Körperkontakt macht glücklich

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Es soll ja auch die Lungen stärken: Ein Baby gibt lauthals seine Unzufriedenheit bekannt. (Foto: Flickr/nateOne)

Die meisten Frauen bemitleiden mich. Ich versichere ihnen zwar, dass ich mit meinem Leben zufrieden sei, doch das nehmen sie mir nicht ab. Eine Frau wie ich, die bloss ein einziges leibliches Kind hat… – kann nicht glücklich sein. Die freundlichen Frauen bieten mir ein Pulver an, das mir und meinem Mann helfen solle, weitere Babys zu bekommen, doch ich lehne dankend ab.

Diese Szene spielte sich vor einem Monat immer wieder ab. Für einmal haben wir in den Weihnachtsferien unsere Skischuhe mit Sandalen getauscht und sind mit der Familie nach Senegal gereist. Wir haben das westafrikanische Land auf eigene Faust erkundet, um Menschen und Kultur kennenzulernen. Statt Fondue chinoise an Heiligabend gab es deshalb Fisch in allen Variationen und wilde Trommelkonzerte bis tief in die Nacht. 

Tranquille, ruhig, ist des Senegalesen Lieblingswort, und es wurde alsbald auch unseres. Dicht gefolgt von Inschallah, so Gott will.  Die Gelassenheit der Menschen übertrug sich bald auf uns. Nach zwei, drei Tagen schon haben wir uns nicht mehr nach der Uhrzeit, sondern nach dem Stand der Sonne gerichtet. Unser Gang hat sich verlangsamt, der Puls beruhigt und unser Schlaf vertieft. Wir waren angekommen in Afrika, dem Kontinent, dem man nachsagt, die Bewohner hätten die Zeit (und die Europäer die Uhr).

Diese Ruhe und diese Zeit führten zu vielen eindrücklichen Begegnungen: zu stundenlangen Teezeremonien am staubigen Strassenrand, zu abenteuerlichen Fahrten in klapprigen Rostlauben, auf wackligen Eselwagen und wild schaukelnden Pirogen (Fischerbooten). Und obschon wir uns mit den unterschiedlichsten Menschen unterhielten, landeten wir innert Minuten fast immer beim Thema Familie – dem Allerwichtigsten überhaupt. Wir erfuhren, weshalb junge senegalesische Muslime bloss eine Frau haben statt drei oder vier wie die Generationen zuvor («Die Eifersucht unter den Frauen und die Kosten. Je mehr Frauen, mes amis, desto mehr Probleme»). Weshalb sie stattdessen auf die serielle Monogamie setzen («Wie ihr Europäer»), dass senegalesische Frauen vermehrt ihre Ausbildung beenden, bevor sie heiraten und Kinder haben («Die Emanzipation findet auch bei uns statt»), und dass die Anzahl Kinder pro Familie noch immer hoch sei – so zwischen vier und zwanzig (dann allerdings mit drei Frauen).

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An der Arbeit: Eine Mutter mit Baby verkauft am Markt Pflegemittel. (Foto: Gabriela Braun)

Weil die Senegalesen derart viele Kinder haben, sahen wir täglich Dutzende süsse Babys. Sie waren überall dabei, von früh bis spät. Die Frauen trugen die Säuglinge in einem Tuch am Rücken oder Bauch. Sie waren mit im Bus, am Markt, beim Fischausnehmen, Wasserholen, Hirsestampfen. Und das Erstaunliche dabei: Die Babys waren immerzu ruhig. Kein einziges Mal hörten wir während der zwei Wochen einen Säugling weinen oder schreien. Wirklich wahr. Die Babys schienen immer zufrieden. Gut, ich sah sie abends nicht in ihrer Hütte, doch ich nehme an, die Babys verhielten sich beim Zubettgehen nicht komplett anders.

Diese Beobachtung faszinierte mich. Kaum waren wir daheim, suchte ich deshalb im Regal nach dem Erziehungsklassiker «Auf der Suche nach dem verlorenen Glück» der US-Autorin Jean Liedloff. Die Psychotherapeutin hatte in den Siebzigerjahren über ihr Leben bei den Indianern im Dschungel Venezuelas geschrieben und deren Umgang mit ihren Kindern geschildert. Es wurde ein Weltbestseller und für viele Eltern damals – unter anderem auch für meine – zu einer Inspirationsquelle. Liedloff schreibt darin über die Bedeutung des Körperkontakts von Babys mit ihren Eltern – und wie wichtig es sei, dass Babys in den ersten Monaten am Körper getragen würden. Es stärke das Selbstvertrauen der Kleinen und befriedige ihr elementares Bedürfnis nach Nähe. Dass ein Baby durch konstantes Herumtragen verwöhnt werden könnte oder gar davon abgehalten wird, unabhängig zu werden, müssen Eltern gemäss der Autorin nicht befürchten. «Das Kleinkind ist zwar immer dabei, doch selten Mittelpunkt der Aufmerksamkeit», schreibt Jean Liedloff. «Es ist einfach da, inmitten des Lebens seiner Pflegeperson, es macht ständig Erfahrungen, wobei es sicher gehalten wird.»

Nach meinen Eindrücken in Senegal ergibt für mich diese Aussage viel mehr Sinn. Ich begreife, was Liedloff mit der Wirkung des konstanten Herumtragens der Kinder meint. Gut möglich, dass die senegalesischen Babys deswegen so zufrieden wirken. Ein anderer bedeutender Faktor dafür ist wohl auch, dass die Menschen nicht gehetzt sind. Obwohl durchaus beschäftigt, wirkte kaum jemand fahrig oder gestresst. Die Menschen leben nach ihrem eigenen Rhythmus, Zeit hat für sie eine andere Bedeutung. Multitasking ist für sie ein Fremdwort. Tranquille, immer schön ruhig, eins nach dem anderen. Diese Ruhe überträgt sich auch auf die Kinder.

Ein Aha-Erlebnis der anderen Art hatten wir dann gegen Ende unserer Ferien kurz vor dem Heimflug am Flughafen von Dakar. Zum ersten Mal sahen wir wieder Babys und Kleinkinder aus wohlhabenden Familien. Sie steckten in Kinderwagen – und sie jammerten. Im ersten Moment war ich perplex. Denn ich hatte erstens vergessen, dass es Kinderwagen gibt – und zweitens, dass Kinder auch weinen.

Buchtipp: Auf der Suche nach dem verlorenen Glück. Gegen die Zerstörung unserer Glücksfähigkeit in der frühen Kindheit. Jean Liedloff, Verlag C. H. Beck, ca. 20 Franken.

106 Kommentare zu «Körperkontakt macht glücklich»

  • Franco sagt:

    Schöne Bilder – schöne Kommentare

  • Rüdiger sagt:

    Das Tuch werde ich auch benutzen. Habe meine Schwägerin mit der Nichte in Aktion gesehen mit dem Tuch. Super-sache wegen dem Körperkontakt und auch weil die Kids angenehm eingeschnürt sind. Und wenn sie auf den Rücken gebunden sind, haben sie auch noch dieselbe Sicht wie die Eltern.

  • Katharina sagt:

    Wir versuchen und suchen manchmal neues, wenn wir reisen.

  • Sylvia sagt:

    Ich kann das nur bestätigen. Mein 2. Baby ist gerade 2 Monate alt und ich trage ihn fast ständig… niemals weint er wenn er getragen wird! Nur wenn ich ihn ablege. Deswegen ist der Kinderwagen jetzt schon Geschichte 😉

  • Stephan sagt:

    Dass die afrikanische Babys nie schreien, ist whs. genauso eine romantische Verklärung, wie die, dass die Indianer stets in völliger Harmonie mit der Natur lebten. Wer bei uns auf der Strasse unterwegs ist, trifft ja auch nicht ständig auf weinende Babys. Bevor man sich in wilde Spekulationen versteigt, warum die Babys nicht schreien, wäre zuerst in einer saubern vergleichenden Studie zu klären, ob sie nicht schreien!

  • Nina sagt:

    Haha! Meine Babies haben auch kaum geweint. Aber Gelassenheit – daran kann’s nicht liegen, ich wünschte oft, ich hätte davon mehr. Und mehr Ruhe haben die Babies dort garantiert auch nicht, wenn sie überall hin mitgeschleppt werden, z.B. an lärmige, chaotische Märkte (ich war auch schon in Afrika unterwegs)… Daran kann es also auch nicht liegen. Das Herumtragen allerdings halte ich für wesentlich, das habe ich auch getan: das erste Baby quasi den ganzen Tag, das zweite quasi gar nicht, weil es andauernd friedlich geschlafen hat… Müssen wir also wohl weiter nach den Ursachen suchen…

  • will williamson sagt:

    Etwa so wie hier beschrieben haben wir das vor vielen Jahren in Kenya erlebt.

  • Wüthrich sagt:

    Schöner Artikel, wenn auch nicht bequem in unserer Zeit. Ich habe 3 Kinder genau so, sehr viel herumgetragen. Es gibt weitere positive Nebeneffekte wie gesunde Hüftentwicklung (wg. Spreizen der Beinchen) und ein Kopf der vom vielen Liegen nicht platt gedrückt ist.

  • Mama sagt:

    Mein Baby wird nicht getragen, weil ich Rückenschmerzen habe. Es liegt meistens am Boden oder im Kinderwagen und es ist sehr zufrieden, lacht viel und schreit wenig. Das gleiche gilt für meinen Neffen, der ein sehr ruhiges Baby ist.
    Mit dem Herumtragen ist es doch wie mit dem Stillen: es ist nur eine neue Propaganda um arbeitenden Mütter ein schlechtes Gewissen zu machen.

    • Nicole sagt:

      Liebe Mama

      Ich kann dir nachfühlen. Rückenschmerzen sind nicht schön. Trotzdem ist tragen drin. Es gibt tolle Tragehilfen, wo man das Kind nicht am Rücken sondern auf der Hüfte trägt. Man merkt das Gewicht gar nicht. Ich habe trotz eines kaputten Rückenwirbels viel getragen. Meine Hausarbeit gemacht, wandern gegangen, habe eingekauft und immer die Kleine auf dem Rücken. So hat sie kaum je geschrien und das entspannte auch die Mama. Ich habe übrigens auch mit Baby gearbeitet, trotz stillen und tragen. Der Kinderwagen, den wir gekauft haben, weil „man“ das halt haben muss, verstaubt im Keller.

  • Katharina sagt:

    Oh Ja! Die Poesie der Armut in der dritten Welt, wie sie in Postkarten des Club Méditerrané photographiert ist und in alten Filmschinken des Französischen Cinema d’Art seit den siebziger Jahren nostalgisch überlebt, hat seinen Zauber noch nicht verloren. Bis zum kleinen klassenkämpferischen Seitenhieb im letzten Abschnitt. Sonst wäre ja das transalpine Goetheanische Aquarell nicht Stil rein.

    Abgesehen davon, dass Senegal nicht ganz Afrika ist.

    • Katharina sagt:

      Im Four Seasons in Dakar lässt Frau tragen und lässt sich klimatisiert in die VIP Lounge am Flughafen fahren. Nur ein paar Parvenues karren die Kinderwagen selber durch die Abflughalle des Terminals. So von wegen inversem Klassenkampf oder so. Zudem lieben wir es beim einchecken in den Flieger mit all den Kinderwagen, die am Gate dann doch eingecheckt werden müssen, sodass der Flieger seinen Abflugtimeslot verpasst und auf dem Taxiway rumkarren muss, bis der nächste Timeslot freiwird….

      die Mütter im Favela nebenan bedanken sich ob der herablassend romantischen Attitüde der Touristinnen.

      • Gabriela Braun sagt:

        Weshalb so bissig, Katharina? Immer schön tranquille…

      • Katharina sagt:

        Dazu noch den Songtext:

        Johnny’s playroom
        Is a bunker filled with sand
        He’s become a third world man
        Smoky sunday
        He’s been mobilized since dawn
        Now he’s crouching on the lawn
        He’s a third world man

        Soon you’ll throw down your disguise
        We’ll see behind those bright eyes
        By and by
        When the sidewalks are safe
        For the little guy

        I saw the fireworks
        I believed that I was dreaming
        Till the neighbors came out screaming
        He’s a third world man

        Soon you’ll throw down your disguise
        We’ll see behind those bright eyes
        By and by
        When the sidewalks are safe
        For the little guys

      • Katharina sagt:

        2:

        When he’s crying out
        I just sing that ghana rondo
        E l’era del terzo mondo
        He’s a third world man

  • alam sagt:

    War selber lange Zeit in Indonesien. Dort ist Schüchternheit eine Tugend. Man wird nie laut, der Gesichtsausdruck bleibt stets freundlich … bis zum Amoklauf. Die Länder, die uns rechts und links überholen, sind nicht die, wo die Kinder getragen wird, sondern die wo tragen und stillen überhaupt verpönt ist. Aber das ist dann wieder ein anderes Thema.

    • Katharina sagt:

      Ich denke nicht, dass das mit Tragen oder nicht zu tun hat. Auch in China wird getragen und die machen auf hyperindustrialisierung und hyperkapitalismus. Wie Afrika ist auch Asien sehr heterogen.

    • alam sagt:

      Mit „zu etwas bringen“ meinte ich eigentlich nicht „hyperindustrialisierung und hyperkapitalismus“, sondern eher Demokratisierung und ähnliche für uns selbstverständliche Prozesse.

      • Roshan sagt:

        was meinen Sie mit für uns selbstverständliche Prozesse? Haben jene Völker nicht das Recht, selber zu entscheiden, was für sie als Prozess der politischen Selbstbestimng zu gelten habe?

    • alam sagt:

      … Emanzipation, Bildungsgerechtigkeit, Existenzsicherung, Reise- und Meinungsäusserungsfreiheit …

  • Katharina sagt:

    „Ich habe eher den Eindruck dass weite Teile Afrikas und Asiens es gerade deshalb zu nichts bringen“ – neulich schon mal in Asien gewesen. Die überrunden und überholen uns rechts und links. Auch Afrika scheint als Kontinent so langsam aber sicher aufzuwachen.

  • 13 sagt:

    Babys haben ein Bedürfnis nach Schreien?

    • alam sagt:

      Ja, natürlich. Das ist ihre Möglichkeit, sich zu äussern. Ich bin überhaupt nicht fürs Schreienlassen, im Gegenteil. Aber sie haben die Fähigkeit und das Recht zu schreien. Und natürlich sollen wir angemessen darauf reagieren. Wir sollten einfach Apathie nicht mit Zufriedenheit verwechseln.

    • 13 sagt:

      Babys haben auch andere Möglichkeiten sich zu äussern als durchs schreien. Wenn sie wirklich schreien wollen, würde ein Tuch sie auch nicht davon abbringen. Es muss ja nicht gleich Zufriedenheit sein, aber wenn der Trost da ist, besteht kein Grund zu schreien. Aber man kann sich natürlich auch einreden, dass die Kinder schreien (=weinen) nur so zum Vergnügen machen, wie quitschen oder brabbeln Aber vermutlich setzen Sie sich auch zwischendurch mal hin und weinen einfach so, weil Sie es in ihrem Leben weit bringen wollen….

    • Katharina sagt:

      13, es gibt einen Punkt, wo dem Baby bewusst wird, dass es mit dem schreien immer eine Reaktion erzeugen kann und darauf folgt ein Prozess der machtausübung. Da ist es dann wichtig, zwischen schreien ohne grund und scheien wegen eines grundes unterscheiden zu lernen und entsprechend zu handeln. Kann natürlich nur in der konkreten situation besprochen werden, nicht hier in einer umgebung ohne den kontext zur realen situation.

      • Kinderfreund sagt:

        Babys weinen nie ohne Grund

      • Katharina sagt:

        der eine ist ein Bedürfnis, der andere trotz. nicht einfach, damit im alltag umzugehen.

      • Andrea Mordasini, Bern sagt:

        Babies haben immer einen Grund zum Weinen, sonst würden sie ja nicht. Sie weinen aus Angst, weil sie Hunger oder Schmerzen haben, ihnen sonstwie unwohl ist oder weil sie einfach „nur“ etwas Nähe, Wärme und Geborgenheit brauchen. Kleinkinder weinen zB wg einem Nein, einer überwindbaren Grenze, aus Frust etc. Wichtig ist doch einfach, dass wir ihnen die nötige Geborgenheit, Nähe, Liebe und Verständnis bringen, ob getragen oder nicht, ist nicht wo wichtig. Kinder und ihre Bedürfnisse ernst zu nehmen, auf sie einzugehen, heisst ja nicht zwingend alles immer gleich stehen und liegen lassen.

      • Veronica sagt:

        Oder sie weinen als irgend einen Aktivitát, die gar nichts mit Schmerzen oder Bosheit oder Bedürfnisse zu tun hat. Anderen singen/leiern oder lutschen oder trampeln und diese weinen.

      • jürg. sagt:

        Machtausübung von einem Baby? Das hat Baby hat wohl eher ein Bedürfnis welches die Eltern nicht identifizieren können, oder nicht befrieden wollen.
        Es ist ja viel einfacher ein Baby zu erziehen (bestrafen?) als auf seine Bedürfnisse einzugehen.

  • davila luz sagt:

    Afrikanische Kinder dürfen nicht weinen……….beikommen früher und mehr Schlage bei nicht gehorche……….“stets mit der Drohung.ou je te tappe!!!!!!° auch das ist Körperkontakt..?????

  • Bettina sagt:

    Wieder mal der Mythos des heilen Afrikas, das Frau scheinbar schnell über Weihnachten kennengelernt hat. Ich hätte etwas mehr Kritik erwartet. Wir haben fünf Jahre in Afrika gelebt und gearbeit, samt Kleinkind, und je länger wir dort waren, desto vielschichtiger und komplexer haben wir die Kultur wahrgenommen, und gerade auch den Umgang mit den Kindern. Klar haben sie viel Körperkontakt, auch handfesten: beim kleinsten Schrei des kleinsten Babys gab es einen Klaps auf den Hintern. So schweigt dann mit der Zeit jeder Säugling.

    • Daniel sagt:

      Was ich nicht zwingend verkehrt finde ;o)

    • Veronica sagt:

      Was ist denn problematisch an erziehen? Körperkontakt wirdt empfohlen, nicht hemmungsloses geschrei und gewimmer.

      In meinen Kinderzeit wohnten einige Indonesier in der Nähe. Die Kleinkinder wurden sehr verwöhnt und wenn sie kein Kleinkind mehr waren, war das Kleinkindparadies vorbei. Und es konnte, weil das primairen Lebensbedarf der Kleinkinder erfühlt wurde.
      Es ist wie mit der Primarschule. In der Schweiz ab 7 Jahr, in andere Länder früher oder viel früher. In der Schweizerischen Primarschule geht es gleich los, denn die Kleinkinder sind in der Kinderkrippe vorbereitet.

  • Martin sagt:

    Leider nicht realistisch bei uns. Einer von uns ist immer am Arbeiten, der/die andere kann einfach nicht staendig das Schatzli herumtragen. Sie gibt aber ganz genaue Wein Zeichen fuer Hunger, Einsamkeit oder Muehe mit Einschlafen und Essen. Fuer den letzten Punkt haben wir noch nicht wirklich herausgefunden, warum sie Muehe hat mit Trinken/Essen….

    • Gyoengyi sagt:

      Oh doch, das geht. Ich habe es genau so gemacht — mit unserem Adoptivsohn, der mit 2 Jahren und 6kg zu uns kam — also sogar ohne „Vortraining“ mit Leichtgewicht. Ich trug ihn ständig auch während der Arbeit in einem Tuch bei mir, auf dem Bauch. Anders ging es nicht, er hatte Angst vor dem Verlassenwerden, nur bei Körperkontakt fühlte er sich sicher und weinte nicht die ganze Zeit herzzerreisssend. Heute ist er 32, ein glücklicher junger Mann ohne die psychischen Probleme, die angeblich viele Adoptierte haben.

  • mina peter sagt:

    Tragen tut Babys bestimmt gut. Aber nicht nur. Irgendwann möchten Babys sich auch selber fortbewegen. Und je mehr sie dann krabbeln, desto stärker werden auch ihre Rückenmuskeln. Also bitte, nicht immer verklären. Sensible Eltern merken auch bei uns, wann ein Baby getragen werden will, und wann es vielleicht besser ist, wenn es seinen Bewegungsdrang selbst ausleben möchten. Afrikanerinnen haben keine Wahl. Viel problematischer scheint mir hierzulande der Trend des möglichst früh alleine schlafen lassen – und noch schlimmer: alleine einschlafen lassen. Dies oft mit Hilfe zweifelhafter Ratgeber.

    • 13 sagt:

      Da haben Sie recht. Ich denke, hier ist tragen ja auch kein Muss, also kann geschaut werden, dass Babys beides können. Meinem 24h-Tragling wurde übrigens auch prophezeit, dass er motorische Defizite haben wird. Als es dann mit vier Monaten unzufrieden wurde, ich es runter nahm und er gleich losrobbte, wurde es ruhiger. Als er mit 7 Monaten aufstand, verstummte es fast ganz, beim Trottifahren mit 1,5 war nur noch ein leises Flüstern zu hören und mit Like-a-bike mit 2 war dann still. Sicher muss man Kinder lassen, aber nicht vergessen: Jedes Kind hat auch sein Tempo, wo das geht;-)

      • Sportpapi sagt:

        Und ich dachte, meine Kinder seien motorische „Raketen“… 🙂

      • 13 sagt:

        Hihi Ja, selbst unserem ansonsten sehr toleranten und entspannten Kinderarzt ruschte irgendwann ein „Das sollte er aber noch nicht können“ raus. Er musste dann selber lachen und meinte, das solle jetzt nicht heissen, dass ich ihn anbinden soll. Wenn der wüsste, wieviele Stunden das Kind tatsächlich an mich angebunden war….

    • 13 sagt:

      Und was das schlafen anbelangt, kann ich nur unterschreiben!

  • Silvia Müller sagt:

    Ich habe meine Kinder im Babybjörn getragen bis es nicht mehr ging, dann im Lafuma Rucksack. Einen Kinderwagen hatten wir nicht, weil die Kinder auch früh laufen konnten und längst mit mir spazieren gingen, als andere Kinder noch im Wagen herumgeschoben wurden. Meine Kinder waren und sind heute noch friedlich, haben nie geweint, ich habe sie überall hin mitgenommen. Man ist flexibler, mobiler (kein Lift, Rolltreppen, Platzproblem) und die Kinder entwickeln sich ganz klar zu selbstbewussten, selbständigen, sensiblen, liebenswerten Menschen. Kann ich nur empfehlen.

  • Fränzi Egli sagt:

    Genau diese Erfahrung habe ich auch gemacht. Unser Tragi war ein Segen, da Sohnemann wirklich ausschliessich happy war mit direktem Körperkontakt. Dank Tuch und Tragi hatte ich die Hände frei, war mobil und konnte dieses kleine zauberhafte Wesen ganz nah an mir geniessen.
    Ich kann mich aber auch noch an die grosse Verwirrung erinnern, womit ich denn tragen soll und wie das Tuch zu binden sei.
    Eine Trageberatung hat Aufschluss gebracht. Als grosser Tragefan habe ich schliesslich selber die Ausbildung zur Trageberaterin gemacht (www.mamaluna.ch) und engagiere mich im http://www.verein-tragwerk.ch

  • günter sagt:

    naja. das tragetuch ist definitiv was tolles für eltern und kind, unser sohn sass im ersten lebensjahr fast immer drin. nur: schreien kann er also trotzdem!

  • Johanna sagt:

    Ja, in Afrika werden Kinder öfter getragen als bei uns. Doch ist Kindesmissbrauch auch um ein VIELFACHES höher. Die Opfer sind oft erst wenige Monate alt (falls es überlebt –> künstl. Darmausgang). Eines der größten Probleme, mit denen insb. Südafrika zu kämpfen hat, ist die horrende Zahl von Kindervergewaltigungen. Die Vergehen an Kindern sind auf dem gesamten schwarzen Kontinent ein schwerwiegendes Problem. Jedes zweite bis vierte Mädchen macht seine ersten sexuellen Erfahrungen unter Gewalteinwirkung – im Schnitt mit sieben Jahren. Genitalverstümmelungen etc.

    • 13 sagt:

      Das ist alles richtig und furchtbar.

      Nur ist das kaum ein Grund, warum wir gute Sachen nicht lernen sollten. Oder hat der Kindermissbrauch etwas mit dem Tragen zu tun? Sind wir tatsächlich so arrogant zu sagen: Bei Euch läuft etwas sehr schlecht, darum wissen wir in allen Bereichen alles besser? Oder können wir da reflektieren?

      Ich habe in Afrika beides gesehen: Liebevoller Umgang mit Kindern, dass sie überall willkommen sind etc., wie auch Kinder, die zu früh zu schwer arbeiten, betteln und auch Gewalt. Das hält mich nicht davon ab, das Gute abzuschauen.

      • Johanna sagt:

        Bin mit Ihnen einverstanden. Der gesunde Menschenverstand lehrt uns wohl, dass Körperkontakt einem hilflosen Menschlein (welches 9 Monate hin und hergeschaukelt wurde) Sicherheit verschafft und es beruhigt. Nichtsdestotrotz ist noch nicht geklärt, weshalb 25% der Babies auch im Tragetuch exzessiv schreien. Und dann gibt es die Babies, die vollends zufrieden alleine in ihrer Wippe sitzen. Was mich stört, ist dieser verklärte Blick auf Teilaspekte einer Bevölkerung. Ich habe in Afrika gelebt, sage sicher nicht: „hier ist alles besser“, aber Körperkontakt allein macht noch nicht glücklich.

      • 13 sagt:

        Der „gesunde Menschenverstand“ wie auch so etwas wie „Instinkt“ ist eben gerade in den Industrienationen ein Problem. Sie sagen das mit einer Selbstverständlichkeit, die mich sehr froh stimmt. Ich sehe es gleich. Allerdings gibt es leider allzu viele, die lieber auf irgendwelche Ratgeber und Tipps von Nachbarn hören, als auf das eigene Gefühl. Wir sind in der komfortablen Lage körperliche Bedürfnisse (Essen, Windeln) immer erfüllen zu können, emotionale bleiben in der Leistungsgesellschaft oft auf der Strecke. Der verklärte Blick ist auch auf die andere Seite nicht angebracht.

  • mamma in Afrika sagt:

    Bin voll mit ihnen einverstanden dass afrikanische Kleinkinder ruhiger sind weil sie immer rumgetragen werden. Doch das erwachen aus dieser Geborgeheit ist hart, kommt das nächste Baby wird das 2 jährige abgesetzt, vielleicht ab und zu von der 6 jährigen Schwester noch rumgeschleppt. Traurig ist es zu sehen wievielle kleine Kinder irgendwo vor Hütten oder am Strassenrand sitzen sich selbst überlassen. Mit 6 ist dann die Kindheit eh vorbei da mitgearbeitet wird (10 litter Wasserschleppen, auf dem feld arbeiten etc.).

    • Jennifer sagt:

      Stimme @mamma in Afrika zu. Ich habe selber mehrere Jahre in verschiedenen afrikanischen Ländern gelebt, Die Kinder werden zwar ständig rumgetragen (anders können die Mütter ja nicht arbeiten gehen), kommt das nächste Kind, ist es damit vorbei. Und es kommen viele Kinder nach…. oft habe ich kleine Kinder weinend alleine irgendwo sitzen sehen, niemand da, der es tröstet. In den Städten habe ich auch oft erlebt, dass Kinder sich selber überlassen werden, alleine in der Wohnung zurückbleiben. Darum meine Frage an @Diva, wäre da eine Krippe nicht sinnvoller?

  • Sportpapi sagt:

    Tönt gut. Allerdings habe ich schon noch ein paar Fragen offen. Wie lange ist denn dieses Herumtragen gut und sinnvoll? Bis die Kinder selber laufen können? Glücklich und zufrieden oder einfach ruhig gestellt? Wann kommt das Gesetz, das es Eltern erlaubt, ihre Kinder zur Arbeit mitzunehmen? Ist es eigentlich ein Lebensziel für uns, den „afrikanischen Stil“ zu übernehmen? „Tranquille, immer schön ruhig.“
    Wir haben unsere Kinder natürlich auch viel getragen. Im Haushalt, mit Tragtuch und Ergocarrier. Und doch auch viel im Kinderwagen (SUV) transportiert. Besser als ständig im Maxi -Cosi…

    • 13 sagt:

      @ Sportpapi
      Ganz einfach: Wenn das Tragen den Kinderwagen ersetzt, dann trägt man so lange, wie das Kind sonst im Kinderwagen sitzen würde. Und genau wie beim Kinderwagen, nimmt die Dauer natürlicherweise immer weiter ab, das Kind läuft mehr alleine, dass Tuch oder die Tragehilfe wird nur noch für Notfälle gebraucht, bis es sich ausschleicht. Bis wann? Mein grosses Kind wurde mit genau 5 das letzte Mal getragen, allerdings nur bei ganztägigen Wanderungen. Das Kleine wird mit 2,5 immer noch für Mittagsschlaf oder wenn es einfach nicht mehr mag, getragen. Aber immer weniger und immer kürzer;-)

      • Sportpapi sagt:

        Unsere Erfahrungen decken sich. Allerdings schläft unser Kleiner immer im Kinderwagen. Sein Reich!
        Ich sehe aber schon die Gefahr (die mit Kinderwagen und vor allem Auto auch besteht) die Kinder zu lange zu tragen, statt ihnen die Zeit zu geben, ihre eigenen Füsse zu entdecken (schliesslich soll das Kind nicht im Mittelpunkt stehen, und wir haben ja Termine wahrzunehmen…). Und ich glaube auch, dass das Tragen nach wenigen Monaten die motorische Entwicklung auch behindert, wenn es zu lange/zu häufig passiert.

      • 13 sagt:

        Meine nicht-repräsentative Erfahrung zeigt etwas anderes: Mein grosses Kind wurde als Baby weniger getragen, es lag noch viel im Kinderwagen oder zu Hause auf dem Lammfell. Das Kleine war ein reiner Tragling. Motorisch war das Grosse absoluter Durchschnitt, das Kleine eher schnell. Und es war das Kleine, dass stets fordert, selber zu laufen oder alleine zu sein. Es hat auch mehr Kondition. Das Grosse würde auch heute gerne getragen werden. Ich denke, die Kinder sagen uns gut, was sie wollen, wir müssen nur zuhören. Bei 15 kg-Kind trägt man zudem auch freiwillig nicht zu lang;-)

      • Sportpapi sagt:

        @13: Ein Kind bewegt sich entweder selber, oder es wird bewegt. Das erste ist für die motorische Entwicklung sicher sinnvoller. Im Alltag sind wir nun schon in Versuchung, das Kind eher mal festzubinden, um schnell etwas erledigen zu können. Auch bei den Afrikanerinnen ist es ja offenbar so, dass sie ihre Kinder umbinden, weil sie eigentlich keine Zeit für sie haben.
        Nebenbei: Auf grossen Wanderungen ist die Rückentrage natürlich toll. Aber die Kinder können auch bereits früh viel mehr, als man ihnen eigentlich zutraut, vor allem bergab. Und teilweise am Seil, wenn es gefährlich-spannend ist.

      • 13 sagt:

        @ Sportpapi
        Ja, da haben Sie sicher nicht unrecht, ich denke, das passiert jedem von uns mal und zu oft;-)! Wobei Sie das „bewegt werden“ nicht unterschätzen sollten. Im Tuch oder eine gute Tragehilfe (eng am Körper, nicht so ein Gestell) bewegen sich die Kinder mit und werden trainiert. Dazu lernen sie die Welt aufrecht kennen und nicht im liegen und entwickeln Gleichgewichtssinn.

      • Naseweis sagt:

        Wenn das Tragen den Kinderwagen ersetzt,dann trägt man es so….
        Was ich immer wieder beobachte;
        1.)Mamis/Papis mit moströsen Kinderwagen die das Kind auf dem Arm/im Tuch tragen und umständlichst im OEV ein- und aussteigen.
        2.) Kinder die absolut gross genug wären selbst zu laufen und trotzdem im Kinderwagen (!) durch die Gegend kutschiert werden! Als Vorstufe zum Autotransport in Chindsgi/Schule?
        3.) Mamis/Papis die mit Riesenschritten durch die Gegend rauschen, ein Kleinkind an der Hand hinter sich herzerren dessen kurze Beinchen den Riesenschritten von Mami/Papi kaum folgen können

      • Sportpapi sagt:

        @Naseweis: Sie müssen mich gesehen haben. In allen drei Situationen… 🙂

    • Joerg Hanspeter sagt:

      Und weil der „afrikansche Stil“ mit viel Ruhe so toll ist, schicken wir alle Jahre Riesensummen als Entwicklungshilfe dahin.

      • Gabriela Braun sagt:

        Oje, das musste ja kommen. Ob die Entwicklungshilfe damit zu tun hat, dass Afrikaner weniger gestresst sind als wir, bezweifle ich allerdings.

      • Sportpapi sagt:

        @GB: Aber dass Ihr „tranquille“ auch dafür sorgt, dass ihre Selbstversorgung eingeschränkt ist, liegt auf der Hand.

      • Joerg Hanspeter sagt:

        Wirtschaft/Technik/Sozialsysteme auf unserem Niveau ist nur möglich, wenn sich der grösste Teil der Bevölkerung richtig reinkniet. Das ganze hat natürlich auch Nachteile (Wohnstandskrankheiten, Burnout usw.). aber offenbar hat die „Easy going Mentalität“ gewisser Länder auch nicht nur Vorteile, wieso sonst wollen denn so viele zu uns kommen?

  • 13 sagt:

    Danke für diesen Bericht! Stets dabei, nicht immer im Mittelpunkt ist auch meine Erziehungsweise und trotz der dauernden Vorurteilen kann ich sagen: es funktioniert. Der Kinderwagen dient mir noch zwischendurch für Einkäufe. Das Bett im Kinderzimmer ist super für tagsüber Bücher anschauen. Anpassen an den Menschen, anstatt die Uhr: beim Essen, schlafen usw. hilft auch sehr. Ich merke in meinem Umfeld viel, dass um die Kinder ein derartiger Wirbel gemacht wird, aber das Notwendigste bekommen sie doch nur limitiert. Warum eigentlich?

  • Naseweis sagt:

    Körperkontakt macht glücklich – das ist doch etwas, was auch Erwachsene immer wieder feststellen und geniessen können. Es gibt für mich nichts rührenderes als so ein kleines Wesen im Tragesack an der Brust von Mami oder Papi zu sehen.
    Was ich allerdings nicht verstehen kann wenn Mami oder Papi dabei stundenlang das Handy am Ohr haben – ob das sooo gut ist für das Kleine? Ich weiss nicht!

  • Mia sagt:

    Wenn Körperkontakt nun auf das Tragen von Kindern im Tuch begrenzt ist, kann ich dem – übrigens auch nur begrenzt – zustimmen. Aber eine Freundin von mir, die aufgrund postpartaler Depression und einem wirklich sehr unruhigem, weinenden Kind vollkommen überfordert war und entsprechend Mühe hatte, ihr Kind zu lieben, wurde in einer Therapie regelrecht genötigt, ihr Kind nackt auszuziehen, sich selber wenigstens bis auf die Unterwäsche auszuziehen und dann so mit dem Kind zu kuscheln, eben wegen dem Körperkontakt. Verzeihung, und alle Therapien in Ehren, aber das ist einfach nur ……

    • Sportpapi sagt:

      Was?

    • 13 sagt:

      Die Nötigung ist sicher schwierig, aber ansonsten gibt es sehr gute Therapiemethoden, bei denen das Bonding nachgeholt werden kann. Man muss sich manchmal auf etwas einlassen. Nackte Haut an nackte Haut (Känguru-Methode) hilft ja auch bei Frühchen und Babys mit Anpassungsschwierigkeiten bei ihrer Entwicklung. Warum denken Sie, dass das einer Mutter, die ihr Kind nicht annehmen kann, nicht helfen kann? Hormone sind für unsere Stimmung sehr entscheidend. Und die Ruhe überträgt sich dann auf das Kind. Wo ist das Problem, es auszuprobieren?

      • Mia sagt:

        Meine Freundin fühlte sich überhaupt nicht komfortabel, sich in irgendeinem Therapiezimmer bis auf die Unterwäsche auszuziehen und dann quasi zwangszukuscheln. Wie soll da Ruhe und Vertrauen entstehen?

      • Sportpapi sagt:

        @Mia: Einen Versuch ist es wert. Was ist denn die Alternative? Ihre Freundin in Ihrem Loch einfach sitzenzulassen?

    • mein name sagt:

      …nötig, um die Postnatale Depression irgendwie zu überstehen. Ja. Genau!

      • Silvia Müller sagt:

        Oje… das ist doch nur bekloppt. Zwangskuscheln im Therapiezimmer, sowas von verblödet. Sorry.

      • Sportpapi sagt:

        @Silvia Müller: Sie sollten Therapeutin werden. Was wäre denn Ihr Vorschlag?

      • 13 sagt:

        @ Sportpapi
        Gesprächstherapie, was meinen Sie denn? So geht man doch in unserer zivilisierten Welt vor. Man schnappt sich den Säugling und spricht darüber. Oder man gibt ihn ab, um darüber sprechen zu können. Und wem das nicht hilft, für die gibt es sicher noch 1-2 Pillen für jeden Geschmack! Körperkontakt als Therapie ist doch nur etwas für esoterische Hippies!

        Entschuldigt den Zynismus, aber wenn derart vehement gegen natürlich Therapieversuche geschimpft wird, frage ich mich schon, was mit der Welt los ist…

      • Sportpapi sagt:

        @13: Ich bin ganz bei Ihnen. Therapie ist manchmal schmerzhaft und schwierig. Aber hier scheint mir die Vorgehensweise doch recht naheliegend und erfolgsversprechend. Abgesehen davon, dass sie sicher nicht gegen den Willen der Frau passiert. Bzw. nur gegen ihren Unwillen.

    • mia sagt:

      Was bitte ist eine postpartale Depression? Meinten Sie vielleicht „postnatale“? Ansonsten muss ich Ihnen recht geben, denn einen Schwachsinn dieser Art verstehe ich ebenfalls nicht.
      Herzliche Grüsse von ihrer Namensvetterin mit kleinem „m“.

  • diva sagt:

    DEFINTIV sind «tragbabys» zufriedener. sind auch als pätere erwachsene viel sozialkompetenter und warmherziger, weil sie selber wärme erlebt haben. ich hab meine tochter, selbst mit 3 jahren in extremsitutationen noch ins tragetuch genommen. und auch zu hause und beim arbeiten oft im tuch auf dem rücken getragen. mein vorbild waren die afrikanerinnen. deren kinder plärren nämlich nie so rum und betreiben auch nicht so einen aufmerksamkeitsterror wie unsere kinder, weil sie das bekommen was sie brauchen: nähe. nur dazu darf man die kinder nicht in die krippe abschieben wollen…

    • Annatina sagt:

      Diva, Ihr Kommentar ist sowas von lächerlich. Sie behaupten aus dem Nichts heraus irgendwelche Thesen, können Sie die auch belegen? Ich konnte meinen jetzt 4-jährigen Sohn wegen starken Rückebproblemen nur selten tragen. Zudem habe ich ihn ab jährig drei Tage in der Woche in die Kita „abgeschoben“. Glauben Sie mir, er ist sozial stärker als manch anderes Kind in seinem Alter – das dank der Erziehung durch uns UND der Kita! Wegen Müttern wie Ihnen herrscht ein richtiger Kleinkrieg unter uns Frauen, ist das nötig? Ich plädiere auf mehr Toleranz und „Leben und leben lassen“!!!

    • martin krung sagt:

      Ja, ich schiebe mein Kind, 1 1/2 Jahre, auch zwei Tage die Woche in die Krippe ab.

      Und stellen Sie sich vor, ihr gefällt es dort. Statt immer nur mit den Alten rumzuhängen, das findet sie nämlich manchmal recht langweilig. (Ja, es gibt zuwenige Kinder in meine Umfeld, ein Grund mehr für die Krippe)

      Kinder Tragen, finde ich super. Verwöhnt werden sie von dem sicher nicht..

    • 13 sagt:

      Ihr Vorbild sind die Afrikanerinnen? Und diese arbeiten bekanntlich nicht, sondern bespassen 24 Stunden am Tag ihr Kind und achten darauf, dass diese ja keine Kratzer abbekommen. Ich dachte immer, afrikanische Kinder wachsen gerade nicht als Einzelkinder in irgendwelchen Kleinfamilien auf, sondern umgeben von anderen Kindern aller Altersgruppen, oft stundenlang ausserhalb des Blickfelds der Eltern. Meine Kinder wurden viel getragen. Und gestillt. Und familiengebettet. Und auch sonst sehr bedürfnisorientiert „erzogen“ und die zwei Tage KITA haben da weder zunichte gemacht, noch ihnen geschadet!

    • Jänu sagt:

      Wow, mit diesem Kommentar haben Sie es aber allen gezeigt: Ich bin die Supermutti, ihr anderen habt keine Ahnung. Der Hieb gegen die Krippe ist das I-Tüpfelchen dazu.

      • P.B. sagt:

        @ diva abgesehen davon, dass eine krippe nichts schlechtes ist, haben sie auch schon mal daran gedacht das es familien giebt, die keine andere möglichkeit haben. Ob alleinerziehend oder beide elternteile gezwungen sind zu arbeiten!

  • Pauli sagt:

    Als ich mit dem ersten Kind schwanger war, hatte ich mir fest vorgenommen, es dann zu tragen. So habe ich mir eins dieser schnuffelweichen elastischen Tücher gekauft. Doch schon bald nach der Geburt merkte ich, dass man das Ding binden kann wie man will und es dennoch immer nachgibt (ist ja auch ein elastisches Tuch). Das Kind sackte haltlos zusammen (sah von aussen schön rund aus) und mein Beckenboden wurde ungünstig belastet. Was war ich froh als mich jemand darauf aufmerksam machte, dass es Trageberaterinnen gibt, die einem zeigen können, wie man richtig trägt!

  • Orsa sagt:

    Diese Lobhudeli auf das Tragtuch ist jetzt etwas gewagt.. Dass Kinder getragen werden, hat in vielen Kulturen ganz pragmatische Gründe. Die Kinder dort sind zufriedener, weil ihre Umwelt ihnen freundlich gesinnt ist, weil sie von Anfang stark sozial eingebettet werden, alle zusammen schlafen und weil sie nicht die Marotten der Grossen abschauen können. Dafür fehlt schlicht die Zeit und es gibt genug andere Probleme . Ich kenne genug Kinder, die trotz Tragetuch kleine schreiende Egomanen wurden. Und meine waren und sind doch sehr zufrieden, auch wenn der Ergo nicht immer zum Einsatz kann.

    • 13 sagt:

      Interessant! An manchen Orten ist die Umwelt den Kindern freundlich gesinnt, anderswo werden sie als kleine schreiende Egomanen bezeichnet…..wo geht es ihnen wohl besser?

      • Orsa sagt:

        … überall, wo sie willkommen sind und man sie gedeihen lässt! Ich beziehe mich übrigens gezielt auf die egomanischen Kinder, die ich kenne. Also pauschalisiere ich nicht. Und jawohl! Es gibt sie, die kleine Egomanen – aber sie sind natürlich nicht selber daran „schuld“..

    • mia sagt:

      Recht oft sieht man Mütter oder Väter, die ihren Nachwuchs ständig herumtragen, obwohl dieser alt genug wäre, um selber zu gehen. Diies wohl inspieriert von etwelchen Figuren aus dem Showbiz, die immer wieder nachwuchsherumtragend fotografiert oder gefilmt werden. Das ist aber so bekloppt , dass man es gar nicht in Worte fassen kann.

      • Sportpapi sagt:

        So viele Frauen kenne ich eigentlich nicht, die ihre Kinder, wenn sie schon längst laufen können, noch stundenlang herumtragen können.

      • tina sagt:

        oh mia, ich habe meine kinder jeweils getragen, wenn ich vorwärts machen wollte, und sie nicht. da wird man mal gesehen mit einem 3jährigen auf dem arm und zagg, stempel drauf „das arme kind wird nie laufen lernen und ein totaler egomane werden“. nur weil ich pünktlich mit der arbeit anfangen wollte und das kind noch müde war. oder die vom hort warfen mir vor, es würde so noch seinen willen bekommen. ja meine güte, wo kommen wir denn da hin, wenn ein kind seinen willen bekommt 😉

      • mia sagt:

        @:tina: Ich habe nicht explizit von Ihnen gesprochen, denn ich kenne Sie ja gar nicht und verstehe nicht, weshalb Sie sich so erchauffieren.

  • Carlos sagt:

    Seltsamerweise sehe ich in meinem Quartier nur die Europäer (Mütter & Väter) ihre Kinder im Tuch tragen. Die Afrikanerinen benutzen mit Vorliebe die SUV-Kinderwagen.

    • Jänu sagt:

      Haha, you made my day. Mit dieser Aussage konterkarieren Sie herrlich diese eurozentristische romantische Verklärung sogenannter „Naturvölker“, die gar keine mehr sind. Die gute Frau Braun hat sich nie die Frage gestellt, ob das Tragen in Tüchern vor allem darum stattfindet, weil die Kinderwagen zu teuer sind. Und hier ist es umgekehrt: Die SUV-Kinderwagen in Preisregionen über CHF 1’000.- sind ein Statussymbol. Genau wie die Tragetücher den „richtigen Umgang“ mit dem Nachwuchs symbolisieren: Seht her: Ich mache es besser als die SUV-Kinderwagenschieber.

      • Carlos sagt:

        Das Kind im Tuch zu tragen hat einen entscheidenden und nicht zu unterschätzenden Vorteil: Mama hat beide Hände frei fürs iPhone

  • Martina Sawo sagt:

    Grundsätzlich bin ich mit Ihnen einverstanden. Das westafrikanische Kinder nicht weinen allerdings kann ich so nicht bestätigen. Ich verbrachte Weihnachten im Familienanwesen meiner westafrikanischen Familie und glauben Sie mir, Kinder- und Babygeschrei hatten wir mehr als genug:-)

  • Manuela sagt:

    Ich kann das voll bestätigen. Baby schreit nie, kann direkt im Tuch trinken wann es will. Der Kinderwagen steht seit langem da und verstaubt. Es gibt auch wunderbare Tragetücher, die man schnell und einfach anlegen kann (Sling). Und wenn Verstärkung da ist, kann das Baby von allen getragen werden, zur Entlastung des Rückens der Hauptbetreuungsperson. Das gleiche gilt Nachts. Statt eines Kinderzimmers haben wir mit kleinen Kindern ein Spielzimmer und fürs Schlafzimmer einfach das Elternbett 2x. Das gibt eine schöne Liegewiese.

  • Irene feldmann sagt:

    Der Punkt ist, die Kinder tragen und nahe bei sich haben, ohne sie ständig zum Mittelpunkt machen….den dies wäre eine konstante Erwartungshaltung und totale Überforderung….toller Bericht!

  • Franziska sagt:

    Ich habe dieses Buch vor mehr als 20 Jahren gelesen und es war für mich die Inspiration, wie ich es mit meinen Kinder machen wollte. Für meine 3 Töchter habe ich vor Jahren die Bücher gekauft und nun wird in diesen Tagen das erste Grosskind geboren. Auch meine Tochter hat es gelesen und auch sie möchte dies umsetzen können. Empfehle dieses Büchlein allen angehenden Eltern, auch Väter können Babys tragen :-).

  • Muttis Liebling sagt:

    Ab einer bestimmten Stufe der Demenz oder schwerer Schizophrenie kann man ohne Körperkontakt nicht kommunizieren. Ich kenne einige wenige Personen im besten Leistungsalter, die sich weitgehend verweigern. Anfang Jahres habe ich eine junge Frau kennengelernt, die gefragt, was sie sich als nächstes vornimmt, nach langem Zögern gesagt hat, sie will egoistischer werden, damit man sie nicht mehr ausnutzen kann.
    Alles, was da oben gesagt wird, ist lange bekannt und wird manchmal auch umgesetzt. Aber eben nur selten, weil es dem Paradigma des Menschen als Human Ressource entgegensteht.

  • Christel sagt:

    Ich habe meine beiden Kinder im Tragetuch getragen +/- bis sie laufen konnten. Das war einfach genia,l die Kinder auf Augenhöhe, und sehr praktisch- vom Auto in die Schlinge. Vom Bettchen in die Schlinge usw. Habe das gleiche letztes Jahr auf Sumatra beobachtet- alle Kinder wurden im Tragtuch getragen, waren relaxed und friedlich.

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