«Die einzige Lösung wäre die Legalisierung von Kokain.»

Mamablog

Oscar Collazos erklärt uns Bacrim, Rebusque und die kolumbianische Volksseele.

Interview mit Oscar Collazos, kolumbianischer Schriftsteller und Journalist. Seit 15 Jahren schreibt Collazos unter anderem eine wöchentliche Kolumne in der grossen Zeitung «El Tiempo», in der er sich mit politischen und sozialen Themen befasst. (Sein nächster Roman erscheint voraussichtlich 2013 und soll auch ins Deutsche übersetzt werden.)

Wir haben ihn im Abaco getroffen, einer wunderbaren kleinen Buchhandlung, mit eigenem Webradio, literarischen Anlässen und einem kleinen Kaffee. (Das Interview wurde in Französisch geführt.)

Man hört sehr oft, das Leben in Kolumbien habe sich in den letzten Jahren unter Ex-Präsident Uribe sehr verbessert. Stimmt das?

Es ist weder schlechter noch besser. Meine Tochter lebt in London, dort wurde ihr unlängst bei der Ausreise gesagt, wie gefährlich Kolumbien sei. Aber für uns ist das alles normal. Die Normalität hängt von dem ab, was man glaubt. Wenn man an einen Unfall denkt, wird man auch einen haben.

Aber es soll doch jetzt alles viel sicherer sein…

Ich glaube nicht, dass Uribe wirklich viel geändert hat. Er hat zwar Dinge mit Gewalt durchgesetzt, aber seine Methoden waren sehr fragwürdig und der Preis für die vermeintliche Sicherheit sehr hoch. Es hat viele Unschuldige und Bauern getroffen. Die Geschichte um die «falsos positivos» zeigt das in trauriger Deutlichkeit. Der Krieg geht weiter. Uribes Politik war in meinen Augen eine sehr provisorische Lösung, welche vor allem die Menschenrechte verletzt hat.

Wo liegt heute das Hauptproblem?

Die Gruppierungen, die jetzt kämpfen, haben keine politischen Ziele mehr. Es sind «Bacrim», Bandes Criminales, denen es nur noch um Kokain geht und um Geld.

Alle Versuche, den Kokainanbau als Quelle von Gewalt und Kriminalität einzudämmen, sind bislang gescheitert.

Ja, es gibt sogar noch mehr Kokainpflanzungen als früher. Auch der Versuch, die Bauern dazu zu bewegen, etwas anderes anzubauen, brachte nichts, da sie damit weniger verdienen. Es gibt so viel Armut hier und die Bauern haben grosse Probleme mit dem Krieg. Zudem empfinden sie sich selbst sich nicht als Kriminelle. Sie sehen sich einfach als Produzenten und tun ihren Job.

Was wäre die Lösung?

Die einzige Lösung wäre die Legalisierung von Kokain. Aber wir können das nicht im Alleingang umsetzen. So etwas muss international passieren. Dafür setzen sich mittlerweile auch viele prominente Persönlichkeiten ein. Doch als unser jetziger Präsident Santos dieses Frühjahr versucht hat, das auf die Agenda zu bringen, hat der amerikanische Präsident kategorisch beschieden: Darüber sprechen wir nicht.

Wird Präsident Santos die Probleme Kolumbiens in den Griff kriegen?

Er ist kein Leader, das muss man sagen. Und wir Intellektuellen und Journalisten waren gegen ihn, da er von Uribe portiert wurde, weil der nicht selbst ein drittes Mal antreten durfte. In Santos sah er eine Möglichkeit, seine Politik weiterhin umzusetzen.

Aber jetzt hat es sich gewendet. Unerwarteterweise hat Santos eigene Dinge in die Wege geleitet. Er hat die diplomatischen Beziehungen zu unseren Nachbarn verbessert, er ist kosmopolitischer und mehr bourgeois, als Uribe es war und vor allem kommunikativer. Er probiert, aus Kolumbien ein liberaleres, toleranteres Land zu machen und er setzt sich dafür ein, dass die Vertriebenen des Bürgerkriegs ihren verlorenen Landbesitz zurückerhalten. Das ist ein sehr wichtiger Punkt. Im Ganzen ist er heuchlerischer als Uribe, aber dafür auch diplomatischer.

Ich liebe Santos zwar nicht, aber wir Intellektuellen und Journalisten unterstützen ihn. Denn er ist zur Alternative für Uribe geworden, der nun in der Opposition ist und gern zurück an die Macht möchte.

Das grösste Problem Kolumbiens scheint die Armut zu sein. Gibt es dagegen überhaupt Mittel?

Bildung wäre ein wichtiger Schlüssel. Aber viele arme Kinder brechen die Schule ab, da sie daheim helfen müssen, Geld zu verdienen. Hinzu kommt: Die Volksschule ist im Vergleich zu den Privatschulen auf einem enorm tiefen Niveau. So vererbt sich die Armut über Generationen fort. Ein weiteres Problem ist die Tatsache, dass Kolumbien durch die kriegsbedingte Landflucht zu einem Land der Städte geworden ist. Dadurch produzieren wir weniger Landwirtschaftsprodukte wie Zucker, Mais, Milch, Reis oder Fleisch. Diese Dinge sind heute billiger zu importieren, als sie selbst herzustellen. Ich befürchte, es wird noch zu einer ernsten Ernährungsgskrise kommen.

Gibt es eine soziale Versicherung?

Kaum. Was es gibt, sind ca. 30’000 Pesos (ca. 16 Franken) monatliche Unterstützung für Mütter, die Kinder in Ausbildung haben. Aber letztlich besteht das Leben für einen sehr grossen Teil der Kolumbianer aus «Rebusque». Das könnte man als «die tägliche Suche nach Brot» übersetzen. Die meisten Menschen tun täglich irgend etwas, egal was, Hauptsache am Ende des Tages haben sie das Problem der Brotsuche gelöst. Am nächsten geht es wieder von vorne los.

Hier leben mehr Menschen ohne feste Arbeit, als solche mit einer geregelten Anstellung.* Die Armen haben gelernt, sich auf der dünnen Line zwischen Imagination und Delinquenz zu bewegen. Wenn sich etwas anbietet, wie eine unbewachte Tasche, so liegt es nahe, die Gelegenheit halt zu nutzen.

Eine Folge der «Rebusque» ist auch, dass es bei uns keine öffentlichen Erholungsräume gibt. Dort, wo Touristen und Reiche ihre Freizeit verbringen, ist für die Armen ihr Arbeitsort, seien das Gehsteige, Parks oder Strände. Das macht das Leben natürlich chaotisch, wie überall in den armen Länder dieser Welt, sei das in Südamerika, in Afrika oder in Asien.

Kolumbien hat eine sehr reiche Literaturszene. Kann Literatur etwas bewirken in diesem Land?

Nein. Selbst Bücher wirklich guter Autoren werden hier vielleicht 5000 Mal verkauft – und das bei einer Bevölkerung von über 43 Millionen! Klar, würden wir gern eine grössere Rolle spielen, aber das tun wir leider nicht.

Welche Autoren sollte man lesen, um Kolumbien zu verstehen?

Marques natürlich, aber auch Fernando Vallejo, Álvaro Mutis und Héctor Abad Faciolince, um nur ein paar wenige zu nennen. Vallejos autobiografisches Buch «Brief an einen Schatten» über den Mord an seinem Vater gibt übrigens einen sehr anschaulichen Einblick in die jüngere Geschichte der Gewalt in unserem Land.

Das historische Zentrum von Cartagena ist seit 1984 UNESCO-Weltkulturerbe. Mit welchen Folgen?

Die Altstadt wird nach und nach völlig renoviert. Dadurch ist mittlerweile alles so teuer geworden, dass es sich kaum mehr ein Kolumbianer leisten kann, hier zu leben. Alles wird an reiche Ausländer verkauft. Langsam sieht es aus wie ein Themenpark und das Leben verschwindet. Im Moment ist es dafür im ehemaligen Armenviertel Getsemaní sehr lebendig, aber in den nächsten zehn Jahren wird auch dort das Gleiche passieren, wie heute mit der Altstadt.

Was ist für sie das Schönste an Kolumbien?

Das Schönste ist zugleich auch das Hässlichste: Wir sind sehr lebensfroh und spontan, wir lieben schnell und wenn wir glücklich sind, sind wir sehr grosszügig. Aber eben: Wir hassen auch schnell und neigen zu Gewalt. Alles was wir tun, tun wir, als wäre es das Ende der Welt. Diese Leidenschaft ist wunderbar. Aber wir brauchen auch mehr Erziehung, Kultur und vor allem Toleranz. Die Politik Uribes hat die Gewalttätigkeit und die Intoleranz gefördert, Santos setzt mehr auf Toleranz und Dialog. – Es ist immer einfacher, das Animalische im Menschen zu fördern, als die Intelligenz.

Und was denken Sie über Europa, wo Sie ja auch selbst einmal gelebt und gearbeitet haben?

Die Krise, die Europa derzeit erfasst, wird immer mehr Menschen die Arbeit kosten. Bereits sind mehr als ein Viertel der Spanier arbeitslos! Im Gegensatz zu uns sind die Europäer das jedoch nicht gewohnt. Ich würde sagen, für uns Kolumbianer ist es schwieriger, in der Verzweiflung anzukommen, als für die Europäer. Wir haben schon die Fantasie entwickelt, die es braucht, um überleben zu können. Wir haben da viel mehr Geduld und versuchen immer so zu leben, als gäbe es all unsere Probleme nicht. Wir möchten einfach glücklich sein und lassen uns unsere Volksseele nicht zerstören.

* Gemäss einer Untersuchung von 2009 (Nationale Universität Bogotá) verfügt nur ein Drittel der Beschäftigten des Landes über Sozial- und Krankenversicherungen. Die reichen 20 Prozent der Bevölkerung verfügen über mehr als 2/3 des gesamten Einkommens und sind damit verantwortlich für den wesentlichen Teil des Konsums. Den Anteil der sehr Armen an der Bevölkerung gibt die Studie mit 18 Prozent an. Detaillierter Infos über die finanzielle Lage bleibt es beim internationalen Währungsfonds IWF.

33 Kommentare zu ««Die einzige Lösung wäre die Legalisierung von Kokain.»»

  • Kraichgau sagt:

    Hallo, sehr interessanter Post haben Sie hier verfasst. MFG

  • Pierre Gassmann sagt:

    Gutes Interview! Wenn Du in Bogota bist, schau bei Claudia in „El Tiempo“ vorbei!

  • xyxyxy sagt:

    für Südamerika und Mexico wäre eine legalisierung sicher ein Vorteil
    das Problem mit den Drogen ist einfach folgende: für Jugendliche bleibt es Verboten (also gibt es wieder Kriminalität)
    irgendjemend findet immer einen chemischen Trick für einen neuen (tödlichen) Kick – sollen dann auch solche absolut gefährlichen Chemiemischungen legal sein?
    Also ganz problemfrei wird es nie sein, mit den Drogen.

  • Martin Frey sagt:

    Selbst wenn ich Ihnen Ihre Ferien von Herzen gönne und Ihre Beiträge ansonsten überaus schätze, Fr. Fischer, aber dieses Interview finde ich schwach und deplaziert. Mit einem Literaten sollten Sie über Literatur diskutieren und weniger über Politik oder über den Kokainanbau. Als bekennder Linker wird er sich da nur sehr einseitig äussern, zudem sehe ich beim besten Willen nirgends einen Zusammenhang zum Mamablog. Wenn schon wäre dann auch kritisches Nachfragen erwünscht, so zb. zur FARC, der grossen Geisel Kolumbiens, oder zur Korruption. Ansonsten könnten Sie genausogut J. Ziegler interviewen

  • Sid Vicious sagt:

    Die Mafia weiss schon zu verhindern, dass irgendwelche Substanzen legalisiert werden. Schliesslich ist die völlig verfehlte Drogenprohibition ein sehr wichtiger Grundpfeiler ihrer Milliardeneinnahmen. Welch Segen Prohibition für die organisierte Kriminalität ist, zeigte sich in den USA schon in den 20-er Jahren, als die Mafia mit geschmuggeltem Whisky ihre Grundlagen schaffen konnte. Aber ich kann die Leute verstehen, die gegen jede Liberalisierung sind. Es ist sehr schwierig das zu hinterfragen was man das ganze Leben eingetrichtert bekommt.

  • Franz Oettli sagt:

    Nein nein, die Legalisierung ist sicher nicht die Lösung. So würden noch mehr schwache Charakteren diesem Gift verfallen. Diese Bauern sollen doch etwas anpflanzen, das sie essen können, wie jeder normale Bauer auch. Oder sollen unsere Bauern auch Kokain anpflanzen, nur weil dies mehr einbringt als Milch?

    • daniel lang sagt:

      nein, kokain wäre hierzulande schwierig anzubauen. aber hanf sollen unsere bauern anbauen dürfen um den einheimischen bedarf zu decken. weg von indoor-hanfanlagen mit horrendem stromverbrauch, weg auch von ausländischem haschisch, welches allzu oft von grossen organisationen geschmuggelt wird und einher geht mit waffen- und menschenhandel. wann wird der org. kriminalität, der mafia und den geheimdiensten endlich eines ihrer finanziellen standbeine entzogen? wann werden konsumenten von drogen endlich mit vorschriften und kontrollen bezügl. qualität geschützt (wie bei alk., medis, tabak)?

  • Widerspenstige sagt:

    Sehr interessantes Interview aus erster Hand und wir dürfen fast mit einem Bein in Cartagena sein…hach!. Unter Präsident Santos scheint sich etwas Entspannung anzubahnen und somit Investoren aus allen Länern anlocken. Aber dass ua Getreideanbau teurer sein soll als aus dem Ausland (Nachbarländer wie Venezuela…?) importierte Ware zeigt nur, wie arm dieser Kontinent Südamerika immer noch ist. Da hat das reiche Nordamerika eine Bringschuld zu leisten u den Handel mal anzukurbeln, gopf! Kokain sollte unter den gegeben Umständen legalisiert werden..!

    Was arbeiten Frauen dort vorallem, Frau F?

  • plop sagt:

    Frau F, ich mag wie Sie „Ferien“ machen. Könnte nicht der TA Sie ein bisschen um die Welt reisen lassen und mit dazugehörigen Texten von Ihnen uns beglücken? Det TA dürfte auch mehr werbung bannern, wär mir ausnahmsweise egal…

    • claudia ana sagt:

      ja, finde ich auch. mit mamablog hat es allerdings nicht mehr gross etwas zu tun – man sollte es vielleicht besser „mamablog goes holidays“ oder so was nennen.. allerdings dürfte frau f. die idee nicht so toll finden, wenn sie flugangst hat und generell gegen reisen ist 😉 aber man kann sich ja immer noch weiter entwickeln..

      • E.H.Roth. sagt:

        doch doch, finde es hat mit MB schon etwas zu tun. Liebe Frauen denkt mal nach… Na??? Auch eine Mutti geht mal in den Urlaub und da hört das Familienleben ja nicht auf nur weil man nicht zu Hause ist. Es sind jetzt statt heimische für einige Tage einfache andere etwas exotischere Erlebnisse die Frau F. mit ihrer Familie erlebt und dies sind auch Erfahrungen die zählen und mal zu einer Abwechslung führen in den sonst „normalen“ Alltag.

    • plop sagt:

      Und vielleicht wärs sogar besser, einen Mamablog mit solchen Inhalten zu füllen – vielleicht würde das unseren Hirne, welche in Mutterschaft ja schon ein bitz verwahrlosen können, gutes tun… Ein täglicher Blick auf was „neues“, fernab von gendermist ud Breigeschmiere… hm?

  • Jürg sagt:

    Nun wenn die linken Schriftsteller sogar zugeben, dass es unter Uribe nicht schlimmer wurde, dann bedeutet das wohl, dass es viiiieel besser wurde. Und auch auch Santos scheint es nicht schlecht zu machen. Hoffen wir einfach, dass der Staat nun auch noch die kriminellen Banden in den Griff bekommt, so dass auf dem Land wieder Gemüse und Getreide angepflanzt werden kann, Milch und Fleisch produziert wird, denn sie sind in einem gesegneten Land / Klimazone in dem sogar mehrmals im Jahr Ernten möglich sind.

  • Giorgio Perez sagt:

    Von Drogenbefürwortern wird immer wieder aufgeführt, das Alkohol ja legal sei. Dies mag sein, aber oftmals trinke ich Alkohol, weil er nun mal da ist – ich habe gerade ein (nur ein!) Bier neben mir stehen. Es hat Alkohol, aber es könnte auch ohne sein, hat es aber gerade nicht. Drogen nimmt man, im Gegenteil zu den meisten Fällen von Alkoholkonsum, um sich zuzudröhnen. Haben wir bei einer Legalisierung nur noch lallende Drogenkonsumenten die sich über die Strasse schleppen, so wie heute die Alkoholkranken? Mir graut es davor.

    • Marco Casutt sagt:

      „Von Drogenbefürwortern wird immer wieder aufgeführt, das Alkohol ja legal sei.“

      Sie sind ebenfalls Drogenbefürworter (mindestens einer bestimmten Droge). Etwas entkiriminalisieren zu wollen, heisst aber auch nicht zwingend, es zu befürworten.

      „Dies mag sein, aber oftmals trinke ich Alkohol, weil er nun mal da ist – ich habe gerade ein (nur ein!) Bier neben mir stehen.“

      Was wollen Sie mit diesem „Argument“ ausdrücken?

      „Drogen nimmt man, im Gegenteil zu den meisten Fällen von Alkoholkonsum, um sich zuzudröhnen.“

      Erstens ist die Dichotomie zwischen Drogen und Alkohol absurd,

      • Marco Casutt sagt:

        zweitens ist der Rausch in meisten Fällen wohl auch beim Alkoholkonsum das Ziel.

        „Haben wir bei einer Legalisierung nur noch lallende Drogenkonsumenten die sich über die Strasse schleppen, so wie heute die Alkoholkranken?“

        Wenn die Legalität Drogenelend begünstigt und Sie dieses auch beim Alkohol nicht leugnen, müssten Sie doch konsequenterweise auch für ein Alkoholverbot sein? Ach, ich vergass, Sie trinken grad ein Bier. Prost auf die Heuchelei!

      • alien sagt:

        Ja, und der Schlaf ist beim Einschlafen das Ziel und das Sattsein beim Essen. Beides sind nicht gerade Argumente gegen das Einschlafen oder das Essen. Nö, Rausch ist ok. Was nicht ok ist, ist die Sucht.

    • Thomas Meier sagt:

      Ich bezweifle schwer, dass das stimmt, was Sie hier geschrieben haben. 1. Berauschen sich Menschen schon seit der Steinzeit und es ist nicht per se verwerflich. Jeder hat das Recht auf persönlich Freiheit. 2. Wird Alk primär wegen dem Rausch getrunken (ja, auch bei nur einem Bier, oder wie erklären Sie sich das alk.freies Bier kaum verkauft wird?) 3. Bedeutet Legalisierung nicht keine Regeln. Die meisten Lebensmittel sind legal und trotzdem gibt es Vorschriften zu Verkauf, Produktion usw. Es ist einfach nur verantwortungslos Drogen zu verbieten und somit jegliche Kontrolle abzugeben an Dealer.

      • Thomas Meier sagt:

        ahja, und sorry, das muss jetzt sein:
        „ich habe gerade ein (nur ein!) Bier neben mir stehen“
        Diesen Kommentar haben Sie um 14:15 geschrieben! Ich will kein moral Apostel sein, aber Sie sitzten also mitten am Nachmittag bei schönen Wetter vor Ihrem PC, trinken Bier und schreiben Kommentare gegen den Drogenkonsum?! Sorry, aber soll das ein Scherz sein oder so?

      • E.H.Roth. sagt:

        Viele trinken weil sie das Leben nüchtern gar nicht mehr ertragen. Berauscht lebt es sich einfacher Tag für Tag. Es ist belustigend immer wieder die Rechtfertigungen zu hören welche die Leute parat haben, wenn es um ihren Alk-konsum geht. “ Ja, zu einem GUTEN Essen trinken (eigentlich ist es saufen) wir gerne ein GUTES Glas ( eine oder zwei Flaschen) Wein blablabla .. und dann kommt der mit dem „wir genießen eben“ blablalba .. Alkohol ist für mich die Droge Nummer eins mit Crack und crystral mef auf gleicher Stufe. Dagegen ist Andenschnee reinstes Zucker.

  • Hans Saurenmann sagt:

    Frau Fischer ist ihre Reiche Verwandtschaft im Drogen Mileau anzusiedeln? Schauen sie sich die zwei Zeitungen an: El Espectador fuer Bogota und El Puerto von Buenaventura das ist der groesse Hafen von Colombia war dort als Cano erschossen wurde, oder Sintraidu, Sindicato de Trabajadores oder sie koennen sich direkt an Ministerio Trabajo Rafael Pardo Rueda wenden. Ganz sicher empfehle ich ihnen auf der Schweizer Botschaft zu erkundigen. Oder USA Botschaft mit seinen 7.000 Angestellten informationen einziehen. Jurnalist moechte ich sein!! Hotel Dann in Bogota ist zu empfehlen bei der Uni,

  • alien sagt:

    Journalisten interviewen Journalisten. Eigentlich nicht so eine gute Ausgangslage…

    Wie auch immer, gutes Stück.

  • Hansueli sagt:

    Interessantes interview. Der Bezug zum MAMA-Blog ist mir allerdings nicht ganz klar.

  • Pippi Langstrumpf sagt:

    Zuerst kommt das Fressen und dann die Moral! Ich verstehe jeden kolumbianischen Bauern, der lieber Kokain anpflanzt als Getreide. In diesem Interview sieht man wieder einmal schön, wie sehr Armut und Kriminalität zusammenhängen. Solange die Strukturen so lausig sind, wird die Kriminalität nicht zurückgehen.

    • Jürg sagt:

      Nun man müsste den Bauern halt klarmachen und es eben auch durchsetzen, dass sie wenn es denn zur Ernte kommt zwar einen höheren Preis dafür erzielen, dabei aber das immer höhere Risiko gehen, dass die Produktion zerstört wird und sie dafür auch ins Gefängnis müssen. Ein Schweizer Bauer könnte mit Haschischproduktion auch mehr verdienen als mit Mais oder Weizen, aber wie es gehen kann hat man im Wallis gesehen und der Nachahmer sind nun sehr wenige…

      • Pippi Langstrumpf sagt:

        Das sind Illusionen! Viele Schweizer Bauer pflanzen Hanf an, auch Indoor. Sie verdienen damit ein Mehrfaches von dem, was sie mit Kartoffel- oder Getreideanbau verdienen würden. Auch sie sehen darin nichts Illegales, sie tun, was sie immer taten: Anpflanzen. Schweizer Gras ist sehr begehrt, weil es sehr gute Qualität ist. Nein, ich bin keine Kifferin, war ich auch nie.

    • Franz Oettli sagt:

      Ich finde es immer schlimm, wenn Menschen ihr kriminelles Tun entschuldigen mit den Umständen. Jeder hat die Wahl, ein Leben in Anstand und Würde zu führen, vielleicht auch in Bescheidenheit. Weshalb pflanzen die Bauern nicht etwas an, das sinnvoller ist? Der reichen Erträge wegen etwa? In dem Falle sind sie nicht besser als unsere Banker!

      • maja sagt:

        Kokain wurde kriminalisiert, wäre das nie geschehen gäbe es auch diesen enormen Handel nicht. Der Hanfanbau war in der Schweiz auch etwas normales und die Pflanze wurde als Medizin gebraucht.
        Aber die Waffenindustrie hat eben eine zu starke Lobby.

      • Adam Gretener sagt:

        Die Coca-Pflanze wurde da oben (Bolivien, Peru, Kolumbien) schon immer angepflanzt. Schon mal versucht auf 5000 Meter über Meer ein Feld zu bestellen, und dann kommen Bewaffnete und „empfehlen“ ihnen, doch mehr Coca anzupflanzen und zu Kokainpaste zu verarbeiten? Für wortwörtlich eine Hand voll Dollar? Eher nicht.

        Kokain ist kein Problem der Coca-Bauern, sondern unseres. Unfassbar. Ihr wissen in diesem Bereich hat seinen Ursprung noch in den tiefen 80ern.

    • daniel lang sagt:

      angepflanzt wird die kokapflanze, nicht kokain. diese pflanze gehört länger zur kultur zahlreicher völker in südamerika als alkohol zu unserer kultur. was legal (unter auflagen, jugendschutz etc.) zu kaufen ist und was eine illegale droge ist wird nicht anhand der gefährlichkeit einer substanz bestimmt, sondern aufgrund kultureller und ökonomischer präferenzen.

    • Adam Gretener sagt:

      Kokain anpflanzen? Echt jetzt? Vielleicht auch noch Haschisch fixen? Der traditionelle Gebrauch der Coca-Pflanze hat nichts mit Kokain zu tun, zumindest nicht vordergründig. In den Anden kannte man gar kein Kokain in der heutigen Form. Es war eine rituelle Pflanze, die im Alltag und in dieser extremen Höhe gegen Kopfschmerzen und Übermüdung half. That’s it.

      Und „Schweizer Gras“ aus Indoor-Anlagen ist gar kein Schweizer Gras. Sondern das sind hochgezüchtete Keimling aus internationaler Produktion, vorallem den NL. Was Sie meinen ist Outdoor-Gras, was man heute relativ schwer bekommt.

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