Fördern oder überfordern?

Der nachfolgende Blog ist der letzte von Jeanette Kuster vor ihrem Mutterschaftsurlaub. Wir wünschen ihr alles Gute und freuen uns auf ihre Rückkehr als zweifache Mutter. Die Redaktion.

Im Mai wird der nationale Orientierungsplan zur frühkindlichen Förderung in den Kitas vorgestellt: Kinder und Betreuerin in einer Kindertagesstätte in Bern. (Keystone)

Soll die Kita nur Betreuungsplatz oder auch Bildungsstätte sein? Diese Diskussion wird hierzulande spätestens Anfang Sommer neu angeheizt werden, wenn das Schweizer Netzwerk Kinderbetreuung seinen sogenannten Orientierungsplan vorstellen wird, einen Bildungsplan, nach dem sich die Kitas in der ganzen Schweiz künftig ausrichten sollen.

Dass eine einheitliche Lösung nötig ist, ist nicht von der Hand zu weisen. Denn heute herrscht Wildwuchs im Schweizer Kitadschungel: Die Bestimmungen für eine Kitabewilligung unterscheiden sich von Kanton zu Kanton, zudem definieren die vorhandenen Richtlinien alleine strukturelle Aspekte wie Mindestraumgrössen. Über die erzieherische Ausrichtung der Betreuungsstätten hingegen sagen sie gar nichts aus.

Das soll der Orientierungsplan nun also ändern. Doch schon bevor er der Öffentlichkeit präsentiert wurde, regt sich Widerstand dagegen. Man solle doch «die Kinder auch einmal Kind sein lassen», sagt etwa FDP-Nationalrat Christian Wasserfallen gegenüber dem «Tages-Anzeiger». Viele Eltern teilen seine Angst, man könnte die Kleinsten mit zu früher Förderung überfordern. Vor allem deshalb, weil keiner so genau weiss, was sich hinter dem Wort Bildungsplan versteckt. Sollen die Kinder künftig schon in der Kita Frühchinesich pauken? Müssen sie anstatt zu spielen Schuhe binden lernen? Und was, wenn ein Kind die gesetzten Ziele nicht erreicht?

Laut Miriam Wetter, Geschäftsführerin des Netzwerks Kinderbetreuung, sind solche Bedenken absolut unbegründet: «Der Orientierungsplan wird vielmehr festhalten, was es braucht, damit Kinder Kinder sein können – und das ist mehr als die heutigen Quadratmeter- und Hygienevorschriften.» Details möchte Wetter zum jetzigen Zeitpunkt noch keine bekanntgeben, da der Orientierungsplan erst im Mai lanciert wird. Sie empfahl mir deshalb den Besuch einer Kita, die bereits heute bildungsorientiert arbeitet, um mir ein Bild zu machen, «worum es in der frühkindlichen Bildung geht und worum nicht».

Also habe ich mir die Kita Artergut in Zürich angeschaut, die seit vier Jahren nach dem Infans-Konzept arbeitet. Beim Eintreten bleibt mein Blick gleich an der Treppe hängen: Die Stufen sind von unten bis oben durchnummeriert. Die erste Etappe des Lern-Marathons? Regula Keller, Leiterin Kita-Verbund Artergut, winkt ab: «Interessiert sich ein Kind für Zahlen, kann es sie auf diese Weise lernen. Die anderen laufen einfach darüber hinweg.»

Das System Infans beinhalte keine fixen Lernziele. «Wir trainieren keine Fertigkeiten, sondern fördern und unterstützen die bereits vorhandenen Interessen jedes einzelnen Kindes», sagt Keller. So hat die Kita auch schon einen Ausflug in eine Garage organisiert, weil gerade mehrere Kinder gleichzeitig von Autos fasziniert waren. «Wir wählen also nicht zufällig das Schwerpunktthema Häschen aus, bloss weil eine Betreuerin ein Flair für die Tiere hat, sondern gehen gezielt vor.» Um herauszufinden, welche Themen ein Kind gerade beschäftigen, werden die Kleinen beobachtet und die Erzieherinnen erstellen für jedes Einzelne ein detailliertes Portfolio.

Die Kita-Leitung hat zudem zehn Leitgedanken formuliert, die sie mit unterschiedlichen Mitteln umsetzt. «Wir möchten zum Beispiel, dass aus unseren Kindern Erwachsene werden, die offen sind für fremde Kulturen und überlegt mit unseren Ressourcen umgehen», sagt Keller. Um das erste Ziel zu erreichen, bringen die Erzieherinnen den Kindern unter anderem bei, wie man sich auf verschiedene Sprachen grüsst. «Die Kinder müssen aber einen Bezug zu den benutzten Sprachen haben. Das heisst, wir verwenden eine Sprache nur dann, wenn wir ein Kind aus dem jeweiligen Sprachraum in unserer Kita haben.» Das Umweltbewusstsein der Kinder wird durch eine kleine Sammelstelle direkt neben dem Esstisch gefördert, in der die Kleinen selbständig Papier oder Alu getrennt entsorgen.

Der offensichtlichste Unterschied zu herkömmlichen Kitas ist jedoch, dass sich die Kinder im ganzen Haus frei bewegen können. Zwar gibt es fixe Gruppen, diese finden jedoch nur zum Essen zueinander. Den Rest des Tages verbringen die Kleinen dort, wo es sie gerade hinzieht: Am Morgen wird in der grossen Runde mitgeteilt, welche Räume an diesem Tag geöffnet sind, danach entscheidet jedes Kind selber, an welchem Spiel es teilnehmen und wann es gegebenenfalls zum nächsten weiterziehen möchte. Das klingt nach vorprogrammiertem Chaos, doch Keller sagt, dass es heute in der Kita deutlich ruhiger zu und her gehe als früher, weil eben jedes Kind sein Ding machen könne.

Natürlich werden die einzelnen Aktivitäten stets mit pädagogischen Hintergedanken erstellt. So sollen die Angebote im Sortierzimmer die kognitiven und mathematischen Fähigkeiten fördern, im Bau-Bereich können die Kinder die Hand-Auge-Koordination und die räumliche Anordnung üben. «Ob die Kinder dann aber auch so spielen, wie wir uns das vorgestellt haben, bleibt ihnen überlassen», sagt Keller, «wir zwingen kein Kind zum Sortieren, wenn es die einzelnen Elemente lieber aufeinander stapelt.»

Wieviel die Fördermassnahmen den Kleinen am Ende tatsächlich bringen, ob sie ihretwegen (wie etwa die BASS-Studie besagt) eine erfolgreichere Schulkarriere hinlegen, kann ich nicht beurteilen. Um die angeblich vom Förderwahn bedrohte unbeschwerte Kindheit meiner Tochter sorge ich mich nach meinem Besuch jedoch nicht mehr. Nein, ich bin vielmehr gespannt auf den Orientierungsplan und begrüsse vor allem die längst fällige Diskussion über die pädagogische Ausrichtung unserer Kitas. Schliesslich sollen unsere Kinder dort nicht nur sicher, sondern auch sinnvoll aufgehoben sein.

Und wie sehen Sie das?

156 Kommentare zu «Fördern oder überfordern?»

  • Paul Essigmaul sagt:

    •Das NKS setzt sich aktiv für Qualität in der familienergänzenden Betreuung ein, die sich in erster Linie am Wohl der betreuten Kinder ausrichtet und andere Bedürfnisse wie zum Beispiel die Vereinbarkeit von Beruf und Familie, die Chancengleichheit für Frauen oder den >>>>>>>>>>>>>>>>>>>> Bedarf an qualifizierten Arbeitskräften <<<<<<<<<<<<<<<< berücksichtigt.

    Das ist ein Zitat vom Netzwerk selbst.
    Der Staat verschärft die Konkurrenz um Arbeitsressourcen und will schon die Kleinen für die Wirtschaft nützlich machen. Moderne Eltern loben das als Weg zum richtigen, sinnvollen Kind sein.

  • Widerspenstige sagt:

    Auch von mir toi toi toi für das Grossereignis und dass alles gut geht, Jeanette Kuster! Sie berichten uns bestimmt, welche Art von Geburt Sie gewählt haben, ob es eine Hausgeburt oder eine in einem Gebärhaus oder doch Frauenspital (ja, das gibt es doch auch noch oder sind alle dicht gemacht worden?!) geworden ist? Hauptsache, Sie kommen wieder zu uns zurück und berichten, versprochen? 😉

  • justme sagt:

    Wiederspenstige @ 14:40
    …, von wegen Hort und Krippe, voll daneben…!!! Wie sich die Zeiten ändern…!!! Ich erinnere mich wie in meiner Jugend Kinder die nach der Schule eine Krippe, oder einen Hort besuchten, wie auch die so genannten und Schlüsselkinder mit überheblicher Verachtung betrachtet wurden…!!! Grund…: Papi verdient nicht genug, darum muss auch Mami Arbeiten gehen…! Staun-Staun…! Interessante Lebensstilentwicklung…!

    • Widerspenstige sagt:

      justme, da haben Sie wohl etwas missverstanden: es geht um den Ausdruck der Wörter ‚Krippe‘ und ‚Hort‘, nicht die Bedeutung der Wörter. Es tönt so nach Futtertrog – gemäss Wikipedia ‚…ein hölzerner Futtertrog für Nutzvieh, oft in Ställen oder für das Wild im Freien…‘ oder die Weihnachtskrippe unter dem Tannenbaum. Deshalb sagt mir mein Sprachgefühl, dass es deplaziert ist heutzutage u ersetzt werden sollte durch KITA. Das tönt doch lustiger, mehr nach KInd oder etwa nicht? Auch das unfreundliche Wort ‚Hort‘ erinnert an ‚..Drachenhort, der Schatz eines Drachen in der Mythologie…‘ Wiki..

      • justme sagt:

        Wiederspenstige @ 22:55
        …, kein Poblem…, mein Kommentar war einfach eine ganz spontane (as dem Bauch) Reaktion, und eine Reflektion auf Grund der Worte, wie ich mich daran aus meiner Jugend erinnere4…!!! Wollte Sie auf keinen Fall nerven, denn das ist nicht meine Art…!!!

  • Olivia Moone sagt:

    Was ich an der KITA meines Sohnes schätze ist, dass er dort auch mal was Anderes sieht, als Mama, Papa und Grosseltern. Das zeigt sich darin, dass wir z.B. den Tisch anders decken als bei der KITA, wir haben andere Rituale und während wir eher Stubenhocker und Bücherwürmer sind, lernt unser Sohn auch Alternativen kennen (Waldspielgruppe etc.). Wichtig ist, dass gewisse Qualitätsstandards in der Betreuung auch bei den KITAs eingehalten werden müssen. Jedes Tierheim muss mehr Regelungen befolgen als KITAs, wo man die Kinder einfach „verwahren“ kann wie bei einer Gepäckaufgabe.

  • Güngör sagt:

    Ein gesundes Maß an Selbständigkeit und gelenktem Lernen schadet nie.
    Man sollte sich davor bewahren, nach Schulmanier, einen Lehrplan für die Kindertagesstätten einzuführen.

    Fördern ist wichtig – nicht überfordern genauso.

    Die Kindererziehung ist schließlich eine besondere Zeit.
    Eltern sollten ebenso nicht überfordert werden.
    Eine Mischung aus Orientierung und Selbständigkeit sollte anstrebenswert sein.

    Vielen Dank für diesen Artikel

    Mit freundlichen Grüßen

    Güngör

  • Eduardo sagt:

    Die einzige im Kleinkinderalter sinnvolle Bildung ist das Erlernen einer zweiten Sprache, in der Schweiz idealerweise des Französischen. Denn der Französischunterricht ist in der Schule neben Mathematik das gnadenloseste Selektionierungsinstrument, und bezeichnenderweise bestand die Klasse im Gymnasium, die ich bis zur Matur besuchte, am Ende zu einem Drittel aus „bilingues“. Den Rest der Kleinkinderbildung kann man sich getrost sparen, allenfalls vom Erlernen des Deutschen bei Ausländerkindern mal abgesehen.

    • Meta sagt:

      Die Sprachauswahl von der… Gymiprüfung abhängig machen??? Echt?
      http://moreintelligentlife.com/node/4256
      Unsere Kleine lernt Englisch; als ich so alt war wie sie, war ich in London. Wir haben noch englische Kinderbücher. Das färbt ab und kommt weit, weit vor der Gymiprüfung. Da darf sie auch durchfallen, wenn sie will!

      • Katharina sagt:

        Meta, das angelsächsische ist im schweizerischen Kanon eben Häresie und das französische Essenz des Kanons, dies obwohl Napoléon die Schweizer aufs Kreuz gelegt hatte. seltsamerweise haben viele Schweizer trotzdem feuchte Träume, was die frankophone Kultur betrifft und dies obwohl das Schweizer Staatsverständnis in etwa ultimativer Kontrast zum französischen ist. Siehe die Abneigung zum französischen Zentralismus auf Steroiden, genannt EU.

      • Eduardo sagt:

        Englisch lernt man in der Schule, über die Popmusik und das Internet sowieso, und ein Aufenthalt in England oder den USA vertieft die Kenntnisse dann sehr schnell. Frühenglisch ist so gesehen eher eine überflüssige Mode. Aber in allen Schulen, also nicht nur im Gymnasium, ist und bleibt Französisch für die Schüler nun mal das Problem Nr. 1 (was wie bereits gesagt als Selektionsinstrument bei den Lehrern höchst erwünscht ist). Zudem ist es für Deutschschweizer doch ganz praktisch, wenn sie sich in der Romandie (und Frankreich) problemlos verständigen und dort dauerhaft leben können.

    • Meta sagt:

      Medizinische Kongresse finden auch hierzulande zunehmend auf… Englisch statt. La plupart des docteurs parle mieux l’anglais que la seconde langue officielle de notre pays. Cette phrase est aussi valide pour les Romands que pour les Suisses allemands. Je regrette, but there it is. En plus, quand il y a des guest speakers anglophones qui participent au congrès, que voulez-vous? Ils ne parlent ni allemand ni français…

    • Meta sagt:

      Last but not least: das Gymi wird überbewertet.

  • Pippi Langstrumpf sagt:

    Hier noch ein interessanter Filmtipp für heute abend. Ich denke, er orientiert sich an einem kürzlich mit viel medialer Aufmerksamkeit verfolgten realen Fall.

    http://fernsehfilm.zdf.de/ZDFde/inhalt/29/0,1872,2101149,00.html?dr=1

  • Ups sagt:

    Frau Kuster, Ihnen und der Familie alles Gute!

  • Auguste sagt:

    hmm…, frau kuster, viel glück und meine besten wünsche – see ya…

    youtube: no charge by melba montgomery

    • Pippi Langstrumpf sagt:

      Ich schliesse mich Auguste’s Wünschen an: Viel Glück Andrea Kuster! Guten Mut und Power beim Zieleinlauf! 🙂

    • mensch sagt:

      nebst anschluss an die vor-beglückwünscher möchte ich auch dem erzeuger des kindes alles gute wünschen

    • Jeanette Kuster sagt:

      Herzlichen Dank für die guten Wünsche (und den Song natürlich!).
      @Mensch: Ich werds meinem Mann gerne ausrichten.
      @Pippi: Andrea bleibt Ihnen übrigens erhalten, nur Jeanette verschwindet für ein paar Monate. 😉

      • Pippi Langstrumpf sagt:

        Ach Jeanette, wie peinlich, sorry! Ich hab Ihren Vornamen verwechselt, aber ich hatte Sie vor Augen und hoffe, Sie können mit den Wünschen trotzdem etwas anfangen…….. 😉

  • Nicole sagt:

    Dazu passen die Ausführungen von Prof. Dr. M. Stamm anlässlich der CVP-Bildungstagung 2012: Frühe Förderung ja, aber richtig. http://zh.cvp-zh.ch/upload/prj/document/PraesentationCVPBildungsverProfMargritStamm.pdf

    • Pippi Langstrumpf sagt:

      Vielen Dank für den Link, Nicole, sehr interessant! 🙂

    • René sagt:

      Empfehlung Nr. 4 gefällt mir besonders gut. Zitat: „Berufliche Handlungskompetenz ist wichtiger als die Forderung nach Akademisierung“ Störend ist halt, dass die FaBe K immer noch eher schlecht entlöhnt werden. Vielleicht bringt ein GAV die Lösung?

    • Katharina sagt:

      die katholische Religion, wie jede andere Religion, ist Gift, insbesondere eben das Gift der frühen Jahre, das vielen Kindern eingeflösst wird.

      in dem Sinn sollte Religion rechtlich gleich behandelt werden wie Pornografie und aus der Betreuung von Kindern raus gehalten werden.

      • Sportpapi sagt:

        @Katharina: Frau Stamm hat einige bemerkenswerte Überlegungen angestellt, die hier auch eine breitere Diskussion verdient hätten. Was das mit Religion zu tun haben soll, ist allerdings schleierhaft.

      • Mega Pearl sagt:

        @Katharina: Nach einem sehr sinnvollen Beitrag (bzgl. Social Engineering) nun der völlige Blackout? Es kann genausogut und mit absolut gleichem Recht gefordert werden, dass der Atheismus von den Kindern fernzuhalten sei, wird es aber nicht. Woran liegt das bloss? Ganz ehrlich, die Atheisten rücken sich selbst immer mehr in die Nähe der Islamisten.

      • Katharina sagt:

        Sie steht als Exponentin der CVP da.

      • Sportpapi sagt:

        @Katharina: Und? Hat sie deshalb nicht ganz vernünftige Argumente geliefert zu einem Thema, das mit Religion gar nichts zu tun hat?

      • Katharina sagt:

        Sportpapi:

        erstens: die PowerPoint Folie die hier verlinkt wurde, ist nicht „ganz vernünftige Argumente“, sondern ganz einfach ein paar Postulate. keine Referenzen zu den gemachten Statements. Nada.

        zweitens: die Protagonistin steht als Haus Partei der katholischen Kirche da. und dies in einem Land, das die Trennung von Kirche und Staat nicht einmal in der neuen Verfassung, ratifiziert im Jahr 2000 (!), schafft.

        drittens: ihre credentials sind ihre Affiliation zu einer katholischen Uni.

        einem Verein (= Ecclesia Catholica) , der Päderasten aktiv schützt, kann ich null Legitimation abgewinnen und jede Akademikerin oder Politikerin, die sich parteimässig damit assoziiert, dann eben auch nicht. Insbesondere in Familienfragen nicht.
        Guilt by Association nennt sich das.

      • Sportpapi sagt:

        @Katharina: Stell dir vor, ich würde alle deine Argumente zu allen möglichen Themen nur schon deshalb ablehnen – weil mir z.B deine sexuelle Ausrichtung nicht gefällt. Hier – ich bleube dabei – hat die Frau gezeigt, dass sie etwas von der Sache versteht, und dabei ganz vernünftig – aus meiner Sicht – argumentiert. Wenn du dagegen argumentierst, wäre es schön, du würdest bei der Sache bleiben, statt ihre Parteizugehörigkeit zu bemängeln (oder den Fakt, dass sie eine Frau ist, keine Kinder hat, schon etwas älter ist, rote Haare hat, oder was auch immer).

      • Katharina sagt:

        Sorry, Sportpapi, aber das „und dabei ganz vernünftig – aus meiner Sicht – argumentiert.“ stimmt einfach nicht. Die Powerpointfolie listet ein paar nicht weiter belegte sehr vage Sätze in Form einer bulleted list, weiter nichts.

        Und ich bleibe dabei, ein krimineller Verein wie die katholische Kirche soll sich aus policy forming Diskussionen heraus lassen und stattdessen beim Enchillada fressen unter dem Sombrero bleiben. Dann schaden sie ausser ein paar Fürzen über der Karibik beim Rückflug wenigstens nicht. So was kann nur polemisch beantwortet werden.

  • maia sagt:

    Seit wann heisst das eigentlich KITA? In der Schweiz gibt es doch Krippen (für die Kleinen – bis Kindergarten) und Horte (ab Kindergarten).
    KInderTAgestätte – ist doch schlicht und einfach ein grauenhafter Ausdruck!

    • Widerspenstige sagt:

      Ich finde den Ausdruck ‚Krippe‘ völlig daneben und auch das Wort ‚Hort‘. Da ist für mich der neutrale Ausdruck Kindertagesstätte KITA geradezu Balsam für meine Ohren. Aber wie man sieht gaaanz subjektive Wahrnehmung je nach Sprachgefühl 😀

      • alien sagt:

        Krippe und Hort sind gutschweizerische Traditioooon! Kita klingt so nach DDR.

      • Katharina sagt:

        Naja Kindertagesstätte tönt für mich in etwa wie ‚Service Station‘ – also der Ort wo ich am morgen mein Auto hinbringe, für einen tune up oder eben reguläre Wartung. Sagt doch schon etwas aus, diese Konnotation für einen Ort, wo Kinder betreut werden sollen……

        der Amerikanische Ausdruck „Day Care Center“ ist da von der Intention schon stimmiger, aber auf die Schweiz mit ihrer indoktrinierenden Verordnungswut wohl nicht anwendbar. Dort geh es vielleicht tatsächlich um einen Tune Up im Sinne des Social Engineerings…. und bist Du nicht willig, schickt dir die Erziehungsdirektion dann noch ein Aufgebot, als ob es darum ginge, den Militärdienst anzutreten oder so……

      • Sportpapi sagt:

        Wie würdest du denn deinem Day Care Center auf deutsch sagen? Und weshalb nicht einfach Hort?

      • Widerspenstige sagt:

        Day Care Center wäre zu übersetzen in Kinder-Betreuungsort, tönt schöner?

        Ich habe es unten bei @justme erklärt, was ich in Wiki gefunden habe und diese beiden Begriffe ‚Krippe‘ und ‚Hort‘ deplaziert für die heutige Zeit finde. Sie gehören in graue Zeiten des letzten Jahrhunderts, wo Kinder tatsächlich wie ‚abgeschoben‘ dort abgegeben werden mussten. Deshalb sind wohl noch so Spukgeschichten darüber in den Köpfen wie auch @alien’s post beweist.

        Also bitte….aus DDR Zeiten….kennst du den Kinderkanal Kika oder so ähnlich? Tönt auf jeden Fall besser KITA als Krippe oder Hort…huch!

      • Sportpapi sagt:

        Ja, so geht die Wahrnehmung auseinander. Kita tönt für mich nicht schweizerisch (schlicht ungewohnt), obwohl mir eigentlich egal ist, wie die Institution heisst. Denn am Namen soll es nicht liegen, der Inhalt ist entscheidend.

      • Katharina sagt:

        Widerpsenstige, ja ich kenne denn Kika (Kinderkanal des ZDF im TV. Kenne auch den (hier seltsamerweise Premium Channel) Baby TV.

        Aber eben, die Wortwahl transportiert als Meme eben oft – unintentionally – die Motivation und wenn die Medienmanipulationen betrachtet werden, dann ist eben die Zuordnung zum DDR Meme mehr als gerechtfertigt.

    • maia sagt:

      @wiederspengstige: Schön, dass offenbar Wiki für Ihre Meinungs- und Allgemeinbildung verantwortlich ist!!! Na da wundert mich dann nichts mehr. – Schon mal etwas gehört von eigener Meinung bilden? von Allgemeinbildung? Hoffen wir mal, dass die „KITA“-Kinder einmal Zeit finden in den Wald zu gehen um eine Krippe für Tiere anzuschauen und sie mindestens als Allgemeinbildung erfahren, dass unsere Kultur auf Christlicher Tradition aufbaut und da die Krippe eben auch ein wichtiger Ort ist (aber wahrscheinlich dürfen sie das nicht: könnte sich ja jemand in seine relig. Gefühlen verletzt fühlen).

  • Bionic Hobbit sagt:

    Ich glaube, es hängt auch von der Grösse einer Kita ab, was man anbieten kann. Mein ältester war in England in einer ganz normalen Kita, aber pro Altersjahr waren es ca 15 Kids, da konnten die schon mal ein bisschen Namen erkennen, zählen, basteln, pedalen, hüpfen, sogar einmal die Woche Französisch lernen (ça va bien!). Die Kleinen sind hier in einer winzigen Kita mit insgesamt nur 10 Plätzen, von 0 bis 4 Jahren, da ist das schon schwieriger. Dafür hat es dort Kühe und Pferde und Katzen… Kinder lernen überall und immer, ganz egal, was man mit ihnen anstellt.

  • Widerspenstige sagt:

    Das ist ein wichtiger Schritt in die Zukunft gedacht, denn früh übt, wer sich kulturell flexibel und tolerant verhalten möchte. Es dann auch kann, da vorbildlich gelernt. Es kommt nicht von ungefähr, dass zB gerade in Skandinavien Jugendliche schon sehr gut Englisch sprechen nebst der eigenen Landessprache. Auch wissen die Meisten, wie Traditionen gepflegt und die soziale Intelligenz gehandhabt werden. Dasselbe konnte ich in Thailand beobachten, wo bereits das Kleinkind in der Kita spielerisch Traditionen lernt wie zB der klassische Thaitanz im Team. Kinder sind nun mal sehr wissensdurstig.

    • plop sagt:

      Ich habe das Gefühl, Widerspenstige, dass genau diese vielen Worte rundum die Entwicklung der Kinder anstösst – was ich durchaus verstehen kann. Und so vergisst man dann, dass diese „Bildungsziele“ eigentlich nur ganz grundsätzliche Bedingungen sind, in welchen Kinder aufwachsen sollten und ja eigentlich für alle Menschen klar und logisch sind, von den meisten auch umgesetzt werden und nicht ausformuliert werden müssten. Aber am ausformulieren haben im Moment grad viele Leute ihren Spass dran – jänusode…

      • plop sagt:

        Ich mag im Zusammenhang mit Kindern Worte wie: soziale Intelligenz, kulturell flexibel etc einfach nicht besonders… Auch wenn ich meinem Kind genau diese Dinge auch mit auf den Weg gebe…
        Deshalb erstaunen mich die ja wirklich unverständlichen negativen Reaktionen hier im Blog nicht.

      • Widerspenstige sagt:

        plop, ich glaube, dass genau da der Hund begraben ist:die Fremdwörter und Fachausdrücke verwirren Diejenigen, welche damit nichts am Hut haben u sich dadurch benachteiligt fühlen. Leider wird so das relativ leicht nachvollziehbare Grundanliegen des Themas verwässert. Wie Sie sagen geht es um Grundsätzliches des Alltags und u.a. das Wort ‚Bildungsziele‘ will da nur ein wenig mehr Kompetenz den BetreuerInnen geben. Das ist halt pädagogisches Fachchinesisch und sollte nicht abschreckend wirken. Tut es aber anscheinend, ach.

        Also alles halb so wild u die Autorin sagt das ja auch. 🙂

      • Sportpapi sagt:

        Früher heissen Bildungsziele einfach Lernziele, und es war klar, was gemeint war (Umsetzung dagegen häufig schwierig). Bildung scheint mir etwas hoch gegriffen. Und wehe, es wäre gar von Erziehung die Rede…

      • Katharina sagt:

        soziale Kompetenz oder Intelligenz.. so ein Buzzword ohne Definition. heisst soziale Kompetenz letztendlich nichts anderes als Konformismus? ich meine Ja.

    • Beno sagt:

      Dies finde ich einmal gut zu Ende gedacht WS… ! …mit oder ohne Kita sollte dies angestrebt werden…

      • Widerspenstige sagt:

        Gell Beno, was der Frühling nicht alles für Wunder bereit hält. Da staunt der Laie… 8)

      • Beno sagt:

        Ja, gell WK …gehen sie heute auch wieder nach Krokussen (&)… „spientzeln“…. ? ( = Ausschau halten )

      • Widerspenstige sagt:

        WK?! Bitte meinen Nick lieber ausschreiben, dann werde ich nicht immer wieder verwechselt, gell.

        Oh…wir sind jetzt per Sie? Das lässt jetzt tief blicken und meine Vermutung bewahrheiten, wer Beno sein könnte….ähm (nein, ich verrate nix).

        Aber ja, ich liebe dieses Spientzeln (wow, was für ein fast vergessenes Wort!!) und speziell Krokusse….ähm, wachsen überall wo ich gerne spazieren gehe. Hintergedanken Beno? 🙂

      • Beno sagt:

        Bardon, war natürlich DU … WS …

        „Spientzeln“ kommt glaube ich aus dem Nordkoreanischen …und heisst soviel wie „nach den faulen Brüdern „schauen…oder irre ich mich ?

      • Widerspenstige sagt:

        Aus dem Nordkoreanischen? Du meinst wohl, was sich so tut in Pjöngjang oder so….

        Habe mal schnell gegoogelt und einige Synonyme gefunden wie ‚Spionage‘, was dann hinhauen könnte.

        Also doch Papierchen suchen bei den Krokussen? Willst Du das damit andeuten mit diesem ’spienzeln‘? Schreibt sich übrigens ohne tz, gell Beno. 😉

      • Beno sagt:

        …in Chongdong-ni wird es aber mit „tz“ geschrieben; kommt wohl durch die Frühförderung ? 😉

      • Widerspenstige sagt:

        Könnte wohl daran liegen (gopf Beno, jetzt jag‘ doch den zweifelnden Eltern hier nicht so einen Schreck ein…kreisch!!) ….oder doch eher daran, dass Chongdong-ni in Südkorea liegt?? 😀

        Aber kommt ja echt jetzt nicht darauf an, wo diese verflixte Frühförderung stattfindet, Beno….sie soll einfach gefälligst stattfinden. Was sind wir doch für Angsthasi hier in der härzigen Schweiz – pardon, Deutschschweiz. 🙄

      • Beno sagt:

        Es gibt zwei Chongdong-ni !…eines in N.K. und eines in S.K. ..gerade neben Chik-tong.

        Interessant was 🙄

      • Widerspenstige sagt:

        Ja, hab’s zu spät entdeckt, Beno…die Verwirrung ist perfekt. Aber das passt, denn ich habe auch lange nicht gewusst, dass es auch in Kanada ein Sidney gibt. Da war ich platt. Sache git’s die git’s gar nöd….und der Exkurs ist somit beendet. Was ein einzelnes Wort wie ’spienzeln‘ so alles für Gedankengänge in Bewegung setzt ist ja wirklich erstaunlich. Wir landen über die Krokusse in Nordkorea und ich schliesse die Weltreise über Sidney – kurz noch schnell nach Australien…hihi – in Kanada ab.

        Die Märzsonne war doch zu stark heute und ich gehe wohl besser schlafen…(shit Sommerzeit..grrr)

  • susanne plau sagt:

    Oje, und bald müssen sich auch Grosseltern, welche die Grosskinder betreuen, an diesen „Bildungsplan“ halten… Kinder wollen Nachahmen, und dadurch lernen sie. Dazu brauchts keinen „Bildungsplan“… Aber Hauptsache alles tönt geschwollen und „akademisch“, dann fühlt man sich wichtiger, und kann auch mehr Geld dafür verlangen. Und die Kundschaft glaubt auch noch, dass etwas mehr wert ist, nur weil’s wichtiger tönt und mehr kostet.

    • Pippi Langstrumpf sagt:

      Für jeden Brunz wird die Wissenschaft bemüht, da schadet es gar nichts, wenn die Betreuung unseres kostbarsten Gutes, unsere Kinder, auch nach wissenschaftlich abgestützen Kriterien, die sich an der Praxis orientieren, erfolgt. Es geht nicht um Wissenschaft versus ‚Gschpüri‘, sondern um die sinnvolle Symbiose dieser zwei Gesichtspunkte. Und solange die Zuneigung zum Kind das Fundament bildet, ist schon sehr viel gewonnen.

      • Katharina sagt:

        Die Frage ist nun aber, nach welchen wissenschaftlich abgestützten Kriterien, Pippi. Und genau da fängt die Ideologie an und damit die freie Wahl der Eltern. Und wenn jene Experten von Demokratischem Experimentalismus, reden, geben sie erstens zu, dass wir es hier mit einem Moving Target zu tun haben, sprich die ganze Wissenschaft hat noch keine objektiv erhärteten Erkenntnisse erreicht, und dass sie weiter eben Kinder in regulären Kita-Einrichtungen ohne Einverständnis der Eltern zu Experimenten des Social Engineering missbrauchen wollen.

        Angesichts der Inkompetenz in vielen Bereichen der schulischen Grund Versorgung, kann ich nicht umhin, als eben solchen Leuten die fachliche Kompetenz abzusprechen, besonders wenn die politischen Intentionen so offensichtlich nachgewiesen sind. Social Engineering von Kindern ist schlichtweg eine unzulässige Methode.

        Selbst Du redest ja von Kindern als „kostbarstes Gut“. Kinder sind erstens kein Gut und zweitens gehören sie nur sich selber und nicht Dir oder mir oder dem Staat oder der Gesellschaft.

        Es ist das Dilemma jeder Mutter, dass die Geburt nur der Anfang eines Abnabelungsprozesses ist, in dem sich die Mutter graduell immer mehr zurücknehmen muss und das Kind je nach Fähigkeit und Stand der Entwicklung immer selbständiger und selbstbestimmter wird. In dem Kontext ist dann die Projektion einer Bemutterung in einen Nanny State das Eingeständnis, den Prozess der Abnabelung und Hinführung zur Selbstbestimmtheit gedanklich nicht vollziehen zu können und damit das Kind nur von einem Zustand der Abhängigkeit (als Bebe und Kleinkind zur Mutter) in einen anderen Zustand der Abhängigkeit zu überführen und damit den maternalen Abhängigkeitsstatus des Kindes nicht zu überwinden.

      • Sportpapi sagt:

        @Katharina: Da hast du recht. „Es ist das Dilemma jeder Mutter, dass die Geburt nur der Anfang eines Abnabelungsprozesses ist, in dem sich die Mutter graduell immer mehr zurücknehmen muss und das Kind je nach Fähigkeit und Stand der Entwicklung immer selbständiger und selbstbestimmter wird.“ Wobei die meisten Mütter – und auch Väter (!) sich darüber auch freuen. Aber – meine Kinder sind sehr wohl meine Kinder. Und wenn sie gut geraten, klopfe ich mir und meiner Frau dereinst auf die Schultern – und wir freuen uns, dass wir sicher auch Glück gehabt haben…

      • Sportpapi sagt:

        Zum anderen. Was meinst du mit social engineering? Was meinst du mit Experimenten? Es geht doch um einen Bildungsplan, den Eltern, die sich interessieren, jederzeit einsehen können. Hat hoffentich jede Krippe bereits heute längst für das Haus verfasst. Wo ist dein Problem?

      • Katharina sagt:

        Sportpapi sagt, 26. März 2012 um 22:28: „Zum anderen. Was meinst du mit social engineering? “

        Definition:

        „Social engineering im engeren Sinne bedeutet die Manipulation der Bevölkerungs-, Sozial- und Altersstruktur einer Gesellschaft durch staatliche Maßnahmen wie Eugenik, Einwanderungsgesetzgebung, Ausländerrecht, Geburtenkontrolle, Familienförderung etc.“

        Weiter:

        „Streng genommen geht diese Kategorie auf John Broadus Watson zurück, den Begründer der amerikanischen Schule des Behaviorismus. Die ursprünglich hinter diesem Begriff stehende Intention Watsons bestand in der gesellschafts-kritischen Idee, dass er aus jedem Kind machen könne, was er wolle. Die These war vor allem gegen die Ansicht gerichtet, dass die Kinder Schwarzer auf Grund biogenetischer Faktoren weniger intelligent seien, als die Abkömmlinge der Weißen. Watson wollte durch das Social Engineering beweisen, dass Intelligenz primär ein sozio-kultureller, kein biologischer Faktor, also vor allem von Lernprozessen abhängig ist.
        Im Rahmen der liberalen Marktwirtschaft sind die experimentellen Methoden des Behaviorismus auch dazu verwendet worden, menschliches Verhalten durch Tests „objektiv“ zu erforschen, um es bestimmten Interessen entsprechend zu verändern, zu manipulieren. Die hinter der „objektiven“ Methode stehenden Interessen werden laut Autoren wie Max Horkheimer und Theodor W. Adorno … niemals als solche ausgewiesen oder reflektiert.“

        Siehe: http://de.wikipedia.org/wiki/Social_Engineering_%28Politikwissenschaft%29

      • Sportpapi sagt:

        Ok. noch einmal: Wo ist dein Problem? Wenn Tagesstätten, in denen Kinder mehr Zeit als zuhause in der Familie verbringen, Rechenschaft ablegen über ihre „Bildungs“ Ziele? Und also nicht einfach nur Kinder hüten? Was ist denn die Alternative?

      • Katharina sagt:

        Sportpapi sagt, 26. März 2012 um 22:28: “Zum anderen. Was meinst du mit mit Experimenten

        Das ist eine Ableitung aus meiner Analyse; siehe Seite Eins der Kommentare zu diesem Artikel, wo ich am 26. März 2012 um 00:15 darauf hinwies, dass die im Artikel als wissenschaftliche Referenz aufgeführte Bertelsmann Stiftung (BASS) die derzeitige Vorherrschaft des Marktmodells in der frühen Bildung hinterfragt und dieses mit dem Modell des Demokratischen Experimentalismus befürwortend vergleicht.

        Ich lehne es schlichtweg ab, dass Kinder für soziale Experimente in Kinderbetreuungs-Stätten staatlich sanktioniert missbraucht werden. Solche Experimente bedingen ja, dass ein unterschiedlicher Satz an pädagogischen Konzepten angewandt wird und dann der Verlauf der Entwicklung dieser Kinder langfristig beobachtet wird. Und dies ohne Wissen der Eltern und ohne Wissen der Kinder (bzw. später Heranwachsenden). So etwas können nur Leute machen, die Kinder als Ressource betrachten.

      • Widerspenstige sagt:

        Das hat doch mit Experiment im herkömmlichen Sinn nichts zu tun. Es gibt genügend lebende Beispiele in anderen Ländern, wo die frühkindliche Entwicklung in solchen Day Care Center nachgewiesen werden kann. Das sind bereits Erwachsene und keine manipulierten Lemminge. Du meine Güte, Katharina! In Asien lernen die Kinder bereits früh eine schwierige Landessprache mit Zeichen, die an Hyroglyphen erinnern (China, Japan, Thailand etc.) und GLEICHZEITIG Englisch mit nochmals anderen Alphabet und Betonung.

        DAS sind Anforderungen, von denen wir hier Lichtjahre entfernt diskutieren!

        Gute Nacht…!

      • Katharina sagt:

        „In Asien lernen die Kinder bereits früh“ – Asien ist ein sehr grosses Gebiet, wovon übrigens Europa ja dann nur ein Anhängsel ist, planetarisch betrachtet. in dem Gebiet gibt es dann Länder wie China und Indien.. die ja einen ausserordentlichen „Leistungsbeweis‘ dazu haben, mündige Leute ‚heran zu züchten‘. Da mag Thailand ein kulturell gutes Beispiel sein, was ich angesichts des Menschenhandels mit Thailands Töchtern als globale supply line für Prostitution mal schlichtweg bezweifle. Ein Menschenhandel, wo die eigenen Mütter ihre Töchter in jenen Handel verkaufen, i might add….

        Aber du bringst mit Asien, oder genauer China, das richtige Stichwort, denn genau China ist das hochgeschätzte Meme einer sozialen Ordnung derjenigen Leute, die sich solche Kita Verordnungen ausdenken. Social Engineering eben. Drones that commit suicide is simply colateral damage? Passt ja genau zu Japan…. Rigider geht es ja fast nicht mehr.

        Zudem redest du eben von Anforderungen…. An die Tages Betreuung von Vorkindergärtnern. Somit eben an die Usurpation der Frühkindheit durch den Staat. Schon im Prinzip eben anmassend.

      • Sportpapi sagt:

        @Katharina: Experimente sehe ich hier kaum. Eher eine Positionierung, die Förderung von Transparenz über Ziele und Inhalte. Zumal ja – leider? – zu einem Experiment auch die Erfolgskontrolle oder zumindes Rechenschaftslegung meist vollständig fehlt. Noch einmal: was wären die Alternativen? (Sicher keine asiatischen Modelle, meiner Meinung nach)

    • Pixel sagt:

      @katharina: jetzt muss ich aber auch nochmal nachfragen. In kurzen Worten zusammengefasst: Du bist also überzeugt davon, dass die Kinder mittels eines Bildungsplans manipuliert werden? Mal abgesehen davon, dass diese Fantasie schon fast etwas leicht fanatisches hat, würde mich interessieren:

      1. Wo genau stehst Du eigentlich in dieser Debatte? Soll
      Es Krippen / Kitas geben ja oder nein?
      2. was wäre DEIN Vorschlag der Handhabung? Denn Krippen muss es nunmal
      geben, liebe Katharina, es sei denn, Du erklärst dich zur Maria Theresia und kümmerst Dich um alle Kinder dieser Welt. //

      • Sportpapi sagt:

        Auf diese Antwort bin ich dann auch gespannt. Ein Bildungsplan sorgt ja gerade für Transparenz über Ziele und Inhalte. Insofern trifft Katharinas Kritik diesbezüglich ins Lehre. Und Alternative nach ihrem Sinn sehe ich eigentlich nur zwei: Keine Krippen mehr, oder nur solche ohne Absichtserklärungen. Vielleicht einfach ein Gehege, in das man die Kinder am Morgen setzt und am Abend wieder abholt? Oder nicht einmal das? sonst wird immer die Gefahr einer Beeinflussung der Kinder bestehen!

      • Katharina sagt:

        Pixel:

        „Du bist also überzeugt davon, dass die Kinder mittels eines Bildungsplans manipuliert werden?” So wie du die Frage stellst: Nein. Aber der Nachweis, dass die im Artikel erwähnte Gruppe solche Intentionen hat, habe ich erbracht.

        „Mal abgesehen davon, dass diese Fantasie schon fast etwas leicht fanatisches hat“ – eine unsachliche Wertung meiner Ansichten. es ist weder Fantasie noch fanatisch. dort wo ich lebe funktioniert die Gesellschaft nach dem Prinzip, die Staatsmacht einzudämmen und nur nach genau definierten Regeln zuzulassen. hat die letzten 236 Jahre sehr gut funktioniert und ich unterstütze diesen Ansatz.

        zu den weiteren Fragepunkten:

        1: Soll es Krippen / Kitas geben ja oder nein? – Ja.

        2. was wäre DEIN Vorschlag der Handhabung?

        Einerseits sehr wohl, dass die infrastrukturellen Anforderungen für den use permit harmonisiert werden.
        Infrastruktur: Fläche, Sicherheit, hygienische Vorschriften/Food Safety, Einrichtungen der ersten Hilfe, und ähnliches. Dazu auch, dass die Betreuer/innen den Nachweis erbringen, Situationen der ersten Hilfe adäquat handhaben zu können.

        Zu infrastrukturellen Anforderungen gehört dann auch, dass die Haftungsfähigkeit sichergestellt ist: Also bonded and insured.

        Andererseits: dass die Betreuer/innen ihre fachliche Fähigkeiten in einem anerkannten Institut zertifiziert haben und dass dieses Zertifikat auch kontinuierliche Weiterbildung bedingt.

        Darüber hinaus finde ich eben, dass jede Kita- oder Kitagruppe von ihrem pädagogischen Konzept her sich differenzieren dürfen soll, um sich in einer Diversität in ihrem Angebot frei positionieren zu können. Weshalb ich zu diesem Thema etwas harsch schreibe ist, weil ich sehe, dass etwa die Bemühungen von Otto Ineichen zum vorneherein über Verordnungshürden zu unterbinden versucht wird. Ich finde seine Bemühungen eben sehr wertvoll. Zumindest ein Politiker, der mit unternehmerischem Geist etwas zu verbessern versucht.

      • Sportpapi sagt:

        @Katharina: Ein Bildungsplan würde sicher genügend Raum für klare Ausrichtungen/Schwerpunkte der Krippen lassen. Und die Probleme, die O. Ineichen erwarten sind eher in den Punkten zu finden, die auch du als wichtig erachtest. Also infrastrukturelle Anforderungen und vor allem Anforderungen an Ausbildung (und damit Kosten) der Betreuer/innen sowie zulässige Betreuungsverhältnisse.

  • mensch sagt:

    massgeschneiderte kinderhaltung im lichte der pädagogischen möglichkeiten

    • Widerspenstige sagt:

      Ich denke nicht, dass dem guten Ansatz so abwertend gegenüber getreten werden sollte. Es geht doch um eine Verbesserung der jetzigen Orientierungslosigkeit in den unterschiedlich geführten Kitas. Hier etwas mehr Ganzheitlichkeit reinzubringen schadet doch dem Kind nicht – im Gegenteil. Es profitiert davon und lernt spielerisch Grundsätzliches und Traditionelles. Kinder sollen in die Gesellschaft eingewoben werden und das kann doch nicht ein Fehler sein. Jedes darf ja nach seinem eigenen Rythmus spielen wie im Artikel erwähnt. Genau lesen bitte was die Aussage im Artikel ist wäre ein Ansatz.

      • mensch sagt:

        Der Orientierungsplan wird vielmehr festhalten, was es braucht, damit Kinder Kinder sein können – und das ist mehr als die heutigen Quadratmeter- und Hygienevorschriften.

        das ergebnis ist laut autorin:
        => weniger chaos, weil eben jedes Kind sein Ding machen könne.

        ist doch ausschlussreich, dass man die orientierungslosigkeit verbessern will (also noch orientierungsloser ?) und zugleich die bedürfnisse bereits abgesteckt hat: jedes nach seiner façon und ja kein einfordern von angeboten (treppennummerierung um, dann aber via hintergedanken die pädagogischen angebote rein-lismen)?!

      • Widerspenstige sagt:

        Wieso noch orientierungsloser? Die Verbesserung der Orientierungslosigkeit bezieht sich doch ganz klar auf weniger statt mehr davon oder wie sollte das besser verständlich geschrieben werden? Jetzt findet fast schon Willkür statt, weil es keinen allgemein gültligen Orientierungsplan gibt u der Kantönligeist wieder mal Urständ feiert. Das ist kontraproduktiv u soll verbessert werden. Diese Treppennummerierung soll ja nur diejenigen Kinder interessieren, die darüber stolpern u nachfragen, was das zu bedeuten habe u die ErzieherInnen werden dann aktiv – je nach Orientierungsplan, ist anzunehmen.

      • Katharina sagt:

        „Es geht doch um eine Verbesserung der jetzigen Orientierungslosigkeit in den unterschiedlich geführten Kitas“ – Ich finde eine solche Aussage recht arrogant. nur weil Kitas mit unterschiedlichen Konzepten angeboten werden, heisst das noch lange nicht Orientierungslosigkeit, sondern schlicht und einfach Diversität. Die Eltern entscheiden sich für dasjenige Angebot, welches ihnen passt, Widerspenstige.

      • pixel sagt:

        @katharina: Ich glaube, Widerspenstige meinte mit Orientierungslosigkeit eher die fehlenden Leitlinien. Insofern ist das ja nicht per se schlecht. Auch in der Schule gibt es einen Leitfaden, im Erwachsenenleben im Berufsfeld genauso. Und das bestimmt nicht grundlos. Ich seh das nicht so eng. Und zum Thema: Krippe aussuchen mit dem für einen passendsten Konzept. Ja, ein Idealbild. Die allermeisten sind froh, ÜBERHAUPT einen Platz zu bekommen!

      • Sportpapi sagt:

        Ein Grundkonsens, was Ziele und Inhalte anbelangt, ist sicher nicht schlecht. Zumal eben viele Eltern nicht wählen, sondern nehmen, wo es einen Platz gibt, bezahlbar ist oder gar und vor allem subventioniert wird.

      • Katharina sagt:

        „Krippe aussuchen mit dem für einen passendsten Konzept. Ja, ein Idealbild. Die allermeisten sind froh, ÜBERHAUPT einen Platz zu bekommen!“ – mag sein. das berechtigt aber niemanden, mir über eine Verordnung aufzudrücken in welchen Kindergarten oder Day Care Center ich meine Kinder bringen möchte, vor allem dann nicht, wenn solche Verordnungen nirgendwo etwas über ACCOUNTABILTY sagen, was ja angesichts der grassierenden Inkompetenz eher von Nöten wäre, oder? Zudem scheint das ganze ja nicht einmal transparent zu sein, denn wie im Artikel erwähnt stellt sich der Verband nicht einmal einer Diskussion hier und präsentiert deren Richtlinien. Schon diese fehlende Transparenz disqualifiziert ja. Idiotisch eigentlich, wenn das Potential dieses Blogs betrachtet wird. aber nein, sie verstecken das Ganze, statt diese Gelegenheit hier in diesem Blog zu benutzen.

      • Sportpapi sagt:

        @Katharina: Sie verstecken nicht, es ist einfach noch in Arbeit. Und keine Eltern sind verpflichtet, ihre Kinder in irgendeiner oder einer bestimmten Krippe/Hort abzugeben.

  • kurt vanossi sagt:

    Wunderbar, da werden irgendwelche Pseudokonzepte in die Welt gestellt, damit wieder damit Geld verdient werden kann. Und die selbstaufopfernden Eltern werden in ihrer Gutgläubigkeit der Nase herum geführt. Da habe ich in den USA schon die absolut lächerlichsten psychodidaktischen Programme gesehen für Pseudosprachausbildung von Neugeborenen.

  • think about sagt:

    Die Kita bei uns ist stets bemüht den Kindern einen Interessantes Umfeld zu bieten. Was sie damit anfangen ist den Kindern meistens selber überlassen. Ob nun Malen, Puppen, Kochen, Basteln, Verstecken, Sandkasten oder nur im Garten sitzen und Blümchen, Schmetterlinge oder Raupen beobachten. Einfach erleben können und bei Fragen eine Betreuerin/Betreuer in der Nähe finden. Die Betreuer erklären den Kinder auch innerhalb der Tagesstruktur verschieden Themen. Ausflüge stehen auch mal auf dem Plan (Zoo, Wald, Staudämchen bauen im Fluss etc). Wichtig: Struktur,Grundregeln für den Alltag is ein muss

    • Widerspenstige sagt:

      Wäre noch gut zu wissen, in welcher Region diese Kita sich befindet und wieviele Kinder, ab welchem Alter etc. dort sich entfalten dürfen. Es geht doch genau um dieses Spielerische, welches einfach ein wenig lehrreicher daher kommen darf als bisher. Wie Du erwähnst, stehen bei Fragen BetreuerInnen zur Verfügung und können kompetent Auskunft geben. Ich finde es immer wieder erstaunlich, was für Quatsch – sorry, aber es ist manchmal zum Haare raufen! – den Kleinen bei Fragen mitgeteilt wird von Eltern, die von nichts eine Ahnung haben. Aber wehe, jemand hört zu und korrigiert eben Gesagtes. 😉

  • think about sagt:

    Portolio-Manager/in gesucht für KITA? 🙂 Geringes BETA pro Asset erwünscht !!! Sonst …

    • alien sagt:

      Portfoliomanager? Das ist doch der, welcher der Leiterin die Küchenfolie bringt, wenn sie etwas im Kühlschrank aufbewahren will, gell? Und Beta pro Set? Das beschreibt den Rüeblikotzkoeffizienten pro Esstischplatz, oder?

  • Sportpapi sagt:

    Das Problem ist halt: Zuerst braucht es sofort so viele Krippen und kidnertagesstätten wie möglich, die zudem „bezahlbar“ sein müssen und deren Aufbau auch deshalb subventioniert wird. Damit die Angebote genutzt werden, werden Studien erstellt, die zeigen, dass Kinder in der Krippe sich eher besser entwickeln als zuhause bei den Eltern (allerdings wohl eben nicht in jeder Krippe). Und jetzt, wo das System einigermassen läuft, stellt man plötzlich fest, dass es halt Qualitätsprobleme gibt, dass Ausbildung und Gruppengrösse etcv. ändern muss. Was kostet, aber die Eltern nicht bezahlen können.

    • René sagt:

      Das ist doch überall so! Jedes „Produkt“ beginnt mal irgendwie nach bestem Wissen und Gewissen und mit der Zeit gewinnt man durch die gemachten Erfahrungen neue Erkenntnisse und kann diese in die Verbesserung des „Produktes“ einfliessen lassen. Das gilt für Autos, Medikamente oder Nussgipfel genaugleich wie Kinderbetreuung oder – etwas weiter gefasst – Bildungsangebote im Allgemeinen.

      • Sportpapi sagt:

        @René: Jeder Weg beginnt mit dem ersten Schritt. Dumm nur, dass man selten zurückgeht, wenn der andere Weg sich als besser erweisen würde. Konkret: Billig und gut klappt halt nicht immer. Und vielleicht ist am Schluss die Förderung zuhause doch am „günstigsten“, für Familien, die das so einrichten können und wollen?

      • René sagt:

        @Sportpapi: ausser Alleinerziehenden und Wenigverdienern, haben doch alle die Wahl, ob sie ein Betreuungsangebot nutzen wollen oder nicht. Ausserdem seh ich im Moment nicht ein, weshalb der Bildungsplan die Kitas verteuern sollte. Zur Umsetzung bräuchte es meines Erachtens nicht mehr akademisch ausgebildetes Personal, wie das andere ForumsteilnehmerInnen schon vorsorglich gefordert haben.

      • Sportpapi sagt:

        Naja. Grössere (mehr?) Räume sind sicher ein Thema. Und bessere Betreuung erfordert auch mehr und besseres Personal. all das kostet.

  • nat sagt:

    Alle „Gegner“ sollten sich mal erkundigen, wie man auf spielerische Art und Weise Kinder unterstützen kann. Das nummerierte Treppenbeispiel oder das Grusswort in verschiedenen Sprache ist doch eine Bereicherung! Meiner Meinung nach absolut genial! Auch ist unser Bildungsplan ein Schritt zurück für alle Kinder, die aus einem anderen Schulsystem kommen. Sie sind unterfordert und die Eltern gezwungen Privatschulen aufzusuchen, weil das Schweizer Schulsystem immer noch – wie vor mind. 30 Jahren – funktioniert. Man denkt, die CH sei in einigen Sachen voraus…. nicht wirklich.

    • Pixel sagt:

      Danke nat! Ich sehe das genauso! Überall um uns herum (Frankreich, D, I, A, Schweden…) werden Krippenplätze gefördert und unterstützt. Nur hier in der Schweiz wird so ein ewiges Trara veranstaltet…ich bins echt leid. Würden die Arbeitgeber hier etwas kinder- und familienfreundlicher sein und nicht nur Ihre Sichtweise dem Thema gegenüber öffnen sonder auch flexiblere Arbeitsmodelle anbieten, müssten wir unter Umständen gar nicht so viele Krippenplätze beanspruchen. Das nur am Rande erwähnt. Aber das ist wohl alles so leidig langwierig wie damals die Durchsetzung des Frauenrechts.

      • Sportpapi sagt:

        Die Arbeitgeber sind ja sehr für flexible Arbeitsmodelle. Aus ihrer Sicht natürlich. Nur wollen das die Arbeitnehmer in der Regel nicht…

  • nat sagt:

    Für mich echt schwierig zu verstehen, dass die Förderung von Kindern in Frage gestellt wird. Weltweit ist dies so eingeführt – und es funktioniert. Die Kinder lernen auf spielerische Art und Weise, können ihre Neugier entsprechend stillen. Was heisst dies überhaupt „Kind soll Kind sein“. Heutzutage sind die Kinder so neugierig und meistens all i-Tools ausgesetzt, dass es fast nicht fair wäre, sie nicht entsprechend zu unterstützen. Im Ausland gehört eine altersgerechte Förderung zum Alltag. Die zweisprachigen und intern. Krippen sind vorbildlich und die Kids gesund und glücklich!

  • Erich sagt:

    „Bildungsplan“, „pädagogische Ausrichtung“, „ob die Kinder dann aber auch so spielen, wie wir uns das vorgestellt haben“, „Bildungsstätte“ … Der Duktus zeigt die innere Haltung.

    Geregelte Mindeststandards für Kitas ja, Kinderbetreuung ja, staatlich verordnetes Kindermanagement nein, bzw. erst ab Schuleintritt. Die Bildungsbürokratie setzt also schon im Vorschulalter ein. Wie wär’s mit mehr öffentlichen Parks in Städten und Agglomerationen?

    • alien sagt:

      Kindermanagement? Ffff, ich lass meine Kinder nicht „managen“. „Manager“ ist ausserdem ein Schimpfwort. Was sag ich da, ein Fluchwort.

  • Pixel sagt:

    Ich begrüße eine Art Leitlinie für die Krippen. Durch die grosse Betreuungsnachfrage sind wohl einige Krippen eröffnet worden, welche wohl eher das finanzielle Interesse im Vordergrund stehen haben, als das Kind selbst. Mir war das lange überhaupt nicht klar, denn in denjenigen Krippen in denen wir zum Gespräch waren, war diesbezüglich der Ansatz wirklich super. Bis ich dann mit der einen oder anderen Freundin Gespräche hatte, die aufzeigten dass es längst nicht überall so ist. Insofern geht es hier eher in meinen Augen um das Eindämmen der Willkür. Und somit sehe ich das ziemlich undramatisch

  • maia sagt:

    Nimmt mich ja wunder, wie sich ein z.B. einähriges Kind am morgen entscheidet, was es denn nun den ganzen Tag spielen möchte……

    • Pixel sagt:

      Wieso? Unser Sohn hat auf jeden Fall schon so seine Präferenzen. Manchmal hat er einfach keine Lust oder Interesse an diesem oder jenem. Im Moment möchte er überall stehen und sich hochziehen. Da kann man ihn auch mit dem wildesten Spielzeug nicht davon abhalten. Und das ist auch gut so!!

      • maia sagt:

        Das ist mir schon kar. Aber wenn Sie ihm am Morgen mitteilen, was er heute alles spielen darf – tut er dann das? macht er nicht evt. etwas ganz anderes?

      • Sportpapi sagt:

        Wenn ich am Morgen frage, ob das Kind in den Wald, auf den Spielplatz oder zuhause bleiben möchte, dann geht das schon. Wobei eigentlich interessanter ist, wo die Freunde sind…

      • maia sagt:

        @Sportpapi: mit 1 Jahr? Super.

  • Pixel sagt:

    Ach und Max: mich werden Sie ab nun richtig attackieren können: ich arbeite Vollzeit!

  • Pixel sagt:

    // ein Argument zu finden, um den Müttern die Schuld dafür in die Schuhe schieben zu können. Ach es MUSS daran liegen, dass die arme Alessia (link zum Unfallbericht no2) nicht richtig von ihrer MUTTER (einen Vater hatte sie wahrscheinlich nicht..?) betreut wurde und ein Krippenkind war! Das MUSS die richtige Erklärung dafür sein! Na klar. Max, wissen Sie, irgendwie freu ich mich auch für Sie: Ihre Welt ist so einfach. Geniessen Sie es, denn aus eigener Erfahrung kann ich Ihnen sagen: manchmal ist es ganz schön schwierig, komplexer zu denken.

    • max sagt:

      @pixel

      Ich denke, Verantwortung ist etwas persönliches und kann nicht delegiert werden. Wenn Sie das als „traditionelle Ansicht“ sehen, dann sind Sie offensichtlich in einer guten Tradition erzogen werden. Ich nehme an, in dem Fall werden Sie auch recht bald den Wert solcher Traditionen anerkennen.

      Habe ich gesagt, die Alessia sei ein Krippenkind? Habe ich geschrieben, die Mutter sei schuld? Nein, ich habe sie als Beispiel genommen für Kinder, deren Eltern aufgegeben haben lange bevor es zum schlimmsten kam. Ich habe gefragt, was eine 16-jährige ohne Begleitung Erwachsener eine ganze Nacht lang in Zürich treibt.

      Eltern können 3-monatige Kinder aufgeben, sie können genauso bei 3-jährigen oder bei 13-jährigen aufgeben. Es sind immer noch Kinder und sie werden entweder persönlich erzogen oder gar nicht erzogen.

      • pixel sagt:

        Max, nein, Sie haben nicht gesagt, dass Alessia ein Krippenkind und die Mutter daran Schuld sei. Aber ihr dabei vorgängiger Post von gestern 21:50 und dann nochmals so ein Link, liessen mich darauf schliessen, dass das diese Ansicht impliziert. Ich gebe Ihnen auch recht, dass man verantwortlich ist für sein Kind. Und natürlich ist es so, dass die Krippe oder Kita und später auch die Schule ein Stück weit miterzieht. Ob jedoch Eltern grundsätzlich in der Lage sind zu erziehen oder nicht, hat wenig damit zu tun, ob sie ihr Kind in die Krippe geben. Das kann auch Vollzeit von einem oder beiden //

      • pixel sagt:

        // Elternteilen betreut werden und trotzdem nicht erzogen worden sein. Egal wieviel das Kind in der Krippe ist, die Eltern sind und bleiben die massgebenden Bezugspersonen. Wichtig ist dabei, WIE man die Zeit mit seinem Kind verbringt. Wir werden bestimmt auch auf die eine oder andere Hürde noch stossen und etwas ev auch wieder „zurechtbiegen“ müssen. Aber wir sind wachsam dabei und wenn uns etwas auffällt oder auffallen wird, dann werden wir auch entsprechende Konsequenzen ziehen. Bisweilen aber können wir alles gut mit unserem Gefühl und Gewissen vereinbaren.

      • max sagt:

        @pixel

        Erziehung ist etwas persönliches und kann nicht delegiert werden.

        Kinder werden in der Krippe grundsätzlich nicht erzogen. Darum überhaupt ist diese „Förderungs“-Diskussion nötig. Die Profikinderhüter lenken vom Problem ab und tun so, als hätten sie besseres zu bieten als eine gute Erziehung. Man kann auch immer neue Wörter für „Kinderkrippe“ erfinden. Das sind Etiketten, mehr nicht, Kaisers schöne Kleider.

        Sie haben in dem Sinn recht, dass man natürlich auch zuhause sich auf das Nichterziehen beschränken kann. Nur gibt es in dem Fall keine abgehobenen Ausreden. Die Verantwortung ist dann persönlich und unweigerlich.

      • Ich finde es einfach etwas bemühend, Ansichten/Meinungen über Krippen, Kindererziehung von einem Alleinstehenden zu lesen. Max: Habe Sie schon einmal eine Krippe von innen gesehen?

      • pixel sagt:

        @max: ja genau, Sie haben es nun zweimal deutlich hervorgehoben: „Erziehung ist etwas persönliches…“ voilà!

  • Pixel sagt:

    @max: die Grundsatzfrage ist nun, max, ob es sich überhaupt lohnt, jemandem zu erklären, was verbiedert ist an seinen Ansichten, wenn er es selbst nicht sieht. Sie könnten auch hergehen und sagen, ja ok, ich habe eine „etwas stark traditionelle“ Ansicht aber ich seh das so. Wenn ihnen das aber nun nicht mal bewusst ist, scheint mir alle Müh meinerseits vergebens. In diesem Sinne: ja, posten sie hier weiter links, die zum Thema an sich nichts zu haben. Nicht, dass mich das stört, es zeigt mit vielmehr auf, was sie zum Thema Erziehung alles hineininterpretieren, bloß um für sich selbst ein //

  • Katharina sagt:

    „seinen sogenannten Orientierungsplan vorstellen wird, einen Bildungsplan, nach dem sich die Kitas in der ganzen Schweiz künftig ausrichten sollen.“

    Und

    „Laut Miriam Wetter, Geschäftsführerin des Netzwerks Kinderbetreuung, sind solche Bedenken absolut unbegründet: «Der Orientierungsplan wird vielmehr festhalten, was es braucht, damit Kinder Kinder sein können.“

    Und

    „Über die erzieherische Ausrichtung der Betreuungsstätten hingegen sagen sie gar nichts aus.“
    Und mit welcher Berechtigung nimmt sich jenes Netzwerk eigentlich heraus, zu bestimmen was es brauche, damit ein Kind Kind sein könne? Welche Kriterien? Was, wenn die Eltern mit jenen Kriterien nicht einverstanden sind, weil sie eine andere Philosophie befürworten?

    Begreifen diese Leute eigentlich NIE, dass das Kind NICHT dem Staat gehört?

    Weiter dann in der verlinkten Bertelsmann Stiftung (BASS): „und die Gesellschaft alle Talente nutzen muss….und entwickelt Konzepte und Instrumente für eine bedarfsgerechte Ressourcensteuerung.“

    Und dann weiter: „… hinterfragt die derzeitige Vorherrschaft des Marktmodells in der frühen Bildung und vergleicht dieses mit dem Modell des Demokratischen Experimentalismus.“

    Oder kurz: Hier wird das Kind zu einer beliebig formbaren Ressource degradiert, welche nach Vorgaben des Staates bzw. der gerade darin tonangebenden Macht Struktur so geformt werden soll, dass die Gesellschaft später auf diese so gezüchtete Ressource je nach Bedarf verfügen dürfen soll. Und dazu soll das Kind dann weiter als Objekt sozialer Experimente im Feld des Social Engineering instrumentalisiert werden.

    So etwas ist in der Motivation Kind-verachtend.
    🙁

    Es ist ja geradezu indikativ für eine solche Motivation, dass dann von „heutigem Wildwuchs“ geredet wird, statt von Diversität, und weiter Transparenz bewusst unterbunden wird, in dem gesagt wird „Details möchte Wetter zum jetzigen Zeitpunkt noch keine bekanntgeben, da der Orientierungsplan erst im Mai lanciert wird“. – Lanciert, statt offener, transparenter Dialog.

    • max sagt:

      Danke Katharina,

      Sie beschreiben, was ich in diesem Blog seit zwei Jahren bekannt zu machen versuche:

      Das Projekt der Sozialdemokratischen Partei der Schweiz ist die Verstaatlichung der Kinder. Ziel ist eine geführte Kindheit in Manier der DDR. Geschaffen werden soll eine verfügbare, gesichtlose, manipulierbare und letztlich revolutionäre Masse („revolutionär“ im Sinn des DDR-Jargon, was bedeutet, geknechtet von der totalitären Obrigkeit).

      • Gabi sagt:

        Also jetzt hebt´s aber – bei all meinen Vorbehalten, einer allzu verplanten Kindheit gegenüber – doch etwas ab, hier.

      • max sagt:

        @Gabi

        Nein, es hebt nicht ab. Die Katharina hat sehr gut die unterschiedlichen Aussagen zusammengetragen. Es geht um die Normierung der Kinderkrippen und darum, dass Kinder nur gut betreute Kinder sind, wenn sie der zentralen staatlichen Verfügungsgewalt unterstellt werden.

        Einzig hat Katharina etwas eigenartig das Büro BASS recherchiert. BASS wird immer dann aufgeboten, wenn SP-Bundesräte oder SP-Regierungsräte ein ideologisches Manöver mit einem pseudo-wissenschaftlichen Mäntelchen versehen möchten. Es muss ja einen Grund haben, wenn für horrende Honorare private Büros Erhebungen machen lässt, die man halb gratis als Bachelorarbeit wertneutral und wissenschaftlich fundiert von einer Uni bekommen könnte.

  • astrid sagt:

    2 / Kinder sind wie Schwämme, sie nehmen die ganze Information auf, ohne sich bewusst zu sein, dass sie dabei etwas lernen. Sie verbinden nichts Belastendes mit Lernen, im Gegenteil, es freut sie doch, wenn sie feststellen, dass sie etwas Neues können! Warum also diese Wiesbegier nicht schon in den Kitas fördern?
    Da wir nächstes Jahr in die Schweiz zurückziehen, würde ich persönlich diese Massnahme sehr begrüssen. Ich habe nur positive Erfahrungen damit gemacht.

    • René sagt:

      @astrid: mit allem einverstanden, was sie sagen/schreiben, ABER – dazu braucht es keinen Bildungsplan, der die Kitas in der ganzen Schweiz gleichschaltet. In den meisten Kitas kommen die wissbegierigen Kinder sehr wohl auf ihre Kosten und können lernen, was immer sie gerade interessiert.

      • Patrick Keller sagt:

        Tja, das möchte ich doch eher bezweifeln. Aus eigener Erfahrung und mit Blick auf die unten stehende Studie
        http://www.tagesanzeiger.ch/leben/gesellschaft/Krippen-sind-nicht-so-gut-wie-sie-sein-koennten/story/28602190, deren Methodik durchaus kritisierbar ist, kann ich nicht bestätigen, dass Kinder in „herkömmlichen“ Kitas aktiv lernen dürfen, wenn sie denn wollen. Wie so oft im Bildungswesen entspringt aussergewöhnliche Qualität aussergewöhnlich gutem Personal – vor allem auf der Stufe der Kita-Leitungen. Viele Kitas in der CH sind immer noch in erster Linie Kinderhorte…

      • René sagt:

        @Patrick: die Studie ist methodisch in der Tat zweifelhaft und ich glaube – kann es natürlich nicht beweisen oder mit daten belegen – trotzdem, dass in den allermeisten Kitas gute bis sehr gute Arbeit geleistet wird.

  • astrid sagt:

    1/ Wir leben in Katalunien, Spanien; meine Kinder, einer sechzehn Monate, der andere vier Jahre alt, gehen beide in die Krippe, seit sie acht Monate alt sind (mit nur einem Einkommen lebt es sich ziemlich schlecht in Spanien). Schon ab diesem Alter gibt es in den Kitas einen „Bildungsplan“, der selbstverständlich abgestimmt ist auf das Alter; es wird experimentiert, gezeigt, erklärt, gebastelt – und viel gespielt. Alles ohne Leistungsdruck. Mein vierjähriger kann in vier Sprachen zählen und beginnt schon, zu schreiben. Setzt ihn das unter Druck? Nein, er findet das klasse!

  • René sagt:

    Die Frage ist eigentlich, ob es sinnvoll und wünschenswert ist, dass alle KiTas nach den gleichen pädagogischen Grundsätzen arbeiten. Montessori und Infans wurden bereits erwähnt, es gibt weitere… wichtig ist doch einfach, dass jede Kita ein pädagogisches Konzept hat und danach lebt – dazu braucht es keinen schweizweiten Bildungsplan. Die Vielfalt ist ja auch für die Kunden, ähm, die Eltern ein Gewinn, da sie aus dem Angebot wählen können

  • max sagt:

    Und was bleibt am Schluss übrig:
    Eine Mutter, die keine Erfahrung im Umgang mit ihren Kindern sammelt, die nicht weiss, wie sie einem Kind zum Beispiel korrektes Verhalten im Strassenverkehr beibringt, die keine Ahnung hat, ob ihr Kind sich bewusst, aufmerksam vor fremden Gefahren zu schützen weiss. Dafür macht sie ordentlich ihre Berufsarbeit, verpasst keine „Chancen“, hat ihr schönes Leben super im Griff und delegiert die Verantwortung für alles wesentliche in ihrem Leben.

    Irgendwann hockt dann der Goof mit ein paar Teenagern in einen Audi R6 und die Mutter weint bittere Tränen und kann sich so gar nicht vorstellen, wie ihrem lieben Meiteli so etwas passieren konnte.

    http://www.blick.ch/news/schweiz/zuerich/16-jaehrige-stirbt-unter-europabruecke-id1822051.html

    • plop sagt:

      Was reden sie da von MÜTTERN?! Wenn schon plattes hintippen, dann immerhin bitte ganz allgemein bleiben… ELTERN heisst das…

      • max sagt:

        @plop, habe ich etwas nicht richtig mitbekommen? Heisst der Elter von diesem Blogeintrag etwa Johnny Koster? Richtig, das ist ja kein momblog sondern ein Elterblog.

      • plop sagt:

        Ach, sie haben das sogar persönlich an die Autorin gerichtet… Na dann!
        Und sie scheinen ja auch von männlichem Geschlecht zu sein, also passen Sie auf mit spitzfindigkeiten. Aber egal – sollte man nicht richtigerweise „das Elter“ sagen?

      • Pixel sagt:

        max, ich hoffe Sie haben einen älteren Jahrgang. Nur so ließe sich ihre verbiederte Ansicht entschuldigen.

      • max sagt:

        @Pixel
        @adlerauge

        Was genau finden Sie „verbiedert“ an meinen Ansichten oder Gesinnung von „Hinterwäldlern“? Dass wir persönlich für unser Schicksal verantwortlich sind und für die Erziehung unserer Kinder? Dass man solches weder an besserwissende Profi noch an die Planwirtschaft der Linken abtreten kann?

        Was genau macht eine 16-jährige die ganze Nacht über ohne Begleitung von Erwachsenen in der Stadt Zürich? Wo sind ihre Eltern? In welchem Alter haben diese Eltern aufgehört, persönlich verantwortlich zu sein?

        http://www.blick.ch/news/schweiz/zuerich/alessia-16-stirbt-in-450-ps-audi-id1822649.html

      • adlerauge sagt:

        max, da stelle ich gerne eine gegenthese auf. eine, wofür ich genauso wenige beweise habe, wie du für deine insinuationen.

        das liebe meitli ist in einer gesellschaft aufgewachsen, wo macho-gehabe, in welcher form auch immer, an der tagesordnung und zumindest toleriert ist. wo ein minderjähriger, der ohne führerschein unterwegs ist nicht als volldepp gilt, sondern ganz im sinn individuellen motorisierten freiheit (nach wie vor auch nicht hinterfragt) als „geile giel“ angehimmelt wird.

        na, merkst du was?

    • René sagt:

      das ärgerliche an allen KiTa-Diskussionen ist immer dieses Schwarz-Weiss-Denken: vielleicht sind die Kids ja „nur“ zwei Tage in der KiTa und die restlichen fünf Tage sind Mama, Papa oder beide da. Ausserdem bietet sich der Weg zur Kita und zurück ja für die Früh-Verkehrserziehung an, oder?

      • max sagt:

        @René

        Weg zur Kita als „Frühverkehrserziehung“? Welchen Verkehr bevorzugen Sie für diesen Masterplan, lieber den R5 oder den T6? Oder einfach festgezurrt im Kindswagen? Ich habe noch nie ein Kind in eine Kita zu Fuss gehen gesehen.

      • Sportpapi sagt:

        @Max: Das beobachten Sie? Wirklich?

      • René sagt:

        @max: sobald sie gehen konnten, haben unsere 3 kids den weg zur kita *immer* mindestens teilweise zu fuss absolviert. mir ist schon klar, dass nicht alle familien so privilegiert sind, dass sie in gehdistanz zur Kita wohnen, aber man kann sicher fast überall ein paar meter zu fuss einbauen.

    • adlerauge sagt:

      ach die welt ist ja so schöne einfach, max. warum gründest du nicht mit ein paar gleichgesinnten hinterwäldlern einen freistaat wo ihr eure gesinnung so schön ausleben könnt? kannst gerne auch noch ein paar andere fortschritts- und realitätsverweigerer mitnehmen.

      • Katharina sagt:

        …. adlerauge, eine treffende Umschreibung der Schweiz. ein zurückgebliebenes sozialistisches Biotop dass senilen Karl Marx Romanzen nach schwärmt.

      • Kurt sagt:

        „Adlerauge“ ? Mit einem solchen ausgerüstet würden SIE erkennen, dass „gleichgesinnte, fortschrittsverweigernde Hinterwäldler“
        1. Ein Recht auf Meinungsäusserung haben ohne sich von IHNEN anpöbeln lassen zu müssen. –
        2. Vielleicht in ihrem Leben schon etwas für die Gesellschaft nützliches geleistet haben, z.B. bei der Schaffung mancher der Komforteinrichtungen deren sich „Adlerauge“ bedient (meistens ohne eine Ahnung zu haben, was sich da abspielt), wie bei Fernsehen, Flug- und Boden-Transport, Medizinalversorgung, Energieversorgung, Computersystemen und natürlich Adlerauges
        i-phone.

      • Sportpapi sagt:

        Was ist eigentlich das Gegenteil von Hinterwäldlern?

      • Gabi sagt:

        Förderbushler?

        😀

      • Sportpapi sagt:

        Und das Gegenteil von „zurückgeblieben“? Vorauseilend?

      • adlerauge sagt:

        @kurt: 1. wer austeilt, muss auch einstecken können.
        2. das mag so sein, dies auf die kritisierten kreise zu beschränken würde ich allerdings als fehlschluss bezeichnen. woraus sie schliessen, dass ich ein iphone-besitzer wäre, kann ich jetzt grad nicht so ganz nachvollziehen. evtl. können sie mir da etwas auf die sprünge helfen.

    • Ups sagt:

      Wie peinlich, Ihr Kommentar mit einem Link auf einen aktuellen Todesfall zu garnieren. Und wenn die Tochter schon 24 wäre, würde die Mutter und der Vater nicht weinen?

  • Nadia sagt:

    Bin selber Mama und ich gebe mir die grösste Mühe meine Tochter so viel Kindheit Ihr zu geben wie es nur geht. Man wird ja so schnell Erwachsen und man bleibt es so lange, dass man die kurze Zeit einfach geniessen soll…keine Sorgen, keine grossen Aufgaben, keine grossen Verantwortungen. Einfach nur leben. In der Schweiz gibt es einfach am falschen Ort zu viele Regeln. Geniesst das Leben… denn er ist sowieso viel zu schnell vorbei.

  • Patrick Keller sagt:

    Denjenigen, die einem Bauchgefühl-Reflex folgend sogleich auf Ablehnung schalten, weil sie irgendwie befürchten, den Kindern würden Bildung ungewollt aufgedrängt, empfehle ich tatsächlich einen Besuch in einer ähnlich funktionierenden Kita, z.B. in einem Montessori-Kinderhaus. Das ganz simple Prinzip, was es zu begeifen gilt, ist dass Kindern Bildung stets nur ANGEBOTEN wird, etwas zu lernen, d.h. dass ein Kind, das Lust auf lernen verspürt, auch lernen darf und kann, allerdings nie lernen MUSS.
    Das ist der absolut zentrale Punkt, der den Gegnern den Wind aus den Segeln nehmen müsste.

  • max sagt:

    Wer’s bezahlt ist blöd, wer’s glaubt wird selig.

    Solches Blendwerk geht solange weiter, wie wir Schweizer Steuerzahler uns das leisten. Die eine Mode kommt, die andere geht und immer haben die Zeitungen etwas zum Schreiben.

  • Gabi sagt:

    Worüber ich im Text stolperte war dies hier:

    „Vor allem deshalb, weil keiner so genau weiss, was sich hinter dem Wort Bildungsplan versteckt. “

    Nicht, dass das falsch wäre. Aber es kann genau so wenig genau definiert werden, was es wohl heisst „«die Kinder auch einmal Kind sein lassen»“

    Mir kommt da das berühmte Experiment des Königs (welcher war´s eigentlich? – Glaub ein von Forschergeist durchdrungener Deutscher) in den Sinn, der rausfinden wollte, ob Kinder eine eigene Sprache entwickeln würden, wenn man sie als Grüppchen isoliert und nur von stummen Ammen aufziehen lässt.

    Ging schief

    • plop sagt:

      Das Wort „Bildungsplan“ im Zusammenhang mit Kitas find auch ich nicht ganz glücklich. Man umschreibt Spielvorgänge mit dieser pädagogischen Sprache, für die Kinder ists schlussendlich „nur“ Spiel – also, denke ich, sind da einfach viele Worte um etwas rum, was schon richtig ist (eben nicht nur Quadratmeter zu definieren, sondern auch garantieren, dass es eine Bastelschere hat (z.B…)) aber halt grad ganz falsch verstanden wird.

    • max sagt:

      @Gabi

      Das war Friedrich der II.
      http://de.wikipedia.org/wiki/Friedrich_II._(HRR)#Friedrich_II._und_die_Naturwissenschaften

      Die Beschreibung des Experimentes würde allerdings den Gegnern dieser Frühförderianerinnen Auftrieb verleihen: Die Kinder starben nicht wegen mangelnder Förderung sondern wegen mangelnder Zuwendung. Allerdings fehlt es in diesem Experiment fast an allem: Zufällige Auswahl der Stichprobe, Unabhängigkeit der Stichprobe, unabhängige Replikate der Behandlung.

      Im weiteren wissen wir nichts über die Einhaltung des Versuchsprotokolls. Vielleicht sind die Kinder schlicht verhungert, nämlich wenn die Ammen die Nahrung gestohlen haben oder sich anderweitig nicht an die Abmachungen hielten.

      • Gabi sagt:

        Stimmt natürlich.

        Man verzeihe mir also den Umweg über den ollen Friedrich und frage sich schlicht: Wann lassen denn wir schon „die Kinder einfach nur Kinder sein“?

        Selbst die Aufforderung „sei doch einfach mal Kind“ ist ja schon wieder eine Erwartungshaltung.

        Ich meine ja auch, mann kann´s mit der Frühförderung übertreiben. Doch viele Eltern in unserer Gesellschaft sollten sich auch mal nicht ständig ins Hemd machen, wie sie sich noch mehr zurück nehmen könnten (bzw. – eben – anderen die Verantwortung fürs Gedeihen übertragen), sonder sich bewusst und freudvoll ihres Einflusses bedienen

      • Sportpapi sagt:

        @Gabi: Eben. Eltern haben schon noch mehr zu tun, als „nur“ ihre Kinder zu begleiten. Denn es sind nicht „nicht unsere Kinder“, ganz im Gegenteil. Was auch Verantwortung bedeutet.

      • Gabi sagt:

        Richtig.

        Was meinst Du? Ist es ev. ein weiteres Zeichen meines Frauenhasses, dass ich versehentlich statt „man“ „mann“ geschrieben habe?

        😉

      • Sportpapi sagt:

        Vielleicht ein Stück persönliches Erleben? Wobei ich gerade überlege, ob es bezüglich Förderwahnsinn (im Guten wie im Schlechten) zwischen Mami und Papi eigentlich Unterschiede gibt.

  • Franz Oettli sagt:

    Also ich würde kein Kind schon vor der Schule mit Schulstoff behelligen. Zuerst müssen sie ja noch ganz andere Dinge lernen: Ordnung, Umgang mit anderen, Anstand, oder einfach mal herumtollen, Tiere beobachten, Baumhütten bauen, Bäche stauen und solche Dinge. Manchmal scheint mir, die Armen werden bereits von Geburt an verplant.

    • plop sagt:

      Die Kinder nehmen sich ja was sie wollen – mein Bruder zum Beispiel konnte vor dem Kindergarten schon lesen, meine Eltern haben aber immer sehr viel gearbeitet und ihm das nicht beigebracht (Kitas gabs da noch nicht eigentlich). Zudem glaube ich, dass Ordnung und Anstand in den Kitas je nachdem fast einfacher zu erlernen ist und das Ding mit den Baumhütten – das liegt leider auch an unserer Gesellschaft, welche so vieles verbietet, wer also kein eigener Garten mit Baum drin hat, hat nicht einfach so Zugang zu diesen Dingen…

  • plop sagt:

    Sehe ich auch so, Frau K – und an alle, die da nun finden „lasst die Kinder Kinder sein“: wenn ihr Euer Kind 100% Zuhause betreut, gebt ihr ihm im Normalfall ja auch Schere/Papier/Stifte/Klötze/Pfännchen/Bagger/Bäbis etc zum spielen, oder? Und so fördern auch Sie kognitive und wie die alle heissen Fähigkeiten…

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