Still(end)es Glück?

Angelina Jolie: Der stylische Star stillt!

Die stillende Angelina Jolie schafft es auf das Cover des US-Modemagazins «W» und wurde prompt als Tabubrecherin gefeiert. Dabei erinnert man sich an ungleich unzüchtigere Bilder der amerikanischen Schauspielerin.

Die sechsfache Mutter Angelina Jolie ist kürzlich vom amerikanischen Magazin «Babytalk» mit dem goldenen Schnuller als Super-Mami ausgezeichnet worden, weil sie sich ganz besonders stark um die Kinder verdient gemacht habe. Nach der Geburt ihrer Zwillinge Vivienne und Knox im letzten August, zierte Angelina das Cover mancher Zeitschrift, unter anderem auch das von «Babytalk»: Gefeiert wurde der Star stillend im Wochenbett.

Letzte Woche hat eine britische Mutter für Schlagzeilen gesorgt, nachdem bekannt geworden ist, dass sie sich im vergangenen November wegen Stillproblemen aus dem Fenster ihres New Yorker Appartements gestürzt hatte. Katie Isden, 30, war vier Monate nach der Geburt ihres ersten Kindes verzweifelt, weil Söhnchen Benjamin die Brust nicht akzeptierte. Laut Aussagen von Ehemann und Eltern fühlte sie sich erschöpft, alleingelassen und ratlos. Und wollte trotzdem weiterstillen. Am Todestag hatte sie einen Termin mit der Stillberaterin.

Die beiden Newsmeldungen illustrieren eindrücklich, welchen Stellenwert das Stillen heute hat: Wer es tut, wird als Vorbild gefeiert. Wer es nicht schafft, versagt und verzagt. Natürlich ist nicht der Still-Imperativ allein schuld an der postnatalen Depression dieser jungen Britin, aber er hat schon manche Frauen an den Rand der Erschöpfung getrieben.

mamablogjerryhall

Kenner der Materie erinnern sich obendrein: Das Model Jerry Hall war 1991 in dem US-Magazin «Vanity Fair» beim Stillen von Gabriel abgelichtet worden, ihrem Sohn mit Rolling-Stones-Sänger Mick Jagger. Aber das ist schon 18 Jahre her.

In jeder Spiel- oder Krabbelgruppe kann man Geschichten hören von Babys, die nach dem Stillen nächtelang durchschreien; von Brustwarzen, so wund und blutig, dass sie den Frauen nur schon bei der Vorstellung, das Baby ansetzen zu müssen, die Tränen in die Augen treiben. Von Fieberschüben und Spitalaufenthalten wegen Brustentzündungen, von schlaflosen Nächten, Wochen, Monaten. Von angebunden sein, Erschöpfung und Scham. Und allem zum Trotz halten, sich in jeder Spiel- oder Krabbelgruppe die meisten frischgebackenen Mütter an das Mantra: Auf die Zähne beissen, auf dem Zahnfleisch gehen und durch! Zum Wohl des Babys!

Ist die stillende Mutter die moderne Heldin? Oder setzen die Stillkampagnen frischgebackene Mütter unter einen Druck, der zumindest für letztere ungesund sein kann?

68 Kommentare zu «Still(end)es Glück?»

  • Sonja sagt:

    Ich finde es schade, dass über das Stillen polemisiert wird. Es ist ja etwas Natürliches, das ein Neugeborenes in den meisten Fällen instinktiv sucht. Wenn diese Tatsache allgemein anerkannt würde – und damit auch die Tatsache, dass es hier um ein elementares Bedürfnis des Kindes geht, gäbe es wohl viel weniger Auseinandersetzungen übers Stillen.
    Mir fällt auf, dass oft in erster Linie über das Stillen wollen oder nicht wollen gesprochen wird. Bevor das ein Thema ist, müsste aus meiner Sicht zuerst gefragt werden, was denn das kleine Wesen braucht, das frau soeben geboren hat. Es geht nicht darum, dass das Neugeborene über die Mutter bestimmt. Aber es geht darum, dass die Mutter sich auf ihr Kind einlässt, seine Bedürfnisse wahrnimmt und sie zu erfüllen versucht – so gut es geht.
    Dass es Probleme beim Stillen geben kann, insbesondere am Anfang, wenn die Brüste schmerzen, ist bekannt. Mütter, welche in dieser Phase oder auch später, daran zweifeln, ob sie weiterstillen sollen, brauchen auf jeden Fall Unterstützung und Beratung. Ein Gespräch mit einer erfahrenen Hebamme oder Stillberaterin kann solche Situationen bestimmt klären.
    Ich selber habe mich weder vor noch nach der Geburt von Meinungen anderer beeinflussen lassen. Vor der Geburt war ich schlicht „neugierig“ aufs Stillen, ich hatte logischerweise keine Ahnung, was auf mich zukommen würde und wie ich es erleben würde. Ich habe aber ein fantastisches Buch gelesen, das ich allen empfehlen kann, die gerne lesen: „Leben mit einem Neugeborenen“, von Barbara Sichtermann. Dieses Buch hat mir sehr geholfen, mich ganz entspannt auf die ersten Tage, Wochen und Monate mit meiner Tochter einzulassen. Schon in der ersten Stunde nach der Geburt war es eine sehr besondere Erfahrung, als die Kleine instinktiv die Brust gesucht hat. In den folgenden Tagen habe ich dann halt einfach geübt und ausprobiert, wie es für meine Kleine und mich am besten ging beim Stillen. Die ersten zwei, drei Wochen schmerzten die Brustwarzen oft sehr und es kostete mich wirklich Überwindung, die Kleine anzusetzen. Aber irgendwie ahnte ich wohl, dass es bald besser würde. Auf jeden Fall hatte ich nach diesen ersten Wochen nie mehr irgendwelche Schmerzen. In Momenten, in denen ich den Eindruck hatte, nicht genug Milch zu haben, hat mich die Mütterberaterin darüber aufgeklärt, dass es sich hier um eine Wachstumsphase des Kindes handle, in welcher die Brust sich dem erhöhten Bedarf des Kindes anpassen muss. Und tatsächlich war das so. So haben wir auch solche Momente gut überstanden. Nach etwas mehr als fünf Monaten habe ich mein 80-Prozent-Pensum als Kadermitarbeiterin einer NGO wieder aufgenommen. Meine Tochter besuchte an drei Tagen die Woche die Krippe. Zu diesem Zeitpunkt stillte ich immer noch voll. Da es mit dem Abpumpten nicht klappte, besuchte ich meine Kleine jeden Mittag in der Krippe und stillte sie dort. Gleichzeitig gab die Krippe ihr den ersten Gemüsebrei. Musste ich mal an eine zweitägige Konferenz, nahm ich die Kleine samt Grossmutter oder Partner einfach mit, so dass ich weiterstillen konnte. Manchmal erntete ich erstaunte Blicke und Reaktionen meiner vorwiegend männlichen Arbeitskollegen. Auch Arbeitskolleginnen waren erstaunt, dass ich auch nach der Wiederaufnahme der Arbeit immer noch stillte. Aber es klappte sehr gut. Ich habe damals gar nie darüber nachgedacht aufzuhören. Denn es war das Natürlichste der Welt zwischen meiner Tochter und mir. Stillen half auch oft, den Übergang von der Krippe nach Hause zu erleichtern: sobald die Kleine nach einem Krippentag gestillt war, war sie ruhig und entspannt – und ich auch.
    Natürlich kostete das Stillen Kraft. Natürlich habe ich mich nicht ganz so frei bewegt wie zu Zeiten ohne Kind und wie jetzt wieder. Auch habe ich praktisch keinen Alkohol getrunken in dieser Zeit und sehr wenig Kaffee. Aber all das hat mir nicht geschadet, im Gegenteil. Ich fühlte mich gesund und wohl.
    Ich habe ingesamt etwas mehr als drei Jahre gestillt. Nach dem zweiten Geburtstag dachte ich, dass es jetzt wohl einen Abschied vom Stillen geben sollte. Aber mein Töchterchen wollte davon gar nichts wissen. Und da es mir nach wie vor gut ging und ich unsere Stillbeziehung auch weiterhin als wertvoll und stimmig erlebte, ging es noch eine ganze Weile weiter. Mit der Zeit spürte ich dann, dass das Stillen an den Kräften zu zehren begann (inzwischen war ich auch schon 42 Jahre alt…), dass nun tatsächlich bald Schluss sein musste mit dem Stillen. Zudem war mein Kind definitiv kein Baby mehr. Also erklärte ich der Kleinen schlicht und bestimmt, dass die Mama jetzt nicht mehr genügend Kraft habe zum Stillen und dass es jetzt einfach nicht mehr gehe, „dass die Brust keine Milch mehr habe“. Nach ganz wenigen Momenten der Enttäuschung ihrerseits hat die Kleine es akzeptiert. Jetzt, einige Monate danach, betastet sie manchmal die Brust und sagt vergnügt, da dran habe sie mal getrunken, als sie ein Baby gewesen sei und es sei sehr fein gewesen….
    Voilà meine ganz persönliche Stillerfahrung. Die Reaktionen auf meinen Umgang mit dem Stillen, ob positive oder negative, haben mich zwar manchmal beschäftigt, aber sie haben mich nie davon abgehalten, das zu tun, was ich für stimmig und richtig hielt. Ich habe übrigens auch immer an öffentlichen Orten gestillt, wenn es notwendig war, meistens mit einem Tuch oder mit Kleidung als Sichtschutz. Negative Reaktionen habe ich nie erlebt.
    Ich wünsche allen werdenden oder jungen Müttern die Offenheit, sich intuitiv auf das Leben mit ihren Kindern einzulassen, sich überraschen zu lassen von Erfahrungen, die völlig neu sind, aber auch Hilfe und Beratung in Anspruch zu nehmen, wenn sie es brauchen.

  • ninki sagt:

    Ich bin der Meinung, dass man stillen sollte solang es geht. Wenn es nicht geht, dann eben nicht – alles ist besser für ein Kind als eine gestresste Mutter.

  • ednetz sagt:

    hallo! ich finde den Artikel super und verstehe teilweise die Diskussion um das ganze Theme nicht. liebe Grüße

  • Andrea Mordasini sagt:

    Ich verstehe die ganzen Stilldiskussionen nicht! Meine beiden Kinder wurden ca. 3 Monate gestillt. Beim ersten ging die Milch stressbedingt zurück. Beim zweiten hatte ich zuwenig und zuwenig nahrhafte. Gerne hätte ich noch ein wenig weiter gestillt, es ging halt leider nicht länger. Ja, Stillen ist auch für mich natürlich und in der Regel auch das Beste und das Gesündeste fürs Baby. Aber nur solange sich die Mutter dementsprechend gesund und ausgewogen ernährt und möglichst auf Alkohol, Kaffee, Nikotin und blähende Speisen verzichtet. Es gibt aber auch Frauen, die aus irgendwelchen Gründen nicht stillen können oder wollen. Am schlimmsten müssen die gehässigen und bösen Kommentare für Mütter sein, die leider nicht stillen können, es aber gerne würden und schon weiss Gott was alles dafür unternommen haben. Lasst die Mütter doch selber entscheiden, was für sie und ihr Kind das Beste ist – ohne Druck und Zwang! Ob sie nun stillen, wie lange sie stillen oder ob sie die Kinder von Anfang an mit dem Fläschchen ernähren – darauf kommts nicht an. Hauptsache, die Kinder erfahren viel Liebe, Wärme, Zuneigung und Geborgenheit – das ist das Allerwichtigste! Vergesst das bitte nicht – danke 🙂

  • Erythrin sagt:

    @ Regula

    „Ich habe noch keine Kinder. Diesen Blog lese ich zwar sehr interessiert, er öffnet mir eine eher unbekannte Welt, aber manchmal vergeht mir beim Lesen auch die Lust Kinder zu haben! In eine weitere Rolle reingedrückt zu werden, sich für jede Entscheidung rechtfertigen zu müssen, und wenn’s um Kinder geht hat jede/r das Gefühl er dürfe/könne reinreden… das zeigt diese Diskussion hier wieder einmal.“

    Liebe Regula, mir geht es in beiden Punkten gleich. In diesem Blog habe ich viel über die unangenhme biologischen Aspekte des Kinderhabens erfahren. Alles wird im Alltag beschönigt! Mein Fazit: Falls je Kinder dann höchstens zwei mit Kaiserschnitt und ohne Stillen. Das tu‘ ich mir echt nicht an und leiste mir später lieber eine Brust OP mit Silikon. Kinder gut und recht, aber meinen Körper so sehr belasten und ruinieren möchte ich dafür nicht.

    Schon bei meinem Hund mischen sich andauernd fremde Leute ein und meinen es besser zu wissen…

  • ana sagt:

    ich habe vier kinder, alle vier habe ich jeweils fünf wochen lang gestillt, und dann haben sie schoppen bekommen, und bis heute sinds gesund und munter, waren selten krank und scheinen psychisch nicht sehr angeschlagen… wie auch immer, für uns hats so gestimmt, voila.

  • ilka sagt:

    Ja sicher ist stillen gut für das Kind – aber so exhibitionistisch wie zB Angelina Jolie das tut … geht es zu weit.

  • rosanny sagt:

    Die einzigi mütti wo uf ch dütsch gschribe hat bin ich, und han mini wörter eso usela wieni dänke. wenn das infatil isch tja na bitte.

  • Jo Mooth sagt:

    Kaum wird das Stillen diskutiert, verfallen die Müetis ins Schwyzertütsch. Infantilisiert Stillen gar?

  • rosanny sagt:

    Jäp Mamamia hät recht, @regula, chind sind schönste was es gibt. Sie gänd vielles was man mit gäld nöt kann kaufe, freut, ärger, sunneschi lächle und liebi, und das kann man i kein coop, Migro, kaufe.

  • Mamamia sagt:

    @ Regula

    man kann sich das Gefühl des Elternsein nicht einlesen. Das ist eine Erfahrung die man machen soll, darf, soll.
    Dies ist ein Blog, der Leute dazu einlädt (durch pfefferige und salzige Artikeln) ihre Kommentare hier zu schreiben.
    So wie du deine Sauce dazu gegeben hast.
    Bloggen ist provokativ und hat mit dem Alltag des Elternseins nicht viel zu tun!

    So, ran an die Kinder, weil sie einfach *cool* sind 😉

  • rosanny sagt:

    Im spital hand mir hebamme und schwöstere viel gseit, aber schluss entli mach ich wie ich es wot, bin stille oder bi der erzihig genau glich. Bevor mann oder frau mami worde isch oder papi, Sind’s selbstendigi mänsche gsi. Ich chan mir nöt vorstelle das wenn ihr vorem kleider schrank gstande sind und g’lueget hand wölles kleit/hose legg ich hüt an, hand ihr ‚mami /papi hei aglüte zum chöne entscheide was ihr alege tüend. Bim schue kaufe oder kleider fröget ihr glaubs nöt de lüt wo verbi laufet was sölli nä.
    Tips kann man sich immer hole, aber was man dan mit dene macht isch jeder man’s sach, oder erlebnis ustusche ectera.

    Bi mir isches eso vor minere türe hat niemer z’wüsche nur ich Punto.

  • the man sagt:

    Wollte noch anfügen (dann hat mein PC die Kontrolle übernommen):

    À propos „Muttermilch ist gesünder“; auch gesünder wären:
    – Rad- statt Autofahren
    – Landluft
    – Biofood
    – regelmässiger Sport (aber nicht zu viel, und nur gelenkschonend)
    – wenig Stress, kein Alkohol, keine Drogen, Tabletten, Zigaretten, Kaffee, Schokolade, gernerell alles andere was Spass macht… ich gehe davon aus, das beherzigt Ihr auch alles so exakt und extrem wie das Stillen, oder?

  • the man sagt:

    Nicht schlecht! Ich finds ja schön wieviele Gedanken Ihr euch alle ums Stillen macht. Da ich ein Mann bin und noch keine Kinder habe würde ich mir natürlich nie anmassen, auch noch meinen Senf dazu zu geben (einige in diesem Forum würden mir das Recht dazu auch schlicht absprechen).
    Aber nur so, wenn ich dereinst selber Kinder möchte: Muss ich dann auch vor jeder Entscheidung ein Expertengremium (Hebamme, Stillexpertin, Gynäkologin und Chinderpsychiaterin) zusammenstellen und die gesammte Fachliteratur konsultieren? Und wie wird das dann in der Pubertät? Wär’s ein Verbrechen gegen die Menschlichkeit wenn ich es einfach so machen würde wies meine Eltern gemacht haben, ohne den ganzen „Glaubenskrieg“?
    À

  • oioioi sagt:

    Regula, Du sprichst mir aus dem Herzen. Ich übe jetzt schon ein dicke Haut zu haben.

  • rosanny sagt:

    Die bäst milch isch die us de brust, alles was mir ässed landet bi de muetter milch. Wenn mami guet isst, trinkt au’s Baby guet.
    und jetzt e Frag a euch Fraue und Vättere, ässet ihr gern frisch product oder Convenience Food?. Ide mutter milch sin alli vitamine dine wo e pulver milch nie wird ha.

  • Mandy sagt:

    @Obelix: Stillen ist ja gut und recht, aber ein Kind 4 Jahre lang zu stillen grenzt schon an Perversität. Das Kind ist schon viel zu selbständig und die Brust braucht es in diesem Alter bestimmt nicht mehr. Ich würde mal deine Frau fragen, welchen Hintergrund dies wirklich hat. Hat sie als Kind zu wenig Zuneigung bekommen und möchte ihre Kinder nun mit Liebe und Zuwendung überhäufen… einfach abartig.

  • Regula sagt:

    Ich habe noch keine Kinder. Diesen Blog lese ich zwar sehr interessiert, er öffnet mir eine eher unbekannte Welt, aber manchmal vergeht mir beim Lesen auch die Lust Kinder zu haben! In eine weitere Rolle reingedrückt zu werden, sich für jede Entscheidung rechtfertigen zu müssen, und wenn’s um Kinder geht hat jede/r das Gefühl er dürfe/könne reinreden… das zeigt diese Diskussion hier wieder einmal.

  • Luise sagt:

    Es gibt meiner Meinung nach fast keine Gründe, die gegen das Stillen sprechen. Ausser ein Kind verweigert die Brust. Da hat es keinen Sinn sich aufzureiben.

    Wir Menschen sind Säugetiere, daran gibt es nix zu rütteln.

    Und das mit den Brustwarzen: Die müssen während der Schwangerschaft bloss gut trainiert werden. Da muss täglich der Liebste ran. Und beim Duschen mit einer weichen Bürste massieren wirkt Wunder!

    Stillen ist ein einmaliges Erlebnis für Mutter und Kind.

  • Emanzo sagt:

    „Ich wünsche allen Müttern den Mut, ihren Weg zu gehen, und die Gelassenheit, den anderen ihren Weg gehen zu lassen.“

    @ Leva

    Bingo. Das sollte aber nicht nur fuer Muetter, sondern fuer alle Menschen gelten!

  • Emanzo sagt:

    @ Jasmina

    Es liesse sich viel unbefangener Stillen, wenn sich Frauen keine Gedanken darueber machten, was die Zuschauer denken duerfen und was nicht…..

  • Leva sagt:

    Wieder einmal erschrecke ich fast ab der Emotionalität, zum Teil gar Gehässigkeit, womit diese Art von Diskussion geführt wird. Warum muss jede und jeder am besten wissen, was für den Rest der Welt gut ist? Können wir nicht davon ausgehen, dass jede Mutter sich 1., über das Thema informiert hat, und 2. aufgrund dieser Information, ihrer Interpretation davon und ihrer ganz persönlichen Situation eine für sie und ihre Familie stimmige Entscheidung getroffen hat? Können wir diese Entscheidungen denn nicht einfach als o.k. hinnehmen?
    Ich gehe mit Colin einig, dass diese Intoleranz wohl Ausdruck einer inneren Unsicherheit ist, als müsste frau ihre eigenen Entscheidungen verteidigen. Ich wünsche allen Müttern den Mut, ihren Weg zu gehen, und die Gelassenheit, den anderen ihren Weg gehen zu lassen. Am Schluss wollen wir alle doch dasselbe: dass es den Kindern gut geht. Und wer hat schon das alleinige Patentrezept dazu?

  • Maya sagt:

    „sich stillen“, na danke *gg*. Mein Schreibfehler wegen nachträglich geändertem Satz.

  • Maya sagt:

    Ich finde es erschreckend, wie viele Mütter anscheinend unter Druck gesetzt werden, zu stillen. Das war mir gar nicht bewusst, ich erlebte eher das Gegenteil. Anfangs stillte ich mit Zufüttern, nachher voll. Und wurde öfters unter Druck gesetzt, auf die Flasche umzusteigen. Nicht vom Kinderarzt oder der Stillberaterin, diese beiden informierten vorbildlich über Vor- und Nachteile und überliessen mir die Entscheidung, aber z.B. von einer Elternberaterin, im Bus, auf dem Spielplatz… Besonders als ich wieder arbeiten ging, verstanden sehr wenige, dass ich trotzdem stillen wollte (was übrigens geklappt hat).
    Eine Lanze brechen möchte ich für die Stillberatung: Manchmal ist es eben doch etwas eher kleines, das ein ungezwungenes Stillen verhindert, z.Bsp. falsche Position oder so. Da ist ein Profi Gold wert! Wer sich sowieso gar nicht stillen oder abstillen will, braucht natürlich keine Beratung, aber wer beim Stillen leidet und eigentlich aufhören möchte, könnte hier Unterstützung bekommen. Ich erlebte die Beratung nämlich gar nicht als sektiererisch oder so, sondern sehr neutral und kompetent. Ich bin sicher, bei einigen geschilderten Leidensgeschichten hätte meine Stillberaterin geraten, abzustillen. 2 Sitzungen bezahlt die KK.

  • Regina sagt:

    Mit 21 bekam ich einen Sohn, den ich 5 Monate stillte, bis zum Nervenzusammenbruch. Ich wog da noch 45 Kilo, und hatte jeden Monat, den ich stillte 1 – 2 Kilos abgenommen. Der Notarzt riet mir dann, sofort abzustillen, was ich auch tat, und bald ging es mir wieder besser. Es war zuvor aber nie eine Option gewesen. meine Mutter, mein Mann, der Hausarzt, die Hebamme… alle „ermunterten“ mich zum Stillen, und schlank sein ist ja eh toll, ich solle nicht jammern.
    Beim zweiten Kind habe ich mich sehr auf das Stillen gefreut, konnte aber nicht wegen Lungenentzündung von mir und Zungenbändchen der Tochter, was übrigens weder Hebamme noch Arzt bemerkten. Es brauchte ungeheuer Kraft, mit 40 Grad Fieber darum zu kämpfen, nicht mehr stillen zu müssen, obwohl die Tochter vor Hunger schrie und mir die Milch zu warmem Joghurt gerann in der Brust. Niemand hatte Verständnis, zuletzt die Hebamme, die fand, ich solle nicht so schnell aufgeben. Es war alles der blanke Horror. Meine Freundinnen stillen alle problemlos, und ich beneide sie dafür. Es macht mir auch niemand Vorwürfe. Zum Glück. Vielleicht aber auch, weil ich ja eben wollte. Dafür hat man natürlich Mitleid, aber das nützt auch keinem.

  • Maya sagt:

    noch was: ich fragte sicher auch schon andere Mütter, ob sie stillen oder die Flasche geben. Damit wollte ich aber niemanden unter Druck setzen, sondern Erfahrungsaustausch betreiben. War halt alles neu beim ersten Kind, auch das Stillen oder eben nicht, da ist es spannend, wie das bei anderen läuft.

  • Maya sagt:

    Ach, es gibt immer negative Kommentare. Nicht stillende Mütter werden unter Druck gesetzt, sie sollen stillen, andererseits gibt es sogar in stillfreundlichen Kliniken manchmal nur zweimal wöchentlich Stillberatung, und die Mutter muss selbst herausfinden (oder wird schlecht angeleitet), wie sie ihr Kind anlegen kann. Stillt man in der Öffentlichkeit, wird man angepflaumt (ist mir trotz diskretem stillen mit Tuch drüber etc. öfters passiert), ist das Kind etwas zu leicht oder will gerade nicht trinken oder schläft mal schlecht durch oder sonst was, kommen Laien- und Fachpublikumskommentare, es solle unbedingt die Flasche kriegen… Am besten sich gut informieren bei Quellen, denen man vertraut, und dann halt weghören.

  • Synn sagt:

    Nur kurz etwas zum Stillen in der Öffentlichkeit: das Kind ist schlicht am ESSEN. Nicht mehr und nicht weniger. Gerade im Restaurant ist das daher doch sehr passend 🙂 Und wenn ich sehe wie gewisse Leute essen, ist das Stillen um Welten ästhetischer… 😉

  • Ich habe die Reaktion der Hebammen und anderer Mütter auf die Tatsache, dass ich meine Kinder nicht stillte auch sehr negativ erlebt. So als wäre ich eine Mutter zweiter Klasse. Schon die Hebamme im Spital reagierte sehr brüsk darauf, dass ich gleich nach der Geburt abstillen musste (und unter den gegebenen Umständen auch wollte). Getopt wurde dies dann von der Reaktion der Nachtschwester, welche von mir um drei Uhr morgens eine Erklärung wollte, weshalb ich denn meine Tochter nicht stillte. Und die erste Frage von anderen Müttern war immer: und, stillst Du? Das ist meist auch das Erste, was frau von anderen Müttern erfährt: Ja, das Kind wird VOLL gestillt. Mittlerweile habe ich mir eine harte Schale zugelegt und offeriere keiner mehr die Erklärung, weshalb ich nicht gestillt habe. Es geht schlicht und ergreifend niemanden etwas an.

  • Jasmina sagt:

    @ Stiller: was bitteschön soll unnatürlich daran sein, in einem Restaurant zu stillen? Dein Problem ist ganz einfach, dass du die Brust als Sexualorgan ansiehst und nicht als Futterquelle, wenn du diesen Vorgang mit dem Geschlechtsakt vergleichst, durch welchen das Kind gezeugt wurde. Und das ist einfach nur armselig.
    Dass die Muttermilch auch Schadstoffe enthält, ist bekannt, aber das hat sie auch schon vor 200 Jahren. Dennoch ist der positive Effekt bei weitem überwiegend.
    Darf ich wagen, zu glauben, dass du keine Kinder hast? Wenn ja, hat dir deine Frau hoffentlich gehörig den Kopf gewaschen bei solchen Aussagen.

    Zum Thema: auch ich als 100%iges Stillmami finde es unnötig, dass den Frauen sogar in der Werbung suggeriert wird, dass Ncihtstillen minderwertig ist. Egal, ob man nicht will oder nicht kann. Ich habe selber miterlebt, wie viele Frauen verzweifelt versucht haben, zu stillen, aber wegen diverser Probleme wie Mastitis, Medikamenteneinnahme etc. nicht konnten. Und wie schlecht sie sich deswegen fühlten.
    Ich bin froh, dass ich stillen kann, weil ich schon mal einen Schoppen zubereiten musste und es einfach elends lang geht, wenn ein Baby aus voller Kehle schreit. Trotzdem hatte ich den Kleinen von Anfang an ins eigene ZImmer gepackt und ging jeweils rüber, wenn er Hunger hatte.
    Gemäss meiner Mütterberaterin ist es sogar durchaus sinnvoll, dass auch Stillmamis ihren Babies 1-2 Mal pro Woche den Schoppen geben, damit sie beim Abstillen dann nicht plötzlich mit einem Kind konfrontiert sind, das den Sauger verweigert, weil es zu sehr auf Brust konditioniert ist.
    Auch für mich ist es unangenehm, öffentlich zu stillen, weil ich schon einige Männer gehört habe, welche das erotisch finden und die Brust auch nur als sexuelle Erregungsmöglichkeit wahrnehmen. Dabei ist sie in erster Linie Futterquelle und kein „Antörner“. Das sollten sich die Männer vielleicht mal vor Augen führen.
    Ich werde jedenfalls bis zum vollendeten 6. Monat weiterstillen, weil ich dankbar bin, dass ich es kann. Sollte es nicht mehr gehen, wird ohne Theater auf Schoppenmilch umgestellt. Stillen ist super, aber auf Biegen und Brechen etwas erreichen zu wollen, ist Blödsinn.
    Genauso unsinnig ist es, das Studium der Tochter auf das Stillen zurück führen zu wollen. Ich war ein Flaschenkind, hab einen IQ von 142 und ging zur Uni.
    Item: wer stillen will und kann, soll es tun, wer nicht will oder nicht kann, soll es lassen. Es geht niemand anderen was an ausser die Mutter selber..

  • Emanzo sagt:

    @ Gabriela

    Sie bringens auf den Punkt. In die Produktion oder Adoption wird reinregiert, die Abtreibung an liebsten ganz verboten und das Stillen vorgescherieben. Nachher sind die nicht sti(e)llosen „Produkte“ aber nur noch als Verding-, Leer, Wehr-, Lohn- und Zahlsklaven interessant, bis sie schliesslich auch noch um den Teuerungsausgleich auf ihrer bei der Scheidung halb geklauten Altersrente beschissen werden.

  • Colin sagt:

    Aus meiner Sicht ist das Grundproblem, dass jeder seine eigenen Erfahrungen auf andere überträgt und sich somit zur Expertin oder zum Experten macht. Sind ja alle auch – nur für das eigene Kind und die eigene Familie und das wird nicht immer verstanden.
    Als dreifache Mutter mit Auslanderfahrung habe ich ich erlebt, dass in der Schweiz wirklich sehr emotionale Diskussionen zu diesem Thema geführt werden. Die Toleranz endet aber auch dort, wo Mütter länger stillen, als das die Regel ist. Es ist ein klares gesellschaftliches Schema vorgegeben und wer sich nicht daran hält erntet Unverständnis. In Kanada werden sehr lange Stillempfehlungen herausgegeben und trotzdem ist die Toleranz für das Nichtstillen (so wie das erlebt habe) grösser.
    Aus meiner Sicht wachsen diese Kommentare auf der eigenen Unsicherheit, sind quasi eine Verteidigungsstrategie für den gewählten Weg, ob auf der einen oder auf der anderen „Seite“. Soll jede Mutter den besten Weg für sich und die Familie wählen und diesen mit Überzeugung gehen.

  • Yves sagt:

    Stillen ist eine Sache zwischen dem Kind und der Mutter. Alle Anderen haben dazu nichts zu sagen.

    Und vergesst alle Studien, Empfehlungen und Ratschläge. Macht es so, wie ihr es für euch und das Kind als Richtig empfindet!

    Zum Stillen in der „Öffentlichkeit“: was soltle daran anstössig sein? Das Kind hat hunger, die Mami gibt Brust. Oder sollen alle stillenden Mütter während der Stillzeit nicht mehr nach draussen?

  • Gabriela sagt:

    Eines geht aus den Kommentaren der StillbefürworterInnen hier ganz klar hervor. Mütter die nicht stillen KOENNEN, und dann halt Ersatznahrung geben müssen, sind ok. Die werden zwar irgendwie mitsamt Nachwuchs bemitleidet, aber verstanden.

    Mütter die nicht stillen WOLLEN, sind es jedoch bei weiterm nicht. Das habe ich am eigenen Leib erfahren (bin gottlob robust genug meine eigene Meinung zu vertreten), und das „schläckt kei Geiss ewägg“. Da gibt es nichts schön zu reden. Mir ist im Leben noch nie so viel ungefragt dreingeschwatzt worden, wie bei diesem Thema.

    Und was daran am aller brisantesten ist, ist doch, dass uns die Babies und ihre Gesundheit sooo wichtig sind. Man macht ja um alles ein Riesentheater, und schon bevor die Kinder auf der Welt sind und ca die ersten 2.5 Lebensjahre muss alles gesund und natürlich sein. Genauso rasant hört dann der Trend aber auch auf. Plötzlich interessiert es niemanden aussenstehenden und teilweise auch die Eltern kaum mehr, was für die Kinder gesund resp. schädlich ist…. Mir wäre ein bisschen weniger Theater am Anfang, dafür etwas andauernderes Interesse an den Kindern lieber…

  • Mira sagt:

    @Jennifer
    Dein Artikel bestätigt mir, dass es Deine persönliche Wahrnehmung ist. Ich bin nirgends auf irgendeine abschätzige Schreibweise gestossen. Im Gegenteil, als ich noch schwanger war, fühlte ich mich durch die Broschüren angesprochen (ich dachte ja, dass ich nicht stillen kann).
    Ich würde das Ganze ein bisschen gelassener sehen. Wen kümmert denn wirklich, was Du tust und lässt? Passend dazu:

    http://www.youtube.com/watch?v=VtJoBHANpiQ

    Sowas kann man auch zum Lebensmotto machen 😉

  • Prisca sagt:

    Wie schoen, wird dieses Thema mal aufgegriffen und man hoert auch mal kritische Stimmen dazu!

    Da ich seit gut 2 Monaten auch Mutter bin, bin ich von diesem Thema auch betroffen. Mit dem Stillen hat es bei uns gar nicht geklappt, da meine Tochter nach ein paar Tagen die Brust schlichtweg verweigerte. Ich pumpe nun mehrmals taeglich ab und gebe ihr die Muttermilch mit der Flasche und fuettere noch mit Milchpulver zu. Fuer mich stimmt diese Loesung. Ich kann meinem Kind etwas Muttermilch geben und weiss auch immer, wieviel sie gegessen hat. Ich kriege auch genuegend schlaf und kann am Wochenende auch mal ausschlafen, weil dann Papa das fuettern uebernehmen kann, was er uebriegens sehr schaetzt. Ausserdem habe ich weder wunde Brustwarzen noch sonstige Beschwerden. Und unsere Tochter ist zufrieden und gedeiht und waechst.

    Natuerlich musste ich mir auch von anderen (stillenden) Muettern anhoeren, dass es besser waere, wenn ich meinem Kind die Brust gebe. Und dass ich es solange versuchen solle, bis meine Tochter die Brust wieder akzeptiert. Was ich aber nicht gemacht habe, da ich meine Tochter nicht dazu zwingen will, weil es fuer sie und mich nur Stress bedeuten wuerde. Nur um dann sagen zu koennen, mein Kind kriegt die Brust. Mittlerweilen gehe ich gar keine Diskussionen mehr ein. Ich mache es wie ich es fuer Richtig halte und damit hat es sich.

    Was ich damit sagen will ist, dass es das Recht jeder Mutter ist, ihr Kind so zu fuettern, wie es fuer alle Beteiligten am besten klappt. Kann sie das Kind stillen – wunderbar. Kann sie es nicht, auch gut. Es gibt schliesslich noch andere Loesungen, die auch funktionieren. Aber am wichtigsten ist, sich nicht verunsichern lassen und sich auch von niemandem ein schlechtes Gewissen einreden zu lassen, wenn es mit dem Stillen nicht klappt.

  • Julie sagt:

    Nach der Geburt meines Sohnes vor 3 Jahren hat es mit dem Stillen leider nicht gut funktionniert. Trotz Stillberatung, Hebamme und viel Mühe meinerseits schaffte er es nicht, meine Brust in seinem Mund zu nehmen. Klappte es ausnahmsweise, trank er nicht und war anschliessend erschöpft, nervös aber nícht satt. An Milchmangel meinerseits lag es aber nicht… ich hatte eher zu viel. Also habe ich mich überreden lassen, Tag und Nacht Milch abzupumpen um ihm die Muttermilch in der Flasche zu geben. Die überflüssigen Portionen landeten im tiefkühler. So wurde ich -und mein Parnter der mir beim ganzen half- schnell absolut erschöpft, mein Sohn hatte weitere harmlose aber sehr anstrengende Probleme und schlief immer nur sehr kurz. Nach 6 endlosen Wochen fing ich an Schritt für Schritt auf Ersatznahrung umzustellen – die beste Entscheidung meines Lebens, für mich, meinen Sohn und meinen Mannn. Alle waren wieder glücklich 🙂 Ausser unser Kinderarzt, der meine Erschöpfung und Verzweiflung gemerkt hatte und mich zum abstillen ermutigt hat, habe ich fast nur sehr kritischen Kommentare von eigentlich unbeteiligten Personen gehört: in der Apotheke (warum verkaufen sie dann bloss Ersatzmilch und Schoppen, wenn sie dagegen sind ?), von meiner Hebamme, auf der Strasse, bei Mutter-Babygruppen usw. Ich kann insgesamt nur bestätigen, dass es heutzutage zum guten Ton gehört, sein Kind zu stillen und dass ein gewisser Stillzwang spürbar ist. Vielleicht spüren es aber nur Mütter, die mit dem Stillen Schwierigkeiten haben oder die von Anfang an nicht stillen möchten. Liest man nicht oft, dass „auch“ Frauen, die nicht stillen, „dennoch „eine gute Beziehung zu ihrem Kind aufbauen können ? Beim ersten Kind lässt man sich schnell verunsichern und es wäre viel einfacher, keine negativen Blicke zu ernten, weil mann einem 3 Monaten alten Baby in der Öffentlichkeit eine Flasche mit Pulvermich gibt.
    Jetzt bin ich wieder schwanger und möchte mein 2. Kind stillen – wenn es klappt. Klappt es aber nicht, werde ich ganz schnell auf Ersatznahrung umstellen. Die Abpumperei tue ich mir nicht mehr an. Und ich werde mich auch nicht mehr verunsichern lassen.

  • Jennifer sagt:

    @Obelix: Nein, das hat nichts mit dem Alter der Mütter zu tun. In meinem Freundeskreis sind wir viele sog. ältere Mütter und ausser mit, hatte keine Probleme mit Stillen bzw. mit der Menge der Milch.

    @Mira: Klar steht in jeder Broschüre, dass es Mütter gibt, die nicht stillen können. Aber dies wird immer als Ausnahme dargestellt – ach die Armen, sie können nicht stillen – und dies in einem leicht abschätzigen Ton. Da ist es auch kein Wunder, dass Mütter, die eben nicht stillen können bzw wollen, sich schuldig fühlen und sich als Versagerin vorkommen. Und das finde ich nicht in Ordnung. Auch da werden Mütter wieder unter Druck gesetzt:
    Stillen – unbedingt, nur schon wegen möglicher späteren Allergien des Kindes. Die Rabenmutter ist schuld, wenn das Kind später an Neurodermitis od ähnlichem leidet
    Geplanter Kaiserschnitt – oh Gott, wie verwerflich. Da kommt das arme Kleine ja um das Geburtserlebnis
    Nach 4 Monaten wieder 80% arbeiten gehen – weshalb stellt die denn Kinder auf die Welt?!?!
    etc. etc.

  • Dolphin Diver sagt:

    Stillen scheint umgekehrt proportional zu Bildungsgrad und Alter ein Problem zu sein…. Primär ist das doch eine Angelegenheit zwischen dem Neugeborenen und der Mutter! Da haben Aerzte, Hebammen Beraterinnen, Frauenvereine und selbst der Papi erst in zweiter oder dritter Linie etwas zu sagen …. wo ist jetzt eigentlich das Problem? Grad in einer Zeit, wo Individualismus ausgelebt wird wie nie zuvor, soll sich doch keine Mutter in ein Schema pressen lassen. Wenn Stillen geht, OK, weitermachen! Wenn’s nicht geht, keine verkrampften Scheinlösungen durchziehen. Und wenn ein leichter Schnupfen ausreicht, um die Milch versiegen zu lassen – umstellen auf Schöppeln, nicht händeringend Probleme suchen, wo gar keine sind.
    Und wenn Stillen: Dort stillen, wo es die zwei (Baby+Mami) wollen – alle andern geht das gar nichts an!

  • Obelix sagt:

    Kann es sein, dass das Nicht-Stillen können oder -wollen auch mit dem wachsenden Alter der Mütter zusammenhängt? Wäre interessant, die diesbezüglichen Statistiken zu konsultieren. Ich kann mir vorstellen, dass die Milchproduktion, wenn bis 35 ungenutzt wird, anders ist, als mit 25.

  • Mira sagt:

    @Lisa
    Wo genau findet dieser Stillzwang denn statt? Während der Schwangerschaft steht ja wirklich in jeder Broschüre, dass es Frauen gibt, die nicht stillen können und Flaschenkinder genauso gesund seien. Ist das vielleicht ein Problem in Deiner Familie? Weil, ehrlich, ich habe sowas nie erlebt und kann mir gar nichts drunter vorstellen.

  • Dolphin Diver sagt:

    Stillen scheint umgekehrt porportional zu Bildungsgrad und Alter ein Problem zu sein…. Primär ist das doch eine Angelegenheit zwischen dem Neugeborenen und der Mutter! Da haben Aerzte, Hebammen Beraterinnen, Frauenvereine und selbst der Papi erst in zweiter oder dritter Linie etwas zu sagen …. wo ist jetzt eigentlich das Problem? Grad in einer Zeit, wo Individualismus asugelebt wird wie nie zuvor, soll sich doch keine Mutter in ein Schema pressen lassen. Wenn Stillen geht, OK, weitermachen! Wenn’s nicht geht, keine verkrampften Scheinlösungen durchziehen. Und wenn ein leichter Schnupfen ausreicht, um die Milch versiegen zu lassen – umstellen auf Schöppeln, nicht händeringend Probleme suchen, wo gar keine sind.
    Und wenn Stillen: Dort stillen, wo es die zwei (Baby+Mami) wollen – alle andern geht das gar nichts an!

  • Lucia sagt:

    Nach einer sehr schweren Schwangerschaft, hat es mit dem Stillen nicht geklappt. Ehrlich gesagt, ich war so erleichtert, als die Hebamme sagte wir sollen auf Fläschen umsteigen. Ich komme aus dem Ausland, auch dort wird nun wieder mehr gestillt (was ja tatsächlich das beste fürs Kind ist), aber einen solchen Druck der Gesellschaft, bzw. der „Kampfmütter“ man solle es gefälligst auch tun, den gibt es wohl nur hierzulande.
    Naja, sollte ich jemals wieder schwanger werden, so würde ich zwar wieder versuchen zu stillen, aber sollte es aus irgendwelchen Gründen nicht klappen, so würde ich wieder auf Milupa und Co umsteigen. Und unserem Kind geht es übrigens bestens!

    PS: Ähnliche gesellschaftliche Diskussionen sind hierzulande übrigens auch bei so nebensächlichen Themen wie PDA oder Nicht PDA an der Tagesordnung. Jeder sollte im Rahmen seiner Möglichkeiten das beste für sein Kind machen und zwar unabhängig davon was irgendwelche anderen Leute sagen!

  • Lisa sagt:

    Der Hang zum Still-Fundamentalismus besteht zweifellos und geht mir unglaublich auf den Wecker. Man kann sich dem Stillzwang auch kaum entziehen. Ich konnte nicht stillen. Selbst nach stundenlangem SCHMERZHAFTEM Abpumpen waren keine 3 Tropfen in der Flasche. Dennoch tat mich mich unglaublich schwer, mir dieses „Versagen“ einzugestehen und auf den Schoppen zu wechseln… Nachträglich unbegreiflich, unser Kind hat nämlich keinen Schaden davongetragen. Im Gegenteil, sie war und ist kerngesund. Zudem war von Anfang an genauso an den Vater gebunden wie an mich, weil er auch füttern konnte. Also bitte, Stillfundis, stillt Eure Kinder doch so lange Ihr wollt, und redet den Leuten, die das nicht können oder wollen, nicht drein.

  • Mira sagt:

    Ich bin momentan eine stillende Mutter und hatte noch nie Probleme in der Öffentlichkeit. Man muss seinen Busen ja auch nicht gleich entblösen, sondern kann das so diskret machen, dass gar niemand etwas sieht. Mir ist es schon einige Male passiert, dass ich gestillt habe und meine Umgebung es zuerst gar nicht gemerkt hat.

    Ich selber hatte eigentlich nicht damit gerechnet, dass ich stillen könnte, da meine Vorfahren dies auch nicht gekonnt hatten. Lustigerweise lief aber alles total natürlich und ohne Schmerzen ab. Ich hab mir dann immer gesagt, was die Frauen im Urwald können, das kann ich noch lange 😉 Das gleiche gilt für das Abpumpen der Mumi.

    Ich selber bin ein Flaschenkind und wüsste nicht, warum das schlechter sein sollte (abgesehen von den Immunstoffen). Es ist halt einfach mit mehr Aufwand und Kosten verbunden. Ansonsten kann ich nur Verena zustimmmen: Es wird heute nirgendswo Druck ausgeübt.

    mira

  • Obelix sagt:

    Wir hatten bei der ersten Tochter Probleme mit Brustentzündung, Schmerzen etc und deshalb wurde sie nur 9 Monate lang gestillt, mit dem Ergebnis, als Kleinkin eher unterernährt und kränklich zu sein. Die zweite Tochter wurde 4Jahre lang gestillt und hatte ausser ein paar Erkältungen nie etwas Ernsthaftes. Unser Sohn ist jetzt 2.5, wird täglich gestillt und meine Frau geniesst die Zeit. Nur so mal als Gegenbewegung zu den hier vorhandenen Anti-Still-Tiraden.

  • Emanzo sagt:

    @ Verena

    Stillen Sie wann, wo und wie SIE wollen. Das waere ausnamsweise mal echte Emanzipation.

    Ausnahmsweise stimme ich dem notorischen Gynokratinnen (abgesehen vom verschrobenen und abgedroschenen ideologischen Beigemuese) bei.

  • Michael sagt:

    meine Frau konnte nicht stillen – unter Müttern war das dann das reine Spiessrutenlaufen „warum?“ „wieso?“ – Skepsis etc.

    Unsere beiden Kinder waren in dieser ganzen Periode praktisch nie krank, obwohl rundherum um uns eine Grippewelle die andere jagte und wir kaum jemand kannten, dessen Kinder nicht krank waren.

    Was nützt einem Kind eine Mutter, die wegen Schlafmangel und Erschöpfung kurz vor dem Nervenzusammenbruch ist? Auch das kann schlecht fürs Immunsystem sein.
    Super, wenn das gut klappt mit dem Stillen. Aber unnötig Opfer bringen, ist die Sache wirklich nicht wert. Und vor allem diese Diskriminierung von Seiten der „starken“ Frauen gegenüber jenen die nicht so perfekt sind wie sie, finde ich ätzend.

  • p.o.b. sagt:

    @ Stiller:
    „Ich bin der Überzeugung, dass jede Schoppennahrung gesünder, vitaminreicher und mit weniger Schadstoffen versehen ist als die Muttermilch“. Arbeitest Du für Nestle, oder glaubst Du das wirklich?
    Milchpulver ist sicher seht gut und ersetzt die Muttermilch ohne Probleme, aber der Glaube, dass Milchpulver die sicher an das Baby anpassende Muttermilch besser ist? China hat es uns ja vor gemacht!!!

  • kiwiii sagt:

    @ stiller..dein post zeugt nicht gerade von intelligenz…derart schlecht übers stillen zu schreiben und andere leut davor zu warnen…nein nein, da fehlen mir die worte.
    Ich bin Stillberaterin und stille mein Kind mit seinen mittlerweile 17 Monaten noch immer (so, nun werft los) Ich für mich habe entschieden, mein kind so lange trinken zu lassen, bis es sich bestenfalls selbst abstillt. Natürlich habe auch ich eine persönlich gesetzte Grenze. Dennoch denke ich, ist es falsch, zur Flaschennahrung zu beraten. für das Kind ist und bleibt es das Beste zu stillen. (zusammensetzung der MM, Bindungsverhalten etc) Jedoch gibt es Mütter in Situationen, in denen das Stillen einfach nicht funktioniertt..sei es zu wenig Milch aufgrund zb psychischer oder hormoneller Belastung oder aus ganzh anderen persönlichen Gründen. Niemand darf verurteilt werden, wenn er aus nachvollziehbaren Gründen nicht stillt (nicht nachvollziehbar ist für mich nicht zu stillen, um wieder rauchen zu können, psychische belastungen etc dagegen schon) Den Satz, lieber eine liebevolle Flasche, als eine genervte Brust, finde ich sehr wertvoll.
    eine Mutter, die vor, während und nach der Geburt ihres Kindes fachgerechte, einfühlsame und vor allem kompetente Beratung erfährt, hat in den wenigsten Fällen wahre „Stillprobleme“. Oft sind es wirklich die Ratschläge alteingesessener oder gar gar keine, die Mütter verunsichern, verzweifeln und in ihrem Tun scheitern lasse.
    Soweit…

  • Nina sagt:

    Endlich! Endlich… gibt es Menschen die sich trauen zu sagen, dass das Stillen nicht das „Non Plus Ultra“ sein muss… War vor 7 Jahren als ich angefangen habe Kinder zu kriegen leider noch nicht so. Unterdessen sind es 3 ungestillte Kinder – alle gesund, allergiefrei und grosse „Kuschler“.

  • Darja Rauber sagt:

    @Meme
    Komische Gesellschaft, ja… Immer noch sexistische Gesellschaft, würde ich eher sagen. Entblösste Brüste in der Öffentlichkeit scheinen solange ok zu sein, wie sie als erotisches Versprechen an den Mann gerichtet sind – auf Seite 3 im „Blick“ genauso wie in den einschlägigen Heften am Kiosk, aber auch im TV, in der Werbung… Die Brust ist scheinbar nur als erotisiertes Objekt akzeptierbar (und damit eigentlich die Frau auch…), in einer immer noch durchwegs männlich definierten Gesellschaft, wo Mann = Subjekt, Individuum und Frau = Objekt, unpersönliches Idealbild, definiert durch den Mann und seine Ansprüche an „das andere Geschlecht“ gilt. Die stillende Brust macht plötzlich die Frau zum Subjekt, und ihr Angebot gilt dem Kind, nicht dem Mann. Diese natürliche Macht und eigentliche Normalität der Frau und ihrer Brüste ist es, die in dieser patriarchalen Gesellschaft immer noch geächtet wird, weil sie sich ein Stück weit der männlichen Kontrolle entzieht…

  • Linda sagt:

    Ich habe 6 Wochen lang mit dem Stillen gekämpft und musste während dieser Zeit meinem Kind teilweise die Flasche geben. Das Wärmen, Abkochen, Waschen und Sterilisieren empfand ich als sehr mühsam und es gefiel mir wirklich nicht den Hunger des Kindes mit dem Fläschchen zu stillen (dies ist keine Kritik an die Mütter die nicht stillen – es sind nur meine persönlichen Gefühle dazu). Glücklicherweise konnte ich dann nach sechs Wochen „richtig“ stillen. Ich habe in dieser Zeit nie erlebt, dass man mich zum Stillen gezwungen hat – im Gegenteil: im Krankenhaus hat man mich sogar dazu ermuntert dem Kind Ersatznahrung zu geben, da es für mich zu mühsam wäre so lange mit dem Stillen zu kämpfen.
    Ich habe schon öfters negative Kommentare zum öffentlichen Stillen gehört (man sei Exhibitionistin, man missachte die Gefühle anderer, etc), jedoch zum Glück nie direkt während dem Stillen. Keine stillende Mutter entblösst ihre Brüste, mit der heutigen Stillkleidung sehen andere Leute gar nichts und wenn möglich sucht man sich doch eine stille Ecke um das Baby nicht unnötig zu stören. Es ist in Europa schon einfacher eine stillende Mutter zu sein als zum Beispiel in den USA (wo das öffentliche Stillen verpönt und teilweise sogar verboten ist), aber ein wenig mehr Respekt wünsche ich mir schon. Ich bin keine billige, egoistische Exhibitionistin wenn ich mein Kind stille und möchte mich nicht schlecht und unsicher fühlen wenn mein Baby seinen Hunger irgendwo in der Öffentlichkeit ankündigt!

  • Meme sagt:

    @verena
    zu deiner Frage des öffentilchens stillens. Die Zwillinge konnte ich nicht öffentlichen Stillen – das wär dann schon aufgefallen. Aber ein Baby geht ohne Probleme. Man sieht gar nichts, da ich alles gut abedecken kann mit Pulli oder Jacke. Auch wenn die Leute gaffen ist/war mir das egal, schliesslich hat man nichts gesehen, nur das Baby.
    Daher stört es mich auch nicht, wenn eine Mama „entblössert“ stillt – schliesslich ist das natürlich und das Baby braucht nun mal seine Nahrung. Komischerweise regen sich die einen auf, wenn eine Mutter ihr Baby öffenltich stillt, aber gegen die halbnackten Frauen in teils Zeitschriften/Zeitungen oder im TV hat auch niemand was (und dort sieht man schon eher was…….).
    Komische Gesellschaft…….

  • Meme sagt:

    Die Zwillinge haben ich damals die ersten 6 Monate gestillt, danach hatte ich leider keine MIlch mehr. Sie kamen 6 Wochen zu früh und mussten im Spital bleiben. Das einzige was ich damals tun konnte für sie, war Milch abpumpen, solange bis sie selber trinken konnten. Ich stillte beide miteinander, die ersten 3 Monate im 2 Stunden Takt – ich hatte teilweise wunde Brustwarzen und hätte manchmal schreien können vor schmerzen. Leider hatte ich eine Hebamme, die mir nicht gross zur Seite stand. Trotzdem zog ich es durch, weil ICH es das beste fand für meine Kinder. Nach den 6 Monaten musste ich zum Schoppen greiffen und fand das einfach viel mühsamer und trauerte dem stillen schon einwenig nach.

    Unser drittes Baby stille ich noch Heute (9 1/2 Monate) und hatte von Anfang an keine Probleme. Ich geniesse es und finde es einfach das beste, was ich meinem Kind geben kann (neben Liebe und Zuwendung).

    Jede Mutter muss für sich den richtige Weg selber finden und wenn eine nicht stillen kann oder möchte, ist das kein Weltuntergang. Die Kinder werden so oder so gross. Ich denke auch nicht, dass das Stillen eher die Bindung födert, als wenn man den Schoppen gibt. Das kommt dann schon auf andere Faktoren drauf an.

  • Sisifee sagt:

    Ich fand es sehr praktisch, meine beiden Kinder zu stillen. Beim ersten gab es auch Anfangsschwierigkeiten, er ging nach der Geburt nicht von selbst an die Brust, und wir musstenalles richtig aufbauen. Ich hatte auch Schmerzen, und mein Mann hat mir in den ersten beiden Wochen sogar nachts geholfen, das Baby richtig anzulegen… Das war schon stressig, aber nachher ging es gut und ich war froh, hatte ich die Unterstützung.
    Beim zweiten ging es dann viel besser.
    Bei beiden hatte ich den Eindruck, dass nach ca. 4 1/2 Monaten der Zeitpunkt für die Umstellung auf Brei gekommen ist. Beim zweiten liess ich mich überreden, mehr zu essen, damit die Milch gehaltvoller sei – mit dem Erfolg, dass ich krätig zunahm, mein Kind aber nicht! Dann waren wir in den Ferien und das Baby war alle zwei Stunden hungrig. Tag und Nacht. Tagelang. Nachschöppeln nützte nix, er war nicht mehr hungrig nachd em Stillen, hatte die Milch aber einfach sehr schnell verdaut. Somit war für mich klar, dass ich besser auf mein Gefühl hätte hören sollen und mein Sohn mampfte glücklich den ersten Brei mit knapp 5 Monaten.

    En wichtiger Punkt blieb noch ungenannt: Wie soll man denn 6monatiges Stillen unter einen Hut bringen mit einem 3monatigen Mutterschaftsurlaub? Ich hatte das Glück, jeweils knapp 6 Monate Urlaub nehmen zu können, die meisten haben das nicht. Und das ständige Hin- und Her zwischen Arbeitsplatz und zu Hause nur wegen Stillen, oder das ständige Abpumpen fand ich auch bei nur 2 Stillmahlzeiten tagsüber extrem mühsam. Mit zwei Kindern und einem 50% Pensum war es schlicht nicht mehr zu schaffen.

  • Pia sagt:

    Wenn jemand genügend Milch hat ist stillen das Einfachste! Die Nahrung hat immer die richtige Temperatur, man muss keine Flaschen sterilisieren und man kann immer und überall das Kind füttern! Ich habe leider nur eine Tochter, diese aber 6 Monate voll gestillt. Aus „Bequemlichkeit“ habe ich mein Kind zu uns ins Bett genommen und sie konnte sich „bedienen“ sooft und wann immer sie wollte. So bekam ich immer genügend Schlaf und mein Kind auch. Wenn nötig bin ich, oder mein Mann kurz aufgestanden und haben das Kind frisch gewickelt. Wir alle hatten eine gute Zeit und konnten das Kind geniessen! In ihrem Kinderbett hat sie fast nie geschlafen. Sie schlief bis fast 2-jährig bei uns, danach bekam sie ihr eigenes grosses Bett und die Umstellung klapptefast problemlos. Unsere Tochter ist nun erwachsen und im Herbst fängt sie mit dem Studium an.
    Ich denke, ich konnte so nicht nur viel Zeit, sondern auch viel Geld sparen. Übrigens fand ich Lindenblütentee für mich besser als die teuren Stilltees.
    Allen Müttern empfehle ich, das zu tun was euch am Meisten dient. Hört auf eure innere Stimme und nicht auf die besserwisserischen Ratschläge der Anderen. Ich bekam immer wieder gesagt, dass es nicht gut sei, das Kind im Ehebett zu haben, aber das war uns egal! Für uns hat es gestimmt und ich würde es ziemlich sicher wieder genau so machen!

  • Jennifer sagt:

    Ich habe ans Stillen nur schlechte Erinnerungen. Ich habe nur noch geheult vor Schmerzen, so wund waren meine Brustwarzen. Die Hebamme meinte bloss, da müsse ich halt durch. Irgendwann wurde es nicht nur mir, sondern auch meinem Partner zuviel und ich habe nach 11 Wochen beschlossen, dass die Kleine ab sofort mit der Flasche ernährt wird. Die Entscheidung wurde noch dadurch beschleunigt, dass die Hebamme gemeint hat, dass die Stillprobleme eventuell daher rühren würden, dass ich einen Kaiserschnitt hatte und ich deshalb zu meiner Tochter (noch) keine Beziehung hätte aufbauen können. Dieser Satz hat mich sowas von sauer gemacht, dass ich sofort abgestillt habe – so quasi „jetzt erst recht nicht mehr weiter“. Dazu kamen noch 2 Tage „Abpump“versuche, bei denen ich mir wirklich wie eine zu melkende Kuh vorgekommen bin und ich mich dabei total elend gefühlt habe.

    Die Kleine hat den Schoppen übrigens sofort akzeptiert und alle waren happy.

    Ich selber wurde nie gestillt, habe bis jetzt keine Allergien entwickelt und eine gute, enge Beziehung zu meiner Mutter.

  • Verena sagt:

    ok, Stiller hat einen Teil meiner Frage wohl schon beantwortet 😉

  • Verena sagt:

    Ganz ehrlich, ich weiss nicht ob das Stillen tatsächlich heute mythischer ist als eine Generation zuvor. Natürlich ist Stillen zusammen mit Gebären oder Erziehen ein sehr beladenes Thema. Andererseits sagt heute niemand mehr, dass Stillen die natürlichste Sache der Welt ist und dass ergo Frauen die nicht Stillen können sich von der Natur entfremdet haben. Das würde ich wirklich als Belastung empfinden. Als werdende Mutter mache ich jedoch ganz andere Erfahrungen. Alle einschlägigen Bücher sagen unisono dass Stillen meistens ohne Probleme funktioniert, aber eben nicht immer. Und wenn es Probleme gibt ist es nur vernünftig, sich Hilfe zu suchen. Im Geburtsvorbereitungskurs wurden wir schon präventiv auf die Stillberatung hingewiesen. Und nie habe ich militante Meinungen zum abpumpen oder schöppelen vernommen. Fazit: Stillen wird heute zwar als wichtig empfunden, andererseits erwartet niemand, dass es auf Knopfdruck funktioniert. Durchwachte Nächte und blutige Brustwarzen werden heute nicht mehr zu Freunden der Mutterschaft stilisiert.

    Was mich in diesem Zusammenhang interessiert, ist vielmehr wie die öffentlichkeit auf stillende Frauen reagiert. Wie gesagt, ich habe damit noch keine Erfahrung, deshalb würde mich interessieren, was andere Mütter (und Väter) in diesem Zusammenhang erlebt haben. Reagieren die Leute irritiert auf stillende Frauen? Liegt es an der entblössten Brust, oder wird der Akt des Stillens an sich als anstössig wahrgenommen? Das frage ich mich seit der grossen Facebook-Diskussion, als Fotos von stillenden Frauen als „obszön“ vom Provider gelöscht wurden. Wird das allgemein so wahrgenommen, oder sind die Angloamerikaner da einfach ein Tick prüder?

  • Gabriela sagt:

    Genau das hatte ich noch vergessen. Es will wohl niemand leugnen (hoffentlich auch nicht die Still-Lobby), dass eine ausgeschlafene, zufriendene, schmerzfreie, entspannte und glückliche Mutter besser ist für ihr Baby, als eine abgekämpfte, leidende, müde und zermürbte Mutter…

    Also: für alles die es wollen und wo’s problemlos klappt, die sich auch gut ernähren und nicht rauchen und möglichst kein angebrochenes Amalgam in den Zähnen haben und schon lange keine Medikamente mehr zu sich genmomen – Daumen hoch. Für alle anderen, selbstbewusst genug sein und selber bestimmen ob überhaupt und falls ja, wann’s reicht.

  • ein flaschenkind sagt:

    Meine Mutter musste bei mir von Anfang an „nachschöppeln“. In den späten 70ern war das allerdings scheinbar kein Drama – und niemand machte ihr Vorwürfe. Deshalb hatte sie deswegen wohl auch keine Komplexe und fühlte sich nicht als Rabenmutter…

    Inzwischen bin ich trotz Schoppenpulver gross geworden und habe weder physische (bin robust wie ein Schlachtross und war seit meiner Geburt nie wieder im Spital) noch psychische (Kontakt- und Berührungsängste hab ich keine, mit meiner Mutter – und meinem Vater – habe ich ein wunderbar enges, auf tiefer Verbundenheit gründendes Verhältnis) noch intellektuelle (immerhin zwei Uniabschlüsse) Schäden davon getragen… (Obwohl, vielleicht kommt das ja alles noch, wer weiss?) 🙂

  • Emanzo sagt:

    Opa sagte noch „Es ist ein Fehler im Schoepfungsplan, dass man(n) das Essen nicht trinken kann. Haeute ist der „Fehler“, dass den Softis nicht auch noch Milchdruesen gewachsen sind!

    Zynismus beiseite: Wenn Gott oder die Natur das Baibi mit dem Schoppen gefuettert haben wollte, waeren wohl nicht wenigstens der Frau Milchdruesen gewachsen. Natur pur ist und bleibt auch da das Beste.

    In Gynokratien mit Ueberalimentierung der Muetter ist die kuenstliche Ernaehrung fast gleichwertig. Sie hat mehr als genug Zeit und Geld zum Schoppenkaufen, Schoppenwaermen, Schoppentempieren, Schoppengeben, Schoppenwiederwaermen usw. pp.

    Katastrofal ists in Schwellenlaendern. Da werden die Frauen seit der neokolonialen Industrialisierung bis zu 16 Stunden taeglich in Fabriken oder Kaufhaeusern ausgepowert. Gearbetet werden muss (abgesehen vom Sexwoerk, wo „christlichsoziale“ MissionarInnen den Lebensunterhalt ab dem ersten positiven Schwangerschaftstest bis zur Entlassung des Kindes aus der Schulpflicht mit heimatlichen Spenden- und Steuergeldern aeusserst grosszuegig finanzieren) bis zu den Geburtswehen. Schreibt der Arzt (z.B. wegen drohender Fehlgebrurt) frueher arbeitsunfaehig, wird die Zeit vom Mutterschaftsurlaub nach der Geburt abgezogen! Statt das Baibi wird fruehmorgens und spaetabends die Brustpumpe angesetzt, wobei die erschoepften Muetter bald auch in der genuegenden Milchproduktion versagen. Gerne springen da Nestle und Co. ein, wobei fuer Importprodukte auch bei chinesischen Loehnen weltweit japanische Preise bezahlt werden muessen. Die betreuenden Urgrossmuetter verduennen dann die „Milch“ mit oft verdrecktem Wasser, was die Todesratte bei den Seuglingen massiv explodieren laesst.

    Hoffentlich hat JM keine Aktiien bei Gugolz……………………………………………..

  • Irene sagt:

    Postnatale Depressionen … da kann ich (leider) mitreden. Bei mir wurden diese durch die Tatsache, dass ich stillen konnte und daher auch musste, sogar noch verstärkt. Der Kindsvater und mit ihm das ganze Dorf haben mir immer wieder klar gemacht, wie unglaublich wichtig stillen ist. Die 14 Tage an welchen ich gestillt habe, scheinen mir heute noch wie Monate und Jahre. Ich habe gelitten – nicht körperlich, aber seelisch. Soviel Abhängigkeit dieses Säuglings von mir, dass ich immer allgegenwärtig sein musste. Das Kind könnte ja Hunger haben … es war schrecklich. Nach 2 Wochen hab ich – Egoistin genug – abgestillt. Die Hebamme hat mich nur widerwillig beraten, weil Stillen ist einfach das Beste! Meine Umgebung hat mich auf der Strasse direkt darauf angesprochen (Leute deren Namen ich kaum kannte!!!) „du stillst schon möglichst lange, gell?!“. Ich habe mich widersetzt – was einen lokalen Aufschrei zur Folge hatte „das arme Kind!!!“ Der Hebamme, dem Vater und dem Dorf „widersprochen“ und auf Babynahrung aus dem Geschäft umgestellt. Und wissen Sie was? Mein Kind ist noch immer gesund, hat keine Allergien, ist normal gewachsen, hat eine sogar überdurschnittliche Intelligenz und es entwickelt sich vollkommen altersentsprechend. Verstehen Sie mich bitte nicht falsch; wenn eine Mutter stillen kann und möchte; super!! Aber wenn eine Frau – aus welchen persönlichen Gründen immer – es einfach nicht schafft, ihrem Zögling die Brust zu geben: super gibt es Ersatznahrung!!!! Es ist doch die Einstellung mit der man stillt oder nicht stillt – die Einstellung die automatisch auf das Kind übergeht. Und meine Einstellung war; was mir so schlecht tut, kann doch auch für mein Baby nicht gut sein, oder?!

  • mapa sagt:

    Lieber Papa,

    Meine Erfahrungen decken sich teilweise mit deinen und ich kann mich deinem Fazit voll und ganz anschliessen.
    Wir sind Eltern von Zwillingen die bis 6 Monaten gestillt wurden. Schon früh haben wir auf Druck meinerseits eine Stilleinheit (immer im Doppelpack bzw. Stereostillen) nach Mitternacht durch den Schoppen ersetzt. Davon habe ich (konnte endlich auch meine Kinder stillen) und meine Frau (längere Schlafphase) nur profitiert. Die Kinder scheinen keinen bleibenden Schaden genommen zu haben;-)

  • Stiller sagt:

    Stillen ist meiner Meinung nach völlig überbewertet.
    Ich bin der Überzeugung, dass jede Schoppennahrung gesünder, vitaminreicher und mit weniger Schadstoffen versehen ist als die Muttermilch.

    Was eine durchschnittliche Mutter in der neutigen Zeit alles „reinzieht“ an Umweltgiften und dann ungefltert dem Säugling reinlässt kann nicht gut sein. Nähe und Körperwärme ist wichtig, stillen ist ein stilisiertes relikt aus alten Zeiten.

    Ganz schlimm wird es, wenn die Kampfstiller Ihre Nahrungsbeutel in jedem Restaurant aus der Bluse ziehen und glauben, dass das ganz natürlich sei. Der zuvor, in den meisten Fällen zumindest stattgefundene Geschlechtsverkehr, ist auch äusserst natürlich, aber nur die wenigsten empfinden den „öffentlichen Verkehr“ im Restaurant als ok.

    Also bitte liebe Mütter, ruinniert nicht eure Nächte, eure sonst schon limitierte Freiheit und euren Busen und greift zur Flasche!
    Und das ganze wird sehr viel stressfreier, was nur gut auch für das Baby ist.

  • Gabriela sagt:

    Es besteht im Moment wieder ein grosser Druck auf Mütter ihre Babys zu stillen. Fairer wäre es, man würde einfach sachlich über die Pros und Kontras von Stillen und Nicht-Stillen aufklären, und dann die Entscheidung den Müttern (und Vätern) überlassen. Pros und Kontras gibt es für beides, und ich bin mir nicht sicher, dass die Aussage „…während der ersten Monate keine andere Ernährung dem Baby einen derart guten Start ins Leben ermöglich, wie das Stillen.“ wirklich in jedem Fall zutrifft.
    Ich habe meine beiden Kinder nicht gestillt. Sie hatten nie, nicht ein einziges Mal, Magenkrämpfe oder Stuhlprobleme und haben die Flasche vom ersten Mal an problemlos akzeptiert. Mein Mann und ich konnten uns die Tag- und Nachtschichten fair aufteilen und hatten so immer genügend Schlaf. Ausserdem wirkt genau diese „Arbeitsteilung“ dem Problem entgegen, das im Blog vom Dienstag angesprochen ist. Väter sind somit stärker eingebunden und es gibt keinen Grund für sie im Abseits stehen zu müssen.
    Auch ich musste mir jedoch im Spital Fragen und versteckt gehässige Bemerkungen zu meiner Entscheidung nicht zu stillen gefallen lassen. Ich musste mir auch täglich das Plakat in meinem Zimmer ansehen, welches propagierte „Wir sind eine stillfreundliche Institution“. Im selben Zimmer hatte ich aber eine Abwesenheits-Informations-Karte, wo ich, wenn ich das Zimmer verliess, markieren konnte, wo ich bin, damit Besucher und das Personal wissen, wo ich zu finden bin. Auf dieser Karte war eine der Möglichkeiten, die ich markieren konnte „im Raucherzimmer“. Schlicht grotesk!
    Wie auch immer, die Entscheidungsfreiheit sollte ohne Druck ganz allein bei den Eltern, in erster Linie bei den Müttern, liegen. Was wir also tun können, ist unsere Kinder zu selbstbewussten und entscheidungsfähigen jungen Menschen grossziehen, so dass sie einem gewissen Druck standhalten können, und nichtsdestotrotz ihre Entscheidung treffen und dann auch dahinterstehen können.

  • Papa sagt:

    Es ist natürlich hinglänglich bekannt, dass während der ersten Monate keine anderer Ernährung dem Baby einen derart guten Start ins Leben ermöglicht, wie das Stillen. Und so wie ich das wahrnehme – und wie es auch das Beispiel im genannten Artikel zeigt – kommt neben dieser einfachen, sachlichen Tatsache auch ein sehr grosser Druck von der jeweiligen Mutter selber: Ich muss doch mein Kind ernähren können!

    Unser erstes Kind hatte drei Monate lang Koliken, hat die meiste Zeit kaum getrunken oder gar die Brust verweigert und sowohl meine Frau als auch ich selber liefen mehr als am Anschlag. Irgendwann stellte sich für uns die grundlegende Frage: Stillend weiterleiden, oder mit Ersatzprodukten füttern. Meine Frau hat dann unter Tränen abgestillt.

    Hinterher muss ich als Vater sagen (und trotz allen Bedauerns pflichtet mir meine Frau da bei), war es mithin das Beste für uns alle drei: Zum ersten Mal konnte ich als Mann unser Kind füttern (beim Stillen gibt es da bekanntlich ein kleines Problem), meine Frau hatte mehr Zeit (primär natürlich zum Schlafen). Und auch wenn wir es beim zweiten Kind sehr geniessen, dass es ausreichend und gern von der Brust trinkt, habe ich mir vorbehalten, hin und wieder abgepumpte Milch mit dem Schoppen zu füttern (dagegen gibt es natürlich tausend Gründe, bis jetzt trifft aber keiner davon zu). Und meine Frau ist darüber nicht unglücklich.

    Fazit aus der ganzen Sache: Stillen ist nicht alleine Muttersache. Wenn es klappt ist das gut für alle, wenn es nicht klappt leiden alle. Eine Entmythifizierung des Stillens wäre dringend angebracht.

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