Darf man Kinderzeichnungen hässlich finden?

Ein Papablog von Rinaldo Dieziger.

mamablog

Egal, wie die Zeichnungen aussehen, wir hängen sie auf: Ein junger, hoch konzentrierter Künstler. (Foto: Meesh)

Die eigene Wohnung bebildern ist eine Kunst. Anker, Mirò, Rembrandt, ein New-York-Poster von Ikea oder in ein Pferd von Rolf Knie? Hauptsache, es passt zur Einrichtung. Zum Modell Torino von Micasa, dem meistverkauften Sofa der Schweiz. Gefertigt aus unkomplizierten Mikrofasern in heiterem Hellblau.

Das Problem haben wir nicht mehr. Denn bei uns hängen neuerdings Kunstwerke, die zu allem und nichts passen. Frühe Skizzen aus einer expressionistischen Phase. Ohne Titel. Neocolor auf Recyclingpapier. Oder Werbegeschenk-Kugelschreiber auf Schuhkarton. Zum Glück nicht Öl auf Leinwand, das wäre wirklich eine Schweinerei.

Abstrakte Werke mit surrealistischen Motiven. Kurze und lange Striche in dadaistischer Linienführung. Oft Kreise. Und an mancher Stelle ist gut erkennbar, wo der Stift dem brutalen Handwerk des Meisters erlag. Postmoderne Performance-Kunstwerke. Wirr und hässlich. Schliesse man auf den Seelenzustand der Künstler; er würde zwischen postnatalem Trauma und manischer Schizophrenie schwanken.

Würde man einem Kapuzineräffchen zwei Gin Tonic und einen Bleistift in die Hand geben oder einen Eimer Farbe ausleeren und mit dem Helikopter drüberfliegen, das Resultat wäre das Gleiche. Das wusste schon Karl Valentin: «Wenn’s oana ko, isses koa Kunst. Wenn’s oana net ko, isses oa koa Kunst.»

Trotzdem haben wir die Dinger aufgehängt. Weil sie von unseren Gottikindern, Enkelkindern oder unseren eigenen kleinen Da Vincis stammen. Aber müssen wir sie deswegen auch «so herzig» oder «so süss» finden? Hängt unser Urteil davon ab, von wem etwas ist? Ist ja nicht nur bei den Zeichnungen so. Sondern auch bei den Kindern selbst. Es gibt hübsche Babys und weniger hübsche Babys. Kennen Sie Eltern, die ihre Kinder hässlich finden? Ist es eine Erfindung von Komikern wie Michael Mittermeyer, dass es AKs (Arschloch-Kinder) gibt?

Und wie gehen wir mit unserem Urteil um? Was sagen wir den Kleinen? Loben wir ihre schrecklichen Zeichnungen? Ihre kreuzfalsch geflöteten Weihnachtslieder? Wie pädagogisch wertvoll ist der Unterschied zwischen «Das hast du aber schön gesungen» und «Da hast du dir aber richtig viel Mühe gegeben»?

Meine Mama bunkert immer noch Kinderzeichnungen von mir und meinem Bruder. Und manchmal wünschte ich mir, es hätte damals schon iPhones gegeben, um unser Krippenspiel für immer in der iCloud zu verewigen. Es sind Perlen. Und so grauenvoll sie auch sein mögen, sie sind von uns.

rinaldoRinaldo Dieziger (36) ist Gründer und Geschäftsführer von Supertext, der ersten Textagentur im Internet. Er ist letztes Jahr Papa einer Tochter geworden und lebt mit seiner Familie in der Stadt Zürich.

82 Kommentare zu «Darf man Kinderzeichnungen hässlich finden?»

  • Andrea Mordasini, Bern sagt:

    Klar darf man Kinderzeichnungen hässlich finden, man muss dies nur den Kinder nicht gleich unter die Nase reiben. Ich halte es hier wie üblich bei Geschenken: „Einem geschenkten Gaul schaut man nicht ins Maul“ und bedanke mich für die Zeichnung. Ich bedanke mich nicht unbedingt fürs Gekritzel, dafür aber für die Geste – dass die Kinder sich die Zeit genommen und mir etwas gezeichnet haben. DAS finde ich toll und schön und das sage ich auch :). Aufbewahren/Aufhängen tue ich die Zeichnungen, nicht alle, aber immer gerecht (immer gleichviele der beiden Kinder). Und entsorgen übrigens auch ;).

  • reiff heidi sagt:

    Mein erstes Erfolgserlebnis in der Primarschule war die Wandtafel und die Kreiden, wir hatten auch von der Primelilehrerin die Gelegenheit, diese farbige Kreiden zu benutzen, hatte sicher nichts zu tun mit diesem kaukasischen Kreidekreis, ist glaub ich Esoterikquatsch.oder Physik. Ich bin kein Arschloch, ich hab eines, damit ich meinen Darm entleeren kann, als hilflose Kinder haben wir noch in die Windeln geschissen, ist einfach ein normaler Entwicklungsprozess, ich hab auch einiges gelernt am IAC Zürich, „Farbe, Malen und Gestalt“, mit dem Rebirthing kann ich trotzalledem nichts anfangen, das

  • Linus Luchs sagt:

    Der Titelfrage liegt ein Denkfehler zugrunde. Kinderzeichnungen sind keine Kunst. Es sind keine Werke, die ästhetischen Massstäben von Erwachsenen gerecht werden müssen. Beim Zeichnen und Malen üben Kinder den Umgang mit Farben und Formen, sie schulen ihre Wahrnehmung und Motorik. Was dabei herauskommt, ist Ausdruck ihrer Entwicklung. Wer das Kind, das den Farbstift schwingt, gern hat, freut sich über das Resultat. Da geht es um die Beziehung zum Kind, nicht um Kunstbetrachtung.

  • Fabian sagt:

    Eine Anmerkung, die ich mir als geborener Münchner nicht verbeissen kann: Das hat der gute Karl Valentin so sicher nie gesagt, denn dann hätte ihn in München keiner verstanden. Quelle hab ich zwar keine gefunden, aber das Zitat müsste heissen: „Wenn’s oana ko, is‘ koa Kunst. Wenn’s oana ned ko, is‘ erst recht koa Kunst“.
    Das gilt leider auch für Dialekte, deswegen bleib ich auch nach zwölf Jahren in Zürich immer noch lieber beim Bayrischen. Ganz im Sinne von Karl Valentin: „Kunst kommt von Können, nicht von Wollen. Sonst müsst es ja Wunst heissen.“

  • Eremit sagt:

    Ein guter Beitrag von Rinaldo Dieziger.

    „Hängt unser Urteil davon ab, von wem etwas ist?“ Leider ist dem so. Hatte genügend oft das zweifelhafte Vergnügen mit anzusehen wie zwei exakt das selbe tun und es dann nicht als das selbe wahrgenommen wurde. Willkommen in der Willkürgesellschaft.

    Mit „zwischen postnatalem Trauma und manischer Schizophrenie“ erkennt man was die armen kleinen Genies in unserer Gesellschaft durch machen.

    🙂

  • pixel sagt:

    Ich finde das hier einfach alles herrlich! Der Artikel (Danke, Rinaldo), die Postings, das Thema. Erfrischend! das macht einfach Laune.

  • Franz Oettli sagt:

    Nun als sie noch ganz klein waren, habe ich das unidentifizierbare Gekritzel nicht so toll gefunden. Es gab halt auch zuviel davon. Aber später dann hat es mir sehr viel Freude bereitet: Auch wenn technisch natürlich nicht perfekt, zeigen die Bilder unverfälscht, was das Kinderherz so bewegt. Authentizität. Leider nimmt mit zunehmendem Alter die Malfreude ab. Aber bekomme ich wieder Zeichnungen von meinen Enkeln.

  • Marcel Zufferey sagt:

    Solange man kleinen Kindern aufzeigt, wo dafür umgekehrt ihre Stärken liegen, kann man ihnen schon sagen, dass ihre Zeichnungen nicht gerade Meisterwerke sind. So geschehen bei uns zuhause, und es hat problemlos funktioniert. Wer Kinder ständig nur in den Himmel lobt- weil sie eben Kinder sind- und jedes noch so mickrige Strichmännchen für einen genialen, konstruktivistischen Wurf-, bzw. jede kunterbunte Zeichnung mit Fingerfarben auf der Wohnzimmerscheibe für ein expressionistisches Gemälde hält, wirkt auf Dauer nicht sehr überzeugend, denke ich. Ehrlichkeit wird da vielmehr geschätzt.

    • Franz Oettli sagt:

      Man muss ja auch nicht immer das Bild als solches loben oder kritisieren, ich rede ganz gerne einach über den Inhalt, die Geschichte, die das Kind erzählen will. Das finde ich meistens sogar spannender. Da muss dann am Schluss auch keine Qualifikation stehen zwangsläufig.

    • Marcel Bader sagt:

      Sie haben recht, Herr Oettli, ich wollte Sie mit meinem Kommentar auch gar nicht kompromittieren. Bei mir zuhause wurde jetzt zum Beispiel während Monaten genau das gleiche Motiv gezeichnet- ich meine, ich kenne das ja: Als Kind habe ich eine Zeit lang dasselbe gemacht: Autos und Zeppeline oder Zeppeline und Autos oder Autos und Zeppeline, dazwischen mal ein Bagger, dann wieder Zeppeline und Autos und so weiter und so fort… irgendwann einmal fällt es einem als Erwachsenem halt einfach schwer, darob in Begeisterungsstürme auszubrechen. Also hört man besser auf, jedes Mal gewinnend zu lächeln.

  • reiff heidi sagt:

    Die Welt ist bunt, meine Lieblingsfarbe ist lila, errinnert mich einfach an die Fliederbäume, der Duft dieser Blumen, leider wird alles nur noch künstlich hergestellt und gezüchtet, die idaelisiertengezüchteten Baccerarosen duften nach nichts…….., ist jetzt Klonen das Zauberwort, muh muh muh, die Kuh macht immernoch muh, die Katze miau und der Auerhahn hat auch einen eigenen Ton, kräht trotzdem auch in der CO2 Zone, die Mutter Natur ist zäh……

  • Katharina sagt:

    Mich wundert eigentlich nur, wie eine Kinderzeichnung von Burt Reynold’s Urwaldbild herauskommen würde.

    ‚Darf“ so was gezeichnet werden?

    • marie sagt:

      😆 ich sehe da ganz viel wirres wollenes rausragende antennen…. 😯 es darf sowas gezeichnet werden, ich würde es definitiv an die wand pappen.

  • Hans Mustermann sagt:

    Was macht ein Kind in einem amerikanischen Egoexpander?
    Hab immer gemeint, das ist nur was für ü50??

  • Pascal Sutter sagt:

    Die Kleine hat letzte Woche meine Rennsitze im Mustang mit Kugelschreiber bearbeitet. Ich muss jetzt noch schwer schnaufen…

    • marie sagt:

      aber vorher fötele fürs album, in 25 jahren werden sie und ihre tochter darüber lachen.
      aber jetzt dürfen sie noch ein wenig schnaufen… 🙂

    • Pascal Sutter sagt:

      Jesses! Meine Nerven flattern… ich habe ihr nun einen kleinen Mustang gekauft.

      • marie sagt:

        wotti gseh!!!! sollte steve mcqueen drin sitzen den können sie dann mir schenken 😀 ein gaaaanz kleiner mustang oder eher groberes geschütz? (kugelschreiber tauglich hoffentlich)

      • plop sagt:

        marie, ein schwarzer Hengst hat s Pasci dänk geschenkt…

      • marie sagt:

        ups sollte aufhören zu bloggen und plop tipp auf arte: the boxer mit daniel day lewis. klasse film, so hole mir noch ein bier und dann feierabend mit dany (läck het dä schöni grüeni ouge!!!!!) 😉

        viel spass der kleinen p sutter!

    • pixel sagt:

      LOL! Musste diese Aussage sofort meinem Partner zeigen. Sein Kommentar: na ich hoffe, er (unser Sohn), macht das nicht beim 911er. Unser Mitgefühl!

  • chupa sagt:

    super gschriebe 🙂

  • reiff heidi sagt:

    Hab etwas Mühe mit Aussagen , die Kinder tanzen den Eltern auf der Nase rum, Kinder brauchen Begleitung, Schritt für Schritt, geht auch ohne Prügel, Kopfnüsse etc. etc. – Kinder sind einfach neugierig und probieren Grenzen aus, gehört doch zum Entwicklungsprozess. Als ich mal meine Enkelinnen hütete weil ihre Eltern berufstätig engagiert waren, kamen wir auf das Thema Träume einfach so, beim Abschied hat mir meine Enkelin ein Buch mitgegeben – das Traumfresserchen ein Buch von Michael Ende…

  • Lovey sagt:

    Man darf … aber man sollte es nicht so sagen! Im Kindergarten und in der Schule setzt man dazu auf wertfreie Kommunikation: Man beschreibt, was man sieht (Ich sehe, dass du ganz viele Kringel gemalt hast. Rot und blau hast du genommen … Hättest du auch eine andere Farbe nehmen können? Ich sehe, dass du über eine Stunde daran gearbeitet hast … etc.) Aussagen wie gefällt mir, gefällt mir nicht, schön / hässlich werden vermieden. Als Elter würde ich auch einen Platz in der Wohnung als Galerie bestimmen und das Kind fragen, was es hier ausstellen will. Wenn was Neues kommt, muss was Altes weg …

  • Auguste sagt:

    hmm…, ihr kind könnte künstlerisch hochbegabt sein, wenn…

    himmel und erde nicht nur zwei ein centimeter breite streifen in blau und grün sind
    das kamin nicht im 45° winkel, sondern senkrecht gen himmel steht
    blumen nicht höher als der kirchturm sind
    die sonne nicht nur ein stralender viertelkreis oben in der bildecke ist
    die räder des roten autos nicht mehr als ein centimeter über der strasse rollen
    ihr sohn, genau wie melanie-kim, nicht einmal über die vorgegebenen ränder im malbuch hinaus malt
    das gesicht mit der zungenspitze draussen im mundwinkel völlig entspannt zu werke geht

    • plop sagt:

      hmmm… Auguste, sie verwechseln da künstlerisch hochbegabt mit technisch hochbegabt! Denn: das Kind fühlt es ja vielleicht so, dass Himmel und Erde nur Streifen sind! Und hat nicht dieses Bedürfnis, alles ganz „richtig“ darzustellen! Tja… Das Kind das Sie umschreiben wird allerhöchstens Hochbauzeichner und sicher nicht Architekt, haha…

  • reiff heidi sagt:

    Ich freue mich nach wie vor an den Bildern und Zeichnungen meiner Enkelinnen, die sie mir schenken, da wird nichts entsorgt, die klebe ich an meinen Zimmertüren auf, Postkarten,die sie mir aus den Ferien schicken, letztes Jahr ging ich an die Kinderfasnacht mit meiner jüngeren Enkelin, sie war als Baslerstab verkleidet, alles selbst kreeirt, einfach mit ihrer Mutter alle kreativ, finde gut, dass Kindern erlaubt wird, mal NEIN zu sagen, am Geburi werde ich immer reich beschenkt mit schönen Ueberraschungen, ich habe meine Kinder antiautoritär sozialisiert, ich hasse Gewalt. Punkt.

  • Dani R. sagt:

    Was für eine Diskussion: Können Kinder die Designerwohnung stören ? Vielleicht gibt es doch noch etwas sinnstifterendes als die perfekte Wohnung. Denn sobald man Kinder hat, zeigt sich dies nicht nur durch aufgehängte Zeichnungen, sondern durch weitere Untensilien des täglichen Spiels.

  • Herbert Berger sagt:

    Die Frage ist nicht, ob man Kinderzeichnungen hässlich finden darf oder nicht (ganz klar: JA!!!), sondern ob man das den Kindern auch sagen soll. Auf der anderen Seite sollte man die Kinder auch nicht für jeden Chribbel in den Himmel loben.

  • Sigi sagt:

    „Rien n`est beau que le vrai ; le vrai seul est aimable.“

    Boileau

  • Francesca sagt:

    Ich hab’s nicht ausgehalten, in den Resultaten der Bastelwut von Kindergärtnerinnen und Lehrerinnen zu leben. Irgendwann habe ich ein Regal freigeräumt und eine Wand, und habe gesagt, dass (nur) da diese Sachen hinkommen sollen und dass die Kinder sagen sollen, was sie ausstellen und aufhängen wollen. Das hat geklappt, es wurde immer wieder gewechselt und hatte es zuviel, haben wir gemeinsam entschieden,was in den Müll kommt. Heute hat jedes Kind noch einen Karton, in dem seine Lieblingswerke sind, und ausser einzelnen, tollen Werken aus späteren Jahren hängt und steht nichts mehr rum.

  • Pippi Langstrumpf sagt:

    Was heisst ’schön‘ im Bezug auf Kinderzeichnungen? Mir ging es so, dass ich jeweils sofort sah, welche Zeichnung von meinem Jüngsten war, oder welcher Kleiderbügel von ihm bemalt, wenn ich den Schulbasar besuchte. Er hatte so eine bestimmte Art, ‚Gesichtchen‘ zu zeichnen, den Ausdruck, die Augen, einfach unverwechselbar. Das hat mich immer gerührt, tut es heute noch. Wenn ich das Kleid vom Bügel nehme, den er bemalt hat als ‚Clönli‘, der Ausdruck des ‚Clönligesichts‘ ist so typisch, dann rührt mich das immer noch, so jung und schon so voll Charakter. Das ist es, was mich an Kindern fasziniert.

  • E.H.Roth sagt:

    hm, ich bin der Typ der die Kleinen Menschen immer nur ein Lob zugesprochen hatte. Egal ob die Perspektive und grösse zwischen Baum Haus und Personen inkl. Sonne auf den Zeichnungen in keinen Verhältnis zueinander standen. Ich freute mich viel mehr über den Moment das das an mich gedacht wurde. Meine Antwort in etwa: „Oh, ist das für mich? Sooooo schön, und das hast Du für mich gezeichnet? “ Persönlich passt mir diese Variante besser als noch zu meiner Zeit als Kind. Mein Vater pflegte zu fragen, was das ist, kritisierte kurz und warf die Zeichnung in den Rundordner zur Stärkung meiner selbst.

  • Barbara sagt:

    Eine Kindergärtnerin hat zu einem Kind gesagt: was schaffsch grad? (das Kind war am irgendwas machen) Ich habe dann gefragt, warum sie nicht fragt: was tust Du gerade? Sie sagte: Wenn Kinder etwas zeichnen, basteln etc. arbeiten sie und erschaffen etwas. Das habe ich mir zu Herzen genommen und habe entsprechend wenn wir zu Hause gebastelt oder gezeichnet haben, sowohl meine wie auch die Werke rmeiner Tochter unterteilt in: da habe ich (hast Du) geschludert, unsauber gearbeitet oder: da hast Du so hart gearbeitet und wirkt nun doch nicht wie gewünscht. Oder: das ist wirklich gelungen und schön

  • Erich sagt:

    Hihi, guter Text, so isses doch. Diplomatisches Herumgedrücke und dann hängen wir’s trotzdem auf und gewöhnen uns und die Besucher daran. Wohl oder übel.

    Nein, wenn’s mir nicht gefällt, dann sag ich das. Aber ich sag auch, dass meine Meinung nicht das Absolute sei. Mir würde halt eine andere Farbwahl besser gefallen. Worauf mir prompt ein blaues Bild fürs Büro gezeichnet wird. Passt. Bis wir’s entsorgen wollen…

  • Beno sagt:

    Kunst steht in unserem Haushalt hoch im Kurs; meine Kinder zeichnen viel und machen Formen in Ton, lieben aber ebenso Computerspiele. Mit Inhalten und Geschichten anregen funktioniert meiner Meinung nach am besten. Das Resultat ist zweitrangig, muss aber nicht unbedingt einfach nur „toollllhh „…gefunden werden. Gerade bei älteren Kindern….dann kommt schnell mal Bequemlichkeit .

  • Pascal Sutter sagt:

    Ach, die Muse! Kanns kaum erwarten wenn ein Schlagzeug gewünscht wird…

    • Martin Frey sagt:

      Schlagzeug – das habe ich erlebt. Zuerst auf Ovomaltinenbüchsen usw., dann mit fünf auf einem gemieteten Kinderschlagzeug, zwecks Ernsthaftigkeitsprüfung;-), weiter als lernbegieriger Trommler (zu jung für die Musikschule), dann x Jahre eben Musikschule, heute als immer noch spielender Student: es war und ist wundervoll, vor allem das „freie Improvisieren“ zu Beginn. Bilder kann man aufhänge, Klänge leider nicht;-).

    • Erich sagt:

      Vielleicht ist nach dem Geflöte ein Schlagzeug die Erlösung 🙂

    • marie sagt:

      und wenn es querflöte ist?

  • An einem Tag wie heute bin ich nur froh, dass es meinen Kindern gut geht. Die Alternative wäre undenkbar.

  • Salome sagt:

    Klar darf man eine Kinderzeichnung auch mal hässlich finden! Aber man sagt dem Kind dann nicht unbedingt „Wäh, was für eine Sauerei, schäm Dich!“, dann malt es nämlich nie mehr etwas. Ein schlichtes, diplomatisches „Danke für Dein Bild!“ genügt. Ein Lobgesang auf alles ist nämlich auch nicht nötig, dem Kind reicht es schon, dass man sein „Werk“ wohlwollend zur Kenntnis nimmt. Wenn es dann etwas gemacht hat, das einem spontan gefällt, ist ein Lob natürlich auch nie falsch!

  • Nala sagt:

    Schön finden muss man solche Bilder nicht. Es dem Kind gleich so mitteilen auch nicht. Was würde das bringen? Das Kind wär höchstens entmutigt weiter zu malen. Das kommt in der Schule noch früh genug, dass sie entmutigt werden und ihre Werke mit Noten beurteilt. Als ob man Kunst benoten sollte.
    Hässliche Zeichnungen hab ich nie gelobt. Hässlich bleibt hässlich. Wenn mir ein Bild gefiel hab ich das auch so gesagt. Viele Bilder hingen dann einfach ein paar Tage. Noch besser war es wenn sie all die DInge verschenkt haben 😉

  • Gogol sagt:

    A propos Perlen: Ein Blick in die faszinierende 28’000 (!) Kinderzeichnungen umfassende Datenbank von early pictures lässt einen den Grund für die Faszination der Kunstszene für „abstrakte Kunst“ erahnen (http://www.early-pictures.ch/de/publications.html)

    • ng sagt:

      Die Idee find ich echt schön, anhand von Kinderzeichnungen deren Entwicklungsprozess (auch künstlerisch) zu verfolgen. Leider find ich die von Ihnen angegebene Website KATASTROPHAL aufgebaut, sehr unübersichtlich. Ich brauchte über 20 Klicks (hin und her und rauf und runter) bis ich das erste Bild fand und konnte dort nicht mal auf „nächstes“ klicken sondern musste von hand eine neue Seitennummer angeben… Schade, so macht Bilder gucken keinen Spass.

  • Stella sagt:

    Es gibt Bilder von bekannten Malern,bei denen alle ah und oh stöhnen, mir aber beim besten Willen nicht gefallen. Bei den Kinderzeichnungen ist es wie bei einem Geschenk, man freut sich einfach darüber. Irgendwie ist man doch auch stolz darauf, wenn man sieht, was das Kind für Fortschritte macht.Natürlich kommentiere ich die Bilder umd nur die Schönsten werden aufgehängt:) das wissen meine Kids aber auch.

  • Bitta sagt:

    mein knapp 3jähriger zeichnet Oktopusse. Sie sind kaum zu erkennen, ein grosser Kreis mit zwei Augen und 8 krakeligen Tentakeln, aber ich hänge die Zeichnungen auf, denn sie sind von meinem Kind, seine ersten Schritte. Egal, ob sie schön sind oder nicht. Übrigens gehöre ich zur Fraktion der Mütter, die ihre Kinder zwar bezaubernd, aber sicher nicht für extrem hübsch hält. Müssen sie auch nicht sein, es gibt beileibe Wichtigeres als das Aussehen.

  • alam sagt:

    Man muss Kinderzeichnungen nicht bewerten! Eben gerade nicht! Wenn ich eine Zeichnung geschenkt bekomme, sage ich danke, frage vielleicht noch was es darstellen soll, falls man es nicht sieht. Ob ich es aufhängen will, entscheide ich. Was ich nicht aufhänge, kommt in eine extra dafür angelegte Mappe.

  • SomeintPhia sagt:

    Kreativität auszuleben gehört zum Lernprozess der Kinder. Dass diese Kunstwerke nicht direkt dem eigenen Gusto entsprechen, muss man den Kleinen wirklich nicht auf die Nase binden. Das stellen sie dann früh genug noch fest.

  • Lena Lehmann sagt:

    Das erinnert mich an eine Szene die ich in der Schule erlebt habe – beim Basteln von Muttertagsgeschenken.
    Lehrerin: „Das kannst du bestimmt noch schöner bemalen.“ Schülerin (2.Kl): „Ach wüssed sie em Mami gfallts sowieso.“ Lehrerin: „Das glaub ich dir gerne, aber dein Mami freut sich bestimmt noch viel mehr wenn du dir richtig mühe gibst. Schülerin – malt weiter.

  • Tomas sagt:

    In der Kunst ist der Name des Künstlers die halbe Miete – mindestens.

    • Nala sagt:

      Genau. Hat Picasso drei Striche auf eine Mauer gemalt ist es Kunst. Mal ich drei Striche auf eine Mauer ist es Vandalismus. Die Welt ist ungerecht.

      • marie sagt:

        na ja nala, tomas hat nicht ganz unrecht, denn wenn ich mich umschaue wieviele sich als kunstprodukte selbstinzenieren und zum grössten teil auch noch sinnentleerte produkte sind, aber millionen damit verdienen, hat er einfach nicht ganz unrecht. 😉 stichwort: paris hilton.

      • Nala sagt:

        Aeh Marie, ich hab Tomas doch zugestimmt *grübel*. Nur weil einer Picasso oder Paris Hilton heisst, ist das doch nicht gleich Millionen wert *pff*

      • marie sagt:

        sehe ich auch so nala, aber das ist eben das ungerechte – so gut wie paris sehen wir beide alleweil aus und wie picasso malen wir seit wir ca. 2 jahre alt sind, oder? 😆

      • Radagast sagt:

        picasso und paris hilton im selben topf..?

        (und der mit den strichen auf der mauer, das ist der naegeli…)

      • marie sagt:

        …nein das bin ich, oder nala. who knows? 😉

      • Tomas sagt:

        Ich finde einiges von Picasso sehr schön, manches schlicht genial.
        Zum Beispiel seine erotischen Zeichnungen, google hilft.

    • Dominik sagt:

      Jeder findet wohl irgendwo einen Idioten, der einem noch etwas für ein selbst gemaltes Bild zahlt. Und wenn’s nur aus Mitleid ist. Mal ehrlich, wer findet irgendwas von Picasso schön? Nicht interessant, weil bla, bla bla, sondern SCHÖN !!!

      • marie sagt:

        kunst hat nicht zwingend mit „schön“ zu tun… und picasso ist ua durchaus wegweisen, interessant und vielseitig, va kunsthistorisch.

  • Gabi sagt:

    Ich sag da einfach klipp und klar: Entweder, Du hörst jetzt subito auf so hässliches Zeug zu malen, oder ich nehme Dir die Stifte weg. – Das wirkt sofort und das Kind freut sich ja dann auch, wenn´s hübscher malt….

    Im Ernst jetzt: Hässlich finden darf man´s natürlich. Warum auch nicht? Und kommt sowieso kaum je vor. Aber deshalb muss man das der oder dem Kleinen ja nicht unter die Nase reiben und kann dennoch Freude am Gelungenen zeigen.

    Und ein paar technische oder zeichnerische Tipps kann man ja wohl (ausser das Kind ist sowieso schon begabter wie man selbst) jederzeit mit geben.

    • Monsieur de Hummel sagt:

      „Ich sag da einfach klipp und klar: Entweder, Du hörst jetzt subito auf so hässliches Zeug zu malen, oder ich nehme Dir die Stifte weg.“

      Haha, genial. Ich sehe durchaus Chancen, dass ich das wirklich mal sage. Wenn nicht bei den eigenen Kindern, dann bei denen der Kollegen. Ich stelle mir gerade die verdutzten Augen der kleinen „Künstler“ nach einer solchen Ansage vor. 😉

  • Bionic Hobbit sagt:

    Also ich sehe da kein Problem. Die meisten Kinder malen so viel, das meiste kommt weg, aber ab und zu ist da ein Stück drin, das besonders ist, schöner, anders, wieauchimmer, und man behält es auf. Hängt es auf. Gefällt den Kindern besser als jede teure Kinderkunst im Kinderzimmer. Es muss ja nicht gerade über die Couch im Wohnzimmer. Das Büro eignet sich gut. Auch das Verschenken an andere ist kein Problem. Die Kinder freuts, wenn sie was haben, das sie verschenken können. Wem’s nicht gefällt, darf es gerne entsorgen. Aus den Augen, aus dem Sinn in dem Alter.

  • Ich plädiere dafür, den 3jährigen Buntstifte (und Papier, der weissen Wände wegen) und kein iPad zu schenken.

  • Regula sagt:

    Ich plädiere dafür, den 3jährigen Buntstifte (und Papier, der weissen Wände wegen) und kein iPad zu schenken. Selbstgemacht ist eine sehr bereicherndste Erfahrung im Leben aller Menschen.

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