Hilfseinsatz im Waisenheim

Der Mamablog erteilt regelmässig Kindern und Jugendlichen das Wort. Die heutige Carte Jeune ist von Franzisca (15)*.


Ein grosses Zimmer, Bett an Bett, zweistöckig und aller verfügbare Platz ist vollgestopft; verwahrloste Schulbücher, dreckige Kleider und in der Ecke ein klappriges Fahrrad. Auf dünnen Bambusmättchen sitzen Schulter an Schulter viele Kinder, die mich aus neugierigen Augen anschauen. Ich sage höflich «Sabbadie», wie ich es gelernt habe, aber irgendwie muss ich es falsch ausgesprochen haben, denn ein lautes Lachen erfüllt den Raum, gefolgt von unverständlichen Fragen und strahlenden Gesichtern.

Dies ist eine meiner Lieblingserinnerungen von meiner Reise nach Laos zum Waisenhaus in Luang Prabang. Am besten fange ich aber ganz vorne an.

Ich bin mit verschiedenen Sozialprojekten aufgewachsen. Meine Mutter setzt sich schon seit Jahren für chinesische Waisen ein. Während meine Freunde jeweils nach Ibiza, den Malediven oder Mauritius flogen, machte unsere Familie oft Ferien, die uns auch die erbarmungslose Realität der Armut in verschiedenen Ländern hautnah erleben liess. Ich war deshalb schon zweimal in China dabei, besuchte die Waisenhäuser und spielte mit den behinderten Kindern. So brutal es jetzt auch klingen mag, sind dies alles berührende und wertvolle Erinnerungen für mich, da mir schon früh klar wurde, wie gut es uns geht. Ich muss mir keine Sorgen machen, ob ich morgen etwas zu essen kriege, sauberes Wasser auftreiben kann oder wo ich schlafen soll. Ich finde, unser Glück ist auch eine Verpflichtung den Leuten gegenüber, die um elementare Dinge kämpfen.

Als wir letztes Jahr eine Reise durch Laos machten, besuchten wir auch das Hotel «The Lotus Villa», das einem Australier namens Andrew Brown gehört. Er unterstützt drei Waisenhäuser rund um Luang Prabang und finanziert dies mit Hilfe seines Hotels. Jedes der Waisenhäuser bietet ungefähr 600 Kindern ein Zuhause. Wir entschieden uns, dass wir uns auch hier engagieren wollten.

Dafür sollte und wollte ich meinen Teil beitragen. Zusammen mit zwei Freundinnen verteilte ich Flyer für das Projekt, um so Spenden einzutreiben. Das Ergebnis war allerdings ernüchternd. Also bastelten wir ein grosses Plakat und gingen zu dritt in Richtung Zürichberg und klingelten an Haustüren im Villenviertel. Doch die Leute wiesen uns ab, wollten nicht helfen oder erklärten uns, dass sie schon für Unicef und andere Organisationen spendeten.

Nach zwei Stunden hatten wir gerade mal 60 Franken gesammelt. Wir entschieden uns, an den Bellevue-Platz zu gehen, um dort Leute anzusprechen. Natürlich ignorierten uns 99 Prozent von ihnen und niemand kam von selbst auf uns zu – ausser einem jungen Mann, der dachte, es gäbe Free Hugs, also Gratis-Umarmungen. Doch letztlich zählte genau das verbleibende eine Prozent: Jene Menschen, die stehen blieben und uns zuhörten. Die interessierte, kritische Fragen stellten und uns mit einem Lächeln 30 Franken in die Hand drückten. Es war eine gute Lektion für mich: Nicht die Leute sind wichtig, die vorbeilaufen, sondern die, die stehen bleiben.

Nach drei Stunden am Bellevue waren wir erschöpft und glücklich. Es gibt kein besseres Gefühl als 350 ehrenhaft gesammelte Franken in der Hand zu halten und zu wissen, dass wir damit für alle 600 Kinder in Laos mehrere vitamin- und proteinhaltige Mahlzeiten kaufen können.

Drei Wochen später war ich dann schon in Laos. Wir waren eine Gruppe von 15 Leuten, davon sechs engagierte Mädchen aus drei Nationen. Schon am ersten Tag lernten wir die Kinder und ihr Zuhause kennen. Da wir uns auch praktisch engagieren wollten, wurden zwei heruntergekommene Schlafsäle geräumt, damit wir sie renovieren konnten. Wir waren geschockt, wie viel Schmutz, Staub und Dreck wir nach draussen beförderten. Die Umstände, unter denen die Kinder lebten, waren eine Katastrophe.

Ich habe in meinen Leben noch nie so hart gearbeitet, wie in Luang Prabang, als wir malten, putzen, schrubbten und Tische abschmirgelten. Die Sache, die mich am meisten berührt hat, war die Erkenntnis, dass die Kinder dort glücklich waren. Die Leute in Laos haben kaum materielle Dinge und sind wirklich zufrieden, sind fröhlich und lachen viel. Sie identifizieren sich nicht mit dem was sie haben, sondern mit dem was sie sind. Sie haben echte Beziehungen zu ihren Familien und mit Freunden, sie halten zusammen und teilen das Wenige.

Dagegen haben wir hier in der Schweiz zwar fast alles Materielle, was man sich wünschen kann. Wir haben eine Zukunft, eine Perspektive und wir können alles werden, was wir wollen. Aber sind wir mit unseren Klamotten, iPhones, unserem Lebensstandard und Möglichkeiten glücklicher?

Wenn wir nur ein wenig geben, kommt sehr viel zurück. Das habe ich aus meiner Reise nach Laos gelernt. Ich werde weiterhin für Laos sammeln und dieses Projekt unterstützen. Ich habe mit den fünf Mädchen, die auch dabei waren, schon einen kleinen Verein gegründet, den wir «Lotus for Laos» genannt haben. Wenn auch Sie, liebe Leserin und lieber Leser, helfen wollen, können Sie direkt auf der Webseite spenden.

www.deakkumpaorphanage.com

franziska150x150*Ich heisse Franzisca und wohne im Kanton Zürich. Ich besuche die vierte Klasse des Gymnasiums und neben Laos macht mir kreatives Gestalten sehr viel Spass. Ich liebe es zu zeichnen, zu designen und meine Ideen in die Tat umzusetzen.

30 Kommentare zu «Hilfseinsatz im Waisenheim»

  • Adolf Stoll sagt:

    Mir wird bei der ganzen Debatte viel zu sehr am Negativen herumgemacht.
    Vergessen Sie die ganzen Argumente – das Einzigste was zählt ist: T-U-N.
    Und Franziska hat bewiesen dass jeder etwas tun kann. Einfach in ihre Fußstapfen treten und schon passiert was. Übrigens geht das auch ìn der Schweiz – denken Sie doch bloß mal darüber nach wo in Ihrer nächsten Umgebung das nächste Asylbewerberwohnheim ist – dafür braucht es dann „keine flugspendenden Eltern“. Alle Achtung vor Franziska und ihren Eltern. Schön, dass es sie gibt!

  • Markus sagt:

    Als eines der ärmsten Ländern der Erde, wurde Laos während des Vietnamkrieges flächendeckend von den Amis bombardiert um die Vietcong Nachschublinien zu unterbinden. Das Land leidet noch heute darunter u.a. schlechter Infrastruktur, Bildung und die wenigen Bodenschätze Holz, Gold etc. werden von den Chinesen ausgebeutet. Ich mag den Laoten jede noch so kleine Unterstützung gönnen. Ihnen ist es wohl egal ob die jungen Helferinnen vom Zürichberg kommen….. Wichtig sind kleine Schritte, wie Verbesserungen in den Bereichen wie Hyghiene, (Laos hat eine sehr hohe Kindersterblichkeit)

  • malibe sagt:

    Eigentlich mag ich Francisca gar nicht so an den Karren fahren, wie ich es meinem ersten Kommentar getan habe. Vielleicht stört mich einfach ihr „Züribärg-Meiteli-Leben“. Die Kritik betrifft wohl eher die Eltern, die teure Reisen finanzieren, um dann dort „etwas zu helfen“… Da geht es nur um die Herstellung eines guten Gewissens: „Wir reich, du arm, du Almosen..“. Franciscas Engagement ist „nett“, ihrem Alter entsprechend. Nur sollte sie eines Tages realisieren, dass es Menschen gibt, die WIRKLICH helfen gehen, sechs Monate oder ein Jahr. Vielleicht hat sie ja die Stärke dazu

    • Brunhild Steiner sagt:

      @malibe:
      und das soll nun so viel besser sein? (Wo überhaupt ist der „erste K.“?)
      Würden all die 6Monats bis 1 Jahr-wirklich-helfen-Einsätze reichen,
      käm wohl niemand auf die Idee seine einzigen Ferien fürs entrümpeln, putzen, renovieren etc zu inverstieren.
      Leben Sie persönlich „engagiert“?
      Und wie stellen Sie persönlich sicher, dass Ihr Engagement nicht bloss auf die Herstellung eines guten Gewissens abzielt und eigentlich an „Stärke“ mangelt?!…

    • Muttis Liebling sagt:

      Man sollte auch nicht WIRKLICH helfen. Spenden und Ehrenamt sind wie passive Immunisierung, helfen für den Augenblick, koppeln aber negativ auf die für die Gefahrenabwehr zuständigen Systeme zurück. Sprich, ein Staat dem geholfen wird, reduziert im gleichen Mass eigene Interventionen. Grundsätzlich sollten sich Bürger nicht in hoheitliche Aufgaben, welchen Staates auch immer einmischen. Keine Spenden, kein Ehrenamt. Besser ist, es zur Katastrophe kommen zu lassen, aus der kann eine potentiell funktionsfähige und vernünftige Struktur entstehen. Heftpflaster nützt nichts. schadet viel mehr.

      • Brunhild Steiner sagt:

        @Muttis Liebling:
        dass wir, ginge es nach Ihnen,
        uns ohnehin gänzlich von jeglichem Aktivsein ausserhalb unsrer Landesgrenzen fernhalten sollten,
        ist mittlerweilen ja sehr bekannt…-

        HERZSEIDANK halten sich noch längst nicht alle an diese Maxime…

      • Muttis Liebling sagt:

        Mahatma Gandhi hat Entwicklungshilfe die Kolonisationsmethode des 20. Jahrhunderts genannt. Was immer der Westen in der 3. Welt auch tut, egal, ob mit guten oder schlechten Absichten, es hat bisher immer nur geschadet.
        Wenn man von der Schweiz aus etwas Gutes tun will, kann man sich darum kümmern, dass hier ansässige Rohstoff- und Trinkwasserräuber diese Länder nicht gnadenlos ausbeuten.
        Tatsächlich werden die aber hofiert und ein Feigenblatt der Barmherzigkeit drüber gehängt. Einem 15- jährigen Mädchen kann man das nachsehen, aber von einem Erwachsenen erwarte ich mehr Ein- und Übersicht.

  • Franzisca sagt:

    Vielen Dank für die tollen Kommentare und natürlich auch für die grosszügigen Spenden.Ich hatte mit diesem Artikel nie die Absicht irgendwem irgendwas zu unterstellen. Mir ist bewusst wie gut es mir geht und was für ein Glück ich mit meinem Leben habe. Ich lebe definitiv das Leben eines verwöhnten Teenagers. Trotzdem mache ich mir Gedanken, wie es anderen geht. Mein Glück macht es mir möglich Leben anderer zu verändern. Das ist eines der besten Gefühle, die man je haben kann. Meiner Meinung nach ist mein Privileg gleichzeitig auch eine Verpflichtung, die ich weiterhin ernst nehmen werd

    • Rosie Meier sagt:

      Einfach so weitermachen und die negativen Kommentare vergessen! 🙂

    • tina sagt:

      das finde ich eine super einstellung. und noch viel toller ist das persönliche engagement! bin sehr beeindruckt und denke, dass man es mit so einer haltung weit bringt, und vieles in bewegung setzen kannn. ansteckend ist es auch noch 🙂

  • Laura sagt:

    Es hört sich an, als hätten sie sich dieses spezielle Waisenhaus schon vorher gründlich angschaut. Grundsätzlich bin ich solchen Volunteer-Einsätzen sehr kritisch gegenüber. Oft muss man ja auch dafür bezahlen, und trotzdem sehen die Waisenhäuser himmeltraurig aus. Hier ein Artikel beim Daily Telegraph: http://bit.ly/1cl4bg4 Google gibt noch viel mehr Informationen, wenn man sich dafür interessieren will.

    • Rosie Meier sagt:

      Ja, man muss oft für Volunteer-Einsätze zahlen. Ist ja auch richtig, immerhin bekommt man Kost und Logie dafür. Wenn dieses Länder, in denen solche Projekte laufen, den Helfern etwas zahlen müssten, würden sie natürlich lieber einheimische Arbeitslose nehmen, zu Recht!
      Man darf nicht vergessen, dass die jungen (oder auch älteren) Helfer auch etwas davon haben, nämlich Erfahrungen, die mit Geld gar nicht aufzuwiegen sind.
      Im Waisenhaus in Vietanm, wo unsere Tochter war, bekommen die Kinder neben der Arbeit Zeit und Zuneigung von den Freiwilligen, das ist für ein Waisenkind unbezahlbar!

  • Gutgsell Beatrice sagt:

    Ich finde das eine grossartige Sache, was du da als junge Frau für Waisenkinder machst und kann dir nur beipflichten, dass solche Unternehmungen das Leben bereichern, statt all dem Luxus, den wir in unserem Land geniessen. Eigentlich sollten viel mehr Menschen erfahren, wie wenig es doch braucht um wirklich glücklich zu sein. Immer wieder stellen wir da fest, wenn wir in Drittweltländer reisen. Hut ab vor diesen Menschen, man kann nur lernen, dass nicht aller materieller Reichtum Zufriedenheit bringt, ist doch seelischer Reichtum weit mehr wert.

  • ChrisX sagt:

    liebe Franziska, ich finde soviel Enthusiasmus und Engagement sollte belohnt werden. Ich habe soeben via Paypal CHF 100 an Deak Kum Pa Orphanage Donation überwiesen, mit Bezug auf deinen Artikel im Tagi.
    Übrigens, man kann auch in der Schweiz Gutes tun.

  • Manuela sagt:

    Aber hallo. Bei mir in der Schule damals interessierten sich alle nur wer mit wem geknutscht hat und wer den teuersten Roller oder Klamotten hatte.
    Respekt junge Dame. Genau dieses 1% wird die Welt verändern, während die anderen 99% wie die Schafe rumblöcken.
    Weiter so und offensichtlich finden Sie auch Gleichgesinnte und Freunde in der Schule, die mithelfen.

  • Ylene sagt:

    Liebe Franziska, ein paar der Leute, die vorbeilaufen, spenden vielleicht ein paar Hundert Franken pro Jahr – nur nicht an ‚irgendwelche‘ Leute. Ich spende aus Prinzip keinen Leuten auf der Strasse was – ausser es sind Obdachlose, welche mir ganz ehrlich sagen, dass sie einfach ein kaltes Bier wollen. Wer sagt mir, dass das Geld auch wirklich dort landet, wo es angeblich hin soll? Da spende ich lieber für eine Organisation mit Gütesiegel, bei der ich zumindest ein Mü sicherer sein kann, dass das Geld auch tatsächlich (zum Teil wenigstens) irgendwo ankommt.

    • Franzisca sagt:

      Liebe Ylene, das kann ich absolut nachvollziehen. Ich habe bis jetzt auch immer zu den Leuten gehört, die vorbeigelaufen sind. Man kann nie wissen was mit dem Geld passiert. Aber als engagierte Person, die dort steht, wissend etwas Gutes zu tun und das Desintresse der Leute zu sehen, ist sehr schwer. Meine Erkenntnis aus dieser Situation war einfach, sich nicht aufzuregen sonder sich auf die intressierten Menschen zu konzentrieren. Wobei ich werde ab jetzt sicher eher stehen bleiben und etwas Vertrauen in die Menschheit zu haben.

  • Andy Konrad sagt:

    Sabaidee Franzisca, ich gratuliere dir zu diesem Einsatz. Es freut mich besonders zu lesen, dass sich junge Leute wie du für ein solches Projekt engagieren. Ich kenne Laos und vorallem das Nachbarland Kambodscha aus eigener Erfahrung sehr gut und weiss wie nötig diese Hilfe dort ist. Du hast in deinem Bericht etwas sehr wichtiges und richtiges erwähnt. Reichtum an materiellem macht nicht zwingend glücklich. Die Lebensfreude der Menschen in diesen doch von Armut geplagten Ländern beeindruckt mich immer wieder sehr. Etwas was hier in unserer Sucht nach materiellem Wohlstand leider immer mehr abhanden kommt. Ich werde bei meinem nächsten Besuch in L.P. die Lotus Villa aufsuchen. Meine Spende hast du auf sicher.

  • simone sagt:

    Diese Erfahrung ist sicher sehr wertvoll. Mich macht etwas stutzig wie abschaetzig ueber die 99 % der Nichtspendenden gesprochen wird. So viele Projekte werden beworben.. Hat sich die Schreiberin ueberlegt, wieviele Mahlzeiten ihre Familie spenden koennte, wenn sie auf diese teueren Reisen verzichten wuerde? Es ist ja nicht so, dass alle anderen auf die Malediven fliegen, viele – wie meine Familie – machen seit Jahren keine Ferien ausser mal einen Zeltausflug im Inland.

    • M. Bolliger sagt:

      Es ist aber schon so, dass hier in der Schweiz wohl die allermeisten einen „Fünfliiber“ für einen guten Zweck geben könnten. Ich finde es stark, wenn sich Menschen engagieren und eben nicht „nur“ Geld spenden, sondern vor Ort mit anpacken. Denn es ist auch bekannt, dass manchmal nicht rückverfolgbar ist, wohin das Geld am Schluss geflossen ist. Das ist schade für die Bedürftigen, die dringend auf Hilfe angewiesen sind.
      In dem Sinne: weiter so, ich freue mich über den Bericht!

      • Eni sagt:

        Ich kann mich da Simone nur anschliessen. Offensichtlich stammt Francisca aus einer überdurchschnittlich begüterten Familie (ansonsten könnten sie sich diese Reisen kaum leisten) und gerade in dieser Bevölkerungsschicht ist Geiz gegenüber anderen Menschen geil, wie man auch aus dem Beispiel Zürichberg lesen kann.

        Als alleinerziehende Mutter bin ich sehr arm, muss sehr oft schauen dass das Geld reicht. Trotzdem versuche ich jeweils im Dezember 50.- zu spenden. Habe auch diese Woche einer bettelnden Mutter 10.- in die Hand gedrückt, mehr kann ich nicht tun.

      • Edi Rey sagt:

        Um einen Flug nach Kambodscha oder Laos zu buchen muss man begütert sein?. Wieviel geben denn viele junge Leute im Ausgang aus. Auf den Willen und die Bereitschaft kommt es an. Helfen ist sehr gut, wenn man es privat für arme Familien tut, aber gar nicht so einfach wie es aussieht. Für Kindergärten, Schulen oder Waisenhäuser ist es aber prima.

  • Sabina sagt:

    Wie toll dass Ihr Euch in eine so tifgreifend verändernde Erfahrung eingelassen habt!
    Ich war selber In Luang Prabang und der Artikel animiert mich das waisenhaus zu unterstützen.
    Ein Land mit Menschen die es verdienen sorgfältige Hilfe zu bekommen.
    Danke!

  • Jan Holler sagt:

    Finde das Engagement toll. Was mich jedoch immer interessiert hat, ist Folgendes: Warum braucht es junge westliche Menschen voller Ideale um an anderen Orten den Dreck wegzuräumen (s. Text)? Was ist der Grund, warum die Menschen dort nicht selber einen Besen in die Hand nehmen und ihren eigenen Schlafsaal etwas säubern? – Ist der Nachteil all dieser Hilfe, dass man an solchen Orten heute darauf wartet, dass einem geholfen wird? (Bei dieser Frage geht es um die Erwachsenen, nicht die Kinder).

    • Andy Konrad sagt:

      Herr Holler, ich nehme fest an sie waren noch nie in Laos oder Kambodscha. Wenn man sich täglich Gedanken machen muss, was und vorallem ob man überhaupt etwas auf den Teller kriegt, ist der Griff zum Besenstil wirklich keine Priorität.
      Die Lebensumstände in diesen Ländern setzen ganz einfach andere Prioritäten. Hygienevorstellungen und -Bewusstsein dort entsprechen eben nicht unseren.

      • Jan Holler sagt:

        Ja, ich war noch nie dort, das relativiert die Frage jedoch nicht. Ihre Antwort lässt dann aber wenig Hoffnung auf Besserung übrig. Wer nicht selber die einfachen Dinge in die Hand nimmt oder nehmen kann, der wird seine Situation nicht verbessern können.
        Trotzdem finde ich den Einsatz dieser jungen Menschen gut. Aber das bezieht sich auf uns: Es gibt Menschen, die für andere da sind und das macht unsere Gesellschaft etwas besser.

    • Dodimi sagt:

      @Jan Holler:Teile ihre Meinung,gerade weil ich in Vietnam wohne.Während Spekulationsbauten um Spek.-bauten in den Himmel wachsen,geht der Blick vom Prestigezentrum in die Aussenquartiere verloren.Die Gleichgültigkeit des Durchschnittsvietnamesen gegenüber seiner Umwelt ist erschreckend.Abfall wird meist auf die Strasse geworfen,selbst wenn ein Kübel daneben steht.Putzen,Schrubben,Malen,Schmirgeln?Aber klar doch,Vietnamesen lächeln holdselig ja freundlich und schauen dir dabei zu.Meine Mutter selig sagte einst:“Ein Stück Seife und 1 Besen geht auch wenn man arm ist.Sie wusste wovon sie sprach!

  • Rosie Meier sagt:

    Vielen Dank für diesen berührenden Bericht!
    Meine Tochter war in diesem Jahr in Vietnam, wo sie in einer NGO arbeitete. Man kann es nur allen Jugendlichen empfehlen, einmal über den eigenen Tellerrand hinauszuschauen, in ein absolut fremdes Land zu reisen und es wirklich zu erleben. Nicht nur, dass man so anderen helfen kann, man ändert auch seine Wertvorstellungen für das eigene Leben.
    Solche Erfahrungen sind so unendlich viel wichtiger als ein neues Smartphone, die neuste Mode oder gar Model zu werden.

    • Andy Konrad sagt:

      Doch es gibt Grund zur Hoffnung Herr Joller. Menschen wie Franzisca und die Lernbereitschaft der Laoten. Der Einsatz lohnt sich.

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