Französische Vorzeigekinder? Nein danke!

Eine Carte Blanche von Sibylle Lüpold*

Es ist angerichtet: Küchenhilfen an einem Kinderfest in Montbéliard, Frankreich. (Bild: AFP)

Es ist angerichtet: Küchenhilfen an einem Kinderfest in Montbéliard, Frankreich. (Bild: AFP)

Vor einigen Jahren sassen mein Mann und ich mit unserem ersten Sohn in einem Restaurant in Paris, wo wir damals lebten. Am Nebentisch befand sich eine französische Grossfamilie. Ich kann mich nicht erinnern, dass die Kinder besonders laut gewesen wären, aber auf einmal ertönte im strengen Befehlston: «Si quelqu’un commence à crier …»  («Wenn einer von euch anfängt zu schreien …»). Leider hörten wir den zweiten, entscheidenden Teil des Satzes nicht mehr und rätseln noch heute, welche Drohung die Kinderschar dazu gebracht hatte, augenblicklich ruhig zu sein.

Mit unserem lebhaften Sohn, an dessen Entdeckertrieb und Mitteilungsbedürfnis wir uns täglich erfreuten, kamen wir uns in Paris oft als Störenfriede vor. Und wenn ich ihn im Restaurant stillte, damit wir und somit auch unsere Tischnachbarn in Ruhe essen konnten, erntete ich noch strengere Blicke.

Uns taten die französischen Kinder leid und immer noch fragen wir uns, wo in Frankreich das sagenumwobene «Kinderparadies» zu finden ist. Diesen Sommer verbrachten wir den Urlaub in der Bretagne. Neben uns im Speisesaal sass eine französische Familie mit Baby und Kleinkind. Während unsere drei Jungs längst den Tisch verlassen hatten, um draussen zu spielen, war die Mutter nebenan mit strengem Blick damit beschäftigt, die Situation unter Kontrolle zu halten. Jeder Mucks, jede überflüssige Bewegung wurde mit einer Zurechtweisung oder einem Schlag auf die Hand bestraft. Da bedauerte ich nicht nur die Kinder, sondern auch die Eltern, die anscheinend nicht geniessen konnten, welch wunderbare Familie sie sind.

Kinder unter Kontrolle: Im «Magazin» Nr. 43/2012 stand, was französische Eltern richtig machen.

Kinder unter Kontrolle: Im «Magazin» Nr. 43/2012 stand, was französische Eltern richtig machen.

Aber offensichtlich sind viele nicht meiner Meinung. So lobte Miklós Gimes kürzlich im «Magazin» die Erziehungstaktik à la française («Lauter Vorzeigekinder»). Das Geheimnis französischer Eltern, ihre Autorität von Anfang an durchzusetzen, liege darin, «Babys nicht gleich beim ersten Schreien in den Arm zu nehmen» und ihnen «beizubringen, Frustrationen zu ertragen». Der «Lohn»: Kindergartenkinder sitzen bereits ein ganzes Viergänge-Menu lang anständig am Tisch, verschwinden abends klaglos im Kinderzimmer und am Kindergeburtstag schlürfen die Erwachsenen entspannt ihren Champagner, ohne sich um die Kleinen kümmern zu müssen.

Dass Gimes ein verfälschtes Bild unseres Nachbarlandes skizziert, belegt die französische Journalistin Emma Defaud auf ihrer Seite www.mauvaisemere.fr. Laut der selbsternannten «Rabenmutter» sind französische Kinder genauso «normal» wie alle anderen Kinder, kleckern beim Essen und lassen sich Zeit mit Durchschlafen.

Angenommen, französische Kinder sind tatsächlich «besser erzogen» (was auch immer das heisst) als andernorts, so frage ich mich ernsthaft, weshalb in Frankreich die Jugendgewalt so hoch ist? Wie kommt es, dass aus lauter Vorzeigekindern nicht automatisch nur Vorzeigejugendliche werden? Oder erzeugt frühe Disziplin längerfristig das Gegenteil?

Unsere drei Söhne toben durchs Haus, so laut, dass ich am Telefon gefragt werde, ob wir eine Geburtstagsparty feiern. Wenn sie nicht im Haus spielen, wälzen sie sich draussen im Dreck und kommen mit zerschlissenen Hosen heim. Am Tisch zappeln sie herum und rümpfen bei Gemüse konsequent die Nase. Wie viel Essen unter dem Tisch verschwindet, fällt uns auf, wenn unser Hund, der den Boden feucht aufnimmt, nicht dabei ist …

Mein Mann und ich staunen immer wieder aufs Neue über die sprudelnde Fantasie unserer Kinder, über die nie endende Spiellust und die ansteckende Lebensfreude. Und das Schönste ist, sie wollen von sich aus selbstständig sein, sie beschäftigen sich stundenlang mit ihren Legos, weil das ihrem inneren Antrieb entspringt. Und wenn sie Hilfe brauchen oder eine Sorge loswerden möchten, dann kommen sie zu uns, weil sie wissen, dass sie auf Verständnis und kein «attends!» stossen.

Vor kurzem lag ich mit Bauchschmerzen auf dem Sofa. Unser Jüngster näherte sich mit der Frage: «Kann ich Dir helfen, Mama?» Seine Worte drückten echte Besorgnis aus, sein Lächeln warme Zuneigung. Er verschwand ins Bad und kam mit der Bettflasche zurück. Am meisten gerührt war ich, weil er das von sich aus tat, und nicht, weil er dazu erzogen wurde. Ich bin stolz auf unsere glücklichen «enfants terribles»!

mbAut*Sibylle Lüpold ist dreifache Mutter, Stillberaterin und Autorin.

262 Kommentare zu «Französische Vorzeigekinder? Nein danke!»

  • Hoffmann sagt:

    Parce que les francais sont autoritaires avec leurs enfants, ils deviennent agressifs. Peut-etre est ce un peu exagéré „weshalb in Frankreich die Jugendgewalt so hoch ist“. Je ne pense pas que l’on parle des mêmes enfants. Mon mari est allemand et lorsque nous allons mangé au restaurant avec mes beaux parents, c’est ma Belle Mère Allemande qui ne supporte pas de les voir bouger. Si les enfants sont invités à manger au restaurant il faut aussi qu’ils soient reconnaissants et respecter les autres. C’est du savoir vivre et non une différence de culture.

  • Papa aus Überzeugung sagt:

    auch das ist ein alter Blog.

  • mili sagt:

    Auf der Suche nach politischen Stillblogs bin ich auch wider hier gelandet. Dieser Blog ist doch aber nur peinlich.

  • mili sagt:

    Nein, ich glaube nicht.

  • maya sagt:

    Ist dieser Blog auch abgebrochen worden?

  • Diebestemama sagt:

    EinmHinweis für diejnigen, die die Infos auch nicht finden: Sportpapi hat die Frage Blog ’seien wie ehrlich..‘ beantwortet.

  • Diebestemama sagt:

    Wann habe die enfants terribles die Vorzeigekinder geschlagen? Das steht rechts, ich finde aber den Kommentar nicht.

  • Babsi09 sagt:

    klar, um das Buch zu verkaufen, ist alles recht! jede Verallgemeinerung, jede Provokation, dAS bUCH KANN MIR GESTOHLEN BLEIBEN.

  • David sagt:

    Bezüglich des Satzes „…weshalb in Frankreich die Jugendgewalt so hoch ist?“: Hier sollte man anmerken dass dies ausschliesslich die berüchtigten „Banlieues“ betrifft, also AUSSCHLIESSLICH Jugendliche aus bildungsfernen Schichten mit Migrationshintergrund… also keine besonders representative Bevölkerung.

    • Jeanne sagt:

      Stimmt nicht. Habe lange in Paris gelebt. Kannte Studenten aus der oberen Mittelschicht, die Autos angezündet hatten….

  • Folcher Vereina sagt:

    Nach vierzig jahren Tätigkeit als Deutschlehrerin der Pariservorstadt, als Mutter von zwei Söhnen,, las ich mit Entsetzen den Artikel über „die Vorzeigekinder“.Auch wenn das Buch toll verkauft wird, wie kann man einen Artikel ernst nehmen, der Kinder eines grossen Landes auf einen Nenner bringt? Es fehlt mir der Platz um lange zu argumentieren.Ein paar Besuche , ein Interview,
    basta! Das Ganze ein oberflächliches Geschwâtz, das man mit „ein paar Ferienanekdoten“ betiteln sollte, die nur eine persönliche Problematik enthüllen.
    .

    • Devinez sagt:

      Bonjour d’un de vos anciens élèves Mme Folcher (Lycée de l’Essouriau, de 1991 à 1994)!
      Merci pour votre intervention et votre cri de colère, face à ce flot de c…ies.
      Ce qui m’amuse, c’est que d’habitude, les stéréotypes veulent que „nous“ soyons trop „laxistes“ avec les enfants. C’est la première fois qu’on en lit un qui dit le contraire. Pour équilibrer, sans doute. Mais bon, nous avons en France nos „auteurs“ de lieux communs qui se veulent penseurs. Pourquoi la Suisse alémanique dont vous êtes originaire n’aurait pas les siens? Bien à vous.

  • Richi sagt:

    Na und? Die Franzosen haben es ja auch einfacher beiihrer Erziehung: Die dürfen noch ihre Kinder noch schlagen!

    • Eni sagt:

      Muss man das dürfen? Macht das Spass?

      Primitiver Einwand

      • Papa aus Überzeugung sagt:

        so hat er das sicher nicht formuliert. erziehung ist doch nicht schlecht, auch wenn sie in Krippen stattfindet. wer sagt eigentlich, dass die Eltern besser sind als das ausgebildetem Personal?

  • marie sagt:

    hierher:
    offenbar pflegen gewisse kreise in frankreich zwischen privatem und öffentlichem raum zu unterscheiden. mir kommt diese auffassung meiner sehr nahe. der öffentliche raum ist m.e. nicht das erweiterte wohnzimmer eines jeden, und das gilt für erwachsene mehr als für kinder

    • Irene Steiner sagt:

      an Marie: GENAU Du sagst es! ich wohne monatelang im Jahr in Frankreich. Die kids sind aufgeweckt, umverklemmt und ja.. zugegeben vielmals besser erzogen als in der Schweiz. Man koennte annehmen „erziehen“ sei ein Schipfwort geworden.

  • Liliana Schenk sagt:

    Stimmt schon, ich war ein Jahr in Südfrankreich. Dort spielen Kleinkinder oft schon ganz alleine auf den Spielplätzen, während die Mutter einkauft oder eine Strasse weiter im Café sitzt. Man kann natürlich nicht alle in einen Topf werfen aber grundsätzlich bekommen Französinnen ihre Kinder schon sehr früh und sind sehr streng. Die Kinder bekommen Klapse auf die Hände und Wangen wenn sie sich nicht richtig verhalten. En France regieren die Erwachsenen, die Jugend ist sehr zurückhaltend und wenn sie sich austoben, dann nie id er Öffentlichkeit. Besonders gut ist diese Erziehung nicht

  • Wüthrich sagt:

    Wir waren diesen Sommer in Frankreich in den Ferien. Von unseren Kindern sind wir gewöhnt, dass die Mitmenschen (hier in der Schweiz) sie als sehr anständig empfinden. Wir sind gewaltig erschrocken, als uns die Maître d’Auberge in aufgebrachtem Ton gesagt hat, ihre Kinder wären nie so wie unsere gewesen… Unsere Kinder sollten im oberen Stock gefälligst das Licht abdrehen und wir hätten nun andere Gäste geweckt (es war nach 8.00 Uhr morgens und das Grundstück sehr klein).

  • Mamma sagt:

    Wow! Bin beruhrigt, so viele Kommentare zu sehen, die einigermassen erzogene Kinder befürworten. Auch meine zwei Buben verwandeln unser Wohnzimmer in ein Trümmerhaufen, raufen und schreien. Aber unterwegs mit ihnen musste ich mich selten „schämen“. Wobei ich mich auch nicht schäme, den Bengeln auch in der Öffentlichkeit die Leviten zu lesen, wenn’s sein muss.

  • Satu sagt:

    „Angenommen, französische Kinder sind tatsächlich «besser erzogen» (was auch immer das heisst) als andernorts, so frage ich mich ernsthaft, weshalb in Frankreich die Jugendgewalt so hoch ist?“

    Diese Frage kann ich Ihnen gerne beantworten – auch aus meiner persönlichen Erfahrung in Frankreich: Die hohe Jugendgewalt hat in Frankreich nichts mit der „éducation à la française“ zu tun, sondern mit den Problemen in den Banlieues.
    Sooo einfach ist es dann eben doch nicht.

  • Heusser Nadia sagt:

    À mon avis, être bien élevé ne tombe pas du ciel. Il faut des parents qui prennent la responsabilité d’être parents. Savoir se tenir en public est primordial, c’est une question de respect des autres et de soi. Les bambins de maintenant n’ont jamais appris à se lever dans un tram (à Zurich ou ailleurs) pour céder leur place à personne âgée. Et la mère à leurs côtés n’en fait pas plus non plus. Elevée en France, je suis heureuse de savoir manier fourchette et couteau, de ne pas mettre mes coudes sur la table etc. Je remercie mes parents formidables et mon enfant que j’ai élevé en Suisse aussi!

  • Gerda Schuurman sagt:

    Sybille Lüpols ist eine typische Mama die zu bequem ist um ihre Kinder auf das Leben vorzubereiten. Und findet dafür tausend Erklärungen. Ich bin oft in Frankreich. Dank dieser Erziehung die deutliche Grenzen zeigt, fühlen die Franz. Kinder sich viel mehr geborgen. Sybille Sie sind einfach unfähig und egoïstisch. Übrigens auch Ihre Mitmnschen gegenüber die die Ihre nicht erzogene Kinder ertragen müssen.

  • Mara sagt:

    Ein Kind soll lernen mal stillsitzen zu müssen. Und zwar nicht mit Iphone, Ipad oder Gameboy ruhig stellen!! So entstehen genau diese Zappelfilippe von heute. Es muss ja wohl möglich sein mal 2h in einem Restaurant, einer Ausstellung etc zu verbringen ohne das der Nachwuchs permanent terrorisiert. Das ist normaler Anstand und Respekt vor anderen Menschen den man Ihnen weitergibt.

  • Mara sagt:

    Also stillen im Restaurant finde ich jetzt auch nicht wirklich respektvoll von Ihnen. Ich meine die anderen Gästen sind am Essen und wollen einen angenehmen Mittag/Abend verbringen. Müsste während einem Candle-Light-Dinner nicht wirklich jemanden neben mir haben der dem Nachwuchs die Brust gibt. Für das gibt’s auch heutzutage grosszügige Toilettenräume. Eine „tolerante“ Erziehung ist ja schön und gut, aber Grenzen setzen sollte man schon. Auch dem Kind zuliebe. Letztens auch wieder erlebt auf einem 12h Flug – 2 von Anfang bis Schluss ungezogene und laute Kinder und 200 genervte Passagiere.

    • Eni sagt:

      Warum essen Sie nicht selber auf der Toilette, wenn Sie finden dass das so toll ist?

    • Annebelle sagt:

      Ich bin für das Stillen, aber nicht überall. Stillen im Restaurant macht echt keinen Sinn und ist unhöflich.
      Da soll man bitte zuhause bleiben, abpumpen oder eben auf die Toilette gehen. Wenn noch kein Stuhl an der Toilette vorhanden ist, dann stellt der Kellner einem das Stuhl hin.

    • Andrea Mordasini, Bern sagt:

      Was bitte soll unhöflich und störend an einem Stillkind im Resti sein? Sorry, Stillen ist, solange sich die Mutter möglichst gesund und ausgewogen ernährt und auf Nikotin und Alkohol verzichtet, das Gesündeste, Normalste und Beste für ein Baby. Und so wie wir Erwachsene auch mal auswärts in einem Resti essen, so tut dies eben auch ab und zu mal ein Kleinkind an Mamis Brust. So what? Stillen ist doch weder anrüchig, kriminell noch verboten! Mir sind ehrlich gesagt 100 friedliche Stillkinder im Resti lieber als ein einziger besoffener, rülpsender und schmatzender Zechpreller!

    • Andrea Mordasini, Bern sagt:

      Und hat jemand von Euch schon jemals auf einer Toilette gegessen/getrunken? Na also! Zudem sieht man auf Werbeplakaten, in Filmen und Katalogen meistens mehr nackte Haut und Busen als beim Stillen. Wozu also dieses Theater und dieser Aufschrei? Übrigens habe ich noch nie eine total entblösste Stillerin gesehen. Die meisten tun dies eher diskret und unauffällig. Zudem bedeckt der Babykopf sowie mehr oder weniger die ganze Brust. Wer sich tatsächlich an Stillkindern und deren Mütter im öffentlichen Raum stört, soll doch bitte einfach weg- statt hinsehen oder am liebsten gleich zu Hause bleiben…!

  • André Félibien sagt:

    Wie immer einfach nur Nationalchauvinismus. Hier bei usn ist alles besser und toller als woanders. Jugendgewalt in F ist gross, weil es Trabantenstädte gibt mit hohem Anteil chancenloser Jugendlicher mit Migrationshintergrund. Deren Gewalt richtet sich gegen Besitzer von Autos und dergl. die man sich evtl. leisten könnte, nicht aber gegen Luxus, den man als Vorbild nimmt. Petite-Bourgeoise-Kinder hingegen, von der die Autorin eigentlich redet, zeigen sehr geringe Jugendgewalt, weniger als in CH. Kurz: sie weiss gar nicht, wovon sie redet, fühlt sich aber toll dabei.

  • Robert sagt:

    Es gibt nicht nur Schwarz und weiss Frau Lüpold, vergessen, dass es auch Grautöne gibt?

  • Bamert sagt:

    Es ist noch nicht so lange her, dass ein „Vorzeigekind“ mit französischer Mutter, mit 17 Jahren, von der Mutter und der Notfallpsychiaterin zu Boden gedrückt , das Handy ergriff und mich( eine Mutter ihrer Freundin, bei der sie das elegante Kleidchen gegen Rotzhosen austauschen durfte) anrief u.um Hilfe schrie:“Rette mich“. Das Mädchen wurde, weil es nicht gehorsam war und herumschrie von der Mutter in die Psychiatrie eingewiesen. In der Schweiz wohlverstanden. Die Vormundschaftsbehörde holte es da wieder raus, -aus der geschlossenen Abteilung-! Erziehung ist eine grosse Vertrauensbeziehung!

  • Peter Kobelt sagt:

    Haben Sie, Frau Lüpold, es wirklich nötig, andere Kinder implizit schlecht zu machen und Empathie abzusprechen, nur, weil Sie einem 68-er Erziehungsstil nachhängen? Haben Sie sich schon gefragt, welche Kinder in der Öffentlichkeit wohl gern gesehener sind? Sind Ihnen die sozialen und religiösen Unterschiede zwischen CH und F bekannt? Eine Korrelation zwischen – in Ihren Augen – autoritären Erziehung und Jugendgewalt herzustellen ist nicht nur absurd, sondern grenzt schon an … aber nein, ich will meine autoritäre Erziehung nicht vergessen und erinnere mich an deren Maxime, Respekt.

  • Katharina sagt:

    ce sont les suisse qui sont les follies bergeres.

  • Katharina sagt:

    Worum geht es hier eigentlich? 😉

  • Georges sagt:

    Beruflich täglich mit Kindern in Kontakt kann ich nur sagen: GOTTZEITANK gibt es hüben und drüben noch wohlerzogene Kinder. Welch Ärger ist es doch, sich mit solch verzogenen Blagen herumzuschlagen!!! Sie können ja dann nichts dafür, dass man ihnen nie Grenzen setzte und müssen trotzdem ausbaden, dass sie mit den Anforderungen ausserhalb des Elternhauses nicht klar kommen. Sei es nur schon in der Freizeit, von Schule und späterer Arbeit ganz zu schweigen!!!

  • Richard Hennig sagt:

    Also um ehrlich zu sein sehe ich keinen grossen Unterschied, zwischen meinen CH Neffen und den F Neffen. Wenn sich die Cousins treffen, da ungefähr gleich alt, spielt die Sprachgrenze keinen Unterschied und alle sind genau die gleich Chaoten beim Spielen oder beim Stillsitzen am Tisch. In Wirklichkeit hängt es von den Eltern ab und nicht von der Nationalität!

  • Franz Oettli sagt:

    Nein nein, nicht die Welt hat sich den Kinder anzupassen, sondern umgekehrt. Die Eltern tun den Kindern einen Bärendienst, wenn sie sie nicht zu Anstand und rechten Tischmanieren erziehen. Zuhause oder im Wald dürfen die Kinder dann wieder rumtoben, aber am Tisch sitzt man aufrecht und benimmt sich. Nur so sind sie willkommene Gäste!

  • A.Tschannen sagt:

    Kinder können auch ruhig und ohne zu stören in einem Restaurant sitzen ohne dass man ihnen Angst einjagt unter dem Vorwand der Disziplin. Ich habe immer Malstifte und andere Sachen dabei. Wenn wir auf dass Essen warten, können sie sich so ruhig beschaeftigen. Kinder: happy. Eltern und andere Gaeste: happy. Wie oben schon erwaehnt. Kinder brauchen Grenzen aber ohne Angst. Liebe sollte bedingungslos sein. Dann werden sie schon folgen.

  • Hannes Müller sagt:

    Ich schätze es sehr, das die Kinder in Frsnkreich in der Regel diesen Drill bekommen? Ich habe es allerdings anders erlebt als die Autorin. Kinder wurden einfach darauf hingewiesen, dass sie die anderen Leute stören könnten. Drill schadet nicht. Da sind Hunde und Kinder genau gleich.

  • diva sagt:

    wie da jetzt alle über die französischen eltern ablästern… etwas erziehung schadet defintiv nicht und wenn kinder sich in einem restaurant nicht zu benehmen wissen, ist das schlicht und einfach ausdruck der unfähigkeit der eltern. wo steht denn geschrieben, dass andere menschen sich von den kindern erziehungsunfähiger eltern im öffentlich raum terrorisieren lassen müssen? was das für erwachsene werden, kann man je bereits an der ersten generation jener eltern sehen, die meinten, kinder müssen alles dürfen und zwar gleich und möglichst von gekreisch begleitet…

  • pedrodesconocido sagt:

    @xyxy; 27. November 2012 um 18:29
    Ja, da muss ich klein beigeben. Mit einem Utilitaristen ist wohl schlecht über ein Glück ausserhalb seiner Lebensanschauung zu diskutieren.

      • xyxyxy sagt:

        sehr elegant aus der Affäre gezogen dafür gibt es einen Punkt von mir

        der täuscht aber nicht darüber hinweg, dass sie kein vernünftiges Gegenargument zu haben scheinen

      • Katharina sagt:

        wenn jemand mit DER franzmann seine argumentation eroeffnet, ist das teutonische hopfen und malz wohl verloren in der seine, ou les seins. dem pedro sein utlitiaristen zeugs geht wohl nicht mal der gans die stopfleber runter on the other hand. umwerfend diese discussion. lulz.

  • gattopardo sagt:

    http://www.solidarische.ch/billag

    Hilf mit die Billag zu töööten!

  • Andrea Mordasini, Bern sagt:

    Was gibt es Schöneres strahlende Kinder, die nach Spiel und Spass mit geröteten Wangen, verzaust, verdreckt und überglücklich nach Hause kommen? Was ist an diesen im „Das Magazin“ proträtierten, aufgemotzten Kindern noch natürlich? Kinder, die mit einigen klaren Regeln und Grenzen, aber auch mit viel Liebe, Wärme, Nähe, Geborgenheit, Zuwendung, Zuneigung, Respekt, Geduld, Verständnis und Sicherheit durchs Leben hindurch begleitet werden, werden zu starken, mutigen, selbstständigen, selbstsicheren, selbstbewussten, anständigen und respektvollen Mitmenschen heranwachsen – und das ist auch gut so

    • Sportpapi sagt:

      Wo ist denn da der Widerspruch? Beziehungsweise, was ist eigentlich mit „natürlich“ gemeint? Natürlich ist das Verhalten in einem Restaurant nicht natürlich, sondern entspricht gesellschaftlichen Normen. Die gelernt werden müssen. Mit Liebe, Wärme, Nähe, Geborgenheit, Zuwendung, Zuneigung, Respekt, Geduld, Verständnis und Sicherheit. Aber auch mit klaren Ansagen. Denn: Im Restaurant nicht ruhig sitzen können mag ja noch gehen. In der Schule sollte es dann aber doch einigermassen möglich sein. Da dürfen die Eltern ruhig auch ein wenig vorbereitend mithelfen.

  • Andrea Mordasini, Bern sagt:

    Unsere Kinder werden demokratisch, bedürfnis- und bindungsorientiert erzogen. Wir betrachten und behandeln sie als gleichwürdige Mitmenschen und ziehen sie in recht viele Entscheide mit ein. Wir nehmen sie, ihre Gefühle und Bedürfnisse ernst und versuchen, diese zu befriedigen. Zudem haben wir uns für Kinder entschieden und diese gewollt. Nicht die Kinder haben uns ausgesucht. Also, ist es in erster Linie an uns Erwachsenen, uns an unser Kinder und deren Rhythmus anzupassen, und nicht umgekehrt. Sie sollen Kinder sein dürfen, rumtoben, spielen, lachen und sich schmutzig machen.

    • Gabi sagt:

      … Und am Tag X,irgendwann in der Pubertät oder so (wann eigentlich genau?) nehmen Sie sie dann beiseite und eröffnen Ihnen das bisher Undenkbare, oder wie?!

      „Du… Die Welt da draussen ist anders, als Du es hier kennst.“

      oder

      „Du kannst die Regeln dort draussen nicht durchhauen, aber Du musst nun wissen – bitte sei stark – , dass sich die Welt nicht nur nach Deiner Pfeiffe dreht.“

      Das Unangenehme an solchen Diskussioinen ist die Selbstverständlichkeit, mit der jeweils so getan wird, als ob die Kinder noch nicht einmal Kinder sein könnten, wenn die Erwachsenen sich ihnen NICHT anpassten

      • pixel sagt:

        Schön gesagt Gabi, insbesondere der letzte Satz!
        Eine wirklich gute Freundin von mir hat eine 4.5 jährige Tochter. Die mag ich einfach nicht. Ein kleines, vorlautes und verwöhntes Kind, welches mit quasi Null Aufwand alles bekommt was es grad so möchte. Ein Märtyrum für jeden Beteiligten in dem Moment. Schlimm genug, sich das eingestehen zu müssen, da es sich um die Tochter meiner Freundin handelt. Noch schlimmer, dass ausgerechnet diese eine Kinderpsychologin ist. „Nein“, das hat sie zu ihrem Kind noch NIE gesagt. Und dann hab ich auch verstanden, weswegen ich die Kleine nicht mochte.

  • Andrea Mordasini, Bern sagt:

    Liebe Sibylle Lüpold, vielen Dank, sie sprechen mir, einer Mutter zweier wilder und neugieriger Kinder, aus dem Herzen! Ich bin und war geschockt über den Artikel im „Das Magazin“ und dass die französische Erziehungsmethode als Vorbild und nachahmenswert betrachtet wird. Was ist denn so erstrebenswert daran, seine Kinder zu stillen, braven, angepassten Muschel essenden Marionetten ohne Entscheidungsfreiheit und ohne eigene Meinung zu dressieren? Wir bevorzugen weder den autoritären noch den antiautoritären Erziehungsstil, sondern haben uns für die goldene Mitte entschieden.

    • pedrodesconocido sagt:

      Habe keine grosse Ahnung davon, wie Franzosen oder Schweizer ihre Kinder erziehen. Was aber auffällt ist, dass Franzosen (jung und alt) einiges mehr an – nennen wir’s mal „Zivilcourage“ – aufweisen als Schweizer. Während der Schweizer sich duckt und aus Angst vor Jobverlust Steuersenkungen und eine Umverteilungspolitik von unten nach oben stillschweigend schluckt, geht der ‚Franzose‘ wenigstens auf die Strasse und zeigt sich solidarischer mit seinen Mitbürgern als der ‚Schweizer‘.

      • xyxyxy sagt:

        ja dafür bewundern wir den Franzosen – wie er täglich den STaat betrügt mit Schwarzarbeit und dann aber findet er habe das Recht mit 55 in Pension zu gehen, dass das der Staat, dem er die Steuern vorenthält, bezahlen soll ob jetzt das realistisch ist oder die ganze Nation den Bach runter reisst …. dafür bewundern wir den Franzosen.
        Und weil wir solche Duckmäuser sind, geht es uns ja soviel besser in der Wirtschaft und allg. Wohlstand. Darum ist ja die Schweiz auf Platz 1 im Ranking in welchem Land ein Kind die besten Möglichkeiten hat. – Oh Herr, gib Hirn!

      • Pinky sagt:

        @xyxyxy
        schon wieder diese Vorurteile und das nachplappern von allem was in den Medien steht. Wer ist denn mit 55 Jahren schon in Rente in Frankreich? Also ich kenne niemanden!

  • Big Mama sagt:

    Endlich mal eine liebevolle Mutter!

    • pixel sagt:

      Ja, ENDLICH. Das muss schon hart sein, so ein Leben nebst all den unsorgsamen, gehässigen, intoleranten, selbstgefälligen, karrieresüchtigen Muttis.

      • Pinky sagt:

        überhaupt nicht hart! Und ich verfolge übrigens trotz Kinder meine Karriere. Wie die meisten Mütter hier in Frankreich bin ich nach dem Mutterschaftsurlaub wieder arbeiten gegangen. Habe 2 Kinder und arbeite 100%.
        Ich verfolge diesen Blog nun doch schon seit einiger Zeit und die Unterschiede zwischen der CH und F sind unglaublich. Ich hoffe, dass die Schweizer Frauen aufhören sich selber so einzuschränken und die ganz Sache einfach ein bisschen lockerer sehen. Die Männer machen dann bestimmt auch mehr mit bei der Kinderbetreuung.

  • Pinky sagt:

    Dieser Artikel ist einfach nur herablassend für alle Franzosen. Ich lebe seit 15 Jahren in Paris mit meiner Familie.Unsere Kinder sind meistens mit uns ins Restaurant gekommen,da dies in Paris sozusagen zur Kultur gehört. Wenn man in der Öffentlichkeit ist, da gehört einfach ein Minimum an Anstand dazu und da können die Kinder auch schon mal vom Tisch, aber nur wenn es die Kellner oder Leute nicht stört. Und wenn sie dann zu unruhig sind, dann geht man halt einfach wieder heim. Und stillen im Restaurant das geht doch einfach gar nicht. Meine Kids dürfen übrigens auch im Regen Fussball spielen

    • Nina sagt:

      Danke! So wahr! Und daraus werden dann Dinge abgeleitet wie Mütter zurück an den Herd bzw. zur alleinigen Aufzucht ihrer Sprösslinge. Dabei, wenn man sich’s richtig überlegt, weiss man genau, dass Eltern, die sterben, zwar nicht als Personen, aber sehr wohl in ihrer Funktion ersetzbar sind (zum Glück). Und dass aus Kindern mit schrecklichem familiären Hintergrund ganz erfolgreiche, glückliche, verantwortungsvolle Erwachsene werden können (zum Glück). Ich jedenfalls kenne solche. Was die Wichtigkeit der leiblichen Eltern automatisch relativiert, wenn man mal richtig drüber nachdenkt…

      • xyxyxy sagt:

        vielleicht ist das Thema auch zu komplex, dass sie in der Lage sind daraus die richtigen Schlüsse zu ziehen

        denn eins ist klar: so eindeutig Temperament/Veranlagung etc. genetisch festgelegt sind – so eindeutig ist der Einfluss des Umfelds – Eltern sind Teil des Umfelds und können das weitere Umfeld steuern (Schule/Freundeskreis) – abwesende Eltern überlassen das Umfeld dem Zufall – je nach genetischer Veranlagung kann das … ins Auge gehen.
        (Eigentlich stand das ja auch im Artikel – trotz des reisserischen Titels.)

      • Sportpapi sagt:

        @Nina: Wenn Sie aus dem Text die Erkenntnis ziehen, dass die Eltern keine grössere Bedeutung haben, dass ihre Erziehungsarbeit, ihre Präsenz, ihre Vorbildfunktion vernachlässigt werden kann (und diese Investition deshalb auch unnötig ist), dann haben Sie aber wohl auch etwas falsch verstanden.
        Nebenbei: Mütter zurück an den Herd ist etwas anderes als Eltern betreuen und erziehen ihre Kinder selbst und nehmen die entsprechende Verantwortung selber wahr. Es geht ja weder um Kochen, noch Haushalt generell bei dieser Frage.

  • Tobias Meyer sagt:

    Der Artikel im Magazin hat den Nagel auf den Kopf getroffen. Allerdings scheint die Methode von Frau Lüpold ja auch zu greifen… Aber ein bisschen Anstand in der Öffentlichkeit schadet nicht und ein bisschen Strenge den Kindern gegenüber auch nicht – gerade heutzutage: Warum können Kinder z.B. nicht auch dazu erzogen werden, dass sie etwas ruhiger sein müssen, wenn ihre Mutter grad telephoniert, wie im Artikel beschrieben? Man kann und sollte auch Respekt von den Kindern erwarten! Oder wie sollen sie später zurecht kommen im Leben, wenn sie plötzlich merken, dass es noch andere Menschen gibt…?

  • Markus Sennheiser sagt:

    Also die Schweiz ist auch nicht gerade als Kinder oder Familien – freundlichsten Land bekannt.
    Zudem haben wir einen Trend von Behörden und Pedagogen die das Gefühl haben bis tief in Familienstrukturen eingreiffen zu müssen. Und zuletzt macht es einen wesentlichen Unterschied ob man in einen Haus oder Wohnung lebt. Wir, lebensfreudige, laute 4 Köpfige Familie, wären schon lange aus sämtichen Wohnungen rausgeschmissen worden. Diese in einen EFH freie art zu leben mainifestiert sich alt nun in der höffentlichkeit durch grösseren Lärmpegel und ist verständlich dass es nicht jeder gut heisst.

  • adriana sagt:

    danke danke danke frau lüpold!!!!

  • Markus sagt:

    Unser Sohn durfte dieses Jahr für eine Woche in den Schüleraustausch nach Frankreich, der Sohn der anderen Gastfamilie war einen Monat früher bei uns. Während sich die Schweizer Kinder wieder auf die Rückreise freuten, erlebten wir als Gastfamilie (und nicht nur wir), dass die Kinder aus Frankreich ihren Aufenthalt in der Schweiz verlängern wollten. Der 12-jährige Junge erlebte zum ersten Mal was Kindheit bedeuten, dass man auf Bäume klettern kann, dass man ein Feuer machen und Würste darüber bräteln kann und dass Fussballspielen bei Regen erst richtig Spass macht.

    • gabi sagt:

      Das muss ja echt die Hölle sein, da drüben!

      (by the way: auch in Österreich können Sie nicht einfach irgendwo am Waldrand Feuer machen und Würste braten. – Nicht mal als Erwachsener und nicht mal bei Regen)

      • pixel sagt:

        Gabi, in der Schweiz auch nicht. Das „irgendwo“ am Waldrand dürfte eine offizielle Feuerstelle gewesen sein.

      • Gabi sagt:

        Wirklich? Darf man nicht, wild? Ansonsten?

        Hab ich ja wirklich oft – und besonnen – gemacht.

        Hier trau ich mich das tatsächlich nicht mehr, nachdem – ausgerechnet bei Regen! – nullkommanix ein selbsternannter Hilfssheriff wie aus dem Nichts heraus vor mir stand und en Riesengetöse verantstaltet hat, was ich den Wald gefährden würde… Während wir alle kltischnass wurden!

      • pixel sagt:

        Ich glaube nicht. Aber ich geb zu, ich bin nicht so der Brätel-Fritz. Ich meinte, es ist tatsächlich nur an Feuerstellen erlaubt, deren es jedoch, so meine Wahrnehmung, zu Hauf gibt. In gewissen Naturparkgebieten und dgl. scheint mir gar alle 150 m eine zu sein.

      • Sportpapi sagt:

        Brätel-Fränzi… 🙂
        Nach meinem Wissen darf man in der Schweiz, Ausnahme Tessin, in allen, auch in privaten Wälndern Feuer machen. Aber natürlich sollte man dann selber eine geschützte Feuerstelle kreieren. Und dafür sorgen, dass das Feuer gelöscht ist, bevor man geht (Männer haben es da ein bisschen einfacher 🙂 )

      • pixel sagt:

        Ach ja, das Fränzi! 😀

  • yvonne sagt:

    „Sono solo bambini“, (es sind nur Kinder) eine der häufîgsten Rechtfertigungen für schlechtes Benehmen von Kindern in Italien.
    Nein, sage ich da: es sind die zukünftigen Erwachsenen, die später mit schlechten Tischmanieren „Junkfood“ futtern, sich über
    alle Regeln hinwegsetzen und glauben die ganze Welt würde sich nur um sie drehen.
    Meinen Kindern habe ich viel Leine gelassen, aber bei Tisch gab’s keine Pardon – und es hat sich ausgezahlt.

  • Mario Montecarlo sagt:

    Ein wunderschöner Artikel,zeigt er doch,wie Vorurteile über andere Länder unseren Alltag prägen.Vor Tagen kam im TV ein Bericht über eine portugiesische Studentin in Dänemark.Sie war erfreut über die guten Studienbedingungen und hat inzwischen einen dänischen Freund.Gefragt,ob sie einmal in DK bleiben möchte,war sie eher skeptisch und begründete das damit,dass in den romanischen Ländern das Miteinander herzlicher sei.Ihr Beispiel:Während es in PT im Tram normal sei,neugierig-freundlich in einen Kinderwagen zu schauen,würde man in Kopenhagen dafür nur unfreundliche Blicke ernten.

  • xyxyxy sagt:

    Es geht doch nicht um entweder oder. Alles sind Aspekte einer guten Erziehung. Und das wichtigste ist, das richtige Mass, dieser verschiedenen Aspekte zu finden, individuell zur Familie passend.
    Ein Aspekt der mir auch fehlt ist derjenige, dass der Erziehungsstil auch zu uns selbst passen muss. Einige von uns sind legerer, andere ordentlicher. Logisch hat jeder seine Sächelchen, welche er auf dem Wertekatalog verschieden hoch einordnet. Langweilig wird es nur, wenn man dann meint, die ganze Menschheit müsse penibel die exakt gleiche Gewichtung der eigenen Werte haben.

      • xyxyxy sagt:

        uff – wenigstens jemand, der diesem Gedanken zustimmt.
        Manchmal fühle ich mich wirklich einsam. Danke Juno, sie zeigen mir, dass ich es nicht bin.

      • Juno sagt:

        mein Kommentar zu diesem Thema hängt irgendwo weiter oben leider in der Warteschlaufe. Warum auch immer..
        Bin voll und ganz Ihrer Meinung! Dazu kommt noch, dass nicht alle Kinder gleich ‚funktionieren‘. Erziehungstipps von Müttern/Vätern mit 1 pflegeleichten Kind gehen mir ziemlich auf den Senkel. Was beim einen bestens klappt, funktioniert beim anderen ev. überhaupt nicht. Es gibt DEN guten Eriehungsstil schlicht und einfach nicht. und Kinder sind auch nicht einfach ein Produkt unserer Erziehung. Den Charakter bringen sie zu einem schönen Teil selber mit. Zum Glück!

      • xyxyxy sagt:

        richtig – obwohl Pflegeleicht meist auch kein Zufall ist
        allerdings bringen eben nicht nur Kinder ihren Charakter mit, sondern auch wir. Von unserem Charakter geben wir den Kindern sowohl durch Gene und unser Verhalten sehr viel weiter.
        Ich denke, wenn wir das Einsehen, haben wir bei der Erziehung schon die halbe Miete. Aber dann sehen wir eben auch ein, dass wir die zweifelsohne RICHTIGEN und feststehenden Aspekte in einer sehr individuellen Mischung zur Anwendung bringen müssen.

      • Juno sagt:

        einverstanden. Ob pflegeleicht oder nicht hängt meiner Meinung nach von sehr vielen Faktoren ab. Der Genmix mischelt da ganz oben mit. Das sieht man, wenn man mehrere Kinder hat. Schon am ersten Tag sind sie halt einfach unterschiedlich. Erziehung und Umfeld, Vorbilder verstärken oder mindern Tendenzen und setzen den Rahmen, indem sich ein Charakter entfaltet. Aber der Charakter ist da von Tag eins an! (Das ist nicht ideologisch gemeint, reine Beobachtung..) Aber natürlich, unsere Kinder sind unsere Kinder. Sie haben unsere Gene und Kriegen uns als Umfeld ab.

      • xyxyxy sagt:

        sogar vorgeburtlich! wir haben von unseren zwei Ultraschall Bilder – der eine in Denkerpose – der andere wild am zappeln

        einfach köstlich – genau so unterschiedlich ist ihr Grundtemperament

        ansonsten völlig einverstanden: es ja eben dieser Mix, diese viele Faktoren, welche mich vor einfachen 0815 Rezepten zurückschrecken lassen. So gut die Rezepte auch sein mögen, im Alltag kommt es darauf an, sie in Weisheit auf die eigene Situation anzupassen. Ich wundere mich, dass ich darüber so wenig höre.

      • Juno sagt:

        Hm ist eben für viele einfacher nach Kochbuch zu kochen!

      • gabi sagt:

        Ich möcht das nicht grundsätzlich bestreiten.

        Ich glaube nur, dass die Frage berechtigt ist, ob denn das „einfach nur machen lassen – kommt dann schon irgendwie gut“ überhaupt als „Rezept“ hin zu nehmen ist.

        Der Begriff eines Rezeptes bedingt für mich doch zumindest eine grundsätzlich proaktive Haltung. Bei vielen Eltern seh ich jedoch gar nix ausser „Laisser-faire“…

        Als ob ich einfach nur die Zutaten auf dem Küchentisch liegen lassen muss und ev. noch eine Pfanne bereit stelle. Und sicher bin, das würde dann schon irgendwie zu einem köstlichen Essen, wenn ich nur lange genug weg bleibe

      • xyxyxy sagt:

        der Einwand ist berechtigt gabi – und er zeigt eben gerade die Krux der Geschichte: es kommt immer darauf an, wie man die Worte versteht, und wie sie im Alltag gelebt werden. Mich stört, dass dem praktisch niemand beachtung schenkt.
        Der eine sagt Disziplin – und das ist richtig. Doch was versteht er darunter? Dass er einfach seinen eigenen Kopf durchsetzt (also selbst undiszipliniert und asozial ist) und die anderen kuschen müssen?
        Der andere sagt Disziplin – und ist vl. in der Praxis nachlässiger – als ein anderer der „Verständnis“ sagt.

      • xyxyxy sagt:

        ich zum Beispiel gehöre auch zu den Optimisten, die schon glauben „dass es gut kommt“.
        Das ist meine Grundhaltung, aber im Hintergrund tue ich einiges dafür.
        Ein anderer teilt meine Grundhaltung – meint es aber ganz anders und liegt Grundverkehrt.

        Das ist das Problem der Worte. – Die Frage ist immer: Wie sind sie zu verstehen?
        Im Zeitalter von 400 Zeichen Blogs und Twitter … werden wir mal noch bös in die Wand laufen, mit unseren Statements.

      • Juno sagt:

        einfach nur machenlassen. Die Eltern oder die Kinder? 🙂 Die Kinder einfach nur machenlassen, davon hat glaub weder xy noch ich was geschrieben.. Ich glaube aber auch, dass Sie als Aussenstehender selten in der Lage sind, sich ein fundiertes Bild über die Erziehungsmethoden anderer Eltern zu machen. Schauen Sie doch einfach, dass Sie das selber so hinkriegen, wie Sie es sich in etwa vorstellen und erzählen sie uns DAVON.

      • Juno sagt:

        obiges ging natürlich an gabi

      • gabi sagt:

        Tue ich ja, Juno. Tue ich ja.

        Und ich wollte es auch gar nicht Ihnen beiden unterstellen: Natürlich haben Sie das nirgends so gesagt und auch kaum so gemeint.

        Aber eben: Wenn ich vom Hund lese, der die Tischreste in einem derartigen Mass wegschlabbert (was ich persönlich schon unappetitlich genug finde), dann darf ich mich schon frage, was in jendem Hause noch als „Rezept“ beim Theam Tischmanieren durch geht.

        Wo ich Ihnen allerdings wirkl. widerspreche:

        Auch als Aussenstehender kann man sich angesichts des Resultates oft ein recht gutes Bild der Erziehungsmethoden anderer Eltern machen

      • Juno sagt:

        @gabi: Sie haben nix verstanden von dem was ich geschrieben habe.

      • gabi sagt:

        Ich meine, doch.

  • A.Tschannen sagt:

    Wir waren letzten Sommer in Paris mit unseren zwei Kindern und haben extra im vorraus in „Kinderfreundlichen“ Restaurants gebucht. Es war aber schwer zu verstehen was an den Restaurants Kinderfreundlich sein sollte: Man konnte mit Kinderwagen nicht hineinkommen da es zu eng war. Es gab keine Kindersitze und erst recht kein Kindermenue. Als wir Nuddeln oder Pommes Fritz wollten, wurden wir abgewiesen: das gaebe es hier nicht! Ich denke, das einzige Kinderfreundliche war dass Kinder tolleriert wurden…herzlichen Dank!

    • Karl Klingler sagt:

      Französische Kinder essen eben kein Kindermenü, sondern nur Vier-Gang-Menüs.

    • Beat Meier sagt:

      …und wenn man tolle Kinder hat, dann wird man auch eher tolleriert 🙂

      • xyxyxy sagt:

        tollerieren
        ich mache auch viele Flüchtigkeitsfehler – aber da dieses Wort wiederholt falsch geschrieben wird, möchte ich doch mal so bünzlig sein: toleriert – hat nichts mit toll zu tun. Ausser eventuell man meint eine total übertriebene Toleranz welche beinahe an Tollheit grenzt.
        Also: nur mit einem l – ausser man meint es ironisch (da dies aber kaum jemand verstehen würde vielleicht besser sein lassen)

      • A.Tschannen sagt:

        Ich entschuldige mich für meine Rechtschreibfehler muss aber sagen dass ich noch viele machen werde. Ich spreche zwar 5 Sprachen, habe aber mühe mit dem Rechtschreiben, vor allem in Deutsch. Bin hauptsaechlich im Ausland aufgewachsen und schreibe lieber auf Englisch. Nach einer Studie kommt dies mit Leuten die mehrsprachig aufgewachsen sind oft vor. Also bitte ich um Verstaendniss. Ausserdem habt Ihr mich ja verstanden, was in diesem Fall am Wichtigsten ist, oder?

      • alien sagt:

        Das Problem mit Rechtschreibfehlern ist, dass sie auf meinen Lesefluss als Stoppsignal wirken. Egal, wie tolll der Inhalllt ist, ich werde ihn nicht lesen… Ja, das ist ein Deffeckt.

      • Bea Meister sagt:

        Herr Tschannen – all diese „Belehrer“ sind Kleingeister. Sie können der Versuchung, ihr überaus grosses Wissen zu demonstrieren und sich damit erhaben zu fühlen, eben nicht widerstehen. Für kleinliche Menschen kommt wohlwollendes Uebersehen leider nicht in Frage. Schade, derartige Grosszügigkeit kostet nämlich nichts.

    • mira sagt:

      Naja, wenn man in einem fremden Land ist, dann kann man doch auch mal was anderes Essen…

    • Klicki sagt:

      Ich weiss nicht, was an diesen öden Junk-food-Kindermenus kinderfreundlich sein soll. Wenn es nur darum geht, den Weg des geringsten Widerstands zu gehen, könnte man gleich eine Tafel Schoggi auftischen. Mehr Fantasie von seiten der Wirte wäre gefragt. Da haben die Franzosen schon recht.

      • A.Tschannen sagt:

        Kalte Suppe mit Krabbenfleisch, Gurken und Meerrettich…war ein bisschen zu Exotisch für meine Tochter…

      • xyxyxy sagt:

        tschannen kein Problem – ich erwähnte es nur, weil es eine sehr oft gesehene Krankheit ist das Wort mit zwei LL zuschreiben. Wahrscheinlich haben sie es deshalb mit zwei ll geschrieben, weil sie es schon öfters so gesehen haben.

      • pixel sagt:

        Tschannen: Das wäre selbst für mich zu exotisch! 🙂

      • A.Tschannen sagt:

        @Pixel Die Suppe war wirklich köstlich! Das Französische Essen ist ein anderes kulinarisches Erlebniss! Einfach nicht für Kinder…oder sagen wir Mal, unsere Kinder die es nicht gewohnt sind.

      • Pixel sagt:

        Tschannen: glaube ich Ihnen sofort! Ich hab’s nur nicht so mit den Krabben 😉

  • tigercat sagt:

    Ob ein Minipig nicht besser geeignet ist für das Beseitigen von Essensresten? Und Spanferkel kann man später auch noch draus machen…

  • mapilapi sagt:

    Danke für diesen Artikel!
    Habe mich über die letzten Jahre immer wieder über diese mediale Verherrlichung der französischen Erziehung/Konditionierung genervt.
    Habe selber vier Kinder, denen ich versuche, Eigenständigkeit und Selbstreflexion vorzuleben. Bei Kindern gibt es nichts zu (Er-)ziehen. Ein Kind lernt soziales Verhalten ebenso, wie es die Sprache lernt – durch Nachahmung.
    Cheers

  • Auguste sagt:

    hmm…, all jene, die glauben, der vorbildliche restaurantbesuch sei eine erziehungsmesslatte, muss ich leider enttäuschen. gute tischmanieren und parkettsicherheit sind nur eine frage des drills. erziehung bedeutet kinder auf den weg der erkenntnis zu führen. im idealfall werden sie einmal aufgrund vermittelter und gelebter werte in der lage sein, vernünftige entscheidungen zu treffen. und wenn es besonders erfolgreich abläuft, kommen dabei mehr gute als schlechte heraus.

    und keine sorge, auch schlechte haben ihren wert, selbst wenn sie einen blöderweise meist teurer zu stehen kommen.

    • tina sagt:

      🙂 ich finde, da haben sie sowas von recht

      • Juno sagt:

        Verbreitet ist auch die seltsame Annahme, dass jedes nicht kniggekonforme Verhalten eine direkte Folge der (falschen) Erziehung ist. Wenn meine Kinder schon mit 5 nie etwas ‚Falsches‘ oder ‚Unerlaubtes‘ täten, würde ich mir schon sehr Sorgen machen. Und mit 15 erst recht.

    • Pascal Sutter sagt:

      wahre worte. da muss man nix mehr dazu sagen.

    • Theo sagt:

      Ich würde nicht von ‚Drill‘ sprechen, sondern von Kultur!

      Bei gewissen Tätigkeiten (z.B. beim gemeinsamen Essen) steht für einmal nicht der unbändige Selbstentfaltungstrieb von Kindern und Erwachsenen im Vordergrund, sondern die kulturelle Handlung – auch eingedenk der tatsache, dass es noch vor 100 Jahren auch in Frankreich nur sehr wenigen Kindern vergönnt war, einmal in der Woche ein Stück Fleisch an einem Tisch mit der Familie zu sich zu nehmen.

      Es hat mit Demut und Kultur zu tun. Nicht mit verschiedenen Ansichten von Erziehung.

  • Wozu sagt:

    Ach dieser ganze „french mom“-Wahn ist doch voller Klischees und halbwahrheiten, und hat mit der Realität nicht viel zu tun. Die Realität ist vielfältig und bunt gemischt, da gibt es kein „alle Französischen Eltern tun dies“ und „alle französischen Kinder sind so“. Aber wenn jemand mit so einem buch einen Best-seller landen kann, dann sei es ihr gegönnt, wie auch der Tiger-Mom gegönnt sei, dass ihr buch dank der Empörung, die es ausgelöst hat, zu einem Bestseller wurde…

    • Klicki sagt:

      Das besagte Buch ist aus amerikanischer Perspektive geschrieben. Der durchschnittliche Schweizer Erziehungsstil liegt vermutlich etwa in der Mitte dazwischen.

  • mägi sagt:

    …ich find die Franzosen machens nicht SO schlecht. Lieber das, als falsch verstandene „Liebe“ in Form von Antiautorität. Ein bisschen mehr Disziplin hat auch uns damals nicht geschadet. Wir wissen trotz Stillsitzen etc. noch wie man das Leben geniesst und haben das Lachen nicht verlernt.

  • Fred David sagt:

    Schön, wie viele hier sehr genau über französische Erziehungsmethoden Bescheid wissen. Mich würden mal Stimmen von Franzosen dazu interessieren, die das durchlaufen haben und ob sie über CH-Erziehungsmethoden genau so intim und abschliessend Bescheid wissen.

    ps. Ich liebe Kinder und ich liebe Frauen, aber ich mag beim Essen im Restaurant keine stillenden Mütter neben mir, ebenso wenig wie rumlärmende und -pöbelnde grössere Kinder, deren Eltern nicht darauf achten. Und man komme mir nicht damit, das sei etwas ganz Natürliches. Es gibt auch vieles andere „ganz Nürliche“.

  • Hermann sagt:

    Meine Kinder sind wie Ihre, Frau Lüpold. Manchmal aergern sie uns, manchmal freuen wir uns mit und an ihnen. Wir sind weder fanatische Grenzensetzer, noch idealistische Freiheitsmissionare, sondern wir leben einfach mehr oder weniger friedlich zusammen. Meine Eltern waren sehr streng mit uns gewesen, doch sobald wir Kinder dann allein waren, schlugen wir uns die Koepfe ein. Ich wiederhole das nicht mit meinen.

  • Pippi Langstrumpf sagt:

    Die Jugendgewalt in F ist nicht höher als anderswo, mit Ausnahme der Einwanderer-Brennpunkte. Es ist kein Problem der französischen Kinder. Ich nehme nicht an, dass die Einwanderer ihre Kinder nach französischen Massstäben erziehen, nur weil sie dort wohnen. Das Problem von Neukölln gibt es in F schon sehr viel länger und viel ausgeprägter! Die Probleme werden verursacht durch Leute, die in die Sozialnetze einwandern und gar nie im Sinn haben, sich auch nur minimal anzupassen. Nein, nicht alle, zum Glück! Vor allem Mädchen schaffen immer wieder den Aufstieg, s. Dati. Differenzieren bitte!

    • gabi sagt:

      Ah… Pippi: Gut dass Sie da sind.

      (bei Ihnen hab ich ja keine Hemmungen mit Off-Topic… Sie zerren ja jeweils auch noch jede Leiche auf die unpassendste Bühne, wenn es Ihrem Pasdaran-Mantra dient)

      Gucken Sie bloss, was ich da grad entdecken musste:

      http://www.spiegel.de/wissenschaft/mensch/psychologie-pornodarstellerinnen-in-den-usa-sind-gluecklicher-a-869328.html

      Sie Ärmste!

      Immer diese Tiefschläge durch die Realität da draussen…

      🙂

      • Pascal Sutter sagt:

        Postkoitale Happyness ist aber auch nicht der grad allen Glücks, oder?

      • Auguste sagt:

        hmm…, sind wir wieder mal halbschlau heute, gabi?

      • gabi sagt:

        Wieder mal neidisch, nicht mal die 50%-Hürde zu schaffen, heute, Guschti?

        🙂

        😀
        🙂
        😉

      • Auguste sagt:

        hmm…, gabi, sollte neid jemals ein thema für mich werden, werde ich mich dabei gewiss nicht nach unten orientieren.

      • gabi sagt:

        Komisch:

        Grad Sie? Unser Kellerfantasien-Spezialist, kann sich nicht nach unten orientieren?

        🙂

        😀

        PS: Abgesehen davon… Alleine, dass Sie ausgerechnet dieses unpassende Bild dafür wählen, spricht eher dafür, dass

        B die unter 50%-Aussage zutrifft

        aber vor allem

        A Sie den Bezug zur „Halbschlau“-Aussage nicht nachvollziehen können…

        …Was halt wiederum nahelegt, dass B ziemlich genau zutrifft.

        Na kommen Sie: Gucken Sie doch mal hier hoch aus Ihrem kleinen Verschlag da unten. Würde Ihnen nur gut tun!

        In Ihrem feuchten Kellerloch, da unten, läuft Ihnen doch bloss die Nase!

  • Susi Meier sagt:

    Hallo? Ist das jetzt ein Aufruf, unsere Kinder nicht zu erziehen? Das wurde schon vor knapp 20 Jahren propagiert und das Resultat sieht man wenn man Freitag und Samstag Abend auf die Strasse geht!.. Natürlich brauchen Kinder Freiraum, Zeit zum Toben, Unterstützung und Zuwendung, aber sie brauchen auch Grenzen, sie müssen lernen, dass sich nicht alles (inll. das Leben der Eltern) immer nur um sie dreht und vor allem begreifen, dass ihr Handeln Konsequenzen nach sich ziehen kann.

  • Barbara Blatter sagt:

    Wäre es nicht so kompliziert dem TagiMagi einen Leserbrief zu schreiben, ich hätte es getan. Auch ich war mit 5 Kindern diesen Herbst in der Grande Nation unterwegs. Meinem Teenager und seinem Bruder ist es jedenfalls mehrmals aufgefallen, dass Französische Eltern oft rumschreien um die Kinder ruhig zu bringen. Das auch im Restaurant. Für meinen Teenie befremdend.

    • extraterrestre sagt:

      1/ mir ging es genau so mit dem leserbrief. ich lebe seit ein paar jahren in paris und habe einen 2-jährigen sohn, der hier 2 tage pro woche in die krippe geht. ich beobachte vieles, in der krippe, auf den spielplätzen, etc. ich bin grundsätzlich dafür (und versuche dies auch nach bestem wissen und gewissen bei meinem sohn), dass anstand und soziale regeln gelernt und eingehalten werden müssen. in der krippe sind die erzieherinnen sehr diszipliniert, aber auch sehr liebevoll, zum glück. im alltag erlebe ich des öftern ohrfeigen, anschreien, etc., z.t. von ganz kleinen, die nicht mal richtig

    • extraterrestre sagt:

      2/ verstehen, was sie eigentlich falsch gemacht haben (falls das überhaupt der fall ist). mich macht es oft traurig. die auswirkungen auf die gesellschaft sind m.M. nach arroganz, egoismus und unfreundlichkeit. dies erlebe ich hier tagtäglich. ich kann jedoch nur für paris sprechen, den rest frankreich’s kenne ich nicht.

  • Hans Müller sagt:

    Es tut mir schrecklich leid, wenn ich gewisse Leute aus ihren rosaroten Wolkenschlössern rausholen muss. Aber das Leben ist nunmal kein Zuckerschlecken. Bei der Erziehung von Kindern sollte das primäre Ziel sein: disziplinierte, angepasste und vor allem Produktive Mitglieder unserer Gesellschaft hinzukriegen, die später nicht anderen auf der Tasche liegen…! Das liegt im Interesse ALLER Beteiligten.

    • Pascal Sutter sagt:

      Hört, hört! Da wünscht sich einer den Kommunismus zurück

    • Auguste sagt:

      hmm…, nötzli ist tot, es lebe francine jordi!

      youtube: francine jordi – das feuer der sehnsucht

    • Wildkatze sagt:

      „…sollte das primäre Ziel sein: disziplinierte, angepasste und vor allem produktive Mitglieder unserer Gesellschaft hinzukriegen…“ – ich glaub‘, mir wird grad so was von schlecht! – „konsumfreudig“ haben Sie noch vergessen, Müller.

      • Hans Müller sagt:

        Romantik beiseite: Haben Sie schon mal überlegt, was passieren würde, wenn niemand mehr konsumfreudig wäre? Die derzeitige Wirtschaftskrise wäre ein Zuckerschlecken dagegen…!

      • Wildkatze sagt:

        Leute wie Sie, Müller, die an ein immerwährendes Wirtschaftswachstum glauben, sind in 1. Linie für den heutigen desolaten Zustand unseres Planeten verantwortlich. Dass Sie den Begriff „Nachhaltigkeit“ nicht verstehen, haben Sie mit Ihrem Votum eklatant bewiesen. Man kann auch Arbeitsplätze schaffen, ohne dass dabei immer neuer Mist und Müll durch stetig steigenden Konsum konstruiert wird. Aber nicht alle Leute scheinen so weit denken zu können.

  • Norbert Schädler sagt:

    Ich bevorzuge Orte wo Kinder mit Erziehung verkehren und keinen von den Eltern zugelassenen Terror ausüben. Schweizer Wirte von guten Restaurants nehmen sich endlich das Recht heraus auf ihre unternehmerischen Rechte mit Rücksicht auf ihre Klientel zu pochen. Ungezogene verwilderte Eltern mit Affenliebe – oder gar keiner – sollen sich mit ihren ungezogenen Bälgen unter ihresgleichen bewegen.

    • gabi sagt:

      In guten Restis gibt´s ja aber auch nen Napf für brave (äh.. okay: ev. doch ein Problem) Hunde, meist in einigem Abstand zu den Speisetischen. Da kann sich dann ja die ganze Schar drum installieren.

      😉

      • Pascal Sutter sagt:

        Schweizer Wirte… wenn man anruft, und für Tisch mit Kind reserviert muss man oft den Kinderstuhl dann selber aus dem Säli holen, der Wunsch nach einer kleinen Portion wird meistens ignoriert, platziert wird man meist dann irgendwo zuhinderst oder neben der Küchentüre, der Sirup kommt aus dem Stiefel mit einem Röhrli in Schlauchgrösse. Mein Rezept dagegen ist, gleich mit der ganzen Kindergang anzureisen wo sich die Väter/Mütter erst von der Gruppe lösen und den Speiseplatz nach den gegebenen Regeln der Kinderfreundlichkeit einrichten. So gibts keine Probleme. Heisst ja auch Gasthaus.

  • Clemens sagt:

    Der Mensch hat eben seine liebe Mühe mit Inkonsistenz. Es kostet Mühe sein eigenes (und nach drei Kindern zweifellos mit etlichem Aufwand verbundenes) Verhalten auch mal zu hinterfragen. Oder auch nur zuzugeben, dass andere vielleicht auch mal recht haben könnten. Ach wie bequem und schnell zur Hand ist da eine schwarz-weiss-Rhetorik.

    Ich erziehe mein Kind mit klaren und von ihm manchmal als hart empfundenen Grenzen und – ja, Frau Lüpold – AUCH mit Verständnis und viel Liebe.

    • gabi sagt:

      … Vielleicht fehlt Ihnen einfach ein Hund unter dem Esstisch, Clemens?

      🙂

      • Hans Koller sagt:

        So ein Hund ist toll, er kann die verpasste Erziehung der Kinder ein wenig aufpolieren (verstecken). 😉

      • gabi sagt:

        Ich würd dem Hund immer etwas Scheuermilch in seinen eignen Napf geben.

        Da sind die Speisereste der Kinder (wie im alten Rom, fast!) dann nicht nur weggeschleckt, sondern der Bodenbelag selber ist gleich auch etwas gepflegter.

        (ganz abgesehen davon, dass der Hundeatem gewiss auch etwas frischer duftet)

        🙂

        Übrigens witzig: Ich hab das Gefühl die Essmanierentisch könnten von Homer Simpson stammen!

      • gabi sagt:

        EssmanierenTIPPS sollte es heissen!

      • Clemens sagt:

        Ich kann mich des Eindrucks nicht ganz erwehren, dass sich Ihre Frage nicht so ganz auf meinen ursprünglichen Kommentar bezieht, gabi, aber ich kann mich täuschen… passiert mir hin und wieder.

      • Gabi sagt:

        Stimmt. Hab etwas weiter assoziiert. Dabei aber gewiss nichts gegen ihren Beitrag einzuwenden gehabt.

        Schlimm?

  • Auguste sagt:

    hmm…, im ehemals imperialistisch-zentralistisch geprägten frankreichen ticken die uhren und die einwohner natürlich anders als hierzulande. man strebt ein diffuses bürgerliches ideal an und das schlägt natürlich auch auf die kindererziehung durch. das findet sich auch bei uns, nur nicht in der hiesigen mittelschicht, die in der mehrheit – nimmt man die zürcher grundstufenabstimmung als indiz – immer noch einem klassenföteli-ideal aus längst vergangenen zeiten nachhängt. das selbe machen die franzosen – nur etwas mehr „élevé“.

    youtube: tracy lawrence – time marches on

    • Jacques Dutronc sagt:

      Bevorzugen Sie denn die Erziehung à la französischer Banlieu?
      Unter Banlieu meine ich die „Problem-Banlieus“ – es gibt nämlich auch andere…

      • Auguste sagt:

        hmm…, nein, m. dutronc. in die heutige erziehung fliesst überall bewährtes aus der vergangenheit, die trends der gegenwart und eine prise zukünftiges – z.B. der blick nach asien, stichwort: tiger-moms. gerne orientiert man sich an wirtschaftlich erfolgreichen beispielen, weil das eher dazu führen könnten, das beste für seinen nachwuchs zu erreichen. wohlstand – so bescheiden er auch sein mag – schlägt not alle tage. die vorstädte taugen nirgendwo als vorbild – nicht mal hier.

  • Erika sagt:

    Überraschenderweise ist es so wie Frau Lüpold schreibt. Wir lebten im Ausland mit vielen Franzosen zusammen und unsere Tochter ging auf eine Schulanlage, welche die Deutsche sowie die Französische Schule beherbergte. Während die Deutschen einen ähnlichen Stil wie die Schweizer Staatsschulen unterhalten, geht es auf der französischen Seite recht militärisch zu und her, mit Trillerpfeife etc. Dafür verlieren den französischen Kinder dann die Beherrschung auf dem Schulbus und am Wochenende. Wir Deutschschweizer haben im Allgemeinen eine nicht akkurate Wahrnehmung über die franz. Gesellschaft.

  • gabi sagt:

    Mir scheint immer wieder, dass Menschen in unseren Breiten vor allem vom Gedanken eingenommen sind, sich ein Wesen heran zu züchten, dass sie auf jeden Fall, immer, vorbehaltlos, liebt.

    Wenn dann noch die Idee, dass die Grösse der Liebe direkt mit dem Grad des „frei“ sein lassen interagiert, zusammentrifft, kommt´s, wie´s halt kommen muss.

    Das Kind wird erstens überfordert, indem es in vielen Situationen bereits entscheiden soll, was es will… In denen es schlicht noch nicht wissen kann, was es will.

    Das Kind lernt schlecht mit einem klaren „Nein“ um zu gehen (lernt nicht, mit

    • tststs sagt:

      „ein Wesen heran zu züchten, dass sie auf jeden Fall, immer, vorbehaltlos, liebt….“ Ich glaube, vom Grundgedanken her sind wir auf der gleichen LInie. Vorschlag, wie man es auch sagen könnte: Immer mehr Eltern fürchten, dass sie bei ihren Kindern nicht mehr BEliebt sein könnten, wenn sie mal was konsequent verbieten…

      • tststs sagt:

        Auf jeden Fall bieten sie ihren Kindern nicht mehr die Reibungsfläche, die Kinder und Jugendilche eigentlich brauchen, mMn, um ein gesundes Selbstbewusstsein zu entwickeln…

    • gabi sagt:

      Frustration um zu gehen).

      Das Kind ist später überfordert im sozialen Umgang mit Anderen, die das eben können.

      Das Kind hat mehr Mühe sich bewusst zu werden, dass auch Andere Bedürfnisse haben, wenn diese klar von seinen Eigenen abweichen (also nicht „dökterle“ und auf eben auch Rücksicht genommen werden muss, fürs Erwachsenwerden.

      Typisch für diese sehr unreife Haltung ist dann jeweils die – im Übrigen sehr kindische – Vorstellung, eine andere Gangart MÜSSE JA ZWANGSLÄUFIG die Kreativität und Phantasie des Kindes beschneiden.

      • gabi sagt:

        Voll bei Ihnen tststs…

        „Freiheit“ hat nur einen Wert, wenn ich mir bewusst bin, von WAS ich frei bin; bzw. von was ich mich befreien will. Umgekehrt gesagt: Ich den Grad meiner Unfreiheit wählen kann.

        Dass dies bei einem abhängigen Kind gar noch nicht sein kann, liegt auf der Hand.

        Für seine spätere, eigene Vorstellung von „Freiheit“ sei nur gesagt: Auch um etwas zu überwinden, muss ich mich erst mal dran festhalten können.

      • gabi sagt:

        Mir sagt das hier eigentlich genug:

        “Angenommen, französische Kinder sind tatsächlich «besser erzogen» (was auch immer das heisst)… ”

        Ja. Was immer das auch heisst.

        Und wichtig für die Kreativität und die Phantasie der Kinder ist zudem ein Hund. Der schleckt die Söierei unter dem Tisch auf, weil man selber ja gar nicht fähig sein will, die Kinder dahingehend zu erziehen, dass sie ev. auch mal in einem Resti nicht nur wirken, als sei es für sie der Ausdruck ihrer Elternliebe, dass sie bloss wie aus einem Napf zu fressen vermögen.

        Der Beitrag der armen Frau ist einfach nur peino.

      • gabi sagt:

        …Obwohl das mit dem Napf, aus dem Kind dann wohl am Liebsten isst, in einem Haushalt mit Schvvweinerei-wegschleckenden-Hund sicherlich als zweckmässigstes Einheitsgeschirrr angesehen werden darf!

        🙂
        😀

    • Auguste sagt:

      hmm…, zu weit gesucht. die auf diesem planeten wahrscheinlich verbreitetste aussage von eltern ist wohl: wir wollen nur das beste für unsere kinder. wir wollen geliebt werden von unseren kindern? – alle menschen wollen von irgendwem oder -was geliebt werden, warum also nicht auch vom nachwuchs dafür, dass man ja auch das beste für ihn erbringen will – ob das nun eine tägliche reisportion oder ein harvard-studium ist.

      wer jedoch „geliebt werden“ als dank für seine elterlichen bemühungen als ziel setzt, dem stehen schon in der pubertät harte jahre bevor. gut sind die meisten vernünftiger.

      • Brunhild Steiner sagt:

        …diese haben wohl schon in der Trotzphase- so eine vorhanden-
        relevante Existenzängste…,
        aber wie Sie sagen, die meisten haben wohl vernünftigere Ziele- und werden die auch vernünftig angegangen wird das mit der Liebe als Bonus mit dabei sein 🙂

  • gustav marxel sagt:

    die sog. disziplin der französischen kinder wurde und wird durch die in frankreich noch immer erlaubte prügelstrafe erreicht. als einziges eu land hat frankreich noch kein verbot der körperlichen züchtigung bei kindern. kurz: frankreich hat in sachen kindererziehung noch einen „gewalt-„igen rückstand!

    • Juno sagt:

      Genau so ist’s. Geht immer etwas vergessen in der ganzen Diskussion. Den meisten französischen Eltern sitzt die Hand ganz schön locker. Ob man das nun rückständig findet oder nicht – wenigstens erwähnen sollte man das schon.

    • Katja sagt:

      Ich habe selten so viele Eltern gesehen, die ihre auch ganz kleinen Kinder aus nichtigstem Anlass „klapsen“ wie dieses Jahr in den Ferien in Frankreich.

      • gabi sagt:

        Wie schnell ist doch das Wort „Rückständig!“ zur Hand, wenn man sich sicher ist, an der Spitze des Fortschritts, des Besseren, des Lichts, zu stehen.

    • gabi sagt:

      Sorry, natürlich hier unter Gustav Marxel:

      Wie schnell ist doch das Wort “Rückständig!” zur Hand, wenn man sich sicher ist, an der Spitze des Fortschritts, des Besseren, des Lichts, zu stehen.

  • Mangelnde soziale Integration oder fehlende Sprachkenntnisse können bei Eltern mit Migrationshintergrund zur Überforderung führen. Pro Juventute unterstützt speziell solche Eltern im Zusammenleben mit ihrem Kind und geht mit «Unser Kind», einem Elternratgeber für Migrantinnen und Migranten, auf ihre spezifischen Bedürfnisse ein. https://www.elternclubschweiz.ch/artikel/auslaendische-eltern-bei-der-erziehung-unterstuetzen

  • mira sagt:

    Ich war übrigens letzten Sommer auch in Frankreich im Urlaub. Und hab öffentlich gestillt. Und wurde genauso wenig beachtet, wie ich das hier wurde…

  • Anh Toan sagt:

    Unser lebhafter Sohn mit Entdeckungs- und Mitteilungsbedürfnis (kann also reden) wird noch gestillt?!? Der kann nicht nur reden, der kann eine Bettflasche miit heissem Wasser füllen (von sich aus, ohne Anleitung):

    Also wenn der Sohn die Zutaten für ein 5 Gang Menu einkaufen und dieses zubereiten kann, ist es Zeit, über das Anbbstillen nachzudenken? Oder doch erst, wenn er sein Masters hat?

    Schliesse mich

    • Anh Toan sagt:

      Also dieser jüngste Sohn tobt draussen rum, ohne Überwachung von Erwachsenen nur mit seinen Geschwistern, kommt dann zurück ins Rerstaurant und sagt: Mutter, eröffne das Buffet, ich hab Hunger!

      Kein Wundfer gucken die Tischnachbarn im Restaurant „streng“!

      • Löwenzahntiger sagt:

        Lesen hilft!

      • Valeria sagt:

        Schliesse mich Löwenzahntiger an…

      • tigercat sagt:

        Sieht aber tatsächlich danach aus, als ob Frau Lüpold ein Kind im Restaurant gestillt hat, das vom Alter her definitiv nicht mehr hätte gestillt werden müssen. Ich frage mich allerdings, ob Stillen da nicht eher zu einem politischen Statement wird. Interessant wird es dann, wenn die StillbefürworterInnen (je länger desto besser) auf die MilchtrinkablehnerInnen (Kuhmilch ist für die Kälbchen da) stossen. Auch Kälber stellen ziemlich schnell einmal von Milch auf Gras um.

      • Valeria sagt:

        Ob und wie lange ein Frau stillt, geht niemanden ausser die betroffene Familie etwas an. Auch die Aussage: „das vom Alter her definitiv nicht mehr hätte gestillt werden müssen.“ Wer entscheidet das? Die Mutter? Das Kind? Sie als Aussenstehender? Und wie alt ist denn genau dieses im Restaurant gestillte Kind? Ich jedenfalls kann anhand der beiden Eigenschaften „Entdeckertrieb“ und „Mitteilungsbedürfnis“ nicht auf das Alter schliessen.

      • gabi sagt:

        Ich könnte auch heute noch auf Besuch zu den Gardinen unserer Gastgeber robben und sie mir in den Mund stecken.

        Bin halt einfach ein neugieriger Mensch!

        Und wen – ausser mir selber – geht es schon an, wie lange ich die Welt halt auch noch durch meinen Mund und Geschmackserfahrungen entdecken will?

        Ich gleich halt einfach gerne ab. Sei´s Gummibälle oder Schnürsenkel. Und?!

        Soll das in meinem Alter nicht mehr tun? Wer entscheidet das?!

        Meine Mutter? Ein Bloger? Sie als Aussenstehender?

        Ist ja alles schön und recht. Nur über die entsprechenden Blicke sollte man sich nicht wundern.

  • Pascal Sutter sagt:

    Probieren Sie mal während eines Restaurantaufenthalts die Erziehungskeule zu schwingen ohne auf archische Methoden zurückzugreifen… auswärts Essen ist denkbar der völlig falsche Ort um ein Kind zum Stillsitzen zu erziehen. Und schliesslich sollte man es vor Chindsgi nicht übertreiben mit diesem „jetzt wird stramm gesitzt und alles aufgegessen…!“ Meine Erkenntnis – genau das Gegenteil passiert.

    • Juno sagt:

      In Frankreich ist es völlig normal, dass es bei nicht stillsitzen eins an die Ohren gibt. Bereits bei Kleinkindern. Das finden die meisten ok so. Ich finde das etwas drastisch. Wozu genau der ganze Drill? Stillsitzen kann man das halbe Leben lang im Büro..

    • Pascal Sutter sagt:

      Überall dort wo man mit Kindern exponiert ist, springen die Erziehungsspezialisten in die Bresche und fangen an zu werten. Dass sich Kinder meistens vorzüglich benehmen scheint die ja nicht zu interessieren. Vielmehr geilen sie sich daran auf, jede Handlung zu kommentieren und ihre kruden Theorien als Rettung des Abendlandes zu bezeichnen. Schade, so vergessen sie, dass Erziehung ein Prozess ist wo Eltern und Kinder voneinander lernen müssen und sie meistens nur eine kleine Episode des Ganzen zu sehen bekommen.

      • Juno sagt:

        Und dann geht’s Erziehungsdogma A gegen Erziehungsdogma B oder C oder D. Und wehe dem, der dem gerade angesagten Dogma nicht treu folgt. Schon wackeln die Fundamente des Abendlandes und Horden von verliederten, brandschatzenden Jungentlichen werden heraufbeschworen. Und alle zeigen mit dem Finger auf die Eltern des 2 Jährigen: Erzieht ihn jetzt RICHTIG oder DAS ENDE ist nah!!! usw. undsofort.. Mir scheint, die Jungendlichen in Frankreich kommen nicht soooo anders raus als die Jugendlichen hier. Franzosen sind glaub auch nicht generell die besseren Menschen. Auch nicht die Schlechteren.

      • xyxyxy sagt:

        Absolut bei ihnen Juno. Mich stört hier auch dieser Ton – gleich ob nun für oder gegen Erziehung a la France.

        Ich könnte mir sogar vorstellen, dass diejenigen die am lautesten nach Disziplin und Ordnung rufen, zu Hause überhaupt nicht so extrem konsequent sind. Gerade eben wie derjenige der „bin im Fitnessstudio“ auf Whatsapp hat, garantiert derjenige ist, der gar nie dort hingeht.

      • Juno sagt:

        @xy: Mich nervt einfach die Annahme, dass es sowas wie DIE richtige Erziehungsmethode gibt. Ist doch einfach nicht alles schwarz/weiss. Und viele machen sich einen Stress und versuchen alles richtig zu machen. Die meisten machen es ja schon ok mit dem Erziehen. Die meisten Kinder kommen auch ok heraus.Trotz oder wegen der Erziehung. Und die Eltern, welche es wirklich versauen, an denen gehen die Erziehungstheorieexkurse sowieso meistens vorbei.

      • xyxyxy sagt:

        Juno – genau so hätte ich es auch gesagt. – Ach tut das gut.
        Die eigenen Worte aus einem anderen Mund zu hören.

  • Ursle sagt:

    Die französischen Kinder sind überhaupt nicht besser erzogen als andere Kinder. Vielleicht hat die Autorin während ihrer Ferien schicke Orte besucht, an denen sich bcbg-Leute (bon chic bon genre) aufhalten. Ich habe mehrere Jahre in Frankreich gelebt (Paris, Lyon). Die französischen Kinder sind genauso schlecht erzogen, wie anderswo in Europa. Vielleicht nehmen die Franzosen ihre Kinder weniger mit am Abend, so scheint die Atmosphäre sowieso ruhiger als beispielsweise in Skandinavien.

  • Tomas sagt:

    Ich bin meinen Eltern dankbar, haben sie mir von klein auf gute Benimmregeln vermittelt – auch wenn ich mir damit heute häufig exotisch vorkomme.
    Und nein, ich habe nicht das Gefühl, das wir mit meinem Bruder weiger Lebensfreude hatten oder weniger Unfug angestellt haben, im Gegenteil. Vielleicht ist die entscheidende erzieherische Leistung darin zu suchen, die Kids zu erkennen zu lernen wann was angebracht ist.

    • Valeria sagt:

      Danke für den letzten Satz, das sehe ich genauso. Diese Anpassungsfähigkeit ist eine der wichtigsten sozialen Leistungen, die es als Kind zu lernen gilt.

      • gabi sagt:

        Was interessieren mich derart komplizierte und anspruchsvolle Vorstellungen von „sozialen Leistung“, wenn das Hauptziel doch nur darin besteht, dass ich mein Bubi aber ja bloss nie mit Ver- oder Gebote frustrieren könnte… Weil ich mich davor fürchte, dass Bubi mich sonst nicht mehr lieb hat?!

        – Ganz abgesehen davon, dass doch schon nur die Vorstellung „Anpassungsfähigheit“ stelle eine positive Grösse dar, durch 68 läääängst wiederlegt ist.

        „Macht kaputt, was Euch kaputt macht!“

        – Und seien es Tischmanieren.

  • Nora sagt:

    Versch. Lebensabschnitte erfordern versch. Erziehungsansätze. Beim Säugling ist es wichtig immer prompt und einfühlsam zu reagieren, je mehr das Kind versteht, desto mehr lernt es, dass es ein Mitglied eines Familien- und Gesellschaftverbundes ist. Auf andere Rücksicht nehmen, auch mal ruhig sitzen, und trotzdem im Schlamm spielen, sich individuell entwickeln, etc. Es gibt so etwas wie einen Mittelweg. Warum immer schwarz/weiss? Man kann doch Kinder gesellschaftsfähig und trotzdem individuell und glücklich erziehen.

    • gabi sagt:

      Ich denke, wenn hier beschrieben wird, dass es als grosser Pluspunkt gewertet wird, wenn ein Hund die Essensreste aufschleckt, die offenbar durch den Luftraum flitzen, dann ist eben das Wort „gesellschaftfähig“ ne Sache, über die durchaus vertieft nachgedacht werden darf.

      Für s/w bin ich durchaus nicht. Und Unterschiede sind ne Bereicherung.

      Dennoch gibt es Grenzen und muss es sie geben.

  • tststs sagt:

    Ich kann mich meinen Vorschreibern nur anschliessen: Wieso sollen sich diese Positionen gegenseitig ausschliessen? Weshalb sollen meine Kinder nicht stundenlang draussen toben können, aber auch einmal 1h ruhig sitzen bleiben? Wieso sollten Sie nicht phantasievoll Legospielen können und nachher die Disziplin (oder vllt eher die disziplinierenden Eltern) haben um wieder aufzuräumen?
    Und zu guter Letzt die Frage: Muss man denn als Eltern immer „Verständis“ haben für die Kids?

    • Rudi Buchmann sagt:

      Nein muss man nicht. Man muss grundsätzlich gar nichts! Aber wie bringen Sie dann Ihre Kinder zur Ruhe? Mit Drohungen? Oder mit Beschimpfungen? Geben Sie den Psychoterror weiter? Und vergessen sie das? Also meine Kinder können sehr nachtragend sein. Da braucht es schon etwas Fingerspitzengefühl.

      • tststs sagt:

        Ja natürlich sind Kinder nachtragend (geschweige denn von hochpubertären Kids, denen man gerade verboten hat, länger als bis 23 Uhr draussen zu bleiben). Aber das sollte sich doch von alleine legen… Und genau diese Situationen meine ich, wenn ich nach dem Verständnis frage. Natürlich soll man als Eltern so empathisch sein, dass man nachfühlen (Verständnis HABEN) kann, dass das dem Kind/Teenie jetzt gerade nicht passt; aber das heisst noch lange nicht, dass ich deswegen auf seine Linie umschwenken und ihm „Verständnis ZEIGEN“ muss…

      • xyxyxy sagt:

        ich denke ich bin mit ihnen einig tsts – aber ich glaube, sie drücken sich etwas unpräzise aus. Wir müssen Verständnis haben und sollen auch Verständnis zeigen,
        DAS HEISST ABER NICHT, dass wir deswegen dem Kind willfährig handeln müssen.
        Wir verbieten und fordern, weil unser Verständnis für die (wahren) Bedürfnisse des Kindes weiter reichen, als es das Kind momentan sind.

      • xyxyxy sagt:

        uff der letzte Satz ist total durcheinander geraten „weil unsere Erkenntnis, was die (wahren) Bedürfnisse des Kindes sind, eben den Horizont des Kindes übersteigt. Deshalb müssen wir manchmal auf Dingen bestehen, welche das Kind heute noch nicht versteht. Gut, wenn wir dem Kind aber rüberbringen können, dass wir auch für seine verkürzte Sicht Verständnis haben.

      • tststs sagt:

        @xy: ja ich war etwas unpräzise in meiner Wortwahl…
        „Wir verbieten und fordern, weil unser Verständnis für die (wahren) Bedürfnisse des Kindes weiter reichen, als es das Kind momentan sind.“ Ganz genau, dem Kind fehlt es schlicht noch an Vernunft, diese Dinge einzusehen. Also wäre es doch vergebe Liebesmüh hier auch noch rational argumentierten zu wollen (im Sinne von „ich habe zwar Verständis für Dein Problem, aber es ist so, dass…). Da bin ich halt der Meinung, dass das elterliche Wort gilt, weil es das elterliche Wort ist (nicht weil es sich rational begründen lässt….) Denn wie soll

      • tststs sagt:

        „Gut, wenn wir dem Kind aber rüberbringen können, dass wir auch für seine verkürzte Sicht Verständnis haben“ das klappen? Im kindlichen Verständis ist es halt so: die Eltern haben Verständis und sind gleicher Meinung wie ich (und somit erhalte ich die Erlaubnis irgendwas zu tun) oder die Eltern haben eben kein Verständis für mich und sie sind so gemein und sowieso, ich pack jetzt meine Zahnbürste und meinen Teddy und hau ab… 😉

      • tststs sagt:

        Wir müssen aufhören, Kinder wie kleine Erwachsene zu behandeln! Diese Gehirne funktionieren einfach anders! Kein Kind wird jemals rational zur Einsicht kommen, dass es nur zu seinem Besten ist, wenn die Eltern ihm jetzt etwas verbieten (Stichwort Hedonismus). Entweder es akzeptiert die elterliche Autorität oder es versucht seinen Willen durchzusetzen (aber niemals weil es seinen Willen mit Rationalität begründen könnte…)

      • tina sagt:

        tsts, das gilt aber nur für kleinkinder

      • xyxyxy sagt:

        tsts – teilweise bin ich mit ihnen. Aber ich traue Kindern ziemlich viel zu. Unsere Nachbarin war einmal entsetzt, dass wir darauf bestanden, dass sich unsere Kinder für ihr Rüpelhaftes benehmen entschuldigen. Ihr Arugment: zu klein, Gehirn noch nicht ….
        seltsamer Weise verstanden unsere Kinder das sehr wohl, obwohl sie zu klein waren. Vieles lernt man auch durch einübung. Wenn man sich entschuldigen muss, kriegt man mit der Zeit ein Gefühl dafür, man versteht es –
        ….

      • xyxyxy sagt:

        tsts 2
        Wir erklären unseren Kindern sehr vieles. Oft wiederholen sie dann die Lektionen noch ein halbes Jahr später, wenden das theoretisch erworbene Wissen erstaunlich präzise an, wenn sie es bei anderen beobachten. (Selbst die Kindergärtnerin sagte uns neulich, dass ihr das aufgefallen sei.) Mir zeigt das, dass Kinder weit mehr Verstehen können, als viele behaupten.
        Was sie hingegen noch nicht können, ist, das in der Tiefe zu verstehen. Bzw. ihnen fehlt die Reife, dass sie selbständig danach handeln könnten. Da brauchen sie unsere Hilfe, indem wir eben verbieten und fordern etc.

      • gabi sagt:

        Ich kann mich interessanterweise noch heute an eine Situation erinnern, in welcher ich als Kind auf Besuch etwas ausgefressen hatte.

        Gab ne ziemliche Sauerei und ein Puff, als ich einen zu langem Moment in der Küche „gewerkelt“ hatte.

        Die herbei geeilten Erwachsenen, haben mich alle vorauseilend entschuldigt. Sowohl meine Eltern, als auch die Gastgeber.

        „Jöh!“ und „… wollte ja nur helfen!“, etc..

        Pustekuchen.

        Der Einzige, dem vollkommen klar war, was und wie bewusst er es getan hatte, war ich selber.

        Die Kinder heute sind gewiss nicht blöder.

      • gabi sagt:

        Ich kann mich interessanterweise noch heute an eine Situation erinnern, in welcher ich als Kind auf Besuch etwas ausgefressen hatte.

        Gab ne ziemliche Schvvweinerei und ein Tohuwabohu, als ich einen zu langem Moment alleine in der Küche “gewerkelt” hatte.

        Die herbei geeilten Erwachsenen, haben mich alle vorauseilend entschuldigt. Sowohl meine Eltern, als auch die Gastgeber.

        “Jöh!” und “… wollte ja nur helfen!”, „… er wusste ja nicht“, etc..

        Pustekuchen.

        Der Einzige, dem vollkommen klar war, was und wie bewusst er es getan hatte, war ich selber.

        Die Kinder heute sind gewiss nicht blöd!

      • gabi sagt:

        xyxyxy… ich freue micht festzustellen, dass wir nicht nur in Bezug auf falsche Propheten übereinstimmen!

        😉

      • xyxyxy sagt:

        ja Gabi – genau so ein Kind war ich auch. Ich hab mir immer verwundert angehört, was ich alles nicht verstehe – obwohl ich doch genau verstand. Gerne spielte ich aber das dumme Kind und nutzte die Wissenslücke der Erwachsenen aus.
        Zum Glück kann ich mich noch erinnern. Ich erinnere mich noch gut bis in die Kindergartenzeit zurück.
        Ob dies die anderen Erwachsenen vergessen haben? Oder ob es nicht auf alle Kinder zu trifft? Vielleicht waren nur wie so, gabi, sie und ich. Und dann natürlich noch unsere Kinder, diese Schlitzohren.

      • gabi sagt:

        Hihi… Jep. So war´s.

        Hab übrigens auch mal kleine Erwachsene der Verwandschaft, der auf genau diese Art und Weise stets aus der Schusslinie genommen worden sind, in kurzen, unbeobachteten Momenten zur „Einzelabreibung“ beiseite genommen und jeweils direkt auf das Fehlverhalten angesprochen: So was von offenkundig, dass die genau wussten, von was ich sprach.

        Also wenn die Kinder nicht behindert oder irgendwie zurückgeblieben sind, dann checken die das doch alle!

        Gottseidank.

        Ich WILL ja an intelligente Kinder glauben. Und nicht an „Jöhs“ und „Hauptsache, die haben mich lieb!“

      • gabi sagt:

        Hihi… Jep. So war´s.

        Hab übrigens auch mal kleine Erwachsene der Verwandschaft, die auf genau diese Art und Weise stets aus der Schuszlinie genommen wurden, in kurzen, unbeobachteten Momenten zur “Einzelabriebung” beiseite genommen und jeweils direkt auf ihr Fehlferhalten angesprochen:

        So was von offenkundig, dass die genau wussten, von was ich spreche!

        Also wenn die Kinder nicht behündert oder irgendwie zurück geblieben sind, dann checken die das doch genau!

        Gatttseidank.

        Ich WILL ja an intelligente Kinder glauben. Und nicht an “Jöhs” und “Hauptsache, die haben mich lieb!”; an Dofies.

      • xyxyxy sagt:

        doof sind in der Regel die Erwachsenen – das fanden wir schon als Kinder so

        Das lustigste aber finde ich, dass mir manchmal Leute beweisen, dass es wissenschaftlich, neurologisch erwiesen ist, dass sie und ich, das als Kinder gar nicht verstehen konnten. Dass wir dazu vom Gehirn her unmöglich in der Lage gewesen sein konnten.
        Wir mussten das uns also nur eingebildet haben, dass wir es verstehen.
        Ich denke es liegt an einem Missverständnis: Kinder können wohl theoretisch verstehen, aber es fehlt (wohl auch neurologisch) die Reife danach zu handeln. Das muss eingeübt werden (=Erziehung).

      • gabi sagt:

        Ja. Weiss genau, was Sie meinen!

        Läuft dann in die Wissenschafts- und Schriftgläubigkeit mancher Eltern (oder Menschen allgemein) rein, die jeweils nur unterstreicht, wie wenig sie bedenken, welche kruden – vollkommen gegensätzlichen – Theorien grad eben noch von Wissenschaft und Fachliteratur als unumstösslichste, neue Erkenntnisse gefeiert wurden.

        Was fehlt ist einfach der – Sorry, SP, aber ist halt so (und natürlich glaubt man den nur selber mit dem Löffel gefressen zu haben) – gesunde Menschenverstand.

      • gabi sagt:

        … Ist übrigens auch der Grund, weshalb ich bei gewissen Blogteilnehmern schon allergisch reagiere, wenn sie wieder mal nichts anderes als ne beliebige „Wissenschaftliche Studie“ ins Feld führen, die ihre Ansicht grad stützt.

        Als ob sich nicht jeweils auch die Gegenteilige fände.

        🙂

      • xyxyxy sagt:

        gesunder Menschenverstand = intuitiv richtig verstehen

        in diesem Beispiel: das Nicht-verstehen-können-des-Kindes, das man auch neurolgisch irgendwie festmachen kann, in das Richtige Licht setzen. Weil eben nicht-verstehen-können – verschiedene Bedeutungen haben kann.
        Es gilt die Aussage in den richtigen Zusammenhang zu setzen und mit den richtigen Fragen zu hinterfragen. Das ist natürlich ungleich schwieriger, als intuitiv richtig zu verstehen.

  • Rudi Buchmann sagt:

    Da kommt mir eine Geschichte in den Sinn, die meine Eltern mit mir erlebt haben. Es muss schon über 40 Jahre her sein. Wir waren in einem Hotel in der Auverne, wo es eigentlich eine Menge Kinder gab. Im Speisesaal schräg vis à vis von mir sass ein Junge, vielleicht ein paar Monate jünger als ich, mit seinen Grosseltern. Mein Sport war es, Ihn jedes Mal beim Essen zum Lachen zu bringen. Das ging aber nicht sehr lange. Wie fast von Geisterhand, von einem Tag auf den andern gingen dann die Grosseltern mit ihrem Schützling jeweils eine halbe Stunde vor Beginn der Mahlzeiten zum Essen.

    • pixel sagt:

      „gingen dann die Grosseltern mit ihrem Schützling jeweils eine halbe Stunde vor Beginn der Mahlzeiten zum Essen.“

      Um die Sitzordnung zu ändern? 😉

      • Rudi Buchmann sagt:

        Ja genau. Ich wollte immer mit dem Jungen spielen, aber ich traf in nur im Speisesaal. Und nicht mal dort war das Vergnügen von Dauer. Aber – ich habs schon lange verkraftet 🙂

  • pixel sagt:

    Die A u to r in scheint eine Mutter zu sein, die ihr Leben komplett an den Kindern und den „Bedürfnissen“ (ein Bedürfnis kann auch geweckt oder aufrechterhalten werden) ausrichtet. Die Franzosen sehen das diametral anders – so zumindest, will man den Aussagen so mancher Mitbürger glauben. Ich halte es ja eher mit der franz Methode: Das Kind in unser Leben zu integrieren, da wo es geht natürlich, und nicht umgekehrt unseres vollkommen am Kind auszurichten. Wenn dabei in der Erziehung der Nebeneffekt von Anstand und Respekt entsteht, dann werte ich das positiv.

    • tststs sagt:

      „Das Kind in unser Leben zu integrieren, da wo es geht natürlich, und nicht umgekehrt unseres vollkommen am Kind auszurichten“
      Kofpnickendaumenhoch
      😉

  • Manuela sagt:

    Was für ein unreflektierter Artikel der nur auf Klischees baut. Unschön.
    Eine tiefere Auseinandersetzung mit dem im Magi genannten Buch ‚French children don’t throw food‘ wäre mir lieber gewesen. Oder etwas härtere Fakten über französische Familien (hat mir im Magie-Artikel auch gefehlt) mit Studien etc hätten tatsächlich zur Diskussion beitragen können. So ist es nur: Eine Mutter kritisiert eine andere Mutter (die sie im Restaurant gesehen hat), weil diese ihre Kinder anders erzieht.
    Im Übrigen wird der Magie-Artikel sehr verzerrt dargestellt. Schade. War ein lesenswerter Artikel!

    • Juno sagt:

      ja aber etwa gleich unreflektiert und auf Klischees bauend wie der TagiMagi Artikel. Ich kenne einige französische Familie. Es ist auch dort nicht alles Gold was glänzt.

  • mira sagt:

    Was soll dieser Text? Ist das jetzt eine Selbstbeweihräucherung auf Kosten der Franzosen? Und was haben arabisch-stämmige Banlieu-Bewohner mit Essensmanieren in der Bretagne zu tun?
    Bei uns wird ganz ohne Drill Gemüse gegessen. Man muss es nur richtig zubereiten, fragen sie mal einen Vegi. Und, das Essen gehört definitiv nicht auf den Boden.
    Wenn wir im Restaurant sind, dann wird anständig gesessen, das ist einfach ne Frage des Anstands anderen Leuten gegenüber.

  • Jacques Dutronc sagt:

    Vorfall aus Ende 70-er/Angang 80-ern.
    Vor der Kasse ist eine lange Schlange.
    Eine jüngere Mutter mit ihrem Kind muss auch warten.
    Das Kind quengelt und reisst alles aus den Regalen – die Mutter reagiert nicht.
    Die Kassiererin bittet die Mutter – etwas zu tun. Mutter: „Mein Kind wird antiautoritär erzogen“.
    Ein junger, langhaariger Hippie hinter der Mutter nimmt ein Glas Honig aus dem Regal und leert es der Mutter über den Kopf.
    Lächelld sagt er: „Ich bin auch antiautritär erzogen“.

  • Marusca sagt:

    Toll, wenn die Kids sich auffühen dürfen wie die Berserker. Mal sehen, wie lange die Freude der stolzen Mutter an diesen Wilden noch andauert. Spätestens nach der Lektüre dieses intelligenten Beitrags wundert man sich wirklich über gar nichts mehr.

  • Hans Koller sagt:

    Im Restaurant möchte ich nicht vom Lärm von anderen Familien belästigt werden, das bedeutet man respektiert andere Menschen/Familien und man ist leise, das nennt sich Anstand. Kein Wunder wollen viele Restaurants keine Kinder mehr bedienen.

  • Hans Koller sagt:

    Ist es nicht schön wenn sich erfolgreiche Müter selber feiern und aufbegehren gegen die Unterdrücker dieser Welt? Weshalb sollen erzogene Kinder nicht mit Legos stundenlang spielen? Obwohl ich erzogen wurde, hatten wir auch unsere Kreativität, wir spielten auch Stundenlang und waren fröhlich und glücklich. Erziehung bedeutet ja auch den respekt gegenüber anderen zu fördern, sie putzen gerne den Boden, bei uns werden die Kinder angehalten möglichst wenig Dreck im Haus zu machen, denn weder die Kinder noch wir wollen Putzen. Ein Miteinander bei dem alle profitieren.

  • Markus Keller sagt:

    Auf den Punkt gebracht – „meine Kinder dürfen alles“ . Das gibt dann die Rüpel, die von den Andern Toleranz einfordern, das Wort Rücksichtnahme nicht kennen, weil schon ihre Eltern es nicht kannten.

  • Clemens sagt:

    Wenn sie das im besagten Artikel vorgestellte Buch „French Children Don’t Throw Food“ gelesen hätten, Frau Lüpold, dann wüssten Sie, dass frz. Kinder z.B. in Kitas durchaus herumtollen und Kind sein dürfen (allerdings in einem definierten Rahmen), und das vermutlich um Einiges ungezwungener als in schweizerischen Kitas.

    Nur aus 2 persönlichen Beobachtungen und mit undifferenzierten Folgerungen (Jugendgewalt = Folge der Erziehung der frz. Mittelschicht?) auf die Falschheit einer Methode zu schliessen, reicht einfach nicht. Die Autorin des Buches hat weit überzeugendere Grundlagen erarbeitet.

  • Sportpapi sagt:

    Ach so. Zu einer extremen Haltung gibt es nur die gegenteilige, ebenso extreme, aber natürlich viel bessere Haltung. Wie wärs mal mit etwas gesundem Mittelmass? Weshalb ist es widersprüchlich, wenn Kinder Raum zum Toben erhalten und Nutzen, aber im Restaurant auch mal einigermassen ruhig sitzen können? Weshalb ist es erfreulich, wenn Kinder kein Gemüse esssen und vor allem: das Essen auf den Boden werfen? Das macht unser Jüngster, ich hoffe, wir haben es ihm bald abgewöhnt…

    • xyxyxy sagt:

      da stimme ich überein – es braucht eine gewisse Ausgewogenheit

      ich finde zwar, dass wir zu wenig streng sind, extrem tolerant etc. … aber wenn uns die Kindergärtnerin sagt, dass unsere Kinder von allen „am Beschtä losed“ dann denk ich, dass wir doch auf dem richtigen Weg sind.

      Ich glaube, Kinder müssen einerseits lernen, sich als soziale Wesen in diese Welt zu integrieren. Dazu braucht es Disziplin, Selbstkontrolle UND Verständnis (für den Anderen). Um Verständnis zu lernen, müssen sie selbst erleben, wie sie verstanden sind.

  • Jacques Dutronc sagt:

    Die Misserfolge der antiautoritären Erziehung sind jedenfalls gut dokumentiert.
    Konsequent erziehen heisst überhaupt nicht – ohne Emapthie sein ….

  • Mimi sagt:

    Ich bin froh hatte ich autoritäre (schweizer) Eltern und konnte so Tisch- und andere Manieren einfach lernen. Klare Regeln geben einem Kind einen Rahmen, an dem es sich festhalten kann; so sehe ich das. Im Dreck spielen sich selber beschätigen können, dass ist ja nichjt eine erziehungsleistung sondern der innere Motor, dem man einfach Raum gibt und schon läuft er, wunderbar! Ich finde es auch wichtig, dass der Teenie Ausbrechen kann. Wenn er als Kind einen Rahmen hatte muss er auch nicht gleich total über die Stränge schlagen, sondern einfach aus diesem ausbrechen.

  • Diloreto sagt:

    Was für eine flache, dumme, phantasielose Betrachtungsweise, welch schlechter Stil. Ist da die Erziehung schuld oder fehlt da einfach das Talent zum Schreiben? Guter Stil wäre da, wenn man nichts zu sagen hat einfach zu schweigen.
    Es ist keine gosse Weisheit, dass einem an den anderen oft die Aspekte stören, die man bei sich selbst immer auf die Seite schiebt.

    • diebestemama sagt:

      Ich fände es schade, wenn nur wirklich talentierte Leute schreiben dürften.,Ist es nicht gerade der Sinn des Mama Blog, dass alle üben können? für den Wiedereinstieg ist das doch sehr sinnvoll.
      vermutlich liest das niemand mehr, das wollte ich aber noch loswerden, um allen Mamas Mut zu machen. Bin eben erst aus den Ferien -in Frankreich – zurückgekehrt. es war sehr anstrengend, deshalb komme,ich erst jetzt dazu die Texte aufzuarbeiten.

      • Papa aus Überzeugung sagt:

        Das mag sein. Meine Frau lässt sich aber zu leicht beeinflussen und ich möchte nicht, dass unsere Kinder das Essen ,das sie nicht mögen einfach auf den Boden werfen! weshalb sollen Quellen nicht genannt werden? wissenschaft ist doch nicht per se schlecht,

  • Muttis Liebling sagt:

    Die Freiheit des Einen endet, wo die Freiheit des anderen beginnt. Das beste, was man im öffentlichen Raum tun kann, ist anderen nicht auf den Keks zu gehen. Intimitäten, dazu zähle ich Stillen genau so wie erziehende oder eben nicht erziehende Sorgfalt den eigenen Kinden gegenüber gehören nicht in den öffentlichen Raum.
    Diese Haltung scheint insbesondere in CH in den letzten 10 Jahren verloren gegangen zu sein, was man insbesondere am Verhalten in ÖNV bemrken muss. Da ist sind inzwischen nach kalten Qualm stinkende, Fastfood fressende, aus Pappbechern Kaffee trinkende Mit(Un-)Menschen Norm.

  • Wildkatze sagt:

    Bei Sybille Lüpold wäre ich gerne Kind gewesen. Hier schreibt eine Mutter, die ihre Kinder versteht und weiss, worauf es ankommt. Ich gehe jede Wette ein, dass diese Kinder nie ins Drogenmilieu abdriften werden, tolle Menschen werden, die auch wissen, was Empathie ist. Ich gratuliere Ihnen, Frau Lüpold und wünschte, es gäbe mehr Mütter Ihrer Sorte. Einfach super!

  • Brunhild Steiner sagt:

    Fragt sich ob die Jugendgewalt auch tatsächlich von diesen „erzogenen“ Jungfranzosen ausgeübt wird oder eher nicht, im Übrigen bin ich gemischter Gefühle. Mir gefallen rigorose Massnahmen um das Kind möglichst schnell zu einem Erwachsenen zu formen auch nicht-
    und dennoch mag ich laute Hintergrundkulisse während Telefongespräche oder Essen unter dem Tisch ebenfalls nicht.
    Und sehe bei unsren Kindern keinen Mangel an Phantasie bloss weil ich das einfordere. Ich tobe ja im Gegenzug auch nicht mit dem Sauger durch die Gegend wenn sie grad am Landschaften aufbauen sind…

  • Klicki sagt:

    Die Jugendgewalt in den Ghettos der Banlieue hat vermutlich nicht viel mit den Erziehungsmethoden der französischen Mittelschicht zu tun, so wie fehlende Tischmanieren auch nur sehr entfernt etwas mit Fantasie und Lebensfreude zu tun haben.

    • Hans Koller sagt:

      Sie sagen es, Algerier sind keine Franzosen sondern Muslime und Algerier, dies betonen sie selber, sie lehnen Integration schlichtweg ab. Das man die nun als Franzosen abstempelt finde ich ein wenig frech. Es ist anständig wenn die Kinder leise sind, respektvoll gegenüber anderen Restaurant besuchern, so lernen die Kinder später andere Menschen zu respektieren, während ihre Kinder das ganze Restaurant unterhalten und alle zwingen hinzuhören. Grässlich. Wie kommen sie nur dazu sich als was besseres darzustellen?

      • Rudi Buchmann sagt:

        Aber wenn dann Zinédine Zidan Weltfussballer des Jahres wird, jubelt die ganze grande nation und wenn ich den Club Med auf den Skipisten sehe und die Kinder unter sich sind, sind Worte wie Respekt und Anstand alles Fremdworte. Schlimmer gehts nimmer!

      • Lou Miller sagt:

        .. sie haben offensichtlich keine kinder und keine ahnung von der energie von kindern…

      • Obiwan Duglobi sagt:

        Erziehungsformen sind für Kinder immer dann gefährlich, wenn die Eltern glauben, sie seien auf dem allein glückseeligmachenden Weg – und sich dabei, ohne es selbst zu merken, ständig überhöhen. Wenn es Ihnen schon schwerfällt, sich in das ältere Ehepaar einzufühlen, das bei Essen nun einmal keine Mutterbrust sehen will: akzeptieren Sie doch einfach, dass es unterschiedliche Lebensformen gibt, die – sofern nicht dogmatisch betrieben – keinerlei egativen Einfluss auf das Kindswohl zeitigen. Wenn Sie das dann emotional nachvollziehen können, nennt man das Empathie. Und: Essen wirft man nicht weg!

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