Unsere Kinder sind nicht gestört

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Trotzen kostet das Kind sehr viel Energie und muss daher eine wichtige Funktion erfüllen: Trotzanfall.

Man findet sie heute in fast jeder Familienwohnung und mancher von Ihnen hat vielleicht gerade ein Exemplar zu Weihnachten geschenkt bekommen: einen Erziehungsratgeber. Die Buchhandlungen sind voll mit den auf Eltern ausgerichteten Fachbüchern, für jedes Kinder-Problem gibt es eine in Buchform präsentierte Lösung. In diesen Regalen steht seit Kurzem auch «Menschenkinder – Plädoyer für eine artgerechte Erziehung», das neue Werk des deutschen Kinderarztes und Autors Herbert Renz-Polster. Doch im Gegensatz zu den meisten anderen Autoren will uns Renz-Polster eben keine neue, alleinseligmachende Erziehungstheorie aufschwatzen, sondern erklärt vielmehr die bereits kursierenden Ansätze als grösstenteils absurd.

«Hierzulande breitet sich ein neuer Sport aus – nämlich danach zu suchen, was die Natur bei der Grundausstattung der Kleinen wohl vergessen haben könnte», schreibt der Autor. Jede neue Erziehungstheorie fusse auf Angst. Der Angst, als Eltern etwas zu vermasseln. Und deshalb verkaufen sich selbst umstrittene Ratgeber wie das Drill-Buch von Tiger-Mum Amy Chua so gut. Höchste Zeit, dem etwas entgegenzusetzen, ja einen neuen Massstab anzulegen, an dem sich alle Behauptungen über Kinder zu messen haben, fordert Renz-Polster. «Wenn wir den Kindern gerecht werden wollen, müssen wir ihre Geschichte kennen. Und ich spreche von ihrer evolutionären Geschichte.»

Wie sich Kinder verhalten und entwickeln, hängt laut dem Kinderarzt keineswegs nur mit ihrem direkten Umfeld zusammen. Vielmehr seien es über Generationen vererbte Prägungen, die dafür sorgen, dass ein Kind zum Beispiel mit zwei Jahren ins Trotzalter kommt oder als Dreijähriges plötzlich zum heiklen Esser wird. Klar, die kindliche Entwicklung sei für die Eltern nicht immer eitel Sonnenschein, «aber sie ist dennoch Grund zu Optimismus: Sie beruht auf einer Auswahl dessen, was funktioniert hat.»

Seine Aussage begründet Renz-Polster mit diversen Beispielen. So sei es etwa aus evolutionärer Sicht nur logisch, dass ein Baby ununterbrochen nach Nähe verlange. Schliesslich war Nähe zu Urzeiten, als wir Menschen als Jäger und Sammler lebten und noch keine geschützten Behausungen besassen, sein wichtigster Schutz. «Kinder, die ohne zu zögern alleine unter den viel besungenen Sternlein am Himmel eingeschlafen wären, wären in dieser Welt tote Babys gewesen.»

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Die Kleinen wollen nicht mehr Macht, sondern bloss mehr Selbständigkeit: Trotzender Junge. (Bild: A. Gilson)

Auch die Trotzanfälle, immer wieder Gegenstand von Erziehungsdiskussionen, nimmt der Autor unter die Lupe. Und fragt sich, wie man ernsthaft glauben könne, trotzende Kleinkinder hätten nichts Anderes im Sinn, als ihren Willen durchzusetzen und dadurch im Zuhause die Macht zu übernehmen. Kinder, die in der Vergangenheit ohne den Schutz der Eltern doch kaum ein paar Stunden überlebt hätten. «Aus evolutionärer Sicht ist diese Machtfrage dringend zu überdenken», so Renz-Polster. Schliesslich koste das Trotzen enorm viel Energie und lohne sich daher nur, wenn hinter dem Ganzen ein grosser Nutzen für die eigene Entwicklung stehe.

Seine Theorie: Während der ersten drei Lebensjahre sind die Kleinen Still- und Tragekinder. Dann aber steht in der Regel die Geburt des Geschwisterchens an und aus dem Kleinen wird von einem Tag auf den anderen das Grosse. Die bisherigen Schutz- und Lieblingsplätze bei Mama und Papa sind plötzlich von einem neuen Baby besetzt, das ältere Kind wird sozusagen aus dem Schoss der Mutter hinaus- und mitten in den Clan hineinkatapultiert. Es hat jetzt vermehrt andere Erwachsene, vor allem aber auch andere, verschieden alte Kinder um sich herum. Um sich in dieser Gruppe behaupten zu können, muss es einigermassen selbständig sein. Diese Fertigkeiten sollen natürlich vor dem grossen Sprung geübt werden. Und dies geschieht eben auch, indem das Kind «Nein!» zu sagen beginnt und Zornanfälle hat – zum Beispiel dann, wenn die Mutter dem Kleinkind wie gewohnt den Reissverschluss zumachen will. Es trotzt und brüllt also, weil es mehr selber machen, Fingerfertigkeiten entwickeln, seine Selbständigkeit trainieren will.

Natürlich gehe es auch oft nur ums Prinzip, also um das Neinsagen an sich, gesteht der Autor. Dennoch sollten Mutter und Vater dieses Verhalten nicht länger auf sich beziehen. «Die Revolution richtet sich nicht gegen die Eltern. Das ist eine Revolution für die eigenen Interessen – für die Interessen der eigenen Entwicklung.»

Liest man Renz-Polsters Argumentation, taucht unweigerlich die Frage auf, weshalb denn wir Eltern nicht ebenfalls über solche Prägungen verfügen sollten, einen Brutpflegeinstinkt sozusagen, dank dem wir sowieso nicht scheitern können? Der Autor antwortet, dass wir kein festes Erziehungsprogramm hätten, damit wir flexibel auf unsere Lebensumstände reagieren können – ein Vorteil also aus evolutionärer Sicht. Zudem verfügen wir zwar über eine gewisse Intuition, was den Umgang mit Kindern angeht. Allerdings fehlt uns heute die Übung, sprich: Da wir nicht mehr in Grossfamilien leben, lernen wir als Jugendliche den Umgang mit Babys nicht. Und der Stress, dem sich viele Jungeltern nach der Geburt ausgesetzt sehen, eben weil sie sich alleine gelassen fühlen, sei zudem ein «Intuitionskiller».

Also sind wir vielleicht doch auf all die Ratgeber angewiesen, wenn unsere Intuition durch die modernen Lebensbedingungen regelrecht abgemurkst wird? Solange die Bücher bloss mit Versagensängsten argumentieren und uns auch noch das letzte bisschen Instinkt absprechen: Nein, danke. Ordnen sie aber wie «Menschenkinder» das Verhalten des Kindes ein und zeigen uns Eltern dadurch auf, dass wir erstens gar nicht so viel falsch machen und zweitens auch unser Nachwuchs sich nicht unbedingt fehl- , sondern einfach nur normal verhält: Ja, unbedingt.

Es geht im Familienleben und der Erziehung darum, Kompromisse zu finden, die den Bedürfnissen beider Seiten – der Eltern wie der Kinder – gerecht werden. Und auf der Suche danach hilft es, sich ab und zu vor Augen zu führen, weshalb der Nachwuchs sich so verhält, wie er das eben in einem gewissen Alter überall auf der Welt seit Generationen tut. Kinder sind nicht von Natur aus gestört, wie uns die vielen Erziehungstheoretiker immer wieder weismachen wollen. Sie sind zuweilen anstrengend, sehr sogar, aber sie sind trotzdem nahezu perfekt, so wie sie sind. Oder eben genau dank ihres aus Erwachsenensicht oft mühsamen Verhaltens auf dem besten Weg dazu.

Oder sehen Sie das ganz anders?

199 Kommentare zu «Unsere Kinder sind nicht gestört»

  • helmarpon sagt:

    wir uns als intelligente Wesen ansehen. Das erstaunliche ist jedoch, dass es gerade die „weniger einfachen Jungtiere“ (inkl. Menschen!!!) sind, die mit ihrem Querdenken neue Wege zum Leben finden. Ein junger Wolfsrüde zum Beispiel muss, um überleben zu können, aus seiner wohlbehüteten Gruppe ausbrechen und ist gezwungen mit einer gewissen Intelligenz sich in einer neuen Gruppe zu integrieren. Tut er es nicht, steht ihm der Kampf mit dem Leitwolf bevor, der für eine Partei sogar tlödlich sein kann. Man überlege sich hier mal die Konsequenzen, wenn dieses „Trötzelen“ nicht geübt würde…

  • helmarpon sagt:

    E ist wohl wieder typisch für die Erwachsenenwelt, über so heikle Themen wie Erziehung und Evolution zu fachsimpeln und zu „streiten“ Entschuldigung, aber die meisten Kommentare entbieten einmal mehr jeglicher Vernunft, Logik oder jedem gesunden Menschenverstand.
    Jede gesunde und normale Frau hat einen Instinkt, der es ihr ermöglicht, ein Kind aufzuziehen. Man schaue sich doch einmal im Tierreich um: Auch hier gibt es Kätzchen, Hundchen oder sonstige Tierkinder, die sich nicht dem von den besorgten Eltern erwünschten Verhalten anpassen. Uns Menschen unterscheidet doch vom Tier lediglich, dass

  • Pippi Langstrumpf sagt:

    Die männliche Selbstüberschätzung der eigenen Anziehungskraft, wissenschaftlich ausgeleuchtet:

    http://www.tagesanzeiger.ch/leben/gesellschaft/Warum-sich-so-viele-Maenner-so-toll-finden/story/30885433

    Die Evolution ist schuld, wie praktisch…… also die Armen können nicht anders 😉 Jungs, ihr seid entschuldigt!

    • Sportpapi sagt:

      Die Forderungen an die Frauen, interessant aus aktuellem Anlass, möchten wir aber auch nicht überlesen: „Women should know the risks and “be as communicative and clear as possible.“

  • Sportpapi sagt:

    Ratgeber bieten Orientierung und Sicherheit. Wer darauf verzichten kann, ist entweder sehr selbstbewusst oder tollkühn. Oder beides. Damit meine ich nun nicht, dass man zwingend Dutzende Erziehungsbücher gelesen haben muss, um ein guter Vater oder eine gute Mutter zu sein. Aber eine erfahrene Person an der Seite ist sicher von Zeit zu Zeit hilfreich.

    • alpha pfeiffer sagt:

      ich habe nie einen ratgeber gelesen, werde dies auch in zukunft nicht machen. bei meiner ex bringt das eh nichts. da mach ich sogar das richtige falsch. aber item.
      ich habe meine bezugspersonen, befreundete familien und meine eigenen eltern die ich um ihre meinung fragen oder diskutieren kann. der dialog ist sicherlich der bessere weg als ein einseitig geschriebenes buch lesen.

  • Francesca sagt:

    Der Autor kann sich wohl nicht entscheiden. Entweder die Verhaltensweisen sind aus Jäger- und Sammlerzeiten, oder evolutionsbedingt. Bekanntlich ist es zwei, drei Tage her, dass wir jagten und sammelten. Tiere und Beeren, nicht Frauen und Bierdeckel, natürlich. Evolutionsbedingt hiesse aber: aus neuester Zeit. Auch Einzelkinder täubelen und trötzelen. Die Lösung? Ganz einfach: wir müssen die Kinder erziehen, zu überlebensfähigen Erwachsenen machen. Wir sind ihre Trainer, und sie mögen es nicht, wenn man sie rumkommandiert. Aber das müssen sie lernen. Nicht mehr, nicht weniger.

    • xyxyxy sagt:

      Ach Francesca sämtliches Verhalten von uns, hat rein gar nichts mit unserem Leben zu tun. Hat nichts mit unserer jetzigen Situation und unseren jetzigen Gesellschaftsformen zu tun. Auch nicht mit der jüngere Geschichte.
      Wer ein bisschen gebildet ist, erkennt dass alles, vom Trötzeln, bis zum Sexualverhalten aus der Jäger- und Sammlerzeit stammt. Damals haben wir uns evolutionär perfekt an die Jäger- und Sammlerwelt angepasst. Danach 10’000 jährige Sendepause. Das ist doch plausibel. Kein Wunder lassen sich damit Bücher verkaufen und Mamablog Autorinnen inspirieren….. ? …. ?

  • Katharina sagt:

    Evolutionstheorie – oder was der Autor darunter versteht ist das eine. Wie viel von unserem Verhalten angeboren ist (also konkret in der DNA codiert und gespeichert), ist bis heute ungeklärt. Einzig bei einigen psychischen Störungen ist nachgewiesen, dass eine genetische Disposition nachgewiesen ist. Wir sind aber noch weit davon entfernt, eine direkte Korrelation von Verhalten und Gensequenz machen zu können. in dem Sinn schon braucht er da ein buzzword. sonst nichts.

    Seine ganze Herleitung betreffend Trotz ist mir schleierhaft und widerspricht eigentlich anthropologischen Erkenntnissen.

    Von der Anthropologie her sollte es eigentlich klar sein, dass Menschen ursprünglich in Sippen zusammenlebten und das Kernfamilienmodell vergleichsweise neu ist – und wohl den vererbten Anlagen und Dispositionen menschlichen Verhaltens widerstrebend. – und auch der Methode der Sozialisierung (die Sippe oder Grossfamilie, Mehrgenerationenfamilie), auf die die vererbten kognitiven Anlagen ausgerichtet ist – zuwider läuft.

    Es zeigt sich dann auch, dass eben unsere Anlagen in dem Sinn auf einen überschaubaren Kreis von Menschen, mit denen wir zusammenleben, ausgerichtet sind, und nicht auf ein globalisiertes Dorf. Klar und krass erkennbar ist, wie weit unsere empathischen Fähigkeiten gehen, eben meist nur bis zur Grenze der Sippe.

    In dem Sinn würde ich auch sehr vorsichtig sein mit Sätzen wie „einfach nur normal verhält“. Ein Meme das mir bei dieser Autorin oft aufgefallen ist. Was ist ‚normal‘ und wo ist was normal? Ein Ratgeber, der in wertender weise dann verhalten in normal und nicht normal einteilt ist genauso abzulehnen wie einer der alles Verhalten als normal darstellt.

    Zum Einordnen konkreten Verhaltens haben Ratgeber, solange sie auf nachvollziehbaren pädagogischen und (entwicklungs-)psychologischen Fakten beruhen, sehr wohl eine Funktion.
    Es ist besser, gut und aus mehreren Quellen informiert zu sein, und damit aufgrund eines educated guess zu handeln, statt nur auf Intuition ohne Wissen. Educated guess bedeutet da auch, als Eltern das eigene Verhalten von aussen betrachten zu können. Gerade bei Trotz ist es oft eine duale Dynamik, die sich hoch steigert.

    • gabi sagt:

      Wer sonst, wenn nicht die aufmerksam Mitlesenden, hätte nicht vollstes Verständnis dafür, dass Sie grosse, grosse Mühe mit dem Begriff „normal“ haben, Katharina.

      Ev. sollte man die Autorin vormerken für Ihre legendäre „Eliminieren!“-Liste?

      😉

      • O. S. sagt:

        Die ganze Gendert5heorie ist darauf angelegt, dass es keine Norm mehr gegen soll. Darum müssen Kindergartenschüler ja unbedingt wissen, wie Homo-Sex funktioniert…

        Kat’s Elimination List…hahaha. Da fungiere ich als „faschistischer“ (O-ton) Lesbenverulker wahrscheinlich ganz oben, wenn also eines Tages ihre grünen Weibchen und intelligenten Roboterinnen aus dem All kommen, muss ich mich auf schlimmes gefasst machen. Nach den Machtübernahme müsste ich wohl die Zelle mit Leuten wie Glenn Beck und Richter Scalia teilen und der Aufseher ist Michael Moore. „schluck*

      • Marcel Zufferey sagt:

        Eliminator? Ich kenne nur einen Eliminator: Denjenigen von ZZ Top auf ihrem gleichnamigen Album von 1983. Und das war ein 34er Ford Hot Rod. Men’s stuff eben: Rrrrreal geil!

      • Katharina sagt:

        Ach Orly, Sie kennen ja den alten Swissair Witz: Besch normal oder gosch met Hostesse?

        Und ja, die AufseherIn wäre ja dann ich, eine Amazone in shining Armor – aus Titan, denn Platin ist wirklich etwas schwer, selbst für eine sportlich trainierte wie mich.

        Der Michael Moore kriegt eine Einzelzelle und muss darin nonstop seine eigenen ‚Reportagen‘ ansehen.

        den anderen Michael (Jackson) aka „a jumping scrotum with lips“, lassen wir nonstop Disney Filme anschauen.

        Bei Ihnen reicht dann wohl die Rezitation ihrer eigenen Kommentare in pleno, die Aufseherinnen rauchen dabei Ihre Zigarren.

      • Katharina sagt:

        kann mir jemand diese ominoese eliminierungsliste erklaeren?

      • Gabi sagt:

        Liste ist als Begriff natürlich verfehlt.

        Schon, weil wir kaum alle Namen hin bekämen.

        Sie, Katharina, haben für die Eliminierung der Männer plädiert.

        Ganz human natürlich. Mittels „trans..“ bliblablo. Erklären Sie´s uns halt noch mal.

        Oder etwa schon vergessen? Gar nie gesagt?

        Wenn Sie drauf bestehen, such ich´s schon noch mal raus. Keine Sorge.

      • alien sagt:

        gabi, wo Katharina Recht hat, hat sie Recht. „Normal“ gibt es nicht, ich bin es genauso wenig wie sie oder Du. Es gibt nur unterschiedliche Grade von abnormal.

      • Gabi sagt:

        Weiss ich tatsächlich besser als viele „Normale“, glauben Sie´s mir.

        Bedenklich ist nur dieser Komplex dem „Normalen“ gegenüber. Da verunmöglicht es Katharinas eingestandene Phobie auch nur schon, das Wort „normal“ einmal als Synonym für „Durchschnittlich“ so stehen zu lassen.

        Wär schön, wenn Sie sich gelegentlich mal überlegen würde (und in der jüdischen Geschichte gäb´s ja weiss Gott die handfesten Beispiele) wie eng Phobie und Hass (der bekanntlich blind macht) verknüpft sind.

    • Daphne sagt:

      wie weit unser empathischen Fähigkeiten gehen, eben meist nur bis zur Grenze der Sippe – dazu habe ich gerade heute ein spannendes Interview mit einem Verhaltensbiologen im Migros Magazin gelesen. Daraus ein Auszug:

      Fundamentalisten und Nationalisten zeigen in der eigenen Gruppe viel Empathie. Gegenüber allen anderen aber wenig.
      Das ist das Paradoxe an Mitgefühl. Es gibt die sogenannte Eigengruppenfavorisierung. Die Menschheit lebte lange in überschaubaren Einheiten, die weit auseinanderlagen. Empathie für jemanden aufzubringen, der ausserhalb der Gruppe steht, ist eine relativ neue Entwicklung – und die grosse Herausforderung unserer Zeit.

    • Daphne sagt:

      PS: Man braucht eigentlich auch nur die Diskussionen im MB zu verfolgen, um zu sehen, wie wahr diese Aussage ist (von wegen Ihr-Wir-/Norm-Devianz-Strukturbildungen etc.)… Das ganze Interview hier: http://www.migrosmagazin.ch/index.cfm?id=47165

      • O. S. sagt:

        Welche Aussage ist wahr?

        Sind 4% Gays etwa nicht das Deviante innerhalb einer Norm?

        Diese von ihnen skizzierte „Herausforderung unserer Zeit“ ist übrigens wenig mehr als die säkulare Ausdehnung des christlichen Nächstenliebegebots: „we’re all God’s children!“.

      • Daphne sagt:

        Ja, ja, wenn die Religiösen es nicht hinkriegen, dann müssen eben die Säkulären ran… Aber das wissen wir ja schon seit der Aufklärung, gell? Übrigens, haben Sie den geposteten link zum Stamm-Blog weiterverfolgt? Der Beitrag erklärt eigentlich sehr schön, weshalb es denn die Religiösen bislang nicht hingekriegt haben… Absolutheitsansprüche sind der Verständigung nun mal nicht sonderlich dienlich, das gilt für die Vergangenheit wie die Gegenwart.

      • Marcel Zufferey sagt:

        Wenn man die verbleibenden 96 Prozent aller Menschen lange genug im kulturrelatvistischen Säurebad auflöst, bleiben am Schluss nur noch 100 Prozent relativierte Subjekte übrig. Ich finde, das fällt nicht weiter auf.

      • Katharina sagt:

        Daphne, es geht darum, dass wir von unserem Rüstzeug her (Evolution, Genetik und Sozialisation) nicht für eine globale Zivilisation prädisponiert sind. das hat nichts mit Fundamentalismus oder Nationalismus zu tun. so sehr ich Gottlieb Duttweiler als Visionär schätze, muss ich sagen dass ein Migros Magazin vom Niveau her nicht in diese Diskussion passt. es sei denn der Baenz sei relevant oder so…. jikes… und dass das Heft das auf Fundamentalismus und Nationalismus reduzieren will ist schlichtweg propagandistischer Humbug.

        Warum: wenn im Umkreis von 100 Meilen von ihrem Wohnort eine Katastrophe geschieht, wird Sie das emotional massiv hernehmen und sie zu entsprechenden politischen Aktionen motivieren. Wenn das 10‘000 Meilen von ihnen entfernt geschieht, passiert emotional nichts. Die Version 10’000 Meilen weg können Sie tagtäglich anschauen. Live on reality tv aka as ‚news‘. Ditto politsche Metzgereien usw.

        es geht letztlich darum, dass, wenn wir überleben wollen, es zwei Wege gibt:

        entweder ein zurücktreten – zurückschrauben – vom total globalen Ansatzpunkt. was angesichts der global wirkenden Probleme und Herausforderungen schwierig sein wird.

        oder eben es gelingt, die uns vererbten / vermittelten Vorlagen zu überwinden.
        Dass das über Sozialisation gelingt, kann stark bezweifelt werden, wenn die Geschichte früherer grösserer Verbände betrachtet wird. bestes Beispiel da die Zentrifuge EU. A centrifugal farce. Zudem ist es heute so, dass uns die Zeit wegläuft. Das ist nicht nur im Sinne von Biosphäre zu lesen, sondern auch ökonomisch-politisch.

        Der andere Weg, mindestens so fragwürdig, ist der transhumanistische, nämlich durch genetisches Engineering Empathie soweit zu verstärken, dass er eben global wirkt. Selbst wenn das gelingen würde, was in der kurzen Zeit, die wir haben fraglich ist, besteht da die konkrete Gefahr kollektiven Wahnsinns. Stellen sie sich vor sie hätten durch Empathie eine konkretere Vorstellung und Empfinden des ganzen Leids? Ich weiss nur aus den Schilderungen meiner vergleichsweise bescheidenen Leidens Sachen, dass das Leute schwer ertrugen. Stellen sie sich nun vor, sie hätten konkrete Empfindungen, wann immer einem Menschen irgendwo auf diesem Planeten Unrecht und Leid angetan wird.

      • Katharina sagt:

        „4% Gays“ – stimmt sowieso nicht. Orly. try everyone is born bisexual.

      • Daphne sagt:

        Katharina, Sie würden staunen, wie professionell das gute alte Migros Magazin bisweilen Themen aufbereitet. Sie sollten übrigens das Interview lesen, bevor Sie Urteile fällen, der Aspekt der Eigengruppenfavorisierung war nur einer unter vielen. Übrigens, der Interviewte ist niemand anders als Frans de Waal:

        DER STAR UNTER DEN VERHALTENSBIOLOGEN
        Der 63-jährige holländische Zoologe und Verhaltensforscher Frans de Waal beschäftigt sich seit Jahrzehnten mit dem Sozialverhalten von Bonobos, Schimpansen und anderen Affenarten, gelegentlich auch mit dem von Elefanten oder Buntbarschen. Sein Forschungsschwerpunkt liegt auf der Kultur- und Moralentwicklung in tierischen wie menschlichen Gesellschaften. Er hat zahlreiche populärwissenschaftliche Bücher darüber verfasst und war 2007 auf der «Time»-Liste der einflussreichsten Menschen des Jahres. De Waal lebt in den USA und ist Professor für Primatenverhalten an der Emory University in Atlanta.

      • Sportpapi sagt:

        Duttweiler war Vieles, aber ein Visionär? Aber mit dem GDI, das nach seinem Tod enstand, hat er wirklich etwas Spannendes geschaffen. Und ein guter Text sollte sicher nicht danach beurteilt werden, wo er erschienen ist.

      • mapa sagt:

        O. S. sagt:3. Januar 2012 um 22:22
        „Welche Aussage ist wahr?“ Bei einer solchen Fragen sollten dann schon mindestens 2 Aussagen kommen, sonst muss man O.S. mit ohne Sinn übersetzten.
        Und ja O.S., Gay sind die die Deviante in besagter Norm, genau so wie bezogen auf die Anzahl Gläubiger, dass Christentum die Norm und alle anderen Religionen die Devianten sind. Und was nun? Die Devianten eliminieren oder als krank/falschgläubig abstempeln?
        Irgendwie tun sie mir wirklich leid: Gekränkt durch die Evolution und in Angst vor den eigenen homophilen Anteilen, geklammert an die „einzige“ Wahrheit.

      • Daphne sagt:

        @mapa: Word!

  • Eni sagt:

    Die heutigen Kinder sind nicht gestört, sie sind überfordert damit, gleichwertige Partner ihrer Eltern zu sein und überall mitreden und mitbestimmen zu müssen. Kaum hat Klein-Würmi den 1. Geburtstag gefeiert wird er gefragt, was er denn gerne anziehen oder wohin er in die Ferien möchte und anstatt auf den Spielplatz wird er ins Gourmet-Restaurant, ins Museum oder ins Theater geschleppt.

    Nicht die Kinder sind gestört, sondern deren Eltern.

  • xyxyxy sagt:

    @Gender – sie haben recht: ich neige zum Spott, das offenbart eine arrogante Wurzel in mir.
    Allerdings fusst mein Spott auf wohlbegründeten Argumenten. Er ist nie ganz bös gemeint (ein bisschen schon). Ich möchte vielmehr mit ihm aus dem Gegner die Argumente herauskitzeln.
    Ich habe sie bezichtigt einäugig zu argumentieren und einäugig die Geschichte wahrzunehmen. Und leider haben sie mir darauf keine Antwort geliefert, die mich meine Meinung überdenken lassen müsste. Denn glauben sie mir, ich bin sehr schnell bereit mich korrigieren zu lassen oder mich in der Mitte zu treffen.

  • Genderbender sagt:

    /2 Jahrhunderte bewährt haben; oder wollen wir heute noch daran zweifeln, dass die Erde rund (OK… fast rund) ist und um die Sonne kreist?
    Mir graut ehrlich gesagt vor einer Generation, die mit simplistischen Argumenten wie denen von xyxy zur Wissenschaftsfeindlichkeit erzogen wird, wie das in den USA bei einem grossen Prozentsatz der Bevölkerung leider schon der Fall ist.

    • Daphne sagt:

      Kreist? Mit Verlaub, eigentlich ellipsiert sie… 😀

      • alien sagt:

        Naja, eigentlich ellipsen sie beide um den gemeinsamen Schwerpunkt. Wenn wir schon so genau sein müssen…

    • xyxyxy sagt:

      ja sehen sie Gender…, das ist genau das, was ich meine. Während ich sorgfältig auf ihre Argumente antworte. Von ihnen nur völlig unbegründete Vorwürfe und vergleiche mit irgendwelchen ominösen Leuten mit denen ich nichts zu tun habe und die mich wahrscheinlich nach ersten Jubelrufen gleich wieder als Häretiker verbrennen würden.
      Ihr Art zu argumentieren ist absolut unwissenschaftlich. Sie gehen den Argumenten nicht auf den Grund. Sie haben sowohl von Daphne wie auch von mir, weder unsere Antworten noch Gegenargumente zur Kenntnis genommen. UNWISSENSCHAFTLICH.

    • Katharina sagt:

      „wie das in den USA bei einem grossen Prozentsatz der Bevölkerung leider schon der Fall ist“ bullshit.

      • alien sagt:

        Du wirst ja nicht abstreiten, Katharina, dass der kommune US-Ami rasend ungebildet ist und von nichts eine Ahnung hat. Wenn man manchmal so Strassenumfragen sieht, kommt einem das kalte Grausen.

        Dass es in der Schweiz viel besser wäre, würde ich aber nicht behaupten.

    • O. S. sagt:

      Ich wünsche mir das gleiche Mass an Skeptizismus, den man religiösen Weltbildern entgegenbringt, fallweise auch gegenüber wissenschaftlichen Theorien, das ist alles. Zum Bsp. im Bereich Klimapolitik, gell.
      Ich gebe ausnahmsweise Kat recht: bullshit.

  • Auguste sagt:

    hmm…, entweder sie lesen alle oder keinen (largo lesen, zählt nicht als ratgeber lesen. das gehört mittlerweile zum schweizer elternsein wie die bratwurst zum 1. auguste). keinen zu lesen hat einen unumstösslichen vorteil: sie vergeuden nicht unnütz gute lebenszeit und geld. wenn sie ihr kind nicht fallen lassen, sein gewicht sich immer etwa in relation zur körpergrösse bewegt und sie einigermassen schlaf bekommen ist schon vieles auf gutem wege. was das „trötzle“ anbelangt – 26% des hiesigen wahlvolks neigt dazu, selbst reiche und ältere. evolution oder aufzucht – wer weiss das schon?

    • Sportpapi sagt:

      Und ich bin sogar geneigt zu sagen, zu den 26% (eigentlich 13) kommen noch rund 50 weitere dazu. Wobei, genauer betrachten trötzeln die vielleicht gar nicht, sondern wissen einfach nicht, dass Wahlen sind. Wer weiss?

    • Auguste sagt:

      hmm…, und dann las ich zufällig, dass eine der neuen autorinnen einen ratgeber geschrieben hat, autsch! tröstlich, dass das andern auch schon passiert ist…

      youtube: george strait – famous last words of a fool

      …aber ich schwörs, zur kopfbedeckung von jk werde ich mich bedeckt halten, denn in der fashion hot spots am hindukusch tragen sowas ganz viele und warum sollte man nicht mal ausprobieren, wie sich eine kleintier-schlafstatt auf dem hinterkopf anfühlt.

      • O. S. sagt:

        Im Ratgeber-Buch der freudig erwarteten Nina Merli geht es — nein, nicht wie zu erwarten um Patchwork-Familien – sondern um: HELLSEHER!

        Klappentext: „Jöhri nutzt ihre Hellsichtigkeit, um sich ein klares Bild der jeweiligen Lebenssituation zu machen und kann dann die Konsequenzen für die eine oder andere Entscheidung aufzuzeigen. So hat sie unzähligen Menschen geholfen (…) darunter auch namhaften Politikern, CEOs, Prominenten und Sportlern. Die Journalistin Nina Merli findet dafür den sprachlich passenden Rahmen mit dem notwendigen Humor und manchmal leisem Sarkasmus“

        Ja hoffentlich!

      • Pippi Langstrumpf sagt:

        Papier nimmt alles an, jeder kann einen Erziehungsratgeber schreiben, es liegt an der Zielgruppe, auszuwählen, wem sie Vertrauen schenken. Für mich hat ein Remo Largo natürlich ein ganz anderes Gewicht als sehr viele seiner Mitautor/Innen.

        Früher hiess es, wer nichts wird, wird Wirt. Heute wird so jemand Berater, gerne Unternehmensberater nach dem ersten Konkurs, schreibt im schlechtesten Fall sogar Bücher über seine ‚Erkenntnisse‘. Es bleibt uns also nicht erspart, sorgfältig auszuwählen und die Spreu vom Weizen zu trennen, ganz besonders wenn es um unsere Kinder geht.

  • xyxyxy sagt:

    @Marie – ich stimme mit ihrer Abneigung überein. Ich denke nicht unbedingt, dass vorweg der Profit o.ä. zu solchen Argumentationskonstrukten führt.
    1. Suchen wir Menschen nach Gründen, wir wollen alles erklären können. Woher kommt die Flöte? – Pan hat sie erfunden. So sind viele religiöse Geschichten entstanden. Auch als Pan verschwunden ist, hörte das nicht auf.
    2. Können leider viele Menschen nicht zur Relativität ihrer Ideen stehen. Deshalb tricksen sie ihren Gedanken göttliche (neu: wissenschaftiche) Legitimität bei. So fühlen sie sich souverän und auf d sicheren Seite der Rechthaber

    • marie sagt:

      kommt hin… und ich habe festgestellt, dass menschen, die mit diesem „verhalten“ ihr „miss“verhalten legitimisieren, das leben nicht als prozess erachten, sondern dieses als gegebenes statisches raster und so schubladisieren sie dann auch andere. leben heisst prozess und wir wissen nicht wonin die reise geht. man kann es als einziges abenteuer erachten oder aber als mathematische formel betrachten, die irgendwie aufgehen muss. ich will das abenteuer, in mathe war ich grotten schlecht aufgrund meiner dyskalkulie 😉 legitimisiere ich jetzt da was? hm… mal darüber nachdenken.

    • Daphne sagt:

      Auch als Pan verschwunden ist, hörte das nicht auf. – Kompliment, xyxyxy, das muss ich mir merken. Überhaupt sprechen Sie mir mit diesem Statement aus dem häretischen Skeptikerherzen. Und wissen Sie, was ich persönlich am Meisten bedaure? Dass Menschen die Relativität allen Wissens nicht (auch) als Chance begreifen können, sondern im Allgemeinen als geradezu existentielle Bedrohung – ja, Beleidigung! – empfinden.

    • Daphne sagt:

      Genau, Marie: Mehr Abenteuerlust, bitte!

      • xyxyxy sagt:

        meine Damen – ich sehe schon, dass wir ähnlich ticken
        ich sehe das genau so, hier und heute müssen wir uns entscheiden was WIR wollen und was WIR als richtig empfinden, ohne Gewähr, dass wir die Weiche richtig gestellt haben … aber weil wir uns selbst relativ sehen, fällt es uns nicht so schwer, falsche Meinungen wieder zu korrigieren. Das gibt uns Mut selbstbewusst vorwärts zu gehen.
        Es leben die Häretiker! Aber nicht die feigen Nachplapperer die nur „häretisch“ gegen das Gestrige sind und nicht merken, dass sie selbst längst die graue Masse der neuen Inquisition bilden.

      • Daphne sagt:

        Es leben die Häretiker! Aber nicht die feigen Nachplapperer die nur “häretisch” gegen das Gestrige sind und nicht merken, dass sie selbst längst die graue Masse der neuen Inquisition bilden. – Ganz ehrlich, das ist grandios, und diesem Vivat schliesse ich mich ohne langes Federlesen nur zu gerne an.

      • Sportpapi sagt:

        Ein Häretiker ist aber nicht gerade ein Freidenker. Wenn man sich schon von religiösen Sichtweisen entfernen will, wozu sich dann dort anlehnen?

      • Daphne sagt:

        Sportpapi, Sie Spielverderber, wir betreiben hier mitunter rege Wortspielereien um ernste Themen, falls Ihnen das noch nicht aufgefallen sein sollte… Und wir nehmen uns heraus, sowohl gegenüber religiösen, als auch wissenschaftlichen und ferner (sozio-)politischen und ökonomischen Heilsverkündungen eine gesunde Portion Skepsis zu bewahren. Allround-Häresie eben.

      • xyxyxy sagt:

        Ja haben sie uns überhaupt zugehört Sportpapi? Daphne und ich hatten weiter oben die Religion gerade noch gegen einen renitent Einäugigen „verteidigt“, tendenziell eben die Sorte Mensch, die sich mit hochtrabendem Titel schmückt – z.b. Freidenker – nur um damit zu zeigen, dass sein selbstgegener Name ein Feigenblatt ist, das genau seine Unfähigkeit wirklich frei zu denken vertuschen soll.
        Der wahre Häretiker bleibt immer ein Skeptiker, sobald ihm etwas nach absoluter Heilslehre riecht, sobald das Böse nur noch aus einer Ecke kommen soll.

      • Sportpapi sagt:

        Ich stimme gerne zu, dass wir uns eine „gesunde Portion Skepsis“ bewahren sollten, kritisch immer wieder hinterfragen, was an vermeintlich unumstösslichen Wahrheiten vorhanden ist. Mein Hinweis zielte eher darauf ab, dass es so etwas wie Freidenker gar nicht gibt, da alle viel Gedachtes im Kopf haben. Und noch schlimmer: Manche freie Geister verkünden die gleichen Wahrheiten, nur mit einem Minus davor, was dann als Kritik bezeichnet wird. Um zum Thema zurückzukehren. Weshalb soll ich keinen Ratgeber beiziehen, wenn es um Erziehung geht? Aber ich brauche eine Anleitung für den Ikea-Kasten…?

      • Daphne sagt:

        Sportpapi, Sie dürfen so viele Erziehungsratgeber lesen, wie Sie wollen. Entscheidend ist, ob diese Ihnen als punktuelle Hilfe oder aber als generelle Krücke dienen, weil Sie selbständiges Denken doch lieber vermeiden wollen… Skepsis ist also auch hier angebracht, und insbesondere stellt sich die (Gretchen-)Frage, in welchem Grundtenor ein Autor seinen Ratgeber verfasst: Spielt er mehr oder weniger ausschliesslich mit elterlichen Ängsten, auf welche er mit dogmatischen Grundsätzen pauschale (Schein-)Löungen anbietet – oder vermittelt er tatsächlich Hilfe zur emanzipatorischen Selbst-Hilfe.

    • O. S. sagt:

      Fazit: So ist es also Lebensglück, sich treiben zu lassen, wohin die (begrenzte) Lebenszeit einen treibt, sein Glück zu finden, indem man sich in verabsolutierter Relativität zu allem, und allen, stehend empfindet. Skeptizismus gegen Wertesysteme als eine Chiffre für Beliebigkeit, Unverbindlichkeit. Eine Art Bedeutungs- und Wertelosigkeit (wertlosigkeit?). Das bedeutet auch: Panta rhei, im Strom mitschwimmen wo er am mächtigsten hinreisst (Mainstream), der Weg ist das Ziel und so?

      Als hätte die Aufklärung nie stattgefunden!

      Da halte ich es lieber mit Walt Whitman – „I celebrate myself!“

      • Daphne sagt:

        O.S., Sie können gerne mit Sportpapi nachsitzen, denn offensichtlich haben auch Sie nicht einen Deut von dem verstanden, worüber xyxyxy, Marie und ich gesprochen haben…

      • Daphne sagt:

        …Unverbindlichkeit ist im Übrigen mithin das letzte Wort, mit dem ich xyxyxy nach mehrmonatiger MB-Lektüre in Verbindung bringen würde. Nur sehen Menschen wie er oder Marie im Gegensatz zu Ihnen ihre Aufgabe darin, ihre Werte selber zu setzen und an ihnen in der Folge auch eigenhändig festzuhalten – ohne sich zu diesem Zweck angstvoll zitternd auf irgendeinen äusserlichen Codex berufen zu müssen, für den am Ende vielleicht eine (strafende) göttliche Entität einsteht, vielleicht aber auch nicht.

      • marie sagt:

        o.s. wer spricht hier von glück? als ob es dafür ein rezept gibt. aber an was wir arbeiten können ist doch zufriedenheit und das ist mit einer gesunden lebenseinstellung (auch skeptizismus gehört dazu) sehr wohl möglich. und wir sind in diesen breitengraden irgendwie christlich geprägt – dh wir haben so etwas wie ethik und moral vermittelt bekommen (die sicherlich auch schon älter sind, als das christentum selbst). drum rum kommen wir nicht, aber wie es vermittelt wird, ist eher das problem. unverbindlich und beliebig sieht anders aus… gibt es aber. ob aber das ch-tum alleine antwort ist?

      • xyxyxy sagt:

        @sportpapi – sie haben mir shcon zugehört, über das, was ich über die „Freidenker“ gesagt habe? Mit ihrer Kritik rennen sie bei mir offene Türen ein. Der Fundamentalistenkritiker, der einfach vor jede Position ein Minus gemacht hat. Ja Bravo, das sind für mich die Allerlangweiligsten mit ihrer Dümmelei.

      • xyxyxy sagt:

        @O.S. ja genau sie haben es erfasst. Genau solche sinnfreien Mainstreamer sind wir. Wir treiben im Strom der Beliebigkeit. Besser könnte ein Zyklop unsere Worte nie verstehen.
        Aber sagen sie: Werden sie denn nicht vom mächtigen Strom des Geistes Gottes getrieben? Oder haben sie Gott mit ihren Legoklötzen schon fix fertig zusammengebaut, dass es gar keinen Raum mehr gibt zum Vorwärtskommen und etwas dazulernen?

      • O. S. sagt:

        Ach wissen sie, die Privatreligion(en) die sich jeder an seinem intimen, kleinen Plätzchen – welches das Grosse Anonyme Soziale Wesen, in dessen kollektivistische Allmacht wir eingepasst werden müssen, uns zuweist – zurechtzimmert, das ganze esoterische Klimbim und die Versatzstücke aus dem philosophischen Selbstbedienungsladen, sind dann nichts weiter als mehr oder weniger geistreiche Bonmots. Weltanschauungs-Bröckchen, mit denen man an einer Party um sich wirft (oder in einem Bl0g). So belanglos wie gähn.

        Kulturell, historisch, gesellschaftlich und politisch – we’re in charge, folks!

      • Daphne sagt:

        Ähem, mit Verlaub: wer ist wir?

      • O. S. sagt:

        Keine Angst: sie nicht. Sie tun sich ja schwer ein Wertesystem zu teilen weil alles Ansichtssache ist und relativ zueinander. Und dass ist ja das schöne – wie sie weiter oben schreiben – dass niemand nichts mehr müssen muss. Und auf „häretischer“ Skeptik baut sich sowieso keine feste Burg. Ich sehe dies etwas anders und verhalte mich entsprechend.

        Aber höhnen sie nur weiter. Wie lange die „Kultur des Todes“ (K. Wojtyla) noch florieren kann, bevor sie nicht allen zu stinken beginnt? Wer weiss…

        Gute Nacht und auf ein andermal.

      • Daphne sagt:

        Nein, O.S., Sie müssen uns natürlich nicht zuhören – Sie müssen noch nicht einmal so tun, als ob Sie es täten. Allerdings sehen wir ‚anderen‘ es aber gar nicht gerne, wenn man unsere Aussagen bis zur Unkenntlichkeit verdreht, ts ts ts – Diesmal Nachsitzen mit Gabi, bitte!

  • Hans Christoffel sagt:

    Wenn jemand gestört ist, dann jene Eltern, welche beim Thema Erziehung ständig über Evolution, Wissenschaft, Psychologen, Psychotherapien und Arzneien reden. Kinder können höchstens krankheitshalber gestört sein. Bei gestörten Eltern ist es klar, dass das abfärbt, da kann das Kind nichts dafür. Anscheinend sind heute viele Eltern nicht imstande, ihre Kinder ganz normal grosszuziehen. Werden die Kinder erst einmal geboren, fehlt halt die Gebrauchsanleitung, man kann sie nicht umtauschen und es gibt keine Garantie…:-)

  • Einer der „Erziehungsratgeber“, der die Kinder konsequent zu „Machtkämpfern“ stempelt, ist von Herrn Dreikurs „Kinder fordern uns heraus“. Kapitelweise werden dort Kinder „fertiggemacht“ bis zur Formulierung „verwöhnte Brut“. Die Erziehungsministerien der Welt sind bis heute nicht gewillt, solche Bücher gegen Kinder zu verbieten. Und der Klett-Verlag in Stuttgart handelt ebenfalls nicht. Es isch e Schand.

  • Sportpapi sagt:

    Sind wir auf all die Ratgeber angewiesen? Nein, meistens nicht. Ich habe trotzdem immer wieder gerne darin geblättert, zumindest beim ersten Kind. Die starke Verbreitung von Ratgeberliteratur hat meiner Meinung nach aber weniger damit zu tun, dass so etwas wie elterliche Instinkte (oder das Vertrauen darauf) verloren gegangen sind. Sondern viel mehr sind die früheren Ratgeber in der Grossfamilie meistens weg, insbesondere die Grosseltern, die früher nicht nur von der Distanz, sondern auch vom Alter her weit weniger entfernt waren als heute.

    • O. S. sagt:

      Hä?
      Es ist gerade umgekehrt, jedenfalls wie ich das in minem Umfeld erlebe: Die Grosseltern übernehmen bereits in vielen Fällen wichtige Mithilfe in der Kleinkindererziehung weil Frölein Mutter gleich nach der Entbindung wieder in Reih und Glied des Arbeitsprozesses zurückmuss. Ein Trend der erst noch zunehmen wird. Sagen Zukunftsforscher, nicht ich.

      Nur entstammen diese Grosseltern auch bereits jener Generation, die meinte den Bruch mit den vorhergegangenen Generationen möglichst radikal und entgültig vollziehen zu müssen. Viel „Weisheit“ ist von da auch nicht zu erwarten.

      • Pascal Sutter sagt:

        Ehret das Alter.

      • Sportpapi sagt:

        Ja, das gibt es, dass Grosseltern tatkräftig mithelfen in der Kleinkinderziehung. Häufiger wird es aber meiner Ansicht nach keineswegs. Vielmehr übergibt man die Kleinkinderziehung gerne zu grossen Teilen in professionelle Hände. Aber ich bleibe dabei und gehe noch weiter – in der Grossfamilie waren nicht nur Grosseltern präsent, sondern immer auch kleine Geschwister, deren Aufwachsen man direkt miterlebte. (Ohne das jetzt idealisieren zu wollen.)

      • O. S. sagt:

        Natürlich gibt es am Alter kaum mehr etwas zu ehren, wenn die Leute bis 50 jugendluch sind und dann nochmals 20 Jahre jung. In der Tat geht eine ganze Kultur der Weisheit verloren, wenn Alte nicht unterm Baum sitzen und räsonnieren und ihre Weisheit in der Gesellschaft auch nicht gefragt ist, sondern als glücklich gilt, wer als 75jähriger beim Wasserskifahren mit der dritten, 25jährigen Frau einen Herzinfarkt erleidet.

        @Sportpapi: ich glaube schon, dass das wieder ein Trend wird. Das Verschwinden der Sippe ist aber in Europa schon länger vorhanden, länger als es Sozialstaat und Krippen gibt.

      • Sportpapi sagt:

        @O.S. Wie sich der Trend entwickelt, ist wohl abhängig davon, wie es mit unserer Mobilität weitergeht, oder? Und ob die Grosseltern, die heute ständig auf Reisen sind, künftig länger am Arbeitsplatz behalten werden.

      • Pippi Langstrumpf sagt:

        Und einmal mehr wird das bluemete Trögli beschworen, Mutti am Herd und Vati im Stollen. Hallo! Wir haben 2012, die Frauen sind so gut ausgebildet wie noch nie, soll es im MB nun gleich weitergehen wie die letzten zwei Jahre? Weiter dem Heraufbeschwören der ‚guten aten Zeit‘ frönen?

        Ich hab genug von diesem vorgestrigen Mief, endgültig. Und ich finde nicht, dass Männer in einem Mamiblog das grosse Wort führen sollten, das ist etwa so pervers, wie wenn in einem Tschütteler Magazin der Frauenturnverein den Takt vorgeben würde.

        Sonst könnte man den Blog umbenennen, in Papiblog, ich bin dann weg

      • Katharina sagt:

        Pippi, vergiss nicht, dass eine Shedonista wie ich Häretikerinnen sind. lang lebe die Blasphemie. Der Orden der heiligen grünen Gurke versteht nicht, dass er bei langem Aufenthalt im geschlossenen Kühlschrank, also abgeschottet von der Aussenwelt, die Tendenz hat, zu verschimmeln. In dem Sinn seine zwei einzigen Alternativen, Gurkensalat oder Abfallkübel, nicht einmal erkennt.

        Eine gemeinsam bekannte ‚grosse Manipuliererin‘ wie se sich selber betitelt, versteht eben nicht, dass Schlangen gerne im Sumpf gedeihen. Sümpfe sind meist mit Fäkalien gesättigt.
        I prefer a pompuous ass like Queen Latifah or Chaka Khan. Those are real Women. The latter wrote every woman’s anthem: “I’m every woman”
        http://www.youtube.com/watch?v=Q8xuUdI1an0

        in dem Sinn bleibe ich. Pound some ass like my butch image here deserves. Lol.

      • Sportpapi sagt:

        @Pippi: Das Muki-Turnen heisst heute auch Elki-Turnen. Man muss halt mit der Zeit gehen… Hast du Probleme mit anderen Meinungen? Möchtest du lieber mit Gleichgesinnten ein Kaffeekränzchen abhalten? Was für einen Sinn würden die Diskussionen dann machen?
        Übrigens wäre es spannend, die Feindschaft zwischen Turnen und Fussball zu diskutieren, unabhängig vom Geschlecht. Und die Unterschiede zwischen einem Damenturnverein und einer Damenriege. Aber das gehört nun nicht hierhin…

  • Pascal Sutter sagt:

    Ich frage mich bloss wie die Menschen heute ohne Ratgeberliteratur stehen würde. Wahrscheinlich würden wir bereits eine ferne Galaxie besiedeln und mit mentalen Fähigkeietn levitieren….

    • marie sagt:

      tun wir das nicht auch schon? manchmal kommt mir selbst bern schrecklich unreal vor… eine andere galaxie soz. 🙂

      • O. S. sagt:

        Bern ist eine „Galaxie soz“? Ein sozialistisch-verschnarchtes, linksgrün-dekadentes Paralleluniversum, wo nur Beamten wohnen und nichts mehr erwirtschaftet wird? Ja, das hat was…

      • marie sagt:

        ja ab in eine andere galaxie damit. dann seid ihr die bärner mürglä los, gell? aber die snb und ihr vermögen nehem wir dann mit. ist das ok? 😀

      • Auguste sagt:

        hmm…, yb – die neuen galaktischen und geld hätten sie auch noch? das klingt mir schwer nach: känzig träumt.

      • marie sagt:

        na ja. yb muss dann als strafe in basel weilen, bis sie endlich beweisen, dass sie gross gewachsen sind… wenn sie endlich beschliessen gas zu geben, beamen wir sie dann einfach rauf. bis es soweit ist, verzichten wir intergalaktisch sogar auf die yb-wurst.

      • Pascal Sutter sagt:

        nein nein nein. YB WIRD MEISTER! irgendwann mal. */ächz

      • marie sagt:

        in den nächsten ähm… 100 jahren? ich esse yb-bratwurst bei jeden mätsch, in der hoffnung, dass das hilft. aber vllt sollte ich versuchen keine zu essen, vllt hilft das. nun, wunder passieren ja auch nicht jeden tag, also wir hoffen und drücken die daumen! hopp yb!

  • paula sagt:

    Gesunder Menschnverstand und ein gewisses Mass an Respekt und Rücksicht auf das/die Gegenüber hilft bei vielen in Sachen Erziehung.. Oft hilft auch das vor Augen führen, bei etwas grösseren Kindern, der Hinweis wie er/sie es denn bei sich selber haben möchten. Selbst als erwachsene Person frage ich mich in gewissen Situationen, wie würde ich denken und handeln wenn es mich selbst betreffen würde.

  • paula sagt:

    Unsere Kinder sind nicht gestört“! Nein das sind sie Gott sei Dank nicht. Was aber oft zu beobachten ist, ist die Tatsache das nichtangepasste Kinder dazu gemacht werden. Ist ein Kind im Trötzlialter muss das sofort durch einen Psychologen oder gar Psychiater abgeklärt werden, mit Medis behoben und die ganze bisherige Erziehungsart in Frage gestellt werden. Das tut niemandem gut, nicht den Kindern, aber es verunsichert auch die Eltern sehr. Kinder wollen ihre Grenzen austesten, dazu gehört auch das Durchsetzen der eigenen, oft unrealen Wünsche um zu erfahren wie weit man gehen kann.

  • heidi reiff sagt:

    Meine Entscheidung war einfach intuitiv, meine Kids sollen es einmal besser haben als ich. Das Feedback fand ich dann in den Büchern von Alice Miller, destruktive Erziehungsmuster die wir selber erfahren haben, müssen wir ja nicht weitergeben. Kids brauchen einfach Schutz und Begleitung in den ersten Entwickungsjahren. Die Verführung für Kids ist auch nicht einfach was Schleckereien betrifft. In jedem Einkaufszentrum sind die bei der Kasse angebracht, das sind Strategien der Lebensmittelkonzerne. Zentral ist doch, dass wir unsere Kids ernstnehmen, jedes Kind entwickelt sich individuell.

  • O. S. sagt:

    Dieser Evolutionsfetischismus wieder – hanebüchen!
    Babys die nicht an Muttis Brust einschlafen, „wären tote Babys gewesen“.
    Diese Mühe, alles abstrakt-analytisch zu erklären, nur um zu vermeiden, dass man das heiligen Band zwischen Mutter und Kind, zwischen Eltern und Kind anerkennen muss – weil dieses kann man dann nicht mit Körpersäften und Urinstinkten erklären, gell!

    Das Problem liegt ganz woanders: Eltern wollen vom Kind geliebt werden und Beweise dafür.
    Schreien, Weinen etc nehmen sie persönlich, reagieren adäquat.
    Eltern glauben, es drehe sich allles um sie. Thats the problem, folks!

    • Gabi sagt:

      Sehr richtig:

      Geliebt werden wollen! Für viele Eltern sogar ein Hauptmotiv ein Kind haben zu wollen: (vermeintlich) bedingungslose Liebe.

      Eine sehr schlechte Verhältniskonstellation zur Wissensvermittlung; insbesondere, wenn noch nicht mal abstrahierend etwas erklärt werden kann.

      … Oft Eltern, die dann spätestens in der Pubertät des Sonnenscheins das Schicksal ereilt, unter welchem alle leiden, die Liebe allzu klebrig einfordern.

    • Genderbender sagt:

      @OS: Ja genau, immer diese lästige Suche nach Erklärungen – wo es doch viel einfacher und praktischer ist, irgendwelchen Aberglauben nachzuhängen, nicht wahr.

      ‚Heiliges Band’… Sie Scherzkeks, Sie.

      • O. S. sagt:

        In ihrer Evolution, dem blinden Wissenschaftsglauben, der Psychologie ist mehr Aberglaube, als sie denken – er ist einfach noch viel jünger, als der andere Aberglaube…

        Tztz.

      • Hans vom Hübel sagt:

        Was Anderes als einen psychologischen Erklärungsansatz haben Sie denn geliefert?

        Leute, denen allein der Begriff Evolution schon ein rotes Tuch ist, haben meiner Meinung nach ein gehöriges Problem. Beantworten Sie mir Eines: Inwiefern widersprechen sich Evolution und Liebe?

      • O. S. sagt:

        Ich sprach von der privilegierten Beziehung Mutter/Kind (und in leicht geringerem Masse Vater/Kind), der man kaum gerecht wird, wenn man sie mit wissenschaftlichen Theorien (Evolutionslehre, Psychologie, etc.) sezieren will. Diese Versuche schlagen fehl – wie der Artikel impliziert – weil es kein Patentrezept gibt. Man muss also anderes Wissen (mit)einbeziehen. Wenn man sich diesem aber von vornherein verschliesst, gelangt man hier nie auf einen grünen Zweig.

        Wer ist jetzt hier der Fundamentalist?

        Wieso wohl verwendeten die NT-Autoren das Bild von der Kernfamilie, Josef, Maria, Baby?

      • Hans vom Hübel sagt:

        O.S.: Der Artikel behandelt ein Buch, welches mit den zahlreichen Erziehungs- und Elternratgeber abrechnet und deren Widersprüche thematisiert. Der Autor verfolgt gemäss dem Artikel von Frau Kuster einen pragmatischen Ansatz und kommt zum Schluss, dass die bisweilen mühsamen Verhaltensweisen von Kindern kein Indiz für Fehlerziehung und Fehlentwicklung sein müssen, sondern angeboren sind und evolutionär einen Sinn ergeben. Abgesehen davon, dass Sie Mühe mit dem Evolutionsbegriff haben, sehe ich bei Ihnen keine inhaltliche Kritik am Buch.

        Und bezüglich bedingungsloser Liebe bin ich im Grundsatz mit Ihnen einig. Ein klitzekleines Detail sehe ich jedoch diametral konträr: Was, wenn nicht gerade die bedingungslose Liebe der Mutter zum Kind konnte als Vorbild für das biblische Postulat dienen? Man kann den Bibelbegriff der göttlichen Liebe als Ideal verstehen, das Original ist irdischen Ursprungs.

      • O. S. sagt:

        Ja, wenn sie das so genau wissen, ist doch für sie alles in Ordnung.

    • O. S. sagt:

      Dann ist es eben nicht die bedingungslose Liebe, sondern an die Bedingung (der Gegenliebe) geknüpft.
      Liebe schenken und Liebesentzug und die Konsequenzen ist ein ernsthaftes Problem in dieser Gesellschaft, das man behandeln sollte. Weil von einem so egoistischen wie unrealistischen Begriff von Liebe ausgegangen wird.

      Für Religiöse: Liebe Eltern-Kind muss nach dem Vorbild der Liebe Gottes zu den Menschen verstanden werden.

      Für Areligiöse: ihr seid keine gleichberechtigten (Liebes-)partner eurer Kinder.

      Aber es gibt natürlich viele, die Jahrtausende altes Wissen einfach ignorieren möchten.

      • Daphne sagt:

        O.S., ich gestehe, heute gefallen Sie mir ausnehmend gut, vermitteln Sie Ihre Botschaft doch gar in einer sprachlichen Variante, die akzeptabel ist für arme, areligiöse Seelen wie die meine, die dereinst in der Hölle schmoren werden…

      • Genderbender sagt:

        @OS: Dass jemand wie Sie sich Wissenschaftlichkeit nur als ‚blinden Wissenschaftsglauben‘ vorstellen kann, verwundert eigentlich nicht, da Sie ja offenbar gerne blindem Glauben nachhängen.
        Und meine Güte… Kinder sind nicht gleichberechtigte (Liebes)partner ihrer Eltern… fürwahr, was für eine Weisheit! Wie sollen sie denn, sie sind ja von den Eltern in jeder Beziehung abhängig.

      • Daphne sagt:

        Sie werden zugegeben müssen, verehrter GB, dass einige Eltern diese simple Weisheit nicht zu kapieren scheinen…

      • Genderbender sagt:

        Liebe Daphne, da mögen Sie allerdings recht haben.

      • O. S. sagt:

        Guckst du oben…

        Ich habe keine Botschaft, Ich rege zum Nachdenken an und dazu, die Scheuklappen abzulegen. Ihr seid die Fundamentalisten, die Glaubenskriege austragen.

        p.s.: Was ist Genderbender, m oder w?

      • Daphne sagt:

        Sagen Sie, O.S., können Sie ein Kompliment (selbst ein – zugegebenermassen – zweischneidiges) nicht erkennen, wenn es Ihnen ausgerichtet wird…? Ich danke meinerseits für die Blumen, ähem, Scheuklappen!

      • Genderbender sagt:

        OS, wischen Sie sich den Schaum vom Mund und erklären Sie mir bitte, was ich denn so Fundamentalistisches und Glaubenskriegerisches geschrieben habe.

        Was mich auch noch wunder nähme: Gibt es Ihrer Meinung nach auch ein ‚heiliges Band‘ zwischen Schimpansenmutter und ihrem Jungen?

        m/w: Ich möchte Ihnen doch den Spass am Raten nicht verderben.

      • O. S. sagt:

        Wissen sie, ich kann auch freundlich sein: Danke für das Kompliment!

        Und für das „ausnehmend“ gibts einen 🙂

        Aber ich würde lieber inhaltlich diskutieren und nicht darüber, wie ich etwas sage oder wie sehr ich ihnen gefalle.

      • Daphne sagt:

        Wieso diskutieren, wenn ich doch Folgendes glatt unterschreibe:

        Ihr seid keine gleichberechtigten (Liebes-)partner eurer Kinder.

        Ebenso erkläre ich mich (wiederum diskussionslos) damit einverstanden:

        Dann ist es eben nicht die bedingungslose Liebe, sondern an die Bedingung (der Gegenliebe) geknüpft.
        Liebe schenken und Liebesentzug und die Konsequenzen ist ein ernsthaftes Problem in dieser Gesellschaft, das man behandeln sollte. Weil von einem so egoistischen wie unrealistischen Begriff von Liebe ausgegangen wird.

        Allerdings, auf den religiösen Firlefanz werde ich mich nicht einlassen…

      • Daphne sagt:

        Wobei, im zweiten zitierten Abschnitten hätten Sie doch etwas mehr sprachliche Sorgfalt walten lassen können… Ein bisschen schwammig, das: „Liebe schenken und Liebesentzug und die Konsequenzen ist ein ernsthaftes Problem in dieser Gesellschaft“. Sie dürfen von mir aus gerne präzisieren.

      • Daphne sagt:

        PS: Auch das fand ich ansprechend:

        Das Problem liegt ganz woanders: Eltern wollen vom Kind geliebt werden und Beweise dafür.
        Schreien, Weinen etc nehmen sie persönlich, reagieren adäquat.
        Eltern glauben, es drehe sich allles um sie. Thats the problem, folks!

        Also, noch mal: Worüber wollen Sie diskutieren (ausser dem Heiligen Band zwischen Eltern und Kind)?

      • mapa sagt:

        „….die Scheuklappen abzulegen.“

        Ich hatte eine Eingebung von oben wo besagte Scheuklappen hängen: Am Brett vor dem Kopf.
        „weil es kein Patentrezept gibt“ Ja genau…warum kommst Du dann mit der Bibelinhalten als Patentrezept (Liebe Eltern-Kind muss nach dem Vorbild der Liebe Gottes zu den Menschen verstanden werden)
        Und O.S.: Wäre nicht der StammBlog der passendere Blog, so rein thematisch gesehen?

      • O. S. sagt:

        Sehen sie, sie verschliessen sich (aus Angst?) vor dem „Firlefanz“. Blinde Flecken, Augenklappe. Das ist mir zu einseitig.

        Anknüpfend an oben: Wieso denken sie verwendeten die Christen in der Weihnachtsgeschichte das Bild der Kernfamilie: Mutter, Vater, Kind? Und was sagt dieses Bild aus?

      • Daphne sagt:

        O.S., hierbei handelt es sich schlicht und ergreifend um archetypische Vorstellungen, weniger um genuin Religiöses. Und nein, nur weil man sich dem religiösen Diskurs entzieht, hat das noch lange nichts mit Angst oder mit einem „sich verschliessen“ zu tun… Worüber ich nichts mit Gewissheit zu sagen weiss, darüber pflege ich nicht zu sprechen – in gut agnostischer Weise. – Übrigens, haben Sie das gesehen? Ein echtes Schmankerl, rechtzeitig vor Weihnachten…

        http://newsnetz-blog.ch/hugostamm/blog/2011/12/23/religiose-menschen-sind-anfalliger-fur-vorurteile-2/

      • marie sagt:

        @o.s.
        marie war die zweite frau josephs und joseph hatte aus erster ehe schon kinder. marie gebar das kind nach 3 monaten, dh… hm… rechne! aus aus der kernfamikie könnten wir ganz modern eine patchworkfamilie machen. 😀 mir persönlich gefällt diese idee.

      • marie sagt:

        natürlich wars mariA und nicht marie… sorry faux pas!

      • Hans vom Hübel sagt:

        🙂 Sehr gut, marie.

        PS: Heute ist das mit der unbefleckten Empfängnis auch kein Problem mehr – unter Anderem sehr zur Freude von Patchwork Familien…

      • marie sagt:

        @hvh
        ist so, mt 13,55
        „Ist das nicht der Sohn des Zimmermanns? Heißt nicht seine Mutter Maria und sind nicht Jakobus, Josef, Simon und Judas seine Brüder?“
        und mk 6,3
        „Ist das nicht der Zimmermann, der Sohn der Maria und der Bruder von Jakobus, Joses, Judas und Simon? Leben nicht seine Schwestern hier unter uns? Und sie nahmen Anstoß an ihm und lehnten ihn ab.“
        …alles im nt nachzulesen… und zu dieser zeit konnte es ja nicht sein, dass eine 16 jährige einfach so schwanger wurde, ausser eben, man hat sie auserwählt (warum auch immer) die empfängnis als unbefleckt zu beschreiben.

      • O. S. sagt:

        Ja, aber liebe Daphne! Ihre „Archetypen“ Jung’scher Prägung halten genauso wenig einer naturwissenschaftlichen Beweisführung stand, wie die Schöpfungsgeschichte oder die Postulate der Aufklärung. Es sind Theorien, Hilfskonstrukte, Modelle. In bestem Geist post-modernen Denkens muss man alle jene als gleichberechtigt anerkennen, die wissenschaftliche wie die religiöse. „Und bin so klug als wie zuvor..“ (Goethe, „Faust“)

        Ich sage klipp und klar: um das Mysterium zwischen Kind und Mutter/Vater zu verstehen, reichen evolutionsbiologische und psychologische Modelle kaum aus.

      • Daphne sagt:

        Höchst erstaunlich, O.S., Sie scheinen heute geradezu Ihren Tag des klaren Durchblicks zu haben – ich gratuliere! Allerdings würde ich ergänzen wollen, dass das Schöne an Mysterien ja gerade das ist – das man sie nicht ergründen kann, mit welchem konstruktivistisch-weltdeutenden Hilfsinstrumentarium auch immer… 🙂

      • marie sagt:

        …oder aber diese werden flexibel gehandhabt, um situationen irgendwie in den griff zu bekommen? dh um sich selbst und das eigene verhalten immer wieder und stes zu hinterfragen? mir persönlich gefällt dieser gedanke z.bsp.

      • Hans vom Hübel sagt:

        O.S., Sie sagen aber auch klipp und klar, dass Areligiöse nicht zu gleichberechtigter Liebe fähig sind. Wie wollen Sie bei solch absolutistischen Aussagen gleichzeitig ernsthaft für Toleranz plädieren?

      • Daphne sagt:

        Natürlich, Marie, und Sie liefern ja auch schon die wesentlichen Stichworte: geistige Flexibilität, (Selbst-)Reflexion. Nur möchte ich dennoch gewisse Mysterien (z.B. die Eltern-Kind-Liebe) Mysterien sein lassen, und mich dergestalt an ihnen erfreuen, ohne sie wahlweise endlos zu zerreden, zu psychologisieren, zu analysieren oder sakral zu überhöhen – Sie nicht auch? 😛

      • Daphne sagt:

        Ähem, Herr von Hübel, ich möchte O.S. ja nicht verteidigen, aber diese Aussage haben Sie missverstanden…

      • marie sagt:

        liebe? aber definitiv!!!!! nicht mal ich bin so nüchtern… sonst müsste ich meine leidenschaft zur zartbitteren schokolade auch hinterfragen. und DAS will ich nicht, sonst würde der genuss abhanden kommen… 😀 bin ich jetzt romantisch? ansonsten nicht gerade mein zug…

      • Daphne sagt:

        …mit Verlaub.

      • Daphne sagt:

        Marie, wenn es um Schokolade geht, ist alles erlaubt – alles! Sogar romantische Anwandlung und backfischartige Schwärmereien….

      • marie sagt:

        🙂 um zur diskussion zurückzukommen. bei solchen theman, resp. den versuchen alles wissenschaftlich zu erklären, stelle ich mir ständig die frage: für was? warum kann der mensch dinge nicht einfach annehmen, wie sie sind und versuchen daraus das beste zu machen und versuchen etwas ehrliches daraus zu machen. weshalb brauchen wir das? wird da nicht schon wieder versucht etwas normales zu pathologisieren, damit irgendwer schon wieder profititern kann? mir rätselhaft. nichts gegen evolutionstheorie, sicherlich interessant. aber alles auch wirklich alles damit erklären? … für mich, ne danke!

      • Hans vom Hübel sagt:

        Daphne, danke, hab’s jetzt auch geschnallt.

        @O.S.: Entschuldigen Sie bitte meine irrtümliche Unterstellung.

        Cheers.

      • O. S. sagt:

        Daphne, sie sind recht schlagfertig, gefällt mir!

        Aber grosse Lust auf horizonterweiternden Erkenntnisgewinn scheinen sie nicht zu haben. Das ist natürlich modern, so eine gewisse legere Unverbindlichkeit.

        Hingegen erscheint mir die hier angeführte Quellenlage bezüglich Josef etwas dürftig und das zweite Matthäus-Zitat ist fehl am Platz. Ausserdem geht es natürlich um etwas ganz anderes: um das kraftvolle Bild, das ich beschrieben habe, die Kernfamilie im Stall zu Bethlehem. Die Aussage, die darin steckt, ist mächtiger als alles Geschwätz von Religionshassern!

      • Daphne sagt:

        Wissen Sie, dieses ganze sakrale Brimborium (s. vor-vor-vorletztes Statement) braucht es meiner Meinung nach einfach nicht – das Bild im Stall zu Bethlehem ist ein Schönes, ja Herzergreifendes, auch ohne dass man jetzt zwingend annehmen müsste, dass in der Krippe tatsächlich Gottes Sohn himself gelegen hat… So mit den ganzen Eselchen und Ochsen, und den kleinen Schäflein, bildet es das Urszenario kuschelig-heimeliger Verbundenheit – so, wie eine Familie im Idealfall eben sein sollte. Und: Von Religionshass war meinem Empfinden nach hier nie die Rede, höchstens von (berechtigter) Skepsis.

      • O. S. sagt:

        Oder einfach bares Unverständnis. Schönheit, und ans Herz gehendes muss man auch zuerst erkennen. „Gnothi Seautón“ – „Erkenne dich selbst“. Selbsterkenntnis, als tägliche Übung, als Basis für jedes sinnvolle Nachdenken über Gott und die Welt.

        Und was bitte ist „sakrales Brimborium“? Es geht ja um die Inhalte und den Wert den man ihnen zumisst. Wenn sie in die Kunsthalle gehen interessiert sie ja auch nicht vor allem, wie die Farbe auf die Leinwand appliziert wurde und sie würden die Bilder auch kaum als Farbklecksereien, die Skulpturen als Steinhaufen ansehen.

        Etwas mehr Sensibilität bitte!

      • Daphne sagt:

        Das Schöne ist doch, dass heute jeder für sich entscheiden kann, ob er Gott, oder der Welt, oder beidem auf den Grund gehen will… Auch beinhaltet das eher philosophische “Gnothi Seautón” nicht zwingend die Auslotung einer religiösen Ebene. Und was die Sensibilität betrifft (dass dieser Einwurf ausgerechnet von Ihnen kommt, das hätte ich mir nie träumen lassen!): Sie haben sicher schon mitbekommen, dass ich nicht unbedingt die Feinfühligkeit in Person bin, oder? 🙂 Wie kriegt man übrigens dieses breite Smiley-Lachen hin, das Marie so gerne und oft benutzt…?

      • marie sagt:

        @daphne
        : – D alles aneinander: 😀

      • Katharina sagt:

        Jahrtausende altes Wissen – die Bibel ist Wissen? lachhaft.

        Ganz abgesehen davon, dass das meiste in der Bibel gefälscht ist: http://www.scribd.com/doc/55685655/Forged

        aber: os hat recht betreffend jung und archetypen. wer je das rote buch von jung gesehen hat (wurde posthum veröffentlicht) sieht wie esoterisch und metaphysisch jung dachte.

      • Daphne sagt:

        Man muss die Archetypen nicht immer im Jungschen Sinn verstehen. Mir ging es eher um ein Urbild der Familie im Sinne einer anthropologischen Konstanten (Menschen neigen nun mal dazu, Familienverbände zu bilden). Und dieses Urbild, vergegenwärtigt in der Bethlehem-Szene, bedarf in meinen Augen eben keinerlei religiöser Überhöhung, um uns zu berühren.

      • Katharina sagt:

        Naja, Jung hat den Begriff Archetyp eingeführt und weiter wurden Märchen auf Archetypen untersucht. Das wiederum spannt den Bogen zur Bethlehem Geschichte. eben auch ein Märchen – oder folks tale – wie der Rest der Bibel. Lesen Sie den Artikel von Ehrmann. Der Autor ist immerhin Theologe und dann noch einer der strengen Sorte – evangelikal.
        unsere ganze Literatur ist ja voll von kulturell Archetypen.

        Vielleicht ist Bethlehem in einem neuzeitlichen europäischen Kontext ein Urbild von Familie. Ansonsten eher nicht.
        Zu Z3nsur usw wiederum Ehrmann und das Agenda Setting der Kirchengründer.

    • Katharina sagt:

      All den born again christians, konvertierten moslems usw sage ich nur: long live blasphemie.

  • Peter Spelt sagt:

    Meine Tochter hat 1 einziges Mal getrotzt bei mir, mit strikter Nicht-Beachtung war das Thema dann gegessen. Anders als bei der Mutter, die hat immer nach 5 Minuten nachgegeben und hat heute noch einen Sohn, welcher ein Muster an Trotzkind ist. Wir sollten uns mehr an unseren Wurzeln orientieren oder mal ins Tierreich schauen. Die Katzen z.B. sind liebevolle Mütter, strafen aber Missverhalten sofort ab um dann umgehend die Kinder wieder zu lecken. Ich nehme mir jeden Tag Zeit, ungeteilte Zeit d.h. kein neben den TV oder so, um mit meiner Tochter etwas zu unternehmen was sie gerne möchte.

  • Mutter sagt:

    Als Einzelkind kann ich gut nachvollziehen, dass Kinder zu sehr in den Mittelpunkt gestellt werden und das zu Problemen führt.
    Als Mutter von 5 Kindern kann ich bestätigen, dass das mit der Großfamilie stimmt und die Kinder sich auch gegenseitig zu sozialem Verhalten ermahnen und herausfordern. Wenn man bereits größere Kinder und noch kleinere gleichzeitig hat, ist das wesentlich entlastender, als damals beim Erstgeborenen (war das ein mentaler Streß).
    Der Autor spricht von einem Abstand der Kinder von drei Jahren. Meine Erfahrung ist eher ein Abstand von zwei Jahren (wenn man die Kinder stillt und nicht zusätzlich verhütet), aber das kann auch an unserem Wohlstand liegen.

  • Gabi sagt:

    Die Ratgeberfixiertesten, die mir in meinem Umfeld aufgefallen sind, scheinen vor allem Mühe damit zu haben schnell – zeitnah! – auf irgend eine unerwartete Situation reagieren zu können.

    Oft hatte ich das Gefühl, ich seh sie vor ihrem geistigen Auge Register und Stichwortverzeichnisse durchblättern und darüber die spontane Regung vernachlässigen. Genau das, was uns am Glaubwürdigsten macht!

    Es ist wie bei Rezeptbüchern: Zur Inspiration klasse. Auch mal gut, um etwas beim ersten Mal tatsächlich Punkt für Punkt durchzuexerzieren.

    Aber für den echten Kochfun bloss als Grundinfo wichtig.

    • Auguste sagt:

      hmm…, erst die feministinnen und jetzt caspar baader – wer kommt als nächstes dran, gabi?

      (unter uns, gar keine so leichte aufgabe ihr ödes perma-langweilerimage zu korrigieren – aber lassen sie mich nur machen: neues jahr, neues glück!)

      • Gabi sagt:

        Übrigens, Auguste: Auch zur Christkindllüge habe ich durchaus was (langweiliges? – möglich!) zu sagen gehabt. Und selbst grad kurz vor Ihrem heutigen Einwurf bin ich mit Sportpapi auf etwas abgezweigt (Quotenschwule Fussballer und so), das mir durchaus Ernst ist.

        Es ist also keineswegs so, dass ich nix zu den Themen zu sagen hätte und das „Perma-Langweilerimage“ scheint noch gar nicht soo lange an mir zu haften.

        Wenn doch: Sei´s drum. Nachträgliches Gewinde, Bestreiten von Geäussertem und diffuses Unterstellen wird mich auch in Zukunft nerven.

        Werisneigentlich Caspar Baader, bitte?!

      • Sportpapi sagt:

        Und die Abzweigung erfolgte ja auf Anregung von Daphne, die sich aber dann doch nicht so vertieft damit befassen wollte (weil es ihr Argument nicht stützte?) – ich danke ihr trotzdem dafür.
        @Auguste: Was spielen Sie eigentlich für ein Spiel hier?

      • Auguste sagt:

        hmm…, dafür, dass sie den volkspolitiker ohne fortune aus bl nicht kennen, haben sie ihn aber trefflich beschrieben, gabi.

        was das andere anbelangt, da mache ich aus ihnen einen tag- und schlagfertigen thread-derwisch. höchste zeit die längst überholte kreuzzüge-14/18er-masche abzulegen. natürlich dürfen sie mit den damen weiter debattieren, ob jetzt timoschenko oder janukowitsch, imelda oder ferdinand marcos, hillary oder bill clinton dem jeweiligen geschlecht mehr oder weniger zur ehre reicht(e) – aber mit dem stellungskrieg ist schluss. das bringt kein raumgewinn und keine entscheidung

      • Auguste sagt:

        hmm…, sportpapi, das spiel heisst: die welt vor rückbezüglicher langeweile retten und arbeitsplätze nicht in gefahr bringen.

        nach mb’s abgang, sollte man den neuen autorinnen gelegenheit geben, mit interessanten themen leser zu unterhalten und manchmal auch gesellschaftpolitisch relevantes zur debatte zu stellen. da ist es wenig hilfreich, wenn in den kommentar-threads über monate immer wieder die gleichen „olle kamellen“ ergebnislos gelutscht werden. reisst euch ein bisschen am riemen und tauscht dogma mit geistreichem und überraschendem. ich (und ein paar andere) würden es begrüssen.

      • Gabi sagt:

        Eine „Entscheidung“ im Mamablog ist wohl so oder so eher weniger zu erwarten.

        Ich kann Ihnen dennoch nicht folgen: Wen habe ich wo beschrieben?

        Und das mit den Frauen- und Männernamen… da komm ich schon gar nicht mit: Mich nervt ja gerade DAS:

        Das hier noch das hinterletzte Thema in irgend einer verkniffenen Art und Weise am Schluss wieder zu einem Genderthema erklärt wird. Ich verabscheue diesen dauersexistischen Blick zu tiefst und es ärgert mich ja gerade, wenn dies ausgerechnet im Glauben, Sexismus und Pauschalisierung zu bekämpfen, geschieht.

      • Sportpapi sagt:

        Für ewiges Ping-Pong braucht es aber immer zumindest zwei, oder? Und wenn im Schützengraben niemand gegenüberliegt, ist die Sache auch bald gegessen. Wie auch immer, auch ich freue mich auf Geistreiches und Überraschendes. Persönlich ist mir aber der Inhalt lieber als die schöne Verpackung. Insofern spiele ich auch gerne den Ball zurück.

      • Gabi sagt:

        Auguste – Bei allem Respekt:

        Ich kenn noch nicht mal mein Dogma! Zwar hab ich schon viele Andeutungen dahingehend gelesen („…weiss was Ihre Mission ist…“ , etc.), aber Konkretes kam dennoch nie.

        Ich kann daher weder dogmatisch noch undogmatisch agieren.

        Die Dogmen, welche jene auf der anderen Seite des Grabens jeweils (und genau deshalb mit so viel Energie und Wut) bekämpfen, sind doch jeweils ihre Eigenen!

        Nichts löst so viel Ärger aus, wie der Hinweis auf deren selbst postulierte Dogmen, wenn grad wieder mal – ausnahmsweise -Extrawurstzeit gefeiert wird.

        Das ist ja das Komische!

    • Gabi sagt:

      Hab nur einen Caspar Baader in der Politik gefunden.

      Kriege den Zusammenhang beim besten Willen nicht alleine raus, Auguste.

      • Sportpapi sagt:

        Der hat doch kürzlich schnell und entschlossen auf eine unerwartete Entwicklung reagiert…

      • Gabi sagt:

        Nicht mitgekriegt… Katharina hat – im Zuge ihrer kleinen Drohungskampagne – ja schon längst rausgekriegt und kund tun müssen, dass ich gar nicht in der Schweiz sitze.

        Sorry daher.

      • Sportpapi sagt:

        Sie doch auch nicht. Und trotzdem weiss sie jeweils genau Bescheid, was läuft bei uns.

      • Gabi sagt:

        Verschwörung des Matriarchats!

        ich könnte noch vieles, und viel ausführlicher natürlich, hier berichten, wenn man mich nur liesse.

        …Aber ich bin nicht der erste, der hier von einer nur allzu offensichtlichen Konspiration zum Schweigen gebracht wird…

        😉

  • Auguste sagt:

    hmm…, nach wie vor liefert rosamunde pilcher wertvolle ratgeber-literatur und sendungen. ganz besonders im fachbereich „umgang mit überraschend auf südenglischen landsitzen mit traumhafter meersicht auftauchendender, unehelicher – aber attraktiver – nachkommenschaft mit eigenem unehelichen kind, waisen oder wenigstens offenem sportwagen“.

  • Pascal Sutter sagt:

    Ich habe mich dazu entschieden überhaupt keine komischen Ratgeber mehr zu lesen sondern meinem Bauchgefühl zu folgen. Seit 10 Jahren habe ich so erfolg und auch die Kinder scheinen nicht darunter zu leiden.

  • fx sagt:

    Ratgeber können wertvoll sein, geben sie doch möglicherweise Einblick, wie andere die „Probleme“ angehen. Nicht alles, was geraten wird, ist allerdings immer eins zu eins adaptierbar. Richtig ist also eine kritische Wertung der empfohlenen Strategien. Aus eigener Lebens- und „Erziehungs“-erfahrung scheint es mir wichtig, die Kinder in den ersten Lebensjahren vor einer zu grossen Reizüberflutung (vor allem durch TV) zu schützen und sich so viel wie möglich selber mit dem Nachwuchs zu beschäftigen. Dies kann sowohl durch den Vater wie die Mutter erfolgen. Die Anforderungen sind immer hoch.

  • Pippi Langstrumpf sagt:

    Erziehungsratgeber liest man nicht, weil man gestörte Kinder hat, sondern weil man vermeiden will, dass sie das werden, auf einmal, weil man in jedes denkbare Fettnäpfchen getreten ist.

    Nein, die Kleinen sind nicht gestört, aber die Erwachsenen brauchen manchmal ein wenig Unterstützung darin, das zu erkennen.

  • Auguste sagt:

    hmm…, der nächstbeste ort für die publikation dieses blogs wäre wahrscheinlich kim jong-uns facebook-seite.

    • alien sagt:

      Oder der Zeitungsständer im Pjöngjang Inn.

      • fufi sagt:

        Tja, es soll gewisse Artikel geben, die vom PC aus anstelle an den Drucker besser direkt an den Shredder geschickt werden.
        Und es soll Buch-AutorInnen geben, die als „Standard-Speicher-Ort“ vorzugsweise „Papierkorb“ definieren würden.

        Aber irgendwie ist diese BRAVO-Doktor Sommer-Mentalität auch aus gewissen unterdessen geworfen-habenden ach so modern-aufgeklärten Kröpfen fast nicht herauszukriegen.

        Und da soll mir bitte niemand mit „Evolution“ kommen.
        Die hat sich, humanioiderweise gesehen, eh schon vor mindestens 10’000 Jahren von dieser Welt verabschiedet.
        Sehr verständlich!
        👿

  • xyxyxy sagt:

    Also in meinem Haus steht kein Erziehungsratgeber. Doch zwei, welche ich geschenkt bekommen, aber nciht gelesen habe.
    Evolution hilft uns nicht viel weiter. In diesem neuen Autoren-Steckenpferd kann schlichtweg ALLES verkauft werden.

    Selbsterkenntnis und daraus folgende Menschenerkenntnis halte ich für wichitger.
    Sodann eine stabile offene Beziehung der Eltern. Und dass man im Frieden mit sich selbst ist.
    Ich denke, wenn diese Punkte stimmen, ist man auch nicht von Ängsten gesteuert und wird sich auch nicht an all den Theorien irremachen lassen, die täglich feilgeboten werden.

    • Daphne sagt:

      Ähnliches dachte ich auch beim Lesen, xyxyxy, vor allem der Punkt, dass diese ganzen Erziehungsratgeber in erster Linie ihr Geld mit den Ängsten der Eltern erwirtschaften, gehört doppelt und dreifach unterstrichen. Wobei, das scheint für die Ratgeberliteraten im Allgemeinen zuzutreffen… Und nicht nur die Ratgeberliteraten, sondern auch für Journalisten, Politiker, Ökonomen (die Liste liesse sich beliebig fortsetzen) – wie hiess es kürzlich so treffend in einem grossartigen Artikel in der Zeit:

      • xyxyxy sagt:

        richtig erkannt Daphne die verschiedenen Zünfte gleichen sich meistens mehr als ihnen lieb ist.

        Doch das mit der Evolution finde ich die allerlächerlichste Modeerscheinung. So wie jeder Sinn und Unsinn zu alten Zeiten mit irgendeiner weithergeleiteten Bibelgeschichte begründet wurde, wird heute jede Allerwelts(un)weisheit mit der Evolution begündet. Das Witzige: man wiegt sich dann noch im Glauben diese Horoskopweisheiten hätten einen wissenschaftlich, modern, aufgeklärten Anstrich.
        Wenn es nicht das erschreckend tiefe Denkniveau der Leute offenbaren würde, fänd ich das echt zum totlachen.

      • Daphne sagt:

        Sehen Sie, xyxyxy, deshalb besinne ich mich, um dem Trend entgegenzuwirken, mittlerweile wieder auf die echten Horoskopweisheiten. Was war ich verzweifelt, als mir kein vernünftiger, evt. evolutionär begründbarer guter Vorsatz für 2012 einfiel – bis ich die Sonntagszeitung zu fassen bekam. Darin konnte man unter Anleitung einer Numerologie-Expertin eine Jahresaufgabe in Gestalt einer Zahl ermitteln, und meine Jahresaufgabe – 6 – lautet: „Visionen umsetzen. Sensible und mutige Durchsetzung der eigenen Interessen.“ Hört sich doch äusserst vernünftig an – und schwupps, war das Problem erledigt…

      • Genderbender sagt:

        @xyxy: Nu mal sachte… dass es nervig ist, wenn ständig irgendwelche Banalitäten mit der Evolutionslehre begründet werden, da gebe ich Ihnen völlig Recht. Aber da kann die arme Evolutionslehre nichts dafür. In Zeiten, da sich für das mächtigste politische Amt der Welt Menschen bewerben, die zumindest vorgeben, an eine junge Erde und die Schöpfung zu glauben, schadet es nichts daran zu erinnern, dass sich die Evolutionstheorie in den letzten 150 Jahren als Erklärungsmodell in der Biologie zigtausendfach bewährt hat.

      • Daphne sagt:

        Ein wahrlich bedenkenswerter Schlenker auf aktuelle Gegenwartsprobleme, GB, von denen das Intelligent Design sicher nicht das Geringste ist. Worum es mir, und wie ich denke, xyxyxy jedoch ging, ist dieser biologistische Reduktionismus, der einem gegenwärtig immerfort zu begegnen scheint… Als wäre der Mensch nicht (auch) ein Kulturwesen – nebst seiner unvermeidlichen Natur.

      • marie sagt:

        …einige benutzen die evolution um ihr schlechtes benehmen zu legitimisieren und ja nicht etwas an ihrem verhalten zu ändern. „das“ andere ist schuld soz. und stehelen sich damit ja nur aus der verantwortung. es sind ja schliesslich auch meine gene, die gerne gut essen… 😉

      • xyxyxy sagt:

        @Gender…. sie haben mich im Gegensatz zu Daphne überhaupt nicht verstanden….
        es geht um den Horoskopartigen Gebrauch unserer derzeitigen Weltklärungstheorie – der hat sich nicht im Geringsten geändert zum horoskopartigen Gebrauch unserer früheren Welterklärgunstheorie
        Früher begründeten die Meinungsmacher ihre Meinung mit der Religion, heute mit der Evolution. Mit etwas Grips könnte man natürlich immer auch gegenteiliges Verhalten so begründen. Bzw. könnten wir, da wir heute nicht mehr in Sippen in Höhlen wohnen, sagen, dass diese Trotzerei von unserer Evolution längst überholt ist.

      • xyxyxy sagt:

        Mit der Evolution können wir Harems und Frauenhandel legitimieren oder auch das Matriarchat. Wir können Spitäler mit der Evolution begründen oder auch Vernichtungslager. Toleranz oder Intoleranz. Mit etwas Grips und Redegeschick jeden Unsinn und jeden Sinn.
        Wenn das Trotzen tatsächlich in den finsteren Höhlen einprogrammiert wurden, wenn vor X-Tausend Jahren die Weibchen tatsächlich erst nach 3 Jahren ihr zweites Junges austrugen…(?), gibt es immer noch keinen logischen evolutionären Grund, warum ein Verhalten, dass der damaligen Welt entsprach, heute gut sein sollte.

      • Genderbender sagt:

        Und nochmals sachte, xyxy… Mir ging es lediglich darum aufzuzeigen, dass sich ihre Kritik ja richtigerweise kaum gegen die Evolutionstheorie als solche richtet, sondern um die Tendenz, sie für allen möglichen Unsinn zu instrumentalisieren. Im übrigen muss ich schon noch eines festhalten: Dass irgndwelche Scheusslichkeiten mit Religion gerchtfertigt und begründet werden, dem war nicht nur früher so, das passiert leider auch heute noch tagtäglich und ist gefühlt im Zunehmen begriffen. Dass Machthaber irgendwelche Verbrechen mit der Evolution begründet hätten, wäre mir hingegen nicht bekannt.

      • Daphne sagt:

        Sozialdarwinismus (und davon ableitend: Rassenhygiene), Genderbender…

      • Daphne sagt:

        …nicht zu vergessen: die Euthanasie. Alles biologistisch/evolutionistisch begründet, und in der jüngeren Vergangenheit höchst erfolgreich in der Begründung der Ermordung von Millionen von Menschen angewandt.

      • marie sagt:

        @gb
        rassentheorie der ns basiert auf deren auffassung der evolutiontheorie (eben, auch missverstanden – die kritik ist ja nicht gegen der theorie an und für sich, aber die interpretationen gewisser, die die evolutionstheorie nicht verstehen und diese zu ihren eigen zwecken „miss“brauchen)… leider!

      • xyxyxy sagt:

        @Daphne/Marie danke, ihr gebt mir das Gefühl nicht allein zu sein. Mein wankender Glaube an die Menschheit wird heute nicht fallen, dank euch!

      • Genderbender sagt:

        Danke marie, Sie sagen’s.

      • Daphne sagt:

        Also können wir gemeinschaftlich festhalten: Wissenschaft lässt sich genau so leicht „zweckentfremden“ bzw. missbräulich instrumentalisieren wie Religion (und wie vieles andere auch). Das ist doch mal eine Erkenntnis, auf der man eine Diskussion aufbauen kann…

      • Genderbender sagt:

        och xyxy, so Schlimmes hat doch niemand geschrieben, dass Ihr Glaube an die Menschheit schon ins Wanken geraten müsste… 😉

      • Genderbender sagt:

        @Daphne: Ja, das hat schon was. Der Unterschied liegt in der Aussenwirkung. Mit Religion lassen sich (aus mir unerfindlichen Gründen) Massen zu allen möglichen Scheusslichkeiten aufstacheln. Versuchen Sie mal, mit dem Predigen der Gravitationslehre das gleiche zu erreichen, damit bringen Sie die Massen höchstens zum Schlummern….

      • marie sagt:

        jep. mir stellt sich einfach grundsätzlich immer die frage „cui bono“, wenn ich mal wieder solche zweckentfremdete theorien lese, sei es wissenschaftliche, sei es religiöse, sei es politische usw…
        vllt will der mensch „anweisungen“ um zu leben? selbständiges denken braucht zeit und musse und die haben wir ja nicht mehr, was eigentlich grundvorausetzung wäre, eigene haltungen möglichst nicht fremdbestimmt zu entwickeln.

      • Daphne sagt:

        Müssen Sie denn gerade eines der langweiligeren Beispiele zu Demonstrationszwecken heranziehen, GB? Ich meinte, mit dem Predigen christlicher Nächstenliebe liesse sich auch keine Meute aufstacheln. Aber wer weiss, mit der weitaus attraktiveren Quantentheorie und/oder der Nanotechnologie dürfte sich so Einiges bewerkstelligen lassen… Ganz zu schweigen von der Genetik, die hätte doch geradezu prädestiniert-aufhetzerisches Potential!

      • xyxyxy sagt:

        @Gender… nicht so schlimm? Ich weiss nicht, obwohl sie wahrscheinlich noch zur klügeren Hälfte der Menschheit gehören, beweisen sie gerade gedankliche Unbelehrbarkeit. Obwohl ihnen das NS Regime genannt wurde, (die Jakobiner, Stalinisten, Roten Kmehr, Maoisten und Ils seien hier mal inbegriffen) fällt ihnen nichts schlaueres ein, als die Gravitätslehre. Daneben vergessen sie auch noch, dass die ersten Hospize durch religiöse Anstachelung entstanden sind, ebenso wie das IKRK oder die ersten Tierschutzgesetze.
        Wahre Emanzipation ist, wenn wir beginnen die Dinge objektiv neutral zu betrachten

      • Genderbender sagt:

        @xyxy: Tut mir leid, aber jetzt verzapfen Sie hanebüchenen Unsinn. Was hat denn die NS-Ideologie mit Wissenschaft, mit Wissenschaftlichkeit zu tun? Die Rassenlehre der Nazis war geradezu das Gegenteil von Wissenschaft, deren Perversion, und der Antisemitismus entspringt letztlich der quasireligiösen Wahnvorstellung, dass ‚die Juden‘ Christus ermordet hätten. Was hat die Ideologie der Roten Khmer, was der Kommunismus mit Wissenschaft zu tun? Jede Lehre mit Absolutheitsanspruch ist per se zutiefst unwissenschaftlich.

      • Daphne sagt:

        Ebenso könnte man fragen: Und was haben z.B. die Kreuzzüge mit christlichen Glaubensinhalten zu tun? Ich erinnere angelegentlich dessen gerne noch einmal an das biblische Gebot der christlichen Nächstenliebe… Sie sehen: Sowohl die darwinistisch verbrämte Rassenlehre der Nazis als auch der christliche Fundamentalismus sind groteske Perversionen der Ursprungsidee und haben mit dieser über weite Strecken herzlich wenig zu tun. – Überhaupt, der Begriff Glaubenskrieg: Ist das nicht immer ein rhetorisches Deckmäntelchen für handfeste territoriale, (sozio-)politische und ökonomische Interessen?

      • Daphne sagt:

        PS: Der „Neue Mensch“ der Sowjetideologie, er war durchaus ein technokratisch-pseudowissenschaftliches Konstrukt, das mit literarischen und propagandistischen Mitteln der Bevölkerung regelrecht eingeimpft werden sollte…

      • Genderbender sagt:

        @ Daphne: Da haben Sie durchaus einen Punkt, auch wenn das elende an Religionen eben ist, dass man in deren ‚heiligen‘ Büchern für ziemlich jeden Stuss eine Rechtfertigung findet. Aber darum geht’s mir gar nicht; mir geht’s um xyxy’s simplistische Gleichsetzung von Religion (Glaubenslehre früher) und Wissenschaft (Glaubenslehre heute). Er kapiert offenbar nicht, dass Wissenschaft im Gegensatz zu Religion eben KEINE Absolutheiten predigt, sondern zum ständigen Hinterfragen und Nachdenken anregt. Wenn gewisse Erkenntnisse als gesichert gelten, dann deshalb, weil sie sich über Jahrzehnte und

      • xyxyxy sagt:

        Genau das lässt mich ja am Verstand des homo allgemeinicus verzweifeln. Daphne hat ihnen bereits trefflich geanwortet. In kommunistischen Diktaturen wurde und wird jeder ideologische Furz als wissenschaftliche Wahrheit verkauft. Darum geht es ja… genau so wie perverse Machtmenschen jede Unterdrückung im Namen der Religion verkauften.
        Genau so wie sie nun sagen „Wissenschaft kann nie schuld sein“ nur deren Pervertierung all die Gräuel haben gar nichts damit zu tun. Genauso sagte und sagt das der religiöse Pazifist über die Religion bzw. den wahren Glauben.

      • xyxyxy sagt:

        Gender …. in diesem Artikel wurde eben etwas über Trotz gepredigt mit einer „wissenschaftlichen“ Begründung. so fing alles an.
        Was ihr Einäugigen nicht begreift: Es wird ständig gepredigt. Nicht nur in der Kirche.
        Natürlich ist Wissenschaft theoretisch neutral. Empirische Untersuchungen, wertneutral dargestellt. Aber wir Menschen werden die Fakten immer interpretieren und sie zum predigen gebrauchen.
        Wer nun evolutionsbegründete Sozialwissenschaft betreibt, hat m.M eh vergessen was Wissenschaft ist, denn hier bewegt er sich nicht auf Empirie, sondern ideolgiegesteuerten Mutmassungen.

      • Daphne sagt:

        Bevor ich fürs Erste von hier verschwinde, damit auch andere mal zu Wort kommen können – dürfte ich mich kurz dazwischenschalten? Sie beide haben offensichtlich eine wissenschaftliche Ausbildung genossen, also kann schon mal von Wissenschaftsfeindlichkeit nicht die Rede sein, GB (höchstens von Wissenschaftsskepsis). Und xyxyx hat Recht, es gibt Blindwissenschaftsgläubige (nicht nur, aber auch Akademiker), die derart von der Richtigkeit wissenschaftlicher Aussagen überzeugt sind, dass sie längst vergessen haben, dass jede Wissenschaft zuallererst auf dem Prinzip der Falsifizierbarkeit beruht…

      • Genderbender sagt:

        @xyxy: Sie gefallen sich offenbar darin, Andersdenkende als Geblendete und Einäugige zu bezeichnen; das sagt mehr über Sie als über mich aus. Im übrigen ist der Rest meiner Antwort irgendwo im Nirvana gelandet; sei’s drum.

    • Daphne sagt:

      „If you see something, say something. – Wir erleben den versteckten Sinn dieses Satzes sehr wohl auch diesseits des Atlantiks. Und wir haben ein Problem damit. Denn eine Verdachtsgesellschaft hat ein Problem: den Mangel an Selbstbewusstsein, Optimismus, Tatkraft. Immer befürchtend, dass irgendwas bei irgendjemand und an irgendetwas nicht stimmt, bremst sie sich eigenmächtig aus. Bis sie irgendwann blockiert.“

      http://www.zeit.de/2011/46/Leidenschaft-Verdacht/seite-1

    • alien sagt:

      xyxyxy, ich les derweil den neuen Eco, den meine Mutter geschenkt gekriegt hat. Fasziniert mich mehr als jeder Erziehungsratgeber.

  • Anh Toan sagt:

    Fast alle Erziehungsratgeber orientieren sich an den Interessen des Kindes. Früher sind Kinder „passiert“, heute haben wir Wunschkinder. Früher hat Erziehung die Interessen der Gemeinschaft (Familie) vor die Interessen des Individuums gestellt, das Kind soll „gesellschaftsfähig“ werden. Heute rückt das Kind in den Mittelpunkt, alles dreht sich um seine Interessen und Bedürfnisse.

    Mein Rat, alle Ratgeber wegschmeissen und versuchen, gegen diese süssen kleinen Terroristen seine eigenen und die Familienbedürfnisse durchzusetzen.

    • Muttis Liebling sagt:

      Es schadet nichts, über Zusammenhänge in der Entwicklungsbiologie und -psychologie zu wiseen. Ich gebe dem zitierten Autor weitgehend recht. Problem heute ist tatsächlich auch der falsche Platz der Kinder in der Familie und der Gesellschaft. Sie kommen zu selten, viel zu spät und stehen zu sehr im Zentrum de Aufmerksamkeit. Zuwendungsverwahrlasung nenne ich das.

    • Bamert sagt:

      die Frage ist, wie wollen Sie ES durchsetzen? Mit Gewalt. wie Ihr Text insinuiert…dann wenden Sie die Macht Ihres Erwachsenseins an, die Folgen werden genau so sein, dass Ihre Kinder, sobald sie Erwachsen werden auch ihre eigene Macht-Gewaltkompetenz anwenden, während der Pubertät gegen Sie als Eltern! Ich habe gute Erfahrungen gemacht mit dem Verhandeln, -weder totale Anpassung an das Kind, noch totale Durchsetzung meiner Interessen. Meine Tochter ist heute 21 und wir sind immer noch in Beziehung ohne defektes Vertrauen- das ist es doch, was wir Menschen Brauchen. Vertrauen!

      • Anh Toan sagt:

        @Bamert: Gewalt, wenn auch nur ganz selten physische Gewalt, ist notwendig beim erziehen von Kindern. Ich versuche nicht, mit einem Kind im Vorschulalter zu verhandeln, aber solange Kinder an der Fürsorge der Eltern hängen, sind sie Kinder und Erwachsene machen die Regeln und setzen diese durch. Sonst machen die Kinder die Regeln. Dabei bleibt Raum, die Kinder in die Entscheid Findung einzubeziehen, Entscheiden tun aber die Eltern.

        Physische Gewalt im Sinne von Strafe ist falsch, möglichst milde physische Gewalt zum Durchsetzen von Regeln in Ausmahmefällen notwendig.

      • Hampe sagt:

        @Anh Toan
        Ich stimme Bamert 100% zu. Bis zu einem bestimmten Alter können sie sich mit Gewalt durchsetzen, aber mit verheerendem Resultat. Gewalt erzeugt Wut und Gegengewalt. Ich habe mit Verhandeln und Diskuttieren nur gute Erfahrungen gemacht. Ich lasse mich auch mal von guten Argumenten überzeugen und lenke ein. Ein anderes Mal setze ich meine Meinung durch, auch mit guten Argumenten. Warum soll ich meine Kinder Terroristen nennen und sie als solche behandeln? Sie sind doch das wertvollste was ich habe…

      • Anh Toan sagt:

        @Hampe: Verhandlungen setzen ein gewisses Gleichgewicht zwischen Verhandlungspartnern voraus, welches zwischen Kindern und Erwachsenen nicht gegeben ist, das Kind bräuchte einen Beistand um mit den Eltern auf Augenhöhe verhandeln zu können. Im Ergebnis werden die Regeln der Eltern dem Kind als Verhandlungsergebnis verkauft, das Kind wird „verarscht“. Gutes Beispiel ist das „später“ das eigentlich „nie“ bedeutet. Dieses Verhalten ist nicht geeignet, Vertrauen zu schaffen, klare Regeln die durchgesetzt werden, die verantwortungsbewusste Ausübung der elterlichen GEWALT schafft Vertrauen.

      • Sportpapi sagt:

        Das erinnert mich an die Lehrer, die ihre Schüler unterschreiben lassen, dass sie die Lagerregeln einhalten (und ansonsten heimgeschickt werden). Nicht etwa, dass sie diese Regeln zur Kenntnis genommen haben…

      • Anh Toan sagt:

        @Bamert und Hampe: Gewalt ist nicht a priori negativ. Strafe provoziert nur Wut und/oder Angst und/oder Hass. Gleiches gilt für übertriebene Gewalt. Erfinde ich ein Spiel, nicht weil ich mit dem Kind spielen will, um mein Ziel zu erreichen, benutze ich meine psychische Überlegenheit, lasse ich ein Kind nicht aus dem Fenster klettern, benutze ich meine physische Überlegenheit. Beides ist Gewalt.

        Verantwortung tragen beinhaltet entscheiden und durchsetzen. Besser dies geschieht für das Kind transparent.

        Der Wandel zwischen Kind und Erwachsener erfolgt zum grössten Teil in der Pubertät.

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