Jugendliche zwischen Blümchensex und Gang-Bang

Ein Interview mit Rita Steffes-enn*

Ein Junge legt seinen Arm über die Schulter eines Mädchens. (keystone)

Wann wird eine Handlung zu einem sexuellen Übergriff? Symbolbild: Ein Junge legt seinen Arm um die Schulter eines Mädchens. (Keystone/Martin Rütschi)

Frau Steffes-enn, eines Ihrer Spezialgebiete sind sexuelle Übergriffe. Nun triezen sich Jugendliche ja gern auch körperlich, ist das bereits ein Übergriff?
Sexuelle Grenzverletzungen sind bei Jugendlichen tatsächlich keine Seltenheit. Leider heisst es deshalb in vielen professionellen Gebieten wie der Schule oder in der Jugendarbeit schnell, es sei halt normal, wenn ein Junge einem Mädchen mal an den Hintern fasse. Aber dabei geht vergessen: Sexualität ist unser intimster Bereich. Hier werden extrem schnell Grenzen überschritten. Wichtig ist es deshalb, selbst sogenannte Überschwangshandlungen nicht einfach abzutun, denn auch hier werden Grenzen überschritten.

Wie also reagieren, wenn Jugendliche sich sexuell anmachen?
Zentral ist es, mit Kindern und Jugendlichen das Thema Grenzen anzuschauen: Wie weit gehe ich selber, wie weit darf man bei mir gehen und vor allem: Was mache ich, wenn der andere mir zeigt, dass ich jetzt bei ihm eine Grenze überschritten habe? Das müssen ja auch schon Kinder lernen. Besonders wichtig ist auch, dass sie wissen, was sie tun können, wenn jemand ihre Grenzen eben nicht respektiert. Kinder und Jugendliche müssen zumindest wissen, an wen sie sich in solchen Fällen wenden können.

Was ist denn so kompliziert an der jugendlichen Sexualität?
Sexualität besteht aus vier Aspekten: Lust, Beziehung, Identität und Fortpflanzung. Besonders bedeutsam im Jugendalter sind hier die Beziehung und Identität. Und da liegt ein Problem: Beziehung hat mit Empathie zu tun, mit Einfühlungsvermögen. Das lernen Kinder ganz früh – vorausgesetzt, man bringt sie ihnen entgegen. Leider geschieht genau das oft nicht. Das hat zur Folge, dass Jugendliche Mühe haben, sich vorzustellen, was in einem Mädchen zum Beispiel bei einem Gang-Bang (ursprüngliche Bedeutung: Gruppenvergewaltigung) vorgeht. Es wird dann nicht wahrgenommen, dass das Mädchen zum reinen Penetrationsobjekt reduziert wird. Und dann kommt hinzu, woraus ich meine Identität bilde: Kann ich sagen, dass ich bei so was nicht mitmache, oder denke ich, mitmachen zu müssen, um ein echter Kerl zu sein?

Woher haben die Jugendlichen diese verschobenen Identitätsbilder?
Viele Jugendliche werden heute durch Pornografie «aufgeklärt». Das kann fatale Folgen haben. Sie sehen beispielsweise, dass alle Frauen gern Sperma schlucken, anal befriedigt oder gefistet werden, und halten das für normal. Und was machen Jungs? Sie wollen mitreden können, ahmen nach und wundern sich, dass die meisten Mädchen davon nicht begeistert sind. Die Jungs werden verunsichert oder werten das Mädchen als frigide ab. Die Mädchen wiederum zweifeln mitunter an sich, warum sie das nicht als lustvoll erleben. Damit verlieren beide Seiten die Möglichkeit, Sexualität selbstständig als etwas Wunderbares zu erleben, das alle Sinne anspricht, Lust und Nähe schafft.

Welche Rolle spielen dabei die sozialen Medien?
Wir wissen, dass ca. 70 Prozent der Kommunikation nonverbal abläuft, also darüber, wie der andere guckt, wie seine Stimme klingt, wie er sich bewegt, wie er riecht usw. Hiervon fehlt vieles im Chat. Ein Beispiel: Wenn ich jemandem schreibe, «ich hätte gern mal ein Bild von deinem Arsch», ist das natürlich sehr direkt. Wenn als Antwort nun ein «Nein» getippt wurde, weiss ich noch nicht, wie das gemeint ist. Es gibt ja so viele Arten von «Nein». Der Computer verrät mir nicht, ob der andere verletzt oder verunsichert ist, ob er sich dennoch geehrt fühlt, es lustig findet etc. Dadurch fällt es aber auch viel leichter, weiterzumachen, mitunter den Druck zu erhöhen, auch wenn der andere eigentlich eine Grenze gezogen hat. Da nützen auch all die Emojis nichts. Sogar Kameras und Mikros können nicht alle nonverbalen Informationen transportieren.

Was können Eltern tun? Die scheinen ja heute hinter dem Mond zu leben, was die Sexualität ihrer Kids angeht.
Dem Kind vermitteln, eigene Grenzen zu ziehen und jene der anderen zu erkennen und zu respektieren. Die wichtigste Regel dabei: Alles gilt auch gegenüber den eigenen Eltern! Es fällt vielen schwer, zu akzeptieren, dass auch sie selbst vielleicht mal kein Küsschen bekommen, das Kind gar Ekelreaktionen zeigt. Aber: Die meisten Übergriffe erfolgen durch vertraute Menschen. Eine andere Regel: Es gibt keine Familiengeheimnisse. Wenn ich als Mutter einen Fehler mache, eine Grenze überschreite, beispielsweise meinem Kind einen Klaps auf den Hintern gebe, kann ich nicht sagen: «Aber gell, das erzählst du keinem.» Kinder haben das Recht, mit allen darüber zu reden, egal, wie peinlich uns Eltern das auch sein mag.

Und wie sieht es mit Kleiderregeln aus?
Vergessen Sie die. Jedes Mal, wenn Sie Ihrer Tochter sagen, sie solle nicht mit Hotpants rumlaufen, weil sie damit falsche Signale sende, zementieren Sie einen der hartnäckigsten Vergewaltigungsmythen: Schuld an Vergewaltigungen sei aufreizende Kleidung, ergo die Opfer. Tatsache ist aber: Sie waren einfach zum falschen Zeitpunkt mit dem falschen Menschen am falschen Ort. Punkt.

Sie sagen, in einem funktionierenden System könne es keine lang andauernden Übergriffe geben…
Das stimmt. Wenn Kinder keine sicheren Bindungen zu Erwachsenen erleben, seien es Lehrer oder Eltern, bietet dies Platz für Abhängigkeit und Geheimhaltung, die beiden Rahmenbedingungen für lang anhaltenden Missbrauch im sozialen Nahraum oder in Institutionen. Darum ist es auch so fatal, sogenannte Petzer-Kinder immer zu rügen. Diese haben meist ein Defizit und möchten einfach wahrgenommen werden, also liefern sie Informationen. Schimpfen wir sie dafür aus, werden weder sie noch andere Kinder mehr Wichtiges an uns herantragen. Darum sollten Petzer-Kinder nicht gerügt werden, sondern bestärkt werden, wenn sie sich auf sich selbst konzentrieren, selbst wenn sie nur eine Zeichnung anfertigen. Sie sollen merken, dass sie von uns auch anders wahrgenommen werden.

Ihr Fazit? Was ist die beste Prävention gegen sexuelle Gewalt unter Jugendlichen?
Vertrauensvolle und Halt gebende Bindungen zu erwachsenen Bezugspersonen, sprich: Erwachsene als sicherer Hafen.

mbSteffesRita Steffes-enn ist Kriminologin (M.A.) und Leiterin des Instituts für deliktbezogene Täterarbeit (www.i-d-t.org) in Rheinland-Pfalz mit Schwerpunkt auf Stalking, Gewalt- und Sexualdelinquenz, hält viele Fachreferate im In- und Ausland, z.B. an der Fachtagung zu Jugenddelinquenz in Zürich.

160 Kommentare zu «Jugendliche zwischen Blümchensex und Gang-Bang»

  • Reto Stadelman sagt:

    „Schuld an Vergewaltigungen sei aufreizende Kleidung, ergo die Opfer. Tatsache ist aber: Sie waren einfach zum falschen Zeitpunkt mit dem falschen Menschen am falschen Ort. Punkt.“
    Das ist richtig UND muss ergänzt werden. In dem man etwas totschweigt macht man es nicht besser. Aufreizende Kleidung kann ein Sicherheitsrisiko darstellen. Junge Frauen sollten lernen wann und wo diese angemessen ist und wann nicht. Nicht nur wegen der Gefahr einer Vergewaltigung, falsche Kleidung kann auch zu sozialer Ausgrenzung führen. Immer alle Aspekte ansprechen.

    • gabi sagt:

      Kürzlich Statistiken aus Ägypen gesehen.

      Die Frauen sind verschleiert wie noch nie. Bilder zwischen den 70ern und heute wirken geradezu seltsam an: Anderes Land.

      Die sexuelle Gewalt gegenüber Frauen ist höher denn je.

      Vielleicht steigt ja sogar die Vergewaltigungsrate, WEIL Frauen immer verhüllter rumlaufen… Und damit indirekt noch die Vorstellung befeuern, dass es nichts wie normal sei, dass Männer erspähte Frauen einfach anrammeln MÜSSEN.

      Mir wäre wohler in einer Welt, wo alle leichtbekleidet rumliefen und dabei dennoch alle wüssten, dass Sex bloss einvernehmlich geschehen sollte.

  • Blanche Wu sagt:

    Vertrauensvolle und Halt gebende Bindungen zu erwachsenen Bezugspersonen, sprich: Erwachsene als sicherer Hafen.

    Wo sind da die Eltern, Familie? Aha Erwachsene halt. Einfach so Bezugspersonen. Die Familie wird nicht erwähnt. Die braucht es ja gar nicht. Eltern? Nicht so wichtig.

    Weiter wo ist die Elternpflicht? Müssen nicht die Eltern, solche grundlegende Dinge den Kindern mitgeben. Sie vorbereiten um selbstständig zu handeln?

  • Hermann sagt:

    Mein 11 Jähriger las die Zeitung und fragte, Papa, was ist Vergewaltigung. Wir diskutierten lange und offen. Er kam schliesslich zum Schluss, Vergewaltigung beginnt damit, dass ich jemanden zu etwas zwinge, das er (oder sie) nicht will. Ich lernte, dass wir als Eltern diesen Fragen nicht ausweichen können oder dürfen.

  • Michael Pfisterer - Psychologe sagt:

    Mit der grundsätzlichen Aussage bin ich einverstanden. Die Aussage, dass aufreizende Kleider keine Rolle bei sexuellem Missbrauch spielen, finde ich gefährlich. Es geht ja nicht darum, dies den Mädchen zu verbieten, aber es geht darum, dass sie ein Bewusstsein dafür entwickeln, was sie in solcher Kleidung bei Jungs auslösen können, dass die Mädchen Signale senden. So können sie auch bewusst auswählen, was sie tragen und aussenden wollen.

    • Sparter sagt:

      Jetzt mal ernsthaft:
      Bei euch wirkt die Kleidung wirklich so stark?

      • Janine K. sagt:

        Bist du wirklich so naiv? Männer reagieren sehr auf visuelle Reize. Die einen mehr, die anderen weniger.

        Da kein Mädchen oder Frau wissen kann, welche Männer sich und ihre Sexualitaet im Griff haben, bin ich sehr dafür, das wir den Mädchen hier verantwortung beibringen. Es laufen schliesslich genug gestörte Männerherum. Warum ist es so vielen Frauen so wichtig, sich dauernd aufreizend präsentieren zu wollen?
        Emanzipiert sein wollen, sich aber dann trotzdem auf denKörper reduzieren- versteh ich nicht , wo bleibt da die Würde?

  • Markus sagt:

    es stimmt, es ist nicht immer einfach, die wüsche des gegenübers zu deuten und die kommunikation lebt ja auch wesentlich von undeutlichkeit und interpretationsbedarf. erst deshalb wird sie spannend. dennoch kommt beim körperlichen und sexuellen kontakt eine zusätzlich dimension hinzu.
    ich glaube der schlüssel liegt bei der „empatie“, der fähigkeit, sich ins gegenüber zu versetzen und der anstand, dessen unsicherheit, verletzlichkeit oder ablehnung ernst zu nehmen.

  • Roshan sagt:

    Sie sagen, in einem funktionierenden System könne es keine lang andauernden Übergriffe geben.

    Auch wenn ich mit Ihnen übereinstimme, dass Übergriffe meist im nahen Beziehungsfeld mit Abhängigkeiten in Famile, Verwandtschaft und Institutionen geschehen, so bin ich mit Ihnen uneins, dass ein funktionierendes System überhaupt besteht.

    • Roshan sagt:

      Dies belegen Sie selber in dem Sie Ausdrücke wie Petzer verwenden und dann weiter noch sagen, dass das zwar junge Menschen mit einem Defizit seien und an sich Aufmerksamkeit erheischen möchten, aber denen dennoch zugehört werden sollte. Damit unterstellen Sie jenen oft Kolleginnen des Opfers ein selbstgezogenes Motiv und damit geben Sie den Ansprechpersonen einen Anlass des Zweifels und Verdächtigens des Meldenden, und diskreditieren damit die Frühwarnsignale.

    • Roshan sagt:

      Als Forensikerin sollten Sie es eigentlich besser wissen und gerade auf diese Frühwarnsignale als möglichen Ansatzpunkt von Intervention hinweisen. Schade, dass Sie diesen wesentlichen Rat vermeiden. Schade gerade deswegen, weil ich aus eigener Erfahrung weiss, dass es gerade das Nichterkennen der Frühwarnsignale ist, die Übergriffe perpetuieren.

    • Roshan sagt:

      Weiter fehlt mir in Ihren Ausführungen der Aspekt, dass untersuchende Behörden meist die Anschuldigungen nicht hören wollen, sie oft nicht einmal glauben wollen und deshalb nicht einmal eine Untersuchung einleiten. Weiter fehlt, dass selbst wenn eine Untersuchung eingeleitet wird, diese oft unter den Teppich gewischt wird, wenn das Verhältnis der macht so ist, dass Publizität dazu meist dermassen unerwünscht ist, dass das Opfer alleine gelassen wird.

      von den Einschüchterungen, Beweise an die Behörden nicht heranzutragen will ich nicht einmal reden.

    • Roshan sagt:

      Es sind dies alles Gründe, warum die Dunkelziffer so gross bleibt, und dies selbst dann, wenn mindestens ein Elternteil das Opfer unterstützen will. Das sind Phänomene, die unabhängig vom Rechtssystem zu bestehen scheinen, denn in meinen eigenen Bemühungen, mit Frauen gleichen Schicksals in Kontakt zu treten, erfuhr ich von allen ein sich fast deckendes Muster: Nämlich, aufzugeben und alleine damit fertig zu werden. Herunterschlucken und schweigen. Sehr ähnlich wie einiges des Filmmateriales, das am Rande hier erwähnt wird. Klar, wir geniessen das ja noch so sagen jene Filmchen.

    • Roshan sagt:

      Genugtuung, wenn auch nur symbolisch, ist selten. Bedeutend weniger selten ist, dass dieses Verhalten sogar noch eine Art Ruhm erhält, in dem es z.B. hier mit Gang Bang einerseits ein euphemisches Diminutiv erhält und weiter als eigentlich schon ok wenn… transportiert wird. Ist es nicht. Da stösst mich die Oberflächlichkeit und Ihre hier wiedergegebene Kälte ab. Vielleicht liegt dies am Format des Beitrages.

  • Gabriela Wehrli sagt:

    @Andy 19:15
    Ich fahre auch täglich mit dem ÖV und weiss sehr wohl wie’s da zu und her geht, und wer wie über was spricht. Aber wie können wir nach respektvollem Umgang verlangen (oder den erhoffen), wenn wir ihn selber nicht leben. Und das tut Hotel Papa eben nicht, wenn er mit solchen Titulierungen um sich schlägt. Darum geht’s mir. Ich beurteile (verurteile) seine Haltung und Aussage. Über das Verhalten der jungen Mädchen und Jungen habe ich mich in meinem Beitrag nicht geäussert.

  • starling sagt:

    Schön, wie sie gumpen, wenn gewisse Knöpfe gedrückt werden. Männer sollen für Frauen gefälligst in jedem Alter attraktiv sein, frau hat froh zu sein, über welches Exemplar auch immer. Dream on…..

  • Reto Burgener sagt:

    Mir wird schon etwas schlecht, wenn ich lese, dass man jungen Mädchen keine Kleidervorschriften machen und Kinder das Petzen beibringen soll, damit man immer gut informiert ist. Jugendliche Verantwortung lehren stelle ich mir anders vor. Respekt stelle ich mir anders vor. Reife stelle ich mir anders vor. Aufklärung stelle ich mir anders vor. Vor lauter kleinen politischen Korrektheiten hat wieder einmal ein Artikel total den Sinn verloren. Seid doch wieder einmal etwas mutiger. Und gerechter.

  • Reto Burgener sagt:

    Ich denke, von einer Kriminologin sollte man nicht zuviel erwarten. Ihr Fokus und Schwerpunkt liegt wohl im Ahnden von gesetzlich relevanten Sachverhalten. Der ganze Graubereich zwischen Menschen, Interaktionen, beiderseitige Provokationen, Rollen, Machtspiele, usw., das kann eine Kriminologin letztlich schlecht erläutern, weil es über das hinaus geht, was gesetzlich relevant ist.

  • Reto Burgener sagt:

    Finde ich schlimm, dass der Artikel Gang-Bang mit Massenvergewaltigung und die Rolle der Frau dabei auf ein Penetrationsobjekt reduziert wird. Richtig wäre: Gang-Bang steht für Gruppensex mit Männerüberschuss, und der Sex dabei wird auf Sex reduziert, Männer wie Frauen dabei werden auf Sexpartner reduziert. Der Genuss dabei bleibt nicht den Männern vorbehalten, de facto kommen Frauen dabei sogar viel mehr auf ihre Kosten. Ausser wenn sie es gegen ihren Willen tun. Aber das wäre ein anderes Thema. Es diskutiert sich leichter, wenn man sachlich und rational bleibt.

    • Andy sagt:

      Ganz genau so ist es. Gewissen „Expertinnen“ hier würde ich mal einen Besuch in einem bekannten Ost CH Swingerclub an einem Männerüberschuss-Abend empfehlen. Wissen Sie was das Problem ist? Mittlerweile hat es dort zu viele Frauen… Das hat mir übrigens eine Frau, welche sowas auslebt, berichtet.

  • markus müller sagt:

    solange die alten das gefühl haben, mit der jugend stimme was nicht und dass sie in gefahr sei, solange ist die gesellschaft wohl noch in ordnung. also: keine aufregung hier drüben. wie immer und wie man es sich vom internet gewohnt ist, diskutieren ein haufen leute über ein thema wovon keiner eine ahnung hat. ich fände es viel interessanter, als sich über die jugend aufzuregen, mal einen blog über das zwanghafte meinungsäussern im internet, das ausnahmslos jedem hier anhängt, zu führen.

  • Karl sagt:

    Haben Sie eine direkte Verbindung zur NSA, dass Sie wissen, wer hier welches Alter vertritt? Kann man die abonnieren? Und könnten Sie uns allen (ich, 34-j.) bitte sagen, was die von Ihnen Erwähnten Ihres Erachtens nicht begriffen haben? Danke.

    • Karl sagt:

      Betrifft die hochintelligente Aussage von Frau (?) Starling.

    • Andy sagt:

      Amüsant ist, dass sie wohl von der ihr bevorzugten Zielgruppe mit „ganz viel Niveau“ als MILF bezeichnet und genutzt wird. Ich bin übrigens 30 und alles andere als konservativ eingestellt. Aber ein wenig Vernunft darf man (und auch Frau!) durchaus auch ab und zu einfliessen lassen.

  • Eni sagt:

    Wäre jeder Mensch dazu fähig, Empathie zu empfinden, dann gäbe es doch solche Übergriffe gar nicht. Es kommt nicht von ungefähr, dass in vielen Fällen Jugendliche mit einem bestimmten Migrationshintergrund unter den Tätern zu finden sind. Während man in unseren Gefielden ein Kind eher lehrt, dass es auf Schwächere Rücksicht zu nehmen hat, ist in anderen Regionen der Welt eher das Faustrecht die Realität und wird auch schon kleinen Kindern vorgelebt.

  • starling sagt:

    Wenn ich die Kommentare der mittelalterlichen Männer hier lese, weiss ich einmal mehr, warum mir die jungen Männer so viel besser passen. Es ist nicht die Samthaut, auch nicht die körperliche Ausdauer, oder die fülligen Haare; zugegeben, das ist alles wunderbar, aber entscheidend ist etwas ganz anderes: Sie haben gewisse Sachen begriffen, welche den älteren Semester für immer verschlossen bleiben werden.

  • Daniel Arb sagt:

    Zitat: „Gang-Bang (ursprüngliche Bedeutung: Gruppenvergewaltigung)“

    Die Bedeutung dieses Wortes ist Gruppensex und hat nichts(!) mit einer Vergewaltigung zu tun! (Das wäre dann wohl eher Gang-Rape). Kommend vom englischen ‚Bang‘ als vulgärer Ausdruck für Sex.

    Ein solcher Fauxpas sollte einer ‚Expertin‘ schlicht nicht unterlaufen. Wenn sich jemand nicht mal mit den Begrifflichkeiten seines ‚Spezialgebietes‘ auskennt frage ich mich doch sehr wie es mit dem Rest der Aussagen steht.

    Zudem trägt eine solche Falschdeklaration von Wörtern erheblich zur Verunsicherung von Eltern bei!

    • Karl sagt:

      Dieser „Expertin“ sind noch ganz andere Faux-pas unterlaufen. Das ist aber egal, denn wer einen Exertentitel in solchen Angelegenheiten vorweist, ist ohnehin mit Vorsicht zu „geniessen“. Schwerer wiegt, dass die Redaktorin nicht nachfragt und nicht nachprüft. Das vermisse ich. Gehört doch zum Berufsstolz, dass man seine Arbeit gut macht.

    • Widerspenstige sagt:

      Die ursprüngliche Bedeutung wird unter Jugendlichen salopp Gang-Bang genannt und sie meinen damit eine Gruppenvergewaltigung! Es ist wohl damit erklärbar, dass Jugendliche ziemlich überfordert waren beim Betrachten von Pornos mit Gruppensex und Musikvideos aus der Rapper-Szene mit entsprechenden vulgären Songtexten. Da wurde wild durcheinander gemixt und wohl das Wort kurzerhand in die Umgangssprache übernommen. Also die Bezeichnung im Artikel ist umgangssprachlich korrekt für Jugendliche. Das ist ein wichtiger Einwurf in diese Diskussion übrigens.

    • A. Federer sagt:

      @Arb Wichtiger Hinweis. Allerdings hat eine „Gang-Bang“ nicht viel mir Gruppensex zu tun. „Gang-Bang“ bedeutet so etwas wie „Alle-gegen-Eine / n“, wohingegen Gruppensex so etwas wie „Jede / r-mit-Jeder / m“ bedeutet.

  • Edgar Schaad sagt:

    Ohne auf das Thema einzugehen, ist dies hier ein Blog zum Vergessen. Das beginnt mit dem Word „triezen“. Was soll das heissen? Was haben „Namen“ wie Schlämpu, Hotel Papa, usw. hier zu suchen? Was bedeutet NOMEANSNO. Weshalb werden Texte in Englisch akzeptiert? Ich lese zuunterst: …Mundart oder Fremdsprachen…Fantasienamen oder ganz offensichtlich… falsche Namen werden …nicht veröffentlicht! Das muss auch für solche Blogger, die nur einen Vornamen (den richtigen?) von sich geben. Blog-Qualität quo vadis?

  • Frank Baum sagt:

    „Sie waren einfach zum falschen Zeitpunkt mit dem falschen Menschen am falschen Ort. Punkt.“ Mit wem man zu welchem Zeitpunkt sich wo aufhält kann man steuern. Gerade die Kleidung wirkt da mit. Sie macht aus einem „mit dem flaschen Menschen am falschen Ort“ noch ein „zum flaschen Zeitpunkt“.

  • Reto Stadelman sagt:

    Oh man, schon wieder die Behauptung eine Frau müsse nicht darauf achten was sie anzieht. Was für eine dumme Vorstellung!
    Fest steht: Ein Vergewaltiger ist zu 100% schuld. Fest steht aber auch: Weniger freizügige Kleidung schützt besser. Ich bringe hier immer wieder gerne das Beispiel mit dem Polizisten der ohne kugelsichere Weste herumläuft. Wird er angeschossen und stirbt, bleibt er das Opfer und niemand käme auf die Idee ihn zu rügen. Dennoch ist allen klar dass eine kugelsichere Weste das Schlimmste verhindert hätte.Es geht hier letztlich schlicht um Schutz, Eigenverantwortung und Vernunft!

    • Reto Stadelman sagt:

      Also Frau Rita Steffes-enn, mit der Mahnung keine Hotpants anzuziehen wird nicht der Vergewaltiger geschützt, sondern auf Leichtsinnigkeit und mangelnde Eigenverantwortung aufmerksam gemacht! Denn eines steht fest: Es gibt keine Strafe die eine Vergewaltigung rückgängig machen könnte, KEINE. Also um Himmels Willen, sagen sie ihrer Tochter sie soll sich nicht zu sexy kleiden! Das ist ihre Pflicht als Erziehungsberechtigte!

      • Karl sagt:

        „Erziehungsverpflichtete“, bitte, Herr Stadelmann. Erziehung ist keine Recht, sondern eine Pflicht. PS. Deshalb drücken sich ja auch so viele drum…

      • Peter Binzegger sagt:

        Vergewaltigungen hat es in grauer Vorzeit, als sich die Frauen hier noch alles andere als Freizügig kleideten, alltäglich gegeben, und die Frau war damals auch noch in jedem Fall schuld. Dito kann man Live in Burkaländern heute immer noch sehen.
        Mag sein das die Hotpants Blicke (starren,glotzen) der Männer auf sich ziehen. Ob das OK ist, ist eine andere Frage, aber in jedem Fall sind diese kein Übergriff – im Extremfall eine Belästigung. Jedenfalls keine Vergewaltigung und ziehen auch keine nach sich.
        Logisch: Eine Vergewaltigte kann niemals Schuld sein! Wäre ein Wiederspruch in sich selbst!

    • Andy sagt:

      Grundsätzlich finde ich sollte jeder und jede so rumlaufen können wie er/sie es möchte. Ob nackt, als Schlampe oder geschlechtsneutral wie auch immer. Das Problem ist, dass unsere Gesellschaft (immer mehr) primär über die Oberfläche urteilt. Dies ist keine Rechtfertigung für nichts, aber die Gesellschaft interpretiert dies anders (übrigends auch Frauen welche dann „Schlampe“ etc. sagen). Darum sollte man schon mindestens genügend Erfahrung und Feingespühr haben, was was auslöst. Wenn man damit umgehen kann und es sich bewusst ist, dann soll jeder selber entscheiden. Vorher ist es gefährlich.

      • Reto Stadelman sagt:

        @Andy
        Natürlich ist das so. Mann/Frau kann selber entscheiden wie man herumläuft. Aber das ich ein Recht habe heisst nicht dass ich von diesem auch immer und überall gebrauch mache. Zudem wie ich schon schrieb, geht es bei dieser Diskussion zu einen grossen Teil um Eigenverantwortung und Schutz. Natürlich könnten sie in Australien oben ohne und ohne Sonnenschutz herumlaufen, natürlich kann man ohne Schutzbrille Schweissen (wenn das überhaupt möglich ist), aber jedem dürfte klar sein dass es eine dumme Idee ist. Genau so ist es eine zumindest fragwürdige Idee immer sexy herumzulaufen…

  • Pat sagt:

    Wenn die Frau Kriminologin und Fachreferentin mit Master etc. blabla erzählt, man solle, könne, dürfe, müsse die Kleiderregeln vergessen, soll sie doch bitte ihren Master zurückgeben und zu diesem Thema keine Fachreferate mehr halten. Und die Journalistin möge doch bitte in Zukunft nachfragen und nachhaken. Kleider senden immer (!) Signale. Diese Signale können (nicht) beabsichtigt oder falsch interpretiert werden. Das ist so, und wer das negiert, handelt grobfahrlässig. Also soll, kann, darf und msus man die Kleiderregeln nicht vergessen.

    • Karl sagt:

      Der Satz mit den Kleiderregeln ist mir auch aufgefallen – als lebensfremd und gefährlich. Es ist nun mal leider so, dass es auch böse und kranke Menschen gibt, die Grenzen nicht respektieren. Das sind dann die Täter, und die sind alleine schuld an ihrer Tat, aber das nützt dem Opfer nichts. Ausserdem schliesse ich mich der Forderung nach eingehendem Nachhaken durch die Journalistin an. Auch wenn das nur ein Online-Medium ist, könnte man die journalistische Qualität hochhalten.

    • lis sagt:

      Es werden auch Nonnen vergewaltigt und Bewohnerinnen von Altenheimen – die tragen/trugen allesamt weder Hotpants noch extrem kurze Miniröcke. Vergewaltigung ist in erster Linie eine Demonstration von Macht und nicht von sexuellem Bedürfnis: „Wenn ich will, dann …, was du willst ist drittrangig“. Die Aussage, dass Kleidung Signale aussendet, ist natürlich richtig – nur müssen Sender und Empfänger diese Singnale nicht gleich deuten. Insofern hat die Interviewte recht: Kleiderregeln verhindern gar nichts. „Ein Nein ist ein Nein“ ist die Regel, die für alle gilt.

  • Hotel Papa sagt:

    „Jedes Mal, wenn Sie Ihrer Tochter sagen, sie solle nicht mit Hotpants rumlaufen, weil sie damit falsche Signale sende, zementieren Sie einen der hartnäckigsten Vergewaltigungsmythen…“

    Also stellt man Ideologie (Slutwalk, anyone) über gesunden Menschenverstand.

    Natürlich ist aufreizende Kleidung keine Legitimation für alles. Als Einladunung zur Kontaktname ist sie aber oft gemeint und wird auch so verstanden. Wenn der Kontakt dann unerwünscht ist, ist natürlich der Empfänger der Botschaft schuld…

    • Hotel Papa sagt:

      Und selbstverständlich steht GENAU DIESE Aussage dann im Blurb…

    • Marco sagt:

      Kontaktaufnahme (ich nehme an, Sie meinten dieses Wort) ist aber immer noch etwas anderes als eine Vergewaltigung. Zumal knappe Kleidung keinesfalls in jedem Fall eine Aufforderung zur Kontaktaufnahme ist, sondern in erster Linie die Wahl der Kleidung tragenden Person ist, die nicht allen passen muss, aber von allen zu akzeptieren ist.

    • Peter Steiner sagt:

      Sehe ich auch so. Der Absatz mit der Kleiderfrage ist geradezu fahrlässig: Natürlich senden wir mit unserer Kleidung Signale aus. Eine Teenie muss ja noch nicht wie ein Strichmädchen durch die Gassen stolzieren und sich dann empören, wenn sie von entsprechendem Publikum angemacht wird.

    • Valerie sagt:

      Nein, man stellt nicht Ideologie ueber Menschenverstand. Der gesunde Menschenverstand sollte auch einem Mann / Jungen sagen, dass eine kurze Hose keine Einladung zum begrapschen ist. Wenn das nicht so ist, dann ist was echt falsch…

      Ihr Kommentar ist typisch fuer die oft gehoerten „Entschuldigungen“ einer Vergewaltigung.

      • Hotel Papa sagt:

        Blödsinn. Ich entschuldige garnichts. Aber wenn man so einem jungen Düpfi nicht klar macht, dass auch Kleidung Kommunkation ist, dann macht man einen Fehler. Und der von mir zitierte Satz ist genau das: Ideologie. „Weil ich nicht will, dass es so ist, ist es nicht so und Du musst es auch nicht lernen!“ Frau kann den Aspekt ja hinterherschieben. Trotzdem müssen die Jugendlichen lernen, wie sie wirken.

      • Gabriela Wehrli sagt:

        @ Hotel Papa
        Alleine durch die Tatsache, dass sie jugendliche Mädchen als „junge Düpfli“ bezeichnen, disqualifizieren Sie sich in höchstem Masse selber.
        Pfui!

      • Andy sagt:

        So unrecht hat er aber nicht Gabriela. Als fleissiger ÖV Benutzer bekomme ich tagtäglich so manches mit. Der moderne Feminismus hat dazu geführt, dass sich die Frau selbst zum Objekt reduziert und wie Eleonore oben sogar noch von einem selbstverständlichen „Filter“ ausgeht. Mann hat dann und auf die Art zu Verfügung zu stehen, wie es Frau gerade passt. Und genau DAS kann es nicht sein! Heute durfte ich mir <16 Jährige anhören (bis dann die Kopfhörer kamen) wie sie lautstark im Bus über Ihre Muschis und harte Schwänze gesprochen haben. DAS ist eine kranke Welt!

    • Gerda sagt:

      Natürlich haben Frauen die „aufreizend“ gekleidet sind das recht dazu. Und alle NORMALE Männer respektieren dies. Leider gibt es auch Männer mit krankhafte Phantasien und ähnliche Problemmänner die ihren Trieb nicht beherrschen.

    • Valerie sagt:

      @Hotel Papa – einem „jungen Duepfi“… wie nett sie die Maedchen bezeichnen. Sollen sie sich in Saecken kleiden, damit sie bloss keine maennliche Lust generieren. Ich finde solche Aussagen echt schlimm, denn es ist genau diese Denkenshaltung, welche dann die Leute sagen laesst. „Haette sie sich bloss nicht so angezogen, waere sie nicht vergewaltigt worden“ mit anderen Worten „Du bist schuld“.

      • toni sagt:

        Haette die die Haustuer nicht offen gelassen, waeren die Einbrecher nicht reingekommen; haette die das Portemonnaie nicht im Zug liegen gelassen, haette es keiner eingesteckt; haette die die teure Kamera nicht offen herumgetragen, haette ihr die keiner weggerissen; haette die die andere nicht so herablassend behandelt, haette die ihr auch nicht den Rotwein ueber die Bluse geschuettet; waere die nicht allein in Johannesburg in die Townships Bier trinken gegangen … Nach welchen Massstaeben definiert man Fahrlaessigkeit (die nicht das gleiche ist wie „Du bist Schuld“)?

      • Valerie sagt:

        @Toni – Mehrere Kommentare hier haben darauf hingewiesen, dass Frauen in Burkas, in Nonnenkleidung etc ebenfalls vergewaltigt werden. Waren diese auch fahrlaessig einfach weil sie sich aus dem Haus getraut haben?

      • Andy sagt:

        Valerie, niemand rechtfertigt Vergewaltigung hier! Aber das öffentliche Leben hat Regeln. Wenn jeder seine eigenen macht, artet aus. Und als Eltern alles zu tolerieren kann und darf nicht sein. „Junge Duepfi“ ist sehr nett ausgedrückt, für die Oberflächlichkeit, Schamlosigkeit welche ich genau von der angesprochenen Gruppe jeden Tag sehe. Alles wollen, kaum was leisten ausser hübsch auszusehen und eine riesen Klappe haben. Aber ja, Frau darf das ja, sie ist Frau. Und genau da fängt das Problem an!

      • Hansli sagt:

        Auf eine Vergewaltigung hat die Bekleidung wahrscheinlich kaum einen Einfluss. Aber dumme Sprüche lassen sich damit sehr wohl provozieren.

      • toni sagt:

        Sie weichen aus… Verbrechen geschehen und die Wahrscheinlichkeit Opfer zu werden kann durch geeignetes Verhalten reduziert werden. Das bewusst nicht zu tun gilt gemeinhin als unvorsichtig bis leichtsinnig. Fuer mich stellt sich die Frage, wieso bei manchen Verbrechenstypen die Grenze leicht definiert wird und wieso sie bei anderen Themen tabu ist (das Beispiel Johannesburg war nicht erfunden) bzw. welche Massstaebe gelten sollen. Die Forderung „Einbrecher sollen sich am Riemen reissen und nicht stehlen“ hielte jede(r) fuer naiv aber „Triebtaeter sollen ein Nein akzeptieren“ ist realistisch?

      • A. Federer sagt:

        @Valerie Bitte lesen Sie meinen Beitrag erst, sobald Sie sich wieder gefasst haben.
        Ich kann mir gut vorstellen, dass unschöne vergangene Erfahrungen unsere Weltsicht jeweils mitprägen. Dies gilt für betroffene Frauen, wie auch für betroffene Männer (die es übrigens auch gibt). Aber wild um sich schlagen bringt uns keinen Schritt weiter. Und es geht mir hier – das finde sehr wichtig – kein bisschen darum, den Opfern die Schuld in die Schuhe zu schieben; mir geht es allein ums Verständnis.
        Wie Frau Steffes-enn korrekt bemerkt, findet 70% der Kommunikation nonverbal statt. Kleidung ist ein…

      • A. Federer sagt:

        … ausserordentlich starkes Kommunikationsmittel. Durch die Kleidung sagen wir – sofern wir sie bewusst auswählen – sehr viel über uns und unsere Absichten und Wünsche aus. Hochzeiten finden in einer dafür bestimmten Kleidung statt; ebenso Gerichtsverhandlungen, ärztliche Kontrollen und Behandlungen, Polizeieinsätze, das Arbeiten im Büro, das Kochen in einem Restaurant usw. Wenn wir jungen Menschen nicht beibringen, ihre Kleidung bewusst auszuwählen, wird es im „besten“ Fall immer wieder zu unerwünschter Kommunikation mit anderen Menschen kommen; man bewegt sich ja nicht in einem Vakuum.

      • A. Federer sagt:


        Da man sich nicht in einem Vakuum bewegt, und stets eine Interaktion mit der eigenen Umwelt stattfindet, ist es als erwachsener Mensch – sorry, wenn ich das etwas harsch sage – ein bisschen naiv zu glauben, man könne ja anziehen was man wolle, die anderen hätten das einfach zu akzeptieren. Das wird nie funktionieren.
        Und um jedes Missverständnis aus dem Weg zu räumen: Ich rechtfertige niemals eine Vergewaltigung oder einen Übergriff. Ich sage nur, dass man (spätestens als Erwachsene / r) lieber das Tempo etwas drosseln sollte, anstatt mit 200kmh durch durch Gegend zu sausen.

  • Burger King sagt:

    Warum wird immer wieder das Porno-Aufklärungs-Klischee bemüht? Es stimmt einfach nicht, dass Jugendliche durch Pornos aufgeklärt werden und auch noch denken, das sei die Realität. Und der Satz: « (…) Sexualität (…) als etwas Wunderbares zu erleben, das alle Sinne anspricht, Lust und Nähe schafft.» ist einfach nur romantisch. Sexualität ist so viel mehr als diese Wohlfühloase, zu der wir sie machen wollen.

    • starling sagt:

      Weil es kein Klischee ist! Pornos haben eine verheerende Wirkung auf die ganze Gesellschaft, das dämmert langsam auch dem letzten „Freigeist“, wobei es natürlich schon immer das Gegenteil von frei war, andere Menschen zu Objekten zu machen und auszubeuten.

    • Roshan sagt:

      Hier schrieb ich etwas über die Zusammenhänge solchen Bild- und Filmmaterials mit Übergriffen. Es wartet, evtl. wegen Wörtern, auf Einschaltung.

  • Andy sagt:

    Ich bin für eine ungenierte und offene Sexualität. Aber gerade wenn man keine Grenzen zieht und alles erlaubt ist. Kein vernünftiger Bezug zum Thema mit auf den Lebensweg gegeben wird, ist es echt kein Wunder, dass diese Kinder als Erwachsene total verkorkst sind und in einer Doppelmoral leben. Doppelmoral ist ebenso, dass wenn Teenies sich wie die Damen am Strassenstrich kleiden, man schockiert ist, dass manch ältere Semester echt Mühe haben, damit angemessen umzugehen. Das ist keine Rechtfertigung oder Legitimation für Übergriffe, sondern Ursache und Wirkung. So ehrlich sollte man sein!

    • eleonore sagt:

      Moden ändern sich halt, und die älteren Semester sollten sich hinter die Ohren schreiben, dass das Sex-appeal sich nicht an sie richtet, sondern an junge, knusprige Männer… Ist doch nicht so schwer zu verstehen…

      • Andy sagt:

        In der Öffentlichkeit gibt es nunmal keinen Filter an wen sich das richtet. Schauen Sie ich bin um die 30, habe eine hübsche Freundin und echt Glück im Leben. Aber wenn ich doppelt so alt wäre, meine Frau 1x im Monat Sex wollte oder ich Singel wäre, dann würde ich in der heutigen Zeit auch durchdrehen. Ist das so schwer zu verstehen?

      • A. Federer sagt:

        Nein, Andy, das ist überhaupt nicht schwer zu verstehen. Selbstkontrolle muss sein, im Sexuellen, wie auch allgemein. Aber bigott sollte man sich selbst gegenüber nicht sein; und die freie Meinungsäusserung – wenn’s dabei bleibt – ist für mich so selbstverständlich wie die genannte Selbstkontrolle.

  • Dragan Pilic sagt:

    Wichtig ist vor allem, die Jugendlichen vor männlichen Angehörigen aus einem bestimmten Kulturkreis, in welchem Frauen gar nichts gelten, sehr eindringlich zu warnen.

  • Leo Nauber sagt:

    „Die meisten Übergriffe erfolgen durch vertraute Menschen.“ Das ist eben eine furchtbare Tatsache. Damit werden die Grundlagen für langes, langes verheimlichen gelegt. Welche Tochter, welcher Sohn wendet sich an den andern Elternteil, wenn der Übergreifende entsprechend droht und das Opfer entsprechend jung und abhängig ist? Wenn das Kind spürt, dass die Mutter weiss, was der Vater tut…. die Eltern wissen, was der Onkel tut….. Und die Eltern so oder so keine Zeit haben, sondern sich beide im Beruf fast zu tode schuften, damit Geld rein kommt und die Kinder als Kollateralschaden behandeln.

    • Eni sagt:

      Hier geht es aber nicht um Übergriffen von Erwachsenen gegen Kindern, sondern von jugendlichen Buben an jugendlichen Mädchen und da sind es wohl in den meisten Fällen kaum Familienmitglieder.

      Übrigens: arbeiten zu müssen ist kein Grund sein Kind nicht zu beschützen. Mitwisser sind Mittäter und gehören ebenso ins Gefängnis wie die Täter.

  • Schlämpu sagt:

    NOMEANSNO!

    • Hotel Papa sagt:

      Except when it does’nt.

      Schön wärs, wäre Kommunikation mit Frauen von solcher Klarheit.

      (When a lady says yes, she aint no lady.)

      • gabi sagt:

        Oder gleich:

        „Mit einem Typen, der mich ficken will, würde ich niemals ins Bett gehen“

        😀

      • Valerie sagt:

        Ich koennte kotzen… Wenn Ihnen jemand sagt, dass eine Beruehrung etc unerwuenscht ist, dann ist es so und es ist nicht ein Fall von „zier dich nicht“.

        In welchem Jahrhundert leben sie?

      • Sportpapi sagt:

        @Gabi: Ich habe jedenfalls den Unterschied bei WS gelernt…
        @Valerie: Es gibt auch noch so etwas wie Lebenserfahrung. Klar ist: man sollte das Gegenüber ernst nehmen und seine Aussagen (ja/nein) respektieren. Auch wenn ein gewisses Hin- und Her und unklare Komunikation bei Frauen doch weit verbreitet ist, meiner Meinung nach.

      • gabi sagt:

        Hihi… Ja. Weiss schon.

        Das ist natürlich auch ne Variante (und tatsächlich beim Zwischengeschlechtlichen auch nicht ungefährlich und durchaus zu erleben):

        Wenn sowieso nicht das zu gelten hat, was man grad vorher selber noch geäussert hat.

        Von daher kann natürlich nicht nur ein Nein ein Ja bedeuten, sondern auch ein Ja zu einem Nein werden. Wenn auch nicht im ersten Moment.

        Alles ist möglich, nichts ist ausgeschlossen und selbst Abgesprochenes hat nicht zu gelten…

        😉

      • Widerspenstige sagt:

        Sportpapi, was willst Du damit andeuten?
        Gabi, was soll jetzt wieder diese Unterstellung, nur weil Sie mit gewissen Argumenten in Notstand geraten und entsprechend reagierten in der Vergangenheit? 🙄

      • Valerie sagt:

        @Sportpapi – Lebenserfahrung… Und das ist genau was die Jugendlichen nicht haben, darum sollte die Regel ganz klar sein. Wenn eine Frau (oder ein Mann) nein sagt, dann heisst es nein. Uebrigens, die Lebenserfahrung kann einem auch falsch leiten, wenn die Lust einem den Blick verwirrt… Ich bleibe dabei, nein ist nein.

      • Roshan sagt:

        Ist ja auch umgekehrt so, Valerie, wenn eine junge Frau unsicher ist was sie will, aber eigentlich möchte, und später das nein bereut, wird sie nächstes Mal halt anders kommunizieren, das gehört zum Lernen. Sie war unsicher was sie will und sagte halt nein. Wird das respektiert, dann finden die zwei sich halt das nächste Mal, so beide wirklich wollen. Mussten wir ja alle in jungen Jahren lernen, bis wir es im Griff hatten, nicht?

    • Widerspenstige sagt:

      Also im Artikel wird von einem ‚Nein‘ in einem Chat gesprochen, was noch schwieriger zu beurteilen ist, als face-to-face Kommunikation. Es gibt da Hilfsmittel wie smileys oder entsprechend dem Verlauf eines Chats. Und ein ‚Nein‘ im direkten Kontakt ist dann ein ‚Nein‘, wenn es um Übergriffe geht oder sonstige Grenzüberschreitungen. Das ist absolut zu respektieren. Was Du erwähnst Hotel Papa ist das verbale Flirtspiel zwischen zwei sich mögenden und da kann es vorkommen, dass ein ‚Nein‘ das Gegenteil bedeuten KANN. Aber die Gestik dazu ist massgebend wie ein Lächeln. Nur für Erfahrene! 😉

      • Hansli sagt:

        Ich halte es einfach und respektiere ein Nein. Hab vielleicht ab und zu etwas verpasst. Nur ist eine die nicht sagen kann was sie denkt oder nicht weiss was sie will sowieso nicht mein Typ. Ich bin kein Hellseher.

      • eleonore sagt:

        bravo! das ist die einfachste lösung, und alle sind zufrieden. Wenn sie es sich anders überlegt, kann sie ja immer noch selber die Initiative ergreifen…

      • Eni sagt:

        Was bitte heisst NOMEANSNO?

      • Roshan sagt:

        no means no bedeutet ein Nein ist ein Nein.

      • Widerspenstige sagt:

        NO MEANS NO – Nein heisst Nein, die Übersetzung.

        Das ist sicherlich immer besser zu respektieren, als unsichere Grauzonen zu bemühen im Glauben, man sei auf der sicheren Seite und deutet es als ‚vielleicht‘ oder gar ‚Ja‘! Das ist ein schönes Beispiel übrigens, wie Missverständnisse zwischen den Geschlechtern dauernd entstehen – hier wie real im Leben – weil einfach anders die Dinge betrachtet werden von Frauen (btw. das stammt nicht von mir, sondern geht wieder in Richtung neuste Gehirnforschung).

      • Hansli sagt:

        @Eleonore „… selber die Initiative ergreifen….“ Das kann man gleich vergessen. So weit ist die Emanzipation bei uns nicht fortgeschritten.

    • Hans sagt:

      Valerie, das hat leider nichts mit dem Jahrhundert zu tun, sondern mit dem Verhalten von Frauen und den Spielchen, die sie gern mit den Männern treiben (auf gut Englisch: „playing hard to get“).
      Dies kann und darf selbstverständlich keine Übergriffe rechtfertigen, aber es zeigt, dass simplifizierende Sprüche wie „NO MEANS NO!“ der Problematik nicht mal ansatzweise gerecht werden.

      • Valerie sagt:

        Playing hard to get heisst, dass man nicht beim ersten Date mit wem in die Kiste steigt und ist nicht das Nein, das eine Frau sagt, wenn der Mann sie draengt mit ihm zu schlafen. Es ist echt nicht so schwer zu verstehen, aber immer einfach den Frauen die Schuld zu geben.

  • Francesca sagt:

    Kleidung: dass die keine Rolle spielen soll, scheint mir reichlich naiv. Jede erwachsene Frau weiss doch ganz genau, wie unterschiedlich sie angemacht wird, ob sie nun aufgetakelt im Minijupe mit Wallemähne daher kommt, oder ungeschminkt mit Pferdeschwanz in Jeans und Kapuzenpulli. Frau muss wissen, was sie bewirkt und was sie will, und wir Mütter müssen unsere Töchter entsprechend aufklären. Es ist dann aber an ihnen zu entscheiden, wie weit sie gehen wollen. Hat man ihnen aber erklärt, was Sache ist, können sie die Reaktionen auch einordnen und sich so verhalten, dass sie sich wohl fühlen.

    • Roshan sagt:

      dennoch ist die letzte Konsequenz dieses Argumentation die Vollverschleierung. dies weil angenommen wird das zeigen der kurven sei eine einladung zum willkürlichen Verfügen.

  • Muttis Liebling sagt:

    Sehr gutes Interview, man muss immer wissen, Sexualität und Gewalt sind Geschwister. Einzeln trifft man die selten an.

  • Stefan sagt:

    Betreffend Hotpants bin ich leicht anderer Meinung. Wenn einer ein Bündel Tausender-Noten zur Brusttasche heraushängen lässt, so ist er ja auch nicht selber Schuld, wenn sie ihm gestohlen werden. Besser ist es trotzdem, wenn er die Noten aud eine andere Art mitträgt.

    • Eni sagt:

      Deswegen werden ja in Burkaländern so viele Frauen vergewaltigt; weil sie Hotpants tragen!!! Warum gibt es immer noch so viele Menschen, die denken, dass es bei einer Vergewaltigung um Sex geht? Eine Vergewaltigung ist nicht Sex, sondern Macht.

  • bitta sagt:

    sorry, aber es stimmt einfach nicht, zu sagen, dass aufreizende Kleidung KEINERLEI Mitschuld an einer Vergewaltigung hat. Denn auch wenn die Trägerin mit ihrer sexy Kleidung nicht zum Sex auffordern will, so lange das vom Gegenüber so verstanden wird und nicht an diesem Punkt angesetzt wird, geht meine Tochter nicht so gekleidet raus. Punkt.

    • Leserin sagt:

      Das Gegenüber sollte aber in der Lage sein zu erkennen, dass es sich in seiner Interpretation geirrt hat, und davon absehen, dem aufreizend gekleideten Wesen Geschlechstverkehr aufzudrängen. Scheint mir nicht zu viel erwartet von einem in dieser Gesellschaft sich frei bewegenden Individuum.

      • gabi sagt:

        Ja, Leserin: Sollte.

        Ich hab genügend Jungs in meinem Leben kennengelernt, wo schon schon nur der Umgang gegenüber Jüngeren, von dem ich meinte, man SOLLTE wissen, wie man sich, anständig benimmt („äiwasluegschmisoah!, Arschloch!?“), zu wünschen übrig liess.

        Offenbar war aber schon das Minimum an Regeln des Miteinanders zu viel verlangt.

        Ich bin noch heute wütend auf die Eltern dieser missratenen Idioten.

    • Muttis Liebling sagt:

      Schuld trägt immer nur der Schuldige. In einer gewollten öffentlichen Atmosphäre, in der man sich nur noch durch Überreizung zur Kenntnis bringen kann, trägt das Mädchen, welches sich dem aussetzt, keine Verantwortung. Ein Mädchen darf halbnackt zur Schule gehen und die Jungens haben das zu respektieren und auf die Signale zu warten, die ihnen weiteres erlauben.
      Abe wo sollen sie das in einer Gesellschaft lernen, die moralisch am Ende ist und Geld zur Religion erhoben hat.
      Das sind alles nur Symptome einer untergehenden Kultur und ich hoffe noch erleben zu dürfen, dass da mal eine Ende ist.

      • Stefan Büchler sagt:

        Sehe ich auch so aber die Realität ist eine andere. Deshalb würde ich mein Kind lieber auf eine Ist-Welt vorbereiten als auf meine Wunsch-Welt.

    • Stefan Büchler sagt:

      Da bin ich absolut der selben Meinung. Ich denke, dass sexy Kleidung ein Missverständnis zwischen Mann und Frau ist. Frauen möchten sich hübsch und für Männer attraktiv kleiden, reduzieren sich aber auf diese Weise auf das Sexuelle. Die meisten Männer können damit umgehen aber viele leider auch nicht.

      • Muttis Liebling sagt:

        Ich kenne seit Jahren Prostituierte, die den Unterschied genau hinbekommen. Die kennen auch die Kunst des Invertierens. Wenn ich mit den Frauen in einem vornehmen Lokal essen gehe, sehen sie aus wir Grundschullehreinnen, die zufällig etwas attraktiver geraten sind
        Man muss es diesen Frau Kindern bestätigen, das ihre Sexualität nur die Fassade ist. Wissen tun sie es längst. Die, die ich gerade liebe, hat heute Geburtstag. Ich hätte gedacht, dass sie da besetzt ist. Aber sie hat mich vorgestern zum zweiten Mal darauf aufmerksam gemacht. Wir werden allein sein und ich schenke ihr eine Zahnbürste.

      • Carolina sagt:

        ML, auf was für einem Zeugs sind Sie denn heute? Ist ja noch merkwürdiger als sonst….. Schönen Geburtstagstrip;-))

      • Roshan sagt:

        Caro… er hat gerade gesagt auf was sie (oder er) steht. Mit Zahnbürsten lassen sich einige Spiele spielen. Gehört allerdings nicht hierher was und so. Hier geht es um Jugendliche und Grenzüberschreitungen, so meine Meinung.

      • Eni sagt:

        Selber ständig den Moralapostel spielen, den Seinen damit drohen, dass die Bindung aufgekündigt wird, falls sie sich Ohrringe stechen lassen, aber mit Prostituirten verkehren. Soviel Doppelmoral, das ist wirklich übel.

  • Pietro Bartoli sagt:

    Was die Frau sagt, ist sicher schon mal sehr interessant und wertvoll. In einem solchen Interview kann sie ja keinen kompletten Vortrag hineinpacken. Da haben manche Leser ein bisschen zu viel erwartet. Man müsste halt mal an so eine Konferenz gehen. Was ich aber auch sehr interessant finde ist der Nachname der Kriminologin mit Bindestrich und den darauffolgenden kleinen Buchstaben. Das sieht aus wie ein Trennungsfehler, ist aber vielleicht gar keiner. Wo kommt das her und wie bringt man so etwas zu Stande?

  • Coca sagt:

    Es gibt für jede Gelegenheit die passende Kleidung. Hotpants und Trägershirts für in die Badi geht in Ordnung, für die Schule NEIN!

  • Bernhard Schmidl sagt:

    Thema Hotpants: Für ausge- und erwachsene Frauen sicher kein Problem. Hingegen gibt es Trends, dass schon Mädchen um die 8-10 Jahre anfangen, sich anzuziehen, als ob sie sich der Wirkung ihres Körpers auf andere völlig bewusst seien, mit Hotpants, Miniröcken, bauchfrei, BHs, Tops und natürlich Schminke. Ist nur zum Test für sie… schon klar.
    Da kann es aber passieren, dass Jungs das fehlinterpretieren, sie für älter, reifer und „bereiter“ halten, als sie sind. Gerade an der Grenze zur Pubertät kann das zu handfesten Missverständnissen führen. Ich finde die Antwort der „Expertin“ falsch.

    • bitta sagt:

      das ist auch bei erwachsenen Frauen so. Wenn Sie eine Frau in Jeans und T-Shirt sehen und nebendran eine mit Hotpants und Top mit XXL-Ausschnitt, von welcher denken Sie eher, dass sie angemacht werden will? Und seien wir ehrlich, junge Mädchen ziehen sich so an, weil es „alle tun“, aber keine erwachsene Frau muss mir sagen, sie ziehe Hotpants nicht der männlichen Reaktionen willen an, sondern weil sie so bequem seien..

    • Sina sagt:

      Auf die Gefahr hin, dass ich jetzt als übertrieben engstirnig abgetan werde: ich verstehe schon nicht, warum Mütter ihren Kleinkindern (!) Bikinis anziehen! Ok, wenn das ganze einfach aus Höschen und Sport-Top besteht, aber nein, ich meine so richtige Bikinis, mit Riemchen-BH und ähnlichem. Die haben doch noch gar keine Brüste – warum dann nicht einfach auf das Oberteil verzichten? Oder wenn einem das zu viel blutt ist, dann halt einen simplen Badeanzug? Ich jedenfalls empfinde das als unnötige Sexualisierung von Kleinkindern.

      • Brunhild Steiner sagt:

        @Sina:
        die Frage geht noch weiter, warum wird für diese Grössen die Ware überhaupt produziert?
        Das doofe Argument „die Nachfrage“ stellt mich diesbezüglich in keiner Weise zufrieden-
        wurden denn die armen Designer von Elternheerscharen bedrängt, doch bitte bitte bitte endlich einen Bikini in Grösse 98 herzustellen? Eher ist es doch so dass viel zu viele Eltern diesbezüglich herzlich wenig nachdenken und das Zeug einfach kaufen wenns angeboten wird,
        auch ohne dass vorher eine explizite Nachfrage dafür existiert hätte!!!

  • John Kipkoech sagt:

    Das Amüsante an Kleiderregeln ist für Jugendliche doch, dass Sie mit dem Nicht-Einhalten gerade uns Erwachsene ärgern können – daher muss man grundsätzlich Verstoss üben. Es geht ja auch darum sich von den Erwachsenen und echten kleineren Kindern abzugrenzen und die Grenzen auszuloten. Sollte ein junger Mann alles missverstehen und und einer jungen Dame zu nahe kommen, hat er meistens in Kürze eine Watsche an der Wange!

    • Realist sagt:

      Eine Watsche. Das wäre dann ein Nein, das nicht missverstanden wird. 😉

    • Sportpapi sagt:

      Klar. Ein dummer, anzüglicher Spruch wird mit einer „Watsche“ beantwortet und alle finden das toll…

      • gabi sagt:

        Und wirkt sicher besonders nachhaltig bei den Jungs, die sich sowieso von Anfang an sicher sind, dass auch mal eine zu Ihrem Glück gezwungen werden muss.

  • Mark Meier sagt:

    In ihrem Interview wird immer nur der Bub als Täter erwähnt, nicht ein Ezinziges einmal das Mädchen….. Was die Frau dabei vergisst, ist das auch Mädchen/ Frauen Täterinnen sein können. Und der Aspekt der passiven Sexueller Belästigung (welcher auch in der Schweiz Strafbar ist!) wird mal wieder nicht erwähnt, also sollt den Mädchen klar mitgeteilt werden, da hier zu 99% Frauen die Täterinen sind. (Die USA sind hier z.B. schon viel weiter)

    • bitta sagt:

      wo bitte belästigen Mädchen denn die Jungs? Die jungen Männer, die ich kenne, finden es allesamt toll, wenn die Mädchen sie in sexuellem Zusammenhang erwähnen. Unangenehm ist es ihnen nur, wenn die Frau, die sie „belästigt“, nicht schön oder schlank ist.

      • Greatsheep sagt:

        Danke @bitta. Dann weiss ich jetzt, dass der erzwungene Sex mit der „schönen“ Frau für mich nicht unangenehm gewesen sein dürfte. Merci, merci…

      • Roman Rebitz sagt:

        Das kenne ich auch anders aus meiner Schulzeit. Da gabs einige Mädchen die Jungs sexuell und anders belästigten (Stalking). Selbst auch erlebt, das ist sehr unangenehm und man tut alles dafür das es niemand erfährt egal wie hübsch das Mädchen ist. Meistens ist man ja an einem anderen Mädchen interessiert und da kannst böse Überraschungen geben. Sobald es bekannt wird, ändert man natürlich die Strategie und erzählt die Geschichte ganz anders usw..

    • Roshan sagt:

      Passive Belästigung? wie soll das denn gehen und wo bitte, soll die USA da weiter sein? Nipplegate, a.k.a. Jabba the Hut im Shopping Center?

  • Bert sagt:

    Kleiderregeln vergessen? Aber sicher nicht. Auch voyeuristische Übergriffe können sehr störend sein, und diese lassen sich über die Kleidung sehr direkt beeinflussen.

  • Leserin sagt:

    Angesichts der Situation, in der sich die heutigen Jugendlichen befinden, bin ich einmal mehr froh, dass ich 30 bin und den Jahrgang mit einer mehrheitlich wunderbaren Männer-Generation teile.

    • turi m sagt:

      da haben Sie (und ich) Glück gehabt. Ein paar Jahre früher, und die Männer-Generation (und gleichberechtigte Beziehungen) wäre vom damals grassierenden Feminismus schlechtgemacht worden, und ein paar Jahre später wärens die Jugendlichen von heute. 🙂

      • Leserin sagt:

        Die Männer Generation vor uns ist für wirklich gleichberechtigte Beziehungen leider nicht zu haben. Die allermeisten Männer > 40 gehen automatisch von einem traditionellen Rollenbild aus und legen ein starres Rolleverständnis an den Tag. Feministinnen haben da leider noch gar nichts bewirken können. Und zu der Männer Generation nach uns wurde im Artikel bereit genug geschrieben…

      • Hotel Papa sagt:

        @Leserin: Quark. Für Partnerschaftliches Zusammentun ist die Generation ü40 durchaus zu haben. Aber nicht für Rosinenpickerei.

        +Turi: Der Feminismus, den Du ansprichst, grassiert immer noch. Aber eben in der entsprechenden Generation.

    • tommaso sagt:

      Na hör mal, ich bin so ein 40+, also in den 80ern aufgewachsen, wo die feministische Propaganda volles Rohr auf einen niedergeprasselt ist. Ausserdem hatte in meiner Familie die Mutter die Hosen an, das war für die Entwicklung meines Rollenverständnisses viel wichtiger als tausendmal Alice Schwarzer. Ich liebe nur starke Frauen und lebe auch mit einer solchen zusammen…

    • Carolina sagt:

      Gnade der späten Geburt? Halte ich für ein Gerücht. Kann mich noch gut erinnern, wie ich in jungen Jahren die Männer (und Frauen) mit 40+ für verbiesterte, verknöcherte und rollenmässig total konservativ gehalten habe und mir schwor, das würde mir nicht passieren. Heute bin ich 40++ und stelle fest, dass die Menschen meiner Generation plötzlich ältlich und festgefahren daherkommen. Aber: es liegt nur an mir (und an Ihnen), was wir dulden – ich würde einen Narziss an meiner Seite nie dulden, mein Mann will kein Mäuschen. Und das hat es zu allen Zeiten gegeben.

    • Daniel Brügger sagt:

      Danke für die Blumen!

  • Georg sagt:

    Zu den Hotpants und anderen offenbarenden Kleidungsstücken: 1. Es ist erlaubt, Hotpants zu tragen. 2. Dass eine Frau oder ein Mädchen Hotpants o.Ä. trägt, ist keine Entschuldigung, sie zu belästigen. 3. Punkt 2. ist gewissen primitiven Gestalten nicht bekannt. 4. Das Tragen von Hotpants u.Ä. kann Signale aussenden, die von Mitmenschen falsch verstanden werden. 5. Es empfiehlt sich, Hotpants u.Ä. nur zu tragen, wenn die ausgesandten Signale verstanden werden und die Umgebung sicher ist. – Oder andere, für Dümmere: Hotpants tragen ist erlaubt, aber nicht immer klug.

    • Sportpapi sagt:

      Es empfiehlt sich nur Hotpants etc. zu tragen, wenn man die Signale aussenden möchte, die es aussendet…

      • gabi sagt:

        Wir sind wieder am selben Punkt wie immer:

        Ich will als attraktiv wahrgenomen werden.

        Aber natürlich nur von den süssen Typen, auf die ich stehe. Keinesfalls von eklgien Geifferis!

        Es gehört nun mal zum Erwachsenwerden von Mädchen dazu, dass Sie sich ihrer Anziehhungskraft bewusst werden und dass sich die nicht einfach beim Einen ein- und beim Anderen ausschalten lässt.

        Und die Jungs müssen wissen, dass alleine die Tatsache, von quälenden Ständern heimgesucht zu werden, noch kein ausreichender Grund ist, sich das Mädchen seiner Fantasien konkret und gegen ihren Willen drüber zu stülpen.

      • toni sagt:

        Alles richtig. Nur: wenn ich meine Haustuer nicht abschliesse, ist das noch lange kein Einladung zum Einbruch. Gilt aber als grob fahrlaessig, weil die Erfahrung was anderes zeigt und Versicherung und Mitmenschen sagen im Einbruchsfalle „selber schuld“. Warum gelten im Bereich aufreizende Kleidung andere Massstaebe, obwohl es auch dort schlechte Erfahrungen gibt? (Das ist als ernste Frage gemeint, nicht als Provokation)

  • gerd fehlbaum sagt:

    Dass Kleider KEIN Signal darstellen, im Sinne von: „F….k mich mal!“ scheint mir an den simplen, animalischen Realitäten des Menschseins vorbei diskutiert. Klar doch, dass man(n) da seineInterpretationen hat.

    • Roshan sagt:

      der Fehlschluss ist, dass die hotpants als eine solche ‚Einladung‘ missverstanden werden. Stellen Sie sich vor, dass der rote Ferrari, in dem Sie sitzen, ein Signal sei, Ihnen an den Hosenladen zu wollen.

    • Widerspenstige sagt:

      😆 Roshan
      Aber vielleicht wünscht sich das der Ferrarifahrer ja explizit von der Beifahrerin?

      Gerd, animalische Realitäten gehören eigentlich in die dafür vorgesehenen ‚Nischen‘. Anzügliche leichte Bekleidung einer Frau kann den Blick vernebeln, ja. Die Autorin sprach aber über Vergewaltigungsphantasien wegen zB Hotpants – ein Blickfang u nicht mehr! Das Verhalten der Trägerin ist jedoch vielschichtig und massgebend, wie sie darin wahrgenommen wird vom Gegenüber.

      ‚Kleider machen Leute‘ ist ein geflügeltes Zitat und Buchtipp auch heutzutage des verehrten Gottfried Keller. Lesen.

  • Markus Brechbühler sagt:

    Etwas einfältig: Eine deutsche Kollegin, da kann ja gar nichts mehr schief laufen 😛

    • Georg sagt:

      Es ist wurscht, dass das eine deutsche Kollegin ist. Es ist auch wurscht, dass das eine Kolleg*IN* ist. Aber es ist nicht wurscht, dass wir keinen Erkenntnisgewinn und keine Hilfe für den Alltag erhalten. Die Dame scheint in einer Reiches-Land-Alibi-Institution zu arbeiten, einer Institution, die wegen der ohnehin vorhandenen Mittel nicht gezwungen ist, Resultate zu liefern…

  • Raton sagt:

    Wer die Wahrheit sagt ist ein Petzer, sehr interessant.

  • Ruben Slama sagt:

    … ich denke die Komplexität des Themas ist von Frau Steffes-enn erfasst und trotzdem bietet Sie einfache, realitätsnahe, klare, verantwortungsvolle und auch gefühlsvolle Aussagen und Lösungsansätze. Wir können noch viel darüber diskutieren, Nuancen anhängen, kritisieren, etc., aber: Die wesentlichen Punkte sind auf dem Tisch.

  • Georg sagt:

    Wenn das alles ist, was die Frau Krimonologin mit Master-Titel an gescheiten Aussagen zustande bringt, gann „guet Nacht am sächsi“. Aber vielleicht liegt es ja auch an den Fragen der Befragerin…

  • Rahel S sagt:

    Danke fuer diese Interview. Meine Kinder haben dieses Alter zwar noch nicht erreicht, aber die elementaren Verhaltensweisen muss man frueh lernen. Empatie ist wohl DAS Schluesselwort. Das wohl wichtigste, was man einem Kind entgegenbringen und lernen sollte. Ohne das funktionieren Zwischenmenschliche Beziehungen kaum.

  • Brunhild Steiner sagt:

    Ein Fass, wie mir scheint, ohne Boden und sehr vielschichtig.
    Grundsätzlich hätten wir auf sehr vielen Gebieten deutlich weniger Probleme
    wenn es im Basic-Bereich besser klappte, es beginnt nicht damit,
    dass Mädchen auf „Penetrationsobjekt“ reduziert werden, sondern schon lange vorher!

    „Petzer-Kinder“, kommt da eine neue Kategorie auf uns zu?
    Den Ausdruck hab ich noch nie gehört, verdiente aber einen eigenen Artikel,
    da sind die Motive doch auch unterschiedlichster Art (bspw hohes Unrechtbewusstsein, Gerechtigkeitssinn bis zur unbewussten Manipulation, je nach dem was das Kind gelernt hat).

    • Brunhild Steiner sagt:

      2/
      mit der Aussage zur Kleidung bin ich gar nicht einverstanden, meine Gedanken dazu sind nicht, dass ich befürchte unsere Tochter könnte ein Vergewaltigungsopfer werden, sondern schlicht und einfach, dass ich finde die jungen Männer werden schon zur Genüge aufgeheizt, es braucht dazu echt nicht noch den tief ausgeschnitten Brustteil meiner Tochter dazu!!! Oder den sich knackig abzeichnenden Arsch ums mal ganz plum und direkt zu formulieren.

      • Cybot sagt:

        Aufgeheizt? Ich glaube du merkst nicht mal, dass du hier genau das kritisierte Klischee zementierst.

      • Sportpapi sagt:

        @Cybot. Natürlich aufgeheizt. Das ist kein Klischee, sondern Realität. Ebenso ist es Realtität, dass dies in der Regel weder zu Übergriffen führt, noch solche entschuldigt. Aber vielleicht zu einem (schlechten?) Ruf?

      • Brunhild Steiner sagt:

        @Cybot:
        ein bisschen mehr Ehrlichkeit und Aufrichtigkeit würd uns diesbezüglich nun wirklich nicht schaden,
        selbstverständlich machts für einen Jungen im Hormonsturm einen Unterschied ob die Klassenkollegin mit grosszügigem Ausschnitt und knappsten Hotpants rumläuft oder nicht. Es geht nun mal übers Auge, das ist kein Vorwurf, sondern ich nehme es zur Kenntnis und handle dementsprechend, und werde dieses Wissen unsren Jungen auch nicht vorenthalten. Mit „zementieren“ hat das nicht viel zu tun, eher mit die Dinge klar benennen.

  • gabi sagt:

    „Es gibt ja so viele Arten von «Nein».“

    ???

    Ach?!

    Und ich dachte immer, ein Nein ist ein Nein.

    • Panthenol Sandoz sagt:

      Nein.

    • Hansli sagt:

      “Es gibt ja so viele Arten von «Nein».”

      Ich halte diese Aussage für gefährlich.
      Für mich ebenfalls: Ein Nein bedeutet Nein und nichts anders.

    • Roman Rebitz sagt:

      Es ist doch ein Unterschied ob jemand mit aggressivem Ton ein NEIN ausspricht (im Stil..nicht wenn du der letzte Mann auf der Welt bist :-)) oder ob es eher ein zurückhaltendes NEIN ist was bedeuten kann jetzt NEIN aber vielleicht später usw….

    • tina sagt:

      im text wird das erläutert. ein nein kann ein verunsichertes nein sein, oder ein verletztes nein. das ist wichtig, es geht um einfühlungsvermögen. wie fühlt sich jemand bei dem nein, was steckt hinter dem nein. das stellt auf keinen fall das nein in frage.

      • gabi sagt:

        Aber es verweist auf das Dillemma desjenigen, der für sich zum Schluss kommt, dass das „Nein“ eigentlich gar nicht so ernst gemeint war.

        Kann ein Vergewaltiger sein. Kann der Traumtyp schlechthin sein.

        Beide werden von sich glauben, dass sie´s halt einfach draufhaben mit der Empathie; dass sie eben besser wissen, wie es „wirklich“ gemeint ist.

        Wohlverstanden: ich stell hier keine Theorie auf und ich will schon gar nichts entschuldigen (und meine, dass ich in meinem Leben eher immer zu früh ein „Nein“ viel zu ernst genommen habe).

        Ist einfach nur interessant.

      • tina sagt:

        eben nicht! es wurde gar nicht am nein gerüttelt, worum es geht sind die gefühle die mitschwingen. und die sind wichtig, um sich zu verstehen. aber da sieht man, wie das läuft mit den neins. kaum tönt man an, dass es verschiedene neins gibt, wird das nein ansich angezweifelt.

    • Sandro sagt:

      Bei Frauen heisst doch nein oft nur: „gibt dir mehr mühe“ bei vielen zumindest. Daher finde ich hat dies die Autorin plausibel erklärt, den wenn mit Nein wirklich Nein gemeint ist, bekommt Man(n) das sicher mit…

      • gabi sagt:

        Es ist schon anzunehmen, dass diejenigen, die´s nicht mitkriegen wollen, auch schon in vorpubertären Situationen Einiges nicht mitkriegen wollen.

        Ich hab schon das Gefühl, die werden auch aufm Spielplatz schon uangenehm aufgefallen sein, in dem sie sich über Widerwillen und Schmerz Anderer hinweg gesetzt haben.

    • Roshan sagt:

      Ein Nein ist ein Nein, und wer nach dem Nein weiter drückt, überschreitet eine Grenze. Er hat tatsächlich einfach Recht.

      Es ist ja gerade das relativieren, wie hier nachlesbar, das eine künstliche Grauzone schafft, die erst die Gefahr durch das Relativieren und Induzieren von Zweifeln und Selbstzweifeln erzeugt.

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