Essen, Essen, Essen – wenn aus Hunger Anfälle werden

Eine Carte Blanche Prof. Dr. Simone Munsch und Andrea Wyssen*.

mama1

Auch normalgewichtige Kinder können eine Essstörung haben: Ein Mädchen isst vor dem Fernseher.

Dass mittlerweile rund jedes fünfte Kind übergewichtig ist, ist eine bekannte Tatsache. Was jedoch nur wenige wissen: Etwa sechs von hundert normalgewichtigen und bis zu vierzig von hundert übergewichtigen Kindern haben regelmässig Anfälle von übermässigem und unkontrolliertem Essen, «Essanfallsstörung» oder auch «Binge-Eating-Störung (BES)» genannt. Es ist die häufigste Essstörung und tritt auch bei rund vier bis fünf pro hundert Erwachsenen auf. Die BES ist eine schwerwiegende, aber behandelbare Störung. Das folgende Beispiel aus der Praxis (Name geändert) zeigt, wie sich eine solche Störung entwickeln kann und welche Möglichkeiten zur Behandlung es gibt.

Seit einiger Zeit geht die 10-jährige Eva nicht mehr gerne zur Schule und ist oft reizbar. Sie verkriecht sich in ihrem Zimmer und will allein sein. Die Eltern sind beunruhigt und beschliessen, mit der Lehrerin Kontakt aufzunehmen. Von ihr erfahren sie, dass Eva seit ein paar Wochen oft geärgert und ausgelacht wird. Die Lehrerin vermutet, dass die Hänseleien etwas mit dem Gewicht des Mädchens zu tun haben und damit, dass sie mit körperlichen Aktivitäten Mühe hat. Eva war zwar immer schon etwas «pummelig», aber in letzter Zeit hatte sich das verstärkt.

Die Eltern sprechen mit ihrer Tochter und möchten mehr über ihre Schwierigkeiten und die Gewichtszunahme erfahren. Eva wird wütend und zieht sich in ihr Zimmer zurück. Schliesslich aber erzählt sie schluchzend, dass sie gar nicht so viel essen wolle, es aber manchmal einfach passiere, vor allem, wenn sie sich zurückgewiesen fühle. Eva erzählt auch von ihrem Versteck mit Süssigkeiten in ihrem Zimmer und dass sie heimlich isst, wenn sie traurig ist. Oft kann sie dann kaum mehr aufhören damit und hat danach ein schlechtes Gewissen. Ständig sucht sie irgendwo etwas Essbares und schämt sich dafür.

Eva leidet unter einer «Binge-Eating Störung (BES)». Das Hauptmerkmal dieser Störung besteht in Essanfällen, die vom Betroffenen nicht kontrolliert werden können. Im Unterschied zur Bulimia Nervosa versucht das Kind danach nicht, die Kalorien durch exzessiven Sport oder Fasten loszuwerden. Deshalb nehmen betroffene Kinder zu und leiden häufig unter teils krankhaftem Übergewicht (Adipositas). Vordergründig leiden sie vor allem unter ihrem Gewicht und den Hänseleien, weshalb die Notwendigkeit der Behandlung der BES erst spät oder gar nicht erkannt wird.

Menschen mit einer BES haben eine beeinträchtigte Regulation der Hunger- und Sättigungsgefühle und Grübeln ständig über Nahrung und ihre Figur nach. Das ist ein Teufelskreis: Häufig werden sie wegen ihres Gewichts ausgelacht, was sich negativ auf den Selbstwert und das Körperbild auswirkt. Dies führt zu unkontrollierten Essanfällen, was wiederum die psychische Befindlichkeit beeinträchtigt. Oft kommt es mit der Zeit zu weiteren psychischen Störungen.

Viele Kinder mit BES haben Schwierigkeiten, mit belastenden Gefühlen umzugehen. Sie greifen auf Strategien wie Rückzug, Selbstabwertung oder auch aggressives Verhalten zurück, auch bei zwischenmenschlichen Schwierigkeiten. Obwohl Eva nicht will, so steuert doch der starke Drang zu essen ihr Verhalten. Einige Kinder zeigen diese Impulsregulationsstörungen auch in anderen Bereichen, wie in der Schule oder zu Hause. Eine entsprechende Behandlung ist daher für sie enorm wichtig. Da Eltern die wichtigsten Rollenmodelle ihrer Kinder sind, sollten sie unbedingt mit einbezogen werden.

Im Rahmen einer psychologischen Behandlung lernt Eva nun, mit der Hilfe eines Tagebuchs, Zusammenhänge zwischen ihrem Essverhalten, ihren Gefühlen und Gedanken zu erkennen. Sie lernt, wie sie sich ablenken oder abreagieren kann, wenn der Drang zu essen auftritt. Am wichtigsten ist jedoch, dass Eva mit ihren Eltern herausfindet, wie sie sich gegen Hänseleien wehren kann. Im Rollenspiel übt sie geeignete Vorgehensweisen ein. Erst wenn Eva das anfallsartige Essen selbst regulieren kann, wird ein gemeinsames Ziel zur Gewichtsstabilisierung definiert.

Am Zentrum für Psychotherapie des Departements für Psychologie (Lehrstuhl für Klinische Psychologie und Psychotherapie) an der Universität Fribourg werden regelmässig Behandlungen für Kinder mit BES und ihre Eltern angeboten.

munsch100*Simone Munsch ist Ordinaria am Lehrstuhl für Klinische Psychologie und Psychotherapie an der Universität Fribourg und Mitautorin des Buches: «Binge Eating bei Kindern» Behandlungsempfehlungen, erschienen im Verlag Beltz & Gelberg.

wyssen100*Andrea Wyssen ist Doktorandin und Assistentin am Lehrstuhl für Klinische Psychologie und Psychotherapie an der Universität Fribourg.

207 Kommentare zu «Essen, Essen, Essen – wenn aus Hunger Anfälle werden»

  • marie sagt:

    in anbetracht, dass immer wie mehr gesundes essverhalten sich zur orthorexie entwickelt, ist es doch nicht erstaunlich, dass wir nicht mehr fähig sind, lebensmittel und genussmittel zu unterscheiden.
    heute ist ein apfel gesund, aber in erster linie schmeckt ein apfel. das würde die lage schon mal entspannen. wer will sich nur gesund ernähren? essen soll in erster line schmecken und ja, spass machen. nahrungsmittel sollten unseren nahrungstechnischen alltag bestimmen und nicht genussmittel – die sind in massen die krönung, von etwas wundervollem. aber eben, nicht jeden tag!

    • Sportpapi sagt:

      Wenn ein Apfel in erster Linie schmeckt, dann ist er doch ein Genussmittel, oder?

      • marie sagt:

        das sport ist definitiv sagen wir mal eine sehr doooooooofe frage. keine kochunterricht gehabt?
        nahrungsmitte, sind lebensmittel die der mensch braucht. wie zbsp salat (sprich gemüse) – salat schmeckt gut. oder kriegen sie keinen schmackhaften salat hin? dann tut mir ihr umfeld nur nur leid.

      • Sportpapi sagt:

        Salat besteht doch grösstenteils aus Wasser und ist für gar nichts, ausser um die Zeit totzuschlagen bis das Essen kommt. Das beste daran sind Oel und Essig – bei der Sauce bin ich Meister…

  • s.frei sagt:

    aber auch alles kann man thematisieren – dann braucht’s wieder ärtzeschaften und vorallem psychologen und pharmaka. auch der staat will verdienen und generiert gesetze…welche natürlich kontrolliert werden müssen. und fertig ist das sonderamt.
    wie wär’s einmal, bevor die grosse „zeitwende“ eingeleitet (atomausstieg!) die rechnung zu machen und dann erst….zu entscheiden. die halben „einleitungen“ müssten abgebrochen werden. aber dann hat man ja keine neuen „ämter und aufgaben“ gell ?!
    wer ist eigentlich krank: die die alles erkennen und definieren od. die die „eingeordnet“ werden.

  • 08/15 sagt:

    Essen, Essen, Essen – wenn aus Hunger Anfälle werden
    Es macht mich unendlich traurig wenn ich lesen muss, dass K I N D E R aus Frust und Problemen fresssüchtig werden.
    Wie krank machen wir, unser Tun und unsere Art zu leben schon Kinder. Genügt es nicht, dass viele Erwachsene unter enormen psychischen Störungen leiden, krank werden/sind, i psych. Behandlung sind und manchmal sogar durchdrehen.
    Was alles bringt uns finanzieller Wohlstand noch alles bevor wir aufmachen und endlich umkehren und einsicht zeigen?

  • Karl von Bruk sagt:

    Was es doch heute alles fuer kindliche Befindlichkeitsstoerungen gibt, seit Alimente im zigfachen Betrag der Sozialhilfe verbraten werden muessen. Frueher konnten Kinder auch in der Stadt noch raus und sich in der Freizeit meistens mit anderen Kindern ohne teure Bewachung genug bewegen, um koerperlich und seelisch gesund zu bleiben. Im Einfamilienheuschen mit nie erwerbstaetiger Mutter war auch mit einem fleissigen Vater oft Schmalhans Kuechenmeister. Die Hauptgaenge bestanden aus Gemuesesuppe und Kohl sowie (moeglichst wenig!) Brot. Suessigkeiten gabs hoechstens an Ostern, Geburi und Weinacht

  • marie sagt:

    wie sollten mehr leben(!) und unseren kinder in erster linie lebensfreude und vor allem gesundes selbstvertrauen sowie
    -bewusstsein vermitteln.
    http://www.youtube.com/watch?v=-F_9fgtEKYg

  • O. S. sagt:

    Die Aussage des Artikels ist eigentlich: Es braucht mehr Binge-Dingsbums-Beraterinnen wie uns. Es ist – once again! – reine PR, dieses Mal für die grassierende Expertokratie und die nach ‚Fällen‘ lechzende staatl. beamt. Therapiearmee. Das Problem gibt es ja überhaupt nur, weil es Leute wie die Autorinnen erst erfunden haben. Sonst würde doch kein Fudi danach fragen, weshalb die einen Kinder dünn und die anderen Kinder etwas dicker sind.

    Der Pathologisierungswahn (und darauf hinauslaufend der Therapierungswahn) hilft vor allem: Dem Portemonnaie von MUnsch/WyssEn. Wobei ich mit letzterer gern

    • Muttis Liebling sagt:

      Ähnliches erwähnte ich gestern, allerdings mit mehr Kontext und dies harrt immer noch der Freischaltung. Man muss das leider wirklich so drastisch sehen: Expertenmeinungen sind vollständig wertlos geworden, seitdem diese von der Verwertung ihrer Meinung leben müssen. Seit es Drittmittelforschung gibt, hat sich die Unabhängigkeit der Wissenschaft erledigt.In dem Fall ist es schade, denn Ernährung ist nicht nur ein gesundheitliches, ist vor allem ein kulturelles Phänomen und das sollte uns schon sehr interessieren. Nur nicht aus Sicht von Verwertern.’Ich empfehle deshalb den Kauf des Produktes.‘

      • Pippi Langstrumpf sagt:

        Es gibt noch so viele unendeckte Krankheiten, dieses Feld will beackert werden! Und sowieso sollten wir fast alle zum Psychiater, laut neuester Erkenntnis der nationalen Gesundheitsgurus.

        Wer nicht gertenschlank ist, hat eine Essstörung, ach so…… Interessant in diesem Zusammenhang ist vielleicht, dass nicht die Schlanken, schon gar nicht die Dünnen, sondern die leicht Übergewichtigen – also BMI zwischen 27 und 30 – die höchste Lebenserwartung haben. Und jetzt? In ‚Schönheit‘ früher sterben, oder doch nicht, tja……….

      • Brunhild Steiner sagt:

        @Pippi Langstrumpf:
        auch wenn ich der Forschung auf gewissen Gebieten von Herzen dankbar bin, aber:
        „Es gibt noch so viele unendeckte Krankheiten“
        würde ich sogar um
        „und solche die noch nicht konstruiert worden sind (und im Anschluss per Medienkampagnen der Öffentlichkeit (oder ehrlicherweise den zukünftig Kranken) schmackhaft gemacht werden)
        erweitern.

      • Muttis Liebling sagt:

        Pippi, der Zusammenhang zwischen Lebenserwartung und Körperbau, etwas anderes spiegelt der BMI zwischen 20 und 30 ja nicht wieder, ist seit über 30 Jahren bekannt. Ist auch logisch, das ewig frierende Selbstvergewaltiger biologisch weniger Chancen haben, als einer, der seinen Ernährungsvorrat und die Dämmmatte immer am Körper hat. Sowohl versicherungstechnisch als auch politisch bietet es sich aber an, unwahrscheinliche Zustände (Magerkeit) zum Ideal zu erklären. Da kann man höhere Prämien nehmen und selbst bei Gesunden mehr Selbstverantwortung einfordern.

      • Brunhild Steiner sagt:

        2/ noch präziser wäre
        den zukünftig erkannten Kranken UND im Anschluss an Diagnosestellung
        Konsumierenden der empfohlenen Therapien/Medikamenten etc

      • marie sagt:

        ml spricht ja ganz präzise den pferdefuss in der forschung an (eigene erfahrung ml?). deshalb macht es in der tat je länger je mehr forschung so zu betreiben wenig sinn – dh solange die forschung keine unabhängigkeit geniesst, werden die resultate immer vom „auftraggeber“ abhängig sein. für forschende wird es so immer wie mehr unmöglich möglichst neutral und nüchtern resultate zu veröffentlichen.
        aber wie gehen wir mit diesem umstand um? was bleibt uns also? wir sollten einfach vermehrt auf unsere „instinkte“ hören und versuchen zu filtern. soweit es geht.

      • marie sagt:

        will übrigens forschung nicht verteufeln (im gegenteil), aber man sollte doch anfangen, dies kritisch zu sehen. nicht die forschung an und für sich, aber versuchen die auftraggeber dahinter zu eruieren.

      • Valeria sagt:

        Naja… man kann über Sinn und Unsinn solcher Artikel streiten. Aber das Leiden eines essgestörten Kindes/Jugendlichen zu verneinen und ihm Pathologisierungswahn zuzuschreiben, finde ich schon etwas daneben. Wo jemand leidet, muss gehandelt werden, egal ob das der 70-jährige Heiri Müller mit einem Bandscheibenvorfall oder die 12-jährige Lea Meier mit der Essstörung ist.

        Und bezüglich Forschung: Klar, es gibt immer schwarze Schafe, aber selbst wenn man von Drittmitteln lebt, heisst das noch lange nicht, dass man jetzt die und die Resultate produzieren muss. Geht auch gar nicht. Das ist absurd.

      • Valeria sagt:

        Ich könnte es sogar zuspitzen und behaupten: Wer selber noch nie ein wissenschaftliches Paper (KEIN Zeitungsartikel, KEIN populärwissenschaftliches Buch) gelesen und verstanden hat, sollte sich in der Forschungs-Kritik etwas zurückhalten…

      • marie sagt:

        na ja valeria. wenn man ein papar veröffentlich und dann plötzlich am institut plötzlich nur noch medikament einer bestimmten pharma verschreibt, weil ein ganz bestimmter wirkstoff im paper erwähnt wird… bsp das medikament vioxx… da wird man schon stutzig…

      • Muttis Liebling sagt:

        Ein Bandscheibenvorfall ist ein anatomisch- pathologischer Befund, eine Essstörung ein sprachliches Konstrukt. Medizin und deren Institutionalisierung Gesundheitswesen ist für Krankheit zuständig, nicht für Erhalt von Gesundheit, Bekämpfung von Leiden oder Linderung von Übeln aller Art. Medizin ist erst einmal ein reiner Reparaturbetrieb, und das meiste lässt sich auch reparieren, bis die Grenznutzungsdauer überschritten ist. Der Rest ist politisches Wollen, aber dann muss man den auch wollen. Bis jetzt gehört Leidensbekämpfung nicht zur Aufgabe des öffentlich finanzierten Gesundheitswesens.

      • Brunhild Steiner sagt:

        Muttis Liebling:
        ganz klug finde ich diesen radikalen Ausschluss von Prävention aber nicht,
        vorbeugen ist besser als heilen,
        Gesundheit erhalten (bewusst erhalten) kann verschiedensten Krankheiten vorbeugen,
        und kann von dem her durchaus kostensenkende Wirkung entfalten.
        Und mir ist ein medizinisch gut begründeter „Präventionsvorschlag“ dann doch um einiges lieber als irgendwelche „Lebensgestaltungs/Essens-Ideen“ aus Quellen ohne Hand und Fuss.

      • Muttis Liebling sagt:

        Brunhild: Prävention soll nicht ausgeschlossen sein, gehört nur nicht zur Medizin, die per definitionem Heilkunde ist. Heilen kann man nur Krankes, Medizin hat bei Gesunden nichts zu suchen. Das ist ganz wichtig, um Übegriffe wie zur Zeit, nämlich das Behandeln von Gesunden, auszuschliessen. Prävention ist eine gesellschaftliche Aufgabe, die grossen Seuchen des Mitelalters sind durch Prävention, nicht durch Medizin bekämpft worden. Schiffsbesatzungen 42 Tage nicht an Land lassen, ist ein politischer Entscheid, aber dadurch wurde die Pest besiegt, nicht mit Medizin. Das muss man unterscheiden.

      • Muttis Liebling sagt:

        Und genau so ist das heute mit dem sogenannten Manages Care. Die Medizin wird dadurch nicht besser, wohl aber das Gesundheitswesen. Ärztenetzwerke verbessern die Betreuung, machen die aber nicht unbedingt preiswerter. Vor allem aber habe ich, haben wir kein Interesse an gesundheitspolitischen Entscheiden, die auf Kosten und nicht auf Nutzen reflektieren. Deshalb sind viele wie ich für Ärztenetzwerke, aber gegen die Managed Care Vorlage, weil die einseitig nur auf Kosten, nicht auf die Qualität abhebt. Gesundheitlich ist MC gut, politisch falsch. So ähnlch ist das mit Medizin und Prävention.

      • Valeria sagt:

        @ ML:
        Die Diskussion ist zwar mittlerweile fortgeschritten, aber ich möchte trotzdem noch kurz ihre Antwort von 12.51 aufgreifen.

        „Ein Bandscheibenvorfall ist ein anatomisch- pathologischer Befund, eine Essstörung ein sprachliches Konstrukt.“

        Das stimmt so einfach nicht. Ihrer Meinung nach scheint ein Leiden also nur gerechtfertigt zu sein, wenn man es auch sehen kann? Und die ganze Psychiatrie? Abschaffen oder was?

      • Valeria sagt:

        Noch etwas. ML, Sie schreiben: „Medizin und deren Institutionalisierung Gesundheitswesen ist für Krankheit zuständig, nicht für Erhalt von Gesundheit, Bekämpfung von Leiden oder Linderung von Übeln aller Art.“

        Das Gesundheitswesen ist sowohl für Krankheit, wie auch für den Erhalt von Gesundheit (Präventionsmedizin, Check-ups…) und der Bekämpfung von Leiden (Palliativ, Psychiatrie…) zuständig. Natürlich geht man nicht zum Arzt, wenn man ein kaputtes Auto hat, aber für alles, was mit Gesundheit zu tun hat, ist das öffentlich finanzierte Gesundheitswesen zuständig.

      • Muttis Liebling sagt:

        Valeria: Man kann es noch mehr zuspitzen. Wer viele sogenannte wissenschaftliche Artikel in JAMA oder BJM gelesen hat, weiss, was läuft. Seit letzten Vesuchen um 1976 hat es die wissenschaftliche Medizin nicht geschafft, den Krankheitsbegriff zu erklären. Es werden nur als Krankheitsbilder bezeichnete Phänomene gezeigt, die man mit von der Firma X lizensierten Medikamenten oder Methoden irgendwie beeinflusssen kann. Die Frage, ob wir überhaupt beeinflussen wollen oder müssen, wird gar nicht gestellt. Meist müssen wir gar nicht, weil das Problem nur konstruiert ist, siehe oben.

      • Muttis Liebling sagt:

        Valeria: Das Gesundheiswesen ist nicht für Gesundheit zuständig, nur für Krankheit. Das ist wirklich blöd gelaufen mit der Begrifflichkeit, aber es ist so. Gesundheit ist nicht das Gegenteil von Krankheit. Die beiden Sachen haben fast nichts miteinander zu tuen. Das sieht so auch die WHO.Traditionell nennen wir Krankheitsreparatur Gesundheitswesen, obwohl niemand gesund wird, wenn wir ihm einen Stunt implantieren oder Insulin substituieren. Politisch ist der Unterschied aber wichtig, Da wird zwischen Bringe. und Gebeschuld lanciert. Wer ist für Gesundheit verantwortlich? Ganz sicher, ich nicht

      • Muttis Liebling sagt:

        Wenn der Urs sich das Tibiaköpfchen schreddert, weil er unbedingt seine Freizeit mit Skifahren verschleudern will, dann nageln wir es ihm wieder zusammen. Obwohl ich da auch meine Zweifel habe, ob das auf Kosten der Gesellschaft sein muss. Wenn der Ursula sich wichtige Gefässe durch einen Thrombos verschliessen, lösen wir die auf. Dazu sind wir da. Aber nicht, fehlerzogenen Kindern kompensatorischen Kohlenhydratfrass abzugewöhnen. Unser Job ist nicht Gesundheit, nur Reparieren von Krankheit. Sich und ihre Kinder müssen die Herren und Damen Bürger schon selbst erziehen. Das ist nicht Medizin.

      • Katharina sagt:

        „Dazu sind wir da. Aber nicht, fehlerzogenen Kindern kompensatorischen Kohlenhydratfrass abzugewöhnen.“ und auch nicht, sich sinnlos zu besaufen oder hier irres populistisches mit etwas Wissenschaft verbrämtes Gebrabbel loszuwerden.

        http://www.youtube.com/watch?v=d7ejTeMmtnA&list=FLg2BLksr371WYdbAKfXF97Q&index=69&feature=plpp_video

      • Katharina sagt:

        “Dazu sind wir da. Aber nicht, um … Kindern kompensatorisches …ab zu gewöhnen.” und auch nicht, sich sinnlos zu betrinken oder hier irr3s p0pulistisches mit etwas Wissenschaft verblümtes G3laber loszuwerden.

        http://www.youtube.com/watch?v=d7ejTeMmtnA

      • Valeria sagt:

        Gut, ML, Sie wissen es ja besser. Da will ich Ihnen auch nichts entgegenhalten, da man solch starren Meinungen erfahrungsgemäss nicht mit einem Blogeintrag aufbrechen kann… Fakt ist aber, dass so etwas wie Präventionsmedizin existiert und aus öffentlichen Geldern bezahlt wird. Auch die Palliativmedizin, die NUR das Mindern von Leid und NICHT das Heilen im Sinn hat, wird so bezahlt. Und genauso gehören auch beide Bereiche zum Gesundheitswesen. Ob Ihnen das nun passt oder nicht, herrgottnochmal.

      • Valeria sagt:

        ML: „Aber nicht, fehlerzogenen Kindern kompensatorischen Kohlenhydratfrass abzugewöhnen.“

        Aber sonst geht’s Ihnen noch gut?!? Eine Essstörung ist nicht irgendein Auswuchs von falscher Erziehung, den man abgewöhnen muss. Es tut mir leid, aber Sie haben überhaupt keine Ahnung.

      • Brunhild Steiner sagt:

        @Muttis Liebling:
        „gehört nur nicht zur Medizin, die per definitionem Heilkunde ist.
        Heilen kann man nur Krankes, Medizin hat bei Gesunden nichts zu suchen.“

        Das ist eine Sicht auf Medizin, jedoch gibt es den Begriff „Präventivmedizin“,
        zumal der von Ihnen verwendete Begriff „Reparieren von Gesundheit“
        sehr auf ein mechanistisches Menschenbild weist.
        Prävention fusst auf Medizin als Wissenschaft, ohne deren Erkenntnisse können nicht viele Präventionsmassnahmen abgeleitet werden…, und deshalb gehört das zusammen.

      • Brunhild Steiner sagt:

        @ML:
        2/ „Die Frage, ob wir überhaupt beeinflussen wollen oder müssen, wird gar nicht gestellt.
        Meist müssen wir gar nicht, weil das Problem nur konstruiert ist“,
        schätze mal dass Sie das dereinst anders sehen falls ein schwerwiegenderes Kreislauf-
        wahlweise anderes System einsetzen- auftritt, welches durch operative/medikamentöse Massnahmen behoben/gelindert werden könnte-
        ob Sie dann auch noch sagen werden „das ist bloss ein Phänomen welches nur als Krankheit definiert worden ist damit jemand Kasse machen kann und es sollte dringend überlegt werden ob das überhaupt gewollt werden sollte?

    • Muttis Liebling sagt:

      Instinkte taugen auch nicht viel, die führen eher zu den ganzen Abartigkeiten, wie Fremdenfeindlichkeit und Gesundheitswahn. Die erste Frage, die ich immer stelle, wenn ich etwas höre oder lese, ist die, wer hat das bezahlt. Dann erübrigt sich der Rest meist von allein. Das andere kommt aus Erfahrung. Nach Jahren intensiver Beschäftigung weiss ich nicht, was gesunde Lebensweise ist. Ich bekomme zwar langsam eine Ahnung davon. Aber die deckt überhaupt nicht mit Zeitgeist. Ich weiss, dass ich gesund bin, lebe. Weil ich denke, reflektiere und meine Zeit nicht mit Sport und Pseudokultur vertue.

      • marie sagt:

        also mein instinkt (oder ist das vernunft?) sagt mir dass alle menschen gleich sind, egal welche hautfarbe, welche religion, welche sexuelle orientierung, welche was auch immer…
        aber am ende hat das wohl eher mit persönlichen erfahrungen zu tun, die einem so etwas eine auffassung von wohlbefinden beschert. aber eben, wenn man man in einem umfeld lebt und diesem ausgesetzt ist, wo das maass aller dinge gesundheit, schönheit usw sehr präsent ist, kann es problematische werden. mir reicht der satz „…süsch nimsch zue“ schon, das sagt alles aus.

      • E.H.Roth sagt:

        hm, und die zweite Frage, wer profitiert und was ist die Motivation.

      • marie sagt:

        ich vermute, dass diese „eigendynamik“ auch nicht mehr verstanden wird, was genau da abgeht. siehe börse – da wissen viele auch nicht mehr genau, wie das funktioniert, mittlerweile sagen das sogar profis… 😉 der mensch ist irgendwie zum letzten dinosaurer geworden.

      • marie sagt:

        iIndex librorum prohibitorum mamablogensis… 🙄

      • Muttis Liebling sagt:

        marie, Instinkt ist nicht Vernunft und alle Menschen sind nicht gleich. Von einem Menschen erwarte ich soziales Verhalten und wer das nicht bringt, fällt durch das Raster.Wer allen Ernstes 2012 noch Wohlstand und Wachstum anstrebt, ist kein sozialer Mensch. Der Unterschied zwischen Mensch und Tier ist der Grad der Sozialität.Es gibt Tiere, die verhalten sich in bestimmten Aspekten sozialer als Menschen. Das sind Ausnahmen. Vom Menschen erwarte ich das Wir vor dem Ich und wer das nicht drauf hat, den zähle ich nicht zur Menschheit. Wir sind nicht gleich, den meisten möchte ich nicht gleichen.

      • marie sagt:

        ich bin über ihre antwort erstaunt – sie sind doch der naturwissenschaftler von uns beiden.
        menschen werden alle „gleich geboren“, sie bestehen aus haut und knochen und ja sie betreiben stoffweschel usw. ich gehe davon aus, dass bei der geburt das werdende leben weder gut noch schlecht ist, sondern unschuldig. und die absolut wenigsten menschen kommen schlecht oder eben gut zur welt. sie werden dazu gemacht. sw konditionierung. wer sich zbsp asozial verhält, hat das so auf irgendeine art und weise mitbekommen und wendet diese strategie an, weil es ihm/ihr vermeintlich gut tut.

      • marie sagt:

        für mich stellt sich die frage immer wieder, wie es dazu kommen kann, dass kinder eben zbsp schon essstörungen haben, wenn sie doch unbeschwert spielend die welt entdecken sollten. und was man dagegen tun kann. deshalb einmal mehr mein vorschlag mit gutem besispiel das leben möglichst lebbar vorleben. und dabei „menschlichkeit“ nicht vergessen. den kindern möglichst gesundes selbstvertrauen, stärke und neugierde mitgeben. vermutlich können wir nicht mehr machen. und sollten „krankheiten“ ausbrechen, diese angehen und dabei fragen, ob es nun wirklich eine k ist oder eben nur eine zeiterscheinun

      • Pippi Langstrumpf sagt:

        nein marie, nicht alle Menschen sind gleich. Auch nicht alle Tiere derselben Gattung, oder alle Pflanzen. Aber ich weiss, was du meinst. Alle haben die gleichen Rechte, auch wenn sie dümmer oder hässlicher sind als der Durchschnitt, wobei auch das oft Theorie ist, in Wirklichkeit haben die Dümmeren natürlich weniger Chancen, die Hässlicheren auch. Das ist ungerecht, aber nicht zu vermeiden. Die Privilegierten haben dadurch eine Verpflichtung, sie sollen die weniger Beschenkten unterstützen, wenn die Hilfe brauchen. Das ist meine ganz persönliche Haltung, sie erhebt keinen Anspruch auf Allg.Gül

      • Muttis Liebling sagt:

        das habe ich schon öfters hier angesprochen. Ich finde auch, das nach der Geburt alle Menschen gleich sind. Die Hebammen, die ich kenne, teilen das meist nicht. Aber selbst wenn es angeborene Unterschiede gibt, die meisten werden anerzogen. Auf die Vorstellung, in Glück und in Wohlstand zu leben, kommt man doch nicht von allein.
        Ich denke schon, dass 95% aller Neugeborenen das Potential haben, schön und klug zu werden. Dieses Potential wird ihnen aber schnell genommen, weil die eigenen Eltern ihnen das verweigern, sie auf Artefakte trimmen, nach denen sie, die Eltern leben.

      • marie sagt:

        @ml
        meine worte.
        („und meine Zeit nicht mit Sport und Pseudokultur vertue.“ na da werden sich wohl einige daran stossen. macht nix 😉 )

      • O. S. sagt:

        Muttis Liebling (sic!) spricht es aus: statt autochthoner Werte und ein moralisches Rückgrat sollen die Menschen konform sein gegenüber dem Sozialen Gott. Die unsichtbare Hand der „sozialen Gerechtigkeit“ (allen das gleiche und nicht: jedem das seine) regiert und reguliert die Lebensentscheidungen für uns, statt eines Humanismus und Individualismus (Säulen der abendländischen Kultur) stehen da Ameisenvölker, die zu politischer Korrektheit erzogen und möglichst keinen biologischen Fussabdruck hinterlassen.

        Kein Wachstum = Nihilismus des Jahres 2012. Da grinst uns die Fratze des Todes an.

      • Muttis Liebling sagt:

        marie und Brunhild: Das gefährlichste ist immer, alles auf das Private runterbrechen zu wollen. Private Strategien entwickeln, um gesellschaftlichen Fehlentwicklungen vorzubeugen. Damit hemmt man das, was man eigentlich will. Ich habe z.B. mal gelernt. das Kinder nicht Selbstmord begehen und damals stimmte das auch. Heute springen jeden Tag Kinder aus Shanghais Hochhäusern auf der Pudong- Halbinsel, nicht die aus den Armenvierteln. Dem kann man mit individuellen Strategien nicht entgehen. Da muss man sich schon etwas mehr einfallen lassen. Vor allem muss man das erst mal wollen.

      • Katharina sagt:

        „Vom Menschen erwarte ich das Wir vor dem Ich und wer das nicht drauf hat, den zähle ich nicht zur Menschheit“ – sagt eigentlich alles über ML.

      • Brunhild Steiner sagt:

        @Muttis Liebling:
        „Vom Menschen erwarte ich das Wir vor dem Ich und wer das nicht drauf hat,
        den zähle ich nicht zur Menschheit.“
        meinen Sie damit das von Ihnen erwähnte
        „Von einem Menschen erwarte ich soziales Verhalten und wer das nicht bringt, fällt durch das Raster.“
        Und wenn ja, welche Konsequenzen hat das „durchs Raster fallen“?
        Irgendwie scheint mir es hat zuviele in entscheidenden Positionen, denen wohl herzlich egal ist wenn sie in Ihren Augen durch Ihr persönliches Raster fallen? Und auch in weniger entscheidenden gibt es diese.

      • alien sagt:

        ML, Du weisst vielleicht nicht, was gesund ist, naja, dass Dir das nach „Jahren intensiver Beschäftigung“ so geht, finde ich sehr seltsam. Wir haben sehr viele Hinweise darauf, wie man sich gesund ernährt, was gesunde Bewegung ist, gesunde geistige Beschäftigung usw. Ebenso wissen wir recht gut, welche Beschäftigungen ungesund sind.

        Wer auf sämtlichen Sport verzichtet, lebt einmal sicher ungesund. Und „Pseudokultur“… was ist schon „pseudo“? Wer bestimmt, was „pseudo“ ist? ML? Por favor. Der eine findet Lady Gaga toll, für ihn ist das keineswegs pseudo, beim anderen fängt Kultur bei Schönberg an. Beim einen hört sie bei van Gogh auf, beim anderen fängt sie bei Picasso an. Der eine findet alles, was nach der Assemblersprache entwickelt wurde, Programmierschnickschnack für Pussies, der andere gibt sich gar nicht mit Sachen ab, die vor Dart erfunden wurden. Hast Du wirklich die Idee, ein ML bestimme, was für die Leute gültige Kultur ist? Das ist sehr schräg.

      • marie sagt:

        moment alien!
        ml hat nicht ganz unrecht. l gagas funktion als idol und vorbild finde ich für kinder die noch nicht abstrahieren können, nicht gerade optimal. denn sind wir ehrlich, braucht es eine junge frau mit wirren perrücken und ein fleischköstüm, um auf die mannigfaltigkeit der menschen aufmerksam zu machen? und auf kinder, die nicht abstrahieren können, scheint mir die wirkung…. eigenartig. da braucht es eltern, die diesen kindern helfen abstrahieren zu lernen. denn ein fleischköstüm und eine wirre perrücke sagt nichts über die mannifaltigkeit aus. soviel zur (sub)kultur.

      • marie sagt:

        dazu kommt noch die tatsache, dass mittlerweile sogar erwachsene nicht mehr abstrahieren können (überspitzt: frauen ü 50, die sich als mangafigur geben…).

      • alien sagt:

        Ich sagte meines nur in Bezug auf die Standardsetzung durch ML. Mein persönlicher Geschmack tut nichts zur Sache. Wenn meine Kinder Lady Gaga gut finden, darf ich ihnen sagen, was ich an ihr nicht gut finde (sofern ich das überhaupt weiss), aber ihnen verbieten, Lady Gaga gut zu finden, darf ich nicht. Und das tue ich nicht nur darum nicht, weil ich mir die Mühe sparen will aus Faulheit, nein, ich tue das aus Prinzip nicht.

        Abgesehen davon finden sie nur Bruno Mars gut, und das ist ja sehr in Ordnung.

      • marie sagt:

        ich habe mls post ja nicht als verbot aufgefasst, nur dass ihm diese „unkultur“ oder was auch immer fragwürdig erscheint und ER dies deshalb ablehnt.
        sind wir ehrlich… ich bin im moment in einem (back)fläsch – wars denn bei uns besser damals?
        http://www.youtube.com/watch?v=ViEOGiRrhSs
        wohl kaum – ich sehe meine mutter wie sie wutentbrannt und völlig hysterisch rumbrüllte, wenn wir ua das hörten. und DAS war in meinem falle noch das harmloseste… dazu kam noch das offengelebte drogenimage 😉

      • marie sagt:

        und das erst: ging gar nicht!
        http://www.youtube.com/watch?v=JHDzjbA-ulU

        …finde sie heute noch toll!

      • alias sagt:

        Gefällt Dir nicht, Gianna Nannini? Tsss.

        Hier etwas Napoletanisches per la mia terrona favorita: https://www.youtube.com/watch?v=YoBuv7HR-Fw

        Due impresari che si fanno in quattro per te.

        Und das hier musste ich einige Zeit als Gutnachlied singen: https://www.youtube.com/watch?v=lCGgna6QbsY Krokodil! Krokodil!

      • alias sagt:

        Ich hab Dir eine nette Antwort gemacht, marie, aber wordpress hat sie gefressen.

      • marie sagt:

        das nächste wird die inquisition sein… 😉

      • alias sagt:

        Allora spezzato:

        Hier etwas Napoletanisches per la mia terrona favorita: https://www.youtube.com/watch?v=YoBuv7HR-Fw

      • alias sagt:

        Und das hier musste ich einige Zeit als Gutnachlied singen: https://www.youtube.com/watch?v=lCGgna6QbsY Krokodil! Krokodil!

      • marie sagt:

        polentone?
        sono solo canzonette ist seine beste lp. aber ok italia (coi tacchi a spilli, insomma und po‘ puttana…) ist auch nicht schlecht.
        hier mein lieblings polentone!
        https://www.youtube.com/watch?v=JrFjFOjxYyA

      • alias sagt:

        Ci siamo, Sono Solo Canzonette gefällt auch mir am besten, aber er hat viel Gutes gemacht, Abbi dubbi gefällt mir sehr gut.

        Abbi dei dubbi si
        Abbi dei dubbi seri
        Dei seri dubbi-i

        Non abbi dubbi solo sul rock’n’roll

        So isches. Und wie Zucchero sagt: Blues will never die.

      • alias sagt:

        Nein, ich bin Schweizer, mein Vater war von Rom (und gestorben ist er in Lugano).

  • Katharina sagt:

    “Von ihr erfahren sie, dass Eva seit ein paar Wochen oft geärgert und ausgelacht wird. …vermutet, dass die Hänseleien etwas mit dem Gewicht …zu tun haben und damit, dass sie mit körperlichen Aktivitäten Mühe hat. …war zwar immer schon etwas «pummelig», aber in letzter Zeit hatte sich das verstärkt.“

    „Häufig werden sie wegen ihres Gewichts ausgelacht, was sich negativ auf den Selbstwert und das Körperbild auswirkt“

    BES ist also das Symptom und die Ursache ist Mobbing und Bullying. Dies in einer eskalierenden spiralförmigen Dynamik.

    • Katharina sagt:

      /2:

      Da finde ich dann, dass „Viele Kinder mit BES haben Schwierigkeiten, mit belastenden Gefühlen umzugehen“ etwas zu kurz greift und die die übliche doppelte Viktimisierung spielt und der Artikel viel zu wenig auf das wichtige Thema des Bullying und Mobbing eingeht, einer Seuche, die sich in letzter Zeit ausbreitet und immer noch öffentlich geduldet wird.

      • marie sagt:

        ich vermute bullying und mobbing ist nur ein aspekt. ich vermute dass uns einfach „normale“ vorbilder fehlen. wir suchen sie vermehrt in der „rosa presse“ und am ende sind diese protagonisten, die beste werbung für die industrie die dahinter steckt… ist ziemlich schwierig diesen aspekt auf 600z zu reduzieren, aber ich vermute dass sie naomi wolfs klassiker „der mythos schönheit“ kennen, sie erfasst me so ziemlich des pudels kern. ob wir dem entgegenhalten können? ich weiss es nicht. wenn schon erwachsene mündige menschen mit dieser Realität“ mühe haben und dies auch noch weitergeben…

      • Muttis Liebling sagt:

        Heute geht Facebook an die Börse. Da wird aus Psychologie ohne reale Wertschöpfung Geld generiert. Man nennt das soziales Netzwerk, obwohl keine Komponente von Sozialität besteht. Das generierte Geld ist genau so virtuell, wie die Beziehungen, welche hergestellt werden wollen.
        In dieser virtuellen Welt werden unsere Kinder gross. Obwohl objektiv klar ist, dass 80% der lebenden Bevölkerung nur bedeutungslose Schwungmasse sind, wird ihnen Individualität vorgegekault. Die das dann trotzdem einfordern, gehen den Bach runter, weil es ja nicht geht, Masse und besonders zu sein.

      • Katharina sagt:

        eigentlich sollte Ihnen, marie, bewusst sein, worauf ich anspreche, wenn ich Ihre Kommentare heute zum Thema ‚Übergewicht‘ und wie das Umfeld darauf reagierte, betrachte.

        Das Problem beginnt ja schon im Wort ’normal‘.

      • Katharina sagt:

        dass aber eine Gesellschaft, die schon fast unter einem krankhaften Konformitätsdruck leidet, natürlich das Thema Mobbying/Bullying klein redet, ist logisch, denn besagter Druck wird gerade über den Mechanismus Mobbying/Bullying in subtilen oder weniger subtilen Formen ausgeübt.

        Statt dieses Thema anzugehen, wird das Kind einer Therapie unterzogen, in welcher sie die emotionalen Konsequenzen des Mobbings verinnerlichen soll und mit coping Strategien zu kompensieren lernen soll. Das Kind wird pathologisiert. deshalb eben doppelte Viktimisierung.

      • marie sagt:

        stimmt normal ist schlecht gewählt (deshalb in klammern geschrieben). mobbing und bullying will ich gar nicht bagatellisieren im gegenteil, weil es sind ja die folgen sind, wenn man nicht der allbestimmenden „norm“ dazugehört. und ja, man die kinder aufbauen, dass sie genug selbstbewusstsein und bewältigungsstrategien erlernen können. ich kritisiere aber auch die gesellschaft, die dies immer wie mehr zulässt, dass die vorbildfunktionen protagonisten übernehemen, die sich aufgrund von marketing selbstinszenieren. und da können kinder schlecht ober gar nicht abstrahieren.

      • Katharina sagt:

        ML: ich möchte FB nur kurz ansprechen, denn es hat nichts mit meinem Beitrag zu tun. Nur soviel: die Wertschöpfungskette von FB ist sehr real. da wird viel Unsinn in letzter zeit geschrieben. diese beruht auf zweit Dingen: einerseits sind die Werbeplätze teurer als die im Vergleich nicht sehr zielpublikums-orientierte Bannerwerbung und zweitens, weil aus den Interaktionsmustern auf FB viel genauere soziale Musteranalysen aggregiert werden können. der preis dafür bewegt sich in etwa auf 50 – 70 USD pro Profil.

      • marie sagt:

        ich sehe das eigentlich gleich wie sie – das kind wird pathologisiert (es reagiert ja menschlich, aber eben nicht konform) und in eine therapie geschickt (wo das kind durchaus lernen kann wie mit verletzungen umzugehen ist), wobei ja eben die problematik im mobbing/bullying steckt…
        einmal mehr, wir erwachsene sind gefragt, aber wenn ich diese schönheitsideale sehe, die propagiert werden… dass selbst kinder mittlerweile sich einer diät aussetzen müssen, um eben akzeptiert zu werden (und ich spreche von pummeligen kinder nicht stark adipöse).

      • Katharina sagt:

        marie, ich habe mir das etwas überlegt betreffend der Dynamik der Rollen Vorbilder, bzw. wie Werbung das beeinflusst. Was Werbung betrifft, frage ich mich eben, inwieweit die Werber Stereotypen benutzen, weil sie in der Gesellschaft vorhanden sind, oder diese Stereotypen eben erst erzeugen.

        bei uns ist es so, dass in letzter Zeit gegen das frauliche ultra dünn Meme immer mehr öffentlich Widerstand erzeugt wird. Der Effekt dank dieser negativen Publicity ist, dass die Werbekunden diesen negativen Images immer mehr fern bleiben wollen und nun Modelle wählen, die realer sind. Ein Hinweis darauf, dass die Werber Stereotypen benutzen.

        ich denke es ist eine duale Wechselwirkung die da spielt, überlagert damit, dass ursprünglich gegen das rigide Image der 50er Jahre in einer Form des kreativen Protestes Werbung gestaltet wurde. Siehe das Vamp-, Punk- und Rebellen Image, unterlegt mit etwas Verruchtheit, das den meisten Supermodels anhaftet und die Käuflichkeit der Frau durch den Kauf des Produktes suggeriert. Ein Hinweis darauf, dass ein Stereotyp erzeugt wird.

        Ich weiss nicht, wie heterogen Ihr Werbe Markt ist, aber ich sehe grosse Unterschiede in der Werbung, je nach Werbe Kanal. so werden für das gleiche Produkt in englischsprachigen Sendern weisse Models der Sorte Wasp und proper/kosher bevorzugt, während in den spanischsprachigen Kanälen Latinas/Latinos bevorzugt werden. mit den jeweiligen Stereotypen, zb die Latinas entsprechend mit den üppigeren Formen und Farben – mit entsprechenden Projektionen eines Frauen Bildes. ditto bei männlichen Rollen.

        In dem Sinn ist auch der Artikle auf cl_ck (ihr link weiter oben) etwas out of context, denn das Aussehen von Beyonce vermarktet sie je nach ethnischem Kontext anders – auch ihr üppiges und sehr ansehnliches Hinterteil. „Wunder gibt es keine: Sängerin Beyoncé in Spanx,” sagt mehr über die Autorin und den Spin des Artikels aus als wohl beabsichtigt. der Spin: Neid über die Dynamik dieser Künstlerin zu erzeugen und dann das hämische Detail betreffend dem spandex einzuwerfen, weil auch ohne Unterwäsche sie eben … well … umwerfend ist und bleibt. Aber das ist eine andere Dynamik, nämlich die des Neides, der gezielt genährt wird, um die Leserschaft zu verunsichern. Sie sehen, die Dynamik ist nicht nur die Werbung, sondern wie Journalisten und Gefässe wie cl_ck an der Verunsicherung gezielt mitwirken, um ihre vermeintliche Definitionsmacht behalten zu können. Diese erst erzeugt den Markt für die Werbeplazierungen.

      • Muttis Liebling sagt:

        Katharina, ich habe meinen Organspenderausweis immer bei mir und darin einen klitzekleinen Zettel mit den Zuteilungsregeln. Kein Organ von mir erhalten unredlich Erwerbende.
        Stellen Sie sich vor, um die Erde kreist das Raumschiff einer fortgeschrittenen Zivilisation, welches in Sekunden den Wert unseres Planeten scannen kann. Alle Werte, die materialisierten und die, welche noch in den Köpfen schlummern. Meinen Sie, ein Börsengang, ein Bankgeschäft, ein Werbeclou ändern diesen nur um ein My? Deshalb bekommen nicht wertschöpfend Erwerbende von mir nicht den Rest eines Fiingernagels.

      • Katharina sagt:

        „Stellen Sie sich vor, um die Erde kreist das Raumschiff einer fortgeschrittenen Zivilisation, welches in Sekunden den Wert unseres Planeten scannen kann“

        As we look for life on other worlds we will discover that other worlds are themselves living things.

        dimethylsulfide

      • alien sagt:

        Wobei, ML, auch hier die Auffassungen, was „wertschöpfend“ ist, weit auseinander gehen. Es gibt Leute, die halten Banker für sehr sehr produktiv, andere halten nur Berufsleute für gültig, die etwas Anfassbares herstellen. Haufenweise Berufe, Arzt, Lehrer etwa, wären überflüssig, aber auch Softwareingenieure. Tunnelbohrer etwa wären plötzlich als unproduktiv verschrien, weil sie ja Zeugs WEGnehmen und nichts Neues schaffen. Perverse Idee.

    • Tinea pedis sagt:

      der wahre Grund ist natürlich die Weltverschwörung. Nur hats noch niemand gemerkt….. Möglicherweise wäre es hilfreich etwas Pulver gegen Fusspilz drüber zu streuen….

  • Karin Imhof sagt:

    Wer dauernd im Blog rumhängt und seine Kinder alleine vor sich hingammel lässt, muss sich nicht wundern, dass sich die Kids Ersatzbefriedigungen suchen…

  • Sucht sagt:

    vielfach ersetzt man die Fresssucht einfach durch eine andere Zwangshandlung. Manchmal realisiert man es nicht mal. Zum Bespiel, das fast rund um die Uhr im MB dabei zu sein. Dieser Zwang alle Hennenschisse lang unbedingt nachzuschauen ob jemand auf mein Schreiben geantwortet hat und was er/sie gesagt hat. Mit der Hoffnung eine clevere Antwort darauf zu finden. So nach dem Motto „ich kann eigentlich nicht. Hätte zu tun. Aber nur mal ganz kurz“. Und das zwanghaft den ganzen Tag. Das ist Sucht.

  • xyxyxy sagt:

    tsts und alle
    ich frage mich, ob ich falsch verstanden wurde – Teilzeitpapi schildert, dass er sich sozial Ausgegrenzt fühlt, weil seine Familie augenscheinlich nicht perfekt ist, ich sage, dass dies wohl eher in der Mentalität der max. Selbstverwirklichung liegt, als in der Normierung. Es sei denn, dass die Norm heute Erfolgreich, wie auch immer heisst.
    Früher war sicher alles weit mehr genormt.
    Ob früher mehr Mitgefühl da war, als heute, kann ich nicht beurteilen.
    DAMIT SAGE ICH NICHT, dass ich Nutzenoptimierung für wahre Selbstverwirklichung halte.

    • tststs sagt:

      Überhaupt nicht, ich würde aber Ihren Ausführungen auch nicht einfach so zustimmen. Wenn max. Selbstverwirklichung die Norm ist, dann wird ja gerade das „Abnormale“ (Selbstverwirklichung im Sinne eines „nicht irgeneiner Norm/Normalität zu folgen“) zum Normalen/Gewünschten. Oder anders gesagt: wenn Individualismus das Ziel ist, dann sollten ja Familien, die möglichst individuell sind (Grösse, Geschlechter, Krankheiten/Behinderungen etc), also solche wie die von Teilzeitpapi, zum Erstrebenswertesten/Bewunderdsten gehören…

      • xyxyxy sagt:

        aber das habe ich ja gesagt: Normierung ja, falls man darunter die Norm des max. Erfolgs sieht.
        Dass Individualisierung nicht bedeutet, dass man krank sein, als erstrebenswert ansieht, ist hingegen selbstredend. Niemand will krank sein.
        Unsere Gesellschaft ist extrem individuell, sie ist NICHT genormter als die frühere. Aber Erfolg scheint heute für alle erschwinglich, deshalb konzentrieren sich evt. mehr Menschen auf ihren persönlichen Erfolg.
        Werte wie, anderen im kleinen helfen. Jmd. Freund sein, den niemand zum Freund haben will, die sind es die fehlen. Ob es früher anders war?

      • Teilzeitpapi sagt:

        „Normierung ja, falls man darunter die Norm des max. Erfolgs sieht.“

        Maximierung der Leistungsfähigkeit oder in der Sprache des Staates: Ausschöpfung des Bildungspotenzials zwecks Wertschöpfungsmaximierung nach der Bildung (nicht negativ gemeint, wer will schon dumm sein und Werte vernichten…).

        D.h. man muss möglichst früh alle mit einem Anzeichen von unterdurchschnittlicher Leistungsfähigkeit therapieren. Und um diese zu erkennen müssen bei den Kindern Normen aufgestellt werden, was in jeder Altersstufe normal ist und was nicht. Was ziemlich gegen die Ansichten z.B. von Remo Largo geht.

      • Teilzeitpapi sagt:

        Das Problem liegt darin, dass wenn Remo Largo Recht hat, die Kinder ein unterschiedliches Entwicklungstempo haben und ihre Fähigkeiten unterschiedlich rasch entwickeln/reifen. Mit den Normen riskiert man also einige Kinder zuviel zu „pathologisieren“ (getrieben auch davon, dass Leute von der Therapierung leben und dass ihnen jeder verpasste Fall auf’s allerhöchste verübelt wird), andererseits erwischt man damit sicher mehr und früher Kinder, die wirklich Unterstützung benötigen und denen mit der Förderung geholfen werden kann.

        Ja, andere Normen sind weg, dürfen Katholiken mit Protestanten…

      • xyxyxy sagt:

        gut dargelegt Teilzeitp – so hat halt jede Medaille seine Kehrseite

      • tststs sagt:

        @xy „Niemand will krank sein.“ Naja, Individualisierung ad absurdum geführt, würde genau dies bedeutend (als krank=abnormal). Also natürlich nicht, dass das kranksein gesucht wird, aber, wo vorhanden, wird es betont zwecks Herausstellen des Indviudellen….
        @xy und Teilzeitpapi: Ich bin ganz bei Ihnen. Und dementsprechend ist dieser Blog eigentlich ein guter Anlass um ein bisschen an den Grenzen herumzudiskutieren (also welche Kehrseite der Medaille muss hier mehr berücksichtig werden)…

      • tststs sagt:

        „Indviudellen“… haha, das ist wahre Individualität 😉

      • tststs sagt:

        sorry, das gibt erst Sinn, wenn der vorhergehende Beitrag freigeschaltet wird…

      • tststs sagt:

        Sorry, gerade wird von mir nur jede zweite Beitrag sofort freigegeben… macht alles irgendwann Sinn…

      • marie sagt:

        @ts
        „Indviudellen“… na das dessert nach dem mittagessen hatte wohl noch einen gehörigen schuss hochprozentiges… 😆 proscht!

      • tststs sagt:

        Hihi, aber nicht nur ich… die Red. scheint auch lustig zu sein. Der Beitrag, der diesen Fehler ursprünglich enthält, (13:50) wartet noch auf Freischaltung. Die Korrektur wurde sofort gezeigt (13:51). Die Erklärung, weshalb dieser Beitrag jetzt so leer steht, wurde wieder geblockt (13:52), ein erneuter Versuch (13:53) ging dann wieder sofort…
        🙂

      • marie sagt:

        gerade richtig: wir sprechen hier über sucht. sagen sie mir meine liebe, wo drückt der schuh, dass sie sich am mittag mit getränkter schwarwälder über wasser halten müssen… 😉 hat was surreales… um an den gestrigen kunstdirkus anzuknüpfen.

      • marie sagt:

        warteschlaufe?

      • tststs sagt:

        Ich habe ja prinzipielle keine Probleme mit Freischaltung/Warteschleife… aber hier scheinen mir die Kriterien doch etwas gar willkürlich…pardon… individuell
        😉

      • marie sagt:

        mein kommentar weiter oben ist auch noch in xanadu! ich glaube die haben eher technische probleme… ich gehe mal eine rauchen…

      • Muttis Liebling sagt:

        Teilzeitpapi: Man darf viel, aber Katholiken mit Protestanten geht überhaupt nicht. Wofür sind 4000 redliche schwyzer Bauern im Juni 1712 gestorben? Das frage ich im Mai 2012 nicht von ungefähr.

      • marie sagt:

        ja ml wo kämen wir denn da hin… man wüsste ja gar nicht mehr welche feiertage jetzt gefeiert werden müssen, und ganz zu schweigen die eucharestie!!!! 😀 das geht gar nicht.

      • Muttis Liebling sagt:

        marie, die haben keine technischen Probleme, denen wächst der Blog bisweilen über den Kopf. Von mir wartet auch ein Kommentar auf Freischaltung, weil ich im Zusammenhang mit Gesundheit eine Weltreligion namentlich benannt habe, deren Anhänger unsere gesundheitlichen Probleme nicht kennen.

      • marie sagt:

        welche weltreligion – nimmt mich schon wunder. also mir können sie das schon sagen 😉 ich verrate es auch nicht weiter. ja, ich glaube, die sind am umrüsten – frage mich nur auf was. ich hätte sonst noch eine alte hermes media. muss nur schauen von wo ich noch die bänder besorgen kann.

      • Leerling sagt:

        @ML: Meinen Sie die Verpackungskünstler?

      • Muttis Liebling sagt:

        marie,Ihnen könnte ich das schon sagen, aber dann wäre ich wieder unter Verschluss. Die mögen bestimmte als Pfui- Wörter begriffene nicht. Abraham hatte zwei Söhne, die beide ein Volk und damit später eijne Religion begründet haben.Ich meinte den ersten.

      • Muttis Liebling sagt:

        @Leerling: Ich meine immer die Verpackungskünstler, weiss aber nicht, ob wir das gleiche damit meinen.

      • marie sagt:

        was? i (nicht der verstossene) hatte das problem auch schon? diabetes, adipositas? 😆 ich glaube, dass es eher zu einem luxusproblem der heutigen zeit geworden ist. wie plötzlich mit der mode minijupe die cellulite ein problem wurde. in der epoche marilyn, war’s ja auch noch keines. ich vermute, dass das schönheitsideal twiggy immer noch anhält und wir immer noch aufgrund von was weiss ich, dem nacheifern.
        ach rubens, damals durften die noch jeden tag schoggimousse und gâteau st. honoré essen…

      • Leerling sagt:

        ML: Es gibt nur eine Religion welche ihre wunderbaren weibl. Geschöpfe zwangsverpackt, weil die Männer so ängstlich und zurückgeblieben sind. Das ist der Iddkjfghj 9igjrekfhjdisfjoofkghozu8hfijpüpppfff zisch störung zisch… ML, konnten Sie mich verstehen? Hatte grad so ein furchtbares Zischen in der Leitung……

  • Lucas Kunz sagt:

    Was dagegen tun?
    Als erstes geregelte und gemeinsame Mahlzeiten wieder einführen!
    Hat’s geregelte Mahlzeiten, stellt sich der Appetit oder Hunger nämlich erst kurz vor der geregelten Mahlzeit ein. Dazwischen ist das Hungergefühl nicht vorhanden.
    Dann genau das nicht machen, was das Kind oben im Bild macht – vor der Glotze futtern. Es machen leider auch die Erwachsenen, mit fatalen Folgen.
    Heisshunger: Ein Zeichen von Mangelernährung. Abhilfe damit, dass man allgemein von der kohlehydratlastigen Ernährung zu einer Nahrungsweise gelangt, bei der Gemüse und Obst der Hauptbestandteil ausmacht.

    • tststs sagt:

      Huch, wir haben ein Ernährungsproblem; und wo liegt die Lösung? In einem Tagebucht? In einer Gruppentherapie? In einer Psychoanalyse? Neien! Sie liegt im Ernährungsverhalten… und dies hat weniger mit unserem seelischen Verhalten zu tun, als mit unserem wortwörtlichen Verhalten beim Ernähren! Danke Herr Kunz für den drigend nötigen Pragmatismus
      🙂

      • adrian wehrli sagt:

        JA und NEIN. Das Rezept hilft den „normalen“ Kindern um wieder in eine geregeltes Essverhalten zu kommen. Für psychisch induzierte Fessattacken funktioniert das nicht , das ist dann nur „Vogel“ strass taktik.

      • tststs sagt:

        Aber Herr Wehrli, ich würde behaupten die Welt (zumindest die westliche) lässt sich in zwei Lager aufspalten: diejenigen, die Frust mit Essen (ja, meine Lieben, ich ESSE, ich tu‘ nicht FRESSEN) abmildern, und solche, denen es den Appetit komplett verschlägt… wie kommt jetzt irgendjemand darauf, dass eine der beiden „Taktiken“ eine krankhafte sei?

    • mira sagt:

      Das gilt, solange die Kinder physisch und psychisch gesund sind. Ist aber mal eine gewisse Grenze überschritten, dann hilft das alles nichts mehr. Heisshunger und Fressen ist oftmals gleichzusetzen mit „Probleme verdrängen“.

      • marie sagt:

        sehe ich auch so mira. aber was ich seit geraumer zeit beobachte, dass innerhalb der „gesundheitsdiskussion“ glatt vergessen wird, wo eine realistische grenze gezogen werden sollte, wo was noch als gesundes verhalten gilt und wo das pathologische anfängt. ich vermute hier wird von was auch immer eine „hysterie“ geschürt.
        habe ich das richtig mitbekommen, dass ihr essverhalten pathologisch war (ist)? falls ja, erleben sie manchmal in ihrem umfeld nicht auch, dass leute sich plötzlich über ihr verhalten als gestört äusseren, es aber eigentlich nicht ist? ich leider vermehrt… 😯

      • Muttis Liebling sagt:

        Die Pathologisierung des täglichen Lebens ist eine Folge der Kommerzialisierung der Medizin und der Verbürgerlichung der Gesellschaft. Alle wollen mittig und normal sein, Karriere machen und nicht auffallen. Weltweit sitzen derzeit hunderte Psychiater am Computer, um das Manual der phsychischen Störungen um mindestens 800 Positionen zu erweitern. Die einen wollen damit Kohle machen, wie vermutlich auch die Autorin des Blogs, treffen aber auch auf ein antrainiertes Bedürfniss der Anderen. Im indigenen islamischen Kulturkreis gibt es keine Esstörungen, kein ADHS und kein Borderline.

    • Muttis Liebling sagt:

      Obst und Gemüse sind Kohlehydrat. Sie meine die schnell spaltbaren, wie Zucker. Heisshunger ist kein Zeichen von Mangel- sondern von Fehlernährung. Zu hoher Zuckerkonsum provoziert zu hohe Insulinausschüttung und die wieder Zuckerhunger, usw. usf. Das kann man alles lernen und dazu braucht es keine Therapie.
      Wichtig ist, wie sie sagen, die Kultur in der Familie. Gemeinsame Mahlzeiten ist das mindeste. Als mein Sohn Zivildienst hatte und um 6:00 Uhr im Altenheim sein musste, sind wir alle, Mama, Papa, Schwester so aufgestanden, dass wir um 5:00 Uhr gemeinsam frühstücken konnten.

    • Muttis Liebling sagt:

      tststs: Essverhalten hat mit Ernährung nichts zu tun. Ernährungsprobleme resultieren fast nur aus Armut, mehr, weniger oder anders essen als ist ein kulturelles Ding.

  • mikki sagt:

    schön finde ich die kontext-werbung von Dr. Oetker für ihre fertig-pizza. super für alle, die nach dem lesen des artikels ein bitz frustriert sind und dringend kompensieren müssen. ich schalte schon mal den ofen ein..!

  • tststs sagt:

    Achtung, die Zynikerin muss raus: 1.Absolute Luxusprobleme! 2. „…und Grübeln ständig über Nahrung und ihre Figur nach. Das ist ein Teufelskreis…“ Deshalb ist es die beste Therapie, wenn das Mädchen „mit der Hilfe eines Tagebuchs, Zusammenhänge zwischen ihrem Essverhalten, ihren Gefühlen und Gedanken zu erkennen.“ lernt… ernsthaft? Soll sich das arme Kind noch mehr damit auseinandersetzten müssen?! Ich sage nicht, dass hier generell kein Problem vorhanden ist, aber für mich ist das der Inbegriff von Pathologisierung…

    • marie sagt:

      ts… wenn die kleine kein hunger- und sättigungsgefühl mehr hat, dann ist das schon pathologisch.
      aber stimmt schon, meistens wird zu früh oder sogar falsch bes diagnostiziert. dann wird in der tat etwas pathologisiert, was gar nicht pathologisch ist.

    • Teilzeitpapi sagt:

      Wie sollte denn ihrer Meinung nach das Problem angegangen werden und von wem? Ich sehe auch, dass die Leute heute sehr viel mehr von der Medizin erwarten als Gesundheit (z.B. auch das Verhindern von Alter oder Leistungssteigerungen). Bei Behandlungen von Kindern kommt es wahrscheinlich extrem darauf an, wie. Einerseits dürften Kinder sehr wohl wissen, wenn sie sich in eine ungute Entwicklung bewegen, auch wenn sie dies nicht artikulieren können. Und dann froh um Hilfe sein. Andererseits gibt es das Risiko, dass das Kind lernt, dass mit ihm etwas nicht stimmt & dies sein Selbstwertgefühl senkt.

      • Teilzeitpapi sagt:

        Ich denke, eine Therapie kann dann gut gelingen, wenn sich das Kind als liebenswert an sich erfährt (ob mit oder ohne Problem). Wird es hingegen von Eltern, Umfeld und Therapeuten so behandelt, dass es nicht richtig funktioniert und es erst durch die Therapie wieder zum richtigen Menschen wird, so dürfte die Therapie auch ungute Spuren hinterlassen. Z.B. vielleicht eine Angst, durch irgendwas wieder in diesen Untermenschenbereich zu fallen.

      • tststs sagt:

        Ja, aber was soll denn da therapiert werden? Der Drang zu essen, wenn man frustriert ist? Toll, da kann man gleich die Hälfte der westlichen Hemisphäre in Therapie schicken? Das gestörte Hungergefühl? Wenns ein körperliches Problem ist, dann nützt alle Psychotherapie auch nichts (im Gegenteil, es redet dem Mädchen nur ein, es hätte ein psychesches Problem, obwohl die Ursache ganz wo anders liegt). Ist es ein „Konditionierungsproblem“, dann sollten die Eltern ihr Verhalten ändern, und nicht das Mädchen… Soll das Übergewicht therapiert werden? Ich finde auch da ein Tagebuch kontraproduktiv… wie soll Ernährung etwas alltägliches werden, wenn es schon in Kindesjahren eine solche, vom Spezialisten verordnete Sonderrolle bekommt?

      • marie sagt:

        das mit der therapie als „stigma“ hat schon was. und ich glaube, dass ganz viel therapiert wird, was eigentlich mit liebe, zuwendung, aufmerksamkeit und achtsamkeit eigentlich gut in den griff zu bekommen ist.
        teilzeitpapi, wir werden leider die welt nicht verändern. aber ich vermute, dass sie zwar wenig freunde haben, aber die, die sie haben, sind dann auch da. ein grosses umfeld ist nicht zwingend ein tragendes.
        versuchen sie doch irgendwie ähnlich betroffene eltern ausfindig zu machen und zu denen regelmässigen kontakt zu pflegen.

      • tststs sagt:

        „eine Therapie kann dann gut gelingen, wenn sich das Kind als liebenswert an sich erfährt“. Also, mein liebes Kind, Du bist absolut liebenswert, aber deine Fressattacken bei Frust, das müssen wir ändern, das geht so nicht, das ist ein Problem, du hast ein Problem… Das meine ich mit Pathologisieren… denn es ist mir schon klar, dass Esstörungen auch oft ein Ausdruck anderer, „wirklicher“ Probleme sind…

      • marie sagt:

        @ts
        ich war selbst massiv übergewichtig. das was ich darüber weiss, musste ich mir selbst mühsamst in fachzeitschriften zusammenbröseln.
        die schulmedizin ist eigentlich mit dem phänomen übegewicht massivst überfordert. denn bewegung und massvolles essen ist sicherlich gut. und eingehende abklärungen finden idr nicht statt.
        das sättigungs-/hungergefühl findet in zwei bereichen des hypothalamus statt. und man weiss nicht so genau, ob es von läsionen kommt, ob es vererbt ist usw… also spät. wenn man kein gefühl für sättigung/hunger hat, dann kann man wenig dagegen machen.

      • tststs sagt:

        „versuchen sie doch irgendwie ähnlich betroffene eltern ausfindig zu machen und zu denen regelmässigen kontakt zu pflegen“… Man kann auch seine ganze Welt nur rund um seine Probleme aufbauen…

        Nein im Ernst, ist mir schon klar, dass der Kontakt zu ebenfalls Betroffenen sehr hilfreich sein kann… aber zeigt doch schon auch wieder, wie sehr wir uns in unserem Leiden ausbreiten (no offence, Maria, wir verstehen uns ja 🙂 )

      • marie sagt:

        ja ts sicher! aber ich vermute, dass es teilzeitpapi auch entlasten könnte. dh betroffene familien wissen wie man mit schwerkranken kindern umgeht, die brauchen zbsp für babysitting keine grosse einführung usw. dann könnte teilzeitpapi mal mit seiner frau ins kino, oder theater, oder auswärts essen gehen… usw… das war eher die überlegung dahinter. ich habe mal eine behinderte mutter im rollstuhl regelmässig betreut, damit der vater mit seinen kindern etwas unternehmen konnte. die fanden diesen mamafreitag sehr erholsam und die mutter war auch froh.

      • tststs sagt:

        „Massiv übergewichtig“ gemessen am 21 Jh. oder gemessen am Barock?
        🙂
        Ich kenne auch jemanden, der durch die Hölle ging, weil jeder zweite Arzt eine andere Diagnose für das massivste Übergewicht (über 200kg) stellte; die einten sprachen von einer vererbten Störung, andere von einer aktuen, und wieder andere sahen einfach in der falschen Ernährung/Sportmangel die Ursache…

      • Teilzeitpapi sagt:

        @tststs: Ich lese Ihren Beitrag so, dass wir zu wenig über den Fall wissen (abgesehen davon, dass wir keine Fachleute sind). Geht mir auch so. Es soll ja auch so sein, dass in einigen Kreisen gemeinsame Essen(szeiten) seltener werden. Und bei einer Reaktion auf Verletzungen/Mobbing, vorgängig zur Gewichtszunahme, müsste auf diese Ursache (inkl. Umgang des Kindes damit) gezielt werden. Wir wissen es nicht und die Realität ist komplexer als eine Blogseite.
        @marie: Danke, erstes Treffen war gut. Möge meine Reflexion hier etwas nützen. 🙂 Bewusst persönlich gewählt, da berührender als Theorie.

      • Teilzeitpapi sagt:

        Von tststs: „Ausdruck anderer, “wirklicher” Probleme “ Genau darum geht es und das ist das anspruchsvolle an medizinischen Berufen. Und hat auch die Alternativmedizin je nach wirklichem Problem ihre Stärken im Auffinden und Lösen/Lindern.

        @tststs und marie: Gibt viele Formen des Umgangs. Wir breiten uns nicht darin aus (dominiert schon genug) und können auch niemanden brauchen, der das tut. Der Kontakt tat gut, weil man eine Welt teilt, die man mit vielen nicht mehr teilt (zu ihrem Glück). Ein Wort und man weiss, wie sich das ungefähr anfühlt, weil man die Erfahrung selbst hat, usw.

      • marie sagt:

        @ts
        sagen wir es mal so: ich wäre rubens traumfrau und muse gewesen… 😉 habe mich fast auf die hälfte „reduziert“, fühle mich aber nicht zwingend attraktiver. nur die doofen bemerkungen sind weg. und das ist die einzige wohltat. 🙂

      • tststs sagt:

        @Teilzeitpapi: Ebe, bitte missverstehen Sie meine scharfe Schreibe nicht als irgendeine Art von Kritik an Ihrem Vorgehen! Alles was zählt, ist, dass es Ihnen und Ihrer Familie guttut; egal was irgendwelche Blogger, Spezialisten und (am allerwenigsten) irgendwelche Mitkommentatorinnen schreiben 🙂
        @Marie: Da der Gewichtsverlust gewollt scheint, gratuliere ich Ihnen ganz herzlich! Ein halber Rubens? Also wenn das 21Jh. damit nicht zufrieden ist, ist es selber schuld… und übrigens: Attraktivität ist etwas für Leute, die zu viel Zeit haben… 🙂

      • marie sagt:

        barock und renaissance sind meine lieblingsepochen! 🙂 gewollt: j-ein. aber das ist ein anderes thema.

      • Teilzeitpapi sagt:

        @tststs: Ich mag scharfe Schreibe. 🙂 Ich hatte es auch so gemeint, dass Sie im Einzelfall mit Ihrem Aspekt auch Recht haben können und dann kurz geschildert, wie es bei uns ist. Und unabhängig Entscheide fällen schaffe ich auch noch. 😉 Wir geben unser Bestes, müssen schauen, ob es reicht und wohin alles geht.

        Hoffe, meine Gedanken haben einige zukünftige Begegnungen mit Kranken oder Behinderten positiv beeinflusst, seien es Essstörungen oder was auch immer. Es sind Menschen wie Du. Und Du weisst nicht, ob Du Dich mit ihrer Krankheit oder Behinderung eines Tages wiederfindest. Alles Gute.

      • Teilzeitpapi sagt:

        Damit es keine Missverständnisse gibt: Der letzte Abschnitt oberhalb richtet sich natürlich nicht nur an tststs, sondern an alle Leserinnen und Leser.

      • Muttis Liebling sagt:

        Man muss sich immer im Klaren sein, dass wir inzwischen ganz gut wissen, was im Subatomaren passiert, aber keine Definition für Gesundheit und Krankheit haben. Vor allem nicht für Gesundheit. Das wird es auch solange nicht geben, bis gesellschaftliche Bewertungen dazu domonieren. Aschenputtel zählt die Guten ins Töpfchen, die schlechten ins Kröpchen. So denken wir heute noch. Gesund ist, wer Selbst- und Fremderwartung erfüllen kann. Das heisst, gesund ist ein äusserer Standard, der von den gesellschaftlichen Werten abhängt. Krankheit ist ein eigenes, das darf man nicht gesellschaftlich werten.

  • Caroline E. sagt:

    ich fürchte, die arme Kleine wird diese Frustrationsbewältigungs-Strategie ihr Leben lang anwenden müssen, falls sie in der Pubertät nicht aufs Rauchen verfällt, was ja immer noch DER Tip für Schlanksein- und Bleiben ist. Da mag das BAG noch so weibeln…Topmodels wie Christie Turlington hatten schon in jüngeren Jahren ein Lungenemphysem vom Rauchen.

  • Teilzeitpapi sagt:

    Mit einer schwer chronisch kranken Frau und einem Kind mit einer doch happigen Entwicklungsstörung finde ich inzwischen zentral, wie unsere Gesellschaft mit den Themen Krankheit und Anderssein umgeht. Es wird viel von Individualisierung geredet, gleichzeitig sehe ich sehr viel Normierung (1mm daneben und man gehört nicht mehr dazu). Die Tochter ist selbstbewusst und wird akzeptiert, was vor allem dem guten Händchen der Kindergärtnerin und der Professionalität der Kita-Erzieherinnen zu verdanken sein dürfte. Aber als Familie gehören wir nicht zu jung, gesund, schön, dynamisch und erfolgreich.

    • Teilzeitpapi sagt:

      Auch wenn wir nicht immer über die Krankheiten reden (wollen), so sind sie ein Teil unserer Familie und immer da. So wie es Leute gibt, die andere nicht beim Sterben begleiten können oder wollen, so scheint es auch viele Leute zu geben, die keinen Umgang mit Kranken haben wollen. Die bringen weder etwas für’s Netzwerk, Karriere, noch können chronisch Kranke grossartig viel geben (man tendiert dann eher zum Sozialfall). Wir erfahren sehr viel Kälte (neben der professionellen Wärme der Profis, die man in einer solchen Situation um sich hat). Leute, die nicht mehr fragen, wie es geht, usw.

    • marie sagt:

      sie sprechen hier etwas sehr interessantes und wahres an. uns wird individualisierung vorgegaukelt, ist aber in der tat eine normierung. ich vermute, dass da ua auch die crux begraben ist. wir sind leider weit davon entfernt, die individuelle „erscheinungen“ von menschen als normal zu betrachten, oder das „anderssein“. wir propagieren sehr vehement und fördern schutzprogramme für artenvielfalt in fauna und flora, aber der mensch ist davon ausgeschlossen, dabei hätte das der mensch genauso nötig.
      ich wünsche ihrer familie und ihnen ganz viel kraft, von herzen.

      • Teilzeitpapi sagt:

        Herzlichen Dank für Ihre Wünsche. Und Ihnen Gesundheit, ist sie doch Basis für mehr, als man sich normalerweise bewusst ist.

      • xyxyxy sagt:

        vielleicht ist es weniger Normierung, sondern schlicht die Tatsache, dass sich unser Wertesystem auf max. Selbstverwirkichung verschoben hat. Was nutzt mir der andere? Das steht im Fokus. Und dann kommt es eben so raus, wie Teilzeitpapi beschrieben hat.

      • Teilzeitpapi sagt:

        Interessanter Punkt. Das Gegenüber reduziert auf den Nutzen für mich. Doch was ist das für ein Selbst, das sich so verwirklicht? Ein Selbst, das für andere auf den Nutzen für sie reduziert sein möchte?

      • marie sagt:

        xy! das ist traurig.
        teilzeitpapi beschreibt das mit asozialer selbstzufriedenheit… das ist ein sehr realistischer beschrieb des zustandes, den man uns eben als individuell verklickert.
        frage mich schon wie hart und kalt eine gesellschaft noch werden kann.

      • tststs sagt:

        @xy und Sportpapi: Sie sehen das beide viel zu schwarz, denn die Frage, die man sich immer auch stellen muss, lautet „Wie nutze ich anderen?“ Und Liebe/Geborgenheit/Sicherheit zu geben, ist auch eine Art von Nutzen. Ich glaube, Sie sehen hier beide eher ein gegenseitiges AUSnutzen, wo viel eher ein gegenseitiges NÜTZEN steht…
        🙂

      • Teilzeitpapi sagt:

        Ich nehme mal an, das Sportpapi bezog sich auf mich. Das ist eine edle Einstellung von Ihnen. Und nun stellen Sie sich vor, Sie leben in einer Situation, in der, wenn sie anhält, Sie Ihre Familie trotz Studium und Job nicht mehr werden versorgen könne (wir reden von den Fixkosten ohne Auto, nicht Ferien). Mit anderen Worten, sie nützen noch, müssen aber aufpassen nicht auszubrennen und es reicht nicht mal für die Nächsten. Sie sind im Minus. Erleben nun, wie viele andere nicht helfen können oder wollen (Wünsche zum wie helfen geäussert). Chronische Krankheit saugt nur, nix gegenseitiges Nützen

      • Sportpapi sagt:

        @tststs: Sie verwechseln mich. Wobei ich schon auch der Meinung bin, dass ich dann anderen helfe, wenn ich das selber als sinnvoll und befriedigend (nutzbringend) sehe. Das ist dann aber letztlich natürlich eine Diskussion, die sich im Kreis dreht.

      • tststs sagt:

        Ah, die vielen Daddies verwirren meine Sinne 🙂
        Und zum erklären was ich meine: natürlich „nützt“ Ihnen Ihre kranke Frau im Moment nicht gerade viel, aber sie ihr unglaublich viel. Und vllt/wahrscheinlich wird irgendwann die Zeit kommen, da es genau umgekehrt sein muss (oder Ihre Frau nützt jemanden, der wiederum jemanden nützt, der dann Ihnen nützt)… ist doch ein ständiges Geben und Nehmen…

      • Brunhild Steiner sagt:

        @tststs:
        ich habe den Eindruck dass Sie nicht wirklich nachvollziehen können
        was es bedeutet einen chronisch kranken Elternteil,
        in Kombination mit einer schweren Entwicklungsstörugn des Kindes zu haben.

        Wie Teilzeitpapi beschreibt, er ist dermassen damit die beschäftigt die aktuelle Situation (an welcher sich nicht viel ändern wird!) im Lot zu halten, dass er null Energie für „Aussennutzen“ aufbringen kann, da wird sich vermutlich nie ein abwechselndes nehmen-geben-nehmen abspielen.
        Und nicht jedes Umfeld kann mit sowas umgehen!

    • Teilzeitpapi sagt:

      Wie also das bisschen Zeit für soziale Kontakte, dass neben den Therapien, Arztterminen, usw. noch bleibt einsetzen? Nach aussen gesund zu spielen? Zu wenig Kraft. In neue Kontakte investieren? Doch wo finden? Und wie dazu bringen, uns so anzunehmen, wie wir sind und auch unsere Krankheiten, die wir nicht mehr ändern können? Schwierig und anstrengend, all diese Leute „kommt schon gut“, „Hoffnung nicht aufgeben“, verharmlosendes Blabla, um sich distanzieren zu können. Der bewusste Rückzug wird attraktiv. The lonely cowboy… Asoziale Selbstzufriedenheit, was ja schon Herausforderung genug ist.

      • mira sagt:

        @Teilzeitpapi
        Ich kann sie ein bisschen verstehen. Auch wenn es bei uns nicht so „extrem“ ist wie bei ihnen, so hatten wir in den letzen 4 Jahren auch viel zu verkraften und horrende Arztrechnungen. Wir haben angefangen, nur soviel wie nötig zu erzählen. Damit sich die Leute nicht zuviel Sorgen machen. Und uns Freunde zu suchen, welche uns so mögen, wie wir sind.

      • Teilzeitpapi sagt:

        Kurze Ergänzung: Wir versuchen, niemandem mit unseren Krankheiten ins Haus zu fallen. Auch nicht jammern, sondern sachlich über allfällige Veränderungen informieren (wobei sachlich ein Problem sein kann, da dies für andere die Lage entdramatisieren kann). Interessant ist Ihr Punkt der sorgenden Leute. Genau das meine ich. Man braucht Leute im Umfeld, die extrem kompetent mit dem Thema Krankheit umgehen können. Den schmalen Grat zwischen Abgrenzung (unsere Probleme sind ja nicht ihre) und Mitgefühl (sonst wird’s kalt) gehen können. Was voraussetzt, mit der eigenen Vergänglichkeit klarzukommen.

      • mira sagt:

        @Teilzeitpapi
        Was auch helfen kann, ist eine innere Einstellung wie „ich erwarte nichts vom Gegenüber“. Wer zB innerlich darauf hofft, dass zB gutverdienende Single-Geschwister einem finanziell etwas helfen, der wird nur enttäuscht. Um sich das zu ersparen, erhofft man sich lieber nichts. Und akzeptiert die Leute so wie sie sind. Ist aber schwer, kann ich auch nicht immer!!

      • Monsieur de Hummel sagt:

        @ Teilzeitpapi und mira

        Es ist so, man sollte vom Umfeld gar nichts erwarten. Leute, die die Situation nicht kennen, können da m.E. aber auch nicht viel helfen.
        Normalerweise läuft es so, dass zu Beginn gefragt wird, wie es denn so gehe. Wird dieselbe Frage nach einem Jahr immer noch mit „schlecht“ beantwortet, ärgern sich die Leute über einen. So à la „Was, immer noch?“
        Die einzige Möglichkeit ist wohl wirklich, die Sache nach aussen totzuschweigen und den sozialen Kontakt zu einem Grossteil meiden.

      • Monsieur de Hummel sagt:

        Das ist natürlich nicht schön. Aber als von Krankheit gebeutelte Familie braucht man die ganze Energie fürs „Überleben“. Da bleibt nicht viel Platz für Illusionen und Träumereien.
        Meiner Meinung nach lebt man dabei am besten, wenn man sich von Hoffnungen befreit hat und irgendwie einfach Tag für Tag schaut. Wenn es schlussendlich doch besser kommt, ist das natürlich wunderschön. Aber man darf es in keiner Weise erwarten.

    • Teilzeitpapi sagt:

      Dies als Kontext meiner Reflexion. Interessant ist auch, dass der Artikel schwankt zwischen der Essstörung/Impulskontrolle und dem Thema Verletzung/Mobbing/sich annehmen und angenommen werden von anderen. Wieviele Kinder werden und fühlen sich auch (ist ja keine automatische Folge) geliebt, einfach weil sie sie und da sind? Oder nur dann, wenn sie gerade geleistet haben, was von ihnen erwartet wurde (oder noch besser mehr als das)? Spätestens, wenn das eigene Kind in der Kindergartengruppe am Leistungsende weiss man, ob man es einfach so liebt.

    • Teilzeitpapi sagt:

      Ich kann mich noch gut erinnern, wie ich von meinem Vater hörte „Werde erst mal etwas Richtiges“ (bevor ich dann mitreden kann, meine Sicht/Meinung etwas zählt). Wie ich mich danach als halber Mensch fühlte. Wie es aber auch eine nähere/bessere Beziehung zu ihm verhinderte (denn ich gehörte ja nicht richtig dazu). Und wie es mich anspornte, es ihnen zu zeigen, dass ich doch was kann. Natürlich sind Kinder robust, die einen mehr, die anderen weniger. Aber ich denke, ich war/bin kein Einzelfall.

    • Teilzeitpapi sagt:

      Nichts gegen Wettbewerb, er hat uns viele tolle Errungenschaften und Wohlstand gebracht. Interessant ist nur, um was es sehr häufig beim Wettbewerb geht. Schneller, stärker, weiter, höher, in der Hierarchie weiter oben, dickeres Bankkonto, im Falle von Männern mehr Frauen (umgekehrt noch verpönt), usw. Aber es könnte ja auch ein Wettbewerb sein, menschlich so wie Mutter Theresa oder der Dalai Lama zu werden? Oder wie Markus Wicki im „Hirschen“? Vielleicht hätten wir dann weniger Nichtdazugehörende und weniger Essstörungen?

      • marie sagt:

        „häufig beim Wettbewerb geht. Schneller, stärker, weiter, höher,…“ ich habe eine karte wo diese stichworte in neonlettern leuchten – darunter die frage (als antwort darauf). „aber wohin?“ ja, das frage ich mich auch immer wieder.
        vllt sollten wir anfangen, nachzudenken, ob wir alle am ende nicht im gleichen boot sitzen. ein unfall, eine krankheit, die ausbricht… das kann jeder treffen.

      • Haribo2 sagt:

        Wir sind definitiv alle im selben Boot, nämlich ‚Erde‘. Jemand sagte mal, wir sind alle Besucher, wir kommen und wir gehen. Und als Besucher sollte man sich vielleicht auch entsprechend benehmen…

      • Teilzeitpapi sagt:

        „das kann jeder treffen.“ Falsch (ich provoziere). Denn man hat das Leben im Griff, alles unter Kontrolle. Man geht zum Arzt mit der Erwartung, dass der es schon wieder richtet (was er in den meisten Fällen auch tun kann). Selbständige Lebensgestaltung und Selbstverantwortung. Es läuft alles rund und man schreibt es grosszügig (nur) sich selbst zu (big Ego). Andere, denen es nicht gut geht, sind suspekt (was haben denn die falsch gemacht? Loser!). Bis der Tag kommt, an dem eine Krankheit ins Leben tritt, bei der man Ärzte verzweifelt, rat- oder hilflos erlebt.

      • Teilzeitpapi sagt:

        Und sich die Selbstverantwortung darauf beschränkt, wie man mit der vielleicht massiven Einschränkung, Fremdbestimmung durch die Krankheit umgeht. Wie man auf Reaktionen des Umfelds reagiert. Wie man mit Wut, Trauer und Verzweiflung umgeht. Natürlich kann man wie bisher gestaltend versuchen, die Krankheit in den Griff zu bekommen. Aber irgendwann ist die letzte Therapie und der letzte Heiler ausprobiert ohne ins gewohnte gesunde Leben zurückgekehrt zu sein. Und es bleibt nur der Umgang mit dem Unvermeidlichen.

      • tststs sagt:

        Aber ist nicht gerade, der Drang, so „gut“ wie jemand anderer zu sein, die härteste Form von Wettbewerb? „Aber es könnte ja auch ein Wettbewerb sein, menschlich so wie Mutter Theresa oder der Dalai Lama zu werden?“ Wer sagt Ihnen, dass diese Menschen, die „besseren“ Menschen als Sie und ich ? Weil wir für unsere guten Taten und unser strahlenstes Lächeln keine mediale Aufmerksamkeit bekommen? Beweisen Sie nicht Ihrem täglichen „Kampf“, wie gut Sie sind?

      • tststs sagt:

        „durch Ihren täglich Kampf…“

      • Teilzeitpapi sagt:

        Es ging mir nicht um die erwähnten Persönlichkeiten, sondern um die Orientierung an menschlicher, innerer Entwicklung vs. die Entwicklung äusserer Umstände (iPhone, Haus, Auto, usw.). Vom immer wieder gehörten Postmaterialismus sehe ich irgendwie noch nicht so viel, habe ich das Gefühl.

      • Pascal Sutter sagt:

        Teilzeitpapi, grossen Respekt vor dem was sie machen und vor allem, wie sie dazu stehen. Was einem als Eltern abverlangt wird, wenn ein Kind „nicht normal“ ist, das scheint wie ein schlechter Witz aus dem 18 Jhd. Das Schlimmste ist die Scheinheiligkeit mit der diese Themen oft von der Allgemeinheit aufgegriffen werden.

      • tststs sagt:

        Naja, die Geistesgrösse Dalei Lama fliegt auch nur mit materialsiertem Flieger und Kerosin rund um die Welt
        😉
        Und ja, ich bin da halt ein bisschen pragmatisch-prutal: Wer den Materialismus überwinden will, der hat ganz sicher a) ein Dach über dem Kopf b) eine vollen Magen und c) ein WC mit Spülung
        🙂
        Ich verstehe den noblen Gedankengang, finde ihn aber (gerade in Ihrem Fall) völlig unnötig. Sie leisten genug und Gutes. Was will man mehr von Ihnen verlangen? Lieber jemand, der seine bestimmte Aufgabe mit Leidenschaft angeht, als jemand der immer nur nach höherem strebt (ohne je etwas zu tun…)

      • Teilzeitpapi sagt:

        @Pascal Sutter: Danke, aber ich wollte nicht prahlen. 😉 Und zum Dazustehen braucht es auch nicht soviel. Ist der Ruf erst mal ruiniert, lebt sich’s ungeniert. 😀 Klar, wir können noch etwas tiefer sinken, aber viel fertigzumachen ist bei uns eh nicht mehr, falls das noch jemand wollte.

        @tststs: Ich meinte damit nicht Selbstansprüche (ich muss materiell nicht der Topverbraucher sein, mir reichen a-c). Sondern dass die Integration von Kranken, Behinderten, Andersartigen etwas braucht, was man nicht kaufen kann (wie medizinische Betreuung, Heime, usw.). Eine Grundwertschätzung als Menschen.

      • Pascal Sutter sagt:

        Den hier habe ich mal gelesen. Irgend ein Fussballer soll‘ das gesagt haben: „Wo ich bin ist immer oben, und wenn ich unten bin – dann ist halt unten oben“ 😉

      • tststs sagt:

        @Hr. Sutter: Genial! Den muss ich mir merken!
        @Teilzeitpapi: Da haben Sie sicherlich bei allem recht. Ich wollte Ihnen doch nur sagen, dass Sie sich nicht auch noch um das Leid der Welt kümmer müssen! Es scheint doch so, dass Sie schon genug stemmen müssen!

        An dieser Stelle: En Guete Mitendand 🙂

      • Monsieur de Hummel sagt:

        @ marie

        Ja, es ist schon korrekt, es kann jeden treffen. Aber solange das nicht passiert, interessiert es einen nicht. Und da mache ich ganz ehrlich niemandem einen Vorwurf. Wer keine Schicksalsschläge kennt, kann diesbezüglich auch kaum Solidarität zeigen und Mitgefühl empfinden. Das lässt sich nun mal nicht erzwingen.

        Normalerweise kämpfen doch genau die Leute für Randgruppen, welche einst derselben Randgruppe entsprungen sind. Die grössten Kriegsgegner sind diejenigen, welche selbst Kinder im Krieg verloren haben. usw.

      • Monsieur de Hummel sagt:

        In vielen Bereichen ist das Leben halt ein Glücksspiel. In unserem Land ist die Chance, zu dem Glücklichen zu gehören, ziemlich gross. Aber es ist tatsächlich möglich, dass man einfach Pech hat. Und es ist leider unmöglich, dass sich das ändern könnte. Es wird immer Menschen geben, die vom Schicksal hart rangenommen werden.

        Die Gesellschaft kann noch so gut sein: Wenn du z.B. schwer verunstaltet zur Welt kommst, dann wird dir niemand wirklich helfen können. Dasselbe wenn du nach einem Unfall bettlägrig bist. Selbst wenn man dich immer noch akzeptiert, wird dein Leben i.d.R. unschön bleiben.

    • adrian wehrli sagt:

      Um ihre Gedanken kurz zu reflektieren:1. Heute haben wir ein „Mass-customization“, d.h. Massenprodukte werden minimal individualisiert und so vermarktet. 2. Die Gesellschaft war immer die Norm, all anderen werden ausgestossen, das ist kein „Zeitgeist“ sondern war immer so, es herrschte immer auch ein Gesellschaftsdarwinismus: War dem Selektionsdruck der Gesellschaft nciht standhält wird ausgemustert. 3. Die Gesellschaft heute ist nicht härter oder kälter als früher, nur viele Zwänge sind weggefallen. was jedoch stimmt, Westeuropa ist eine sehr indviduelle Gesellschaft, mit allen Vor-Nachteile

    • pixel sagt:

      Teilzeitpapi: was mir hier einfiel, oder auch auffiel, besonders bei Ihrem Satz : „…so scheint es auch viele Leute zu geben, die keinen Umgang mit Kranken haben wollen.“. Auch andere haben das sinngemäss immer wieder mal wiedergegeben. Spontan dachte ich mir, dass es viell gar nicht so sehr darum geht keinen Umgang haben zu wollen, sondern eher die Ratlosigkeit, Hilflosigkeit und das Nichtwissen, WIE man damit umgehen soll.Ich muss zugeben, dass auch mir das vermutlich nicht so leicht fallen würde, obschon ich viel Empathie habe und das Letzte, was ich möchte ist wegschauen.

      • Teilzeitpapi sagt:

        Hm, wo ein Wille/Bereitschaft, da ein Weg. Ich denke, die meisten chronisch Kranken/Behinderten möchten soviel Rücksicht/Entgegenkommen wie nötig (z.B. bei Reiseunfähigkeit). Aber danach einfach normal behandelt werden, zusammen lachen, aus dem kleinen übrig gebliebenen „normalen“ Bereich etwas Gemeinsames finden. Weiter hilft, wenn man zusammen abmacht, ob und wie jemand über den Krankheitsverlauf informiert werden möchte (z.B. Rundbrief/-mail, damit man es möglichst wenig tun muss und mehr Zeit hat für die „Restnormalität“). Leicht fallen tut das niemanden. Auch für diejenigen, die weiter

      • Teilzeitpapi sagt:

        Kontakt zum Erkrankten/Behinderten haben möchten müssen sich vielem stellen, müssen sich auseinandersetzen und für sich und zusammen einen Umgang finden. Helfen wollen, aber nicht oder nur noch beschränkt können ist sehr hart, das muss man aushalten können. Wie Monsieur de Hummel sagte, manchmal bleibt es einfach (mehrheitlich) unschön. Aber man darf auch nicht vergessen, dass eine „einfache“, grosse Hilfe für die Betroffenen ist, einfach z.B. ein Gespräch zu haben, in denen nicht nur ihre Krankheit, sondern sie als Mensch gesehen werden. Da kann man sich menschlich nahe kommen, denn

      • Teilzeitpapi sagt:

        Erkrankte/Behinderte sind ja keine andere Art Menschen. Aber ich verstehe auch, dass solche Ein- und Anblicke anderen Angst machen können. Vor allem wenn sie dann noch sehen, dass man weder Risikosportarten ausgeübt noch geraucht hat, usw. Wer Kontakt hält kann nicht mehr verdrängen, dass jede/r von Krankheit hart getroffen werden kann. Das muss jemand wollen und können.

  • mira sagt:

    Als junges Mädchen hatte ich ebenfalls solche Fressattacken. Um schlank zu bleiben, habe ich es einfach anschliessend wieder ausgekotzt. Über die Ursachen bin ich bis heute unsicher, Hänseleien waren es jedoch sicher nicht. Nachdem ich es ausgesprochen hatte, trat rapide eine Verbesserung ein, allerdings ersetzte ich diese Sucht einfach durch eine andere..Ich musste 25 werden, bis ich mich von sämtlichen Süchten befreien konnte!

    • Pascal Sutter sagt:

      oh weh. ja, süchte sind eine verdammte sache! ich wundere mcih wann ich endlich mit dem rauchen aufhören kann… so etwas zu lesen hilft aber dabei 🙂

      • marie sagt:

        ich bin erwaschen und habe beschlossen als erwachsene mit meinen süchten frieden zu schliessen. seitdem rauche und esse ich weniger… immerhin.

      • tststs sagt:

        Wer suchtfrei ist, werfe den ersten Stein…
        😉

      • marie sagt:

        ich kann mir ein asketisches leben gar nicht vorstellen… 😯

      • mira sagt:

        @tststs
        Gilt mamablog auch als Sucht?

      • marie sagt:

        ja! kann ihrem blutdruck schaden zufügen. legen sie sich eine pulsuhr zu oder knabbern sie an ihren fingernägeln, denn güeziknabbern führt zu übergewicht 😉 aber es gibt ja mittlerweile stepper mit w-lan…

  • Sonja Sempacher sagt:

    Also, ich versteh das nicht. meine eltern hätten das gemerkt, wenn im kühlschrank so viele nahrungsmittel fehlten.
    ein hoch auf den strukturierten tagesablauf mit geregelten gemeinsamen essenszeiten, in denen auch miteinander geredet wird, wo schutz und wärme herrschen. anders geht es halt nicht, kinder brauchen eltern die zu 100 & hinter ihnen stehen und wenn gewünscht und nötig, sie wie löwen auch vor anderen verteidigen. die zeit für sie haben und gemeinsam mit den kindern gesund kochen. wenn schon nicht jeden tag , so doch mehrmals pro woche. dann werden die kinder fit für die pubertät.

    • mira sagt:

      So ein Schmarrn. Kinder mit solchen Attacken legen alles daran, dass das Umfeld nichts merkt. Bei den regelmässigen Essen, in denen geredet wird, wo man Bio-Gemüse vom Dampfgarer verzehrt und wo Schutz und Wärme herrscht, da wird dann lieb Kind gespielt. Die Attacken finden im Geheimen statt. In der Privatsphäre des heranwachsenden Jugendlichen. Meine Eltern waren auch total baff, sie hätte NIEMALS gedacht, dass sie das nicht merken würden.

      • sanja sagt:

        Ich war so ein Kind – und ich hab mein komplettes Taschengeld in Fresswaren investiert.
        Meine Mutter hat’s erst wirklich gemerkt, als sie den Papierli-Friedhof unter meinem Bette entdeckt hat.
        Und wir hatten geregelte, gemeinsame Essenszeiten, haben immer viel miteinander geredet und meine Eltern haben mich immer verteidigt.
        Aber wenn man sich schämt, erzählt man das niemandem. Da hilft nur die externe, fachliche Betreuung.

      • mira sagt:

        @sanja
        Genau. Aber ist es halt einfach, alle Misstände auf ein unordentliches Elternhaus abzuschieben. Es gibt Dinge, die liegen tiefer und können nicht einfach nur durch ein normales, geregeltes Elternhaus aufgefangen werden (auch wenn das sicherlich hilfreich ist!).

  • Brunhild Steiner sagt:

    „es aber manchmal einfach passiere, vor allem, wenn sie sich zurückgewiesen fühle.“
    Wenn das diesem Mädchen, noch vor vielen „Stochergesprächen“ und Therapiebeginn,
    derart bewusst war dass sie es sogar klar formulieren konnte, dann schätz ich,
    hat sie beste Chancen Herrin der Sache zu werden!
    Im Alltag integriert über Erlebnisse/Gedanken etc, welche unsere Emotionen/Selbstwert beeinflussen, und wie wir damit umgehen können, sprechen und austauschen, finde ich was ganz entscheidend wichtiges.

    Denn Druck aufs Selbstwertgefühl kommt von allen Seiten.

Die Redaktion behält sich vor, Kommentare nicht zu publizieren. Dies gilt insbesondere für ehrverletzende, rassistische, unsachliche, themenfremde Kommentare oder solche in Mundart oder Fremdsprachen. Kommentare mit Fantasienamen oder mit ganz offensichtlich falschen Namen werden ebenfalls nicht veröffentlicht. Über die Entscheide der Redaktion wird keine Korrespondenz geführt.