Roboterkinder

another brick in the wall

Kindsein verboten: Schüler im Pink-Floyd-Video zu «Another Brick in the Wall, Part 2».

«Normabweichungen wie Verträumtheit haben in der heutigen Schule keinen Platz mehr.» Als ich letzte Woche den Schulpsychologen Hans-Peter Schmidlin interviewt habe, bin ich erschrocken ab dieser klaren Ansage. Eine gewisse Verträumtheit ist der Aufmerksamkeit bestimmt nicht dienlich, aber an sich doch keine schlechte Eigenschaft? Und vor allem keine Normabweichung? Ist es nicht vielmehr eine typische Eigenschaft der Kinder, dass sie uns Erwachsene mit ihren Gedankenreisen immer wieder überraschen und beim Spielen voll und ganz in ihrer Traumwelt aufgehen können – und dabei glücklich sind?

Dass den Kindern diese Eigenschaft möglichst bald ausgetrieben werden soll, ist aber nicht weiter überraschend, wenn man sich anschaut, wie unsere Gesellschaft mit den Jüngsten umgeht: Kinder, die sich wie Kinder verhalten, sind je länger desto unerwünschter.

Das beginnt schon bei den Kleinsten, die beim Spielen manchmal vor Freude kreischen oder vor Wut toben. Beides macht Lärm, und Lärm darf nicht sein. Nicht einmal draussen auf dem Spielplatz. Als wir vor Kurzem einen neuen, kleinen Spielturm in unserer Siedlung aufstellen wollten, weil die vorhandenen Geräte für die mehr als dreissig Kinder zu wenig hergeben, wurde das Projekt bachab geschickt mit der Begründung, dass man den zusätzlichen Lärm fürchte. Sowieso könnten die Kinder  auf den Schulhausspielplatz ausweichen – erlaubt ist das zwar während der Schulzeiten nicht, aber Hauptsache, sie sind ausser Sicht- und Hörweite.

Wenn ihnen die Erwachsenen oft genug ins Gesicht geschrien haben, dass sie nun «endlich die Klappe halten!» sollen,  lernen die Kinder vielleicht doch noch, ruhig zu sein. Und sonst stellt man sie eben ruhig. Schliesslich gibts Medikamente dafür. Und zwar längst nicht mehr nur Ritalin: Wie der «Tages-Anzeiger» berichtete, werden in den USA immer häufiger Neuroleptika an Kinder und Jugendliche verschrieben. Medikamente also, die eigentlich für schwere psychische Krankheiten wie Schizophrenie oder bipolare Störungen entwickelt wurden. Die Nebenwirkungen sind immens, in Einzelfällen sogar tödlich. Aber für ein tadellos funktionierendes Kind nimmt man das offenbar in Kauf.

Für die Schweiz existieren zwar keine vergleichbaren Zahlen, es ist jedoch Tatsache, dass  heute in unserem Land doppelt soviele Antipsychotika abgesetzt werden wie noch vor zehn Jahren. Gut möglich also, dass auch einige Kinder sie schlucken. Vor allem wenn man sich die aktuellen Erhebungen aus dem eher mit der Schweiz vergleichbaren Deutschland anschaut: Dort wurden 2012 bereits 41 Prozent mehr Kinder und Jugendliche mit Antipsychotika therapiert als 2005.

Natürlich sind nicht alle Eltern und Ärzte so medikamentengläubig. Einige schicken ihr Kind deshalb lieber zum Mentalcoach, auf dass es dort seine «Entwicklungsblockierung auflöst», «schon früh eine Leistungssteigerung erreicht» und natürlich auch «seine Eigendarstellung verbessert» (wie es ein solcher Coach auf seiner Website formuliert). Sprich, damit es schon in jungen Jahren lernt, dass man immer zu funktionieren, zu reüssieren und sich im besten Licht darzustellen hat. Fehler, Schwächen und Makel? Darf es nicht geben. Und wenn doch, dann hat man sie gefälligst erfolgreich zu verstecken.

Lässt man sich das alles durch den Kopf gehen, kommt man zum Schluss, dass kleine, programmierbare Roboter viel besser in unserer Gesellschaft passen würden als echte Kinder. Und dass unsere Kinder folglich immer stärker zu Roboterkindern mutieren müssen, wenn sie denn von der breiten Gesellschaft akzeptiert sein wollen.

Traurig. Bloss, wie gibt man Gegensteuer? Ich bin gespannt auf Ihre Vorschläge. Ich selber bin nämlich momentan ziemlich ratlos und in Ermangelung anderer Ideen ganz egoistisch nur darauf bedacht, meine eigenen Kinder ihre Kindheit leben und ihre Eigenheiten ausleben zu lassen. Und ihnen beizubringen, dass man sich zwar der Gesellschaft bis zu einem gewissen Grad anpassen muss, Normabweichungen aber nicht schlecht sind, sondern im Gegenteil das, was eine Persönlichkeit erst ausmacht.

311 Kommentare zu «Roboterkinder»

  • Eva sagt:

    Sehr geehrte Frau Kuster, kennen Sie Herrn Jesper Juul? Brillante Inspiration.

  • Franziska sagt:

    Ja die Schule möchte auch allen „Chancengleichheit“ geben, bedeutet das nicht eher „Gleichschaltung“?
    Leben und Lernen gehört für uns zusammen. Die goldene Regel aus der Bergpredigt ist auch da für uns von Bedeutung:
    Wie du gerne von andern behandelt werden möchtest, so behandle auch du die andern Menschen.

  • Erika sagt:

    Ja, dieses Thema ist auch bei uns aktuell(6Jähriger Sohn)und gibt uns viel zu denken!Was Heidi sagt,halten wir auch so.Schon imKindergarten wird Gleichstand der Kinder in der Entwicklung angestrebt,ansonsten das Kind abgeklärt werden muss und frühzeitige Förderungsmassen(Ergo,Phsychomotorik,Logopädie)anfallen.Das Kind soll gefördert werden sicher aber mit Augenmass.Es sollte sich auch im eigenen Tempo entwickeln können.

  • individualität über alles…….d.h. weniger arbeiten, weniger kinder zeugen, kleine ansprüche ans leben und dankbarkeit über alles, was uns passiert!! roboter versus kinder??? da die kinder heutzutage noch normal und meist grenzenlos sind, stelle ich das roboter-sein eher den eltern zu, d.h. kinder sollten sich den eltern anpassen??? die erziehung wird die kinder formen sodass sie schlussendlich VÖLLIG angepasst sind??? one big bullshit!! hoch leben die querschläger und individualisten, weil diese noch eigenständig denken und handeln können, seien sie 5 oder 15 oder 70 jahre alt!!!!

  • Heidi Merz sagt:

    Ich werde es mit meiner Tochter so halten, wie’s meine Eltern mit mir gehalten haben: Rückendeckung geben, Selbstbewusstsein und Selbstwert stärken, darauf vertrauen, dass sie ihren Weg macht. Das hat bei mir prima geklappt. Die Frage ist doch: Für welche Stellen werden Roboter gebraucht? Sind das wirklich zwingend die Positionen, die Ihr Kind erreichen will? Unter dem Strich zählt doch, dass das Kind glücklich ist/wird. Dazu gehört, dass es die zu ihm passende Position findet. Und die findet es am ehesten, wenn es ehrlich zu sich selbst und zu Ihnen sein darf, also lebendig bleibt.

    • gabi sagt:

      Gutes Detail, Heidi!

      „Für welche Stellen werden Roboter gebraucht?“

    • gerd fehlbaum sagt:

      Heidi Merz: Genau! Lässt sich kaum besser auf den Punkt bringen!

      Pete: MICH nerven Kinder NIE! Was mich nervt ist Autoverkehr, Eisenbahnen, Staubsauger, Motorradlärm, Baustellenlärm, Laubgebläse….

      Ich weiss also, was WIRKLICH meine Nerven belastet und kann nachsichtig sein mit Kindern, muss sie nicht als Ersatz verfluchen, denn (allgemein) „Menschenlärm“ erträgt man/frau doch fast immer ganz gut.

      Oder?

  • Weltweit sagt:

    Ich finde die meisten Kommentare ,sehr subjektiv und von obigen Thema teiweise völlig daneben geschossen.
    Es fehlt am Objektiven betrachtens!
    Weltweit ist dieses Phänomen und nicht nur auf die Schweiz alleine bezogen.

  • Pete sagt:

    Nun ja, ich kann nicht verhehlen, dass mir schreiende Kinder ungemein auf den Senkel gehen, insbesondere wenn sie in einem Laden rumkreischen und Mama entweder wutentbrannt den Tarif durchgibt oder einfach zusieht und dann ausrastet, wnn man einem Bengel zu nahe tritt oder er in meinen Unterleib rennt. Hingegen weiss ich aus eigener leidvoller Erfahrung, dass das permanente perfekte Funktionieren irgendwann versagt mit zum Teil ungeahnten Folgen. Die heutige Normgesellschaft grenzt „Andersartige“ gnadenlos aus, wir sind schon fast in Gattaca angelangt.

    • Blanche Wu sagt:

      erinnern sie sich immer an ihre Kindheit, wenn sie sich ab Kinder ärgern. Dann müssen sie zugeben „ich war nicht besser“. So ist es erträglicher ein Kindergeschrei zu erdulden. Ich mag es auch nicht besonders, jedoch wenn man die Kinder beobachtet beim Spielen, etc. muss man sie einfach lieb haben. Auch wenn sie ab und zu schon sehr gestört sich aufführen und Fürze im Kopf haben.

      • guy sagt:

        Das selbe gilt auch für Jugendliche. Wenn ich mich zurück erinnere, was ich alles angestellt habe. Und trotzdem ist ein anständiger Erwachsener aus mir geworden.

    • Pete sagt:

      Blanche Wu & guy: In meiner Familie gabs immer sofort Aerger wenn wir rumschrien, Fürze haben in der Regel zu Bestrafung geführt. Meine Eltern waren sehr auf das im Artikel erwähnte perfekte Funktionieren ausgelegt, darum stressen mich Kinder wohl auch. Und wenn’s auch gefühllos tönt, ich kann beim besten Willen nichts herziges an Kindern finden. Mit ein Grund weshalb ich kinderlos bleiben will.

  • Lehrer sagt:

    Das Problem sind nicht die Kinder, das Problem sind die Eltern.

    • tina sagt:

      neinnein, das problem sind die lehrer

      • gabi sagt:

        Das Problem sind jene Eltern, die ihr Unvermögen, den Kindern voher ein paar Basics beizubringen, gerne auf die Lehrer abwälzen.

        Und es sind ebensolche Lehrer. Denn die gibt´s auch zur Genüge. Die sich davor drücken, klare Ansagen und Zurechtweisungen auszusprechen und sich lieber drücken.

  • Susanne Reich sagt:

    Sie malen ziemlich schwarz, sooo schlimm ist es nicht in unserer Welt für ein Kind. Hingegen fallen immer mehr Kinder durch mangelnde Erziehung auf, spez. im Teenager-Alter od. bereits als kleines Kind ohne jeden Respekt od. Rücksichtnahme auf Andere. Freiheit ja, doch nicht auf diese rücksichtslose Weise. Was gibt es Schöneres, als ein Kind, welches seine Freude noch richtig ausdrücken kann u. es tut weh, wenn man es verzweifelt weinen u. betteln hört, für irgend etwas. Für dieses Kind bedeutet dies die Welt! Trotzdem muss man es ein bisschen auf’s Leben vorbereiten u. ihm Grenzen setzen.

    • gabi sagt:

      Trifft also so ziemlich 1:1 was ich zu diesem Thread beigetragen habe.

      Mir wurde dafür vorgeworfen, es mangle an „Begründungen und sachliche Fakten „.

      Wie genau sollte Frau Reich hier nun sachlicher begründen oder welche Fakten fehlen Ihnen in dieser Aussage, Roshan?

  • Es ist so, dass wir zunehmend in SYMBOL-orientierten Zeiten leben, wir reagieren nur noch auf SYMBOLE, wir arbeiten an SYMBOLEN, wir streben nach SYMBOLEN. Wirklichkeit verschwindet hinter einem Vorhang aus Symbolen.

    Da auch praktisch nichts mehr produziert wird – in der Schweiz, Europa, USA – als SYMBOLE, also auch unsere Wirtschaft selbstreferentiell wird, also unsere einstmals konkrete Lebenswirklichkeit durch einen „Symbolzirkus“ ersetzt wird, ist es UMSO WICHTIGER, dass Kinder an die kurze Leine genommen werden, um ihnen diese „Generallüge“ unserer Zeit vorzuenthalten, diese sei LOGISCH.

  • Thomas von Allmen sagt:

    Statt uns gegen Demütigungen aufzulehnen und darauf zu beharren, dass uns grosses Unrecht geschieht, sollten wir unsere Nichtigkeit einsehen. Sind wir der Mittelpunkt der Welt? Nein, wir sind nicht mal Herrscher eigenen Schicksals.

  • Pixel sagt:

    Ich stehe der Schweizer Mentalität kritisch gegenüber, einige wissen das. Aber dieser Ar t i kel ist komplett realitätsentfremded.
    Dieser Satz stösst mir besonders sa u er auf:
    “Dort wurden 2012 bereits 41 Prozent mehr Kinder und Jugendliche mit Antipsychotika therapiert als 2005.“
    41% MEHR ALS. In 7 Jahren. Ja und was ist die effektive Zahl? Und das “bereits“ steht wofür genau? Annahme: dass es in den nächsten 7 Jahren 82% sein werden? Und was ist dann die reelle Zahl?

    • Sportpapi sagt:

      Danke. Ich wollte für einmal nicht kleinlich sein und habe über solche reisserischen Zahlen hinweggesehen…

      • pixel sagt:

        Reisserisch. Genau das ist das Wort nach dem ich gesucht hatte. Das stört mich am ganzen Ar t ike l. Solche Sätze wie oben sind einfach nur eine mutmassliche Verzerrung der reellen Umstände zwecks Meinungsmache. Ich frage mich, ob jemals in der Historie Kinder mehr Kinder sein konnten als heutzutage und hierzulande. Dass die Schweiz m.M nach keine grossartige Familienpolitik betreibt ist eine andere Baustelle.

      • tina sagt:

        40% mehr als vor 7 jahren ist aber nunmal ein markanter anstieg

      • Sportpapi sagt:

        Klar. Damals erhielten 5 Kinder die Medikamente. Heute schon sieben!

      • tina sagt:

        und du glaubst effektiv es sind nur 7? ab welcher grösse sind denn 40% anstieg für dich relevant? ich denke auch nicht, dass es in der schweiz verbreitet ist, kindern neuroleptika zu verschreiben und es stört mich auch massiv, wenn mit wischiwaschi zahlen operiert wird. aber ein anstieg von vermuteten 40% in 7 jahren finde ich schon einen gedanken wert. auch wenn auch ich an den zahlen zweifeln muss, wenn sie so unfundiert angegeben werden

      • Sparter sagt:

        @Sportpapi
        Man darf auch einmal einem Link folgen, wenn er schon gegeben wird – und dann erhellt sich das Bild etwas:
        Anscheinend von 45 Kinder pro 100’000 auf 63 pro 100’000.

      • gabi sagt:

        Tatsächlich?

        – Sorry, aber finde ich, grad angesichts der Bemühungen der freundlichen Pharma-Medi-Vertreter – recht bescheiden.

        Ich bin überrascht. Und zwar grad WEIL ich die bedenkenlose Verschreibung dieser Droge für höchst bedenklich halte.

        Übrigens: http://www.zeit.de/campus/2009/02/ritalin

        Erinnert alles in allem stark an den Pervertin-Missbrauch, der noch lange nach dem Krieg in Deutschland anhielt (ganz ohne Diskussion über angebliche Kinderfeindlichkeit allenthalben, übrigens)

      • Sportpapi sagt:

        @Sparter: Welcher Link? Habe gesucht, aber diese Zahl auf die Schnelle nicht gefunden. Aber gut, das würde also heissen, 0.063 Prozent der Kinder sind betroffen. Oder etwa 6 Kinder im ganzen Kanton Zürich pro Jahrgang.

      • Sportpapi sagt:

        Aus dem Link: „Auch in der Schweiz dürfen Antipsychotika «off label» an Kinder verschrieben werden. Aber der Vergleich mit Nordamerika ist nicht so einfach, obwohl hierzulande der Absatz seit 2002 um 100 Prozent zugenommen hat, wie Informationen des Schweizerischen Apothekerverbands Pharmasuisse ergeben. Nicht bekannt ist, von welchem Niveau aus gerechnet wird und wie viele der Patienten Kinder sind. „

      • gabi sagt:

        Ohalätz: Das war ein Freuscher.

        Die Standarddroge der Wehrmacht hiess nicht Pervertin, sondern Pervitin. Sorry.

      • tina sagt:

        bei 20% unter 20jährigen in der schweiz wäre das aber immerhin schon ein anstieg auf etwa 1000 unter 20 jährige, die neuroleptika nehmen

  • Jan sagt:

    Was soll die Aufregung Frau Kuster: Menschen, die sich nicht dem „modernen“ Weltbild der linken Feministinnen unterwerfen werden auch diffamiert und ausgegrenzt. So erst letzte Woche die ex a.i. Blick Dame: „Ich werde doch nicht Hausfrau und Mutter“. Als wäre dies eine Reduzierung und keine Erhebung für die wichtigste Rolle in der Gesellschfaft.

  • Franziska sagt:

    Roshan, genau, da liegt das Problem.

  • Franziska sagt:

    Die gute alte Zeit gab es nicht: Die Normabweichler, Träumer und Zappelkinder bezogen noch in den 70igern Ohrfeigen, standen in der Ecke, repetierten x-fach – hatten also auch keine gute oder gar schöne Schulzeit. Nur: Am Schluss gab es aber auch für diese Unglücklichen Lehrstellen und Anstellungen, nicht die besten, aber immerhin. Und manch eine/r machte ihren Weg im Leben schliesslichganz prima. Heute hat es für Normabweichler in der Arbeitswelt gar keinen Platz mehr – auch ein Grund für die heutige Therapiewut schon in der Schule?

    • Roshan sagt:

      und heute fehlen die Anstellungsmöglichkeiten für junge Leute, die etwas ab der Norm sind. Was machen jene jungen Leute dann? täglich Nachrichten lesen, was junge Leute ohne Perspektive so anstellen.

    • tur sagt:

      Gerade ADHS verschwindet meistens in der Pubertät. Also: kann nicht als Argument für die Zukunft zählen. Lehrstellen gibt es auch immer noch, auch für ehemalige unruhige Kinder. „Für Normabweichler gar keinen Platz mehr“. widerliche Falschaussage – im doppelten Sinn völlig falsch – und man könnte was dagegen tun. Denn: Nicht Leistung oder Lehrstellenangst steht als Grund Nr. 1 für Normierung und Ritalin, sondern die Überforderung (und auch Angst) jener Eltern, die einfach nicht genug Zeit aufbringen können, sich um schwierige Kinder zu kümmern. Also: Eltern unterstützen!

  • Roshan sagt:

    „Wie berichtet, werden in den USA immer häufiger Neuroleptika an Kinder und Jugendliche verschrieben“ Die Studie dazu stammt aus Kanada und beruft sich auf in Kanada erhobene Zahlen. Nur zur Klarstellung.

    Mich hat der von Ihnen erwähnte Satz auch hellhörig gemacht, wie ich dazu dort auch bemerkte.

    • Roshan sagt:

      Umgekehrt muss ich aber auch sagen, dass dort, wo die Indikation wirklich gegeben ist, mit Abklärung und zweiter Expertenanalyse, diese Medis doch helfen können, sofern über die Wirkweise, Nebenwirkungen usw. ehrlich informiert wird. Da halte ich die Eltern aber auch an, sich wirklich eigeninitiativ zu informieren. Wichtig dabei auch, sich betreffend unabhängiger Abklärung nicht von den Schulfunktionären als verwaltete Subjekte behandeln zu lassen.

      • El Schneider sagt:

        Roshan, wem wollen Sie es mit dieser Meinung recht machen? ihre Stellungnahme verkörpert eine Kompromisshaltung, die bei diesem Thema ziemlich kontraproduktiv ist. Ich weiss nicht aus welcher Ecke Sie hier Empfehlungen abgeben: als Betroffene, als Angehörige, als Ärztin? Es geht nicht nur darum Kinder vor diesem Wahnsinn zu schützen. Wer sich zu diesem Thema mal die unbequemere Sicht ‚erlesen‘ will: ein Interview mit Robert Wirhaker, einem Journalist aus dem medizinwissenschaftlichen Bereich: http://akmhcweb.org/articles/BayAreaStreetSpiritWhitaker.htm

    • Roshan sagt:

      Es ist aber auch so, dass die neue Version der zur Diagnose benutzten Handbücher nach internationalen Normen für viel Gesprächsstoff sorgte und umstritten ist, im Sinne, dass klar ein Trend zur (Über)pathologisierung erkennbar ist. Sprich, es gibt das Phänomen Modediagnose und vorschnelles Kategorisieren. Da hilft ein ich nenne es mal kooperatives Misstrauen. Umgekehrt finde ich es nicht schlecht, abklären zu lassen, solange daraus keine Stigmatisierung erfolgt, diese ist oft mehr das Problem als die Indikation selber.

    • Roshan sagt:

      Ein Aspekt, der mir hier wirklich ein Anliegen ist, ist die Gefahr der Fehldiagnose. Gerade im Bereich Bipolarität, Post Traumatischem Stress, Depressionen, und Borderline ist es schwierig, eine treffende Analyse zu machen. Dies weil die indizierenden Symptome und Verhaltensweisen sich sehr überlappen. Die falsche Diagnose führt dann zu falscher Medikation und wenn dies so über Jahre belassen wird, kann es sich als Zeitbombe herausstellen (Im Sinne, dass die tatsächliche Situation dank den medis sich ruhigstellt, die zugrunde liegende Störung sich dann aber später umso vehementer äussert.

      • El Schneider sagt:

        Lesen Sie mal die Fachinformationen zu diesen Medikamenten. Psychiatrie mit ihren pseudowissenschaftlichen Differenzierungen in Form von Diagnosen, die Sie hier aufführen, werden dort erst recht nicht gemacht: man setzt dieselben Medikamente für all diese versch. Diagnosen ein. Expertengläubigkeit ohne Ende … ein Albtraum

    • Roshan sagt:

      Bei ADHS hat sich dies in öffentlich gewordenen Vorfällen etwa gezeigt, indem der Ausbruch dann sehr aggressiv war und die eigentliche Ursache Borderline war, nicht ADHS.

      In dem Sinn ist frühe Abklärung und längere Beobachtung, mit Wechsel der Umgebung, ohne Medis und ohne abschliessende Diagnose, vielleicht der beste Weg.

    • Widerspenstige sagt:

      Das sind wertvolle Erklärungen, Roshan, welche zum Teil aus eigener Erfahrung herrühren? Ich finde solche Statements hier im MB äusserst wichtig, weil diese dem Gespenst psychologische Vorabklärung ein wenig das Fürchten nehmen für betroffene Eltern. Es kann ja von Glück gesprochen werden, wenn ein bisher ungeklärtes Leiden eines Kindes so frühzeitig geklärt werden kann. Das Gespenst der Fehldiagnose ist in diesem Stadium wohl weniger als kontraproduktive Therapie einzustufen als eine unerkannte oder verweigerte Diagnose zur Förderung des Wohlbefindens des betroffenen Kindes.

      • Roshan sagt:

        „Ich weiss nicht aus welcher Ecke Sie hier Empfehlungen abgeben: als Betroffene, als Angehörige, als Ärztin?“ als eine Betroffene. Und deshalb meine Hinweise betreffend Fehldiagnose und daraus falscher Medikation. Es ist aber so, dass richtige Medikation ein handhabbares Leben ermöglchen kann und ohne eben nicht. ABER: ohne Medis,wenn es geht, ist besser. So auch bei mir nach Jahren nun. Ich denke das beaotwortet es für Euch beide.

  • Leo Klaus sagt:

    Bei uns in der deutschsprachigen Welt sind und waren die Kinder immer zuerst nur eine laestige Plage. Man ist bereit, sie zu „tolerieren“ falls sie sich aus Sicht- und Hoerweite entfernen. Leider! Und wir fragen uns immer und immer wieder, warum uns die Kinder ausgehen? Die Spirale dreht immer schneller, weil eine grauere Gesellschaft noch intoleranter gegenueber Kinder wird, einfach weil alle Menschen, je aelter, desto laermempfindlicher werden.

  • Philipp M. Rittermann sagt:

    egal was kinder tun oder nicht tun; wichtig ist, was ihnen die eltern vermitteln.

  • Joerg Hanspeter sagt:

    Kinder können kaum lautlos spielen, was aber nicht heisst, dass ein Kind jederzeit so lange und so viel Lärm produzieren kann wie es will. Wie immer fehlt halt einfach der gesunde Mittelweg. Ein Kind soll frühzeitig lernen, dass gewisse Verhaltensweisen andere Leute stören können und weil es nicht alleine auf der Welt ist, halt mit gewissen Einschränkungen leben muss. Das soll nicht heissen, dass es nichts tun darf, aber eben auch nicht alles, nicht überall und nicht zu jeder Zeit.

  • tina sagt:

    was schon anders ist als vor 5, 15, 30, 50 jahren: es gibt in der schweiz immer weniger raum, jedenfalls in den nicht so abgelegenen gebieten. weniger platz führt zu mehr konfliktpotential (lärm wegen spielplatz).
    auch dass das kind so im zentrum steht mit seinem wohlbefinden ist anders als früher. wir reagieren empfindlicher auf nicht-wohlbefinden unserer kinder, da auch wir eltern in einer zeit aufwuchsen, wo fast alles möglich war. wir möchten, dass unsere kinder alle möglichkeiten haben. gleichzeitig gibt es aber weniger unkontrollierten raum

    • Juno sagt:

      Absolut einverstanden, tina. Weniger unreglementierter Raum. Das ist meiner Meinung nach wirklich ein Problem. Aber dass heute in den Schulen mehr genormt wird als früher, ist doch wirklich nicht wahr! Noch nie war die Schule so individualisiert wie heute (auch wenn sie es evt. noch mehr sein könnte).

      • tina sagt:

        doch. die kinder werden per formularen zum abhäkeln gerastert und dann standardisiert behandelt.

      • Juno sagt:

        Gegen was werden sie standardisiert behandelt? Ich bin auch nicht gerade begeistert von all diesem Abklärungs und Diagnosewahn. Aber die Idee dahinter ist ja schon, den Kindern individuell dort zu helfen wo sie mit den Anforderungen nicht klar kommen. Finde ich nicht einfach schlecht. Aber natürlich weiss ich, dass das nciht immer funktioniert oder sehr oft übers Ziel hinausschiesst. Nur, wie soll man es besser machen?

      • tina sagt:

        sie werden nach standard behandelt, von der schule. auch vom therapeuten (spd/kjpd). kreuzchen da = verfahren xy.
        ja, ich sehe das eben auch so. wie will man es besser machen? ich weiss es nicht.

      • gabi sagt:

        Schön wäre z.B., wenn die Lehrer anstatt Noten zu verteilen, Ihre Einschätzung vortanzen würden.

        Oder Aura-Photographie wäre ev. sehr interessant, als Hilfe, um sich ein Bild des Kindes zu machen….

        😀

        Eben. Wir müssen halt dennoch mit den Gegebenheiten arbeiten. Ums zu verbessern können wir uns ein bringen.

        In Elterngesprächen. In der Schulpflege. An der Urne. Ja gar in Blogs.

      • gabi sagt:

        Das „Ihre“ gilt denn Lehrern, sorry, und hätte daher klein gehört!

      • tina sagt:

        ja und einbringen schreibt man am stück. und einbringen kann man ja nur, wenn man etwas zu sagen hat, was bei gabi offenbar nicht wirklich der fall ist, ausser herablassend rüberzukommen und die dinge ins lächerliche zu ziehen.
        ich war in schulpflege und elternrat.

      • gabi sagt:

        Kriegen Sie sich wieder mal ein, tina.

      • daniela p. sagt:

        halt doch einfach den rand, wenn andere konstruktiv diskutieren und du nur quark beizutragen hast. ist nicht zum aushalten

      • gabi sagt:

        Ich entdecke alleine in der Feststellung, wie das „System“ oder die „Gesellschaft“ alle Kinder „normieren“ und zu Robotern machen wolle, nicht viel Konstruktives.

        Dazu erlaube ich mir eine Meinung. Ne Begründete, wenn ich an die vielen Eltern denke, die mir schon begegnet sind, die sich ihr Kneiffen vor der Erziehungsverantwortung gerne mit derartigen Theorien weisswaschen möchten.

        Selbstverständlich trifft das nicht auf alle und jeden zu, die ne andere Meinung haben als ich. Ändert aber nix daran, dass ich mich gerade jenen zuwende.

        Und hey… Ist doch schliesslich meine Individualität!

      • gabi sagt:

        Apropos Erziehung und Umgangsformen:

        Kann mich nicht erinnern, Ihnen das Du angeboten zu haben, Daniela P.

        – Aber wahrscheinlich haben Sie Derartiges gar nicht vermittelt gekriegt… Hätte Sie ja jemand eingeengt damit, was?!

        😀

      • Roshan sagt:

        Was Begründungen und sachliche Fakten betrifft, haben Sie aber schon einen Lieferengpass, gabi. Dieses Schicksal scheinen Sie aber mit der Chemtrail Fraktion zu teilen.

      • gabi sagt:

        Helfen Sie mir doch einfach auf die Sprünge, Roshan.

        Dass mir das einfach Aneinanderreihen von Statistiken nicht liegt (bzw. ich oft an deren Wert zweifle), sprech ich von meinen Wahrnehmungen, Berichte von engen Freunden oder Verwandten (wenn ich ihre Glaubwürdigkeit bezweifle füg ich das an oder lass es überhaupt sein) und füge Beispiele an.

        Ich begründe sehr wohl.

        Auf was wollen Sie genau hinaus oder auf was spielen Sie an?

  • Annette sagt:

    die Kinder sind ein Spiegel unserer selbst. Ob es nun passt oder nicht.
    Jeder kann sein Leben selber in die Hand nehmen und ändern zu mehr Liebe, Gesundheit, Freude, Erfolg. Was meint ihr, was könnte passieren, wenn das jeder tun würde? Was hätten unsere Kinder dann für Vorbilder?
    Ich habe damit angefangen. Und gehe jeden Tag einen Schritt weiter. Kann ich jedem empfehlen!
    Alles Liebe

  • Annette sagt:

    Oft versuchen wir, im aussen gewisse Umstände – oder wie wir es nennen wollen – zu verändern. Schuldige sind schnell gefunden. Sei es die sogenannte Gesellschaft, ein Lehrer, ein Arzt oder wer/was auch immer.
    Wie wärs denn, wenn jeder bei sich selber anfangen würde? Mit Ehrlichkeit und Mut anschauen, was in den eigenen Kreisen und in der eigenen Familie läuft? Wir Eltern sind es, die unseren Kindern als Vorbilder dienen und ein Leben vorleben, das unsere Sprösslinge eins zu eins übernehmen. Auch wenn sie der irrigen Ansicht sind, dass sie es mal gaanz anders machen wollen 😉 Wie denn?

  • Katharina sagt:

    Super Artikel!
    Kein Wunder, dass sich viele Paare entscheiden keine Kinder zu bekommen in solch einem kinderfeindlichen Umfeld. Mein Vorschlag, um die momentane Situation für Kinder erträglicher zu machen: Homeschooling oder passende Privatschule – und viele Eltern, die sich öffentlich zu Wort melden!

    • Katharina sagt:

      Im Gegensatz zu Ihnen kann ich mir die Privatschule leisten. Habe gerade das Depot geleitet für die Vorschule meiner zwei kleinen. Die Vorschule wird mich knapp 30 Tausend im Jahr kosten bei Montessori Shir-Hashirim. Ich denke nicht, dass dies eine allgemeingültige Lösung sein kann.

    • alien sagt:

      Homeschooling gibt es in der Schweiz nicht.

    • tina sagt:

      alien: klar gibt es homeschooling in der schweiz

  • Helen sagt:

    Tja. Deshalb dürfen meine Kinder in die Steinerschule. Oh wie bin ich immer wieder und wieder froh, haben wir uns dafür entschieden.

  • Juno sagt:

    @gabi und tststs: Hm, also c’erst le ton qui fait la musique. Man kann einfach den Platz wechseln, weil man gemerkt hat, dass man eben grad keinen Bock auf Kinder hat. Man kann aber auch genervt aufstehen und allen zu verstehen geben, dass man die Goofen nun wirklich nervig findet. Das letztere hat mit Toleranz nicht gerade viel zu tun.

    • Juno sagt:

      oh mist das gehört natürlich nciht hier hin..

    • gabi sagt:

      Die Goofen einfach nervig schreien lassen, ganz egal wen´s stört (und die lieben Kleinen sollen ja sowieso nicht eingeschränkt werden) aber noch viel, viel weniger.

      • Juno sagt:

        Von Schreien lassen hat auch niemand gesprochen. Es ging um die Kleinen die mit den Autos gespielt und Geschichten erzählt haben. Und ich sprach von sich unterhalten. Und übrigens, Kinder im Alter von 2-3 Jahren funktionieren nicht immer so, wie das alle gern hätten. Natürlich ist rumzwängeln im Zug nicht ok. Wenn meine Kleinen im Zug zwängeln, gehe ich mit ihnen ins Zwischenabteil. Im Zug wird nicht rumgeschrien. Aber Abstellen kann ich meine Kids nicht einfach so. Wenn das bei ihrem Kind geht, dann haben sie ein Ausnahmeexemplar (und sicher nur 1).

      • gabi sagt:

        Auch ich ärgere mich ab und an über intolerante Erwachsene. Tatsächlich.

        Und natürlich kann ich (und will ich auch nicht) Kinder nicht einfach „abschalten“

        Das Faszinierendste an der Geschichte ist und bleibt aber, wie all die „Intoleranten“ das Abteil verlassen und die Kinder offenbar machen lassen (egal mit welchem Blick) und dies in vollem Ernst als Bsp. für „Intoleranz“ heran gezogen wird.

        Das waren nun mal nicht Sie, sondern Ashido. Grotesk und ziemlich egozentrisch ist das allemal.

  • Karrierefrau sagt:

    Und wenn die Probleme der Kinder nicht nur von den Ruhe liebenden Nachbarn hervorgerufen, sondern vor allem entstehen, weil die Kinder dauerbestrahlt werden? weshalb gibt es heute so viel ADS-kinder (heute wird diese Krankheit anders genannt)?Welche Eltern sind bereit, sich darüber Gedanken zu machen? das Ergebnis des Nachdenkens führt eventuell dann zu einer Einschränkung der Bequemlichkeit.

    • tina sagt:

      wir hatten früher auch kinder in der klasse, die tische umwarfen. adhs war einfach noch kein thema. überhaupt waren kinder nicht so im zentrum.

      • mia sagt:

        @Tina: Das sollten sie auch heute nicht sein, werden aber zu Gottheiten hochstilisiert. Dabei sind es nur Kinder. Kinder, die einer Erziehung bedürfen, bei der sie auch ruhig mal mit allem Nachdruck in die Schranken gewiesen werden dürfen – ganz gleich, oh ihnen das passt oder nicht -, damit dereinst halbwegs zivilisierte Erwachsene aus ihnen werden, anstatt egoistische Jammerlappen und Heulsusen, wie sie heute leider nur allzu oft anzutreffen sind, die, sobald sie einen Pickel am Hintern entdecken, gleich in ein Burnout oder eine Depression fallen.

    • gabi sagt:

      dauerbestrahlt? Was meinen Sie genau damit?

    • Karrierefrau sagt:

      Wer setzt seine Kleinkinder W-lan aus? geschieht das überlegt oder weil alle es tun? Fühlen Sie sich mitschuldig an allfälligen Problen Ihrer Kinder oder sind eher die anderen Schuld?

      • tina sagt:

        ich würde eher sagen, probleme gehören nunmal zum leben. was würde in kind lernen, wenn es keine probleme hätte? es würde zum komplett unfähigen erwachsenen, nie gelernt mit schwierigkeiten umzugehen, nie frust ertragen müssen.

      • gabi sagt:

        Sie haben das Kind einfach nicht nahe genug dran!

        Unseres liegt am Allernächsten an der W-LAN-Quelle ist verträglich und brav.

        Ev. sollten Sie die Leistung ihres W-LANs einfach höher stellen (bzw. sich schnellstens Eines zulegen, falls sie noch keins haben)

        🙂

        Absurd, was alles zur Erklärung hinhalten kann…

      • Karrierefrau sagt:

        @Tina: Weshalb ist es denn ein Problem, wenn Kinder nicht alles dürfen? Ihrer Argumetation folgend, könnten Kinder ja gerade von Leuten, die sich über Lärm beschweren, besonders viel für das Leben lernen.(finde ich natürlich nicht – nur um einen Vorwurf vorwegzunehmen).

      • gabi sagt:

        Vielleicht wird im Zusammenhang mit lauten Kindern auch einfach zu wenig über Kreisverkehr gesprochen?

        Ev. wird diese Diskussion auch bewusst unterdrückt (würde mich nicht wundern, wenn das nun nicht einmal durch die Zensischlauf ginge!). Vom Patriarchat? Vom NSA? Von der Pharmalobby? – Wer weiss.

        Jedenfalls ist es nicht von der Hand zu weisen, dass es dieses Probleme im selben Ausmass wie heute damals überhaupt noch nicht gab!!!

        Damals, als ich jung war und die Kreuzungen des Strassenverkehrs noch Kreuzungen und keine Kreiselverehrslösungen waren!

        … Es ist ja alles so offensichtlich!

      • gabi sagt:

        🙂

        Grosse Klasse, Karrierefrau.

        Das ist die Art von Argumentation, die ich liebe. Die Absurdheit der Argumente gegen diejenigen gedreht, die sie einbringen.

        Aikido des Diskutierens, quasi

        Echt: Kompliment.

      • tina sagt:

        ich finde nicht, dass es ein problem ist, dass kinder nicht alles dürfen, im gegenteil. selbstverständlich dürfen kinder nicht alles – erwachsene ja auch nicht, nebenbei erwähnt. warum man allerdings besonders viel lernen soll wenn jemand sich beschwert kann ich nun auch nicht nachvollziehen. ich persönlich glaube nicht, dass es ads erst neuerdings gibt, ich glaube, es fällt einfach nur in einem bestimmten umfeld auf

      • alien sagt:

        Karrierefrau, das WLAN strahlt deutlich schwächer als schnurlose Telefone und eh als Mobiltelefone. Wenn ich also mich sorge, dann höchstens wegen GSM und Konsorten. DECT läuft in der Nacht auch nicht. WLAN dürfte aber durchgehend laufen.

      • Karrierefrau sagt:

        @alien: bin mit Ihnen zum grössten Teil einverstanden. DECT allerding strahlt auch nachts. Das wissen eben viele Leute nicht. DECT ist schädlich, insbesondere für Kleinkinder. verzichten die meisten Eltern? Nö. Da wird ja etwas von ihnen verlangt. Lieber über die böse Umwelt klagen, die ach so wenig Verständnis für Kinder zeigt.

      • Papa aus Überzeugung sagt:

        wir haben weder WLAN noch DECT! es git neu Schnurlostelefone ohne DECT! das schulden wir unseren Kindern. Ich môchte mir späternicht Vorwürfe machen müssen. Ich frage jeweils die Eltern von Zappelfilippen, ob sie ein Schnurlostelefon mit DECT haben. karrierefrau, Werfen Sie bitte nicht alle Eltern in den gleichen Topf. Wobei ich uch verstehen kann, dass man sich über die Jammereltern nerven kann.

      • Roshan sagt:

        DECT und WLAN senden auf dem gleichen Spektrum und sind von den Regulierungsbehörden auch, was Sendeleistung betrifft, gleich eingeschränkt.

        Abgesehen davon: die Auswirkungen der Sonne im elektromagnetischen Spektrum auf die Erdoberfläche sind weitaus grösser als die paar Mikro Watt eines WLANS etc. Dies, weil sich das Erd- und Sonnenmagnetfeld periodisch (mehrmals täglich) vereinen und für eine kurze Zeit im Inneren dieses magnetischen Tunnels wir der Gesamtstrahlung ausgesetzt sind, welche pro Tag gleichviel ist wie was wir in einem Jahr an Energie produzieren.

      • Roshan sagt:

        Oder salopp: furzt die Sonne eine zünftige Protuberanz in die Korona, strahlt unsere Lebensquelle uns mächtig an. Also wenn der Nachbar spät nachst über WLAN Games zockt, hat das WLAN keine kausale Auswirkung auf Ihr Nervenkostüm.

      • Papa aus Überzeugung sagt:

        roshan: so hat man sich früher auch über Aspestopfer lächerlich gemacht.

      • Roshan sagt:

        Beleidigen Sie mich nicht, Ich kenne Physik, Sie angesichts Ihres Votums vielleicht nicht, Papa. Was ich über die elektromagnetische Interaktion zwischen der Sonne und der Erde sagte, können Sie nachlesen gehen und die Energiebilanz selber machen.

      • Roshan sagt:

        Asbestopfer? das geht aber entschieden zu weit.

      • alien sagt:

        Karrierefrau, mein DECT wird in der Nacht ausgeschaltet, wie mein Internet. Ohne Internet hat mein Telefon keinen Spitz, da es mit SIP läuft (also übers Internet). Das Mobiltelefon schalte ich separat aus.

        Wenn allerdings mein Nachbar direkt hinter der Wand meines Schlafzimmers seine DECT-Basisstation hat, die immer läuft, bringt es wenig, wenn ich meine eigene, die zehn Meter vom Schlafzimmer weg steht, ausmache.

        Einen neueren Standard für schnurlose Telefone als DECT gibt es nicht (braucht es auch nicht, DECT scheint ziemlich gut). Es gibt gewisse Konfigurationsoptionen, mit denen man DECT strahlenärmer machen kann, die funktionieren aber nicht mit allen Telefonen und Basisstationen. Auch gibt es Telefone, die direkt WLAN (und dann SIP) benutzen. Die Standards vor DECT werden nicht mehr benutzt, es handelt sich um die ersten Standards in diesem Bereich, CTn. Klobige Geräte, etwa so, wie in Back to the Future.

        Roshan, man ist besorgt, weil die Frequenzen ja pulsierend benutzt werden und nicht kontinuierlich, es wird behauptet, dass dies schädlicher ist. Ich bin kein Physiker, der das untersucht, ich weiss es nicht. Ich hatte nur schon öfters den Eindruck, dass ich besser schlafe, wenn neben dem Bett kein laufendes Telefon liegt, ob jetzt GSM oder DECT. Vielleicht bilde ich mir das nur ein.

      • alien sagt:

        Papa aus Ü: Sie klingen so nach Schlangenölglaube und Voodoopokus. Wenn Sie eine Meinung entwickeln, ist es immer gut, die auf genaue Tatsachen, auf Erfahrungen (selbst oder von anderen gemachte) und exakte Schlussfolgerungen zu beziehen. Zu oft werden irgend welche Ideen und Vorstellungen zusammen gewürfelt und als Tatsachen verkauft. Augen auf.

      • alien sagt:

        Dass GSM stärker strahlt als DECT und WLAN eh, sieht man schon an den deutlich unterschiedlichen Reichweiten. Auch wenn die Technologien nicht im Detail gleich sind, kann man schon an den mehreren Kilometern, die GSM überdecken kann, verglichen mit 200 Metern bei DECT und noch weniger bei WLAN, ablesen, dass die übertragenen Leistungen bei GSM deutlich grösser sein müssen. Ginge ja sonst gar nicht.

    • Anne sagt:

      psychiatrische Diagnosen können auch Modeerscheinungen sein (siehe bspw. Hysterie) – und nicht nur, weil es eine Diagnose gibt, gibt es zwingend auch mehr Erkrankungen.

  • Francesca sagt:

    Das war doch schon immer so, nur dass wir Schläge kassierten anstatt Ritalin. Ich mag dieses Gejammer nicht mehr hören, dass Kinder „nicht mehr“ Kinder sein dürfen. Was heisst denn, „wie Kinder sein“? Wer definiert „Kindsein“? Das sind doch unsere erwachsenen Projektionen einer heilen Welt, die es nie gab. Wer nichts leistet, überlebt nicht, das ist ein Naturgesetz. Traut Euren Kindern etwas zu, hört auf mit der Larmoyanz. Wir müssen die Kinder fürs Leben fit machen. Träumen darf man, auch als Erwachsener, zum richtigen Zeitpunkt. Und beispielsweise nicht beim Überqueren der Strasse.

    • also mal ehrlich sagt:

      Also wenn man Schläge für eine kindgerechte Erziehungsmassnahme hält… na Ihre Kinder tun mir dann aber sehr leid. Selbst wenn Sie die Schläge bei Ihren Kindern gegen Ritalin getauscht haben sollten.
      Na Kindsein kann doch nicht nur daraus bestehen zu funktionieren. Das finde ich bei den meisten Erwachsenen schon traurig genug. Es gehört doch dazu das ein Kind auch mal schreit und weint und tobt und lacht.
      Vielleicht sollten wir Erwachsenen mal wieder ein bisschen mehr Kind sein.

      • gabi sagt:

        Interessant, was Sie Francesca da so andichten.

        Können Sie sich sonst noch was Unterhaltsames über diesen oder jenen Bloger vorstellen?

        Lassen Sie hören! Geben Sie Ihre Fantasie frei. Seien Sie ganz Kind.

      • also mal ehrlich sagt:

        Wie wäre es denn mal mit einer eigenen Meinung zu dem Thema statt hier nur die Meinung von allen anderen zu kommentieren?! Aber scheint ja so am einfachsten. 🙂

      • gabi sagt:

        Meine Meinung können Sie auf diesen Seiten ziemlich deutlich entnehmen.

        Anderen etwas an zu dichten wie „Also wenn man Schläge für eine kindgerechte Erziehungsmassnahme hält“ hat allerdings nichts mit „Meinung“ zu tun. Aber vielleicht wollten Sie ja „Meinungsmache“ schreiben, und den Rest hat´s einfach abgeschnitten?

        😉

    • Francesca sagt:

      Ich habe meine Kinder nie geschlagen, aber ich wurde geschlagen. Es ist heute nicht schlimmer, sondern besser. Wenn wir den Kindern nichts zutrauen, dann trauen sie auch sich selber nichts zu, meinen, sie müssten immer glücklich sein und ihren jeweiligen Gelüsten nachgeben, sonst schaffen sie’s nicht. Kinder, die auch einmal etwas aushalten mussten, werden hingegen gestärkt. Der Lehrmeister, die Chefin, sie alle werden etwas verlangen, und wer gelernt hat, zu „leisten“, der tut es mit Spass und gerne. Wir leben in einer Leistungsgesellschaft, Mensch und Tier, das ist ein Naturgesetz.

      • gabi sagt:

        Also mal ehrlich… Ev. wäre eine Entschuldigung angebracht?

        😉

        Weiss schon: Schwierig. Die Umgangsformen und so…

    • Rudolf Meyer sagt:

      Ein Superkommentar hinter dem ich voll stehen kann. Ja hören wir auf mit der Larmoyanz und mit dem Traum vom Traum. In dem Sinn wie es Francesca beschrieben hat.

      • gelegentlicher Beobachter sagt:

        ich schliesse mich Francesca an,
        dieses Gejammer ist ja unerträglich
        „oh wie schlimm ist es heute, früher da war es offensichtlich nicht so“

        heute wird extrem auf die Kinder eingegangen – vielleicht manchmal zu viel des Guten
        aber früher…. wer unter die Räder kam, kam unter die Räder und niemanden hat es interessiert

      • tur sagt:

        Erwachsene sind in einer Leistungsgesellschaft, wenn und weil sie es so wollen. Es gibt auch die Gesellschaft, die kooperiert, statt einander bekämpft. Kinder sollen lernen, nicht leisten. Schulisch und menschlich. Und dazu gehört, ohne Drogen und als Frohnatur glücklich sein zu dürfen. Drogen wie Ritalin helfen den Eltern dazu, eine leichtere Zeit zu haben, als ihre eigenen Eltern dreissig Jahre zuvor mit ihnen selbst. Das mit Leistungsgesellschaft ist nur ein Vorwand, üble Massnahmen wie Ritalin und Repression zu gutheissen, was nur Mutti und Vati dient, aber nicht dem Kind.

  • Nobody sagt:

    Keine Sorge, Träume kann man weder ein- noch ausschalten. Das Leistungsdenken entspringt auch ein wenig der Zukunftsangst, weil die Welt durchs Internet kleiner wird und zusammenrückt. Rollenvorbilder werden heute öfter aus den Medien projiziert, genauer gesagt aus TV-Serien und Musikvideos. Allie McBeal, King of Queens, SRF (eher traditionell), und so weiter. Dazu kommt eine kulturelle Vermischung an den Schulen, in diesen grellen Kontrasten gehen subtilere Unterschiede verloren. Aber eigentlich sind die Anforderungen geschrumpft, wie auch der Wortschatz. „Was wosch, Mann!“

    • tststs sagt:

      Selten so einen Müll gelesen
      a) selbstverständlich kann man die Tagträume abschalten…
      b) das Internet macht uns gerade die Weitläufigkeit der Welt bewusst, das Zusammenrücken ist nur Einbildung.
      c) Die Medien benutzen in der Regel die Rollen, welche schon in der Gesellschaft vorhanden sind
      c) Ally und Doug sind kaum mehr am TV zu sehen
      d) kulturelle Vermischung an den Schulen??????
      e) je greller die Kontraste, desto deutlicher sollten Unterschiede eigentlich erkennbar sein…
      f) der Anforderung werden immer mehr

      • Nobody sagt:

        Naja, selten so gelacht.
        a) nur, wenn man es zulässt. Dann ist es der eigene Wille, der sie abschaltet.
        b) genau, eben jene Einbildung ist gemeint.
        c) in welcher Gesellschaft?
        d) hab ich nicht dem TV entnommen, sondern einem Gespräch.
        e) nur die grellen Kontraste sind sichtbar, wie man Ihrer trashigen Antwort gut entnehmen kann.
        f) nee.

      • tststs sagt:

        Hey, wenn wir uns gegenseitig schon so belustigen, dann weiter:
        a) hey, ich habe nur behauptet, dass es geht…wie ist eine ganz andere Frage…
        b) toll, dann laufen Sie wider besseren Wissens falschen Aussagen nach? (oder was wollen Sie mir damit sagen) und nur so btw: Zukunftsangst als Motor unterschreibe ich sofort…
        c) ich nehme an, wir sprechen von unserer Gesellschaft?! Aber eigentlich egal welche, was (Rollen)Denken betrifft, übernehmen Medien idR Bestehendes, so innovativ sind sie selten (vllt etwas progressiver als die Gesellschaft)
        d) tja, nachplappern ohne überprüfen ist noch

      • tststs sagt:

        selten gut gegangen…
        e) ???? Meinen Sie, dass wir den feinen Unterschied zwischen Hansli und Fritzli übersehen, weil der Unterschied zwischen Hansli und Mohammed so gross ist?
        f) ähm ja, wenn Sie meinen…

      • gockelg sagt:

        da werde gebe ich gerne noch meinen senf dazu:
        a) Tagträume hängen meiner Meinung nach eher von nicht gleich sichtbaren Umgebungskonstelationen ab
        b) Angst kann gefährlich sein, nehmt wie es kommt, aber bleibt kritisch
        c) Das Leben ist wie ein Rollenspiel, nur sollte die Vielfallt zunehmen mit einer grösseren Vernetzung
        d) … es geht doch eher um allgemeinen Respekt, Höflichkeit und Verständniss
        e) … es gibt nicht nur Grautöne
        f) … die emotionalen Anforderungen … einheitliche definierter Stolz und so ?

        so, mein senf dazugegeben 😉

  • Ashiro sagt:

    Letzten Samstag sassen wir, 3 Kinder (2x 3J, 1x 2J) und 3 Erwachsene im Zug. Die Kinder spielten in einem Abteil mit ihren Autos und erzählten sich ausgedachte Geschichten. Dies war den Leuten rundherum schon zu laut. Sie standen auf und verliessen den Waggon. Da stellte sich mich die Frage, wie tolerant können solche Menschen überhaupt noch sein, wenn sie nicht mal kleine Kinder beim Spielen ausstehen können?

    • gabi sagt:

      Ich finde es toll Kindern zu zu hören, wenn sie Spielen und sich Geschichten ausdenken, wenn ich Lust drauf habe.

      Habe ich keine Lust drauf (und hey… Wenn das Lustprinzip bei Kindern zu gelten hat, dann doch bei mir ja wohl auch, oder?!), dann allerdings nicht.

      Und wenn ich z.B. grad ein Buch lesen will und es mich ablenkt (kommt grad im Zug gerne mal vor) dann mag ich es halt nicht.

      So what?

      DAS ist dann der Beweis der mangelnder Kindertoleranz oder wie?!

      GEGENSEITIGE Rücksicht zu lehren ist die Grundvoraussetzung für eine funktionierende Gesellschaft.

    • Frank Baum sagt:

      Diese Leute sind wohl nicht nur tolerant sondern im gegensatz zu Ihnen auch rücksichtsvoll. Herumkaspern ist halt nicht immer und überall angesagt. Man muss auf die anderen Leute eben auch rücksicht nehmen können. Das verlangt natürlich, dass man sich überhaupt erst in die Lage der anderen Leute hineinversetzen kann. Daran scheitern die meisten asozialen Egoisten die ganze Zeit und denken, der Zug gehört ihnen.

    • tststs sagt:

      Sorry, aber könnten die Leute noch viel kinderFREUNDLICHER sein?! Unfreundlich wäre gewesen, Sie und die Kinder zur Ruhe zu ermahnen. Aber nein, man hat erkannt, dass Kinder Lärm machen und da man selber gerade etwas empfindlich ist, wechselt man den Platz!!! DAS ist wahre Kinderfreundichkeit!

    • gabi sagt:

      Alle machen gefälligst mit!

      Wenn ich etwas toll finde, dann haben die Anderen das gefälligst auch zu tun.

      Toleranz ist, wenn alle dasselbe finden, machen, wollen, wie ich!

      (ja: ist mir auch aufgestossen, dass sogar noch das Rausgehen als Beweis von Unfreundlichkeit gilt. Hammer. Was Wunder, wenn diese Kinder kaum je begreifen können werden, was Rücksichtnahme wohl bedeuten mag)

      • Juno sagt:

        In vielen Zügen hats ein Familienwagen. Nicht der Spielwagen sodern den, mit dem unscheinbaren Teddy drauf . Wenn ich mit meinen Kindern dort drin sitze, erwarte ich von den Mitreisenden ganz klar Toleranz. Wenn ich ein Buch lesen will, sitze ich in einen anderen Wagen. Wie hoch der Lautstärkenpegel in ’normalen‘ Wagen sein darf, ist allerdings schon nicht einfach klar. Da hat wohl jeder eine andere Schmerzgrenze. Und es sind ja längst nicht nur Kinder, die einem beim Lesen stören. Sich normal unterhalten und Geschichten erzählen, finde ich, sollte allerdings wirklich drin liegen.

      • Juno sagt:

        @gabi und tststs: Hm, also c’erst le ton qui fait la musique. Man kann einfach den Platz wechseln, weil man gemerkt hat, dass man eben grad keinen Bock auf Kinder hat. Man kann aber auch genervt aufstehen und allen zu verstehen geben, dass man die Goofen nun wirklich nervig findet. Das letztere hat mit Toleranz nicht gerade viel zu tun.

      • gabi sagt:

        Im Familienwagen wär´s ja wohl anders. Ich würde mich schwerst wundern, hätte Ahiro dies nicht erwähnt, um die Intolleranz aller Anderen nicht noch dramatischer erscheinen zu lassen, wenn sie/er dort drin gewesen wäre.

      • Frank Baum sagt:

        Im Familienwagen der SBB muss man Kinderlärm hinnehmen. Das ist klar. In den anderen Wagen hingegen nicht – zumindest nicht zu jedem beliebigen Geräuschpegel. Es stimmt auch, dass es nicht nur Kinder sind, die sich in einem Zug rücksichtslos benehmen. Der springende Punkt ist aber eben, dass man auf andere Leute und deren Ansprüche rücksicht nimmt. Damit tun sich gerade die Leute schwer, die denken, heute will man Kinder nicht mehr Kinder sein lassen. Das sind einfach die Leute, die mit Spiel-/oder Verhaltensregeln aller Art Probleme haben und auf nichts rücksicht nehmen können.

    • Brunhild Steiner sagt:

      @Ashiro:
      also falls Sie auch „Hexe“ sind auf der nächsten Seite,
      dann hab ich nun ja schon bisschen den Verdacht dass möglicherweise auch Ihre Wahrnehmung Teil der Problematik ist? Alle hier sind stur und weiss nicht was und leider leider sind Sie nun nach x Jahren Ausland gezwungen hier zu leben-
      aber aufgefallen, dass die Leute einfach gegangen sind,
      UND SIE IN RUHE GELASSEN HABEN-
      das ist Ihnen nicht? Das ist wohl nicht das Einzige positive Detail welches Ihnen hier eben nicht auffällt,
      mit dieser Haltung werden Sie den viel freieren Ländern noch lange nachtrauern… .

  • gabi sagt:

    http://www.youtube.com/watch?v=jVygqjyS4CA

    Ist heute einfach wieder mal allzu passend.

    „You are all indiviuals!“

    Eben.

    Ich empfinde es als ein tosendes Chorgeblöke einer Riesenherde, was mir hier heute wieder mal entgegenschlägt à la „die Gesellschaft unterdrückt alles Individuelle“.

    Läppisch. Und oft genug nur eine billige Entschuldigung dafür, keinen klaren, persönlichen Gedanken individuell entwickeln zu könnne.

    • tststs sagt:

      Finden Sie nicht auch, Gabi, es liegt ein wahnsinnig beruhigendes Moment in der Erkenntnis, dass der Strom seine Richtung nicht ändern wird, egal wie sehr, wie viele und mit welchen Individual-Mottos gewisse Leute dagegen anschwimmen 😉

      • gabi sagt:

        Wie man in dieser Masse von Menschen, die sich gegenseitig in immer gleichlautenderen Formulierungen, wie individuell sie doch seien und wie allerwichtigst vor allem mal dies wäre, überhaupt noch „gegen den Strom“ schwimmen möchte, indem man sich ausgerechnet „Individual-Mottos“ bedienen will, ist mir ein Rätsel.

        Musste in der Werbung schon vor Jahrzenten lachen, als Auftraggeber oder Vorgesetzte meinten, mit Werbesprüchen à la „Sei Indiviualist!“ könne man besonders nachhaltig die Aufmerksamkeit echter Individualisten gewinnen.

        Ne lustige Zeit!

        :))

      • gabi sagt:

        Sorry:

        „die sich gegenseitig in immer gleichlautenderen Formulierungen versichern wollen“ ! müsste es heissen.

      • tina sagt:

        dabei ist doch gerade gabi jemand, der nicht hübsch still ist, nur weil er nerven könnte. ein bisschen weniger individuellen gabi wäre doch ganz angenehm

      • gabi sagt:

        Eben.

        😀

  • ralph kocher sagt:

    Dazu passt, dass Strebereltern nerven und Anarchistenfamilien unter Beobachtung stehen. ES wird in 3 Stufen entschieden: Zu ruhige Situationen sind verdächtig. Zu flippige Strukturen untragbar und die Überangepassten fremdgesteuert. Grosseltern dürfen nicht intervenieren und andere Familienangehörige zwingt man in ein Diplom. Die Dynamik einer KESB folgt technisch versierten Kinderlosen mit kreationistischem Einschlag. Wehe Sie fordern eine Entfernung des Kruzifix aus dem Klassenzimmer. Sie sind auf Teufel komm raus für immer und ewig registriert. Gehirnströme haben den gleichen Takt zu haben!

  • Anne sagt:

    Als Zwang zur Gleichmacherei erlebe ich unsere heutige Gesellschaft nicht – im Gegenteil – eher der Druck, jetzt unbedingt möglichst speziell, schön, erfolgreich und kreativ sich von der Masse abzuheben. Und ich orte die Stimmungsmacher hier nicht in der Schule sondern eher bei gewissen Medien, bei Geldmachern und oft auch den Eltern.
    Unsere heutigen Schulen bieten viel lässiges, das ich mir auch gewünscht hätte, als ich noch in die Schule durfte. Der schulische Leistungsdruck hat sich aber sicher erhöht und auch die Intoleranz gegenüber (meist männlichen) Aufmüpfverhalten.

    • Ashiro sagt:

      Wo liegt den der Unterschied zwischen Gleichmacherei und Individualismus im Rahmen der gesellschaftlichen Normen? Natürlich können wir immer individueller Entscheiden, aber nur wenn wir die immer enger werdenden Normen nicht übertreten. Künstler wie Picasso oder Dali würden heute mit Medikamenten vollgestopft und weggesprerrt. Ihre Kunstwerke wären nie entstanden!

      • gabi sagt:

        Soso….

        Schon lange nicht mehr in ner Kunstausstellung gewesen nehme ich an.

      • tststs sagt:

        Ganz genau das dachte ich auch, Gabi…
        Ich würde es nämlich genau andersrum formulieren: was heute so als Kunst durchgeht, hätte man vor ein paar Jahren noch mit Ritalin behandelt…resp. weggesperrt 😉

  • Michael sagt:

    Mir kommen die Tränen. Eine Mama, die ihr Kind nicht zu genügend Individualität erziehen kann oder wie? Wer sein Kind nicht selber aufs Leben vorbereiten kann, jammert präventiv über Schulen, Psychiater und Co. Sorry, so geht das nicht.
    Das Problem der Neuroleptika existiert bei uns offensichtlich nicht. Die Schweiz ist nicht die USA. Ritalin ist für ADS-Betroffene ein Mittel, um ein erträgliches Leben zu führen. Ganz zu Schweigen vom Umfeld der Betroffenen. Kinder sollen Kinder sein dürfen! Wir Eltern haben die Aufgabe, den Kindern diesen Freiraum zu ermöglichen. Es ist UNSERE Aufgabe.

  • Chrigu sagt:

    Ich war mit Sicherheit das, was man heute ein ADS-Kind nennen würde. Ich konnte mich im Unterricht nie länger als 10min konzentrieren, schwatzte immer wieder und bastelte Papierflieger. In der Freizeit schraubten wir an alten Mofas herum und Kesselten damit um den elterlichen Bauernhof. Wir machten Lärm, hatten aufgeschürfte Knie und waren manchmal von Kopf bis Fuss voller Dreck aber:
    Aus mir ist etwas geworden! Ich habe eine gute Ausbildung, bin mit dem Job zufrieden und konnte mein Kindheitstraum vom Fliegen Realität werden lassen!
    Ich bin einfach nur dankbar, dass ich ein Kind sein durfte!

  • Daniel Küttel sagt:

    Ich stimme dem Beitrag zu. Aber hier wird aus meiner Sicht gewisse Themen zusammen geschoben, die Einzeln betrachtet werden sollten. Ich bin sehr dafür dass man einem Kind, seine Kindheit lassen MUSS und es sich auch so verhalten darf. (Inkl. Kreischen und Freuen etc.) Die Tatsache dass es Orte gibt, wo Kreischen oder Weinen einfach nur Scheisse sind, hat eher etwas mit der Gesellschaft zu tun, die immer weiter zusammen rutscht, und mit der Tatsache, dass Kinder bis zu einem gewissen Alter, an gewissen Orten nichts zu suchen haben. (Flugzeug bsp)

    • gabi sagt:

      Richtig.

      Ich glaub, ich war noch keine 16, als ich das erste Mal mit einer belämmerten Jungmutter konfrontiert war, die mir schlagartig bewusst machte, dass es tatsäch derart Dummdreiste gibt, die sich ihre Rücksichtslosigkeit (bzw. später dann die der Kinder) nur mit der bösen, bösen Gesellschaft erklären können:

      Da hatte eine Mutter ihr Kleinkind (knapp über Säugling) in ein Kino mitgeschleppt, in welchem andere Erwachsene (ab 16!) eigentlich einen ernsten Autorenfilm geniessen wollten. Ging aber durch das schreiende Kind schlecht.

      Als sie nach einer halben Ewigkeit und Protesten aller

      • gabi sagt:

        anderen Kinobesucher endlich den Saal verliess, musste sie im Eingang selbstverständlich noch ein Manifest gegen die Kinderfeindlcihkeit der Gesellschaft und der Schweiz überhaupt von sich geben.

        … Bloss, dass es vielleicht einfach nur vollkommener Quatsch war, ein Kleinkind da rein zu schleppen, dass es andere zu Recht stören könnte und dass die Atmosphäre eines ernsten Films immer aufs Neue durch das Kindergeschrei zerstört wird, das fiel ihr nicht ein.

        War ihr wohl einfach zu blöd….

        😉

  • tststs sagt:

    Mhmmmm, ich werde den Eindruck nicht los, dass „Verträumtheit“ und „Normabweichung“ beim eigenen Kind extrem Begrüssenswert sind, aber kaum ist ein anderes Kind davon betroffen und das eigene „leidet“ vllt darunter, siehts schon wieder ganz anders aus! Ich erinnere nur an die Eltern, die gegen die integrativen Klassen Sturm laufen!!!

    Und einfach mal so btw: was „Norm“ betrifft, kann man auch ganz anderer Meinung sein und sie für etwas Gutes befinden. Es gibt mehr als eine psychologische Untersuchung, die zeigt, dass der Mensch ein Herdentier ist, der Herde gefallen und unbedingt von ihr akzeptiert werden will. Und das gelingt ihm nur, wenn er sich der Herde und ihren Normen anpasst!
    Sie glauben, das stimmt nicht? Tja, dann versuchen Sie doch mal zu sprechen ohne die Norm der deutschen Sprache zu gebrauchen.
    Man tut also dem Kind überhaupt keinen Gefallen, wenn man es so erzieht, dass es keiner Norm zu entsprechen hat! Man kann es aber so erziehen, dass es sich über gewisse Normen Gedanken macht.

    • Juno sagt:

      @tststs: Sehr wahr. Um sich Gedanken über Normen zu machen und sich allenfalls dagegen zu wehren, muss man sie erst mal kennen. Und ohne eine gewisse normierung, funktioniert die Gesellschaft nicht. Diskutieren kann man aber sehr wohl, ab wann Kinder welchen Normen zu entsprechen haben. Seltsam finde ich die Voten, die behaupten, das Normieren sei ein Problem der heutigen Zeit. Zur Zeit unserer Grosseltern gabs eins an die Rübe für die kleinsten Abweichungen von der Norm. Noch nie war die Schule so sehr aufs Individuum eingestelllt, wie heute.

      • tststs sagt:

        Genau das ging mir auch durch den Kopf, Juno. Wenn Kinder und Jugendliche doch heute ein Problem haben, dann dass sie NICHT mehr wissen, was die Norm ist!
        Noch schlimmer wirds, wenn die Schule/Lehrer sagt: „Du musst jetzt still sitzen und aufpassen“ und die Eltern zu Hause verzapfen, dass es schon okee ist, wenn er/sie nicht immer aufpasst…
        Persönlicher Schizo-Höhepunkt: kenne eine Mutter, die kann sich gleichzeitig darüber beschweren, dass ihr verträumter Bub halt nicht immer das Konzentrationszeugs im Chindsgi machen will, aber wenn es dann heisst, der Kleine müsse ein Jahr länger in den

      • tststs sagt:

        Chindsgi, weil er so ein Träumer sei und noch nicht so konzentrationsfähig, dann ist die Kindergärtnerin einfach gemein und erkennt nicht das Potential des Jungen… Wärs nicht so traurig, würde ich lachen…

      • gabi sagt:

        Ich fürchte, ich weiss genau, was Sie meinen tstststs…

        🙁

      • Juno sagt:

        Hm ja, da erübrigt sich jeder Kommentar.. Was ich allerdings schon bedenklich finde, ist, dass Kinder immer weniger Freiräume haben. Ausserhalb des Kindergartens/der Schule. Einerseits fehlt der Platz oder die Spielgspönli oder die Kids können/dürfen keinen Schritt alleine tun weil zuviel Verkehr da ist oder zuviel Angst dem bösen Mann oder Unfällen etc..
        DAS ist meiner Meinung nach nicht kindgerecht. Das hat aber mit der Schule und dem Lernen sich an Normen zu halten rein gar nichts zu tun.

      • gabi sagt:

        Selbst, wenn sich das Kind keine „bewussten“ Gedanken macht (und selbst, wenn man es nicht dahingehend erzogen hat) wird es die Normen in der Pubertät dann alle hinterfragen und viele davon bekämpfen.

        Wenn die Norm allerdings nur ist, keinen Normen zu folgen, wird´s nur noch etwas chaotischer und hilft auch dem Kind nicht. Um Normen zu „überwinden“ schon gar nicht.

        Es ist unglaublich viel heisse Luft und Blabla-Romantik von den Verfechtern des „Einfachmachenlassen“ in der ganzen Diskussion, die nur die Faulheit dieser Eltern übertünchen soll. Oder die Angst sich unbeliebt zu machen.

      • tststs sagt:

        @Juno: ich tu‘ ein bisschen Tüpflischissen: die Kinder haben genügend Freiräume, aber diese sind durchnormiert und zwar von aussen. Es wird ihnen die Möglichkeit genommen, selber im Verband mit den anderen Kindern Normen/Regeln auszuarbeiten.
        Wo‘ s wirklich an normfreien Räumen fehlt, und zwar wirklich „geographisch*, ist bei den Jugendlichen. Und damit meine ich nicht, dass es in jedem Dorf ein Jugendhaus braucht, sondern schlicht Plätze, wo sie unbeobachten ihre Grenzen ausweiten können… heute wird ja schon jeder Velounterstand überwacht und mit Verbotsschildern zugepflastert…

      • Juno sagt:

        @tststs: Ja eben, wenn sie durchnormiert sind, sind sie eben keine echten Freiräume mehr. Ein Spielplatz ist ja toll aber bereits für 4-5jährige nix Wildes mehr. Aber sehr einverstanden, dass es für Jugendliche zuwenig Unreglementiertes gibt. Dafür ein riesiges Angebot an Unterhaltung/Zerstreuung/Sport etc. Nciht dass das alles schlecht wäre, sicher nicht, ich hätte mir mehr davon gewünscht in meiner Jugend, aber Orte wo einem niemand dreinredet beim Erwachsenwerden, fehlen immer mehr. Auch wenn’s nur ein langer Schulweg zu Fuss oder mit dem Velo ist..

  • susanne sagt:

    frau kuster

    danke für diesen leider nur allzuwahren text. um es mir immer wieder bewusst zu machen wie schwierig es ist mit einer nicht ganz auf das Schulsystem kompatiblen tochter, habe ich mir folgenden text von hermann hesse an den Küchenschrank geklebt:

    Unsere Zeit macht es der Jugend schwer. Es besteht überall das Streben, die Menschen gleichförmig zu machen und ihr Persönliches möglichst zu beschneiden. Dagegen wehrt sich die Seele mit Recht.

    Es DARF sein, dass sich eine seele wehrt.

    • tststs sagt:

      Schöner Spruch, aber Sie wissen schon, dass der bereits vor ein paar Jahrzehnten galt, also annodazumal wo wir (oder gar unsere Eltern) noch Kinder waren und – will man dem Blog glauben – eine gewisse Normabweichung noch zulässig war… Oder man erkennt, dass es eben früher wohl doch nicht auch soooo viel besser, sprich normfreier, war… 😉

      • susanne sagt:

        lieber tstst oder liebe tsts

        was genau wollen sie sagen mir ihre Veto?

        ps. gehört zu einem tsts nicht auch noch ein erhobener zeigefinger??

      • susanne sagt:

        übrigens susanne ist mein echter Vorname

      • Sportpapi sagt:

        @Susanne: Das war kein Veto sondern ein Hinweis darauf, dass die aufgeführten Probleme offenbar schon vor Jahrzehnten (oder länger) beschrieben wurden. Denn „unsere Zeit“ ist eben nicht „unsere Zeit“.

    • gabi sagt:

      „Die Seele“ wehrt sich gegen ganz Vieles.
      Die Kindliche sowieso.

      Sogar schon nur dagegegen, dass nach fünf Mal Karussell Schluss sein soll und trotz vorheriger Vereinbarung unbedingt weiter gefahren werden will.

      Eine derartige Feststellung, und ein grossartiges Umschlagen aufs Gesamtsystem und das Klagen über die angebliche Beschneidung der Persönlichkeit hat das gewisse Nichts.

      Erziehung ist ja grad das schrittweise Heranführen an jene Grenzen, die Sinn machen. Also an Regeln des Zusammenlebens und an eine gewisse Selbstdisziplin, ohne die es auch später nicht geht.

      • tststs sagt:

        „Erziehung ist ja grad das schrittweise Heranführen an jene Grenzen“
        Darf ich’s ein wenig umformulieren: Erziehen heisst, schauen, dass die Grenzen eingehalten werden, resp. Grenzübertritte werden sanktioniert. Natürlich müssen vorher die Grenzen formuliert werden, aber danach gehört es eben zur elementaren Entwicklung, dass sich das Kind selber an die Grenzen herantastet und ab und zu überschreitet. Das allerwichtigste ist aber, dass es lernt, dass Grenzüberschreitungen (Normüberschreitungen???) Konsequenzen zur Folge haben; dann kann es auch in der Schule damit umgehen.

      • tststs sagt:

        Es ist in unserer Welt enorm wichtig, dass man auch mal aufs Maul sitzen kann; oder anders formuliert: dass man sich auch mal konzentrieren kann. Eine Kompetenz, die mMn immer mehr verschwindet (und mMn auch das Grundproblem – fast – aller schulischen und schulsozialen Probleme ist). Und da liegt das Problem halt schon im Elternhaus. Kleines Beispiel: wir mussten nach dem Mittagessen jeweils für eine halbe Stunde in unsere Zimmer, wo wir RUHIG spielen/lesen/etc durften…

      • Juno sagt:

        @tststs: Danke dafür: ‚Natürlich müssen vorher die Grenzen formuliert werden, aber danach gehört es eben zur elementaren Entwicklung, dass sich das Kind selber an die Grenzen herantastet und ab und zu überschreitet.etc..‘
        Hebt sich wohltuend von Gabis absolutistischen Erziehungsvorstellung ab! Auch gut erzogene Kinder überschreiten die Grenzen. Wenn sie es nicht tun sind sie entweder völlig eingeschüchtert oder sie schlafen 🙂

      • gabi sagt:

        Zu dumm, war´s eher ne Ergänzung von tststs… 🙂

        Ev. reden Sie von ner oder nem anderen Gabi.

        Denn eigentlich ist´s sehr wohl verständlich, dass ich mir nicht etwa Kinder wünsche, die nie Grenzen zu überschreiten wagen.

        Aber eben: Dazu müssen erst mal welche aufgestellt werden.

        Wenn das für Sie bereits „absolutistisch“ ist, dann illustrieren Sie doch nur, was ich meine.

        Merci dafür.

        😉

  • Mick Gentleman sagt:

    Super Mama Blog… Ich selber war ein Kind, von dem ich heute (Ü40) behaupte, ich wäre ein ADS Kandidat gewesen. Ich konnte nie stillsitzen, mich schlecht konzentrieren, schaute immer zum Fenster raus, hatte Tagträume ohne Ende, schwatzte sofort wenn Langeweile aufkam.. Aus Spass sage ich immer ich wäre ein typischer Ritalin Kandidat gewesen, hätte es diese Droge damals schon gegeben. Trotzdem bin ich meiner Meinung nach gut rausgekommen. Meine Tochter ist genau gleich – und wurde letzte Woche eingeschult. Ich befürchte das Schlimmste…

    • Daniel Küttel sagt:

      Dito :o)) Und es hat auch mir nie geschadet. Ich hoffe sie tun es ihrer Tochter nie an und lassen ihr das Kindsein. Sie wird es ihnen später auch mal danken, so wie sie es wohl nun ihren Eltern danken.

    • tststs sagt:

      Hüstelhüstel, Ritalin gibt es seit den 50ern… Und es gibt wahrscheinlich schon einen Grund, weshalb Sie eben noch als Zappelphilip und nicht als ADSler eingestuft wurden! Aber Hauptsache, man kann über ein Thema herziehen… Und übrigens, ich hoffe nicht, dass sie so über ADHS und Ritalin vor Ihrer Tochter herziehen, denn sollte sie tatsächlich einmal so ein Fall werden (so gering die Chancen sind), haben Sie es ihr bestimmt ganz leicht gemacht, mit dieser Störung umzugehen…

      Und sorry, falls es gerade ein wenig angriffig wirkt. Aber es herrschen hier schon wieder Gspürschmifühlschmi…

      • Mick Gentleman sagt:

        Ich wurde GAR nicht eingestuft, weil es noch kein Thema war. Mir wurde der Fensterplatz entzogen, ich wurde in die Nähe des Lehrers versetzt und hatte keine Banknachbarn, mit denen ich hätte quatschen können. Und Ritalin wurde damals sehr selten, wenn überhaupt gegen ADHS eingesetzt. Heute sieht das gerade etwas anders aus. Meine Tochter sollte bereits im Kindergarten abgeklärt werden, wir haben uns (bisher noch mit Erfolg) dagegen gewehrt. Wieso? Sie hat ein Strichmännchen mit 4 statt 5 Finger gezeichnet. Hallo? Und ich bin überhaupt nicht der Gschpürschmifühlschmi Typ…

  • rabbit sagt:

    schöner beitrag. als weiteres indiz für die kinderfeindlichkeit des hiesigen bildungssystems wäre noch der absurd frühe schulbeginn hierzulande zu erwähnen, an welchem trotz besserem wissen weiterhin festgehalten wird. nun gut, sollen sich die lehrbeauftragten halt weiterhin mit unausgeschlafenen unverköstigten und missgelaunten kindern auseinandersetzen…

    • Sportpapi sagt:

      Oh ja. Wäre doch viel besser, jeden Tag bis in den Abend hinein zu unterrichten. Und am Morgen von 6-9 machen wir dafür Kinderbetreuung für all die, deren Eltern halt doch schon zur Arbeit müssen…

      • rene sagt:

        so ein Quatsch – es gibt etliche Länder (Belgien, Schweder usw.), wo die Schule um 08.30 oder 09.00 beginnt. Funktioniert bestens – dafür ist die Mittagspause dann halt nicht zwei Stunden lang (wozu eigentlich?) und die Kinder sind um 16h mit der Schule fertig, inkl. Hausaufgaben! Natürlickh müsste sich die Erwachsenenwelt, sprich die Berufswelt anpassen…. alles eine Frage des Willens

      • Sportpapi sagt:

        @Rene: Und wie viele Kinder da gehen über Mittag nach Hause zum Essen? (Das wäre vielleicht ein Hinweis, weshalb die Mittagspause bei uns etwa 90 Minuten ist…). Und die Berufswelt würde dann also einfach 9-15 Uhr dauern, oder?

      • rene sagt:

        @SP Die Kinder gehen da natürlich nicht nach Hause am Mittag – sind ja „echte“ Tagesschulen. Die Berufswelt dauert schon länger als bis 15h, aber es gibt bei Bedarf weitere (freiwillige) Betreuungsmodule bis etwa 18h. Allerdings arbeiten ja in den meisten Familien, nicht beide Eltern 100% und man muss sich halt (wie heute ja auch) organisieren: ein Elternteil geht früh arbeiten und ist z.B. ab 16h zu Hause, der andere betreut am Morgen und arbeitet abend länger – je nach Möglichkeiten. Wichtig scheint mir dabei, dass die Arbeitgeber den Eltern hier einen Schritt entgegen kommen müssen

      • Sportpapi sagt:

        @Rene: Also Tagesschulen. Damit die Eltern beide arbeiten können. Aber so spät, dass das dann doch wieder nur erschwert funktionert. Und was sage ich eigentlich meinem Sohn, der am liebsten jeweils schon um 7 Uhr in den Kindergarten möchte, weil er – wie viele andere – keine Mühe hat mit Aufstehen?

      • Widerspenstige sagt:

        Die Arbeitswelt passt sich entsprechend an, ganz klar u lässt Eltern während der Vorschulphase ihrer Kinder den Raum, den sie brauchen:
        1. längere flexible Elternzeit (kein Urlaub!) bis zu 2 Jahren und finanziert das mit
        2. Eltern dürfen eine Stunde später im Geschäft erscheinen, nachdem sie ihre Kinder in der Kita übergeben haben.
        3. Sozialstaaten mit dem Dreiphasen-System haben kapiert, dass eine Gesellschaft aus Familien mit Kindern integriert in die Arbeitswelt gehört und mitfinanziert wird.
        4. Die Arbeitswelt in Sozialstaaten garantiert den Arbeitsplatz nach Rückkehr aus der Elternzeit

      • rene sagt:

        @SP schon klar, dass jüngere Kinder morgens eher noch zu früh wach werden, aber spätestens ab der 5/6. Klasse tun sich die meisten relativ schwer, am Morgen aus den Federn zu kommen. Lernen muss zwar jedeR selbst, aber die Gesellschaft könnte die Rahmenbedingungen dazu schon kind- oder jugendlichengerechter gestalten. Die Arbeitswelt müsste den Eltern wärend den paar Jahren, in denen sie die Kinder intensiv betreuen, eben noch mehr entgegenkommen. Deinem Sohn musst du nichts sagen, mach etwas Lustiges mit ihm 😉

      • Anne sagt:

        @SP auch wenn Sie Ihre gleichen Argumente gegen Tagesschulen in jeder Diskussion wieder bringen – allgemeingültiger werden sie trotzdem nicht.
        Für mich und meine Kinder sind die Mittagspausen, an denen sie heimkommen zum Essen, ein Riesenstress. Sie haben einen langen Heimweg und da muss es Schlag auf Schlag gehen. Aus diesem Grund bin ich klar für Tagesschulen, weil ich der Überzeugung bin, es gäbe mehr qualitiativ hohe Familienzeit. Aber dieses Bedürfnis gilt offensichtlich nur für Familien, in denen beide arbeiten (in unserem Fall insgesamt 130%) oder Alleinerziehende.

      • Sportpapi sagt:

        Mein Sohn ist nicht zu früh wach. Sondern einfach dann, wenn er ausgeschlafen ist. Und vielleicht müsste man einfach bei den älteren Kindern und vor allem Jugendlichen halt doch etwa mehr auf die Einschlafzeiten achten, dann ginge es am Morgen auch etwas besser…

      • gabi sagt:

        Aha… Auch gleich noch selber Normen verbreiten!?

        Das sieht Dir ähnlich, SP!

        Auf Einschlafzeiten achten… So weit kommt´s noch.

        Ich werd doch meine Kinder nicht in Ihrer natürlichen Entwicklung einengen!

        – an die Einschlafzeiten hab ich auch gleich gedacht… 😉

      • Sportpapi sagt:

        @Anne: Dafür gibt es in jeder mir bekannten Gemeinde mittlerweile von der Schule angebotene „Mittagstische“. Früher gab es Nachbarschaftshilfe. Ist doch toll, das bekommt jede/r, was er/sie braucht. Nicht sinnvoll finde ich aber kürzere Mittagszeiten, so dass das Essen zu Hause gar nicht mehr möglich ist. Und, bitte. Was habe ich hier gegen Tagesschulen gesagt? Welche Argumente von mir finden Sie?

      • tina sagt:

        sportpapi, die meisten teenager schlafen später ein und um ihr schlafpensum zu bekommen, müssten sie länger schlafen dürfen. jemanden schlafen schicken klappt einfach nicht. warum dass das so ist, kann man nur spekulieren, aber es gibt vermutungen, dass wir so programmiert sind, weil ganz junge erwachsene noch fit genug sind (waren), die nachtwache zu übernehmen

      • Anne sagt:

        @bitte Sportpapi, ich schreibe zwar nicht jeden Tag X Kommentare, bin aber parktisch jeden Tag eine aufmerksame Leserin. Aus diesem Grund habe ich schon mehrmals von Ihnen über Tagesschulen gelesen.

        Die Mittagstische haben den Nachteil, dassdie Kinder über Mittag 1.45 h in der Schule verbringen, aber um 16 Uhr oder noch später nach Hause kommen, ohne das Tagessoll schon absolviert zu haben – sprich, die Hausaufgaben sind nach einem prall gefüllten Tag doch noch zu erledigen. Das schlaucht. Deshalb fände ich Tagesschulen effizienter und familienfreundlicher.

      • Sportpapi sagt:

        @Anne: Sie können mir hier nicht vorhalten, was ich allenfalls andernorts geschrieben habe. Und ich bitte Sie: ich glaube nicht, dass ich mich irgendwo grundsätzlich gegen Tagesschulen als Option geäussert habe. Hingegen gegen flächendeckende, für alle obligatorische. Es geht um Widerstand gegen solche Pläne: http://www.tagesanzeiger.ch/zuerich/stadt/Gemeinderat-will-Schule-nur-noch-bis-14-Uhr/story/22950469

      • Sportpapi sagt:

        Übrigens, Anne, könnten die Kinder nach dem Essen ja hingehen und ihre Hausaufgaben erledigen, wenn sie zu viel Zeit haben über Mittag…

    • gabi sagt:

      Oder überhaupts die Schrift!

      Wieso spricht nicht endlich mal jemand die kinderfeindliche Alphabetisierung an sich an!

      Vor der Schulpflicht waren die Kinder viel natürlicher, archaischer, offener!

      – Mich schockieren die Voten heute ziemlich. Wie kann man nur so wenig in Folgen und Zusammenhängen denken.

      Früher Schulbeginn schlimm… Aber Mami und Papi sollen natürlich beide arbeiten.

      Mann-oh-Mann. Mal mitdenken, bitte!

      • Sportpapi sagt:

        Und wie fängt denn der Oiginalartikel an? „During adolescence, bedtime shifts to later in the evening, due to both biological maturation and environmental factors such as decreased parental influence on children’s bedtimes, an increase in academic obligations and workload, and social activities (Carskadon, Acebo, & Jenni, 2004; Crowley, Acebo, & Carskadon, 2007).“ Vielleicht sollte man doch auch mal versuchen, die Jugendlichen etwas früher ins Bett zu bringen. Auch wenn man sich dabei als unbeliebte Eltern zeigen müsste!

      • Sportpapi sagt:

        Ausserdem: Wetten, dass das spätere Aufstehen in kürzester Zeit dafür sorgt, dass die Jugendlichen noch etwas später ins Bett gehen? Zumal ja dann ihr Sozialleben, Trainings etc. auch später beginnen. Wissen Sie, dass z.B. kindliche Eishockeyspieler, die um 6 Uhr bereits Training haben, weil sie nur dann Eis bekommen (ebenso Schwimmer) als besonders gute Schüler gelten? Weil sie viel „parater“ sind für die Schule?

      • gabi sagt:

        “ … verschiebt sich halt einfach“

        Erziehung als Selbstaufblasefunktion. Cool.

        Einfach.

        Einfach sein. Einfach machen lassen. Es sich selbst einfach machen.

        Bloss nicht „einengen“. Viel zu anstrengend. Viel zu kompliziert.

        (Kopfschüttel)

      • Widerspenstige sagt:

        Sportpapi wie er leibt und lebt mit seinen ‚Argumenten‘. Wart nur ab bis Deine Jungs in die Pupertät kommen, dann kannst Du Erfahrungen sammeln was ‚früher ins Bett bringen‘ heisst bei Jugendlichen mit eigenem Willen 😆

      • rene sagt:

        „Jugendliche ins Bett bringen“ klingt so einfach und harmlos – klar kann ich dafür sorgen, dass die Kinder um 22h im Bett sind, aber zum Schlafen zwingen kann ich sie wohl nicht. Ob späteres Aufstehen automatisch zu noch späterem Einschlafen führt ist reine Spekulation – was sagt die Originalstudie dazu?

      • gabi sagt:

        Apropos Schwierigkeiten mit Argumenten, WS:

        Versuchen Sie doch einfach in Zusammehängen zu denken und bitte auch innerhalb des Angesprochenen zu argumentieren.

        Wenn der schlichte Hinweis (der auch SP bekannt sein dürfte), dass sich in der Pubertät dann sowieso Einiges verschiebt, bereits reichen sollte, um die Nichtsnutzigkeit eines gewissen Schlafzeitenregimes auf zu zeigen, dann weiss ich wirklich nicht, wieso wir hier überhaupt noch irgend etwas zum Thema „Erziehung“ aufwerfen.

        … Ist doch eh überflüssig. Machen in der Pubertät doch dann sowieso nur noch was sie wollen!

      • gabi sagt:

        Tja. Keine weiteren Fragen mehr:

        “Jugendliche ins Bett bringen” klingt so einfach und harmlos – klar kann ich dafür sorgen, dass die Kinder um 22h im Bett sind, aber zum Schlafen zwingen kann ich sie wohl nicht. Ob späteres Aufstehen automatisch zu noch späterem Einschlafen führt ist reine Spekulation – was sagt die Originalstudie dazu?“

        Ich zweifle keinen Moment daran, dass sich rene tatsächlich nicht vorstellen kann, dass entgegen dieser einfachen Vorstellung der Selbsterziehung im Laufe der Geschichte ein paar kluge Konzepte entgegen gesetzt wurden.

        Einfach unvorstellbar anstrengend.

      • rene sagt:

        @gabi Wer spricht denn von „machen lassen“? Es geht darum zur Kenntnis zu nehmen, dass sich – wie sie selbst schreiben – in der Pubertät einiges verschiebt und darauf adäquat zu reagieren, oder besser noch im Hinblick darauf zu agieren. Das Beispiel der Leistungssportler von SP mit ihren frühmorgendlichen Trainings zeigt ja die Richtung auf. Ich meine damit nicht Frühsport für alle, sondern die Motivation lohnende, selbst gesteckte, Ziele zu verfolgen.

      • gabi sagt:

        Ja!

        Doch, Rene. Allerdings:

        „– klar kann ich dafür sorgen, dass die Kinder um 22h im Bett sind, aber zum Schlafen zwingen kann ich sie wohl nicht. “

        Das ist „machen lassen“ in Reinstkultur, wie ich mir das vorstelle.

        Und – sofern Ihre Kinder noch nicht in der Pubertät sind – halte ich 22 Uhr für recht spät.

        … Aber was sollen Sie auch machen, nicht wahr?! – Die machen ja doch was sie wollen…

        Hallo! – Sie hören sich aber schon auch, oder?!

        Und wundern sich, wie´s klingt????

      • Sportpapi sagt:

        @Rene: Frühsport für alle wäre aber durchaus ein Konzept mit gutem Potential…
        @WS: Ich gehe dem Konflikt nicht aus dem Weg. Wie dies meine Eltern früher auch nicht getan haben. Obwohl ich durchaus flexibler bin als sie es waren. Solange ein Kind gut aufsteht, darf es gerne länger aufbleiben. Aber eben nur dann. Ich musste früher früher ins Bett, als es für mein Schlafbedürfnis nötig war. Entsprechend habe ich häufig dann um 5 Uhr noch Hausaufgaben gemacht oder (erfolgreich) für Prüfungen gelernt. Jedem das seine.

      • Sportpapi sagt:

        „Was sagt denn die Originalstudie dazu“? Wohl nichts. Weil diese Option gar nicht untersucht wurde.

      • gabi sagt:

        Alleine schon, so zu tun, als müsse der naheliegende Zussammenhang, dass späteres Aufstehen automatisch zu noch späterem Einschlafen führt (den wohl alle Eltern, die nicht gleich in eine existentielle Sinnkrise stürzen, wenn sie ihren Kids zu vorbestimmten Zeiten ins Bett schicken und auf Lichterlöschen bestehen, bestätigen können) als reine Spekulation zu bezeichnen, finde ich von jemandem, der behauptet Kinder zu erziehen, einfach nur verstörend und beklemmend.

      • tina sagt:

        gabi, ich kann meine kinder schon ins bett schicken, aber da liegen sie dann einfach wach herum. was bringt das? meine söhne müssten so um 21.30 in ihr zimmer und um 22uhr ins bett. meist gehen sie früher, der eine schläft aber nie vor 23uhr

      • tina sagt:

        schlafrhythmen: der mensch ansich hat die tendenz immer später ins bett zu gehen und immer später aufzustehen, wenn er könnte wie er wollte. am weekend holt er sich ein bisschen schlaf auf, und dann fängt das von vorne an

      • Widerspenstige sagt:

        Versuchen Sie es selber, gabi, nämlich nachvollziehen zu können, was @rene plausibel zu erklären versucht. Sie gehen, genau wie Sportpaps, darüber hinweg, dass ein Jugendlicher sich nicht an Schlafenszeiten hält, wenn er einfach noch nicht genügend müde dazu ist. Niemand kann zum EINschlafen gezwungen werden – was Sie Beide fordern gemäss Ihren Aussagen! – nur zum rechtzeitigen sich fertig machen zum Schlafen ab zB 22 – 24h kann angehalten werden bei Jugendlichen. Trotzdem werden sie in ihrem Zimmer machen, was sie wollen. Das läuft unter Eigenständigkeit entwickeln und Verantwortung dafür!

      • gabi sagt:

        Wenn er könnte, wie er wollte. Richtig.

        Also sollte er halt nicht können, wie er will, falls er nicht selbst schon alt genug ist, um zu kapieren, dass er am Morgen wieder fit sein will.

        Dann liegt man halt etwas im Dunkeln rum, bis man einschläft. Niemand schläft – Zack – ein, wenn er das Licht ausgeschaltet hat.
        Geht auch mir noch so.

        Entsprechend früher steckt man die Kinder ins Bett, auch wenn es Kinder gibt, die sogar noch länger nicht einschlafen können.

        Die Kraft von Einschlafritualen (und übrigens auch über die Nützlichkeit von Sport im Zshng. damit) ist ausgiebig erforscht.

      • Anne sagt:

        Bei Jugendlichen verschiebt sich der Schlafrhythmus – Melatonin wird im Schnitt zwei Stunden später ausgeschüttet und der Spiegel sinkt dann halt auch wieder zwei Stunden später. Sie brauchen aber nachwievor zwischen 9 – 9.5 h Schlaf.
        Das Problem mit dem Unausgeschlafensein am morgen früh ist während der Pubertät in 1. Linie ein biologisches. Als Eltern kann man auf einen regelmässigen Rhythmus achten, dass das Ganze wenigstens ein wenig abgefedert wird. Aber wie realistisch ist es schon, 17-jährigen Sohnemann am Wochenende um 23 Uhr ins Bett zu bugsieren?…

      • gabi sagt:

        Ah… eigenständig entwickeln also.

        Ganz losgelöst von der Gesellschaft halt.

        Und wenn´s doch mal Friktionen gibt – etwa beim „zu frühen Schulbeginn“ – … Muss sich halt die Gesellschaft ändern!

        Wieso denn eigentlich zu früh? Weil die Jungen nicht aus den Federn kommen?

        Ah?!

        Und dann kriegt man sie einfach nicht richtig wach, was?! – Aber zum früher einschlafen kann man sie auch nicht anhalten. (und zu Frühsport erst recht nicht, was?!9

        Teufel auch.

        Eigentlich kann man als Eltern einfach gar nichts machen.

        Sie zeigen dass nur allzu deutlich auf.

        Die Gesellschaft! Das System!

      • tina sagt:

        äh gabi. ich schrieb, meine söhne gehen früher ins bett als sie müssten. eine stunde im bett liegen müsste ja wohl reichen um einzuschlafen. einschlafrituale mit 13 jährigen? ich weiss, es fällt schwer, sich an die eigene jugendzeit zu erinnern…..

      • gabi sagt:

        Ich lese zum ersten Mal, davon, dass einer 13 ist.

        Habe aber gerade deshalb wohlweisslich und früh genug „sofern Ihre Kinder noch nicht in der Pubertät sind “ geschrieben.
        Und gewiss ist es selbst bei Heranwachsenden von Nutzen, wenn sie zumindest zuvor ein einigermassen kohärentes Einschlafregime eingeübt haben.

        Sport ist übrigens tatsächlich ein probates Mittel, um müde zu machen.

      • tina sagt:

        in der oberstufe haben sie 34 lektionen (!). das ist schon ohne hausaufgaben ein 80% pensum in eine 42 stunden woche umgerechnet. mit hausaufgaben sind wir bei einer 100% anstellung. dann möchte ich schon, dass sie noch zeit haben zum mit freunden herumlümmeln und tun was ihnen spass macht. wems spass macht, der wird um 6 hockeyspielen, um 20uhr und samstags und sonntags dazu, klar.

      • gabi sagt:

        Ja. Wem´s Spass macht bestimmt.

        Hoffen wir, dass die Kinder überhaupt die Möglichkeit haben, den Spass zu entdecken.

        Oder dass er nicht sowieso durch die Eltern unterbunden wird.

        Wundere mich jedenfalls schon etwas weniger über das, was mir ein befreundeter Trainer (ganz junger übrigens, frisch fröhlich und hochmotiviert zurück in der Schweiz) erstaunt erzählte: Wie es hier vor allem die Eltern seien, welche die Jugendlichen in ihrem Enthusiasmus bremsten und in Fantasien ergäben, wie dieses beinahe tägliche Trainieren doch unheimlich und zwangsläufig schlecht sei!

      • Sportpapi sagt:

        Das verstehe ich jetzt nicht ganz. Die Jugendlichen sind also todmüde, weil sie jeden Tag zu wenig schlafen. Aber wenn man sie ins Bett schickt, können sie nicht einschlafen? Was denn nun?

      • gabi sagt:

        Sport am Morgen dient übrigens sehr gut dazu, den Organismus auf Trab zu bringen…. Wach zu werden.

        Ja: Wenn man mal Spass daran hat, dann auch am Weekend; klar.

        Die´s tun, sehen weniger fett, weniger verraucht, weniger griessgrämig aus. Weniger müde eben auch.

        Ob mit oder ohne W-LAN zu Hause.

        Und ziemlich einfach nach zu vollziehen, wenn man sich an der Natur orientiert und seinem Kind eine „kindgerechte“ Entwicklung wünscht, ist es noch dazu. Vom Erlernen des Sinns von Regeln oder dem Umgang untereinander, dem Einfügen als auch dem Durchsetzen in einer Gruppe ganz zu schweigen.

      • Anne sagt:

        @Sportpapi
        googlen sie mal Melatonin und Pubertät. Grenzen setzen und Erziehung ist Eines, Biologie das Andre…

      • gabi sagt:

        Da gebe ich Ihnen zwar Recht, Anne.

        Aber zur Entschuldigung dann ein Laissez-Faire einreissen zu lassen, kann´s dennoch nicht sein.

        Und ja – nochmal ganz dezidiert: Gerade Sport kann in der Pubertät einen sehr guten Halt geben.

        Allerdings möchte ich hier auch wieder mal den Rank kriegen:

        Bitte vergegenwärtigen Sie sich, dass der Artkl und die überwiegenden Statements eindeutig die KINDERfeindlichkeit bemängeln; dass das natürlich Johlen und Spielen allenthalben unterdrückt werde. dass zuwenig Spielplätze vorhanden seien.

        Also zweifellos andere Baustelle als Pubertät!

      • tina sagt:

        gabi, wärs möglich, nicht aus jeder aussage etwas zusammenzufantasieren das einen wie schlechte eltern aussehen lässt? klar kann man immer jedem anreimen er könnte vielleicht dies und jenes getan haben, das dazu führt, dass seine kinder ganz grässlich schlecht herauskommen, aber wozu soll das gut sein? mir reichts langsam! es käme mir nicht in den sinn, meine jungs zu bremsen beim sport und ich kenne auch niemanden der das tut

      • gabi sagt:

        Freut mich zu hören.

        lch vernehm nun mal immer mehr Derartiges in wahren Leben draussen.

        Nochmal: Gucken Sie, wie sich meine Hinweise verändert haben seit Sie geschrieben hatten, ihr einer Junge sei 13. Und werden Sie sich bewusst, dass sowohl Artikel wie auch ein Grossteil der Kommentare auf Kinder – also deutlich Vorpubertierende – bezogen sind.

      • tina sagt:

        ausser dieser thread da, der bezieht sich eben auf jugendliche –> rene
        26. August 2013 um 11:08

        Der Schlafrhythmus von Jugendlichen verschiebt sich halt einfach

      • tina sagt:

        laissez-fair ist übrigens gerade beim pubertierenden wichtig. nicht alles anteilnahmslos machen lassen, sondern sie immer mehr machen lassen. einen eigenen weg finden lassen. aber da sein um zu unterstützen

      • Sportpapi sagt:

        @tina: Rene ist verrutscht. Angefangen hat auch er mit Schule allgemein. Undifferenziert.

      • gabi sagt:

        HIihi…. Laissez-faire, aber dennoch da sein, um zu unterstützen?

        Den MÜSSEN Sie sich bitte ansehen, tina:

        http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/cartoons/greser-lenz-witze-fuer-deutschland-1294625.html

        😀

    • Anne sagt:

      @Sportpapi
      Ich halte ihnen gar nichts vor – ich sage nur, dass ich ihre Argumente schon mehrmals gelesen hab.
      Waren Sie schon mal an einem Mittagstisch? Bei uns – und ich nehme mal an, an andren Orten auch – wäre da Hausaufgaben zu erledigen aus Lärm- und Platzgründen gerade für die Kleinen, welche ablenkbarer sind, kaum machbar.

      • Sportpapi sagt:

        @Anne: Ich war. Und habe der Truppe die Turnhalle organisiert, damit sie sich auch über Mittag etwas austoben können. Aber es ist ja Ihr Konzept, dass die Hausaufgaben in der Schule erledigt werden. Wieso nicht im Klassenzimmer nach dem Essen?

      • gabi sagt:

        Hihi…. Aus Lärmgründen!

        In welchem Zusammenhang hatten wir´s heute grad schon mal davon?

        😀

  • gabi sagt:

    Oder vielleicht auch mal umgekehrt gefragt:

    Wie lange passt ein offenbar überkommenes Bildungsideal eigentlich noch zur Idealvorstellung, dass dem Kind auf gar keinen Fall irgendwelche Schranken auferlegt werden sollen; dass es einfach selber am Allerbesten weiss, was es tun oder lassen soll?!

    Es gibt doch auch ohne lästige Staatsvorgaben so vieles, was ein heranwachsendes Wesen an jeder Stadtecke lernen kann!
    Schminktricks von Ronald McDonald etwa. Oder Selbstüberwindung (Müdigkeit) per Spielkonsole. Etc., etc.

    • gabi sagt:

      Die Psychopharmaka-Lawine rollt nicht, weil die Kinder unter zu viel Reglementierungen leiden, sondern aus dem genauen Gegenteil: Sie leiden unter Eltern, die immer unfähiger sind, klare Richtinien vor zu geben, diese vor zu leben und auch selber einzufordern, aber das daraus ergebende Manko stets an irgend eine Institution ausserhalb der Kernfamilie (darf meinetwegen auch gerne eine mit Hausmann oder Alleinerziehende sein!) delegieren wollen. …Aber natürlich trotzdem erwarten, dass ihr verzogener Balg von selbst alles erlernt… Aus sich selbst heraus, quasi!

      • gabi sagt:

        Ist ja so viel beruhigender, wenn „die Gesellschaft“ oder „das System“ daran Schuld sind, wenn die Kinder sich im vollkommenen Durcheinander verheddern müssen, das sich aus den Erwartungen einerseits und der Verweigerung konkreter Erziehung andererseits ergibt, welche nur das Gnusch widerspiegeln, das in den Köpfen der Eltern herrscht, die Unfähig sind, dass es selbst zur Fertigkeit Grenzen und Normen zu überwinden, erst einmal ebensolche braucht!

      • soswald sagt:

        Sorry Gabi, aber sie haben wirlich keinen blassen Schimmer. Es kann nicht alles mit mangelden Erziehung erklärt werden. Gewisse Kinder/Menschen haben einfach Schwächen die an einer gesunden Entwicklung hindern oder handycappieren. Sei es in den Beinen, den Augen oder dem Hirn.

      • gabi sagt:

        Das würde mir auch nie einfallen zu behaupten, Soswald, dass jedes Manko nur mit mangelnder oder schlechter Erziehung erklärt werden könnte.

        Aber dass jede „Hinderung“ oder „Handycappierung“ (nö; weiss auch nicht, wie man das korrekt schreiben sollte) einfach immer nur der Gesellschaft und dem System an zu lasten ist, noch viel weniger.

        Und die Tendenz zeichnet sich bei einigen heutigen Kommentaren (grad bei jenen, die ihre Erziehungsfaulheit auch noch stolz maniferstieren) halt schon ab!

    • Sportpapi sagt:

      Es lebe die Individualität. Nieder mit allen Normen! Aber erfolgreich und glücklich in unserer Gesellschaft sollten unsere Kinder natürlich trotzdem sein…

    • gabi sagt:

      Sorry, müsste natürlich heissen:

      …die unfähig sind zu begreifen, dass es selbst zur (offenbar vordringlichsten) Fertigkeit solche zu überwinden, diese Grenzen und Normen erst einmal eingeführt werden müssen.

  • aldala sagt:

    Schon im KiGa bekommen wir zu hören, dass unser Kind zu verträumt ist! Schön, oder nicht!

    • Bitta sagt:

      Seien Sie stolz darauf! Diese Gabe wird ihr spaetestens in der Schule ausgetrieben, wie meinem auch. Und alsLogopaediekind und Junge hat er gleich doppelt verloren.

      • Rahel sagt:

        Genau!
        Ich bin dankbar, dass meine 4.-Klässlerin auch heute noch voll im Spiel aufgeht! Auch sie war 3 Jahre in der Logopädie und ( wie ihre grosse Schwester auch ) zur Abklärung beim Schulpsychologen. Ganz einfach deshalb weil beide im Kindi lieber spielten als Aufgaben-Blätter zu lösen.

      • aldala sagt:

        Leider wird es schon im Kindergarten ausgetrieben. Und was ist bei der Psychologin herausgekommen?

      • Rahel sagt:

        Ja das ist so!
        Zum Glück kann unsere „Kleine“ ( und auch unsere Grosse konnte das ) heute noch in ihrer eigenen Fantasiewelt spielen und die Schule leidet kein bisschen darunter! Sie hat eine Zeit des Lernens und eine Zeit des Spielens und ist dann aber auch jeweils voll dabei bei dem, was sie gerade macht!

      • Rahel sagt:

        Rausgekommen ist unter dem Strich nicht viel. Bei der Grossen sagte der Psychologe noch während der ersten Sitzung zu mir, dass er nicht wisse, warum das Kind überhaupt bei ihm sei ( jetzt ist sie in der 3. Sekundarschule ) . Er staunte über ihre Schlagfertigkeit wenn sie mal in einer Aufgabe die er ihr stellte nicht mehr weiter wusste.Bei der Kleinen meinte die Psychologin nur, dass sie etwas wenig Punkte in dem Schuleignungstest erzielt habe u.dass es Probleme geben könnte da die Kindergärtnerin ihr gewisse Sachen zweimal erklären musste bis sie es begriff. Heute ist sie eine gute Schülerin!

      • Sportpapi sagt:

        Aber wehe, man verweigert eine Abklärung, und es kommt keine gute Schülerin dabei heraus… Wie mans macht, ist es nicht richtig.

      • Rahel sagt:

        Ganz genau!
        Schliesslich müssen die ja auch von was leben 🙂

  • Hexe sagt:

    Als ob das nur für Kinder gelten würde! Nachdem ich fast die Hälfte meines Lebens in verschiedenen Ländern verbracht habe, lebe ich nun seit 8 Monaten wieder in der Schweiz. Und ich bin schockiert, wie gleichgeschaltet hier fast alle Menschen sind. Norm-Abweichungen werden nicht toleriert, sondern sanktioniert! Wehe, du passt Dich nicht diesem System an. Das gesamte Volk kommt mir hier robotermässig vor. Ob man hier zwangsmedikamentiert wird, indem irgendwas ins Trinkwasser gegeben oder aus Flugzeugen in die Luft gesprayt wird? Irgendwas jedenfalls stimmt nicht mehr in diesem Land.

    • Sportpapi sagt:

      Ich möchte Ihnen ja nicht zu nahe treten. Aber weshalb sind Sie wieder in die Schweiz gekommen, wenn es doch an so vielen Orten auf der Welt besser ist? Ich erlebe in meinem Umfeld häufig, dass die Leute genau so lästern über die Schweiz, und gerne in die Ferne ziehen, wo es so viel besser, offener, freier ist. Aber natürlich immer mit der Sicherheit, beim kleinsten Problem (gesundheitlich, finanziell, …) umgehend wieder in den sicheren Hafen zurückkehren zu dürfen.

      • Brunhild Steiner sagt:

        @Hexe:
        finde ich ein bisschen seltsam, an was genau machen Sie denn die Gleichschalterei aus?
        Und sind Sie sich so dermassen sicher, dass es in jenen Ländern keine Verbindlichkeiten gegegen hat?
        Gerade im asiatischen Raum droht schnell mal soziale Ausgrenzung wenn sich jemand nicht an traditionell gewachsene Regeln hält. Dort überlegt man sichs zweimal ob man das riskiert, da man auch seine Sicherheit, Versorgung damit aufs Spiel setzt.
        Da lob ich mir die Freiheit welche mir hier zusteht!!!

      • Brunhild Steiner sagt:

        …sollte natürlich „gegeben“ heissen,
        aber ist ein wirklich wichtiger und elementarer Punkt, bei der riesen Freundlichkeit und Gastfreundschaft welche einem andernorts entgegenschlagen kann, sollte man wirklich nicht übersehen dass die Menschen oft nicht wirklich frei in ihren Entscheidungen sind!

      • Ashiro sagt:

        Ich kann ihnen sagen, wesshalb ich zurückkam: wegen meiner Familie und meinen Freunden. Aber sicher nicht, um festzustellen, dass der Bus 1 Minute verspätung hat.

      • Widerspenstige sagt:

        Brunhild, was Sie da erwähnen gilt vorallem für China, Taiwan, Korea, Japan, Burma, Kambodscha, Vietnam bis vor kurzer Zeit. In Südostasien gelten nicht diesselben strengen Staatsregeln u gesellsch. Riten in einzelnen Ländern wie Thailand, Indonesien, Philippinen. Wie oben ein Bloggender seine Alltagsbeobachtung in Vietnam schön beschreibt. Die Toleranz dem Nachbar gegenüber ist sehr hoch und Eigenheiten haben enorm viel Platz neben gewissen strengen Hierachien und Dogmen. Das lebt nebeneinander und verursacht auf jeden Fall weniger Zündstoff als hier. Das habe ich selber immer wieder erlebt.

      • gabi sagt:

        Ich überlege mir ständig, ob ich Sushi boykottieren sollte.

        Schmecken mir super. Und ich vermag selbst über die Schrumpfung der Fischbestände hinweg zu sehen… Aber diese Normierung! Seheh alle immer genau gleich aus: Flach und rechteckig; immer gleich gross… Keine Individualität. Schrecklich!

        😀

      • Brunhild Steiner sagt:

        @Ashiro:
        also sind Sie „Hexe“?
        Und warum beantworten Sie meine Fragen dann nicht?

      • Brunhild Steiner sagt:

        @Widerspenstige:
        wenn Sie mal die Bevölkerungszahlen der von Ihnen erwähnten Ländern in Betracht ziehen,
        kommen da jede Menge Menschen zusammen die in mehr oder weniger starren Konventionen hineingeboren werden, und auch in Indonesien, den Philippinen, und tut mir leid, aber auch wenns Ihrer persönlichen Erfahrung widerläuft- auch Thailand!, gelten strengere Vorgaben was die persönliche Entwicklungs-Entscheidungsfreiheit betrifft!

      • alien sagt:

        Also, gabi, ich finde ja die uniformen ramen-Nudeln schlimmer. Immer gleich gekräuselt, immer gleich glitschig. Da lobe ich mir die europäische Spaghettivielfalt.

    • Widerspenstige sagt:

      Willkommen in Helvetien! 😀 Vielleicht sollten Sie sich in der Westschweiz im Jura niederlasssen oder im Tessin. In der Deutschschweiz ticken zuviele EinwohnerInnen wie eine präzise Schweizer Uhr… Also wenn man ein eigenes Geschäft hat, dann ist das sehr willkommen. Schliesslich will man pünktliche und zuverlässige Angestellte wie auch Lieferungen der Handelswaren. Ein zweischneidiges Schwert, womit ich lebe. Tja.

      Aber ein wenig mehr Staat bei Familienpolitik und ein bisschen weniger ‚Uhrwerk‘ im eigenen Leben wäre gut. Innovation ergibt sich aus Ruhezonen und selten aus Stressfaktoren!

    • Sparter sagt:

      Das ist normal. Die Fremde erscheint einem interessanter, bzw. das gewohnte Umfeld wirkt immer etwas langweilig. Wenn man allerdings die Augen aufmacht, dann merkt man schnell, dass egal wo man sich befindet, es immer Dinge zu entdecken gibt und die Menschen sehr unterschiedlich ticken. Nur muss man sich auch die Chance geben, das zu entdecken.

    • Peter Steiner sagt:

      Die Überreste der Normabweichungen, liebe Hexe, können Sie nach jedem Wochenende am lokalen Bahnhof bewundern.

  • Frank Baum sagt:

    Das hier beschriebene Problem haben nur asoziale Egoisten. Die gibt es heute genauso wie es sie früher gab. Es ist allerdings so, dass dieses Alles-geht-durch der 68er Bewegung sich eher überlebt hat, womit die asozialen Egoisten dann eben ein Problem haben.

  • daniela p. sagt:

    ich kenne niemanden, dessen kind ritalin nimmt, ohne dass das kind einen grossen leidensdruck hätte ohne. aber klar, warum ist das denn so? warum ist es denn wohl so, dass jeder 7. hierzulande heutzutage schon depressionen hatte? ich weiss nicht, ob die alle psychopharmaka einnnehmen. auch erwachsene müssen in diesem system robotern, und offenbar gelingt das jedem 7. nicht. es wird behauptet, psychische krankheiten (bei erwachsenen) seien tabu, dabei ist es offenbar tabu zu sagen, dass psychisch kranke eine belastung für das umfeld sind.

  • Sportpapi sagt:

    Schreckliche neue Welt! Wo ist die? Bei uns im Dorf jedenfalls nicht…

  • The Damned sagt:

    Anpassen und still sein: Wer im Ameisenstaat der Zukunft dabei sein will, darf nicht aufmucken. Den Aktienkursen darf nichts im Wege stehen, keine Alten, keine Kranken, keine Kinder! Gefragt sind normierte, auf maximale Leistung gedrillte Arbeitsdrohnen. Geld ist unser Gott, das BIP der heilige Geist und Milton Friedman der Sohn Gottes. Im ernst: Es gibt immer mehr Menschen und immer weniger Arbeit. Darum seid ganz still und brav, ihr lieben Kinderlein, dann kriegt ihr vielleicht auch ein Stück vom grossen Kuchen, aber nur ein ganz, ganz Kleines..!

    • daniela p. sagt:

      das dilemma ist vielleicht, dass wir eltern uns ja automatisch verpflichtet fühlen (weil wir es auch sind), dass unser nachwuchs ein stück vom kuchen bekommt. früher waren schulen auch schon vorbereitung fürs spätere robotern, nur flogen mehr aus dem system und man machte keinen hehl daraus. für die betroffenen war möglicherweise nicht unbedingt besser. für das umfeld auch nicht

    • alien sagt:

      Bitter, damned. Aber so ist es wohl.

  • Thales von Milet sagt:

    “Kindern ihre Kindheit leben und ihre Eigenheiten ausleben zu lassen ist das, was eine Persönlichkeit erst ausmacht!“
    SUPPER: Machen sie weiter so und lassen sie sich nicht beirren. Ich lebe seit mehr als 4 Jahren in Vietnam und erlebe hier täglich eine unglaubliche (schöne) Tolleranz gegenüber Kinder und deren Eigenheiten und Auswirkungen (Lärm), welche mir oft etwas zu weit zu gehen scheint. Aber die soziale Kultur hier scheint diesem Verhalten Recht zu geben. Die Menschen sind viel natürlicher, gelassener und freundlicher zueinander (sozialer) als ich es von uns Schweizern kenne

  • Der beste Mamablog – Beitrag seit Jahren.

  • Nam sagt:

    Ich habe keine „normierten“ Kinder und meine Kinder leiden, also leide ich.
    Sie fragen wie man Gegensteuer gibt: wenn das nur so einfach wäre. Die Schubladisierung oder Robotisierung geschieht ob man will oder nicht. Schafft man es anders sein zu dürfen, wird man zum Aussenseiter gemacht, passt man sich an, verliert man seine Individualität. Alternative Schulen haben häufig endlose Wartelisten und machen die Kinder im Quartier oder im Dorf zu Exoten. Ich bin Mutter von 4 schulpflichtige Kinder und freue mich auf den letzten Schultag.

    • gabi sagt:

      Hihi… Beginnt, mich an Diskussionen über Musik zu erinnern. An „zu kommerziell“-Vorwürfe und dergleichen.

      Schon nur das ist witzig:

      „Schafft man es anders sein zu dürfen, wird man zum Aussenseiter gemacht, “

      Will man anders sein, so muss man selbstverständlich in Kauf nehmen, Aussenseiter zu sein. Ist ja wohl logisch.

      Wenn´s aber ums Ankommenwollen geht (was offensichtlich ist, wenn man drüber verzweifelt „zum Aussenseiter gem. zu werden“), dann kommt man um ein paar Wesenszüge und Umgangsformen nicht herum.

      So eine Ungerechtigkeit aber auch!

  • Winston Smith sagt:

    Ich war während Primar- und Sekundarschule immer sehr verträumt, da chronisch unterfordert. Ich konnte mit vier Jahren lesen und schreiben, Rechnen war auch kein Problem, daher wurde ich von den meisten Lehrpersonen auch nicht weiter behelligt. Und heute? Heute funktioniere ich immer noch nicht. Ich weigere mich, viel zu arbeiten, ich weigere mich, viel zu konsumieren, den Führerschein zu machen, ins Militär oder zum Coiffeur zu gehen. Wenn sie meine Verträumtheit damals mit Drogen kuriert hätten, wäre ich heute vielleicht ein strammer FDP-Wähler, Offizier und Familienvater.

  • Ich weiss heute nicht mehr, was der Lehrer damals langweiliges erzählt hatte. Aber an einige Tagträumerein erinnere ich mich noch heute sehr gut. Die gehören zu den guten Jugenderinnerungen. Kann es sein, dass das Stören von Tagträumereien als Körperverletzung interpretiert werden muss? Zumindest ist das Herausreissen aus Tagträumen der geistigen und psychischen Entwicklung sicher nicht förderlich. Ganz klar scheint mir hingegen, dass das Ruhigstellen mit Medikamenten bei geistig gesunden und lebhaften Kindern den Tatbestand der Körperverletzung erfüllt. Sagt NEIN zu Drogen!

  • Coccinelle sagt:

    Leider kann man als Eltern nicht mehr viel machen. Meine Eltern waren super in der Erziehung. Sie liessen uns selber entscheiden, wie viel Aufwand und Einsatz wir der Schule widmen wollten. Für schlechte Noten gab es nie Strafen und sie waren nie der Meinung, ein Studium sei besser als eine Lehre. Wenn jedoch schon in der Grundschule die Anforderung derart steigen, dass Kinder ihnen ohne Medikamente nicht gerecht werden, hat man als Eltern verloren. Offenbar fordert die Schule jetzt einen Vertrag mit den Eltern. Die einzige Möglichkeit wäre, politisch aktiv zu werden.

  • Martin Müller sagt:

    Mein Vorschlag von innerhalb des Bildungssystems (ich bin Lehrer): Gebt allen Schulen genügend Freiräume (physische und ideelle), um jedes Kind individuell zu fördern und es nach seinen Massstäben entwickeln zu lassen. Das würde zum Einen bedeuten: Gut ausgebildete Lehrpersonen, umfassend ausgestattete Schulzimmer und eine flexible Gestaltung der Lektionen — und zum Anderen: die Flexibilität und Eigenverantwortung an jeder Schule, das Beste aus ihren Schülern zu machen, durch Gestaltungsmöglichkeiten im Lehrplan und in der individuellen Zielsetzung für jeden einzelnen Schüler.

    • Sportpapi sagt:

      Was ist gemeint mit flexibler Gestaltung der Lektionen und Gestaltungsmöglichkeiten im Lehrplan? Die Freiheiten sind heute doch schon sehr gross, so dass Lehrer durchaus nach ihren Vorlieben das eine oder andere Fach, den einen oder anderen Inhalt bevorzugt behandeln können. Andererseits braucht es doch einen Konsens, was denn in etwa in drei Schuljahren behandelt (und gelernt) werden sollte.
      Was ist gemeint mit der individuellen Zielsetzung für jeden einzelnen Schüler? So banal ausgedrückt ist das doch eine Selbstverständlichkeit. Aber Sie meinen wohl etwas anderes…

  • alam sagt:

    Eine Möglichkeit wäre natürlich auch, von Züri wegzuziehen.

  • Alexandra sagt:

    Die Eltern werden immer mehr auf alternativ Schulen ausweichen. Wenn dann kein Kind mehr in der normalen schule ist. Vielleicht besinnen sich dann die Damen und Herren! Lasst Kinder kinder sein. Sie müssen ja schon genug früh dem Gesellschaftlichen druck auskommen. Wer keine Kinder mag muss auch nicht in einer Kinderfreundlichen lage wohnen mit Spielplatz im Hof…

  • plop sagt:

    Ich habe den Kindergartenstart bei meinem Erstbub um 1 Jahr verschoben, ob das gut ist oder nicht weiss ich auch nicht, aber wir haben so jedenfalls ein weiteres „ruhiges“ Jahr mit mehr Zeit zum umeplääterlen etc…

    • tststs sagt:

      Wenn Sie das Gefühl hatten, dass Ihr Sohn noch nicht so konzentrationsfähig ist, dann ist es sicherlich die richtige Entscheidung! Dieses Jahr macht schulisch-karrieretechnisch gesehen den Braten überhaupt nicht feiss, aber für den Kleinen kann dieses Jahr unglaublich wichtig sein (lieber der Älteste und motiviert und fähig, als der Jüngste und überfordert!).
      Ehrlich, ich kann Ihnen nur gratulieren!

      • Juno sagt:

        hm der/die älteste sein ist auch nicht immer lustig. Bei langeweile geht die Motivation nämlich ziemlich schnell bachab..

  • markus sagt:

    meine beiden antworten: vorbild sein und auf die natur vertrauen. wenn die eltern sich nicht angepasst funktional und möglichst profitabel durchs leben leiden haben ihre kinder nicht nur jemanden, der ihnen den rücken frei hält, sondern ihnen (und ihren freund_innen) eine alternative vorlebt. und ich bin überzeugt, kein medikament und keine ideologie kann die spontane, lebensbejahende und innovative natur des (jungen) menschen töten. oder sie tötet die menschen und damit die menschheit (etwas pathetisch, ich gebs zu).

    • tststs sagt:

      Und eine Antwort mit noch mehr Pathos zurück: es gibt Krankheiten, die die spontane, lebensbejahende und innovative Natur des Menschen/Kindes töten. ADHS gehört dazu…

  • Kat sagt:

    DANKE DANKE DANKE! Sie sprechen mir (als Mutter UND als Lehrerin) aus dem Herzen….

  • Oliver Blum sagt:

    Kreischen und toben lassen, möglichst oft und möglichst laut. Zum Funktionieren haben sie dann später mehr als genug Zeit …

    • gabi sagt:

      Hab mir mein Kindsein auch bewahrt:

      Hab vor Jahren einem tobenden Kind, welches die Mami einfach den ganzen Supermarkt zusammenkreischen liess, gezeigt, dass ich auch noch ganz kindlich kann (nachdem ich es mir kurz angesehen hatte und zum Schluss kam, dass es alt genug ist, um haargenau zu wissen, was es tut).

      Ich hab mich ihm zugewandt und einfach in gleicher Tonlage, gleich quängelnd und ebenso laut dasselbe „Uäh… Mama! – Uäh! “ geschrien.

      War sofort ruhig und hat keinen Mucks mehr gemacht. Die Mama ist allerdings ausgerastet. Dabei war ich doch nur ganz Kind! Und individuell dazu!

    • Widerspenstige sagt:

      😆 das kann ich mir jetzt grad lebhaft vorstellen, wie gabi im Supermarkt losschreit u ganz der Verdutzte mimt, wenn die Mami deswegen ausrastet…

      • gabi sagt:

        Ja, das kann ich mir vorstellen, wie Sie sich das vorstellen.

        Auch wenn Sie sich´s kaum vorstellen können; es lohnt sich stets Folgen und Konsequenzen abzuschätzen und in logischen Zusammenhängen zu denken.

        Wie die Mami reagiert, die ihren durchaus schon genug alten Goofen ständig „Maman“ in Gesamtmarktbeschallungslautstärke plärren lässt, war ja wohl ab zu sehen.

        Mir ging´s mehr dem Kind zu zeigen, wie das ist, wenn´s Andere tun.

        Meine Begleitung stand neben einem älteren Paar, das es mitkriegte:

        „Ah.. T´as vue? Ca fonctionne !“ war die Reaktion.

        Ev. hat auch die Mama was gelernt.

  • Manuela sagt:

    Wir wohnen als einzige Familie mit kleinen Kindern in einem Haus, indem nur alte Leute wohnen. Da hat man durchaus seinen Spaß…Und oftmals traurig. Am schlimmsten finde ich es, wenn Menschen, deren Kinder schon groß sind, so reagieren. Sie sollten doch die Situation mit Kinder kennen. Sind aber oft sehr untolerant.
    Ich hab meinen Kindern glaub noch nie gesagt, sie sollen still sein, oder brav. Ich wüsste gar nicht wozu… Wenn andere sich ärgern ist das nicht mein Problem. Es gibt aber auch kinderfreundliche Gegenden.

    • Patricia sagt:

      Sie haben Ihren Kindern noch nie gesagt, sie sollen still sein. Soso. Aha. Solche Mami wie Sie, vor Stolz über ihre Blagen platzend oder in der Gleichgültigkeit versumpft oder mit Leib und Seele der Rücksichtslosigkeit verschrieben, solche Mamis wie Sie sind der Kern des Problems. Ihre Kinder können jederzeit und überall kreischen und toben und das masslos, aber Mami zeigt die Grenzen nicht. Kein Wunder, zeigen Dritte die Grenzen. Aber was sage ich; Sie begreifen das nicht. Ist ja bequem für Sie.

      • gabi sagt:

        Aber ist ja nicht ihr Problem, wenn sich Andere ärgern. Schreibt sie schliesslcih auch.

        Am Verstörendsten ist für mich bei derartigen Meldungen, wie überzeugt diese Art von Eltern auch noch ist, ihrem Nachwuchs Gutes zu tun, indem ausser „Entgrenzen“ nichts auf dem Programm zu stehen scheint.

        … Und später, wenn die Notwendigkeit des Erwachsenenlebens, sich doch hin und wieder an ein paar Normen zu halten, anklopft, klagen wir über den Psychopharmakaverbrauch, „die Gesellschaft“ und „das System“, welches uns alle entmenschliche und einenge.

        Jaja. Schlimmschlimm.

      • Manuela sagt:

        Nee, ist mir nicht zu bequem, sonder zu blöd.

      • gabi sagt:

        „Zu bequem“ ist tatsächlich oft genug einfach nur „zu blöd“.

        Da haben Sie natürlich ganz Recht.

        🙂

    • charlene sagt:

      Ich bin selbst Mutter. Meine 4 Kinder (1 davon mit ADHS ohne Medikation) durften Kinder sein, rumtoben und spielen. Ihnen wurde aber von uns Eltern beigebracht, sich an gewisse regeln des Zusammenlebens zu halten, wie z.B. über Mittag keinen Lärm zu machen da diese Zeit zur Erholung dient. Ich finde grösstenteils ist es Schuld der Eltern welche Ihre Sprösslinge alles machen lässen weil es so bequem ist und man sich die Zeit lieber mit dem Smartphone teilt anstatt sich mit den Kindern zu beschäftigen… da sind Streitereien vorprogrammiert. kinder brauchen Regeln und ehrliche Liebe.

    • Manuela sagt:

      Also diese Antwortkommentare zeichnen kein schönes Bild von den Kommentatorinnen. Sie wirken – diplomatisch ausgedrückt – verbiestert.
      Toll finde ich vor allem, was Sie, meine Damen, alles so aus meinem Post herauslesen können und womit Sie, meine Damen, das verbinden und welchen Ton Sie, meine Damen da anschlagen. Würde ich in diesem Ton schreiben, würde ich antworten, dass ich eben gerade so einen Ton meinen Kindern gegenüber nicht anschlage.

      • Brunhild Steiner sagt:

        @Manuela:
        machen Sie sich auch Gedanken darüber wie Ihr Inhalt (nicht der Ton…) wirken könnte?
        Halt so ein bisschen nach „solange es Kinder sind sage ich niemals „still“ oder ähnliches, ohne sich Gedanken drüber zu machen wie das einerseits für andere ist, und Jugendliche/Erwachsene wichtige Basics eben gerade als Kind lernen müssten?
        Was wäre denn wenn sich andere KINDER am non-stop Krach stören würden?
        Gibts tatsächlich… Welches Kindewohl wiegt dann schwerer?
        Gilt dann das Farm-der-Tiere-Motto?

      • Sportpapi sagt:

        Ach, dieser Krach da draussen. Mein Kind will doch schlafen…

      • Manuela sagt:

        Wer hatte eigentlich behauptet, meine Kinder machten 24/7 Krach?So ein Blödsinn.Überhaupt sind die meisten Menschen, die ich so rumschreien höre mehr als zu groß und zu alt, um als Kinder durchzugehen. Ich hab noch nie auf dem Spielplatz ein Kind gesehen, dass lauter gewesen wäre, als seine brüllende Mutter…
        Und nein, Kinder spielen meist in erträglichem Ton und wenn sie in größeren Horden auftreten, kann’s zwar mal lauter werden, aber wo ist das Problem?Ist ja meist nicht nachts um 3? Und wenn nachts ein Baby schreit, dann ist das so. Schon immer gewesen. Was hat denn das mit Grenzen zu tun

      • Brunhild Steiner sagt:

        @Manuela:
        vielleicht haben Sie tatsächlich noch in solchen Situationen gesteckt, dass Sie keinerlei Vorstellungen davon haben, das ist auch okay. Aber nehmen Sie zur Kenntnis dass es durchaus möglich ist, dass sich (vielleicht sogar mal Ihre eigenen…) Kinder am Lärm anderer Kinder stören, zBsp. wenn sie an schwierigen Aufgaben sind, für Prüfungen lernen, von einem anstrengenden Schultag erholen möchten, es gibt unendlich Möglichkeiten, und es über/neben/unter ihn dröhnt, kracht, klopft, quitscht und kreischt etc. Schön wenn das bei Ihnen nicht stundenlang der Fall ist-
        andere schaffen das…

  • Jarek sagt:

    Es wird immer schlimmer. Man sollte ein Greenpeace für Kinder machen. Ein kinderschutzprogramm. Das wird wohl auch ein Kampf gegen die pharma Industrie. Wer will schon Millionen Kunden verlieren?

  • Georg sagt:

    Liebe Frau Kuster, lebendige, neugierige, freundliche, manchmal laute und streitende Kinder mit Eltern, die bei Bedarf die Zügel anziehen, sind in Ordnung, es sei denn man ist ein Griesgram. Brüllende, tobende, zerstörende, sinnlos gewalttätige, permakreischende Goofen, deren Eltern absent sind, sind eine widerliche Plage. Wenn, liebe Frau Kuster, die letztere Sorte zu häufig auftritt, gibt’s Gegenmassnahmen. Ist das so schwer verständlich? Würde die Sozialkontrolle im guten Sinne greifen, wäre das Problem wohl kleiner oder keines.

    • Sportpapi sagt:

      Das Jammern über die „heutige“ Jugend gehört wohl ebenso seit je zu unserer Gesellschaft wie das Jammern über das Jammern über die Jungend bzw. die Einschränkungen, die wir unseren armen Kindern auferlegen.

      • Muttis Liebling sagt:

        Das hat Ovid schon gemacht. Der hat das erste verbürgte Pamphlet über die ach so schreckliche Jugend geschrieben.

  • Thomas Hügli sagt:

    Schrecklich! Und waren diese Personen, die sich über Kinderlärm aufregen, nie Kinder gewesen? Da kann ich es noch verstehen, wenn diese Personen als Kind nie richtig die Möglichkeit hatten, sich auszutoben!
    Meiner Meinung nach braucht es 1. Akzeptanz aller Beteiligten gegenüber und 2. Freiraum wie zB Pfadi oder Sportvereine, wo sie sich austoben können und erst noch etwas gescheites im Spiel lernen können!

    Meine Damen und Herren Erwachsene: was ist wirklich wichtig in Ihrem Leben? Philosophieren Sie bitte mal über diese Frage. Die Antwort ist nicht wichtig, aber das Fragen stellen!

  • Zwahlen Beat sagt:

    Liebe Jeanette Kuster

    Herzlichen Dank für diesen berührenden Erlebnisbericht. Mein Herz weint, wenn ich sehe wie die Kleinkinder durch eine unnatürliche Schablone gedrückt werden. Wer dieser Norm nicht gerecht wird, wird solange zurecht gebogen bis es passt. Sei dies mittels Drogen (Ritalin = synthetisches LSD) oder mit Antipsychotika etc.
    Jeder Mensch ist ein eigenständiges Wesen. Dies sollte mittlerweile jedem intelligenten Mensch bewusst sein. Die unterschiedlichen Charakter prägen unserer Gesellschaft. Ein herzhaftes Lachen eines Kindes kann die Gemüter der Erwachsenen erhellen.

    • Astrid Meier sagt:

      LSD ist synthetisch. Und Ritalin ist synthetisches Kokain, meinen Sie wohl. Es wird allerdings nicht gegen herzhaftes Lachen verschrieben. Und das Problem ist halt, dass Kinder durch die Schablone „Einschulung mit Vier, zwei Jahre Kindergarten, Selektion nach sechs Jahren Volksschule“ durchmüssen. Mehr als ein extra-Jährchen liegt da nicht drin und dann werden die Weichen für den Berufserfolg gestellt.

    • Widerspenstige sagt:

      Sie müssten nicht durch eine ständige Selektion ruhig gestellt werden, wenn mal der Blick nach Schulen offen wäre, wo dies NICHT so gehandhabt wird. Diese SchülerInnen bleiben bis zur Gymistufe in der selben Klassengrösse u fühlen sich somit weniger gestresst durch Selektion in Sek A oder B oder Real oder Untergymi etc. Wir verkomplizieren das Schulsystem unnötig mit zuviel Angeboten in der Grundschule, das Ganze noch verästelt auf 26 versch. Kantone. Das bringt Unruhe u einzige Konzentration auf Schulstoff rechtzeitig vermitteln vor einem Übertritt in eine andere Schulstufe. Wieso das?

      • Sportpapi sagt:

        Naja, die meisten Schüler bekommen von den 26 Systemen nichts mit. Zudem kommt ja dann bald einmal der neue Deutschschweizer Lehrplan. Der Wechsel alle 2-3 Jahre ist meiner Meinung nach vernünftig. Es kommt alles mal wieder zu einem Abschluss. Und wer das Pech hatte, einen schlechten Lehrer zu erhalten, muss den wenigstens „nur“ drei Jahre überstehen… Ich durfte vor vielen Jahren dann ins Langzeig-Gymi. Endlich begann das Lernen, weil es nun in relativ homogener Gruppe vorwärts ging. Ich sehe dazu keine befriedigende Alternative.

    • Karrierefrau sagt:

      So süss! Mein Herz lacht, Herr Zwahlen!

  • Luisa Haltner sagt:

    Nein, Kinder passen nicht in unsere Gesellschaft. Frauen auch nicht, Alte nicht, Behinderte nicht…
    Unsere Gesellschaft ist normiert, programmiert, mechanisiert, automatisiert und da passt nur rein, was funktioniert.
    Kinder funktionieren anders, also passen sie nicht rein.
    Wie war das noch mit dem Familiengesetz?! Man erinnert sich an die gegnerischen Stimmen. Es war von allem d.Rede, bloss nicht vom LEBEN d.Kinder und deren Mütter…
    Bin schon lange dafür, dass mann Alte, Kranke, Behinderte, Frauen u.Kinder abschafft. Dann würde sich d.Problem von selbst erledigen, schnell und definitiv…

    • Sportpapi sagt:

      „Wie war das noch mit dem Familiengesetz?! Man erinnert sich an die gegnerischen Stimmen. Es war von allem d.Rede, bloss nicht vom LEBEN d.Kinder und deren Mütter…“ Ich erinnere mich ja, dass bei den Befürwortern immer nur die Rede vom Leben der Mütter war, die Kinder spielten da keine Rolle…

  • Martin Cesna sagt:

    Ich habe 2 Antworten:
    1. Die Erwachsenen wurden auch schon entsprechend programmiert. Wofür gab es die „Schweizer Küchen-Norm“? Schmäler, enger, weil halt die Mietwohnungen auch eng waren. Man besinne sich zurück. Schon lange ist bekannt, dass in der Schweiz 2/3l der Bevölkerung in Mietwohnungen leben. Das ist woanders teilweise sogar umgekehrt. Das ergibt halt den entsprechenden Menschenschlag.
    2. Die aktuellen Häuser hier sind derart teuer, dass man entweder Kinder oder ein Haus hat. Man versucht es heute, aber wenn der Vater arbeitslos wird, landet man wieder in der engen Mietwohnung.

    • Eva sagt:

      Kinder sollten so lange wie möglich Kinder sein können… Springen, toben, schreien, gehören dazu. Wir haben 2 sehr laute Kinder und werden zum Teil und recht häufig schräg von der Seite angeschaut, oder es fallen sogar Bemerkungen. Ignorieren heisst mein Rezept oder es gibt auch manchmal postwendenden Spruch zurück. Echt arm und traurig diese Entwicklung in unserer kranken, egoistischen Gesellschaft! Kinder sollen von Geburt an durchschlafen ,jaaa nur alle 3h hungrig werden, nie krank sein und sich ja nicht bemerkbar machen, keinen Platz brauchen, Orndung halten und ja immer die besten sein

    • Sportpapi sagt:

      Heute werden die Mietwohnungen aber immer grösser, der Platzbedarf pro Person ebenfalls. Man leistet sich das. Aber für die Kinder ist es manchmal immer noch besser, im Mietblock aufzuwachsen, mit der Wiese und dem Spielplatz draussen, wo andere Kinder warten. Statt im eigenen eingehaagten EFH mit Kleinsandkasten, Schaukel und Trampolin, und Freunden nur per „Date“.

  • Sämi Küng sagt:

    Mein Vorschlag: Mit gleichdenkenden Eltern und deren Kindern sich die Freiräume für die Kinder nehmen, die sie brauchen. Kompromisse sind für mich falsch. Man versucht je länger, je mehr, die „echten“, die freiheitsliebenden, anarchischen, natürlichen Menschen zu unterdrücken. Subtil, zumeist. Deswegen: Den ruhebedürftigen Spiesser-Nachbarn offen entgegentreten und das UNVERÄUSSERLICHE, NATÜRLICHE RECHT der Kinder durchsetzen! Freiheit wird nicht erbettelt, auch nicht im Kindesalter.

    • gabi sagt:

      Absurd.

      Unter „freiheitsliebenden, anarchischen, natürlichen“ fällt dann eben – wie von BS richtig bemerkt – nicht das verträumte Kind auf, das sich selbst genügt, sondern jenes, dass sich die Freiheit nimmt, seine Gschpönli zu vertrimmen, wenn´s nicht nach seiner Pfeiffe läuft oder sogar eine Taschengeldabgabe erwartet wird.

      … Ganz „archaisch, natürlich“ dann.

      Regeln und Richtlinien und Verbindlichkeiten sind nicht automatisch ein Werkzeug der Unterdrückung, sondern verhindern Willkür!

      • Brunhild Steiner sagt:

        @gabi:
        🙂

      • Sportpapi sagt:

        Ah, Frau Steiner. Eigentlich habe ich extra für Sie bei Hitzfeld noch ganz viel zusammengestellt und auf eine Rückmeldung gehofft…

      • Sportpapi sagt:

        Ah, F rau Stein er. Eigentlich habe ich extra für Sie bei Hi tz feld noch ganz viel zusammengestellt und auf eine Rückmel dung gehofft…

      • Brunhild Steiner sagt:

        @Sportpapi:
        besten Dank, einerseits ermüdet hier die ewige Schlaufenhaltung, andererseits plädiere ich nach wie vor für kleinere Klassengrössen und habe halt wirklich nur negative Erfahrungen mit den erlebten Grössen im Gepäck.
        Nichts für ungut.

  • Brunhild Steiner sagt:

    „Normabweichungen aber nicht schlecht sind,
    sondern im Gegenteil das, was eine Persönlichkeit erst ausmacht.“

    Damit fängt für mich das Dilemma schon ab, denn Verträumtheit oder verspielt-sein wenn der Grossteil der Klasse sich schon für jugendlicheres bis erwachsenes Zeug interessiert, fällt bei mir nicht unter Normabweichung!!!
    Zudem mir bezügl jenem Interview ganz entscheidende Informationen fehlen, warum reden wir nun über „Verträumtheit“ wenn all die Fragen nach Regionenverteilung und konkreter Diagnosen nicht beantwortet sind?
    Das ist mir viel zu ungenau und Sturm im Wasserglas.

    • Brunhild Steiner sagt:

      2/wie ich schon dort bemerkt habe, ich glaube wirklich nicht dass es die verträumten Kinder sind
      welche ganze Klassen zum Erliegen bringen können,
      (und am Ende in eine Abklärung geschickt werden)
      wir sehen uns heute mit den vielfältigsten psychosozialen Begleitumständen konfrontiert die eben auch die Abklärungszahlen klettern lassen, und sollten uns wirklich nicht verunsichern lassen-
      schon gar nicht wenn uns die wichtige Zusammenhänge vorenthalten werden.

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