchteilen handeln und das Kind da wegnehmen. Und vielleicht in der Erregung auch etwas laut werden. Und anschliessend, wenn der Puls wieder normal ist, darüber nachdenken, was eigentlich passiert ist. Genauso wird es doch beschrieben. Und nein, wenn ich sehe, dass meine Kinder etwas tun, was über meinen Limiten liegt, dann vertraue ich nicht darauf, dass die Einschätzung meiner Frau dazu richtiger ist als meine. Sondern handle. Geht gar nicht anders

      • Sportpapi sagt:

        @13: Haben Sie nun wirklich Macht geschrieben? Das lässt tief blicken 🙂

      • Reto B. sagt:

        SP: Ich denke es hat auch mit der Regelmässigkeit zu tun, mit der so etwas passiert. Beispiele: Wenn Mann was putzt wird Art und Weise sowie Resultat bemängelt, Frau organisiert im Voraus die Dinge von allen bei einem Ausflug oder einer Reise, etc. etc. Ich persönlich mache dann einfach andere Dinge, denn es bringt nichts, wenn zwei das selbe tun. Was dazu führt, dass Frau das „muss immer alles organisieren, vernünftig sein, schimpfen und Haushalt führen“ – Mami wird.

      • 13 sagt:

        @ Sp
        Ja, das lässt tief blicken. Es deutet daraufhin, dass der Text schnell geschrieben und ich mir keine Zeit für Korrekturen nahm;-)!
        Ansonsten: Nein, meine Reaktion wäre gewesen, meinem Mann zuzurufen: „Siehst Du, was das Kind macht?“, Dann wäre ich meiner „Beschützerrolle“ nachgekommen, aber die Verantwortung liegt weiterhin bei ihm: entweder war es ihm nicht klar und er ist froh um den Input oder aber er kann mir antworten: „Keine Sorge, ich passe auf!“. Dann bin ich beruhigt. Umgekehrt wäre ich nämlich stocksauer, wenn er einfach direkt eingreifen würde.

      • Sportpapi sagt:

        @13: Sie würden aus meine Sicht von drei Möglichkeiten die schlechteste wählen. Wissen Sie, wenn meine Frau eingreifen würde, weil sie gerade eine andere Risikowahrnehmung hat als ich, dann würde das mich nicht weiter stören. Wenn Sie bewusst wegschaut, wäre es mir noch lieber. Aber mir den Ball zu schieben nach dem Motto „Ich würde ja anders. Und: wenn dann aber etwas passiert, bist du schuld“, das geht gar nicht.
        Und nein, er kann nicht sagen er passe auf, wenn er in Distanz im Gespräch ist. Sondern nur: „das Kind kann das, ich vertraue ihm, passiert schon nichts.“

      • tina sagt:

        eben anh toan, es ist einfach der mutterinstinkt. muss der jetzt ausgeschaltet werden, damit der instinkt des anderen elternteils zulassen darf, ein kleinkind unter einem barren zu lassen, obwohl der für die grösseren kinder aufgestellt wurde, damit die mal ein bisschen wild sein können?

      • 13 sagt:

        @ SP
        Den Ball spiele nicht ich ihm zu. Den hatte er bereits übernommen, als vereinbart wurde, dass er sich um das kleinere Kind kümmert. Ab dem Zeitpunkt liegt die Verantwortung bei ihm. Mein Mann hat kein Problem damit, wenn ich ihm sage, dass ich etwas anders machen würde. Aus der Hand nehmen mit der (stillschweigenden) Begründung: „Du kannst das nicht, ich mache das besser“ ist aber ein No Go. Und ganz schweigen wäre schwer, wenn ich es als Gefahr empfinde. Darum kommunizieren, nachfragen. Keine Vorwürfe, dass er die Gefahr nicht sieht, sondern anerkennen, dass sie anders beurteilt wird.

      • Reto B. sagt:

        Nein tina selbstverständlich nicht. Der Mutterinstinkt darf überall und zu jeder Zeit als Grund herangezogen werden, den Mann in den Senkel zu stellen und ihm öffentlich eine Standpauke zu halten, was für ein verantwortungsloser, unaufmerksamer und kindergesundheitsriskierender Klotz er ist, weil er die Dinge so tut, wie er sie tut. Der Mutterinstinkt, diese wissenschaftlich bewiesene Instanz, die nur Frauen, welche eine Geburt hinter sich haben von Alice Schwarzers Gnaden per Fern-Aura überstellt wird, ist überhaupt das wichtigste, was ein Kind prägen kann.

      • Sportpapi sagt:

        Nicht: „Du kannst das nicht, ich mache das besser.” Sondern: Mir macht das Angst, deshalb möchte ich die Situation bereinigen. Unabhängig davon, wer da nun im Recht ist, objektiv gesehen. Man nimmt dem Kind ja in der beschriebenen Situation auch nichts weg, denn der Erlebniswert unter dem Barren ist eher nicht so gross.

      • tina sagt:

        reto, anh toan wars, der den mutterinstinkt ins felde führte. versus verstand. wo war denn bei der konkreten situation der verstand, so gegenüber dem mutterinstinkt, jetzt mal ernsthaft. schon mal in einer turnhalle voller verschieden altriger kinder gewesen?

      • Reto B. sagt:

        Tina, ja ich war schon in einer Turnhalle mit verschiedenaltrigen Kindern. Ich weiss auch, dass da was passieren kann. Was ich oben rauslese, ist, dass Papa das auch im nachhinein nicht als kritisch empfand, Mama schon. Das sind unterschiedliche Ansichten, die kann man ausdiskutieren. Ich lese insbesondere nicht von einer gefährlichen Situation, die der Vater einfach nicht gesehen hat. Deshalb wehre ich mich, dass hier Mutterinstinkt der Frau recht geben soll. Das kann oder kann nicht gerechtfertigt gewesen sein aufgrund der Gefahr, das weiss ich nicht.

      • Reto B. sagt:

        Ich sehe die Gefahr, dass Mama auf das eine Kind aufpasst, auf das andere auch irgendwie noch, sowie auf Papa, ob er seinen „Job“ auch richtig macht. Und das finde ich falsch…

      • tina sagt:

        reto, ich habe nicht darauf ansprechen wollen, was in einer turnhalle passieren kann, sondern dass bei einer horde verschieden altriger kinder es durchaus sinnvoll ist, kleine aus einer potentiellen landebahn zu entfernen. es nicht zu tun behindert die grösseren nämlich in ihrem bewegungsdrang. ich habe auf den vorwurf mutterinstinkt reagiert, dem mutterinstinkt wurde ja väterliche vernunft gegenüber gestellt. in kleinkind unter einem barren lassen zeugt nicht von vernunft. weder die texterin noch ich wollen das überdramatisieren. nur so von wegen vernunft… hust

      • Anh Toan sagt:

        Ich habe nicht Mutterinstinkt gegen Verstand gewichtet, der Verstand sagt der Mutter, sie hätte eine gemeinsame Verantwortung für die Kinder und da ist ok, wenn sich der Vater um die Kinder kümmert, ohne dass er instruiert oder überwacht werden muss, sie hat in dieser zeit keine Verantwortung.

        Der Mutterinstinkt lässt dies aber nicht zu, instinktiv fühlt sie sich immer, zumindest subsidiär verantwortlich für das Kind. Ihre Mutterverantwortung ist in ihrem Wesen, nicht in Logik, Gerechtigkeit oder Gesetzen begründet. Sie ist Mutter und muss sorgen und sich sorgen.

      • Anh Toan sagt:

        @13 und Sportpapi: Macht

        Mutterinstinkt verstehe ich primär als Sorge um das Kind, dieses vor Unbill beschützen. Schutz dient immer zur Rechtfertigung von Macht. Wenn ich Dich beschützen soll, musst Du machen was ich sage. Du musst machen, was ich sage, weil es ist zu Deinem Gutem. Auch gutmeinende Macht ist Macht.. Also liesse sich ein wenig provokativ zusammenfassen:

        Mutterinstinkt ist weiblicher Machtinstinkt

      • Reto B. sagt:

        Also ich weiss erstens nicht wie klein der „Kleine“ und gross die grösseren Kinder sind, wie der Hochbarren eingestellt war, obs da wie es sollte eine Matte drunter gab, was „man auf dem Barren tun sollte“ und überhaupt wie sich die Situation darstellte. Je nachdem wars gefährlich oder auch nicht. Aber um das gehts mir auch nicht, sondern darum, dass ich, wenn Eltern unterschiedliche Ansichten habe, „Mama-Override-Mode“ mit Worten die sie „meinem Mann natürlich auch sofort entsetzt an den Kopf warf“ nicht die beste Art finde, eine gemeinsame Erziehung zu handhaben.

      • Sportpapi sagt:

        Hm. Es könnte zum Beispiel der Posten hier, unterstes Bild rechte Spalte, gemeint sein. Ausreichend Matten. Und grössere Kinder, die aus etwa 3m Luftstand darauf herunterspringen. http://www.wirbewegenzuerich.ch/active-sundays/bilder/dezember-2013/

  • hp sagt:

    warum die weiblein den männlein immer equal sein müssen. so grauenhaft verkrampft. so unreal. ich fühle mich so diskriminiert mit meiner (werdenden) glatze. Und es hat überhaupt NICHTS mit genetik zu tun. NUR mit diskriminierung, mit chauvinistischem erziehungsstil, mit traditionalismus. ich will endlich gleich behandelt werden und dann automatisch den equal haarwuchs u.v.a.m. haben. erinnert mich an ungezogene kinder.

  • Kathrin sagt:

    Bei uns ist es umgekehrt!

  • Sportpapi sagt:

    Sind es Geschlechterunterschiede? Naja. Klar ist aber, Eltern können die Entwicklung ihrer Kinder extrem bremsen, wenn sie zu ängstlich sind. Anderseits können Eltern, die ihre Kinder konstant überfordern, diesen auch enorm schaden. Solche offenen Settings wären eigentlich dazu da, dass die Kinder ihre Grenzen erfahren und Sicherheit und Mut gewinnen. Gerade wenn man sie häufiger an solche Aufgaben heranführt.

  • Dave Judkins sagt:

    Certainly the case in my family. I took my girls down expert ski runs from about age 5 while my wife’s position was that the expert runs should be off-limits to all minors. I have often wondered if it was just us or a typical pattern. In general, I see a lot more children accompanied by dads than mothers on the most difficult pistes.

  • Stella sagt:

    Bei uns ist es gerade umgekehrt, der Vater sieht überall Gefahren, währens ich locker bleibe! Aber es stimmt schon einer ist immer der Extremere! Mich nervt das manchmal auch, wenn ich mir alle Schreckenszenarien anhören muss. In dem Fall aber hätte ich gleich reagiert wie Sie Frau Kuster, nur hätte er den Kleinen schon längst in Sicherheit gebracht;)

  • adi keller sagt:

    … im übrigen könnte ich bei solchen Artikeln einfach kotzen oder wie Mammi sagen würde brechen.
    Warum haben eine vielzahl von Müttern immer das Gefühl, ihnen wäre das Grossziehen von Kindern in den Genen eingepflanzt???
    Alle Mammis sind genau so zum ersten Mal ein Elternteil eines Kindes sowie das bei Vätern der Fall ist!

    • meisser reto sagt:

      Hallo ADi,

      genau du hast die (leider ) richtigen Worte gewählt.
      Ich finde das muss für die Zukunft aufhören wer das besser kann. Viele Eltern sind zu do.. sich gegenseitig Respeckt zu geben und das Wohl fürs Kind im Auge zu halten.
      Es kann so schnell gehen und dann ist das Kindlein im Himmel. Ich weiss wovon ich spreche, dann haben all die Diskusionen über wer besser ist keinen Sinn gemacht.
      Jeder kann etwas besser oder man kanns auch dem gebenüber zeigen und behilflich sein.

      • Sportpapi sagt:

        Ich sehe in diesem Text eigentlich gar nirgends eine Bewertung oder ein Vorwurf. Sondern eine Mutter, die gemäss ihrer Risikoeinschätzung reagiert, aus dem Augenblick sicher auch den Vater beschimpft (und sich hoffentlich dafür später entschuldigt) und zu recht darüber nachdenkt, ob da wohl generell Geschlechtsunterschiede eine Rolle gespielt haben. Was ich übrigens nur zu einem kleinen Teil glaube.

      • HP Thurner sagt:

        Dieser Text ist pure Blindleistung! Ganz ehrlich!

    • Marco sagt:

      Männer sind böse. Das sollten Sie hier mittlerweile gelernt haben.

    • Carolina sagt:

      mr/ak/Marco :Wo wird hier geklagt? Wo sich beschwert? Frau K beschreibt etwas, das mir ziemlich bekannt vorkommt – und, wenn Sie mitlesen würden, hätten Sie auch gesehen, dass es erwiesenermassen dieses Phänomen auch umgekehrt gibt.
      Die einzigen, die hier Stereotypen bzw Nörgeleien loslassen, die vollkommen am Thema vorbeigehen, sind Sie.

  • Tom Wakes sagt:

    Für einige Frauen ist bereits die Ablösung von der Mutterbrust ein Trauma. Was darüber hinaus geht, ist der absolute Horror…
    In einigen Fällen dürfen Männer hier korrigierend eingreifen und damit helfen, die Kinder auf die realen Gefahren des Lebens vorzubereiten. Es gibt auch Frauen, die das schaffen. Aber oft verhindert da ein übertriebener Beschützerinstinkt das Sammeln eigener Erfahrungen. Zum Teil nehmen das Männer deutlich lockerer, ohne deswegen ihre Kinder mehr als nötig geringen Verletzungsgefahren auszusetzen. Vielleicht darf man ja auch mal einen kleinen Kratzer in Kauf nehmen…

    • Naa sagt:

      @ Tom Wakes: Haben Sie Kinder?

    • Naa sagt:

      Ich habe gar keinen Standpunkt geäussert….
      Aber wie können Sie sagen dass die Ablösung von der Mutterbrust ein Trauma ist und alles was darüber hinausgeht der absolute Horror?? Das hat doch nichts zu tun damit was im Blog geschrieben wurde! Es ist ein schwieriger Prozess für viele Frauen, das gebe ich zu, aber sie deshalb zu verurteilen finde ich eine Gemeinheit von Ihnen!

      • Tom Wakes sagt:

        Das Sie meinen Standpunkt als erschreckend wahrnehmen ist durchaus auch als Äusserung eines Standpunktes zu verstehen – wenn auch nicht sehr differenziert.
        Und natürlich hat meine Aussage mit dem Artikel zu tun: das Nicht-loslassen-können kann dazu führen, einem Kind die Selbständigkeit nicht zuzugestehen,die es braucht, um eigene Erfahrungen machen zu können.
        Und nein, nein, nein: ich verurteile Frauen überhaupt nicht, wenn die Ablösung Schwierigkeiten bereitet. Das ist normal und spricht für die Fürsorge, die sie dem Kind angedeihen lassen. Aber das Ziel ist mit der Zeit die Selbständigkeit.

  • adi keller sagt:

    Die Übervorsichtigen Mammis welche so besorgt um ihre Kleinen bangen. Es sind aber immer wieder die Väter die eingreifen, wenn ein ach so von Mammi beschütztes Kind auf dem Spielplatz ein jüngeres und schwächeres Kind terrorisiert. Die Mammis sind meistens froh haben sie ein so dominantes Kind, und drehen sich nichthandelnd zu ihresgleichen ab… und tratschen weiter…

  • HP Thurner sagt:

    Das zeigt wieder mal was das emazipierte Frauenbild von der Autorin hergibt.. Stehen die Männer mal in einer Studie vorne, wir gerade der historische Zweihänder ausgepackt. In ihren Augen waren die Frauen blöd weil sie sich nicht gegen das Patriarchat gewehrt haben und die Männer als Sonntags-Papas verfügbar. Was würde die Elterngeneration von solchen „emanzipierten Ehefrauen“ sagen? Respekt& Dankbarkeit gegenüber der Vorgängergeneration klingt definitiv anders!

    • Marlies sagt:

      Respekt u Dankbarkeit ggü. der Vorgängergeneration für Kinderbetreuung der VÄTER? Sorry, aber da fällt mir nix mehr ein. Sicher mag es auch damals Väter gegeben haben, die sich aktiv über 3 Stunden Sonntagsausflug hinaus um ihre Kinder gekümmert haben. RESPEKT! Das Gros meines Kollegenkreises beschränkte sich ausschliesslich darauf. Keiner der Väter von damals hat je sein Kind gewickelt, keiner es gefüttert, keiner ist je nachts aufgestanden (warum auch, Frau war eh zuhause), keiner hat Wunden verarztet, immerhin einer davon ist mit zum Elternabend gegangen. Kinder waren damals Frauensache!

      • Stefan sagt:

        @Marlies: Ich kenne ihr Alter nicht. Aber ich kenne meins. 32. Und die Autorin dieses Blogs ist vermutlich ähnlich alt. Ich glaube nicht, dass der Vater der Autorin so war. Die Vatergeneration, welche jetzt ca. 60 ist, hat sich um die Kinder gekümmert. Und mein Grossvater auch. Definitiv.

      • Sportpapi sagt:

        Im Wald, beim Sport, beim Werken, beim Velo flicken, Seifenkisten bauen. – immer war es der Vater, der dabei war. Und bei den Kollegen auch. Alles andere stimmt sicher und würde ich nun unter klassischer Arbeitsteilung verbuchen.

      • S. Götz sagt:

        Mein Vater hat sich durchaus ums Wickeln gekümmert, ist nachts aufgestanden, hat gefüttert, ging an die Elternabende, etc. Jahrgang 1929…! Bitte nicht pauschalisieren!

      • HP Thurner sagt:

        Mir bleibt die Spucke weg von so vielen pauschalisierten Aussagen. Ich hoffe das Feedback der eigenen Kinder wird auch mal so vernichtend sein wie ihres! Warum müssen Frauen immer direkt in den Kampfring steigen und pauschalisieren, demütigen und alles verbal kurz und klein schlagen beim Thema „Frühere Eltern“, „Männer generell“. Emanzipation heisst eigentlich, dass die Frauen stärker wurden und auch ein bisschen cooler 😉

  • „in meinem Kopf lief sofort ein Film ab…Was ich meinem Mann natürlich auch sofort entsetzt an den Kopf warf,“…
    Warum ziehen sich Kerle zurück in den Hobbykeller?
    Das wäre es gewesen, das ergänzende und sinnstiftende Element durch den Kerl, aber welches Kind braucht das schon?

  • irene feldmann sagt:

    deshalb sind eltern auch die TOP ERZIEHER fuer die kidds, weil die gegensaetzlichkeit dem nachwuchs so gut tut!!! ich nenn das mal balance……….

    • tststs sagt:

      Absolut!
      Und mit zunehmender Anzahl der „Erzieher-Väter“ wird es auch immer mehr Fälle geben, bei denen die Väter eher ängstlich sind und die Mütter die Kleinen zu „rächte Rueche“ erzieht…
      Habe im Umfeld gerade selber einen solchen Fall, der Papa (okee, ist sein erstes Mal) würde die Kleine wohl am liebsten in Watte einpacken und beim Gedanken an das Jahr 2029 und allfällige Bewunderer seiner Teenangertochter braucht er fast schon einen Kurzen 😉

  • plop sagt:

    Zu den Bildern: mehr als die Unfallgefahr würde mich als Mutter der Gedanke von blutten Kinderfüssen auf dem Rollbrett schaudern…

    • Mike sagt:

      Was ist denn so schlimm daran?

    • Sama sagt:

      Wenn jemand weiss, was auf einem Skateboard geht und was nicht, dann ist es Tony Hawks. Es ist anzunehmen, dass die Kleine bereits auf einem Skateboards stand, als sie knapp stehen konnte….

      • tina sagt:

        sama, das ist wahr, und trotzdem ist der aufschlag eines schädels auf einer pookante oder skateboard-achse gefährlich, und normalerweise ist schutzausrüstung wie beim skifahren norm und uncool, sie nicht zu benutzen. für profis sowieso

      • tina sagt:

        haha die po-kante. der po an sicht ist kantenlos und wenig schmerzhaft, wenn man mit dem kopf aufschlägt, ausser es ist der eigene, dann wäre wohl etwas mit der wirbelsäule ähm krumm gelaufen. ich meinte eigentlich die pool-kante

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