Eltern in den Mühlen der Justiz

SCHWEIZ VERBRECHEN LUCA MONGELLI

Fordern Gerechtigkeit: Luca Mongelli mit seiner Mutter Tina und Bruder Marco. (Bild: Olivier Maire/Keystone)

Eigentlich hatte ich für heute einen ganz anderen Beitrag geplant. Doch dann kam der Dienstag, und ich fuhr ins Wallis an eine Pressekonferenz: Vier italienische Experten präsentierten den Medien ihre Untersuchungen im Fall Luca Mongelli. Es besteht für sie kein Zweifel, dass Luca nicht, wie von den zuständigen Walliser Behörden immer behauptet, von einem Hund angegriffen, sondern von Menschen so übel zugerichtet wurde. Seit jenem fatalen 7. Februar 2002 ist der inzwischen 17-jährige Italiener Tetraplegiker und blind. Das Leben der Mongellis, die inzwischen nach Italien gezogen sind, dreht sich vor allem um die Pflege ihres ältesten Sohnes – und um ihren Kampf für Gerechtigkeit.

Denn als ob es nicht schon genügen würde, dass ihr Sohn von Unbekannten (wobei Unbekannte wahrscheinlich die falsche Bezeichnung ist, denn Luca hat, nachdem er aus einem dreimonatigen Koma erwacht ist, sogar die Namen der mutmasslichen Täter genannt, vier Jungen im Alter von 9 bis 16 Jahren) zum Invaliden gemacht wurde, stecken die Eltern seit bald zehn Jahren in den Mühlen der Justiz. Im Fall Luca Mongelli hat der zuständigen Untersuchungsrichter, der inzwischen zurückgetreten ist und sich nicht zum Fall äussert, derart fahrlässig gehandelt, dass sich sogar die italienischen Behörden eingeschaltet haben und Druck ausüben, damit der Fall neu aufgerollt wird.

Der Untersuchungsrichter hat nicht nur jegliche Indizien ignoriert, die seiner These (Es war der Hund!) widersprachen, er hat auch Lucas Aussagen als «unglaubwürdig» eingestuft, weil er im Koma gelegen habe. Was für ein Schwachsinn! Ich kann und will meine Wut und Ohnmacht über diesen tragischen Fall nicht verbergen, denn er ist schlicht haarsträubend. Dies zeigten auch die Reaktionen unserer Leser. Der Fall Luca Mongelli ist weitaus komplexer und es geht um mehr, als einen tragischen Schicksalsfall. Ein Kommentarschreiber bringt die Problematik meines Erachtens auf den Punkt:

«In einem Rechtsstaat, der diesen Namen wirklich verdient, müssten auch Untersuchungsrichter, Staatsanwälte und Richter zur Rechenschaft gezogen werden, wenn sie eindeutig grobe Fehlleistungen produziert haben. Aber noch wichtiger: den Opfern müsste wirklich grosszügig Hilfe und Entschädigung geleistet werden.»

Denn genau die Frage, ob nicht auch staatliche Behördenmitglieder zur Rechenschaft gezogen werden, ist – mal abgesehen von der gesamten menschlichen Tragik – relevant in diesem Fall. Steuert ein Lokomotivführer betrunken einen Zug, wird er zur Rechenschaft gezogen. Verstossen Banker gegen die Bankregeln, werden sie zur Rechenschaft gezogen. Begehen Ärzte schwerwiegende Fehler, werden sie zur Rechenschaft gezogen. Wann werden die zuständigen Untersuchungsrichter und Staatsanwälte im Fall Mongelli für ihre Fehler gerade stehen müssen?

Lucas Eltern kämpfen seit bald zehn Jahren für ihren Sohn, für Gerechtigkeit. Ob sie am Ende Recht oder zumindest die ihnen zustehende finanzielle Entschädigung, die sie für die Aufwendige Pflege ihres Sohnes dringend nötig hätten, erhalten werden, bleibt offen. Die Hoffnung haben sie noch nicht aufgegeben: «Nach bald elf Jahren hat Luca Gerechtigkeit verdient», sagte Lucas Vater im Anschluss an die Pressekonferenz. Er ist zuversichtlich, dass die Walliser Justiz aufgrund der neuen Gutachten mit den italienischen Behörden kooperieren wird und die wahren Täter ausfindig gemacht werden können.

Wenn es um das Wohl und die Verteidigung der eigenen Kinder geht, können Eltern eine Willenskraft aubringen, die sich durch nichts schmälern lässt. Ich denke da beispielsweise an den «Mord am Zollikerberg». Der Mordfall geht auf das Jahr 1993 zurück, als der wegen elf Vergewaltigungen und zwei Sexualmorden verurteilte Erich Hauert während seines Hafturlaubes die 20-jährige Pasquale Brumann tötete. Die Mutter des Opfers führte darauf einen erbitterten Kampf gegen den Kanton Zürich. Sie zog den Fall bis vor Bundesgericht, die Beklagten – Personen, die den Hafturlaub des extrem gefährlichen Mannes gutgeheissen hatten – wurden allesamt freigesprochen. Und trotzdem hat sich Jeanette Brumanns Kampf gelohnt, denn als Reaktion auf diesen Mordfall lancierten Anita Chaaban und Doris Vetsch die Volksinitiative für «Lebenslange Verwahrung für nicht therapierbare, extrem gefährlich Sexual- und Gewaltstraftäter» – zu der das Schweizer Stimmvolk am 8. Februar 2004 Ja sagte. Und auch die 2008 angenommene Unverjährbarkeitsinitiative (die die Unverjährbarkeit sexueller und pornografischer Straftaten an Kindern vor der Pubertät vorsieht) haben wir einer engagierten Mutter zu verdanken.

Als ich am Dienstagabend nach einer erschlagenden Pressekonferenz und einer langen Zugfahrt wieder zuhause war, musste ich noch lange an diesen unglaublich lebensbejahenden Jungen und seine Familie denken. Ich wünsche Luca Mongelli und seiner Familie, dass sich ihr Kampf gegen die Justizmühlen auszahlen wird und endlich die wahren Täter für ihr brutales Vergehen zur Rechenschaft gezogen werden – genau so wie die zuständigen gesetzlichen Verantwortlichen.

184 Kommentare zu «Eltern in den Mühlen der Justiz»

  • wilfried stanton sagt:

    Also, da besteht wohl dringend Klärungsbedarf. Luca kann ja gar nicht gesehn haben, wer ihm das angetan hat, er ist nämlich blind.
    Den Hund kann man auch nicht mehr befragt, der ist nämlich tot. Also wer bitte, will da noch irgendetwas herausfinden können? Der einzige, dem man hier noch vertrauen könnte, hat sich beim klauen ‚gewöhnlicher‘ Steine in der Türkei erwischen lassen. Also das Wallis – schon sehr varonesk, muss ich sagen.

  • Georg Stamm sagt:

    Die Sache ist tragisch. Wenn es sich herausstellen sollte, was wahrscheinlich scheint, dass der arme eingeschläferte Hund nicht der Täter war, sondern Menschen, dann hat der Walliser Untersuchungsrichter, der die Untersuchung einstellte, eine 3 (!) am Rücken. Schlimm für die Eltern zu wissen, dass ev. seit Jahren die Täter in der näheren Umgebung leben und ihnen begegnet sind. Jetzt muss aufgeklärt werden, ohne wenn und aber !

  • Katharina sagt:

    dennoch. so sehr der Hinweis auf die sehr lasche Gerichtspraxis des Wallis zu begrüssen ist, ist es nicht zulässig, daraus und ohne eine adäquate Würdigung der Forensik beider Seiten ihre politische Werbung zu erzeugen. das ist würdelos – speziell angesichts des Opfers.

  • Katharina sagt:

    Kanton Wallis, Bananen und Republik. you get the drift.

  • Peter Steiner sagt:

    Es fehlt die ausgewogene Sichtweise. Wer sagt, dass das italienische Gutachten durch alle Böden richtig ist und die damaligen Untersuchungsbehörden und Experten, die doch viel näher dran waren, falsch beurteilt haben?

    Mich beelenden die Boulevardmedien mehr und mehr, die jeden ach so emotionalen Fall hochkochen und in der Volksseele stochern. Bringt einfach nüchterne Fakten und verschont uns vor euren „Analysen“!

    • Sportpapi sagt:

      Danke. Und mich beelendet auch diese „Volksseele“, die so einfach manipuliert werden kann!

    • Brunhild Steiner sagt:

      au weia, also ich weiss jetzt nicht so recht was mich mehr beelenden soll,
      das Ausklammern dass eben gerade nicht alle Expertenberichte zugelassen worden sind
      oder dass Menschen, welche sich weigern von einer mal blindlings eingeschlagenen falschen Richtung manipulieren zu lassen, sich ihrerseits „manipuliert-werden“ vorhalten lassen müssen…
      ist Ihnen, Sportpapi, der Expertenbericht Hundbezüglich entgangen?
      Wurde nicht zugelassen, hätte ja den eingeschlagenen Weg komplett durcheinandergebracht.

      • Sportpapi sagt:

        Ist Ihnen mein Link entgangen mit der aktuellen „offiziellen“ Stellungnahme?

      • Katharina sagt:

        aus dem Wallis? grmpf… sorry SP… banane republik und so….

      • Sportpapi sagt:

        Soso…

      • Katharina sagt:

        lies mal die Schilderungen des valentin ( name weiter unten krytpisch….. wegen unserer divinen zensi). ich meine: c’est .. qui lui a fait le bobo‘ ist schluessige finale evidenz vor gericht? give me a break. das ist nicht state of the art eines modernen landes betreffend gerichtspraxis.

      • Brunhild Steiner sagt:

        @Sportpapi:
        ist mir nicht entgangen, u ich kann das auch sehr gut auf die Reihe bringen, ein kleines Kind, in der Kälte, konfrontiert mit Abläufen die auch uns überfordern würde, dass sich da die Wahrnehmung teilweise (teilweise! denn es kamen durchaus auch Aussagen/zeichnungen dass andere beteiligt waren!) verschiebt, resp bspw ein „verzweifeltes am Kind zerren des Hundes“ mit „beissen“ verwechselt wird, also bitte! Insbesondere dass ja keine Bissspuren gefunden wurden!

      • Brunhild Steiner sagt:

        2/
        Wenn Ihnen jemand erzählt ein Hund habe überall zugebissen, aber keine Bisswunden zu finden sind,
        dann sind vielleicht die Umstände wichtig zu beachten, in diesem Fall ein sehr verängstigstes Kind,
        ein verzweifelter Hund der „zu retten versucht“, und der ganze Kontext, alles was eben auch bei diesem Szenario noch nie aufgegangen ist, z.Bsp die ausgezogenen Kleider.

  • Charles Dupond sagt:

    Im Gegensatz zu Rechtsstaaten gibts in der Schweiz keinen mit hohen Freiheitsstrafen bewehrten Straftatbestand fuer Rechtsbeugung durch Richter, ebensowenig einen solchen fuer parteiverraeterische Anwaelte, die den Wuenschen der Versicherungen auf Verzoegerung von Entschaedigungen willfahren, statt diese sofort durchsetzen. Rechtstheoretisch waere zwar damit die Strafverfolgung wegen der mit der Rechtsbeugung verbundenen Verbrechen (von Freiheitsberaubung unschuldig zu Freiheitsstrafen Verurteilter ueber Beguenstigung bis hin zu ungetreuer Geschaeftsfuehrung offen, aber keine Kraehe hackt de

  • Michael Götz sagt:

    Warum schreibt die Presse viele Artikel über den Fall, ist aber zu feige die Namen der 4 Täter und des Staatsanwalts zu nennen? Wenn der angebliche ‚Rechtsstaat‘ nicht arbeitet, soll die Bevölkerung die Chance haben, die Verantwortlichen zu ächten.

    • Valeria sagt:

      Nein. So funktioniert das System nicht. Und das ist auch gut so.

    • Sportpapi sagt:

      Ächten? Gleich aufhängen meinen Sie doch, oder?
      Ich denke eher, es gibt einen Grund, weshalb die Namen auch nach Jahren nicht bekannt sind. Weil man eben nichts nachweisen konnte. Weil die fraglichen Schüler zum Beispiel offenbar zu der Zeit in der Schule waren?

  • pedrodesconocido sagt:

    1) „Die «Lebenslange Verwahrung für nicht therapierbare, extrem gefährlich Sexual- und Gewaltstraftäter» – und die 2008 angenommene Unverjährbarkeitsinitiative (die die Unverjährbarkeit sexueller und pornografischer Straftaten an Kindern vor der Pubertät vorsieht)“ sind also Erfolge.

    Gute Nacht Schweiz!

    Wer bestimmt „nicht therapierbar“? Ein entsprechend Verurteilter erfährt ein Urteil, das womöglich härter als die Todesstrafe ist / Wie kann eine sexuelle-, pornografische Straftat an Kindern nach mehr als 30 Jahren noch zweifelsfrei festgestellt werden?

    • gabi sagt:

      – Interessante Bemerkung übrigens, die kaum je aufgenommen wird: „erfährt ein Urteil, das womöglich härter als die Todesstrafe ist “

      Find ich auch. (Hab allerdings auch nicht in jedem Fall Probleme mit der Todesstrafe)

    • Frank Baum sagt:

      Wer bestimmt „nicht therapierbar“? Gutachter. Man geht davon aus, dass diese Krankheiten genetisch bedingt sind. Dann ist ein solcher Entscheid durchaus gerechtfertigt. Wir haben ein Recht, uns zu schützen.

      Bei der Unverjährbarkeit bin ich einverstanden.

      • Mark Keller sagt:

        Triebtäter weisen also einen Gendefekt auf? Können Sie uns auch noch sagen wer diesen Gendefekt gefunden und nachgewiesen hat?

      • gabi sagt:

        Der Typ, der schon das Schwulengen entdeckt hat!

        Wussten Sie denn das nicht?!

      • Frank Baum sagt:

        Psychopathisches verhalten ist vererbbar. Das wurde anhand von Zwillings-Studien in verschiednen Studien nachgewiesen (Daniel Blonigen, Paul Lichtenstein, David Lykken und andere). Adrian Raine hat Gehirnstruklturen von Psychopaten untersucht und festgestellt, dass gewisse Bereiche unterentwickelt sind gegenüber Menschen, die diese Verhaltensstörungen nicht ausweisen. Zu guter letzt zeigen Studien im Bereich Spieltheorie, dass etwa 3% „Ausbeuter“ in einer Bevölkerung von „Gutgläubigen“ stabil überleben können (Robert Axelrod) – das Phänomen ist also zu erwarten.

      • Katharina sagt:

        hmm. FB…. ‚ Man geht davon aus, dass diese Krankheiten genetisch bedingt sind“ – erinnern Sie sich an Ihr mandat der von staates erzwungenen vaterschaftstests? Und meine bedenken betreffend daten, sicherheit usw?

        tia. sie denken tatsaechlich, dass solche taten genetisch bedingt seien und von daher der/die taeter/in dann vermindert schuldfaehig. it’s the poor sap’s biology?

      • Gabi sagt:

        Um mich wieder mal zw. alle Stühle zu setzen:

        So sehr ich mich gegen die pauschale Vorstellung „Ist halt genetisch! – und Zack“ wehre, so muss ich dennoch daran erinnern, dass die Erkenntnis schon weit älter als die Entdeckung des menschl. Genoms ist, dass auch Verhaltensweisen und Charakterzüge vererbt werden können.

        Pferdezucht etwa, arbeitet damit seit Jahrtausenden.

        Wovon ich allerdings das „Schwulen-Gen“ ausnehmen muss. Denn das hätte sich dann ja logischerweise selbst ausgerottet!

      • Frank Baum sagt:

        @K: Das Verhalten stellt sowieso Fragen an die Schuldfähigkeit, weil den Betroffenen die Fähigkeit abgeht, das Unrecht zu erkennen. Wir stecken sie dann in Therapie. Da stellt sich dann die Frage, ob eine solche überhaupt greifen kann und eben hier gibt es genug Studien, die zeigen, dass die Fähigkeit erblich ist (der Beitrag mit den Namen der Studien wartet auf Freischaltung) und das Verhalten dann nicht therapierbar sein kann. Das wird zwar von den Leuten bestritten, die Verhaltensweisen nur auf Umweltfaktoren (Erziehung, usw) zurückführen wollen, aber das Verhalten ist vererbbar.

  • Paul Huber sagt:

    Ich finde die Berichterstattung des Tagi zu diesem Thema tendenziös. Wichtige Fakten seitens der Walliser Justiz werden immer wieder ausgespart. Auch wird verschwiegen, dass es sich bei den Schweizer Experten nicht um irgendwelche Amateure handelt, sondern um Leute wie beispielsweise Patrice Mangnin, Direktor des Centre universitaire romand de médecine in Lausanne. Fakt ist auch, dass die beschuldigten Jugendlichen ein Alibi ihrer jeweiligen Schulleiter im Waadtland haben. Beim italienischen Experten handelt es sich übrigens um einen Mann, der 2009 in einen Veruntreuungsskandal verwickelt war.

  • Varu sagt:

    Dieser Fall ist einfach unglaublich – Er geht mir sehr nahe. Ich bin sprachlos und ohnmächtig. Einerseits die Tat und andererseits die Untersuchung des Falls! Wie kann ein Mensch – Ein Untersuchungsrichter, einen Hund als Hauptschuldigen titulieren??
    Die Schuldigen laufen immer noch frei rum – Ich hoffe Sie das Ihre gerechte Strafe kriegen!

    • gabi sagt:

      „Wie kann ein Mensch – Ein Untersuchungsrichter, einen Hund als Hauptschuldigen titulieren??“ Das klingt dann aber wiederum, als müsse man das schon aus Prinzip ausschliessen!

      Himmelherrgott… Ist es denn so schwierig eine ausgewogene Mitte zu besetzen???

      • Mark Keller sagt:

        Es geht hier nicht um eine aush^gewogene Mitte. Es geht darum zu ergründen was wirklich vorgefallen ist. Und wie es scheint hat die Walliser Justiz alles was der Hundetheorie widersprach einfach ignoriert. Scheinbar ist die Walliser Justiz erst bereit sich zu bewegen, wenn die Beweise so erdrückend sind, dass sie nicht mehr länger ignoriert werden können. Es ist bedenklich, dass die Opfer eine Strafuntersuchung vorantreiben müssen, was von Gesetzes wegen die PFLICHT der Strafuntersuchungsbehörden ist!

      • gabi sagt:

        Da gebe ich Ihnen doch Recht!

        – Aber alleine der Satz „Wie kann ein Mensch – Ein Untersuchungsrichter, einen Hund als Hauptschuldigen titulieren??“ klingt etwas naseweiser als Ihre Aussage, Mark Keller.

        (ich kann nur nochmal wiederholen: Auch ich habe das Gefühl, da stimmt was nicht)

  • eli sagt:

    „Ich kann und will meine Wut und Ohnmacht über diesen tragischen Fall nicht verbergen, denn er ist schlicht haarsträubend.“
    und: «In einem Rechtsstaat, der diesen Namen wirklich verdient, müssten auch Untersuchungsrichter, Staatsanwälte und Richter zur Rechenschaft gezogen werden, wenn sie eindeutig grobe Fehlleistungen produziert haben. Aber noch wichtiger: den Opfern müsste wirklich grosszügig Hilfe und Entschädigung geleistet werden.»
    Dem kann ich nur beipflichten, es ist kaum auszuhalten, zu wissen, dass solches Unrecht in der Schweiz totgeschwiegen wird.

    • Reto B. sagt:

      Egal wie wahrscheinlich es ist, solange nichts entschieden ist, kann man auch nicht über Recht und Unrecht urteilen. Man kann es gut finden, dass hier noch einmal nachgehakt wird. Aber sich über Unrecht zu beklagen, ist verfrüht…

      • gabi sagt:

        Vollkommen richtig.

        Aber, dass bei dem Fall ein paar Dinge zusammen kommen, die sehr seltsam scheinen, lässt sich nicht von der Hand weisen.

  • Kathy sagt:

    Meiner Meinung nach sind diese Fälle nicht dasselbe. Luca’s Familie kämpft für ihn und seine Rechte, Frau Brumann hingegen für „sich selbst“. Und das mit einer Initiative, für die sich das Schweizer Stimmvolk heute noch schämen sollte!!

    • Brunhild Steiner sagt:

      ???
      Wissen Sie was? Seien Sie doch einfach dankbar falls Sie und Ihre Familie sich nie näher mit dieser Thematik auseinandersetzen musste,
      klar, vermutlich ist Frau Brumann fast noch dankbar dafür dass ihre Tochter umgebracht worden ist, dann kann sie sich nun endlich mal so richtig selbstverwirklichen…

    • Pedro sagt:

      Also hier scheint mir etwas entgangen zu sein, wie kommen Sie darauf, dass die Mutter von Pasquale Brumann nur für sich kämpft? Wäre sie nicht gewesen wäre diese Kreatur die ihre Tochter umgebracht hat vielleicht wieder in die Freiheit gekommen. Das nächste mal wäre dann vielleicht eine Verwandte von Ihnen umgebracht worden.
      Allgemein scheint es mir einfach, dass unsere Justiz extrem Mühe hat. Es wurde nicht davon ausgegangen, dass ein Verbrechen passiert sein könnte beim Fall Luca, obwohl der Junge dies ja anscheinend ausgesagt hatte.

      • Sportpapi sagt:

        Naja, offensichtlich hat man sich einfach auf die Aussage des einzigen Augenzeugen verlassen, des 4jährigen Bruders. Gibt es einen Grund, das zunächst einmal nicht zu tun?

      • Brunhild Steiner sagt:

        @Sportpapi:
        ja, auf Leute die sich mit Hunden auskennen, welche schon damals bemerkten dass der Hund ihm unmöglich die Kleider ausgezogen haben kann…

      • Brunhild Steiner sagt:

        2/ vorallem auch, Sportpapi, angesichts der erstaunlichen Tatsache dass Luca ja gar keine einzige Bisswunde aufwies!

      • Mark Keller sagt:

        Wieso war der vierjährige Bruder glaubhafter als das Opfer selbst? Und ja, es gibt einen Grund nicht einfach auf die Aussage eines Zeugen zu setzen: die Spurensicherung und die Spurenauswertung! Wenn es in der Schweiz keine Gerichtsmediziner gibt, die Verletzungen durch einen Hund nicht von anderen unterscheiden können, dann steht es hierzulande schlecht mit der Rechtsmedizin! Die „Tat“ einem Tier unterzuschieben ist im Wallis auch viel einfacher als Ermittlungen gegen Mitglieder bestimmter Familien zu führen!

      • Sportpapi sagt:

        Happige Vorwürfe, Herr Keller. Ich nehme an, sie kennen den Fall aus erster Hand, oder?

      • Brunhild Steiner sagt:

        @Sportpapi:
        gerade bezüglich dem Hund plus seiner Abklärung sollten Sie nun aber ebenfalls weiter sein…

      • Sportpapi sagt:

        Sollte ich, BS? Die Frage ist aber, was man damals wissen konnte, wissen musste. Unter der Voraussetzung, dass der einzige Zeuge eine klare Aussage machte. Vielleicht war man dann zu schnell zufrieden, möglich. Welche Interessen die Verantwortlichen aber haben sollten, alles unter den Teppich zu kehren, ist doch eher schleierhaft.

      • Brunhild Steiner sagt:

        @Sportpapi:
        allerdings sollten Sie, lesen Sie doch mal alles nach, besonders den Einschaltbeitrag von Frau M diesbezüglich.

      • Brunhild Steiner sagt:

        2/ welche Interesse die Verantwortlichen daran haben sollten?
        Ihnen ist schon klar dass Gefässe wie „der Beobachter“ „K-tipp“ etc usw nur bestehen können weil es ausreichend „Verantwortliche“ hat deren Interessen offenbar unter dem Teppich zu suchen sind?

  • Mina Peter sagt:

    Die beiden privaten Initiativen waren mehr als nötig. Es geht nicht an, dass man Täter aus Menschenrechtsgründen in Hafturlaub lässt und diese Unschuldigen Gewalt antun können. Menschenrechte sind enorm wichtig, aber nicht in dem Sinne, dass Unschuldige in Gefahr geraten. Ich bin da nicht so gutgläubig: wenn jemand eine schwere Tat bereits wiederholt hat, habe ich schon grosse Fragezeichen, wie therapierbar diese Person noch ist. Abgesehen davon ist es für Opfer – gerade Sexual-Opfer und Kinder – einfach immer noch zu schwer zu ihrem Recht zu kommen. Das muss sich ändern.

  • Muttis Liebling sagt:

    Das ist sicher einer der wichtigsten Beiträge, die im MamaBlog geschrieben wurden. Leider bestätigt er meinen Eindruck, den ich in mehr als 10 Jahren in CH gewonnen habe. Vorherrschende Momente sind Feigheit und Selbstgefälligkeit, verbunden mit einer eigenartigen Form der Verrohung, die sich gegen alles richtet, was den beiden genannten Punkten entgegen steht. Die Schweizer können sehr lieb zu Menschen sein, die ihnen nahe stehen, das erlebe ich täglich. Aber wenn etwas passiert, was nicht ins Weltbild passt, schlägt es diametral um. Der Begriff ‚Verantwortung‘ wird hier missbraucht.

    • alien sagt:

      Ja, das stimmt, ML, erlebe ich auch so. Die Selbstgefälligkeit hierzulande ist oft haarsträubend.

      • tina sagt:

        tja, da kann man nichts machen, so sind wir halt. zum glück vermehren wir uns nicht genügend. üble sache mit uns, ich entschuldige mich hiermit pauschal für meine nationalität die mir in die wiege gelegt wurde ohne dass ich die wahl gehabt hätte und all meine fürchterlichen landsleute.

    • tina sagt:

      und: war das jetzt wirklcih darum der wichtigtigste beitrag für muttis liebling und alien im mamablog, weil darin über schweizer und ihre feigheit und selbstgefälligkeit und diese eigenartige form der verrohung geschrieben wird? was soll das heissen?

      • Der Red. sagt:

        Ich denke nicht in Superlativen, ob es der wichtigste ist oder der zweite oder gar nicht, interessiert mich nicht gross. Aber diese Form der Verrohung, wie Du sie gut nennst, ist so eigenartig nicht.

  • Theo sagt:

    Bla. Bla. Bla.

  • patrik mathys sagt:

    Ich wünsche der Familie viel Kraft für den bevorstehenden Justizmarthon und dass sie später Ruhe finden kann. Weiter hat Fr. Merli völlig recht, mit ihrer Wut und Ohnmacht angesichts der lächerlichen Möglichkeiten Behördenmitglieder zur Rechenschaft zu ziehen. Die lachen sich aber ins Fäustchen, wenn sie diesen Blog lesen.

  • marak sagt:

    Ich kenne weder die Akten- noch Faktenlagen noch irgendwelche Urteile in diesem Fall. Somit halte ich mich zurück in einem Urteil. War etwas falsch gelaufen, dann wird das hoffentlich korrigiert.

    Die lenbenslange Verwahrung per se ist falsch und macht die Welt nicht sicherer. Mit den bisherigen gesetzlichen Mitteln hat man genug in der Hand um das bestmöglichste zu tun um Wiederholungstaten zu verhindern.

    Die Unverjährbarkeit ist nicht praktizierbar. Das Erinnerungsvermögen im Sinne von Faktentreue lässt stark nach. Genügend lange Fristen ja, Unverjährbarkeit, nein.

    • Reto B. sagt:

      Nun, ich denke, dass das nachlassende Erinnerungsvermögen in die Beurteilung über Schuld und Unschuld einfliesst. Ich denke das spielt eher den Tätern in die Hände, da man diese ja nicht verurteilt, wenn die Schuld nicht zweifelsfrei belegt werden kann. In Anbetracht der Fälle, die ich sogar persönlich kenne, wo Leute erst mit circa 35 eine Vergewaltigung, welche ihnen mit 5 passiert ist, aufarbeiten konnten, halte ich die Unverjährbarkeit für angebracht. Auch wenn der Täter vielleicht nicht gefunden/bestraft wird, sollte man sie nicht der Möglichkeit berauben, zu klagen.

      • gabi sagt:

        Heisst das, bei Vergewaltigungen ist die Möglichkeit ausgeschlossen, dass sich Erinnerungen nach über 30 Jahren verändern oder überhaupt erst dann manifestieren?

        So schrecklich dies gerade im Falle einer Vergewaltigung ist: Wir können doch aufgrund unserer Grundempfindung nicht einfach ein derart wichtiges Rechtsprinzip wie „in dubio pro reo“ über Bord werfen!

  • Anne sagt:

    Auch ich begrüsse die Unverjährbarkeitsinitiative, aber auch hier darf man sich keine falsche Illusionen machen. Sexualdelikte – gerade bei Kindern – sind, wenn nicht eindeutige Spuren zu sichern sind – extrem schwierig nachzuweisen. Je länger der Abstand zwischen Tat und Befragung liegt, je „angreifbarer“ werden die Aussagen. EIn Strafverfahren dauert lange und die Opfer müssen die Kraft haben dies durchzustehen – und oft müssen sie damit leben, dass Recht haben nicht gleichbedeutend damit ist, dass auch Recht gesprochen wird bzw. werden kann.

  • Monika Descombes sagt:

    Es ist höchste Zeit, dass Luca und seine Familie zu ihrem Recht kommen. Der Hund wurde vorsorglich als vermeintlicher Täter unverzüglich eingeschläfert. Fall erledigt!? Nein: Die wahren Täter sind auf freiem Fuss! Mein Vertrauen in unseren Rechtsstaat lässt mich daran glauben, dass die Täter gefunden werden (man weiss ja wer sie sind) und dass sie ihrer gerechten Strafe zugeführt werden.

  • Anne sagt:

    Chaaban hat nicht aufgrund des Brumann-Mordes sondern eigener Betroffenheit (bzw. ihr Gottenkind) die Initiative gestartet. Betroffenheitsinitiativen finde ich immer was schwieriges, weil sie oft Hoffnungen schüren, welche sich dann in der Umsetzung als äusserst schwierig zeigen. Es ist ja nicht so, dass man eine Verwahrung erst seit Chaaban kennt und vollzieht, aber es trotz allen Widerlichkeiten müssen die Menschenrechte gewahrt werden. „extrem gefährliche, nicht therapierbare Sexualtäter“ sind nun mal nicht per Bluttest herauszufiltern.

  • alam sagt:

    Ein Hund, der die Haut des Kindes mit seinen Zähnen nur ein bisschen anritzt, aber das Kind so schwer verletzt, dass es Tetraplegiker und blind wird. Das ist so absurd…

  • Anne sagt:

    Man sollte doch bitte differenzieren zwischen „Psychologen“ (ich nehme mal an die Kommentarschreiber meinen die Gutachter) in einem Untersuchungsverfahren und den weiteren nstanzen. Es sind zwei Paar Schuhe – das Gutachten (z.Bsp. über eine allfälliges Rückfallrisiko) und der Entscheid eines Gericht. Das Gericht ist nämlich nicht gewungen, dem Gutachten zu 100% zu folgen – wie uns einige Fälle in den letzten Jahren gezeigt haben, mit teilweise verheerenden Folgen.
    Und zudem: Gutachter sind Fachspezialisten, Richter vom Volk gewählt…

  • Aromat sagt:

    Es ist erstaunlich, dass alle hier ohne die geringste Aktenkenntnis wissen, was die Wahrheit und wer schuldig ist. Ich finde das ziemlich naiv. Vielleicht sollten mal die Ergebnisse des neuen Verfahrens abgewartet werden, bevor hier unter Berufung auf grosse Worte wie „Gerechtigkeit“ Noten verteilt werden. Bis jetzt weiss man nur, dass von den Eltern engagierte Experten dem damaligen Untersuchungsergebnis widersprechen.

    Der Staat haftet im Übrigen für das Verhalten seiner Beamten. Und der Staat kann auch seine Beamten zurückgreifen, wenn diese ihre Pflichten verletzt haben.

    • Sportpapi sagt:

      Danke.

    • Brunhild Steiner sagt:

      @Aromat:
      was soll denn das bitte sehr konkret auf diesen Fall bezogen heissen?!
      Dass Sie eine Hundetäterschaft nach wie vor für wahrscheinlicher halten?!
      Oder sich Luca möglicherweise selbst so verletzt hat, oder vielleicht sein jüngerer Bruder?
      Einfach alle Möglichkeiten
      ausser menschliche Täterschaft von aussen?
      Aber das ist dann nicht naiv, sondern stützt sich auf Akten?

      • Sportpapi sagt:

        Ist das jetzt böswilliges Missverstehen, BS?

      • Brunhild Steiner sagt:

        tut mir leid Sportpapi- nein, eigentlich tut es mir nicht mal leid,
        aber dass der Hund nicht Täter sein konnte war schon zu Beginn sehr Vielen klar,
        nur dem Zuständigen nicht, es gab schon dort ausreichend Hinweise-
        und ja, dann machts mich einigermassen hässig wenn nun so getan wird
        als sei alles immer noch das grosse Mysterium!

      • pixel sagt:

        Schliesse mich zu 100 Ihnen an, BS! Wahrscheinlich wars der H e i li ge Ge ist. Genauso wie beim Vergewaltigungsfall in Indien. Die junge Frau hat sich bestimmt selbst vergewaltigt und dann zu Tode verprügelt. Zum Kotzen.

      • Sportpapi sagt:

        @BS: Schön, wenn Sie das so genau wissen. Besser als die am Fall beteiligten damals. Und alles nur aus ein paar Medienberichten. Und noch besser: wenn Sie sogar wissen, was passierte, und wer es getan hat. Zweifelsfrei.
        @Pixel: Ihr Beispiel ist absolut deplatziert.

      • Brunhild Steiner sagt:

        @Sportpapi:
        Himmel nochmal, der Junge hat, nachdem er sich aus dem Koma zurück ins Leben gekämpfthat
        NAMEN GENANNT,
        aber das ist ja bloss so ein naives, unbedeutendes, ganz marginales und zu Recht zu übersehendes Detail,
        und jene die sich darauf abstützen, und nicht nur darauf,
        zeigen Sie mir mal einen Hund der das so fertig bringt! Immerhin wurde der Hund zum Täter erklärt! Vom Richter!
        werden als besserwisserisch gebrandmarkt, echt sportlich!

      • Brunhild Steiner sagt:

        2/ und was pixel betrifft,
        „deplaziert“ finde ich hier drinnen anderes…

      • Aromat sagt:

        Brunhild, konkret auf diesen Fall bezogen heisst das, dass ich die Wahrheit und die Akten nicht kenne und deshalb nicht darüber spekuliere. Wegen den Zweifeln an der offiziellen Version laufen zum Glück konkrete Untersuchungen, welche voraussichtlich die wahrscheinlichste Variante ans Tageslicht bringen werden. Diese Ergebnisse warte ich ab, bevor ich Leute verurteile.
        Wer sich mit juristischen Verfahren auskennt, weiss, dass sich der richtige Sachverhalt selten der Darstellung einer einzigen Verfahrenspartei oder der Medienberichterstattung entnehmen lässt.

      • Aromat sagt:

        Pixel, ich weiss nicht, was der Fall von Indien mit diesem Fall zu tun hat. Ich bin aber froh, dass wir im Gegensatz zu Indien keine Schnellgerichte einsetzen, welche zur Besänftigung des Volkszorns ein Strafverfahren führen, welches nur ein Ergebis haben kann. Ergebnisoffene Verfahren sind mir lieber.

      • Sportpapi sagt:

        Danke, Aromat, für die Geduld. Schauen wir mal, was die Richter in der Schweiz in den nächsten Monaten herausfinden. Vielleicht erweisen sich die Vorverurteilungen hier ja als gerechtfertigt. Vielleicht findet man ja sogar noch irgendein schwarzes Konto, das Korruption belegt. Vielleicht – wahrscheinlich – werden wir aber nie erfahren, was wirklich geschah.

      • Kathy sagt:

        Aber Brunhild, natürlich kann ein Hund sowas tun!! Persönlich glaube ich nach den gelesenen Berichten auch nicht, dass es einer war, aber zerfleischen kann dich ein Hund! Und töten.

        Und auch wenn der Junge die Namen gleich nach dem Aufwachen genannt hat, muss sorgfältig geprüft werden, ob diese auch wirklich die Täter waren.

      • Sportpapi sagt:

        Aktueller Stand: http://www.vs.ch/Public/doc_detail.asp?Language=de&ServiceID=4&DocumentID=28663
        „Marco Mongelli, der bei dem Drama anwesend war und vom Hund selber gebissen und gekratzt worden war, wurde als in hohen Masse glaubwürdig eingestuft, als er unmittelbar nach dem Vorfall erklärt hatte, dass der Hund Rocky seinem grösseren Bruder Rocky weh gemacht und überall zugebissen habe („c’est Rocky qui lui à fait bobo“, „c’est Rocky qui a mordu partout partout“).“ Die spätere Zeichung wird nun analysiert. Also abwarten!

      • Brunhild Steiner sagt:

        @Kathy:
        und ausziehen?

      • gabi sagt:

        Mich würde übrigens das Urteil eines Hundeexperten interessieren.

        Ob ein Hund, der gerade ein Kind fast zu Tode gebissen (bzw. gekratzt, gem. anderen seltsamen Aussagen) hat, im nächsten Augenblick dessen Eltern am Ärmel zu ihm zerrt, um Hilfe zu leisten.

        Irgendwie scheint mir das eine unglaubwürdige Mischung aus Werwolf und Lassie, nach meinen – bescheidenen! – Hundeerfahrungen. Würde der sich nicht eher verkriechen, wenn er merkt, was er tat?

        Aber eben: deshalb wäre ich auf die Einschätung eines kynologischen Psychologen (was für eine beeindruckende lateinische Kombination!) gespannt.

      • Nina Merli sagt:

        @gabi:
        Die Veterinärin Anne-Marie Villars wurde beauftragt den Fall im Auftrag des Gerichts zu untersuchen. Sie hält die These, dass der Hund Luca etwas angetan habe, für unwahrscheinlich. => Das Gutachten Villars wurde aber vor Gericht nicht berücksichtigt. Nur ihre Aussage, dass der Hund keine Hundeschule besucht hatte. Wenn Sie mehr wissen wollen und französisch verstehen, empfehle ich Ihnen folgenden Link: http://www.rts.ch/emissions/zone-ombre/1755826-l-affaire-luca.html

      • gabi sagt:

        Vielen Dank.

        Allerdings traue ich meinen Franzi dann doch nicht sooo viel zu.

        Von der Veterinärin hab ich übrigens gelesen, wusste aber nur von ihren Hinweisen aufs Gekratze (falsche Richtung, etc.)

        Ob sie was zum Verhalten des Hundes – das mir als Laie so widersprüchlich scheint – ausgesagt hat, weiss ich nicht.

        Wissen Sie´s?

      • Nina Merli sagt:

        @gabi:
        Luca Mongelli hatte keine einzige Bisswunde an seinem Körper, er wurde also nicht von Rocky angegriffen, denn ein Hund der angreifft, beisst zu. Dies hat z.B. Villars mehrmals erwähnt. Die Kratzspuren an Lucas Körper können laut Gerichtsmediziner Roberto Testi (einer der 4 Experten) entstanden sein, weil Rocky versucht hat den bewusstlosen Körper von Luca umzudrehen.

      • gabi sagt:

        Hab Ihren Link tatsächlich – ziemlich – durchgesehen (und bin nun doch mächtig stolz auf mein Franzi – merci!)

        Das mit den Biss- und Kratzspuren wusste ich schon. Zu meiner Frage hab ich leder nichts gesehen (wieso holt der Hund, der sich über etwas von ihm angerichtetes Schlimmes bewusst ist, Hilfe, bei denen, die ihn sicherlich dafür bestrafen würde?)

        Aber der Schäferspezialist war dennoch sehr interessant: Der Hund war extrem ängstlich (und er schliesst einen Angriff auf das Kind durch ihn vollkommen aus!). Das kann ein vollkommen Fremder aber nicht wissen. Die Dorfjungs wohl schon.

      • pixel sagt:

        Aromat: Wenn Sie mich vielleicht aus früheren und im Kontext zu anderen Themen aus dem MB kennen, wissen Sie, dass ich eine der Letzen bin, die vorschnell Leute verurteilt. Im Gegenteil. Ich versuche stets, immer den Einzelfall zu kennen, bevor ich pauschal verurteile. Hier oder im Fall Indiens jedoch geht es darum, dass es IRGENDWER war. Andernfalls müssten wir uns de facto auf den He i lige n Ge i st einigen und das wiederum fällt mir schwer. Ich bin nicht sonderlich esotherisch veranlagt.

      • pixel sagt:

        sp, warum mein Beispiel deplatziert ist, bleibt mir schleierhaft. Die Parallele ist ziemlich offensichtlich für Jene, die sie sehen möchten. Nämlich die Tatsache, dass die Personen selbst es sich mit Sicherheit nicht angetan haben. Aber die Deplatzierung dürfen Sie mir trotzdem gerne beizeiten erklären.

      • gabi sagt:

        Pixel: Ihr Bsp. bleibt deplaziert.

        Im Falle eines Buses voller Zeugen und den erschlagenden Beweisen, müssen Sie kaum den hl. Geist bemühen.

        Im diesem Falle, bei dem das Opfer selber in ein Koma fällt und erst lange danach wieder aufwacht und sich erinnert und einem kleinen Bruder (vier!), der sich daran zu erinnern glaubt,, dass es der Hund ist, kann man doch nicht so tun, als wüssten wir im MB nun GANZ GENAU was passiert ist.

        Selbst wenn ich finde „da stimmt was nicht“, kann ich mir nicht amassen aus einem vermuteten Fehlurteil heraus selber vor zu verurteilen!

        Ihr Bsp. ist daneben.

      • Sportpapi sagt:

        Ah, erfasst. Der Vorfall in Indien ist jetzt also das Beispiel für jegliche Gewalttat auf der Welt. Ja, klar, jetzt sehe ich die Parallele auch.

      • Pixel sagt:

        Danke Gabi, dass immerhin Sie mir erklärt haben, warum mein Bsp daneben ist. Ich bin trotzdem nicht derselben Meinung. Und selbst wenn ich es wäre, würde ich nicht verstehen, was es zur Sache tut. Dann finden Sie das also nicht so schlimm, was da passiert ist – in einem wie im anderen Fall. Auch eine Sichtweise.

      • gabi sagt:

        Ich vermag nicht mal zu ahnen, was Sie überhaupt zu dieser Unterstellung veranlasst.

        Es ist in jedem Fall eine Unverschämtheit, pixel.

        Denn sowas kann ich beim besten Willen nicht äussern, da sich das nicht in mir findet.

        Weil Sie mich als schon mühsam neugierigen Menschen kennen, bitte ich Sie dennoch, mir zu sagen:

        Wie kommen Sie bloss darauf?!

        Wieso finde ich was nicht so schlimm?

        Welcher Erklärung, bzw. welchem Teil davon, vermögen Sie nicht zu folgen?

      • Pixel sagt:

        Gabi: vorerst bin ich mir nicht sicher, ob Sie Frau M richtig verstanden haben: der Hund war es mit sehr großer Wahrscheinlichkeit nicht, da ein Hund der angreift eben auch beisst. Bissspuren hingegen wurden nicht festgestellt. Item. Meine parallele ergibt sich aus der Tatsache, dass in beiden Fällen Menschen verantwortlich dafür sind, dass einem anderen Menschen Leid zugefügt wurde. DAS ist schlimm.

      • Pixel sagt:

        Natürlich muss man die Schuld sorgfältig prüfen. Meistens jedoch zieht das nahezu unnötigerweise das Urteil um Jahre dahin und das Leid der Angehörigen des Opfers auch. Und meistens sind genau solche Fälle relativ klar. Bis zu dem Zeitpunkt, wenn (aus gesetzlich notwendigem Anlass), eine Verteidigung dazukommt, der es in erster Linie darum geht, sich selbst möglichst gut aus dem Strick zu ziehen und nicht darum, den Fall ehrlich zu hinterfragen. Die Gesetzeslage an sich, dass jedem eine Verteidigung zusteht, bewirkt automatisch diese falsche Eigendynamik. Jeder Verteidiger MUSS seinen Klienten

      • Pixel sagt:

        verteidigen. Und wenn er an seine berufliche Perspektive und Zukunft denkt, wird er möglichst daran tun, dass der Fall gut in die Länge gezogen wird, Zeit ins Land streicht, Erinnerungen und allfällige Zeugen verblassen oder nicht mehr greifbar sind. Und wenn ich jemandem meine Haltung nahebringen möchte, dann würde sie genau gegenteilig von Aromats ausfallen: ich bin nämlich überzeugt davon, dass es nie darum geht, das Volk zu besänftigen, sondern Zeit zu schinden.

      • gabi sagt:

        Ich hoffe, ich darf aus dem Ablenken davon schliessen, dass Ihnen die vollkommene Danebenheit des Vergleichs mit Indien inzw. selber bewusst geworden ist.

      • Pixel sagt:

        Interessanter Gedanke und schönes taktisches Vorgehen Gabi. Trotzdem und ganz ehrlich: nö. Aber genauso ehrlich darf ich Ihnen versichern, dass es mich nicht im Geringsten stört, wenn Sie mich in Ihren Augen als begriffsstutzig und stupide abstempeln.

      • gabi sagt:

        Jetzt kommen Sie aber mal runter pixel.

        Ich hab Ihnen ja noch nicht mal vorgeworfen, dass Sie mir das mit dem Hund erklären wolllten… Also offenbar noch nicht mal mitgekriegt haben wollen, dass ich die Hundegeschichte nicht minder unglaubwürdig finde wie Sie.

        Daneben ist und bleibt (und darauf gehen Sie gar nicht mehr ein) diesen Fall mit Indien zu vergleichen!

        …Plötzlich von IRGENDWEM zu sprechen oder vom hl.Geist, obwohl die Sache in Indien glasklar ist, X Zeugen mit dabei (wenn auch zu verängstigt einzugreifen) waren und die Beschuldigten schon vor Gericht stehen.

      • gabi sagt:

        Dies ist in keiner Art und Weise mit dem Fall im Wallis zu vergleichen. Einfach nicht.

        Und dieser Satz hier, pixel

        „Dann finden Sie das also nicht so schlimm, was da passiert ist“

        ist einfach eine bösartige Unterstellung, für die Sie mir weiterhin nicht einmal einen Anhaltspunkt liefern können, welche Indizien Sie auch nur annähernd berechtigen würden in diese Richtung zu denken.

        Das ist einfach daneben, pixel.

      • pixel sagt:

        Ach mensch Gabi, Sie sind manchmal echt verfahren und wissen Sie, eigentlich hab ich längst keine Lust mehr, mich auf dieses Herumgepicke von „guten und bösen“ Körnern mit Ihnen einzulassen, wenn es mir gar nicht um die guten oder bösen Körner geht sondern um das Aergernis ob der Tatsache, dass überhaupt welche am Boden liegen. Ich zitiere meinen Eingangspost gerne nochmals: „Schliesse mich zu 100 Ihnen an, BS! Wahrscheinlich wars der H e i li ge Ge ist. Genauso wie beim Vergewaltigungsfall in Indien. Die junge Frau hat sich bestimmt selbst vergewaltigt und dann zu Tode verprügelt. Zum Kotzen.

      • pixel sagt:

        Uebersetzt heisst das: Mich ärgert, dass meistens sehr offensichtliche Sachverhalte und eindeutige Täter (Menschen, keine Tiere) solange vorliegen, bis irgendeine selbstinszenierte Verteidung auf der Bildfläche erscheint und diese, relativ deutlichen Sachverhalte in einer Art und Weise in Frage stellt, die jedem gesunden Menschenverstand tatsächlich widersprechen, aber die Rechtsform und -lage dies tolerieren. DAS ist meine Paralle zum Fall in Indien. Und DARAUS leitet sich meine quasi „Unterstellung“ ab. Aber schauen Sie, ich habe versucht mich zu erklären, besser kann ich es offensichtlich

      • pixel sagt:

        nicht und ich werde auch nicht mehr an dieser Stelle weiter mit Ihnen diskutieren. Ordnen Sie das als Missverständnis ein, Fehlkommunikation meinerseits, Stupidität meinerseits – wie auch immer Ihnen beliebt. Tschö!

      • gabi sagt:

        Warum nur, wenn es Ihnen doch gar nicht um gute oder böse Körner geht, müssen Sie denn überhaupt so was äussern:

        “Dann finden Sie das also nicht so schlimm, was da passiert ist”

        – Gut. Ich halte also fest, Sie unterlassen das nun zu wiederholen und ich nehme an, Sie haben eingesehen, dass ich auch nicht annähernd in diese Richtung denke.

        Das mit den „eindeutigen Tätern“ wiederholen Sie dagegen… Und DAS war es, was den Indien-Vergleich weiterhin so unpassend dastehen lässt.

        Im Gegensatz zu eindeutigen Vergewaltigern wissen Sie und ich weiterhin nicht, was genau im Wallis geschah.

      • gabi sagt:

        Und das sage ich Ihnen (offenbar muss ich das trotz aller Meldungen meinerseits hier nochmal explizit wiederholen!) als einer, der die Hunde-Geschichte ebenfalls für äusserst unglaubwürdig hält.

        Doch im Gegensatz zu Ihnen führt diese Erkenntnis bei mir nicht zur Illusion, aus dieser Hundefarce heraus plötzlich das Recht ableiten zu können, andersweitig vor zu verurteilen: Sie wissen es nicht und ich weiss es nicht, was wirklich geschah.

        Ich begrüsse es sehr, dass dieser Fall nicht einfach abgeschlossen werden kann und weiter unter der Lupe bleibt.

        Dass da was nicht stimmt, ist klar!

      • pixel sagt:

        ok Gabi, ich habe verstanden, worum es Ihnen geht. Die Hundegeschichte hatte ich zu Teilen wohl richtig verstanden, an gewissen Pasagen jedoch war ich dann aber nicht sicher, wie Sie tatsächlich dazustehen und habe es dann wohl falsch aufgefasst. Item. Einigen wir uns auf Ihren Schlusssatz: „dass da was nicht stimmt, ist klar.“ Und Indien, lassen wir Indien aussen vor. Ich hätte hierzu auch eine beliebige andere Geschichte als Analogie wählen können und tat es einfachheitshalber aufgrund der Aktualität. Manchmal schiessen Sie sich aber auch echt ein oder setzen das Augenmerk anders.

      • pixel sagt:

        Mein persönliches Aergernis liegt wo ganz anders. offensichtlich war ich da äusserst missverständlich. Oder die Gemütslage war einfach anders gepolt, als meine persönliche. Und somit redet man manchmal aneinander vorbei.

      • gabi sagt:

        Danke für die Klarstellung, pixel.

        Jep; ich weiss, ich werde da lästig.

        Aber besonders wenn´s unterstellend wird, kann ich (okay: will ich) dann halt nicht anders.

        Übrigens: Wissen Sie, dass Menschen, die einen Erfrierungstod sterben, nicht selten zuletzt von vermeintlichen Hitzeschüben gequält werden und sich selber die Kleider ausziehen?

        Dass es der Hund war – der zugleich Hilfe holt! – ist absurd. Aber alles, was als Gewissheit darüber hinweg geht, bleibt Spekulation oder zumindest Hypothese.

        Wenn wir vor einer – echten – Untersuchung schon urteilen, können wir uns die auch sparen.

  • Sportpapi sagt:

    «In einem Rechtsstaat, der diesen Namen wirklich verdient, müssten auch Untersuchungsrichter, Staatsanwälte und Richter zur Rechenschaft gezogen werden, wenn sie eindeutig grobe Fehlleistungen produziert haben. Aber noch wichtiger: den Opfern müsste wirklich grosszügig Hilfe und Entschädigung geleistet werden.»
    Ja, wenn es denn so einfach wäre. Dummheit und Unfähigkeit ist nicht strafbar. Grobe Fehlleistungen müssen erst mal nachgewiesen werden – ein Fehlurteil allein reicht da nicht. Das mit den Entschädigungen verstehe ich zudem gar nicht. Wofür?

    • Sportpapi sagt:

      Immerhin ist es doch so, dass haufenweise höhere Instanzen die tieferen überstimmen, dass immer wieder langjährige Rechtspraxis plötzlich geändert wird. Alles Fehlurteile? Eben, bis zur groben Fehlleistung ist es dann ein weiter Weg (siehe auch die vielgescholtenen Manager, die dumm/dreist waren und viel kosteten, aber selten eben nachweisbare strafbare Handlungen begangen haben). Wir müssen schon aufpassen, nicht wieder, wie es leider in Mode kommt, aufgrund von spektakulären, von den Medien aufbereiteten Einzelfälllen umfassende Massnahmen zu fordern.

      • Aromat sagt:

        Hinzu kommt, dass im konkreten Fall die Eltern die Einstellungsverfügung des Untersuchungsrichters damals offenbar nicht gerichtlich weitergezogen haben. Die oberen Instanzen sind jedoch genau dazu da, allfällige Fehleinschätzungen und Fehlleistungen der unteren Instanzen zu korrigieren.

  • Maria-G. Müller sagt:

    Wer im Justizapparat tätig ist, kennt die Überforderung des Systems zur Genüge. Bei der Wahl von Richtern, Staatsanwälten, Untersuchungsrichtern usw. wird zu wenig darauf geachtet, ob die Kandidaten auch über die erforderlichen menschlichen Qualitäten verfügen und selbst Bewusstseinsarbeit geleistet haben. Leider wird die Verantwortung immer mehr auf verschiedene Gremien aufgeteilt und keiner ist mehr für Fehlentscheide verantwortlich. Wer über das Schicksal anderer zu entscheiden hat, muss sich einer tiefgehenden Persönlichkeitsprüfung unterziehen. Hier besteht Handlungsbedarf

  • working mum sagt:

    „…und endlich die wahren Täter für ihr brutales Vergehen zur Rechenschaft gezogen werden – genau so wie die zuständigen gesetzlichen Verantwortlichen…“ – dem kann ich nur beipflichten! Was für tiefe Abgründe, die sich da auftun… Ich wünsche dem Opfer und seinen Angehörigen, dass sie endlich Gerechtigkeit und Frieden finden. Dieser Fall macht einen so wütend und traurig… Meiner Meinung nach werden die Täter und die Eltern der Täter früher oder später schon noch bestraft werden. Auch die wissen nicht, was sie noch erwartet. So was Abscheuliches kann nicht ungesühnt bleiben.

  • gabi sagt:

    Ich war vor bald 20 Jahren Zeuge und Beteiligter, als ein Mob von ca. zwei Dutzen auf einen (bloden, blauäugigen) Ausländer losging, der zuvor in der Bar, in welcher ich mich mit einem Freund aufhielt, von einem initialen betrunkenen angegriffen wurde.

    Es ging ziemlich verstörend ab. Die Polizei war vollkommen überfordert und scheiterte zwei Mal, das Opfer und seine Begleitung auch nur sicher dort raus zu bringen.

    Protokolle wurden aufgenommen, die keine Fragen zum Ablauf offen liessen. Ich überwand meine Angst und zeigte Gesicht, während ich den Ablauf vor Ort (vor den gaffenden Schlägern

    • gabi sagt:

      draussen) bezeugte.
      Dann gelang schliesslich die Evakuierung – wobei ausdrücklich gesagt werden muss, dass die Hasenfüsse von Polizisten den eigentlichen Opfer weit voraus eilten: Eine kopflose Flucht!

      Ich hatte noch einige Zeit Schiss in der Stadt und fürchtete die Rache dieser durchgeknallten Rowdys, die ich mich ja – Feingefühl der Polizei! – sogar bei der Aussage beobachten konnten.

      Monate später kam es zum Prozess:

      Einziger Anklagepunkt: Der (alleinige) Angeklagte, der Initialschläger, habe einen Polizisten beleidigt!

      – Auch ich habe mich damals gefragt, was eigentlich „untersucht“

      • gabi sagt:

        worden war. Ich staune bis heute.

        … Und kann nur hoffen, dass die Polizei mittlerweile den Fokus ihrer Ausbildung auf etwas wichtigere Dinge als Parksünder verschoben hat: Die Beamten damals waren überforderter als dahergelaufene Pfadfinder.

        So in etwa stelle ich mir den Fall Mongelli vor: Alles viel zu kompliziert…- Der Hund war´s. Muss es gewesen sein!

  • claudia sagt:

    Das es solche Fälle in der Schweiz gibt, ist schwer nachvollziehbar und einfach unglaublich. Die Täter müssen unbedingt zur Rechenschaft gezogen werden und auch die ganze Justiz, die die Augen vor den richtigen Tätern verschlossen haben. Zum Glück kämpft die Familie so und ich wünsche, dass Ihnen Gerechtigkeit getan wird und die vier Jungen harte Strafen bekommen.

  • sepp z. sagt:

    „Steuert ein Lokomotivführer betrunken einen Zug, wird er zur Rechenschaft gezogen. Verstossen Banker gegen die Bankregeln, werden sie zur Rechenschaft gezogen. Begehen Ärzte schwerwiegende Fehler, werden sie zur Rechenschaft gezogen. Wann werden die zuständigen Untersuchungsrichter und Staatsanwälte im Fall Mongelli für ihre Fehler gerade stehen müssen?“

    Naja, bis jetzt wurde praktisch noch nie ein Banker verurteilt. Ärzte selten.
    Lokführer: Ja.
    Die Wut ist doch tagtäglich da: Gewisse sind vor dem Gesetz gleicher als andere.

  • Patrik Hofer sagt:

    Wünsche der Familie Mongelli viel Kraft und die notwendige Energie die Sie benötigen um den justiz Marathon zu einem für die Familie guten Ende zu bringen und last but not least auch der Gerechtikeit willen, die hoffentlich auch hier siegen wird. Ich bewundere die Geduld und die Energie, welche die Familie bis heute für Ihren Sohn und die Gerechtigkeit aufgebracht hat, das sind meiner Meinung nach die Helden der heutigen Zeit!

  • Reto B. sagt:

    Ich bin stark dafür, dass auch Justiz und Psychologie für ihre Urteile geradestehen müssen. Ich kann mir beim besten Willen nixht erklären, weshalb Richter, die derart massiv in andere Leben eingreifen können, oder Psychologen, die entscheiden müssen, ob ein gefährlicher Mensch Feigang bekommt oder nicht, dies ohne jedwelche befürchteten Konsequenzen tun können. Wenn ein Mensch in einer elektrischen Anlage stirbt, die ich entworfen und ein anderer gebaut hat, und ich fahrlässig war, dann komme ich auch dran.

    • xyxyxy sagt:

      absolut einverstanden – müssten Richter und Psychologen für ihre Arbeit haften, sähe es ganz anders aus.

      Aber leider ist das System für sie so ähnlich, wie für Manager in einem Grosskonzern: können tun und lassen, was sie wollen. Im schlimmsten Fall muss man gehen, mit einer schönen Abfindung.

      Meine Frage: können wir etwas unternehmen, dass es so wird? Können wir eine Initiative lancieren, dass Richter und Psychologen bei Fehlurteilen aus Fahrlässigkeit haften?
      Wenn ja – lasst es uns tun. Wenn nein, … nützt unsere Empörung leider nicht viel.

      • Valeria sagt:

        Die grossen Boni von Managern werden ja gerne mit der massiven Verantwortung, die diese zu tragen hätten, gerechtfertigt.

        Im Falle der Kinder- und Jugendpsychiatrie kann ich leider sagen, dass sie auf der Ärzte-Lohnliste das absolute Schlusslicht bilden. Wer also in diesen Bereich geht, ist absolut begeistert und macht seinen Job überdurchschnittlich gut oder er gehört zu denen, die sonst nirgends untergekommen sind. Das ist leider so. Und ich habe in diesem Bereich schon echt haarsträubendes erlebt.

    • Frank Baum sagt:

      Das Problem besteht darin, dass man Richtern und Psychologen die Verantwortung für ihre Entscheide schwerer nachweisen kann als einem Elektroingenieur. Bei einer technischen Konstruktion kann man sagen: ein guter Ingenieur mussen wissen, wie sich so etwas verhält. Bei Richtern und Psychologen geht es aber darum zu sagen, wie sich andere Leute in Zukunft verhalten werden. Das kann man bestenfalls vermuten. Mit Sicherheit sagen, kann man es nicht.

      • Reto B. sagt:

        Aber verständlicherweise stösst es sauer auf, wenn ein Psychologe sagt, von einem Menschen, der Triebtäter war, mehrere Leute vergewaltigt hat, gehe keine Gefahr mehr aus und dann eben dieser keine 48 Stunden später eine Frau vergewaltigt. Wir reden hier immerhin von einer Wissenschaft. Und wenn man eh keine verlässlichen Aussagen machen kann und schlussendlich niemand die Verantwortung übernehmen will, wieso macht man es denn überhaupt?

      • Sportpapi sagt:

        @Reto B.: Was ist denn die Alternative? Alle Menschen, von denen Psychologen nicht zu 100% sicher sein können, dass sie niemals (wieder) gewalttätig werden, für den Rest ihres Lebens einsperren? Glauben Sie, diese Gutachter würden nicht nach bestem Wissen und Gewissen und aktuellsten Erkenntnissen urteilen? Glauben Sie, in der Wissenschaft gibt es immer nur 100% gesicherte Erkenntnisse? Diese gibt es praktisch nie…

      • Reto B. sagt:

        Nun, wenn man nach anerkannten und strengen Regeln gearbeitet hat, dann kann man das auch nachweisen. Wenn es gerechtfertigt war und dies auch von einer Expertenkommission bestätigt wird, dann ist der Psychologe auch ausm Schneider. Ich hätte nur gerne auch diese Beteiligten untersucht, wenn eine solche Tragödie passiert. Es steht zu viel auf dem Spiel…

      • Frank Baum sagt:

        @Reto B: SP hat es ja gut umschrieben. Auch wenn es stossend ist, war es richtig, den Psychologen im Fall „Zollikerberg“ frei zu sprechen und dann per „Verwahrungsinitiative“ darauf hinzuwirken, dass man Psychologen solche Entscheide gar nicht mehr zumutet. Da werden zwar Bedenken wegen Menschenrechten angemeldet, aber die muss man dann zurückstellen, wenn man diese Situationen vermeiden will.

      • pixel sagt:

        „Das Problem besteht darin, dass man Richtern und Psychologen die Verantwortung für ihre Entscheide schwerer nachweisen kann als einem Elektroingenieur.“

        Aber wohl kaum weniger, als einem Manager. Der Richter wie der Psychologe und wie der Manager trägt die Verantwortung über eine Entscheidung. Alleine DAS ist massgebend.

      • Sportpapi sagt:

        Das stimmt, Pixel. Nur: was braucht es, bis es strafrechtlich relevant ist? Siehe z.B. Swissair.

    • Sportpapi sagt:

      Nimmt mich ja wunder, wie und durch wenn dann am Schluss Fahrlässigkeit festgestellt werden kann. Wenn jeder Psychologe haftet, weil er die Situation falsch eingeschätzt hat, wird es halt einfach keine Psychologen mehr geben.

      • Reto B. sagt:

        Für mich tönt: „Wenn du den rauslässt, dann auf deine Verantwortung!“ irgendwie vernünftig. Ich will ja nicht, dass ein Psychologe dann vollumfänglich die Schuld für das Verbrechen trägt. Aber wenn auf seine Empfehlung hin einer Freigang bekommt, und dann etwas passiert, dann möchte ich genau wissen, ob wirklich alles nach den Regeln gelaufen ist, und wenn nicht, dann soll der Psychologe halt eine Busse (z.B.) als Genugtuung ans Opfer zahlen. Das würde ich fair finden. Deswegen wird der Berufsstand nicht aussterben… hallo, Polizisten könnten erschossen werden.

      • Sportpapi sagt:

        Glauben Sie, wenn etwas passiert ist, es würden nicht noch einmal alle Abklärungen/Gutachten genaustens überprüft, ob darin schwer wiegende Fehler vorkommen? Denn klar, wenn nicht alls nach den Regeln abgelaufen ist, dann ist eine Verurteilung des Psychologen gerechtfertigt. Nur wird es wohl selten zu einer solchen Verurteilung kommen, weil die fraglichen PErsonen hier wohl sehr professionell und sorgfältig arbeiten. Was nicht heisst, dass es nicht zu einem Fehlurteil kommen kann.

      • Frank Baum sagt:

        Das tut man aber auch. Es fehlt wohl an griffigen Regeln. Beim Lokführer ist es eben einfach: er darf nicht betrunken sein. Bei einem Psychologen? Er muss eine Diagnose erstellen und dazu vielleicht dieses und jenes tun. Die Diagnose selbst ist aber mit UNsicherheit behaftet. Bei Richtern sieht unser Rechtsstaat vor, dass man das Verfahren einklagen kann. Wenn „nicht sauber“ gearbeitet wurde, dann kann man den Fall weiterziehen. Wenn aber korrekt gearbeitet wurde und trotzdem falsch entschieden, dann kann man den Richter nicht mehr zur Verantwortung ziehen.

      • pixel sagt:

        In dieser Hinsicht braucht es auch keine Psychologen. Eine Tat oder ein Vergehen werden nicht besser oder entschuldbarer, weil dem Täter ein zu Grunde liegender psychischer Defekt diagnostiziert wird. Was diese psychologischen Gutachten in diesem Feld zu suchen haben und wozu sie gut sein sollen ist mir schleierhaft. Jemand der nicht zurechnungsfähig ist, hat in gesellschaftlicher HInsicht keine Daseinsberechtigung.

      • Sportpapi sagt:

        Soso, Pixel. Also alle nicht Zurechnungsfähigen einsperren, mindestens?

      • Pixel sagt:

        Kapiert.

      • Reto B. sagt:

        Ui Pixel, das tönt aber ziemlich derb nach einem dunkeln Kapitel in der Europäischen Geschichte…

      • xyxyxy sagt:

        vielleicht sollten wir den Richter vom Psychologen mal trennen.

        Wenn der Richter in diesem Fall dem Opfer einfach nicht glaubt „weil es im Koma war“ und sich später herausstellt, dass es doch recht hatte. Dann wäre meiner Meinung nach genug Handhabe da, um Fahrlässigkeit oder Amtsmissbrauch geltend zu machen.

      • xyxyxy sagt:

        Und bezüglich dem Vergleich mit Managern ging es mir nicht um den Verdienst, sondern darum dass die einen, wie die anderen Entscheidungen treffen, ohne dann für diese Entscheidungen Verantwortung tragen zu müssen.
        Ich denke, dass Menschen, die darüber bestimmen ob schwere Gewalttäter (schwere!) wieder auf die Öffentlichkeit losgelassen werden, schon Mit-Verantwortung für ihre Entscheidungen tragen sollten.
        Bestimmt würden sie dann das Risiko etwas anders einschätzen.

      • Sportpapi sagt:

        @xyxyxy: Was meinen Sie wie geht es einem Menschen, aufgrund dessen Urteil jemand freigelassen wurde, der dann erneut mordet oder vergewaltigt? Meinen Sie ernsthaft, die nehmen ihre Verantwortung nicht sehr, sehr ernst? Aber wenn Sie 100% Sicherheit möchten, dass schieben Sie doch bitte nicht die Verantwortung auf einen Psychologen, der immer falsch liegen kann. Sondern sperren Sie jeden auf Lebzeiten ein, bei dem Sie irgendein Risiko vermuten. Aber Sie müssen dann schon sehr umfassend vorgehen, um niemanden zu verpassen – denn im Nachhinein ist man immer schlauer…

      • Kathy sagt:

        Ok Pixel, dann sperren wir doch deine behinderte Tochter weg. Und meine senile Grossmutter auch. Oder ev sollte man sie gleich ganz „entfernen“? Wir haben da ein Nachbarland, welches uns ev Tipps dazu geben könnte..

      • Brunhild Steiner sagt:

        @Kathy:
        aus dem Zusammenhang entnehme ich, dass pixel Gewalttäter, welchen „Unzurechnungsfähigkeit“ attestiert worden ist, besser auf der sicheren Seite haben möchte, ich übrigens auch.

      • Brunhild Steiner sagt:

        @Sportpapi:
        tut mir leid, aber so dermassen tief bestürzt und betroffen geben sich längst nicht alle denen da halt ein menschlicher Fehler passiert ist. Die Statements welche da manchmal im Nachher zu lesen waren, wenn sich denn jemand überhaupt den Fragen stellte, lassen vermuten dass die nicht in jedem Fall ganz schlecht mit dieser Verantwortung leben.

      • xyxyxy sagt:

        @SP – ihr Argument ist folgendes: „Menschen welche eine so schwere Verantwortung tragen, besitzen automatische einen Persilschein, denn sie werden sich sicher immer mit grösstmöglicher Sorgfalt und Vorsicht bemühen.“
        Das ist leider nicht so. Es ist sehr naiv. Menschen SOLLTEN so handeln, viele tun es auch, aber längst nicht alle.
        Weder Ärzte, noch Richter, noch Staatspräsidenten und Generäle handeln automatisch nach Bestem Wissen und Gewissen, bloss weil sie ihre Entscheidungen große Verantwortung mit sich bringen.

      • Sportpapi sagt:

        @xyxyxy: Ihr Argument ist folgendes: Wenn irgendetwas passiert, muss jemand schuldig sein. So einfach geht das nicht. Denn sonst drückt sich einfach jeder vor der Verantwortung und schaut, dass ein anderer den schwarzen Peter bekommt.

      • gabi sagt:

        Da darf ich mal diese verbreitete Weisheit anbringen:

        Die Wahrheit liegt wohl irgendwo dazwischen.

      • Aromat sagt:

        Ein Psychiater haftet bereits jetzt zivil- und strafrechtlich, wenn er seine Einschätzung unter Verletzung grundlegender Sorgfaltspflichten abgibt und dann etwas passiert. Wenn es aber um Nuancen geht, bei denen man bei fünf verschiedenen Psychiatern sechs verschiedene Meinungen erhält, kann dies nicht gelten. Ein gewisser Ermessensbereich muss ein Psychiater haben, zumal es in der Psychatrie häufig nicht nur schwarz und weiss gibt.

      • xyxyxy sagt:

        elegant weichen sie dem Argument aus –
        aber ich antworte ihnen gerne, auf ihren Vorwurf
        nein, es muss nicht einfach immer jemand Schuld sein, es geht nur darum, dass Entscheidungsträger mit zur Verantwortung gezogen werden sollten.
        nicht mehr und nicht weniger

      • gabi sagt:

        Bei allem Respekt xyxyxy:

        „Wenn der Richter in diesem Fall dem Opfer einfach nicht glaubt “weil es im Koma war” und sich später herausstellt, dass es doch recht hatte. Dann wäre meiner Meinung nach genug Handhabe da, um Fahrlässigkeit oder Amtsmissbrauch geltend zu machen.“

        Wie stellen Sie sich denn das wohl vor? Ein Bisschen müssen Sie sich schon auch an Rechtsgrundsätzen entlang bewegen.

        Was Sie da dermassen allwissend unterschieben hat sicher nichts mit Rechtsstaatlichkeit zu tun und Ihr „meiner Meinung“ ist ein Synonym für Willkür.

      • Sportpapi sagt:

        @xyxyxy: Ich weiche gar nicht aus. Ich gehe davon aus, dass Verstösse gegen die Sorgfaltspflicht, schwerste Rechtsvergehen, Fahrlässigkeit geahndet werden können. Was aber im Raum steht, auch bei Ihnen, ist, dass der der Gutachter haften soll, wenn wider jede Wahrscheinlichkeit doch etwas passiert. Kommt mir so vor, wie wenn bei jedem Aufounfall der Fahrlehrer bzs. Prüfungsexperte zur Rechenschaft gezogen werden müsste.

      • Aromat sagt:

        Der Vergleich mit dem Fahrlehrer von Sportpapi ist sehr treffend. Für grobe Verstösse reicht die momentane Rechtslage (siehe meinen obigen Beitrag). Man kann aber nicht mal für sich selber eine Garantie abgeben, wie kann man das denn für eine andere Person?
        Was wäre denn die angemessene Bestrafung für einen Psychiater mit Fehlprognose? Bestrafung wie beim eigentlichen Täter?

      • Frank Baum sagt:

        Man kann Leute nicht für Fehler zur Rechenschaft ziehen, die sie zu einem gegebenen Zeitpunkt nicht beurteilen konnten. Das heisst nicht, dass man jeden aus der verantwortung entlässt. Es ist schlicht sehr heikel, wofür man jemanden verantwortlich macht – und da ist selbst bei Richtern und Managern schwierig. Es ist immer dann schwierig, wo mit unvollständigen Informationen entschieden werden muss. Wenn man diese Leute mehr zur Verantwortung zieht, dann geschieht, was Ärzte in den USA praktizieren: Sie agieren so, dass sie Klagen vermeiden und haben dabei nicht mehr den Patienten im Fokus.

      • pixel sagt:

        Reto, wir sind gar nicht so weit voneinander entfernt. Ausser, dass Sie sagen (im Wortlaut): „Die Diagnose sollte so sicher sein, dass der Täter nicht nochmals tätig wird.“ Und ich Tacheles rede indem ich sage: „Jemand, der zur Tatzeit unzurechnungsfähig ist (weil psychischer Defekt) wird beizeiten wieder unzurechnungsfähig sein können (weil psychischer Defekt). Und um diesen (psychischen Defekt) zu diagnostizieren braucht es auch keinen Psychologen. Das ist kein gesunder Mensch mit gesundem Verstand, der jemand anderem dermassen was zu Leide tun kann.

      • pixel sagt:

        Kathy: Im Vorfeld: für Sie bin ich nicht „Du“. Ausser wir kennen uns persönlich, wobei mir nicht bekannt wäre, woher Sie das wiederum wüssten. Und ich habe einen Sohn. Der ist kerngesund und putzfidel. Was ich gerne so behalten möchte und es zuvorderst ihm für sein Leben wünsche. Wenn er aber behindert würde aufgrund einer „unzurechnungsfähigen“ Person, dann rede ich nochmals mit Ihnen über dieses Thema und zwar vermutlich in einem weitaus weniger ruhigen Ton, als ich es jetzt tue. Was Sie mit Ihrer senilen Oma wiederum machen möchten, überlasse ich Ihnen.

      • pixel sagt:

        BS: absolut richtig erfasst, danke!

      • Sportpapi sagt:

        Wissen Sie, Pixel, noch schlimmer als die unzurechnungsfähigen sind ja eigentlich die zurechnungsfähigen Gewalttäter. Also sollten wir uns doch darauf einigen, alle gleich für immer wegzusperren, die schon einmal auffällig wurden. Besser noch, bevor etwas passiert. Sicher finden wir da auch eine Methode. Narrensicher, da brauchen wir schon gar keine Psychologen. Ehrlich, Pixel, mir graust!

      • Pixel sagt:

        Manchmal sp, weiß ich nicht, ob Sie lesen oder nur so tun als ob. Das graust mir.

  • Independent sagt:

    Frau Merli, ich kann nur danken für diesen Text. Ich verfolge diesen Fall schon seit ich das erste Mal davon gehört habe. Das Zitat oben kann ich nur bestätigen; ich schäme mich für diesen Rechtsstaat der solches zulässt. Es hat nichts mit der „Wallister Mentalität“ zu tun, sonden mit dem Versagen (Korruption?) einzelner. Ich finde es ermutigend und wahrlich erfreulich wenn Medienschaffende wie Sie diesen Fall weiterhin der Öffentlichkeit vor Augen führen (wenn dies nicht im Mamablog Platz findet, wo dann?), auf das Lucas Schicksal nicht einfach abgetan wird.

    • Nico sagt:

      Ich muss Ihnen insofern zustimmen, als dass das Verhalten der walliser Behörden in diesem Fall nicht pauschalisiert werden darf. Wahrscheinlich hätte nicht jeder Walliser in der Position des Untersuchungsrichters gleich falsch und parteiisch gehandelt. Trotzdem, dass das Unrecht an Luca auf so haarsträubende Weise vertuscht wird, hätte mich in jedem anderen Kanton mehr gewundert.

  • marie sagt:

    Schliesse mich hier Frau M an und wünsche der Familie viel Kraft.

  • Brunhild Steiner sagt:

    „Wenn es um das Wohl u die Verteidigung der eigenen Kinder geht, können Eltern eine Willenskraft aubringen,
    die sich durch nichts schmälern lässt.“
    Leider gilt das hier auch für die Eltern der Täter, ich kann mir nur sehr schwer vorstellen dass den betreffenden Eltern von der mutmasslichen Täterschaft ihrer Kinder nichts bekannt ist u befürchte,
    wenn sie dann vor nackte Tatsachen gestellt werden, sie auf die positiven Entwicklungen, erreichte Berufsziele etc hinweisen werden, sich immer noch weigern klarzusehen
    dass anderen Menschen durch ihr eigenes Kind „lebenslänglich“ verpasst wurde.

    • Brunhild Steiner sagt:

      2/
      von dem her kann ich mir nur wünschen dass wir, sollte eines unserer Kinder mal derart gewalttätig werden,
      uns für die Gerechtigkeit und Wahrheit einsetzen!
      Diese Familie hat meine ganze Hochachtung, und ich bin sehr dankbar dass ihre Geschichte auf ein paar Kanälen nicht in Schubladen versenkt worden ist. Hätten sie sich auf den Fokus des Überlebens beschränkt und diesen Weg nicht beschritten, wäre das ein ganz fatales Zeichen- auch für zukünftige, ähnliche Ereignisse.
      Täter sind zur Rechenschaft zu ziehen, immer!

      • mila sagt:

        Klare Worte, klares Denken. Ich kann mich Ihrem Wunsch nur anschliessen, Brunhild – auch wenn man als Elternteil in solchen Fällen kaum davor gefeit ist, auch noch nach dem absurdesten Strohhalm zu greifen, wenn es um die Schuld des eigenen Kindes geht.

  • Eni sagt:

    Schrecklich, wie mit dieser Familie umgegangen wird. Es war wohl halt einfach bequem den Hund als Täter hinzustellen: Hund einschläfern, Fall abgehakt, auf zum Nächsten Punkt auf der Traktandenliste.

    Ich bewunder die Familie und wünsche ihr viel Kraft bist zur vollständigen Aufklärung der Tat durchzuhalten.

    • Tamara I sagt:

      Eni, es ist wirklich schrecklich aber ich denke hier wurde eben nicht mal aus Bequemlichkeit gehandelt, sondern eher aus Korruption.
      Wie können diese Menschen nur damit leben? Ich bin schon erstaunt, dass sich keiner der Täter nach sovielen Jahren gemeldet hat! Ich würde nicht mehr schlafen können und durchdrehen.
      Diese Täter leben in Schande und ich hoffe sie werden wenigstens dazu stehen!
      Das Leben wird sie auf jeden Fall bestrafen, nur schon, dass die so widerlich waren den kleinen Jungen zu misshandeln, zeigt dass sie nicht viel Liebe mit sich tragen und böse, frustriet und leblos sind.

      • gabi sagt:

        Gerade WEIL ich es missbllige:

        Ich fürchte, das hat nichts mit Korruption zu tun.

      • Sportpapi sagt:

        Korruption? Wie kommen Sie denn darauf?

      • tststs sagt:

        Es gibt diese Gerüchte, dass der Fall nicht weiterverfolgt wurde, da die Täterfamilien sehr einflussreich seien…

      • Frank Baum sagt:

        Die Gerüchte um die Täterfamilien gibt es tatsächlich. Da stellt sich die Frage, ob das Opfer Befangenheit geltend machen kann (und ob die das versucht haben). Wenn man etwas ändern wollte, dann sollte man hier flexibler werden. Kachelmann hat dem Mannheimer Gericht ja auch Befangenheit vorgeworfen. Damit ist er aber bekanntlich gescheitert.

      • Eni sagt:

        Ok, von diesen Gerüchten betreffend der Täterschaft habe ich leider bisher nichts gelesen/gehört. Wenn das so stimmt, käme dann zur Bequemlichkeit noch tatsächlich Korruption dazu.

      • gabi sagt:

        „Wenn das so stimmt…“

        Selbst wenn die Täterfamilie gedeckt würde (und mir kommt der Fall ja auch spanisch vor!), ist das doch noch kein Indiz für Korruption!

        – Bitte an den Tatsachen ausrichten!

      • Eni sagt:

        Nun, habe jetzt noch nachgelesen. Es scheint, dass der zuständige Untersuchunsrichter im Fall Luca ziemlich unfähig ist und auch keine ethischen Grenzen kennt. Ansonsten würde er wohl kaum sexistische Mails an eine Kinderpsychologin versenden, die mit einem mutmasslichen Fall von Kindesmissbrauch betraut war.

        Auf dem Foto von Luca sieht man keinerlei Bissspuren und er war nackt; also kann es unmöglich ein Hund gewesen sein.

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