Liebe im Onlinezeitalter

Sucht die Liebe im Internet: Schauspielerin Meg Ryan im Film «You've Got Mail».

In der Schweiz sind derzeit über eine Million Singles im Netz auf Partnersuche. Während man vor einigen Jahren noch ein Geheimnis daraus machte, ist es heutzutage gang und gäbe, sein Liebesglück im Internet zu versuchen. Allein in der Schweiz generiert der Online-Dating-Markt rund 30 Millionen Franken Umsatz, Tendenz steigend. Der amerikanische Journalist Dan Slater hat in einem spannenden Buch «Love in the Time of Algorithms») das Phänomen der professionellen Partnervermittlungen seit ihren Ursprüngen untersucht.

Sein Interesse kommt nicht von ungefähr, denn laut eigenen Angaben hat der Autor seine Existenz einem Paarvermittlungsunternehmen zu verdanken. Slaters Eltern hatten sich Mitte der 1960er-Jahre über «Contact Inc.», einen so genannten «matchmaking service», kennen gelernt. Für vier Dollar hatten die beiden Studenten (er Harvard, sie Mount Holyoke) einen hundert Fragen umfassenden Persönlichkeitstest ausgefüllt, welcher dann von einem Grossrechner mit dem Spitznamen «Eros» ausgewertet wurde und die beiden Singles zusammenbrachte. Offenbar erfolgreich.

Dan Slater.credit - Sophie Herbert

Hat Online-Dating akribisch untersucht: Autor Dan Slater (Bild: Sophie Herbert)

Jahre später erforscht Dan Slater die Welt der Partnervermittlung, die sich inzwischen in den USA zu einem Milliardengeschäft entwickelt hat. Überrascht und manchmal auch deprimiert hat Dan Slater bei seiner Recherche im Netz übrigens die Vielfalt an Kontaktbörsen. Den Tiefpunkt erreichte er, als er eine Gruppe von Männern von der Dating-Seite amolatina.com nach Medellin begleitet, wo jeder die Möglichkeit hatte, zwanzig Kolumbianerinnen zu «daten» – in der Hoffnung, dass sich darunter die Richtige befinde. Slater empfand diese Männer als zutiefst verbittert, die Frauen als verzweifelt.

Nischen-Plattformen sind auch in der Schweiz in den letzten Jahren zahlreicher geworden. So können zum Beispiel gelangweilte Eheleute auf dem Seitensprungportal AshleyMadison.ch (Motto des Anbieters: «Das Leben ist kurz. Gönn’ Dir eine Affäre») fündig werden, um später – falls die aussereheliche Affäre trotz gesicherter Diskretion auffliegen sollte – auf parentsolo.ch nach anderen Single-Eltern zu suchen. Die Plattform, die sich ausschliesslich an alleinerziehende Eltern in der Schweiz richtet, hat über 15 000 Mitglieder, 65 Prozent davon sind Frauen.

Sabine M. loggt sich seit fünf Monaten auf der Eltern-Dating-Plattform ein. Zwar hat sie den passenden Match für ihre «zukünftige Patchwork-Familie» noch nicht gefunden, hatte aber schon mehrere «sehr angenehme Treffen». Die zweifache Mutter schätzt es, dass sie keinen Hehl aus ihren Kindern und der «damit verbundenen Anstrengung» machen muss. Letztes Jahr hatte sie ein Abo bei Parship.ch gelöst. Zwar hätten ihr die vielen Kontaktanfragen geschmeichelt, doch am Ende hätten doch die meisten «ein Problem damit gehabt, dass es mich nur im Trio-Pack gibt» – obwohl sie das im Profil so angegeben hatte. Verletzt habe sie vor allem ein Mann, der nach drei Monaten Beziehung sein Profil bei Parship immer noch nicht eingestellt hatte. «Das gab mir das Gefühl, dass er auf etwas Besseres hoffte, obwohl wir es sehr schön hatten.»

Genau diese Gefahr beschreibt auch Dan Slater in seinem Buch. So zeigt der Autor anhand von mehreren Personen (die er für sein Buch interviewt hat und die mehrere Jahre Erfahrung im Netz aufweisen), wie sehr das Online-Dating das Beziehungsverhalten verändert hat. Weil der Computer ihnen immer wieder mögliche «Matches» auf dem Silbertablett serviert, falle es den meisten Personen schwer, sich über längere Zeit auf nur eine Person einzulassen. Die befragten Frauen und Männer hatten ständig das Gefühl, «immer und immer wieder jemanden treffen zu können». Einerseits beschreiben sie dies als beflügelnd, andererseits hätte es bei einigen «eine grosse Leere hinterlassen», da bei all den zahlreichen Dates trotz einer fast hundertprozentiger Übereinstimmung der Interessen am Ende der Funken doch nicht übergesprungen sei.

Dies mag, gerade am heutigen Valentinstag, für all jene, die im Netz nach der grossen Liebe suchen, frustrierend sein. Doch andererseits ist es auch beruhigend zu wissen, dass es für eine solide Beziehung ein bisschen mehr braucht als Kompatibilität der Interessen und Computerauswertungen. Dan Slater, der selber über zwei Jahre im Netz nach der grossen Liebe Suchte, begegnete seiner jetzigen Freundin, als er seine zahlreichen Dating-Accounts löschte. Doch auch auf sie wurde er dank der Technologie aufmerksam: Facebook schlug ihm eines morgens unter der Rubrik «Personen, die du vielleicht kennst» eine Frau vor. Einzige Übereinstimmung: ein gemeinsamer Freund. Doch der genügte schon, um ins Gespräch zu kommen.

102 Kommentare zu «Liebe im Onlinezeitalter»

  • schweizerhamburger sagt:

    also ich finde alles hat einen sinn. wenn es diese menschen im wahren leben nicht geschafft haben, eine vernünftige beziehung aufzubauen, dann soll das auch so sein. ist ein aktiver beitrag gegen die weltüberbevölkerung. glauben sie denn, mit diesen neuen partnersuchportalen geht es besser ? nichts da. auch da käme, wenn man es sich zutraut, unweigerlich der moment, wo man butter bei die fische geben muss und sich physisch dem anderen stellen muss. aber gerade das kriegen sie ja gerade nicht hin, warum würden sie sonst virtuelle hilfe in anspruch nehmen

  • Daniel sagt:

    Suchen würde ich jetzt gar nie. Wenn man sucht findet man sowieso nie was gescheites oder gar nichts. Das beste ist immer noch dem Zufall überlassen und irgendwann macht es Automatisch mal Klick und wenn nicht, Single sein ist auch nicht ohne!

  • The Damned sagt:

    Interessant ist vor allem, dass zumindest in Deutschland drei Viertel aller Menschen, die Online-Partnerbörsen benutzen, über 40 Jahre alt sind: http://www.bvdw.org/presse/news/article/bvdw-online-partnersuche-steht-bei-deutschen-internetnutzern-hoch-im-kurs.html

    • marie sagt:

      the damned, ist ja nur logisch. wenn sie als single ausgehen, dann sind hauptsächlich nur jugendlich, die die eigenen kinder sein könnten, unterwegs. 😉

      • The Damned sagt:

        Na ja, kommt halt drauf an, wo man hin geht, marie. Neulich im Kunsthaus hatte es allerhand interessante Frauen in ansprechendem Alter, Blickkontakte gab es einige. Nur bin ich eben sehr gut versorgt und habe darauf nicht reagiert. An Bars und sontigen Ausgehlokalen habe ich minerläbtig noch nie eine vernünftige Bekanntschaft getroffen. Online-Börsen kann ich Ihnen wärmstens empfehlen, Ihnen als sprachaffiner Frau sowieso 😉

      • marie sagt:

        das habe ich vergessen anzumerken: in museen, kinos, parties bei bekannten, Kulturanlässen überhaupt, trifft frau dann die herren im dopelpack, oder die herzallerliebste ist krank zu hause (evtl mit kind).
        um die 40 sind die meisten liiert und mit familie beschäftigt. da klemmt mann/frau sich halt am weekend hinter den compi 😉 die aussage des artikels bleibt „logisch“.

      • marie sagt:

        „da klemmt mann/frau sich halt am weekend hinter den compi“ ich meinte damit die singles natürlich.

      • The Damned sagt:

        Warum? Gehen nur liierte Männer in Museen? Mann, Marie: Zögern und zaudern Sie nicht länger, überwinden Sie ihre Selbstzweifel- und gehen Sie raus, in die weite Welt hinaus, ehrlich! Sie finden immer eintausend Gründe, weshalb Sie sowieso schon zu alt und zu rund und zu schwierig sind und zu viele Falten haben, etc. etc. etc.- und keinen einzigen Grund, warum Sie auf Männer attraktiv wirken könnten! Verlassen Sie Ihr Versteck, treten Sie ins Tageslicht hinaus: Sie werden es garantiert nicht bereuen 🙂

  • Erika B. sagt:

    … lustige Posts hier…
    Mir ist das online Daten nach zwei Jahren total verleidet. Die Zeit war trotzdem gut. Ich musste es wohl ausprobieren.
    Ich glaube, es braucht für eine neue Partnerschaft eine innere Bereitschaft, und dann klappt es.

  • Genderbender sagt:

    Es ist immer wieder erstaunlich, wie viele ehrliche Pferdediebe auf diesen Plattformen gesucht werden.

  • Philipp Rittermann sagt:

    also ich weiss nicht. mir sind die frauen früher….haufenweise zugelaufen; nach der selektion bleiben aber meist nur noch ganz wenige exemplare übrig – die beste habe ich geehelicht. 🙂

  • gugus sagt:

    ich habe gute erfahrungen damit gemacht und hatte ca. 5, 6 nette begegnungen. ein schräges, kurzes gschleik hat sich aus der einen ergeben, aus einer anderen eine freundschaft und aus einer weiteren eine ehe mit 2 kindern.

  • gugus sagt:

    das problem ist: in einem gewissen alter sind 98.5% der menschen, die man spontan (z.b. bei freunden an einem fest) trifft, in einer beziehung und es bedarf eines sehr, sehr grossen aufwandes, die wenigen verfügbaren singles überhaupt noch ausfindig zu machen. wenn man nicht eine totale partymaus ist, die in jeder bar flirtet wie ein/e weltmeister/in, lernt man eben kaum singles kennen. so gesehen: auf diesen internetplattformen ist wenigstens klar, was man sucht. die ganzen test kann man rauchen. aber übers chatten lernst man schon eine seite eines menschen kennen – aber eben nur eine.

  • Jörg sagt:

    Es gibt viele Wege nach Rom. Die Parnersuche übers Internet ist einfach ein weiterer um mit Menschen in Kontakt zu kommen. Ich finde ihn spannend und ich habe dadurch einige wertvolle Menschen kennengelernt und schlussendlich auch meine Frau. Man kann sich so halt auch am Abend wenn man zu müde ist noch wegzugehen über Plattformen austauschen. Das ist wertvoll finde ich.

    Zudem ist es für einen reifen Menschen einfach klar, dass er sein Suchprofil löscht, wenn er seine Partnerin gefunden hat und nicht weiter über solche Plattformen aktiv ist. Das wäre schlicht unehrlich.

  • Auguste sagt:

    hmm…., aus den zeiten von: lieb, ehrlich, treu, aufgeschlossen, mit pw, ohne anhang, aber mit foto und einer chiffre am ende…

    youtube: if you like pina coladas

    • Hans Musterman sagt:

      ofi?

      • Auguste sagt:

        hmm…, das konnten nur die reinschreiben, die nicht auch „ehrlich“ da stehen hatten. näher bei der wahrheit fand ich jeweils: unabhängig, grosszügig, gutsituiert oder raum rechtes zürichseeufer. niveauvoll war auch eine beliebte eigenschaft oder kriterium . dann kam das internet-zeitalter und das niveau wurde teilweise gnadenlos relativiert, dafür wurde man jünger bei jahrgang bzw. photo und die berufsbezeichnungen englisch.

        übrigens, long time no see, hans mustermann. alles im grünen bereich?

        youtube: alan jackson – wanted

      • Hans Musterman sagt:

        Hallo Auguste,
        ja geht soweit gut. Wurde durch Arbeit vom Mamablog ferngehalten.
        Mein Arbeitgeber hat halt eine andere Vorstellung wie mein Tagesablauf so aussehen sollte, wie ich.
        Aber wie jede Beziehung lebt auch diese vom „sich Auseinandersetzten“ 🙂
        Meine Lieblingsausdrücke sind solche wie; stattlich (Fetter Klotz?), jugendlich (infantil?), jünger aussehend (Alte Schachtel mit viel Schminke?), junggeblieben (Faltig aber trägt die Kleider ihrer Tochter?), oder nach schwerer Enttäuschung (griessgrämig und dauernd am Nachspionieren?) Bei mir fanden sich dafür: offen (schau mer mal) etc 🙂

      • Nala sagt:

        Mir schrieben jeweils welche die noch „100% diskret und sauber“ dazu schrieben. Igitt.

    • marie sagt:

      @beide
      🙂 tolle posts hier!

  • Rahel sagt:

    Funktioniert gut………bis das Ding einen Totalabsturz hat! Dann ist guter Rat teuer! Wie hole ich meinen Schatz bloss aus dieser Kiste raus? Wenn nicht mal mehr ein einziges Fensterchen aufgeht aus dem er entwischen kann…………. 🙂

    • Hans Musterman sagt:

      Heutzutag brauchst du eh ein Handy-App.. da kannst du deinen Schatz auch im Bett, Tram, bei der Arbeit, einfach überall dabei haben. Und wenn du mal gaaanz einsam bist gibts auch noch ein Video-App….
      Dein Handy hat doch fibrationsmodus oder??

      • Rahel sagt:

        Jaaaa klaaar………. 🙂

        Aber dann klaut mir jemand das Handy und mein Schatz ist schon wieder futsch……..

      • Hans Musterman sagt:

        Dafür gibst die Wiederfinden-App– glaub mir ohne App bist du nur ein halber Mensch und heutzutage schwer vermittelbar..
        Trau keiner Dating Site die dich nicht auch via App auf deinen Traumpartner aufmerkam machen kann. Und hör um Gottes Willen auf im Tram/Kaffee/ etc nur noch in dein Handy zu starren. Dann klappts vieleicht mit dem Finden eines Partners auch besser

      • alien sagt:

        Es gibt auch andere Geräte mit Vibrationsmodus, sogar solche, wo dieser die Hauptsache ist. Ich weiss das.

      • Rahel sagt:

        Nützt alles nichts wenn der Akku kein Saft mehr hat!!

        Naja, zum Glück bin ich auf all diesen Schnickschnack zwecks Partnersuche nicht mehr angewiesen….bei mir genügte damals ein Einkaufswägeli………

      • gabi sagt:

        … Weiss schon: Diese App, bei der es piept, wenn ein anderer Single in der Nähe ist, der Anschluss sucht. Da soll´s ja schon richtig spezialisierte Supermärkte geben!

        😉

        (auch wenn ich das hier nicht ernst meine, Rahel: Die Idee ist offenbar kein Witz und ist schon in der Praxis angekommen!)

      • Peter Fu.. sagt:

        .. Massagesessel?

      • Rahel sagt:

        @Gabi

        Hat eben NICHT gepiept……..drum sind wir auch voll zusammengedonnert 🙂 Hätte es das doch damals schon gegeben….nein, besser nicht, wer weiss, ob ich sonst meinen Partner gefunden hätte? 🙂

      • Hans Musterman sagt:

        rums bums verheiratet? Na das hat ja scheinbar gleich hefftig eingeschlagen 😉

      • Rahel sagt:

        Nö, bis zur Hochzeit hats dann doch einige Jahre gedauert! Aber eingeschlagen hat es doch heftig, und zwar zweimal……
        🙂

  • Reto Stadelman sagt:

    Ich habe leider öfters das Gefühl dass das Internet die Liebe mit all den Portalen nicht vereinfacht, sondern eher verunmöglicht. Zwar hatte ich Glück und habe eine tolle Partnerin, aber schon alleine die Erfahrungen auf Facebook mit Freunden reichen mir aus um die Multioptionengesellschaft mit sehr kritischen Augen zu betrachten.
    Heute bin ich wegen meiner Facebookerfahrung überzeugter als jemals zuvor, das Partnervermittlungsagenturen etwas anrüchiges haben. Sie verunmöglichen echte Beziehungen und bringen das schlimmste im Menschen hervor, zumindest meiner Meinung nach.

    • Hans Jung sagt:

      Da habe ich ganz andere Erfahrungen gemacht. Die überwiegende Anzahl Dates waren sehr angenehm, man lernt zumindest andere Menschen und Meinungen kennen. Wichtig ist dass man ohne zu grosse Erwartungshaltung auf andere zugehen kann. Immerhin habe ich so zwei Partnerninnen kennen gelernt, auch wenn diese Beziehungen in Brüche gingen, möchte ich diese Erfahrung auf keinen Fall missen und werde auch weiterhin „surfen“.

    • Reto B. sagt:

      Obs stimmt oder nicht ist mir eigentlich sogar egal. ich weiss einfach, dass die Beziehung, das Vertrauen und alles drumherum, die wir uns aufgebaut haben, so unendlich wertvoll ist, dass eine flüchtige Möglichkeit es nicht wert ist, das aufs Spiel zu setzen. Und damit meine ich nicht, dass sie es rausfinden würde. Rein schon mein In-Erwägung-Ziehen würde alles kaputtmachen, wenn ich mich fragen würde, obs denn nicht noch was besseres gibt. Statt Zweifeln investiere ich in uns!

  • Beno sagt:

    eeemh…in meiner online-Kartei habe ich noch einen „Ladenhüter“…sie hat schräge Büppis , Hornhaut an den Füssen und riecht nach billigem Aftershafe (!)….wer wil sie tauschen ? 😆

  • Muttis Liebling sagt:

    In der Demographie haben wir den Erfahrungswert, dass 95% aller Beziehungen in einem Radius stattfinden, welcher mit den orts- und zeitüblichen Verkehrsmitteln in maximal 3h durchquert werden kann. Aus dem Nachbardorf ist das Nachbarland geworden. Das Internet vergrössert diesen Radius auf praktisch unendlich.

    Das eigentlich Problem ist aber die schon of hier diskutierte Beliebigkeit.

    ‚Viele wollten sich auch nicht binden, sondern suchten “Freunde mit Zusatz-Leistungen” aber keine verbindliche Beziehung‘ hat Barabara oben geschrieben und das trifft es am besten.

    • marie sagt:

      “Freunde mit Zusatz-Leistungen”… perfekt formuliert. und kleine ergänzung: in vielen paarbeziehung scheint das wort loyalität gar nicht mehr zu existieren, da sie in den zusatz-leistungen nicht vorgesehen ist und diese der bliebigkeit eher schadet 😉

      • xyxyxy sagt:

        absolut richtig
        ganz ohne altmodische Werte geht es eben auch nicht

        jede Sache hat zwei Enden – hier das Beziehungsgefängnis dort die grenzenlose Freiheit, welche in Einsamkeit endet

        mir scheint vielen fehlt die Fähgikeit einzusehen, dass jede Gerade eben zwei solche Enden hat. So wird meist immer noch für eine Richtung propagiert, anstatt für Balance

      • marie sagt:

        aber ich frage mich schon, ob die bleibigkeit wirklich etwas neues ist. die beliebigkeit wurde ja bis „vor kurzem“ damit umgangen, weil konventionen dies „verunmöglichten“.
        (bin aber klar bei ml und barbara)

      • xyxyxy sagt:

        marie – nein, natürlich gibt es nichts neues unter der Sonne
        mein „altmodisch“ sollte man nicht überbewerten – früher wurde Unfreiheit propagiert heute schreit man nur noch Freiheit und meint damit Beliebigkeit
        ich höre kaum jemand der von zwei Enden auf einer Geraden spricht und von der rechten Balance

        das wollte ich sagen

      • marie sagt:

        xy, ich sehe das genauso. die medaille hat immer 2 seiten – das vergisst man gerne. aber beim thema onlinedating sehe ich das eher als erweiterung für einige, die der beliebigkeit frönen. ich glaube, dass die die „alten werte“ erst entdecken, wenn sie auf ebenso beliebigkeit stossen und sie merken, wie verletztend das am ende ist; in erster linie gegen sich selbt. wir haben das aber in den händen. wir können diese werte an den kindern weitergeben.
        in zwischenmenschlichen beziehungen bin ich absolut wertekonservativ. komisch, wird von allen äusserst geschätzt, aber eigentlich nie erkannt 😉

      • marie sagt:

        geht’s dir auch so? vermutlich schon, wie den meisten, die das so handhaben. m.e. bewährt es sich!

      • xyxyxy sagt:

        ich habe mich bisher noch nie anders geäussert

        und ja es ist witzig, in der Praxis empfinden das alle als gute Eigenschaft, aber in der öffentlichen Diskussion wird das Gegenteil propagiert
        gegen online Börsen habe ich nichts (obwohl ich es nur vom hörensagen kenne) – ein neues Mittel, why not, die Medien sind immer noch so schlecht wie ihre Nutzer, das ist der springende Punkt

      • mila sagt:

        Vielleicht sollte man sich grundsätzlich überlegen, wieviel eine Freiheit wert ist, die einen (im buchstäblichen Sinn) von allem frei macht – statt individuellen Frei-Raum in sozialen Kontexten zu schaffen. They say that no man is an island… 😉

  • Luisa sagt:

    Ein paar mal habe ich den Versuch gemacht, mich auf solchen Plattformen umzusehen. Aber mich überfordert die Qual der Wahl. Die Beziehungen, die ich in meinem Leben hatte waren von unterschiedlicher Dauer, zwischen ein paar Monaten und ein paar Jahren, mit sehr unterschiedlichen Männern, all met in the real world. In jede dieser Beziehungen bin ich „hineingerutscht“, ohne Absicht und gezielter Suche. Es hatte sich so ergeben. Ich kann beim besten Willen nicht sagen, was für einen Mann (oder Frau?) ich suche. Darum suche ich schon lange nicht mehr. Bleibe wohl allein bis ans Ende meiner Tage.

  • Hans Musterman sagt:

    Internetplatformen geben einem schnell mal das Gefühl das irgendwo der perfekte Partner wartet. Schnell kontaktieren, schnell treffen und schnell wieder vergessen. Die Auswahl ist ja riesig. Irgendwann ist auch dieser Traum ausgeträumt und viele resignieren.
    Dabei ist es wie schon viele hier erwähnt haben: Weder ich noch irgend ein(e) Partner(in) wird jemals „perfekt“ sein. Einen Beziehung (nach dem das erste Verliebtsein verschwunden ist) lebt vom Austausch und dem Willen gemeinsam an ihr zu arbeiten. Der Vergleich mit dem Haus von Reto B finde ich sehr treffend.

  • Reto B. sagt:

    Nun, ich denke Punkt eins wäre, an seiner Beziehungsfähigkeit zu arbeiten. Dazu gehört auch ein klares Bild von sich selbst, seinen Wünschen und Bedürfnissen, sowie der Punkt, diesen Mensch zu akzeptieren. Dann, mit offenen Augen, Herzen und Anstand durch die Welt zu gehen. Wer hier noch Arbeit vor sich hat, sollte sich nicht überlegen, wo er einen Partner findet, sondern, wieso er überhaupt einen haben sollte und wie zum Geier er/sie ihn/sie halten will.

    • Philipp Rittermann sagt:

      wie haustiere – fair, artgerecht aber mit strenger hand!

      • Reto B. sagt:

        Tja, nebst meiner grundsätzlich anderen Ansicht über eine gleichberechtigte Beziehung wär mir das zu anstengend. Ich will nicht noch für meine Frau verantwortlich sein (müssen). Ich will keine Klette, ich will eine Partnerin. Mit Kindern kommt dann noch genug Arbeit und Verantwortung…

      • Reto Stadelman sagt:

        Sehe ich genau so. Ich wünsche mir auch eine selbstständige Frau. Was bringt mir ein „Huscheli“ das zwar niedlich aussieht und ein helles Lachen hat, aber aus allen Wolken fällt wenn ich mal krank bin oder verunfalle? Dann brauche ich eine Partnerin die sagt: Ich übernehme! Ruh du dich mal aus.
        Aber ich denke auch nicht das Rittermann das ernst gemeint hat 😉 Das ist wie der sexistische Witz was eine Frau im Wohnzimmer bedeutet: Zu lange Leine… 😆 Keiner meint den ernst.

      • Reto B. sagt:

        Jo, musste auch über ein gelungenes Wortspiel mit Partner haben und halten schmunzeln. Dann kam mir allerdings der Bekannte in den Sinn, der seiner Frau keinen Zugriff aufs Bankkonto und keine Bankkarte geben darf, weil sie sonst das gesamte Geld für Kleider und Schuhe ausgibt und sie dann ihre Rechnungen nicht mehr zahlen können.

  • Tom sagt:

    Liebe – Was ist denn das?
    Manchmal kommt es mir ja schon so vor, als wäre in der heutigen Zeit das Wissen über die Liebe verloren gegangen
    Treffer anhand von gleichen Interessen – Das kann doch nicht gut kommen. Sollten nicht gerade die verschiedenen Fähigkeiten zu einer Einheit zusammengeschmolzen werden? Fähigkeiten sind aber nicht irgendwelche Formular-Einträge, sondern Dinge, die das Gegenüber nur erleben kann, resp. sollte. Desweiteren weiss ich von mir, dass es meinem Unterbewusstsein sehr wichtig ist, wie sich die Person bewegt und wie sie spricht.

    • Auguste sagt:

      hmm…, ein heisser gang und eine angenehme stimme, dazu brauchen sie das unterbewusstsein doch nicht zu bemühen, tom. das kann in 99% der fälle schon das bewusstsein mit etwas hilfe von augen und ohren erledigen. keep it simple.

      youtube: joe walsh – analog man

  • Hans Jung sagt:

    Ich habe schon zwei Partnerinnen via Internet gefunden, leider nur für jeweils eine eher kurze Zeit. Das Ende ist und war jeweils so hart, das ich mich nun frage, ob ich mich nicht auf mich selbst konzentrieren soll, um derartige Krisen erst gar nicht mehr entstehen zu lassen. Andererseits bleiben die Erinnerungen als wichtiger Bestandteil der Vergangenheit, obwohl zumindest momentan diese Erinnerungen mit viel Wehmut und Schmerz verbunden sind. Aber trotzdem denke ich, das mich die Einsamkeit wieder an den Computer zwingen wird, wo das Spiel wieder von vorne beginnt.

    • Brunhild Steiner sagt:

      Existieren denn so gar keine Alternativen mehr um der Einsamkeit zu entgehen?
      Oder scheint es einfacher effizienter zu sein als seine Freizeit, im Hinblick auch auf Partnerinsuche, in Interessensgruppen (Vereine, Organisationen, Kurswesen etc) zu investieren, wo doch schon mal ein grundsätzlicher gemeinsamer Nenner vorhanden wäre?

      • gabi sagt:

        Vergessen wir nicht, dass es nicht bloss eine zwischengeschlechtliche Frage ist, wie man ab einem gewissen Alter der Vereinsamung entgegenwirkt:

        Mit zunehmendem Alter – und da sind sich alle von 40 bis scheintot offenbar einig – ist es ja ebenso schwer neue Bekanntschaften mit Gleichgeschlechtlichen zu finden, die in so etwas wie tiefe Freundschaft münden.

        Es scheint also fast, als wäre die Tiefe einer Verbindung verknüpft damit, dass sie noch mit (möglichen) Entwicklungen verbunden ist… Oder anders gesagt: Je „fertiger“ man sich fühlt, desto schwieriger wird´s.

      • Hans Jung sagt:

        Sicher gibt es Alternativen, aber diese ersetzen meiner Meinung nach keinesfalls das Gefühl der Verbundenheit, Gemeinsamkeit, Sinnlichkeit und… ja halt einfach Liebe. Diese ist unersetzlich und für mich persönlich eminent wichtig. Zu romantisch vielleicht, ich weiss, aber ist ja bald Valentinstag, man verzeihe mir.

      • Reto B. sagt:

        Gabi, in der Schweiz relativ einfach. Tritt einem Verein bei…

      • gabi sagt:

        Das mein ich aber gar nicht.
        Und Vereinsleben ist mir wohlvertraut (und hat mir durchaus wertvolle Bekanntschaften beschert).

      • Reto B. sagt:

        Bevor ich mit meiner jetzigen Partnerin zusammengekommen bin, war ich relativ lange Single. Gibt es dies in absehbarer Zukunft überhaupt noch? Wer sich einsam fühlt, der geht auf eine Partnervermittlungsseite und lässt sich vermitteln. Manchmal ist eine gewisse Zeit der Einsamkeit auch wichtig, um sich zu finden, mit sich selbst ins reine zu kommen und emotional bereit zu sein, für eine nächste Beziehung.

      • tina sagt:

        keine (längere, monogame) liebesbeziehung zu haben bedeutet doch nicht einsam zu sein! das ist eben diese seltsame gedankenverdrehung die dazu führt, dass die leute sich getrieben fühlen, sich sofort vermitteln zu lassen, sobald sie keinen partner mehr vorzuweisen haben. an irgendjemanden, hauptsache lücke getopft, so dass keiner mehr sagen kann, man sei einsam. sonst fühlt man sich noch so, beware.

      • gabi sagt:

        In einer Beziehung zu sein, heisst ja noch lange nicht davor geschützt zu bleiben, einsam zu sein.

        😉

      • Mario Deluri sagt:

        Da erlaube ich mir Robert de Niro in Heat zu zitieren: „Ich bin allein, ich bin nicht einsam.“

      • tina sagt:

        wie wahr….

      • Brunhild Steiner sagt:

        @Hans Jung:
        ich meinte Alternativen zum Partnerinfinden,
        nicht Alternativen zum grundsätzlich komplett isoliert-sein.
        Wie sich jemand, den man in einer Gruppe und nicht über eine Plattform- den man danach meist „alleine“ trifft,
        im „Verband“ gibt, mit anderen umgeht, vielleicht auch „unverstellter“ als wenn der Person ziemlich klar ist dass sie nun punkten muss, scheint mir nicht ganz unwichtig zu sein.

      • xyxyxy sagt:

        gut beobachtet gabi – ich verstehe gut was sie meinen

        ich denke deshalb sollte man die Freundschaften aus jüngeren Jahren nicht so leichtfertig aufgeben (oder eben auch die Beziehung) …

      • alien sagt:

        Für sowas gibt es unter anderem den Mamablog. Ich denke, wir sollten den Happy-Singles-Club des Mamablog gründen.

      • alien sagt:

        Mit „sowas“ meinte ich das, was tina sagte.

    • Hans Jung sagt:

      Richtig Gaby, bin völlig einig mit dir, aber immerhin ist die Chance, einsam zu sein, geringer. Vielleicht hat das Allein sein auch seine Vorteile, man muss sich mit sich selbst intensiv auseinander setzen. Dies ist ist manchmal ein schmerzhafter Vorgang, sich selbst zu analysieren ist vermutlich sowieso unmöglich. Nein, dann viel lieber neben der geliebten Person einschlafen und aufwachen, das ist beruhigend und für die Pychohygiene viel effektiver, als dauernd mit sich selbst zu hadern.

      • Laura TI sagt:

        Man kann auch sehr zufrieden sein ohne Partner. Das Glück hängt nicht davon ab, ob wir einen Partner haben oder nicht, das Glück schlummert in uns selber und wir sind auch die einzigen, die es aufwecken können.
        Wie viel von uns wachen eben nicht neben der geliebten Person auf sondern neben jemanden, der halt grad da ist, dem man schon lange nichts mehr zu sagen hat und der einen auch eigentlich gar nicht interessiert, der an einem rumnörgelt und dessen Anblick in der Früh uns kein Lächeln mehr entlockt.

      • tina sagt:

        so siehts doch aus, laura.
        wer nicht ohne liebesbeziehung im stande ist, mit sich selber klar zu kommen, der wird auch an sich selber scheitern wenn er eine liebesbeziehung hat.

      • tina sagt:

        hans jung: kürzlich irgendwo gelesen: singles haben mehr soziale kontakte als liierte

      • tina sagt:

        und anstatt mit sich zu hadern, kann mans auch ganz gut haben mit sich selber. wenn ich mit mir zu hadern habe, dann wohl nicht weniger, nur weil ein partner da ist.

      • gabi sagt:

        Alles interessante Voten.

        Klar kann man auch ohne festen Partner zufrieden sein. In vielen Situationen sogar noch viel zufriedener; in anderen eben nicht.

        Auch Tinas Meldung finde ich interessant: „singles haben mehr soziale kontakte als liierte“ kann ich mir bestens vorstellen. Vor ein paar Blogs kamen im Zusammenhang mit Genderklischees Schvvuelenklischees von Heteros auf: Männer müssen ihre Frauen zum Ausgehen um Erlaubnis bitten, war so eines. 😉

        Aber mal abgesehen von hier und jetzt: Interessantes Interviewstatement eines prominenten älteren Fernsehjournalisten:

        Er bereue heute

      • gabi sagt:

        , dass er sich nicht mehr Verbindlichkeiten geschaffen habe. Also in Bezug auf Familiengründung. Denn nur wenn man Verbindlichkeiten schaffe, habe man später eine Art „Anrecht“ auf ebensolche und das kann eben nicht mit losen Spass- und Genussbeziehungen ohne jede Verantwortung füreinander verglichen werden.

        Denn so schön und frei und nett uns das Singledasein auch (noch) scheinen mag: Die Kehrseite unserer Lebenserwartung ist als Single die Altersvereinsamung.

      • Reto B. sagt:

        Jep, das kann ich auch verstehen. Dass sind dann diejenigen, die mit 65 nach Thailand fahren und es so noch rauszögern, bis irgendwann entgültig Ende der Fahnenstange ist. Währenddessen spielt der andere mit seinen Enkelkindern und geniesst die verbliebene Zeit mit den Freundschaften und der Beziehung, die er gepflegt hat. Return of Investment?

      • Laura TI sagt:

        Single sein bedeutet nicht gleich keine Familie zu haben.
        Ich hatte vor Jahren das Glück, meinem Prinzen zu begegnen, leider war ich nicht die einzige, die das erkannt hat und so hat mich das Schicksal aus dem Schloss verbannt, ändert aber nichts daran, dass ich mein Glück gefunden habe, nicht durch Mann und Kinder sondern durch mich selber, dadurch, dass ich mein Leben annehmen kann, es bejahen kann.

      • tina sagt:

        genau laura. und gabi, die rechnung mit „nicht einsam im alter sein“ geht auch nur dann auf, wenn du nicht der bist, der länger lebt. gerade für zum beispiel alte menschen oder andere, die nicht so mobil sind, ist es eine gute möglichkeit durchs netz gleichgesinnte zu finden

      • tina sagt:

        und auch an gabi: keinen festen liebespartner zu haben heisst doch auch gar nicht, dass man auf verbindliche beziehungen verzichtet. seltsames schwarzweissdenken

      • gabi sagt:

        Natürlich. Ich bin mir über die Graustufen im Klaren: Ich hab bewusst das eine Ende gegen das Andere Ende der Stange abgewogen.

  • Michi B sagt:

    elitepartner… für Akademiker und Singles mit Niveau

    mich schaudert’s jedesmal, wenn die kommen, bäh.

    • Reto B. sagt:

      Mich auch… Tönt für mich immer nach „Dumme Nuss sucht Frau/Mann mit Karriere“

    • P. Wyss sagt:

      Und ich denke immer: Akademiker bin ich zwar, an Niveau mangelt es mir aber 🙂
      Nichts für mich…

    • Frank Baum sagt:

      Tja, Michi, es sind aber die Marktführer…“Dumme Nuss sucht Mann mit Karriere“ scheint besser ziehen als der ganze Emanzenquatsch.

      • Michi B sagt:

        Ich verstehe die eher so, dass „Seinesgleichen“ unter sich zu bleiben gedenkt. Wer die erwähnten Eigenschaften so in den Vordergrund stellen muss, ist mir spontan unsympathisch, Bildungsdünkel halt. Ich bin auch bestens ausgebildet mit Uniabschluss (das mit dem Niveau müssten meine Mitmenschen beurteilen…) und schäme mich doch immer etwas fremd für diese plakativen „Akademiker“ und „Niveauvollen“.

      • gabi sagt:

        Erinnert mich an diesen RS-Witz, in welchem der Feldi die Kompanie anschreit, es sollen sich gefälligst alle in einer Linie ausrichten.
        – Alle!
        Auch derjenige mit dem roten Beret, der offenbar eine Spezialeinladung benötige!
        Scheu meldet sich ein Soldat und weist seinen Vorgesetzten darauf hin, dass dies doch ein Hydrant sei.
        „Mir völlig egal!! Auch Akademiker haben in der Armee keinen Anspruch auf Extrawürste!!!“

      • Reto B. sagt:

        @gabi: Oder der Professor, der dem Studenten, der sich 10 Minuten zu spät in die Vorlesung schleicht anschnauzt: „Waren sie im Militär?“ „Ja, Herr Professor.“ „Und was hat der Feldi gesagt, wenn sie zu spät beim Antrittsverlesen kamen?“ „Guten Morgen, Kadi…“

  • alam sagt:

    Glück ist, wenn zwei sich finden, die beide wirklich eine Beziehung wollen. Da wäre manchmal ein bisschen mehr Ehrlichkeit angebracht.

  • xyxyxy sagt:

    dazu muss man nicht viel philosophieren – das ist wie bei allen anderen Sachen: wer die Wahl hat, hat die Qual
    einerseits ist Wahl wünschenswert – aber ein Übermass an Wahlmöglichkeit kann schädlich sein
    das gilt für Zahnpasta, Lebensentwürfe, Berufe, Partner etc.
    da muss man halt einfach mal zugreifen und nicht immer fragen ob es evt. noch etwas besseres gibt, sondern sich sagen: das Glück bin ich – nicht die perfekten Umstände

    • mila sagt:

      Zugreifen – und festhalten, bis man sich die Finger bricht; etwas anderes bleibt einem gar nicht übrig. Frei nach Tennessee Williams. 😉

      Die Selbst- und Lebensoptimierer von heute scheinen vergessen zu haben, dass nicht das Leben ihnen etwas schuldet (respektive an sie herantragen muss), sondern sie dem Leben.

  • Barbara sagt:

    Genau! Schlussendlich kann ich keinen fehlerlosen Partner erwarten, wenn ich selber auch nicht fehlerfrei bin. Es hat weh getan zu merken, dass es den Märchenprinz so nicht in der realen Welt gibt. Und ich hatte, während meiner Dating-Zeit als ich online nach einem Partner suchte, ganz viele Begegnungen mit Menschen die genau das gleiche Problem haben. Viele wollten sich auch nicht binden, sondern suchten „Freunde mit Zusatz-Leistungen“ aber keine verbindliche Beziehung. Aber irgendwann bin ich ihm begegnet. Und nach vielen Hoch und Tiefs heiraten wir dieses Jahr im Sommer.

    • hans sagt:

      Es sind nicht nur die Märchenprinzen, die fehlen, auch die schönen Prinzessinnen, welche ihrem Prinzen von Herzen verfallen sind, gibt es nur auf DVD oder Papier zu kaufen. Eine Beziehung ist und bleibt ein Ort, an welchem wir in erster Linie uns selbst entdecken und erkennen können. Der grösste Fehler, der in Beziehungen begangen wird: mein Partner muss meinen Vorstellungen und Massstäben gerecht werden, also forme ich Ihn/Sie nach meinem Gutdünken. Was ich vom Partner erwarte, muss ich erstmal selbst einbringen. Und wenn’s nicht passt, dann passt es halt nicht – ob via Internet oder nicht.

      • Reto B. sagt:

        Nun eine Beziehung ist wie ein Heim, das man pflegen muss. Mann muss viel Arbeit reinstecken. Es pflegen, putzen und auf Mängelerscheinungen achten, welche man möglichst zeitnah behebt. Wer nur drin wohnt und Nutzniesser ist, wird irgendwann mal eine Beziehung haben, die wie eine verlotterte Bruchbude ist. Und schön ist, wenn das beide so machen!

    • xyxyxy sagt:

      doch doch die gibt es schon… immer wieder und überall, aber nicht alle sind fähig sie zu erkennen

      in unserem Beispiel sieht Prinz und Prinzessin eher aus wie Shrek und Fiona …. aber he, das ändert nichts am Kern der Sache

      • barbara sagt:

        Leider wünschen sich viele Shreks eine Cinderella und die Fionas der Welt wünschen sich den Prinz Erik. Und sind enttäuscht, dass dies nicht erfüllt wird. Und verpassen so auf der Jagd nach Mr. und Miss Beautiful ganz wunderbare Menschen.

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