Wir spielen Heidi Klum

Mamablog.HeidiKlum

Vergeben wir ihnen, auch sie waren mal Kinder! Szene aus dem Finale von Heidi Klums Model-Casting-Show, Mai 2009. (Bild: Keystone)

Eigentlich wollte ich schon lange mal die fortschreitende Eventisierung von Kindergeburtstagen im neuen Jahrtausend in diesem Blog thematisieren. Zur Diskussion stellen, warum eine Party für ein fünfjähriges Kind ein Motto haben muss, dass sich von der Einladung, über Torte und Serviette, bis hin zum kleinen Give-away (das ist das Geschenk, das nun neuerdings alle Gäste mit nach Hause bekommen) durchzieht. Weshalb sich Eltern einen Organisationsaufwand aufladen, um mit Kindergärtlern fünf Kerzen auszublasen, der dem eines mittelgrossen Firmenfestes gleichkommt. Oder ein ebensolches Budget, falls sie die Organisation an ein Kindermuseum, eine Burg, einen Indoorspielplatz oder andere Profis delegieren.

Aber jetzt habe ich gerade erfahren, dass die Partys, die Mädchen zu ihrem 10. Geburtstag planen, mit den vorgängigen Kindergeburtstagen etwa so viel gemein haben, wie der Spaghettitanz am Fez in der 5. Klasse mit den Knutschorgien im schummrigen Partykeller während der Oberstufe: Nach dem ersten Jahrzehnt auf der Welt, wollen Mädchen keine Events mehr, sondern eine Casting-Show. Sie spielen nicht mehr Prinzessin, sondern MusicStar oder Dietlikons next Topmodel, wobei der Ortsname so austauschbar ist, wie die Sieger der MusicStar-Staffeln.

Ich habe mich ja immer auf den Augenblick gefreut, an dem ich nicht mehr für die Unterhaltung der Gästeschar sorgen muss, allerdings habe ich nicht damit gerechnet, dass Mama durch das TV ersetzt wird, genauer gesagt durch ein – nett formuliert – kulturell und emanzipatorisch höchst fragwürdiges Format. Dass die Alten an solchen Partys so wenig erwünscht sind wie jüngere Geschwister, versteht sich von selbst, und so konnten die Mütter nur aus den Fotos, welche die Jury schoss, rekonstruieren, wie Heidi Klum gespielt wird. Die Vorlage wurde bis ins Detail kopiert: Auf den Bildern  war ungefähr ein Dutzend Girls zu sehen, wie sie in ihren Shorts und Mutters High Heels durch den Garten catwalkten, sich im Bikini am Boden räkelten, mit Meerschweinchen posierten, und sich mit perfektem Hüftschwung und gewinnendem Lächeln der gestrengen Jury präsentierten.  Die Fotos übrigens, hatte die Mutter, welche den Apparat besass, umgehend gelöscht – die Vorstellung, sie könnten in der virtuellen Welt auftauchen, war noch wesentlich unangenehmer als Heidi Klums Kampflächeln: Die aufgebretzelten Teen-Novizinnen haben Nabokovs Lolita in sämtlichen Verfilmungen aussehen lassen wie ein Bauernmädel aus dem letzten Jahrhundert.

Meine Tochter  wankt für ihre Party noch zwischen MusicStar und DancingStar. Ich hoffe, sie übernimmt die Rolle der Jury. Und dass diese Castingmanie denselben therapeutischen Distanzierungseffekt auslösen wird, wie einst das Zelebrieren der Farbe Rosa.

34 Kommentare zu «Wir spielen Heidi Klum»

  • Eremit sagt:

    „Nach dem ersten Jahrzehnt auf der Welt, wollen Mädchen keine Events mehr, sondern eine Casting-Show.

    Meine Tochter wankt für ihre Party noch zwischen MusicStar und DancingStar.“
    Sachen gibts … zh

    Ich hoffe an der Party wurden keine Entäuschnugstränen vergossen.

  • Jana sagt:

    jaja, 13 Jahre altes Mädchen, ein paar Rechtschreibfehler kaschieren kein wahres Alter..

    ich verstehe nicht, wieso sich jetzt hier ein paar Leute darüber aufregen, wenn die Mütter Lillifee-Teller kaufen für eine Geburiparty. Das war früher auch schon so!
    Ich finde Themenparties klasse, und hat wirklich keiner von euch früher mal eine Prinzessinnen- oder Piratenparty gefeiert?!
    Kinder verkleiden sich gern, das gehört zum Kindsein, daran sehe ich nichts auszusetzen. Dass man bastelt oder den Gästen was zum Heimnehmen mitgibt (zB ein Küchlein), ist doch auch total ok.
    Und schlussendlich ahmen die Kids nur das nach, was sie draussen sehen, und wenn jede Tusse in High Heels und Mini durch die Gegend stöckelt, ist es klar, dass Töchterlein das nur zu gerne nachmacht.
    Wir sind ja schliesslich Vorbilder.

  • Jeannette sagt:

    Ich dachte eiene Moment lang, ich bin im falschen Blog. Wo sind jetzt die Leute, die nur superoekologisch mit Stoffwindeln hantieren? Es scheint der Nachwuchs hat da nicht viel von diesen Ideen mitgekriegt.

  • 13 jahre altes mädchen sagt:

    ALSO BITTE!!!

    Was machen Eltern sich nur für Sorgen??
    Ich finde sie sind völlig unberechtigt.
    Solche Partys sind lustig sie machen verdammt viel spass.
    Ich stelle mir immer vor dass ich nie ein Topmodel werden wette sondern ich finde es einfach lustig wie Frauen mit diesen High Heels laufen können!?!
    Als Kind haben meine Freundinnen und ich manchmal verrückte Ideen.
    Sogar manchmal den Wunsch Popsternchen zu sein.
    Aber macht euch darüber keine Sorgen.
    Auch diese zeit geht vorbei.
    Wie die, als wir noch Prinzessin sein wollten, diese Zeit ging auch vorbei ohne dass sich jemand von euch Sorgen darüber gemacht hätte. Warum denn jetzt?
    ich finde man sollte sich nicht gross Gedanken darüber machen.
    Ihr Eltern werdet noch mit vielen Problemen eines Mädchens fertig kommen müssen.
    wenn wir mit 16 dann vielleicht in Pops gehen wollen, macht ihr euch denn auch so viele Sorgen?
    Ihr werdet sehen dass sie euch nichts nützen. Versucht am Besten damit umzugehen.
    Und bald werdet ihr merken dass es, so schnell wie es gekommen ist, sich auch wider legt.

  • mary poppins sagt:

    ich liebe diese Themen Geburtstage. Das Fieber bei einer Schatzsuche, das durch die Büsche jagen bei der Räuberjagd. Schnitzel legen, Pläne zeichnen, Geschichten erfinden, Süssigkeiten vergraben, Schmetterlinge die Blumen suchen lassen……also hört mal, dass kann auch sehr amüsant sein und jeden für einen Tag zurückversetzen in die Kinder- oder Pfadizeit. ICH LIEBE ES!!

  • Urs sagt:

    was den Kindern fehlt sind übergangsriten, ins erwachsensein und dies fängt in der pubertät an, zieht sich durch die adoleszenz bis zu dem moment wo das kind die volle eigen-verantwortung trägt/ tragen soll (mit 18 in der heutigen denkweise). dies alles zu einer spass fabrik werden zu lassen anstelle der notwendigen achtung und ehrung eines überganges.
    und bitte ich stilisiere hier nicht indinaner hoch! und mache diese zeit zur schönsten die es je gab!
    aber ich sehe in den übergangsriten ein wichtiges glied in der entwicklung unserer zukunft, den kindern.

    spass ist ungleich freude

    Freude ist nachhaltig und bringt was, freude am lernen zu haben (nur als beispiel) ist was anderes als spass beim lernen. lernen muss nciht spass machen! es soll freude machen.
    geburtstage müssen nicht spass machen!
    sie sollen freude bereiten.

    die einen werden den feinen unterschied verstehen, es ist ein feiner grat, den zu finden ein task für sich ist für sich selbst und für seine familie.
    aber es lohnt sich

  • sonja sagt:

    Himmel bin ich froh keine Kinder zu haben!

  • Yves sagt:

    Ist das Leben nicht ständig eine Casting-Show? Es fängt bei den Jugendlichen bei der Lehrstellensuche an, geht bei der Partnersuche weiter, dann bei der Jobsuche, ect… Also was ist verkehrt daran wenn die Kids schon frühzeitig Spass daran haben und das ganze spielerisch lernen??

  • Heidi Reiff sagt:

    Meine zwei Grosskinder 8 und 10 sind auch oft zu Geburtspartstagspartys eingeladen, war auch schon dabei. Ist zum Glück nicht überall durchorganisiert, gut die Traditionstorte mit Kerzen da haben doch alle Freude, Gross und Klein, Kinder haben eine
    unerschöpfliche Phantasie und Energie, die organisieren sich selbst mit Spielen, Schatzsuche etc. Malen ein Geburikärtli etc.
    In meiner Stammfamilie wurde Weihnachten und Samichlaus gefeiert, – (nie ein Geburi) – der damals noch mit Sack und Rute kam und mit dem grossen Sündenregisterbuch), zu Weihnachten ein kleiner Kochherd damit Mädchen gute Hausmütterchen werden .: – ) . Ich bin froh, dass In der heutigen Zeit einiges gelockert hat ist einfach etwas extrem. Zur Unterhaltung habe ich mir lange so TV-Soaps reingezogen „Verbotene Liebe, Marienhof, da gehts immer um Intrigen, ich mag das nicht , seit Wochen benutze ich die Glotze nicht mehr, mit wenigen Ausnahmen. Ich schätze das Internet einfach div. Foren, das was mich interessiert. Es gibt da so eine Aussage, leben jeden Tag so, wie wenn es dein letzter wäre. : – ), ich schätze die Musikwelt, da sind eben die Geschmäcker auch verschieden.

  • Magdalena sagt:

    Diese Eventmacherei find ich auch ziemlich anstrengend… In Israel, wo ich lebe, wird aus allem eine riesen Party gemacht. Auch in der Krippe meiner 2 jaehrigen Tochter, da sollte an den Geburis Fruehstueck, Kuchen, Unterhaltung und Give-aways mitgebracht werden – jedoch alles freiwillig, aber der Druck von aussen ist halt da.
    Und bei 22 Kindern feiert man also an die 2 mal den Monat eine Party und an die zweimal pro Monat bringt meine Tochter so ein doofes plastik Give-away nach Hause, das nach 5 Minuten eh nicht mehr interessant ist oder kaputt geht (man stelle sich mal den unendlichen unsinnigen Plastikverbrauch vor bei all den 100ten von Kids).
    Wir selbst haben uns auf 3 vers kleine Suessigkeiten als Give-aways entschieden und einen Kuchen unsererseits, that’s it. die kleinen fanden’s aber den Hit, nur die Leiterin meinte, wo das Fruehstueck sei…
    Meine Schwaegerin hatte sogar eine Halle und extre Eventmanager gebucht fuer die 3. Geburifeier des sohnes…

    Die Party beginnt hier mit der Beschneidung, dann den jaehrlichen Geburtstag, Bar Mizwa, Bachelor, Hochzeit… Und den Geschmack und die Wertschaetzung hat man schon lange verloren. Aber schlussendlich regelt es sich selbst wieder und ich spuere eine Tendenz zu ‚weniger ist mehr‘ (jedenfalls bei den Hochzeiten, da ist es jetzt ‚in‘, eine Villa zu mieten und statt den 200 nur an die 50 Gaeste einzuladen oder die Bar Mizwa mit dem Vater bei einer 2 woechigen Auslandsreise anstatt mit einer grossen Party zu verbringen)…

    Betreffend Heidi Klum spielen: Das find ich auch weniger schlimm, war ja bei uns vor 20 Jahren echt nicht anders mit aufbrezeln und schminken etc., bloss halt mit einigen cm’s mehr am Rocksaum.

  • Greatsheep sagt:

    Ja die Erwartungshaltung ist brutal. Wir könnten zwar auch volles Programm liefern, aber wir wollen nicht; auch wenn es schmerzt mitanzusehen wie die Kinder ausgeschlossen werden. Aber dieses knallharte „Wettrüsten“ kommt von den Eltern, Gesellschaft etc. Wir könnten zwar ein Auto, Kaffeemaschine etc. anschaffen, wir wollen (und brauchen) aber das nicht. Ohne das Zeug schiesst du dich in den gesellschaftlichen Orbit, wirst zum Aussenseiter. Wenn du Nachbarn, Bekannte etc. einlädst solltest du auch volles Programm geben und wenn nicht ist bald „Game over“. Keiner kommt mehr auf deine (oder der der Kinder) Einladungen. Selbst ein simples „Vorbeikommen auf einen Kaffee“ verkommt heute zu einem Event.

  • Lilifee sagt:

    @BigMac: Den Vergleich find ich lustig und Kindertuning bei Müttern ist tatsächlich ein Wettbewerbselement. Mir gehen die Themenparties auch total auf den Wecker. Da wo ich wohne, sind gerade pyjama-Parties angesagt und meine Tochter jammert jetzt schon, dass sie dann eine Wii-Konsole möchte um diesen karaoke Sing-Tanz-Wettbewerb mit ihren Freundinnen zu spielen. Sie war an drei Partys in den letzten Monaten, wo die Kids das gemacht haben – so werden Standards gesetzt.

  • Obelix sagt:

    Ich kennen Kinderparties – meine liebe Frau hat im Unterstufenalter der Mädels auch immer ein volles Programm hingelegt – Kuchen, Spiele, Basteln, Mitbringsel, Lillifee Teller, Becher, Löfel, Hüte etc. pp. Mit zunehmendem Alter ist aber Qualität statt Quantität eingekehrt. Waren es bisher 7-10 Kinder, wurden es immer weniger und jetzt sind wir bei max. 2-3 Freundinnen, die dafür was wirklich Spannendes unternehmen wie zum Beispiel einen Besuch im Walterzoo Gossau. Meine Älteste (11) wollte dieses Jahr überhaupt keine Party und beliess es bei dem, dass ihre beste Freundin einmal bei ihr übernachten durfte. Ich bezweifle, dass die soziale Stellung darunter leidet, eher bemerke ich ein steigendes Selbstvertrauen und weniger Konkurrenzdruck. Leider haben wir gerade gestern auch eine recht schockierende Erfahrung gemacht. Meine Jüngere(9) ist gerade in einem Sommerlager indem vor allem ältere Kinder sind. Sie hatte ihr Freundschaftsbuch mitgenommen und freute sich auf neue, freundliche Einträge. Eine Vierzehnjährige hat daraufhin unter „Berufswunsch“ hingeschrieben, sie möchte eine Schlampe werden was meine Kleine zum Weinen gebracht hat. Dieses Mädchen wird eventuell nach Hause geschickt, weil sie hemmungslos mit Jungs herummacht und die Lagerleitung keine Schwangerschaften riskieren will. Tja, die erste Begegnung meiner Kleinen mit der harten Welt des Glamours.

  • BigMac sagt:

    Ich habe oft den Eindruck, dass für viele Mütter der „Kindervergleich“ den „Autovergleich“ bei den Männern ersetzt. Das Kind ist aller Emanzipation zum Trotz wohl immer noch (oder wieder?) das Statussymbol Nummer eins der Frau.

    Er: „Meiner hat 250PS, 0-100 in 5 sek“. Sie: „Meiner konnte schon mit 6 Monaten laufen und mit 12 Monaten bis 100 zählen“. Das schlägt sich dann auch in den Geburtstagspartys nieder. Eine fängt damit an und alle anderen haben das Gefühl, nachziehen zu müssen. Der eigene Sprössling könnte ja sonst einen psychischen Schaden davontragen, wenn alle anderen die Riesen-Piraten-Party schmeissen und nur er nicht, heisst es dann meist zur Rechtfertigung…

    Es geht mir persönlich auch gegen den Strich, wenn für die Infrastruktur einer Kleinkinderparty das x-fache von dem ausgegeben wird, was die eigentlichen Geschenke kosten. Da verstehe ich dann die Welt nicht mehr – und habe mir mit diesbezüglicher Kritik auch schon die eine oder andere Abfuhr seitens meiner besseren Hälfte eingehandelt. Denke, dass vor allem Kinder im Vorschulalter diese „Parties“ gar nicht wirklich wahrnehmen. Zumindest nicht in einem Ausmass, das den Aufwand rechtfertigen würde.

  • Nicole Althaus sagt:

    @Marcel: Nicht (nur) in Downtown City. Besagte Topmodel-Party fand an idyllischer Lage auf dem Land statt. Ich glaube nicht wirklich, dass man sich ernsthaft sorgen muss – dieses Casting-Spiel wird wohl wie jeder andere Kindertrend verschwinden wie er gekommen ist. Ich frage mich mehr, was Mädchen an diesen Shows so fasziniert. Das schnelle Berühmtwerden? Im Fall Heidi Klum kommt natürlich noch die Gestaltung der Aussenfassade dazu, was gerade mit der beginnenden Pubertät bei Mädchen ein enorm wichtiger Faktor wird.
    P.S. Meine Tochter kann mit dem Namen Heidi Klum sehr wohl etwas anfangen. Und mit vielen anderen Namen auch – nicht weil sie sie am TV gesehen hat, sondern weil diese Namen auf dem Pausenhof fallen und man wie früher bei diesen Gesprächen nicht gern ausgeschlossen ist.

  • fille unique sagt:

    Auf MTV France (vielleicht auf allen?) gibt es diese Doku, die irgendein verwöhntes Gör an ihrer Geburtstagparty zeigt. Mein Jüngling, der sich diesen Schrott hin und wieder antut, fragt dann rgelmässig ob er zu seinem 16. Geburtstag auch ein Auto bekommt… Und bevor mir die Moralapostel vorhalten, dass mein Kind seine Freizeit vor dem TV verbringt, will ich anmerken, dass mein Sohn nicht Zucker- und Fernsehfrei aufwächst und eine angemessene Portion TV ist bei uns erlaubt!!! Das Problem ist doch, dass die Kinder inzwischen Realität und Fiktion nicht mehr, oder nur schwer, unterscheiden können.
    @Metrotussi, werde es Junior vorschlagen Brüno zu spielen – ist ja auch kostengünstig – habe genügend Stylingprodukte im Bad…

  • toshiro sagt:

    Danke, John.

    Manu: Ich denke, das sind Wellenbewegungen. Nichts geht schnell, auf einfache Art & Weise oder leicht (das ist ja klar), aber ich denke nicht, dass die nächste Generation das Errungene komplett abgeben wird. Zu viel davon ist mittlerweile in unserer Gesellschaftsstruktur verankert, als dass es einfach so ausgehebelt werden könnte, denke ich.

    Papa: Der Jugendschutz wird den Teufel tun und die Eltern kritisieren.

    Zu guter Letzt: Es bringt nichts, sich gegen Veränderungen zu stemmen, weil man weggespült wird… es ist aber von Vorteil, um Strömungsrichtung, Stromschnellen und eventuelle Altarme (in denen es ruhiger zu- und hergeht) zu wissen.

  • marcel sagt:

    Ich mache mir wirlich langsam Sorgen: Geht das wirklich so zu und her in Downtown City, Frau Althaus? Unsere 12jährige (wohnt fast 100 km weit weg, aber durchaus auch in der Stadt) wird bestimmt wieder ein paar Freundimmen in die Badi einladen, dort eine Runde Glacé spendieren, und das wär’s auch schon. Ich glaube nicht mal, dass sie mit dem Namen Heidi Klum etwas anfangen kann. Sie sollten eventuell den Fernseher mal eine Weile in den Keller stellen?

  • Papa sagt:

    Um es gleich vorwegzunehmen – und bevor mir irgendwer jetzt irgendwas um die Ohren haut: Ich habe absolut keinen Zweifel daran, dass der sexuelle Missbrauch von Frauen allen Alters „aber“s zum Trotz Schuld der Männer ist. Dies muss ich aber trotzdem schreiben: Ich habe schon ein wenig Mühe mit der – um das Bild des Posts zu bemühen (welchem im übrigen, wie Gargamel korrekterweise das Original auch ziemlich gut gestanden hätte) „Lolitaisierung“ (man möge mir diesen furchtbaren Ausdcurck verzeihen) der Mädchen.

    Ich wohne in einer Landgemeinde und habe zum Glück immer wieder das Vergnügen, vierzehnjährige Mädchen in normalen Outfits zu sehen. Beruflich bin ich aber häufig in Bern und Zürich unterwegs und wenn ich – gerade bei sommerlichen Temperaturen – Miniröcke sehe, die im besten Fall noch als Gürtel durchgehen, BHs die (so hoffe ich zumindest) bis zum gehtnichtmehr ausgestopft sind, und dazwischen – im besten Fall – ein feines Nichts aus dünnem Stoff, dann frage ich mich bisweilen schon, wann denn der Jugendschutz endlich auf die Eltern losgeht, die Ihre Töchter so auf die Strasse lassen.

    Bei allem Respekt vor den Meinungen, die hier und auch schon in früheren Posts kundgetan wurden: Ich bin mir so gut wie sicher, dass diese Kinder ihre Wirkung auf Männer nicht nur krass unterschätzen, sondern sich derselben schlicht nicht bewusst sind. Hier haben die Eltern – ganz besonders jene der Kinder in den Grosstädten – eine besonders schwierige Aufgabe und auch eine entsprechend grosse Verantwortung. Dies vielleicht ein kritischer Beitrag in eine vielleicht etwas andere Richtung. Meiner Meinung hat das auch mit Jugendschutz zu tun…

  • Manu sagt:

    … noch einen Nachtrag. Ich bin keine Feministin, aber ich bin mir doch bewusst, dass die Kämpferinnen der Alice Schwarzer Generation mir viele Türe geöffnet haben, die ich heute als selbstverständlich erachte. (arbeite in einem Männer dominierten Beruf und bekomme vermutlich den gleichen Lohn, ich darf an der Urne wählen, ein Kind haben ohne verheiratet zu sein etc. )

    Wenn heute nur noch alle Models oder Music Star werden, mit sexy Outfits den Männern gefallen möchten, ziemlich offensichtlich wieder an den Beschützerinstinkt des Mannes appellieren und es den Mädchen egal ist, ob sie das wie kleine Dummchen ausschauen lässt, dann tut es mir manchmal schon leid, dass meine Generation es so einfach hat. Die Generation meiner Mutter hat sich für eine unabhängige Frau eingesetzt, ich kann davon profitieren und die Generation meiner Kinder verspielt diese Annehmlichkeiten wieder.

    Oder seh ich das einfach zu schwarz? Wir haben schliesslich uns auch als Prinzesschen aufgebretzelt. Und doch ist es ein Unterschied, ob man naives Prinzesschen spielt oder sexy Heidi-Klum Model, welches seine Reize gezielt einsetzt.

  • Werner Meier sagt:

    Frage mich immer wieder, woher die Kinder das Geld für den Schnickschnack herhaben.

  • John sagt:

    Housewives nicht Housewifes.

    Es ist wohl eine der besten Serien überhaupt mit einer riesigen Vielfalt an Charakteren. Und nicht alle davon sind immer perfekt gestylt.

  • Mara sagt:

    Ich hab vor Jahren auch mal dem Drängen meines Sohnes nachgegeben und habe ihm erlaubt, eine Geburtstatsparty zu machen. ich hab also einen Kuchen gebacken und überliess den ganzen Rest der Fantasie der Kinder, aber oh weh, die sassen da und fragten nach dem Clown, was ich denn für Spiele vorbereitet hätte und als die lieben Mütter sie wieder abholen kamen, da haben sie ihre Kinder gefragt, was es denn schönes gegeben habe zum Mitnehmen. Nie wieder hab ich mir geschworen, die Kinder heute werden wohl nur noch vom Fernseher erzogen und erwarten die ganze Zeit einen eigenen Unterhalter der sie volllabbert und ihnen auch noch den letzten Rest Fantasie aus der Seele reisst. Da finde ich es noch nicht mal das schlechteste, wenn man „Verkleiderlis“ spielt, wenigstens sind die Kinder dabei aktiv und sitzen nicht bloss rum.

  • Metrotussi sagt:

    Wie feiern denn die Jungs? Spielen die jetzt Brüno?

  • Ronny sagt:

    @Manu
    genau diese Fragen stelle ich mir jeweils auch. Ich muss mittlerweile Ausweiskontrollen durchführen wenn ich ein hübsches Mädchen ansprech…

    @Maya
    es gibt ja wohl noch etwas zwischen aufgebrezelt und sich-gehen-lassen

    Ich würde keine einzige von diesen Housewifes zur Frau oder gar als Mutter haben wollen. Aber eben im TV läuft eigentlich nur noch Schund

  • gargamel sagt:

    @nicole althaus: wenn’s denn schon ein lolita-bildchen sein muss, dann doch bitte sehr eines von sue lyon aus der kubrick verfilmung und nicht aus diesem billigen remake… das muss ich als film geek hier doch monieren…

  • Maya sagt:

    @Kathy
    Nene, ich fühl mich nicht angegriffen. Finde es nur nicht so negativ, wie es in Ronnys Kommentar rüberkommt, wenn sich jemand um ein hübsches Äusseres bemüht. Ein „sich-gehen-lassen“ bei Frauen, wie übrigens auch bei Männern, finde ich genauso schlimm. Das wollte ich eigentlich damit sagen.

    Und Desperates Housewifes ist halt meine Lieblingsserie, nix für ungut, Ronny. 🙂
    Dafür kann ich mit Sex and the City gar nix angfangen…

  • Manu sagt:

    Ich war am Samstag seit langem mal wieder in der Zürcher Innenstadt unterwegs. Leider musste ich feststellen, dass es die Lolitas nicht nur an Geburtstagen gibt. Nehme zumindest mal an, dass die vielen, vielen 14-jährigen nicht alle von der gleichen Party gekommen sind. Aber alle hatten sie einen Mini an, der nicht mehr viel kürzer sein konnte und Highheels (oft gold).

    Es mag ja sein, dass ein Mini und goldene Highheels heute normal für Teenies sind, ich aber war echt schockiert, so viele Lolitas, die so früh schon auf sexy getrimmt sind, zu sehen. Ich fragte mich auch, ob wir da nicht tatsächlich eine neue Mädchengeneration haben, die denkt, dass das Aussehen und die Wirkung der einzige Trumpf ist der zählt.

    Ich sehe auch gleich das Bild der 10-jährigen Leila im Heft 23 vom Tagi-Magi vor mir. Einer Mutter die es erlaubt, dass ihr Kind so abgelichtet wird, würde ich gerne die Frage stellen, was sie für eine Zukunft für ihre Tochter sieht. (high maintenance ehefrau??)

    Bei den 10 jährigen ist es vielleicht nur am Kindergeburtstag, aber …

  • Caro sagt:

    Durchgestylte Kindergeburtstage mit Castingshow, Themenparty oder Mac Donalds (mal ein Thema für den Blog?) sind wohl eher eine Luxuserscheinung unserer Breitengrade und spricht für die Phantasielosigkeit der Eltern heutzutage. Vielleicht sollten sich die Väter mehr einbringen. Warum können die Eltern nicht mehr mit wenigen Dingen ihren Kindern eine Freude bereiten. Mit weniger Schnickschnack sind die Kinder auch zufrieden. Da bin ich froh, dass ich als noch Nichtmami diesem Konkurrenzgerangel zwischen den Mamis nicht ausgesetzt bin. Das Konkurrenzgehabe genügt doch schon während der Arbeit. – Man sollte Verkleidungen nicht so tragisch sehen, haben wir als Kinder selber gemacht die Abatzschuhe anprobiert, geschminkt oder Räuber und Gendarm gespielt. Und geht mal ein Teller kaputt, so ist das auch nicht weiter tragisch. Warum sollte man sich Desperate Housewifes ansehen – schon der Titel tönt langweilig. Habe das Verlangen danach nie gespürt.

  • Ronny sagt:

    @Maya
    ich hab ziemlich viele Desperate Housewifes folgen gesehen (unfreiwillig)

    natürlich gibts hot mamas, es gibt aber auch viele die einfach wie eine aussehen wollen, und das geht meist erst richtig in die hose. die, die am meisten aufgebrezelt rumlaufen haben imho ganz wenig bis gar kein selbstbewusstsein, und das sieht man(n) dann auch.

    ich hab eher die sorte gemeint, die sich ohne schminke und haarspray nicht mal über die strasse trauen.

  • Kathy sagt:

    ohoh, da fühlt sich jemand angegriffen, na maya;) ronny hat ja geschrieben „solange schönheit der EINZIGE TRUMPF (…)“ – meiner meinung nach hat er völlig recht!

  • Maya sagt:

    @ Ronny
    Man kann auch Wert auf die äussere Schönheit legen und diese hegen und pfegen, und trotzdem noch paar andere Trümpfe im Ärmel haben…
    Und sogar in Desperates Houswifes gehts nicht immerzu nur um Oberflächlichkeiten. Vielleicht solltest du mal eine Folge selber ansehen… 🙂

    Und lieber eine Hot Mama im Migros als so eine ungepflegte Schachtel in Momjeans…

  • Jennifer sagt:

    Ich würd das nicht so eng sehen. Wir haben uns doch auch gerne mit den Kleidern unserer Mütter und Grossmütter verkleidet und Theater gespielt. Jetzt spielen die Mädchen halt Heidi Klum’s Show nach. Ist ja nur eine Phase, jedenfalls für die meisten von ihnen. Die wenigen, die es nicht als Phase anschauen, werden wir dann als mögliche Kandidatinnen für „wer wird der nächste Superstar“ vor der Maag-Event-Halle stehen sehen, zusammen mit den 1000 anderen, die unbedingt berühmt werden wollen, wenn auch nur für ein paar Minuten…..

    Was ich eher übertrieben finde, sind die Themen-Parties für Kleinkinder. Aber auch das wird wieder vorbeigehen, wie soviele Moden vorher.

  • Ronny sagt:

    Wild… aber
    solange wir solchen schund im tv schauen, solange wird das auch ausgestrahlt…
    solange mamas sich für den einkauf in der migros aufbrezeln als wärs ein catwalk, solange werden es auch deren töchter tun
    solange schönheit der einzige trumpf eines menschen ist, solange wird er unglücklich sein

    desperate housewifes & co. lassen grüssen

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