Sei kein Mädchen!

Ein Papablog von Nils Pickert*

mamablog

Die Gesellschaft gibt vor, wie er zu sein hat. Ein Junge am Heulen. (Flickr CJSorg)

«Und dann hat er mich ein „Mädchen“ genannt», erzählt mein Sechsjähriger seiner älteren Schwester und fügt halb resigniert, halb belustigt hinzu: «Als wäre das eine Beschimpfung.»

Genau so hat er es auch gemeint, mein Kleiner, genau so. Aber mein Sohn kann und will das nicht nachvollziehen. Neben ihm sitzt seine Schwester, mit der er sich auf dem Schulweg wilde Geschichten darüber ausdenkt, in welcher Ecke der Welt sie sich bis zur Ankunft auf dem Pausenhof aufhalten und die ihm abends vor dem Schlafengehen heimlich (wir wissen von nichts) noch vorliest. Nach allem, was er weiss, ist seine Schwester toll. Und nach allem, was er gehört hat, ist seine Schwester ein Mädchen. Warum sollte es in seiner Welt also Sinn machen, den Begriff «Mädchen» als Beschimpfung einzusetzen? Oder um diese Frage mit dem US-Amerikaner Tony Porter noch schärfer zu formulieren:

«Wenn mir ein Bub erzählt, dass es ihn zerstören würde, ein Mädchen genannt zu werden –  was bringen wir diesem Buben dann über Mädchen bei?»

Womit füllen Buben den Begriff «Mädchen», wenn sie ihn anderen Buben als Beschimpfung, als Erniedrigung und Ausgrenzung entgegen schleudern? Mit Schwäche, mit Gefühlsbetontheit, mit der Unfähigkeit zu körperlichen Auseinandersetzungen und mit Passivität. Sie tun es, weil wir sie dazu auffordern und damit zugleich Jungen und Mädchen um die Freiheit, sie selbst sein zu können, betrügen. Wir zwingen unsere Kinder, sich mit unseren Zuschreibungen von vorgeblich männlichem und weiblichem Verhalten zu maskieren und berauben sie damit der Erfahrung, dass alles, was sie denken und fühlen, Teil ihrer Menschlichkeit ist. Wir bringen unseren Kindern bei, sich vor einander zu verstecken. Das gilt insbesondere für die Buben, weil Emotionalität und Mitgefühl als Aspekte dessen definiert werden, was nach wie vor allzu oft als «das andere Geschlecht» markiert wird.

Wir geben ihnen vor, wie sie zu sein haben: Hör auf zu weinen! Lass das mit den Tränen! Nimm dich zusammen! Sei keine Pussy! Sei ein Mann!

Das ist es, was wir ihnen immer wieder eintrichern. Und anschließend sind wir auch noch so dreist, ihren Wunsch nach Anerkennung und ihr Bedürfnis nach Zuneigung als Bestätigung unserer Ansichten über Jungen zu missbrauchen. Wir erwarten von ihnen «bubentypisches» Verhalten, sind aber zugleich ganz schnell dabei, die Verantwortung dafür abzulehnen und alles ganz natürlich zu finden.

Wir manipulieren sie und wollen anschließend nicht die Manipulatoren gewesen sein. Das ist dann alles irgendwie von selbst passiert. In den Buben erfüllt sich nur ihre Natur. Mädchen sind eben so. Geschlechtsspezifisches Verhalten als selbsterfüllende Prophezeiung.

Die Gründe hierfür sind vielfältig. Einen will ich jedoch an dieser Stelle herausheben: Aus dem Bedürfnis der Mehrheit, von einem Menschen des gegenteiligen Geschlechts sexuell und/oder emotional vervollständigt zu werden, ist eine fatale Fixierung auf eben diese Gegenteiligkeit entstanden, die wir jeden Tag aufs Neue zeigen, erzählen, vorleben und einfordern. In dieser Welt sind Buben das Gegenteil von Mädchen. Genauso wie das Gegenteil von stark schwach ist und von richtig nun einmal falsch. Wenn ein Bub sich angenommen, wertgeschätzt und wichtig fühlen will und Mädchen das Gegenteil von Buben sind – wie hat sich dann seiner Meinung nach ein Mädchen zu fühlen? Wenn ein Mann findet, dass er den Respekt der anderen verdient hat – was verdient dann eine Frau? Das Beharren auf Gegensätzlichkeit macht uns unfrei und verhindert, dass wir uns in unserer Verschiedenheit angemessen wertschätzen.

So gegensätzlich sind wir nicht. Wir sind vor allem anderen gleich an Würde und Rechten und erst darüber hinaus voneinander verschieden. Wenn wir uns mehr darum bemühten, das unseren Kindern beizubringen, wäre schon alles Wesentliche zu Mädchen und Buben gesagt.

Dieser Text ist erstmals am 29.1.2014 bei dieStandard.at erschienen.

pickert150x150*Nils Pickert (Jg. 1979) ist in Berlin geboren und lebt derzeit mit seiner Familie in Süddeutschland. Er hat eine monatliche Kolumne auf dieStandard.at, in der er sich mit den männlichen Seiten der weiblichen Emanzipation beschäftigt. Als «Vater mit Rock» ist er eine digitale Berühmtheit geworden.

93 Kommentare zu «Sei kein Mädchen!»

  • Martin sagt:

    Bei mir war das auch so, nur wurde es von Lehrern vorgelebt. Die ständige Bevorzugung der Frauen, sie wie Prinzessinnen behandeln zu müssen und die ständigen Beleidigungen und das, in meinen Augen, doofe Geschwätz der Mädchen ertragen zu müssen, ohne dass man ihnen für eine üble Beleidigung hätte eine hauen dürfen, da man „Frauen“ ja nicht schlägt. Wir leben in einer Zeit, wo den „Männern“ immer wie mehr selbstsein aberkannt wird und die Frauen weiterhin in Watte gehüllt werden und die ganzen Vorteile geniessen dürfen. Sehen wir ja in Basel mit der Frauenquote. Mädchen sein ist wohl besser?

  • Katharina sagt:

    „und fügt halb resigniert, halb belustigt hinzu: «Als wäre das eine Beschimpfung.»“

    und

    „Aber mein Sohn kann und will das nicht nachvollziehen. …Nach allem, was er weiss, ist seine Schwester toll.“

    Belegt eigentlich, dass er mit dem Thema sehr natürlich und locker umgeht und sich nicht einschüchtern lässt.

    Da mache ich mir eigentlich wenig Sorgen über die heranwachsende neue Generation.

  • drmama sagt:

    Kapier ich jetzt nicht, diesen Text. Ich kenne keine einzige Bubenmutter, die ihrem Jungen sowas sagt, und habe so was auch noch nie im Tram/Bus/Zug/Spielplatz etc etc gehört. Wenn ich SEHR genervt bin von rausgedrückten Krokodilstränen, sag ich meinem Boy, es sei jetzt aber mal gut mit Weinen – bin aber sicher, ich würde das bei einer Tochter genauso machen.

  • Natali Kuster sagt:

    Sie interpretieren das falsch. Es geht nicht darum, dass „mädchenhaftes“ Verhalten schlecht wäre. Es geht darum, dass „mädchenhaftes“ Verhalten bei JUNGS schlecht ist. Sei es in der Schule oder später im Berufsleben wie auch bei der Suche nach einer Ehefrau: Jedem Jungen der nicht feminin auftritt, wird es später garantiert auf der ganzen Linie besser gehen. So ist es nun mal.

    • Sportpapi sagt:

      Stimmt. Und viele finden es toll, wenn ein Mädchen ein richtiger „Ruech“ ist. Wenn es nur rechtzeitig die Kurve kriegt…

    • Katharina sagt:

      „Jedem Jungen der nicht feminin auftritt, wird es später garantiert auf der ganzen Linie besser gehen. So ist es nun mal.“ gerade dies belegt ja das Hauptthema von Herrn P.

      Nämlich, dass zwar bei Frauen das Ablegen der herbeigeredeten Stereotypen verblässt, ja sogar begrüsst wird und deren Attraktivität steigert, aber sobald ein Junge ein abweichendes Wesen hat und als feminin taxiert wird, folgen die Witze und das lächerlich machen.

    • Irene feldmann sagt:

      Natali, dem sagt man DEN EINFACHEN WEG, welcher wiederum das Kind, in diesem Falle den Jungen in eine Form zwängt….und nach jahrelangen würgen und verstellen erklären sie IHM dann, dass es so leichter für ihn war….individuelles Verhalten für Jungs und Girls heißt, lasst sie so entwickeln wie es IHRER NATUR entspricht…natürlich gesellschaftsfähig erziehen, doch mit der Freiheit, sein Individuum sein zu DÜRFEN….

  • Irene feldmann sagt:

    Interessantes Thema…galt doch die Rollenverteilung, Jungen sind mutig, stark, wild und abenteuerlich so wie Mädchen, ruhig, zurückhaltend, vorsichtig etc. Einzig und alleine zur Orientierung, welche wiederum das zusammen leben einfacher machen sollte….ich nannte hier einfach Beispiele, bitte dies richtig zu verstehen..heute wo die Freiheit und das Bewusstsein den Jungen und Mädels alles zugesteht ist dies wohl nur noch eine Frage der Zeit bis diese Sprüche wie: ein junge weint nicht für immer verschwunden sind….

    • jürg. sagt:

      solange man noch von „echten“ Kerlen spricht besteht ja wohl wenig Hoffnung.

      • Irene feldmann sagt:

        Ohne Hoffnung und Optimismus gibts wohl keinen Grund zu Leben….echte Kerle und richtige Frauen sind Wörter die zur Animation gebraucht WURDEN, heute völlig überflüssig da diese TECHNIK durchschaut ist…..

  • tina sagt:

    man muss das unterteilen: kinder entwickeln sich ja noch, manche sprüche sind nachgeplappert, manche dienen dem ausprobieren um dank dem effekt den man damit erzeugt besser einordnen zu können wie die welt und man selber tickt.
    die einzelnen personen soll man ernst nehmen, aber man braucht nicht überzudramatisieren wenn kinder sprüche machen. man kann ja mit kindern sprechen, und ihnen zusätzliche perspektiven aufzeigen.
    als kind wollte ich unbedingt lange haare und die ballettbarnbie, aber gleichzeitig spielten wir rollenspiele bei denen wir wilde jungs waren (ähm indianerhäuptling-söhne…)

    • Carolina sagt:

      Danke, tina. Das sehe ich genauso. Nur würde ich es drastischer ausdrücken: ich finde diesen Beitrag an den Haaren herbeigezogen – er bewirkt mMn (Anh Toan hat das schon gesagt) genau das Gegenteil von dem, was er wohl beabsichtigt: er zementiert Schwarz-Weiss-Malerei.

  • tststs sagt:

    Zwei Daumen hoch! Vorallem die folgenden zwei Bemerkungen verdienen grossen Applaus:
    1. „wir“
    2. „Geschlechtsspezifisches Verhalten als selbsterfüllende Prophezeiung.“

  • Ahn Toan sagt:

    Wie kann es Homosexualität geben, wenn Männer und Frauen gleich wären, müssten doch alle bisexuell sein?

    Nur gesellschaftliche Manipulation?

    Nur primäre und sekundäre Geschlechtsmerkmale?

    Wer sagt, Männer und Frauen seien gleich, aber dennoch eine geschlechtsspezifische sexuelle Orientierung lebt, ist entweder manipuliert oder nur auf primäre und sekundäre Geschlechtsmerkmale fixiert.

    Wer hilft, meine Denke zu erweitern?

    • Hans sagt:

      Sigmund Freuds Ansichten bezüglich Homo-/Bisexualität dürfte ihnen helfen, ihre Denke zu erweitern.

      • Ahn Toan sagt:

        Dem guten alten Sigi darf man nicht viel glauben. Er war ja blutiger Anfänger ohne Lehrmittel in diesem Job.

        Mein Post geht auch nicht um Homosexualität, sondern um Unterschied zwischen Mann und Frau, den manche hier negieren, bzw. wohl stillschweigend auf primäre und sekundäre Geschlechtsmerkmale reduzieren, oder einzig gesellschaftliche Manipulation verantwortlich gemacht wird, selbsterfüllende Prophezeihung und so.

        Vor bald einem halben Leben habe ich „Männer sind vom Mars, Frauen von der Venus“ in Teilen gelesen und mich gefragt, ob man darüber noch immer Bücher schreiben muss.

    • Ylene sagt:

      Mit ein bisschen gutem Willen kann man ja auch alles falsch verstehen. Die Unterscheidung nach primären Geschlechtsmerkmalen ist wohl zweckdienlichsten. Kleiner Versuch: Ich habe eine Vagina, lange Haare, trage gerne Makeup und enge Kleider, kann mich gut durchsetzen, kochen und kickboxen. Informatik und Physik interessieren mich, sowie feminine Frauen und maskuline Männer. Was bin ich denn jetzt Ihrer Meinung nach? Mein Arbeitskollege ist Downhill-Biken und guckt gerne RomComs. Da gucken wir doch besser einfach auf den Schritt, oder?

      • Ylene sagt:

        Woah, ein bisschen viel Rechtschreibefehler. Item. Mit grosser Mehrheit identifizieren sich Leute mit einem Penis als Mann und Leute mit einer Vagina als Frau. Ist nun mal so. Bei Transexuellen finde ich es nur respektvoll, wenn wir akzeptieren, als was sie sich sehen.

      • Ahn Toan sagt:

        Also Schupp, den Penis ab, eine Vagina dran, und Mann ist Frau.

        Ich würde mich als Mann ohne Penis mit Vagina fühlen (vermutlich).

        Was Sie sind für jemanden der mit ein bisschen guten Willen alles falls versteht: Sie „reizen“ (Make Up, lange Haare, enge Kleider) setzten sich aber durch, und darum kommen die maskulinen Männer erst ganz am Schluss, nach kochen und kickboxen, Informatik und Physik und sogar noch femininen Frauen.

        Sie sind das Frauenklischees jedes Frauenhassers!

        Ich weiss, ich liebe (nicht mag) Frauen, nicht Brüste, nicht Vaginas, die mag ich.

      • Sportpapi sagt:

        @Ylene: Wenn Sie schon wissen, was ein maskuliner Mann ist. Würden Sie sich denn aufgrund Ihrer Beschriebung als feminine Frau sehen‘ 🙂

  • Malena Garcia sagt:

    Einverstanden, wir sollten unsere Kinder sich frei entwickeln lassen, und sie nicht mit falschen Geschlechterklischees steuern (oder Rassen- und andere Klischees). Der Streit derüber, ob Geschlechterverhalten gesellschaftlich (inkl. Manipulation) oder genetisch/hormonell bedingt ist, wird mMn leider oft viel zu dogmatisch geführt. Es ist doch ziemlich klar dass beides eine Rolle spielt, wer eine Seite kategorisch ausblendet ist nicht ganz ehrlich. Lassen wir doch die Wissenschaft ihren Job machen, anstatt ideologische Schützengräben auszuheben.

    • Ahn Toan sagt:

      @Malena Garcia: Sie bringen es auf den Punkt:

      Der Autor beklagt sich über s/w, nur um serber s/w zu machen: Einzig gesellschaftliche inkl familiäre Manipulation.

      „Sowohl als auch“ kommt in diesem Fall der Wahrheit näher als „entweder oder“, monokausale Erklärungsversuche taugen eigentlich immer nu Vernebelung und nie zu Aufklärung.

  • Sportpapi sagt:

    Wenn ein Kind gerne im Rock herumläuft, und vom Vater darin bestärkt wird. Und diese Bilder dann noch um die Welt gehen (was dem Kind sicher keinen Gefallen getan hat). Müssen sich Vater und Kind dann wundern, wenn sie als „Mädchen“ bezeichnet werden? Nicht dass ich es nötig finde, aber das passiert unter Kindern einfach.

  • Agneta Chris Wenger-Östman sagt:

    Nicht nur in der CH. In den USA – denkt an alle Filme mit militärischem Inhalt: „Come on, girls“! Dieser Aufruf wird als Erniedrigung verwendet. Ebenfalls in amerikanischen Filmen wird das weibliche Geschlecht als Schimpfwort verwendet.
    Nicht anders bei uns hier in Schweden. Beim hören dieser unvorstellbare Erniedrigung pflege ich den jungen Mann – sind meistens junge Männer – zu fragen ober er eben „gay“ ist, denn meistens befürworten sie ja unser Geschlecht. Denkt auch an Autofahren: „Hey – Du fährst ja wie ein Mann“! Andersrum: „Fährst ja wie eine Alte“. Wir sind eben unterschiedlich..

  • Juta sagt:

    Da gibt es nichtsmehr beizügügen . Ich danke Ihnen für diesen Text!

  • Hector Camacho sagt:

    Es lebe die Diversität! Leider scheint dieses die für dieses Credo nötige Toleranz allenthalben zu fehlen. Beispiele dafür gibts leider mehr als einem lieb sein kann. Mann/Frau, aber auch Frau/Mann, Schweizer/alle anderen, Deutschschweizer/Romands, Städter/Menschen vom Lande, Muslime/Christen/Juden…was hilft? Vielleicht ein gesundes Selbstvertrauen, damit man sich durch Andersartigkeit nicht verunsichern lässt? Nach meiner Beobachtung ist ein mangelndes Selbstvertrauen oft für Intoleranz jedwelcher Art verantwortlich. Andere Ideen sind mir herzlich willkommen!

  • baur sagt:

    Aus eigener Erfahrung mit unsern Kindern: für Sohn 1 und Sohn 2 waren Mädchen immer willkommen und schienen gleichwertig. Sohn 3 sagte mit 7, die Mädchen seien blöd und für ihn wäre es sicher ein Schimpfwort gewesen, er sei wie ein Mädchen. Wir Eltern haben uns nicht abgesprochen, dass wir für Sohn 3 plötzlich ein anderes Männer-/Frauenbild darstellen.
    Also scheint die Sache viel komplexer als im Artikel und in vielen Antworten dargelegt.
    Sohn 3 mussten wir erinnern, dass er Mädchen kennt, mit denen er gut auskommt. Das vergass er im Alltag gerne.
    Ob es alleine an seiner Schule liegt?!?

  • Anja sagt:

    Toller Text, vielen Dank.

    • Carolina sagt:

      Echt? Finde ich nicht. Hr Pickert zelebriert nicht etwa die Andersartigkeit, die Vielfalt des Lebens (zu der auch die Unterschiedlichkeit bei Geschlechtern gehört), sondern zementiert im Gegenteil ein Schwarz-Weiss-Denken, dass in Richtung Denkverbote geht. Er tut so, als sei jede Benennung eines Unterschiedes auch gleich eine Wertung, ja Abwertung. Dabei gehört es zum ureigensten Verhalten des Menschen, sich ‚dem anderen‘ vorsichtig anzunähern, sich wieder abzugrenzen, auszuprobieren. Was wir als Eltern tun können, ist, diese Vielfalt zu leben – Herr Pickert beschreibt ja, dass sein Sohn die

      • Carolina sagt:

        /2 (vermeintliche) Abwertung, die darin liegen soll, einen Buben ein Mädchen zu nennen, nicht begreift, weil er eine Schwester hat, an der er das nicht festmachen kann. Und so funktioniert das, durch Vorbild, durch verbalisierte Zweifel, auch immer mal wieder durch Aus- und Abgrenzung etc. Wenn man allerdings dieses Ausprobieren als per se verwerflich sieht, wird man seinen Kindern wertvolle eigene (!) Erkenntnisse vorenthalten.

      • Katharina sagt:

        Ich denke Du hast den ganzen text nicht verstanden Caro. Nirgendwo wird von Denkverboten geredet. Zudem scheinst Du Dir wenig bewusst zu sein, wie gender schon in jungen jahren durch verhalten und undbewusste einflussnahme der vorbilder (eltern) geprägt oder soll ich sagen manipuliert wird.

  • lisi sagt:

    Tja unsere Welt ist voller Widersprüche. Eines unserer Kinder ist mitten in der Berufswahl. Kürzlich kam ein Infoblatt ins Haus, wie schade es sei, dass Mädchen noch immer viel seltener technische und diverse Handwerkliche Berufe erlernen. Vor einer Woche nun kamen die Unterlagen für das Elterngespräch. (die Kids müssen ja Heute im Vorfeld einen Stellwerktest absolvieren) zusammen mit ihrem ganz persönlichen Profil. Und was steht da auf dem Titel: Stellwerk Profil für Mädchen. Meine Tochter erklärte mir dann, dass dies eben sei weil Mädchen andere Interessen haben als Jungs.

  • Katharina B. sagt:

    q.e.d. kann man nach den ersten paar Kommentaren nur noch sagen.
    Danke Nils Pickert für die interessanten Gedanken.

    • alam sagt:

      Sehe ich genauso! Kenne einen Zweitklässler, der nur noch heimlich (= ohne es seinen Kumpels zu sagen) mit seiner Freundin (= beste Freundin seit Sandkastenzeiten) abmacht, weil seine Kumpels ihn auslachen. Auf dem Schulweg traut er sich nicht mehr, mit ihr zu laufen.

  • 13 sagt:

    Schöner Artikel. Und jedoch bin ich nach wie vor überzeugt, dass die Kinder durch Vorbild mehr lernen als dadurch, was wir tatsächlich zu ihnen sagen, Spielt sich der Papa als „echter Kerl“ auf und betont halt immer wieder, er sei nun mal ein Mann, so schaut der Sohn das ab. Verhält sich die Mama daneben, wie das „naive Dummchen“, das zu ihm aufschaut, dann wird das verstärkt. Begegnen sich die Eltern aber auf Augenhöhe, ist die Rollenverteilung zu Hause mehr vom Interesse und Talent abhängig als vom Geschlecht, wird das Kind diese Bemerkungen schnell als „das sagt man nur so“ abbuchen.

    • Sportpapi sagt:

      Eine klischeehaft „richtige Frau“ ist für Sie ein „naives Dummchen“?

      • 13 sagt:

        Ja, wenn sie so sehr auf den angeblich biologisch begründbaren Unterschied pocht, ist er der Macho und sie eben das naive Dummchen. „Ich kann den Nagel nicht selber einschlagen, das macht der grosse starke Mann“ 😉 . Mir selber sind solche Gedanken fremd. Vielleicht verstehe ich darum Frauen nicht, die trotz der langen Geschichte der Emanzipation, darauf erpicht sind, da Unterschiede herauszukristallisieren oder künstlich herzustellen. Darum die zugegebenermassen etwas abschätzige Art. Die Aussage bleibt aber bestehen: Vorleben ist entscheidender als Begriffe oder Erklärungen dieser.

      • Sportpapi sagt:

        @13: Klar, Vorleben ist entscheidend. Ich finde einfach, eine Frau, die gerne Frau ist, mit „typisch weiblichen“ Attributen ausgestattet, die zu Hause eine traditionelle Frauenrolle einnimmt, die muss keineswegs ein „Dummchen“ sein. Noch irgendwie unterwürfig. Vielmehr hat sie wohl genau sich das Leben so eingerichtet, wie sie sich das wünscht. Und dass Männer sich gerne als „echte Kerle“ zeigen ist halt so. Ich gehöre auch dazu.

      • 13 sagt:

        Da stellt sich wieder die Frage: Was sind typisch weiblich und was sind typisch männliche Attribute? Ist eine Frau zu Hause, weil sie sich gerne um die Kinder kümmert und ihr der Haushalt nicht verhasst ist, ist das nicht das Gleiche, wie wenn sie zu Hause bliebt, weil sie eben die Frau ist und das ihre Aufgabe ist. Ich habe nichts gegen ein traditionelles Familienmodell, aber die Frage ist warum und wie man es lebt. Zurück zum Nagel: Ich schlage keine ein, mein Mann tut das. Nicht, weil er ein Mann ist, sondern weil er handwerklich begabter ist. Gleich wie er besser kocht und ich organisiere.

      • Sportpapi sagt:

        @13: Meine Frau kann schweissen und noch vieles mehr, was mich noch nie gereizt hat. Ansonsten sehe ich zwar den Unterschied, den Sie aufzeigen. In der Realität lässt sich das aber nicht so ohne weiteres auseinanderhalten.

      • 13 sagt:

        Das habe ich auch nie behauptet. Auch ist es nicht nötig, das jetzt verkrampft auseinanderzuhalten. Glauben Sie, mein Mann macht auch mind. 10 Mal täglich etwas, wo ich denke: Typisch Mann. 😉 aber ich finde es nun mal wichtig, sich dessen bewusst zu werden und den Kindern das Bild zu vermitteln, dass die Eigenschaften und die Rollenverteilung eben nicht „gottgewollt“ ist, sondern Flexibel ist. Wir haben zur Zeit das „verkehrte“ Modell. Ich arbeite Vollzeit, mein Mann ist mehrheitlich zu Hause. Meine Tochter, die im Kindergarten ist, merkt langsam, dass es meistens anders ist und beschäftigt

      • 13 sagt:

        sich zur Zeit damit, wie sie es mal handhaben will. Es ist faszinierend, wie sie zum Teil im Konflikt zwischen dem „Normalen“, dass sie mehrheitlich sieht, ihrer „Realität“, nämlich wie es ihre Vorbilder machen und ihren eigenen Interessen hin und her switcht. Für sie ist es nicht von vornerein festgelegt und ich sehe meine Aufgabe damit als erfüllt an. Ob sie am Schluss Hausfrau und Mutter wird, ist dabei völlig unerheblich.

      • Sportpapi sagt:

        @13: Mein Sohn, ebenfalls im Kindergarten, beschäftigt sich überhaupt nicht mit solchen Fragen. Weshalb sollte er? Als vor zwei Jahren unser drittes Kind auf die Welt kam, hat er dafür gefragt, wann wir uns endlich unseren Hund anschaffen. So wie er er bei der Tagesfamilie gesehen hatte…

      • 13 sagt:

        Warum sollte er? Warum spielen manche Fussball und andere nicht? Warum steht er auf Hunde, wo meine Tochter sehr glücklich darüber ist, dass wir keinen haben, obwohl ihre Tagemutter einen hat?

        Weil jeder und jede anders sind. Ich sage nur, dass das Thema bei meiner Tochter zur Zeit aktuell ist und ich es wichtig finde, wie man sich damit beschäftigt. Kinder reflektieren und so sie es auffassen, haben sie es anscheinend von uns gesehen und gehört. Ich sehe meine Kinder häufig als den Spiegel und frage mich: war das jetzt gut? Hier bejahe ich das.

      • Sportpapi sagt:

        @13: Ich wollte nur sagen, dass die Situation, die von der Tochter als nicht „normal“ gesehen wird, offenbar dazu führt, sich mit Fragen zu beschäftigen, die ihre Kolleg/innen wohl (noch) nicht interessiert.

      • 13 sagt:

        Ganz sicher sogar. Ich bin auch sicher, dass jetzt eine Phase ist. Sie kam in den Kiga und merkt jetzt die Unterschiede. Ihr Berufswunsch ist zur Zeit auch Sozialarbeiterin, weil sie die Unterschiede bemerkt hat. Für die nächsten 20 Jahre ist es dann nicht mehr spannend, ok vielleicht noch bei der Berufswahl. Heute ist es einfach spannend, wie dieses Thema mit dem Weltbild eine noch nicht 6-jährigen betrachtet wird. Aber mein Punkt ist: Sie setzt sich damit auseinander und sieht nicht Schema X als gegeben an. Das finde ich schön. Ich will Kindern kein Klischeedenken weitergeben.

  • Martin sagt:

    Das gilt umgekehrt doch ebenfalls: Ein Mädchen wird wohl nicht gerne als Buben gesehen.
    Frauen erwarten (insgeheim) auch heute noch, dass Männer stark sind und nicht weich, dass sie anders sind als sie. Und genau deshalb „muss“ das auch immer noch so sein.

  • Maria sagt:

    Wunderbar!

  • Joerg Hanspeter sagt:

    Mein Gott, das ist einfach ein Begriff. Jetzt hört doch auf, aus jedem Begriff eine geschlechtsspezifische Diskussion anzuzetteln. Das ist doch genau so bescheiden wie man/frau zu Beginn der Emanzipationsbewegung argumentiert hat. Ich persönlich verwende lieber den Ausdruck Tussi, aber Mädchen ist auch ok.

    • 13 sagt:

      Das Wort „Mädchen“ ist nicht geschlechterspezifisch? Wenn nicht dieses, welches dann?

      • Sportpapi sagt:

        Jörg hat schon recht. Ich habe schon Frauen trainiert, die sich auch gegen abgestachelt haben mit „Seid nicht so Mädchen!“ Dass es mittlerweile sogar zunehmend, natürlich auch scherzhaft, heisst, die Frau habe „Eier“, kommt noch dazu.

      • 13 sagt:

        @ Sportpapi
        Und Sie denken nicht, dass „Seit nicht Mädchen“ bei Frauen eher der Aufruf war, Frauen zu sein. Gleich wie „Bist Du ein kleiner Junge oder ein Mann?“ Ich habe früher auch Mannschaftssport betrieben und da war es klar: „Wir sind keine Mädchen, wir sind Frauen! Wir können das!“ Abgesehen davon haben Frauen Eier. Nachhilfe Biologie? 😉

      • Sportpapi sagt:

        Ah, DIE Eier sind da jeweils gemeint. Wir konnte ich nur so daneben liegen 🙂
        Der Aufruf in den Frauenteams (hier Unihockey) diente dazu, mehr Einsatz, mehr Härte, besseres Zweikampfverhalten einzufordern. Wenn Sie das als typisch Frau sehen, haben Sie schon das erste Problem überwunden.

      • 13 sagt:

        Alles eine Frage der Interpretation! 😉

        Sie liegen übrigens wieder falsch: es geht eben nicht um typisch Frau oder typisch Mann, sondern um „Wir sind schon gross, wir schaffen das!“ Diese Qualifikationen sind eben nicht typisch Frau oder typisch Mann, sondern typisch „gross“. Und grosse Mädchen werden nun mal Frauen.

      • Sportpapi sagt:

        @13: Ich werde die Spielerinnen das nächste Mal fragen, wie es gemeint ist. Ich glaube nicht, dass ich falsch liege. Denn als nächstes geht es darum, „dahin zu gehen, wo es weh tut“. Und es kommen Fragen, ob man einen Ausgang geplant hat, bei dem man sich keine blauen Flecken leisten kann.

  • Roli sagt:

    Ich finde es nun mal notwendig meinen Jungs einen Gegenpol zum System der Verweichlichung in der Schule zu bilden.
    Dort wird alles und jedes Problem von weiblichen Pädagoginnen tot geredet obwohl ein grossteil der männlichen Bevölkerung sprachlich unterlegen ist und dann halt die Ohren verschliessen wenn es zuviel wird.

    Frauen und Männer sind nun mal anders und ticken auch anders.

    Es gibt aber immer mehr Intellektuelle und Schreiber die ich eher zur Spezies Frau zähle 😉 was ja auch nicht schlecht ist aber bitte haltet uns Männer nicht vor wir wären zu Hart für die heutige Gesellschaft

    • 13 sagt:

      Ich hoffe doch sehr, Sie sind Lehrer. 😉

      Ich finde immer wieder diese Vorwürfe gegen die Pädagoginnen müssig. Wo sind denn die männlichen Berufskollegen, die nach ihrer Meinung den Gegenpol bilden? Es bräuchte sie. Dringend und möglichst schon auf der Unterstufe. Dass sie fehlen, können Sie aber kaum den Frauen in die Schuhe schieben. Oder sind sie doch zu hart für die wichtige Aufgabe der Kindererziehung und für die mangelhaften Arbeitsbedingungen?

      • Sportpapi sagt:

        Ein Vorwurf an die Pädagoginnen ist nicht gerechtfertigt. Das Problem der fehlenden Männer in der Schule zu benennen aber schon.

      • 13 sagt:

        @ Sp
        Klar, dem stimme ich zu. Ich wünsche mir ebenfalls mehr männliche Betreuungspersonen. Aber doch geht die Forderung, das zu ändern, an die Falschen. Darum mein Aufruf: Männer werdet doch Lehrer, Erzieher oder Kindergärtner anstatt den Lehrerinnen, Erzieherinnern und Kindergärtnerinnen vorzuwerfen, dass sie keine Männer sind!

      • Andrea Mordasini, Bern sagt:

        Es braucht unbedingt mehr männliche Betreuer in Spielgruppen, Kitas und Kigas! Für Kinder, nicht nur Buben, die va um weibliche Betreuungspersonen um sind, sind männliche Betreuungspersonen ein zusätzlicher Gewinn, wo alle profitieren können. Meine 2 Kinder besuchten längere Zeit ein solche „gemischte“ Spielgruppe und waren begeistert! Es ist endlich an der Zeit und dringend notwendig, Vorurteile und Ängste abzubauen und sich gegenüber Männern in Betreuungsberufen zu öffnen. Sie sollten die genau gleichen fairen, gerechten Chancen haben, ihren Traumberuf ohne unnötigen Schikanen zu erlernenen

      • Sportpapi sagt:

        @Andrea Mordasini: Ich leite eine VAKI-Gruppe. War jahrelang Leiter einer gemischten „Wölfli“-Gruppe in der Pfadi. Jugendleiter im Sport, Lehrer in der Primarschule. Ist und war alles sehr toll und für mich genauso spannend wie (hoffentlich) für die Kinder.
        Aber nun sollten wir doch auch mal über den Lohne sprechen. Als Sportlehrer habe ich in der Primarschule mehrere Zehntausend Franken weniger Jahreseinkommen als im Gymnasium oder der Berufsschule. Als Spielgruppenleiter könnte ich schon gar nicht „arbeiten“, ich habe schliesslich eine Familie zu versorgen. Dafür reicht das definitiv nicht!

      • 13 sagt:

        @ Sp
        Das ist so (lesen Sie oben: mangelhafte Arbeitsbedingungen). Aber die Frage ist: warum zählt das Argument offenbar bei Frauen nicht? Wegen der Versorgung der Familie?

      • Sportpapi sagt:

        @13: Welche 15-20jährige Frau orientiert sich bei der Berufswahl nach dem Einkommen? Bzw. welche glaubt, mit diesem dereinst mehr als nur sich selber versorgen zu müssen? Das ist bei Männern sicher anders.
        „Etwas mit Kindern“ und dann noch die Chance, dereinst ohne Probleme teilzeit arbeiten zu können, ist für Frauen wohl deutlich attraktiver als für Männer. Und ich gebe es zu: Ich weiss nicht, ob ich mich in jedem (Primarschul-) Lehrerkollegium wirklich wohlfühlen würde. Mir wäre das wohl zu kompliziert.

      • Sportpapi sagt:

        @13: In diesem Zusammenhang möchte ich auch auf die Begeisterung für die vielen weiblichen Firmengründungen (dazu gehören z.B. auch Spielgruppen) hinweisen bzw. die Frage stellen, wie viele wohl den Betreibern ein angemessenes Einkommen generieren.

    • Ylene sagt:

      Aus welchem Jahrhundert stammen denn Sie? Die Unterschiede zwischen einzelnen Individuen sind grösser als der Unterschied zwischen dem Durchschnittsmann und der Durchschnittsfrau. Persönlich halte ich Ihnen sicher nicht vor, dass Sie zu hart sind für die Gesellschaft – für Leute wie Sie würde ich ein anderes Wort wählen.

      • Sportpapi sagt:

        „Die Unterschiede zwischen einzelnen Individuen sind grösser als der Unterschied zwischen dem Durchschnittsmann und der Durchschnittsfrau.“ Das glaube ich nicht.

      • Ahn Toan sagt:

        @ylene: Ich steh also nur auf Frauen und nicht auf Männer wegen primären und sekundären Geschlechtsmerkmalen?

        Die Geschichte: ich habe einen androgynen Menschen heftig geküsst, obwohl davon ausging, das sein primäres Geschlechtsorgan männlich ist und „er“ keine Brüste hatte. Plötzlich war die Erregung weg.

        Diese Geschichte habe ich einem älteren Hippie erzählt, der mal ein Mann, dann eine Frau war, inzwischen ist es ihm7ihr egal: Sein Kommentar: Du hast zuerst die Frau darin gesehen, Deine Erregung war weg, als Du den Mann darin erkanntest.

        Ich glaube, so war es.

      • Malena Garcia sagt:

        @sportpapi: wahrscheinlich stimmt die Aussage schon (analog zu Körpergrösse, sportlicher Leistungsfähigkeit etc.). Das heisst aber nicht, dass die Geschlechter ‚gleich‘ sind, und dass (durchschnittliche) Unterschiede zwischen den Geschlechtern keine Rolle spielen und man diese nicht auch thematisieren kann.

      • 13 sagt:

        @ AT
        Ich glaube, dass man da aber einen Unterschied machen muss: Die sexuelle Anziehung ist hormonell gesteuert und durch Duftstoffe geprägt.. Ich stehe nicht auf Männer, weil sie nie weinen oder Bäume fällen können, sondern weil sie eben Männer sind, wie Männer aussehen, wie Männer duften etc. Der Charakter, die Persönlichkeit ausserhalb des Sexualtriebs, der ja den grössten Teil unserer Zeit ausmachen, sind aber von vielen anderen Sachen gesteuert als nur durch Östrogen und Testosteron. Da sind die Unterschiede eher gesellschaftlich als biologisch geprägt.

      • Ahn Toan sagt:

        @13 Für Frauen ist Duft sehr wichtig, für Männer viel weniger.

        Sie stehen auf Männer, weil diese wie Männer sind, wie Männer duften, aussehen….

        Ja wie sehen die denn anders aus als Frauen (ausser primäre und sek. Geschlechtsmerkmale), wie duften die denn anders als Frauen, sind sie denn anders als Frauen, wenn sie dennoch gleich wie Frauen sind?

      • Ylene sagt:

        @ Sportpapi: es geht ja nicht um die (absolut unbestrittenen) physischen Unterschiede. Wenn Leute einen Mann/Bub als Mädchen beschimpfen (habe auch schon eine Mutter mit ihrem Sohn so erlebt), meinen sie doch nicht, dass der jetzt plötzlich Brüste und eine Vagina hat. Meistens wird gemeint, dass er zaghaft, ängstlich, zickig, weinerlich, feige oder so was ist. Es geht hier vor allem um die Persönlichkeit und nicht um Penisse oder Vaginas.
        @ Ahn Toan: Sorry, aber ich verstehe den Zusammenhang nicht? Manche Leute finden Androgyne reizvoll, andere halt nicht und Sie & ich gehören zur 2. Kategorie

      • Ahn Toan sagt:

        @Ylene:

        Der Unterschied zwischen mir und einem männlichen Kanaken (kein Schimpfwort, die heissen so) auf Papua ist kleiner, als der Unterschied zwischen mir und einer Schweizerin, auch mit dem gleichen Hochschulabschluss usw.. Nach drei Monaten mit dem Kanaken werde ich ihn und er mich besser verstehen, als je eine Frau uns verstehen könnte, oder wir eine Frau verstehen könnten.Beweisen, ja nicht einmal messen, kann ich das nicht, genauso wenig wie Sie das mit Ihrer Behauptung können.

        Dass Frauen anders sind, wertet weder diese noch mich, anders ist weder besser noch schlechter, nur anders.

      • 13 sagt:

        @ AT
        Optisch ja. Mit Düften ist nicht nur das äusserlich wahrnehmbare gemeint, sondern auch vieles,was wir nur unbewusst wahrnehmen. Wäre ich esoterisch angehaucht, würde ich von der Aura sprechen. Da ich das nicht bin, spreche ich von Hormonen, Düften und Botenstoffen. Dies aber ganz grundsätzlich, warum wir von Männer/Frauen angezogen werden. Aber warum man den Einzelnen mag, ist dann individuell und hat für mich wenig mit dem Geschlecht zu tun.Da geht es dann um Charakter/Mimik/Gestik/Auftreten und ist geschlechtsneutral.Ich treffe immer wieder faszinierende Frauen, aber stehe nicht auf sie

      • 13 sagt:

        Was ich damit sagen will: Um eine sexuelle Anziehung zu haben oder sogar mehr, nämlich Liebe oder der Wunsch nach Beziehung, Vermehrung, braucht es zwei Dinge:

        Erstens das „richtige“ Geschlecht des anderen. Das wäre bei heterosexuellen Frauen eben ein Mann. Das ist unbewusst und steckt in uns.

        Zweitens die zu mir passenden Eigenschaften als Mensch, geschlechtsneutral.

        Trifft beides zusammen, kann es klappen. Haben wir nur ersteres, wird man den anderen wohl kaum bemerken. Gibt es nur das zweite, bleibt es höchstens bei Freundschaft.

      • Sportpapi sagt:

        @Ylene: „Es geht hier vor allem um die Persönlichkeit und nicht um Penisse oder Vaginas.“ Nichts anderes hatte ich im Sinn. Ich bleibe trotzdem bei meinen Zweifeln.

  • reto sagt:

    Offenbar hat der gute Mann seine Eier gleich mitabgegeben, als er sich damals den Rock anzog…

  • reto sagt:

    erster teil des textes ganz ok, aber die folgerungen welche ab manipulatoren gezogen werden sind einfach nur haarsträubend. ich will jetzt nicht sagen falsch, denn richtig und falsch gibt es gemäss dem autoren ja nicht. selten so einen stuss gelesen.

  • Darja Rauber sagt:

    Bravo, bravo, bravo Herr Pickert! Mutiger und absolut notwendiger Beitrag! In der klischierten Weltvorstellung Vieler dürfte es Kindheiten wie die meine (und die vieler Mädchen und Buben) gar nicht geben, weil „nicht sein kann, was nicht sein darf“: Mädchen, die mit den Jungs auf Bäume klettern, Räuber und Poli spielen, sich (erfolgreich) prügeln… „trotzdem“ zu weiblichen, „normalen“ Frauen heranwachsen, einen Partner und Kinder haben… Und Jungs, die ihre Schwestern respektieren und trotzdem zu „echten“ Männern heranwachsen. Mann/Frau: Der Unterschied, der k(l)einer ist!

    • jürg. sagt:

      und was ist mit den Jungs die sich nicht prügeln wollen und Angst davor haben auf Bäume zu klettern?

      Einen Mann auf Augenhöhe, aber jammern darf er nicht!

      Ein bisschen stark Ungleich, Ihre Sichtweise, nichts von kein Unterschied..

    • Sportpapi sagt:

      @Darja Rauber: typisches Mädchen-/Bubenverhalten wird nicht so genannt, weil es nicht stattfindet. Gehen Sie mal wieder auf einen Pausenplatz!

    • tina sagt:

      andere zu verprügeln ist ja wohl nicht erstrebenswert. hätte nun das mädchen prügel von einem jungen eingesteckt, hätten dessen eltern das kaum öffentlich stolz herumerzählt

      • Joerg Hanspeter sagt:

        @tina: Andere zu verprügeln kann schon positiv sein, kommt auf die Umstände an (und ob man gewinnt) 🙂

  • Ahn Toan sagt:

    Der Plus Pol einer Batterie und der Minuspol sind doch fast gleich und doch Gegenteil: Gegenteil umfasst immer eine weitgehende Gleichheit und eine geringe Diskrepanz, ein Auto ist nun mal nicht das Gegenteil einer Karotte.

    Der Begriff Gegenteil beinhaltet neben „gegen“ auch „teilen“: Gegenteiliges teilt viel, passt zusammen dank der Andersartigkeit.

    Männer sind das Gegenteil von Frauen, auch wenn, oder besser gerade weil, diese in vielem gleich sind. Geschwister sind das Gegenteil von Einzelkindern, Konkubinat ist das GTl von Ehe.

    Mädchen sind doof, Jungs auch, darauf kommen Kids selber!

Die Redaktion behält sich vor, Kommentare nicht zu publizieren. Dies gilt insbesondere für ehrverletzende, rassistische, unsachliche, themenfremde Kommentare oder solche in Mundart oder Fremdsprachen. Kommentare mit Fantasienamen oder mit ganz offensichtlich falschen Namen werden ebenfalls nicht veröffentlicht. Über die Entscheide der Redaktion wird keine Korrespondenz geführt.