Holt die Kinder aus dem goldenen Käfig!

Das bewegte Kind: Zappelphillipp aus «Struwwelpeter» von Heinrich Hoffmann. (Bild: Wikimedia Commons)

Der bewegte junge Mann: Zappelphillipp aus dem «Struwwelpeter» von Heinrich Hoffmann.(Bild: Wikimedia Commons)

Ich habe keinen Hund. Dabei hätte ich gerne einen. Aber die Verwaltung erlaubt es nicht und in der Stadt ist es ja auch ein bisschen blöd mit dem Leinenzwang und allem. Aber Kinder habe ich. Obwohl es damit gar nicht so anders ist.

Letzthin war ich in einem Schulhaus, das stand mit Messinglettern in den Boden eingelegt: «Heute bin ich die Welt». Das fand ich gut. Ein schönes Motto für Kinder. Nur, dass es bloss Worte waren, geschrieben in der Farbe des Käfigs, in dem Kinder gern gehalten werden: in Gold. Doch weil Messing eben kein echtes Gold ist, war auch der goldene Käfig nicht so goldig: Das Schulhaus steht nämlich unter Denkmalschutz.

Das kann ich grundsätzlich begreifen – die Stadt Zürich hat ein paar wirklich unsäglich schöne Schulhäuser, die es zu schützen lohnt. Das Ganze hat nur einen Haken: Denkmalschutz und Kinder passen schlecht zusammen. So darf man im erwähnten Schulhaus beispielsweise in der gedeckten Aussenhalle (wo auch die goldenen Lettern sind) nicht mit einem Ball spielen. Weil es so schöne Glaslaternen hat, die unter Denkmalschutz stehen.

Da kommt es einem dann doch so vor, als wäre das Wort Denkmalschutz falsch verstanden worden. Als Schutz vor dem Denken sozusagen oder als Schutz vor dem Gedanken an die Kinder, die da spielen und zur Schule gehen und für die das Haus ursprünglich gebaut worden ist. Immerhin werden Kinder ja ständig zu mehr Bewegung angehalten, erst recht, seit alle darüber lamentieren, dass sie nur noch rumhocken, gamen und dick werden.

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Kinder brauchen Freiräume: Ein Gruppe Pfadfinder besucht eine Polizeistation. (Flickr/woodleywonderworks)

Natürlich sollen die Kinder das verordnete Bewegen keinesfalls am falschen Ort durchführen. Das leuchtet ein. Nur drängt sich da eine einzelne Frage hartnäckig auf: Wo genau sollen sie es denn sonst tun, sobald sie aus dem Spielplatzalter raus sind? Auf den paar wenigen dafür vorgesehenen Flecken Stadt, die an Hundeversäuberungsanstalten erinnern? Im Tram? Oder auf der Strasse? Im Treppenhaus oder in der schick eingerichteten Stube?

Bei genauer Betrachtung bleiben nicht viele Orte übrig. Kein Wunder, wirken viele Kinder ständig wie unterbewegte junge Hunde. Klar, man kann sie weiter mästen und vor den TV setzen und wenn das nichts hilft, gib es noch Ritalin. Aber auch so wird ein schöner, goldener Käfig irgendwann zu eng.

Wie gesagt, ich habe keinen Hund. Aber Kinder habe ich. Und wer jetzt meint, ich solle halt aufs Land ziehen, wenn es mir nicht passt, dass Kinder in der Stadt so enge Grenzen haben, innerhalb derer sie sich bewegen dürfen und müssen, weils ja auch der Schularzt sagt, dem kann ich nur entgegnen: welches Land? Klar, ein paar wenige Kinder leben wirklich noch in der Nähe von Wäldern oder auf einem Bauernhof. Aber die meisten tun es eben nicht. Und werden das auch je länge je weniger tun. Denn das «Land» wird immer mehr zur Agglomeration und dort sind die Regeln kein Bisschen anders, als in der Stadt.

Was bleibt? Weniger Aufregen, weniger schöne Glaslaternen und dafür mehr Toleranz gegenüber den jungen Wilden. Kinder sind nun mal keine Chihuahuas, die sich in die Handtasche stecken lassen, dafür zahlen sie später unsere AHV. Aber vielleicht hilft ja Ritalin für gestresste Erwachsene?

99 Kommentare zu «Holt die Kinder aus dem goldenen Käfig!»

  • Adrian sagt:

    Das «Rasen betreten verboten»-Schild ist ämel weg bei den Parkanlagen. Durchaus mehr freiräume als auch schon. Auch wenn dann wieder einige mit den gewonnenen freiheiten nicht umgehen können – worüber es sich dann wieder herrlich aufregen lässt.

  • platypus sagt:

    Ein gut geschriebener, interessanter Beitrag – like!

  • Elena sagt:

    was in der stadt vor allem fehlt, sind orte, an denen gerade jugendliche auch mal unbeaufsichtigt sein können und nicht ständig von jemandem oder etwas „erzogen“ werden, auch nicht von der stadt. ich bin auf dem land aufgewachsen, dort sind wir so mit 15, 16, einfach raus in die natur. dort gab es keine verbotsschilder, eltern oder nachbarn, die sich wie hilfssheriffs aufführten. das war toll, und wir konnten unsere grenzen auslooten, ohne jemanden zu stören. als junger mensch stört man aber in der stadt überall.

  • Roland Wälti sagt:

    ab der Pubertät ist so ein Landleben echt ätzend. Weiss ich aus eigener Erfahrung. 30 Jahre später ist es die Rettung vor dem Alltagswahn. Meine Tochter (8) kennt noch keine Langweile und lebt sich im Wald, Bach, Wiese, etc… voll aus. Jeden Tag Abenteuer. Jede Lebensphase hat ihre eigene Prioritäten. Schön, finde ich, wenn man sie der nächsten Generation anpasst/anpassen kann. Nicht jede Familie kann das und muss den Wohnort den finanziellen/logistischen Möglichkeiten unterwerfen. Was bleibt, ist die Verantwortung die Prioritäten und Entscheidungen zum Wohl der ganzen Familie zu übernehmen.

  • Nina sagt:

    In der Agglo gibt es wenigstens keinen Denkmalschutz. Dafür umso mehr Familien (preisgünstiger Wohnraum), d.h. die sind automatisch auch mehr auf diese Klientel ausgerichtet. Ansonsten geb ich Ihnen recht. Wir haben unser Zuhause auf die Bedürfnisse unserer Kinder ausgerichtet, es gibt Bauernhöfe und Wald und Feld und Wiesen – dafür haben wir unsere erwachsenen Ansprüche entsprechend revidiert. Aber das ist es mir wert. Und wenn die Kinder dann mal ausfliegen, kann ich ja wieder umziehen, dann hab ich ja auch wieder mehr Zeit für das gesellschaftliche Leben…

    • Sportpapi sagt:

      „In der Agglo gibt es wenigstens keinen Denkmalschutz.“ Schön wärs.

    • Sportpapi sagt:

      Nebenbei: dafür gibt es natürlich ein gesellschaftliches Leben in der Agglo…

    • Nina sagt:

      Wenn Sie in einem der vielen Neubauquartiere wohnen, die typischerweise heute die Agglo zieren, gibt’s da keinen Denkmalschutz (da wäre höchstens ein winziger antiker Dorfkern betroffen, den es oft nicht mal gibt). Gesellschaftliches Leben gibt es absolut – das meiste davon ist aber Vereinsleben (nicht jedermanns Sache) und familienfreundliche Angebote. Shopping, Kultur, Ausgehen, Wellnessen (auch nicht jedermanns Sache, aber dennoch Aktivitäten, mit denen die meisten Erwachsenen heute ihre Freizeit füllen) ist dafür ziemlich rar…

  • Deutschlehrerin sagt:

    Das hat jetzt rein gar nichts mit dem Thema des Artikels zu tun, entschuldigt! Doch ich finde, es muss mal wieder gesagt sein, dass es einfach nicht geht, dass in einem Artikel einer der grössten Schweizer Zeitungen Schreibfehler zu finden sind – ja, auch wenn es „nur“ ein Online-Blog ist. – „Ein Bisschen“? Darfs auch ein „grosser Bissen“ sein? Uiuiui…

    • admin sagt:

      Sie haben natürlich vollkommen Recht. Danke für den Hinweis. Die Redaktion.

      • Gabi sagt:

        Wo Sie grad da sind, admin:

        Sind Sie das nun mit dem komischen Fettstellen einzelner Satzteile (auf die sich niemand einen Reim machen kann) oder ist das der jeweilige Autor?

    • Muttis Liebling sagt:

      Auch in der Druckausgabe finden sich auf jeder Seite Schreibfehler und in allen schweizerischen Medien, Radio, Fernsehen inbegriffen, werden grobe semantische Fehler gemacht. Was soll uns das nun sagen?

      • marie sagt:

        dass halt für die ch-er deutsch eine fremdsprache bleibt. …spiegel-online steht dem tagi diesbezüglich übrigens in nichts nach.

      • Carolina sagt:

        Ist doch völlig klar, was uns das sagen soll, ML: Wir brauchen Sie, wir können nicht darauf verzichten, dass Sie uns immer wieder darauf hinweisen, wie klein, fehlerhaft und eng unsere Schweizer Welt ist. (Wir sehen auch grossmütig darüber hinweg, dass Sie bei google tausende Seiten finden, die über die semantische Verblödung in deutschen Medien klagen….). Bitte machen Sie weiter, ML!

      • Deutschlehrerin sagt:

        @Marie: Wenn wir schon beim „Tüpfli-Schiisse“ sind: Das kann man so nicht sagen, dass Standarddeutsch für Schweizer eine Fremdsprache sei – auch wenn das eine beliebte Ausrede vieler ist… Die Dialekte der Deutschschweiz sind bloss Varietäten des Deutschen, genau wie z.B. Bayrisch, Schwäbisch oder Österreichisch.
        Die Gemeinsamkeiten dieser Varietäten mit dem Standarddeutschen sind viel zu gross, als dass man von einer eigenen Sprache sprechen könnte.
        Fazit: Keine Ausreden mehr suchen, sondern lieber ab und zu mal den Duden zur Hand nehmen. 🙂

      • Deutschlehrerin sagt:

        Korrektur der zweitletzten Zeile: Selbstverständlich müsste es „als dass man von eigenen Sprachen sprechen könnte“ (Sprachen im Plural) heissen… 😉

  • Kinder? sagt:

    Wenn es nicht mehr genügend Freiräume gibt, dann ist das ein Indiz dafür, dass die Erde überbevölkert ist. Entweder wir lernen unseren Kindern, in diesem engeren Rahmen zu leben, oder wir lassen das Kindermachen sein!

  • TheSwissMiss sagt:

    Solche Probleme kennen wir in unserem Dorf wirklich nicht – obwohl wir wahrscheinlich auch zur „Agglomeration“ gehören. Die Kinder haben MASSENHAFT Platz zum Spielen, Toben, Radfahren, Fussball spielen, Schlitten fahren…etc. Dafür müssen wir uns ins Auto setzen wenn wir ins Kino wollen oder ins Hallenbad, aber das nehmen wir dann doch gerne in Kauf.

    • maia sagt:

      Aber auch bei Ihnen im Dorf wird es wohl in paar Quadratmehter geben, wo die Kinder nicht Ball spielen dürfen! Das ist ja offenbar das Problem der Autorin. Sie wohnt an einem Ort, wo es massenhaft Platz zum Spielen hat – nur eben gerade da, in darf nicht MIT DEM BALL (ohne schon) gespielt werden. – Vielleicht haben auch sie im Dorf so empfindliche Eltern.

  • Einfach gesagt: Es ist nicht mehr „artgerecht“, wie die Schweiz Kinder aufwachsen lässt. Kaum Freiräume! Man betrachtet Kinder als „unfertige Erwachsene“.

  • Claudia M. fischer sagt:

    Das Schulhaus Milchbuck, das Sie in Ihrem Artikel ansprechen, ist toll, Ihr Fokus viel zu eng. Im Milchbuck Schulhaus gibt es genügend Gelegenheit zum sich Austoben – Sie hätten eine Vierteldrehung machen müssen, um das Bewegungsangebot (bis hin zur Fussballwiese) zu sehen. Und ja: Die Kinder vom Mittagstisch dürfen nach dem Mittagessen bei schlechtem Wetter in die Turnhalle. Auch wenn wir gleich heissen, Frau Fischer, Ihr Artikel drischt leeres Stroh – von dicken Kindern haben wir nun wirklich schon genug gelesen.

    • maia sagt:

      Das habe ich noch fast vermutet, dass es das Milchbuck-Schulhaus ist. Wie ich oben beschrieben habe, durfte man in den 70er-Jahren da praktisch überhaupt nicht spielen…… Ich weiss aber, dass sich das geändert hat und es ist da wirklich sehr viel Platz um sich auszutoben! Kommt dazu, dass die Kinder sogar in der Halle alles spielen dürfen, – einfach nicht mit dem Ball. In diesem Quartier gibt es sowieso jede Menge Orte um sich auszutoben!

  • Jean sagt:

    Schon wieder die Ritalikeule. Oje…
    Ritalin wirkt bei normalen Kindern NICHT beruhigend, sondern im Gegenteil stark anregend.
    Das Medikament dient dazu, bei Menschen mit einer defekten Hirnanhangdrüse ein normales Dopaminniveau im Grosshirn zu bewirken. Dazu muss es genau richtig dosiert sein, und wirkt dann, und nur dann, beruhigend, da eine Unterversorgung die Konzentration und Selbstkontrolle stark beeinträchtigt und eine Überversorgung eine aufputschende Wirkung hat.

  • Rima sagt:

    Eltern sind heutzutage viel zu ängstlich. Da sind richtige amerikanische Verhältnisse. In einer kleinen Gemeinde musste man dafür kämpfen, dass die Kinder 2 km „alleine“ zur Schule laufen DURFTEN! Das war vor 20 Jahren. Ein solcher Schulweg ist eine Lebensschule. Kinder lieben es zusammen diesen Weg zu gehen, auf dem es so viel zu entdecken, zu trödeln, u.v.m. gibt. Ängstliche Eltern nehmen den Kindern da viel weg und wundern sich dann, wenn diese dann nicht lebenstüchtig sind! Als ich jung war, waren wir Stunden irgendwo, unseren Eltern haben wir erst am Abend darüber informiert.

  • Lea sagt:

    Obwohl ich in der Stadt aufgewachsen bin, spielten wir als Kinder immer im Wald und bauten Hütten. Am Anfang schlugen wir leider Nägel in die Bäume, bis uns der Förster erwischte und uns zeigte wie es ohne geht. Heute käme die Polize… Und vor einem Jahr hat auf dem Hörnli ein älterer Herr eine Schulklasse zurechtgewiesen sie seien zu laut. Sind wir doch mal ehrlich auf dem Land will auch niemand Lärm von Kindern, schon gar nicht von Jugendlichen…

  • starling sagt:

    Wieder mal ein völlig unsachlicher Text. Ritalin wird nicht verschrieben bei Bewegungsmangel. ADD ist keine Krankheit, die durch Bewegungsmangel entsteht. ADD ist eine Normvariante, ob Ritalin nötig ist oder nicht, muss von Fall zu Fall entschieden werden und ist u.a. abhängig von der persönlichen (Schul-) Situation. ADDler brauchen viel Bewegung, aber das allein reicht nicht, da hilft dann auch kein Ritalin.

  • Alexander Proff sagt:

    Denk- Mal, bevor du schreibst! Der Denkmalschutz ist doch nicht die Ursache für das Verbot von Ballspielen beim Eingang des Milchbuckschulhauses. Die Verantwortlichen haben Angst vor einem Glasbruch. Vermutlich stören Ballspiele den Schulbetrieb. Meist dürfen Kinder auch nicht in der Stube Fussball spielen.

    Übrigens hält sich unser Hund nicht an den Leinenzwang. Wenn seine Freunde, die Katzen, frei herumspielen dürfen, wieso dann nicht er. Er beisst nicht und kennt die Verkehrsregeln. Und die Katzen haben gelernt, dass sie Vorhänge nicht verreissen dürfen und besser draussen rauffen.

  • David Arjuna sagt:

    Es ist halt schon so in der Schweiz: Es wird absolut alles mehr und mehr der Produktivität untergeordnet! Freiheit gehört in diesem Land ins Museum! Alles ist geordnet, geregelt und sauber verpackt. Kinder und Jugendliche, Aussenseiter, Andersartige (z.B. Ausländer) werden als Störfaktor erlebt und wenn immer möglich ruhig gestellt. Sie passen nicht in dieses System. Es sei denn man profitiert materiell! Dafür gibt es dann irgendwelche TV-Best-Talents, Superstar, um das ganze zu kanalisieren. Dass Schulhäuser denkmalgeschützt und und zum Spielen ungeeignet sind, passt perfekt!!

    • Francesca sagt:

      .. und da hätten wir dann wieder die Böse-Schweiz-Keule. Das ist Unsinn. Im Ausland steht bei Rasenflächen regelmässig „nicht betreten“, „betreten verboten“, etwa in Deutschland und Frankreich. Alte, schöne Schulhäuser kann man ja nicht einfach abreissen und neue hinstellen, nur damit die Kinder sich absolut überall austoben können. Wem die Schweiz nicht passt, der soll doch gehen. Es tut Kindern gut, wenn sie lernen, schöne, alte Dinge zu repektieren und schonen. Sie selber werden Ihren Kindern ja wohl auch nicht erlauben, im Wohnzimmer Ball zu spielen oder übers Auto zu tschutten…

  • Sportpapi sagt:

    Ich glaube nicht, dass die Freiräume wirklich so abgenommen haben gegenüber früher. In der Stadt Zürich gibt es sie. Und in der Agglomeration sowieso. Richtig ist aber, dass die Kinder sie nicht mehr nutzen. Nicht mehr nutzen dürfen, meistens, weil die Eltern das nicht mehr möchten.

    • maia sagt:

      Ich habe eher das Gefühl, sie werden nicht genutzt, weil Kinder dazu nicht angeregt werden und wir allgemein bequemer geworden sind. Wir sind z.B. zu Fuss von Oerlikon auf den Käferberg und haben uns da mit unseren Cousins getroffen, die vom Schaffhauserplatz her gekommen sind. Eine ältere Tante hat und dann so gut sie konnte beaufsichtigt, Geschichten erzählt und was kleines zu Essen gegeben. Im Winter sind wir da Ski gefahren. Als wir älter waren haben wir manchmal von der Weid aus mit dem Feldstecher Fussballspiele geschaut oder auch noch so dies und das gemacht.

      • maia sagt:

        Ich denke, heute würde man sagen: 30 Min. zu Fuss nur schon mal um da zu sein ist zu weit. Aber da müssen wohl Eltern Vorbild sein! Als wir noch kleiner waren sind meine Eltern mit uns jedes Wochende raus in den Wald, zum Katzensee, auf den Pfannenstiel usw. Da mein Vater oft auch Sonntags arbeiten musste, ging meine Mutter mit uns alleine. Im Wald konnten wir toben und laut sein, ohne irgendwelche Nachbarn zu stören. Im Quartier sollte nämlich am Sonntag Ruhe sein, damit auch die Arbeiter sich mal erholen konnten. Deshalb durften Kinder auch im Quartier nicht spielen.

      • maia sagt:

        Meine Erfahrung übrigens in der Umgebung: Wenn kein TV vorhanden ist, dann sind sowohl Kinder wie Eltern viel aktiver!

      • Sportpapi sagt:

        Ich halte dieses „wir früher“ für grundsätzlich fragwürdig und schlecht belegbar. Ich glaube, da trügt manchmal auch die Erinnerung. Aber natürlich hat es Veränderungen gegeben. Ich glaube vor allem darin, dass man heute Kinder generell viel intensiver betreut und sie seltener unbeaufsichtigt lässt. Und natürlich können die Kinder heute auch mehr als wir früher – unglaublich, was die mit ihren Trottis und Likeabikes anstellen. Und in jedem Garten steht ein Trampolin, in der Gemeinde tolle Spielplätze, die es früher so auch weniger gab.

      • Sportpapi sagt:

        @maia: Ich glaube nicht, dass in vielen Haushalten weder Fernseher noch Computer vorhanden sind. Und wenn, ist das doch eine sehr spezielle Gruppe, die wahrscheinlich wirklich aktiver ist.
        Soll ich nun sagen, dass Familien, die kein Auto haben (wie wir) auch viel aktiver sind? 🙂

      • maia sagt:

        Ich wollte damit eigentlich sagen, dass ich denke wir Menschen sind von Natur aus bequem. D.h. wenn sich die Möglichkeit bietet, sich von dem TV/Compi gemütlich einzurichten, dann tun dies viele wohl auch. Da wo diese Möglichkeit nicht vorhanden ist, da tut man automatisch anderes. Und ja, Menschen, die kein Auto haben bewegen sich wohl auch automatisch mehr. Ich finde nicht, wir sollten das alles stur abschaffen, aber sich vielleicht hin und wieder Gedanken darüber machen, wie wir mit den Errungschaften umgehen – das schon. Da muss ich mich auch oft selber an der Nase nehmen.

  • hh sagt:

    Das besagte sehr schöne Schulhaus hat einen riesigen Pausenplatz mit kleinen Goals, einen Basketballplatz, eine Rampe für Skateboards, einen riesigen Kletterturm, einen Pingpongtisch, einen Spielplatz mit Spiel- und Klettergeräten u.a.m. und das alles frei zugänglich. Gleich daneben ist eine Fussballwiese und auf der anderen Seite eine weitere Wiese mit einem grossen Brunnen. Reicht das alles nicht und muss man unbedingt in der kleinen Glashalle Ball spielen!? Bei dem grossen Auslauf muss man als Eltern eben schauen, dass man die Kinder nicht aus den Augen verliert, in der Glashalle nicht…

  • tina sagt:

    ok, wie sieht das denn hier unter euch eltern aus? was machen eure kinder von sich aus, und würden sie lieber selbständiger, in weiterem umfeld, als sie dürfen? gehen sie in den wald, oder würden, wenn sie dürften? wer von euch verbietet seinem kind zum schulhausplatz zu gehen? ehrlich, ich glaube gar nicht dass das stimmt. vielleicht vor 10 jahren noch, keine ahnung, aber heute verbieten eltern ihren kindern nicht, rauszugehen und parkieren sie vor den tv. im gegenteil. die kinder wollen vor den tv parkieren, und eltern scheuchen sie raus

  • StefanB sagt:

    Es ist ja nett, wenn Erwachsene an die Kinder denken. Auch Sicherheitsbedenken sind ja nicht per se schlecht. Allerdings neigt die heutige Zeit zu masslosem Übertreiben: Ja, die Strassen sind gefährlich, da fahren viele Autos. Ja, beim Ballspielen kann mal eine Lampe oder ein Fenster zerdeppert werden. Ja, beim Klettern auf einen Baum kann man sich einen Span in die Hand stecken.
    ABER: Wer sein Kind von der Gefahr fern hält, lässt das Kind die Gefahr nicht kennen lernen. Also wird es später umso risikoreicher sich verhalten. Also lasst doch die Kinder einfach mal wieder machen!

  • Angela Nussbaumer sagt:

    Da kann der Wald noch so nah sein, wenn die Eltern ihren Hintern und ihre Aufmerksamkeit nicht in Bewegung setzen und die Natur mit ihren Kindern erleben mögen. Im Beobachter waren mal Waldrestaurants beschrieben. Man kritisierte beim Baarer Restaurant Höllgrotten (mitten im Wald imLorzentobel und am Wasser) dass keine Kinderbetreuung da sei und der Spielplatz nicht gut bestückt…
    Halloooo-oooo???!!! Sind die Eltern zu faul kann Mutter Natur auch nicht weiterhelfen.
    Äbe ja, materiell verwöhnen, elektronisch beschäftigen und seelisch verarmen und abkapseln lassen.
    Schöne neue Welt.

  • Auguste sagt:

    hmm…, da hätten sie erstmal die zürcher kasernen erleben sollen, fisherman’s wife. die durfte man kaum verschmutzen, wenn man stinkdreckig aus dem feld vom rotzen zurück kam. ob in stadt oder kanton, in zürich steht der amtsschimmel seinen kutschern im regierungsbock in sachen originellen verhaltens oft genug kaum nach. aber wie heisst es doch: wie der herr so’s gescherr.

  • Andy sagt:

    Da gibt es Sportplätze bei Schulhäusern die nicht benutzt werden dürfen weil es nachbarn giebt die Ruhe brauchen. Siehe Wädenswil, Schulhaus Gerberacher .

  • Jan Rauch sagt:

    Was mich manchmal erstaunt, ist das Missverhältnis zu Distanzen und Gefahren. Sobald ein Spielplatz, ein Wald, ein Ort, an dem ein Bsp. Kind sich vertun kann, weiter als in Sichtweite entfernt ist, kommen solche Orte nicht mehr in die engere Wahl. Nicht dass ein Kind eine Stunde laufen sollte um zum Spielplatz zu kommen, aber wenn 500M bereits zuviel sind, ist das bedenklich. Und die Gefahren die da lauern…. Ich selber bin in Berlin aufgewachsen und hatte mit dem Velo ca 45 Min zum Grunewald. Mit all den Gefahren habe ich gelernt umzugehen und es hat meine Selbständigkeit ungemein gefördert.

    • Otto Liebschitz sagt:

      Ich versteh den Text auch nicht ganz: In Zürich gibt’s doch genügend Wohnstrassen und man ist innert weniger Tramstationen am Waldrand oder zumindest auf einer grünen Wiese. Aber, ja, ein Schulhaus unter Denkmalschutz ist ein Paradox, fast wie eine Quartierbeiz mit Alkoholverbot.

  • Barbara sagt:

    Wenn man bedenkt, wieviele Generationen Schüler in dieses Schulhaus gingen, bevor ein Ballspielverbot erlassen wurde und die Glaslampen hängen immer noch da… Ich mag es auch, wenn es Sachen schön sind und wenn man schöne Bauten schützt. Ich finde bei den Prioritäten kommt erst das was atmet (und zwar erst 2-Beiner und dann 4-Beiner) und dann die Sachen die nicht atmen können. Also erst auf die Bedürfnis des Menschen schauen und erst dann auf Immobilien (Ja: ich gehe davon aus, dass die Kinder erzogen sind und spielen und nicht vandalieren.) Das Haus ist primär Schule und erst dann Kunstwer

    • maia sagt:

      Vielleicht war früher ja noch vielmehr verboten: ich ging in den 70er Jahren in die Schule. In dem Schulhaus durfte der Sportplatz in den Pausen nicht betreten werden, auf dem betonierten Pausenplatz war Ballspielen und Fangi’s verboten. Ausserhalb der Schulstunden durfte das Schulareal nicht betreten werden. Da kommt mir so ein Ballspielverbot doch recht harmlos vor.

      • Barbara sagt:

        ui, dann hatten wir es aber traumhaft. ich ging 1969 – 1977 zur Schule und da gab es nie ein Verbot. Obwohl wir strenge Schulhaus-Nachbarn hatten und einen noch strengeren Schulhaus-Abwart. Am Mittwoch-Nachmittag oder nach Schulschluss und am Wochenende traf man sich gern mal beim Schulhaus. Vorallem als wir langsam in die Pubertät kamen…

      • alien sagt:

        Schulhausabwarte MÜSSEN böse sein, das gehört zum Aufwachsen dazu.

        Auf einen guten Abwart bin ich erst mit 14 gestossen.

  • tina sagt:

    ich wohne in waldnähe aber in der stadt. es hat im umkreis von etwa 500 metern 6 schulhäuser mit tollen spiel-/sportplätzen. auf den schulhausplätzen tummeln sich zwar kinder, aber ich kenne kaum welche, die im wald herumtoben. warum ist das so? auch meine nicht. ich wuchs auf dem land auf, aber viel ländlicher als am stadtrand hier war es nicht. wir hatten einen enormen bewegungsradius, bis in die übernächsten nachbardörfer, machten auch längere touren. kommt mir das nur mir so vor, oder machen das die kinder heute wirklich nicht mehr?

    • Teilzeitpapi sagt:

      „Es ist auch die Sorge der Eltern, die Spielräume verengt. Wie dramatisch das Recht von Kindern gezügelt worden ist, in Freiheit herumzustreifen, zeigt das zufällig untersuchte Beispiel einer Familie im britischen Sheffield. Der Urgroßvater war in den 1920er Jahren im Alter von acht Jahren zehn Kilometer zu seiner Lieblingsangelstelle marschiert. Sein Schwiegersohn durfte nach dem Krieg, gleichermaßen achtjährig, durch den anderthalb Kilometer entfernten Wald streifen. Auch zur Schule ging er allein. …

    • Teilzeitpapi sagt:

      … Dessen Tochter stand es in den 1970er Jahren immerhin frei, mit dem Rad durch die Nachbarschaft zum Schwimmen zu fahren. Ihr eigener Sohn jedoch, ebenfalls acht, darf sich allein nur bis ans Ende der Straße bewegen – und wird mit dem Auto zur Schule kutschiert.“

      http://www.geo.de/GEO/natur/oekologie/kinder-raus-in-die-natur-64781.html

      Und hier noch Marco Hüttenmoser:
      http://www.nzz.ch/nachrichten/bildung_gesellschaft/hors-sol-kinder-1.7297441

      • tina sagt:

        🙂 interessant. werde mir links gerne lesen, danke. meine söhne zum beispiel dürften durchaus, ich bin sogar extra wegen der waldnähe/sportplatz/gz-nähe hierher gezogen, als meine kinder in die primarschule kamen. ich ermunterte sie immer und habe sie auch davor ja auch mitgeschleppt, hütten bauen, bächlein stauen, feuer machen, tiere beobachten. sogar goldwaschen 🙂 erfolgreich! eigentlich fanden sie das immer lässig. aber eigeninitiativ mit freunden machen sie so etwas nicht. komisch, oder?

      • tina sagt:

        auch sackmesser hatten meine söhne schon als relativ kleine kinder, ich glaube noch vor dem chindsgi. und feuerchen machen gingen wir auch lange davor schon, haben auch mit lupen herumexperimentiert und sind fischen gegangen. ich fand es als kind immer langweilig mit meinen eltern. manchmal kommt es mir so vor, alsob die kinder sich heute zum teil gegenseitig langweilen. da ist es vielleicht sogar willkommen, mit den eltern so etwas zu unternehmen.

    • tina sagt:

      es sind sogar 8 schulhäuser im umkreis von ungefähr 500metern. ein riesen sportplatzareal, 2 gemeinschaftszentren mit tieren und viel freiem platz mit grün und allerlei. und eben: wald, kilometerweise freiraum. da war auf dem land einiges weniger an abwechslung, damals als ich kind war. im umkreis von 1km sind es mindestens noch 4 schulhäuser mit viel platz rundherum mehr, und auch mindestens 2 gemeinschaftszentren mehr, 1 hallenbad und 2 freibäder und noch viel viel mehr sportplätze. die stadt ist nicht so übel für kinder, wie die leute gern behaupten

      • alien sagt:

        Stimmt, als Kind bin ich weit gefahren mit dem Velo, irgendwie war es cool, eines zu haben, ich hatte Freunde aus dem Nachbardorf. Hat man das heute nicht mehr so? Sind heute Freunde alle im Umkreis von 300 Metern?

  • Etta Salsiccetta sagt:

    Grundsätzlich finde ich es eine gute Idee, gegen den kindlichen Bewegungsmangel und die fehlenden Freiräume für Kinder und Jugendliche in unseren Siedlungen anzuschreiben. Da teile ich die Meinung von Frau Fischer. Nur finde ich es sehr schade und unangebracht, den Denkmalschutz als Hauptverhinderer hinzustellen. Wie ein anderer Kommentar schon sagte: man kann in besagter Vorhalle ja alles tun ausser Ballspielen, ausserdem gibt es noch Sportplätze. Wäre es nicht vielmehr angebracht, den Verkehr und den Sicherheitswahn zu kritisieren, die die Bewegungsfreiheit der Kinder sehr einschränken?

    • Juno sagt:

      JA! Der Verkehr und noch mals der Verkehr und nochmals! Unglaublich was wir alles in Kauf nehmen, damit man mit dem Auto überall und zu jeder Zeit hinfahren kann! Ich empfinde dies ganz klar als die allergrösste Einschränkung. Und das ist nicht nur ein Problem der Städte. Auf dem Land sind Hauptstrassen oft noch viel gefährlicher.

  • Zornröschen sagt:

    Habt ihr alle schlecht geschlafen? Ihr seid ja alle am Nörgeln! Und das bei diesem schönen Wetter!

    Dabei stimmt die Quintessenz vom Artikel doch: Kinder werden in Städten an vielen Orten nicht gern gesehen. Ist doch so, oder?

    • xyxyxy sagt:

      sie haben eine seltsame Logik:
      wenn alle dem Nörgler sagen, es sei doch nicht so schlimm – ist das doch nicht nörgeln

      zudem ist ja die Kritik konstruktiv: man verweist auf Sportplätze z.B. – weist darauf hin, dass es ja noch andere Dinge als Ball spielen gibt, weist darauf hin, dass auch schon früher vieles Verboten war, etc. etc.

      also das ist doch vernünftig, konstruktiv, positiv – aber wenn man zornröschen heisst versteht man das vielleicht nicht, dann empfindet man negativ, was nicht dem allgemeinen Zorn und Lamento dient

    • Sportpapi sagt:

      Natürlich werden Kinder in den Städten an einigen Orten nicht gerne gesehen. So häufig ist das dann aber doch auch wieder nicht. In Zürich gibt es jedenfalls ganz viele Freiräume.

  • Eine Gotte sagt:

    Ich wage mich jetzt mal ganz weit aus dem Fenster und behaupte: Wer genung Geld hat um mit Kindern in einer grossen Stadt zu leben, der wird sicher auch noch ein wenig „Kleingeld“ für einen Sportverein oder ähnliches vorrätig haben. Somit müssen die Kinder nicht mit Essen und Glotze bewegungsunfähig gemacht werden, sondern können Ihren Bewegungsdrang ausleben. Zudem gibt es so positive Nebeneffekte wie Teamgeist lernen, unter Gleichaltrigen sein, Erfolgserlebnisse und Frustbewältigung – alles sehr wichtige Eigenschaften um erwachsen zu werden.

  • Josef Meyer sagt:

    Man kanns ja auch übertreiben mit lamentieren. Sogar in der stadt Zürich gibts ein paar wunderschöne Wiesen, wo die Kinder auch Fussball spielen können, mehrere GZ haben tolle Angebote und Freiraum und wenn man bereit ist 15m mit dem Bus zu fahern finden sich in der nahen Umgebung von Zürich doch schon recht schöne Wälder mit Feuerstellen, Kletterbäumen usw.. Dort könnten Sie sogar mit den Hundspazieren gehen. Vielleicht muss man halt einfach erst mal die Augen aufmachen und dann reklamieren.

  • maria bertschinger sagt:

    An die Red.: Wäre schön, wenn der Titelfehler endlich behoben werden könnte … (goldenden, ein „d“ zu viel ;-))

  • Gabi sagt:

    Also das mit dem Fettgestellten kapiere ich wirklich nicht.

    Machen Sie das selber Frau F. oder ist das dem MB-„Setzerteam“ geschuldet?

    Wie auch immer: Das mit dem Denkmalschutz und nicht in der Schule spielen dürfen, ist schon etwas seltsam. Und müsste mit relativ kleinem Aufwand (Schutzgitter?) doch relativ leicht zu beheben sein.

  • Teilzeitpapi sagt:

    Irgendwas scheinen Sie falsch zu machen, Frau Fischer. Zwischen Fussball, Judo, Musikunterricht, usw. haben die Kinder heute doch gar keine Zeit mehr zum Spielen, ergo brauchen sie auch keine Spielplätze mehr. Und Natur ist sowieso out. Enten sind gelb und die Jungtiere der Hirsche heissen Bambi, die Milch kommt von der Migros oder dem Coop.

  • soswald sagt:

    Die 2 Sätze mit dem Ritalin sind ziemlich deplaziert und unsensibel. Sie zeugen von Unwissenheit und unfundierten Mutmassungen! Aber das ist ein anderes Thema …

  • Francesca sagt:

    Lassen Sie die Kinder doch in Ihrem Wohnzimmer tschutten. Das ist doch sicher kindgerecht. Sie können ja die Fenster aufmachen, für die Frischluftzufuhr. Ich halte es grundsätzlich nicht für direkt schädlich, wenn Kindern nicht absolut überall den sie überkommenden Bewegungsdrang ausüben können. Was soll denn sonst mit den Schulhäusern passieren? Achtung, die Besetzerszene liest mit….

  • Christian Roth sagt:

    Erinnert sich noch jemand an die Zeit, als auf öffentlichen Rasenflächen „Betreten verboten“ stand?

  • Stefan Meier sagt:

    Wie wäre es denn, wenn die Kinder auf den Sportplatz gehen und dort spielen? Es gibt bei jedem Schulhaus einen. Ich bin auf dem Land aufgewachsen und zum Fussballspielen sind wir immer auf den Sportplatz bei der Schule gegangen. Wo liegt das Problem? Oder ist der Weg dorthin heutzutage nicht mehr zumutbar?

    • Patrizia sagt:

      Sportplatz bei jedem Schulhaus? Auf dem Land vielleicht, aber sicher nicht in der Stadt!

    • alam sagt:

      Ja, leider liegt es oft daran. Viele Wege der vor 40 oder 20 Jahren noch von Kindergärtlern alleine bewältigt werden konnte, sind heute so stark befahren, dass man auch Schüler nicht mehr alleine gehen lassen kann.

      • Gabi sagt:

        … Und nicht unoft befahren von Mamis und Papis, die ihren Kleinen den Weg nicht zutrauen und den kleinen Liebling deshalb in verantwortungsvoller Art und Weise mit dem SUV von Tür zu Tür fahren müssen. – Wegen den vielen Autos!

        😉

      • alam sagt:

        Dieser automatische Umkehrschluss nervt! Nicht immer sind die Eltern am Mehrverkehr schuld! Bei uns ist bereits ein Kind und ein Mann getötet und ein Mann schwer verletzt worden. Die Strasse wird als Pendler-Schleichweg genutzt. Die Gemeinde tut nichts, der Kanton auch nicht, aber uns wirft man Überängstlichkeit vor. Wir leben selber autofrei, aber haben keine einzige sichere Fussverbindung zum Rest der Welt. An meiner Stelle würden viele einfach ein Auto kaufen, aber das kann es ja wohl auch nicht sein…

      • Gabi sagt:

        Nein; ich wollte es wirklich nicht Ihnen direkt als Umkehrschluss vorwerfen.

        Aber den Gesamtzusammenhang können wir schlecht leugnen.

        Und ja: Dass Gemeinden dann nicht mal reagieren, ist doof.

        Ich wär sowieso für prinzipiell für exzessiveren Ausschluss von Autos aus Innenstädten.

        … Aber da kann ich hier lange quäken.

        Hier (800 km weiter östlich) kapieren die Leute noch nicht mal, wieso es in Rad-zivilisierteren Ländern selbstverständlich ist, dass sogar in der Strassenordnung vorgegeben werden könnte, rechts neben dem Auto einen Platz für Radfahrer frei zu halten.

      • Nina sagt:

        Der Pendlerverkehr hat auf jeden Fall zugenommen, das stimmt. Gerade auch Nebenstrassen, die befahren werden, um dem Stau auf der Hauptstrasse auszuweichen… Und Eltern bringen die Kinder auch nicht nur öfter mit dem Auto aus Angst – sondern weil sie eh mit dem Auto zur Arbeit pendeln!

    • ka sagt:

      Habe gerade mit einem denkmalgeschützten SChulhaus zu tun. Es hat wirklich keinen Sportplatz und der Hof ist ziemlich begrenzt und ganz wunderbare Lampen hat es auch! Sie haben das Problem mit einem Softball gelöst, ist aber schon nicht ganz dassselbe Ballgefühl, geb ich zu, aber immerhin!

  • sabine sagt:

    „Ich habe keinen Hund…aber Kinder habe ich.“ und gleich noch 1x: „Wie gesagt, ich habe keinen Hund. Aber Kinder habe ich.“ Ja, ja, Frau Fischer, wir wissen jetzt, dass sie keinen Hund haben, aber Kinder, die später einmal die AHV zahlen werden (hoffentlich!). Bloss frag ich mich, wo ihr Problem ist. Weil die Kinder nicht Ball spielen dürfen wegen der historischen Lampen, muss gleich die böse Gesellschaft ran, die Kindern verbietet, sich auszuleben und Lampen zu zerdeppern? Wer ist schuld daran, dass es in ZH Stadt, wo jeder qm2 1000 Franken kostet, keinen Platz hat für Kinderspielplätze?

  • Arthur sagt:

    „Fast jedes sechste Kind, das in der Stadt Zürich in den Kindergarten kommt, ist zu dick. Es bewegt sich zu wenig oder ernährt sich falsch. (…) Im letzten Sommer hat sie (Anm. die Stadt Zürich) in zwölf Kindertagesstätten (Kitas) das Projekt Purzelbaum Kita lanciert.“ Heute zu lesen im Tages-Anzeiger! Die Kinder können sich nicht bewegen, haben keinen Platz, doch können sie Dank dem Projekt wenigstens Purzelbäume schlagen. Unser Denken und Handeln ist schon schizophren.

  • anna meier sagt:

    Da kann ich Ihnen nur zustimmen. Nur einen Punkt haben Sie vergessen, schon Kinder im Spielplatzalter werden reglementiert. Viele Spielplätze haben Öffnungszeiten, um die Lärmemmissionen auf eine gewünschte Zeit zu beschränken. Nur Kinder halten sich leider nicht an „Lärmzeiten“, stattdessen machen Sie ihrer natürlichen Energie woanders Raum, was wiederum nicht ins Schema unserer wohlgeordneten Gesellschaft passen will – ob städtisch oder ländlich.

    • Nina sagt:

      Die Öffnungszeit bei uns im Dorf heisst, ab 20:00 Uhr darf man sich da nicht mehr aufhalten. Finde ich jetzt nicht so dramatisch…

  • maia sagt:

    Es ist ja nur verboten mit dem Ball zu spielen – alles andere ist offenbar erlaubt. Was genau ist nun das Problem?

  • Lotte Heinz sagt:

    Wunderbar! Nur Motto schreibt man mit zwei „T“. Ich habe einen Hund, in der Stadt und ich bin Lehrerin und Kinder und Hunde machen die Stadt lebendig, die armen Biester auf dem Land sind in ihrem wohlgehegten Gärtchen eingepfercht und haben keine Chance die Luft der grossen, weiten, gefährlichen Welt zu schnuppern.Wenn man beide an die Hand/Leine nimmt,dann kann man ihnen so manch schöne Ecke in der Stadt zeigen,wunderbare Erlebnisse!

    • Stef sagt:

      Dass Sie Lehrerin sind, ist eigentlich eine überflüssige Bemerkung. Das merkt man bereits beim zweiten Satz mit der schulmeisterlichen Rüge, dass man Motto mit zwei „T“ schreibt…
      Der Rest des Kommentars scheint mir ziemlich hilflos. Gehe ich richtig in der Annahme, dass Sie nie auf dem Land gelebt haben? Als Kind auf kaum befahrenen Quartierstrassen und im Wald spielen konnten? Den Hund über die Felder rennen lassen konnten? Mir sind jedenfalls keine Kinder oder Hunde bekannt, welche es dauerhaft als „wunderbarer Erlebnis“ empfinden, an der Hand/Leine in einer Stadt herumgeführt zu werden.

      • Kathy sagt:

        He Lotte, du hast ja keine Ahnung wie es ist auf dem Land aufzuwachsen. Schnell nach Hause nach der Schule, umziehen und dann raus – Hütten bauen im Wald, Schnitzeljagd durch das ganze Dorf, Qualquappen fangen im nahen Weiher, Blumen pfücken auf der Wiese und dann verkaufen, selbstverständlich für den WWF oder Unicef, Kunststücke mit dem Fahrrad/Skatboard einüben und vorführen usw.

      • Lotte Heinz sagt:

        Besten Dank für die Belehrung, aber ich bin mitten in Ostwestfalen, einem kleinen Kaff in der Nähe von Münster, mitten auf dem Land aufgewachsen. So ländlich kennt man es in der Schweiz nur noch sehr, sehr selten.
        Mein Post ist weder hilflos, noch in irgendeiner Form gegen das Landleben, aber ich sehe oft, wie sehr Kinder (gerade auf dem Land) heute eingesperrt werden und eben nicht mehr,so wie wir früher, stundenlang von zu Hause weg bleiben dürfen, sich mit den Hunden durch die Wälder schlagen und mit Papi zur Jagd gehen. so viel zum Thema ich habe keine Ahnung.Ich bin DAS Landei.

      • Lotte Heinz sagt:

        Mit Kindern und Hunden an der Leine die grosse weite Welt der Stadt erkunden.Genauso wie mein Vater mit mir an der Hand durch den tiefen Teuto gestiefelt ist.Irgendwann muss man die Leine losmachen, aber die Zeit an der Hand, wie sehr habe ich sie genossen. Aber das Bild, das sich hinter dieser Metapher versteckt finden wohl nur sprachlich zart besaiteten. Es gibt das Leben lang eine sehr tiefe Bindung zu den Eltern.

        Ich schreibe selbst Blog und schätze es sehr, wenn Fehler korrigiert werden.

  • Marianne Kohler sagt:

    Auch Chihuahuas brauchen Auslauf – sie sind ganz normale Hunde. Der Leinenzwang gilt nicht überall und ich kann mir keine ländlichere Stadt wie Zürich vorstellen. Überall sind Spielplätze, Wanderwege, Grün Grün Grün…. und auch viele wilde Tiere, wie Füchse, Dachse, Molche, Rehe, Reiher … Dass die „armen Kinder“ auch mal aufpassen müssen auf schöne Architektur ist eigentlich nicht das Ende der Welt. Schön ist es, dass es so viele aussergewöhnliche, wunderschöne Schulhäuser gibt. Aber zuviele Verbotsschilder sind wirklich traurig, ob nun golden oder nicht. Herzlich, Marianne Kohler

  • Valeria sagt:

    Es kann sein, dass ich mich täusche, aber ich glaube, dass mehr Kinder in der unmittelbaren Nähe von Wäldern und Wiesen wohnen, als solche, die das nicht tun. Die Schweiz besteht ja gottseidank nicht nur aus Stadt und Agglomeration.

    Kinder finden doch immer Wege und Plätze, um zu spielen. Selbst in der Stadt. Man muss sie nur lassen. Und DA, so glaube ich jedenfalls, liegt der Hund begraben.

  • irene feldmann sagt:

    hunde versus kinder?? oder warum gibts immer weniger platz zum leben und immer mehr regeln und vorschriften, immer mehr leute und deshalb immer weniger freiraum??? da hinkt der hund eindeutig…………

  • Florian Mauchle sagt:

    Ich kann die Aufregung der Autorin wegen mangelnden Spielgelegenheiten durchaus verstehen, aber zwei „Witze“ über Ritalin in einem Artikel? Das Medikament wird heutzutage viel zu leicht verschrieben, doch Anspielungen wie diese tragen nur zur Stigmatisierung der Leute bei, bei denen Ritalin wirklich medizinisch angezeigt ist und nicht nur aus einer Laune heraus verschrieben wurde.

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