Fight for your right to party?

Eine Carte Blanche von Julian J. Schärer.

»Fight for your Right to Party» sangen die Beastie Boys. Heute bedeutet Party für viele einfach nur noch zerstören aus persönlicher Wut.

Früher wurde dafür gekämpft, das man Partys feiern durfte. Heute sind Partys für viele einfach nur ein Ventil für Wut und Zerstörung: «Fight for your right to party» ist ein Song der Band Beastie Boys (im Bild oben).

Ich bin 19 Jahre alt und ein Wohlstandskind. Ich hatte nie echte Probleme oder Ängste und dafür bin ich dankbar.

Trotzdem, oder gerade deswegen, zieht es mich Wochenende für Wochenende an Partys. Auch und besonders an exzessive und illegale. Die ganzen Strapazen des mühsam und sinnlos erscheinenden Schulalltags, die nervigen Gesichter von Lehrern und Mitschülern, der sonst omnipräsente Weltschmerz gehen vergessen. Ich suche nicht Krawall, sondern ausgelassene Momente mit Freunden und Fremden, den Rausch und das Versprechen der Nacht, an einem Ort zu landen, den ich noch nicht kenne, Grenzen zu überschreiten, die mir bis dato unbekannt waren. Dieses Gefühl, wenn jegliches Streben vergeht, wenn bloss Glück und Zufriedenheit bleiben.

Allzu oft bleibt dieser Moment aus. Weil ich mir die Party nicht leisten kann oder zu jung bin, um reinzukommen. Weil die Leute bescheuert, unsympathisch, aggressiv sind. Weil Türsteher, Polizisten und besoffene Stressköpfe dich doof anmachen. Oder am schlimmsten: Die Musik so scheisse ist, dass es einer akustischen Vergewaltigung gleichkommt. Danach ist der Heimweg hart und einsam, es bleibt nur die Hoffnung auf das nächste Wochenende.

Mamablog

Ein Jugendlicher bewirft nach einer Party in Zürich Polizisten.

Fight for your right to party? Die hohen Ansprüche eines Wohlstandskindes machen vor Partys nicht Halt. Wo diese nicht erfüllt werden, lauert Frustration. Und die kennt viele Wege, um sich ihre Bahn zu brechen. Ich persönlich nehme keine Eisenstangen zur Hand oder werfe Steine und Armeemesser, wie andere Vertreter meiner Generation. Aber ich kenne jene, die es tun, und es hat selten ausschliesslich mit fehlenden Freiräumen zu tun, auch selten mit fehlendem Wohlstand, sondern mehr mit individuellen Problemen. Unter dem Beastie-Boys-Deckmantel wird der persönlichen Wut freien Lauf gelassen.

So sehr ich illegale Partys schätze, ich finde dieses Verhalten einfach nur kriminell. Natürlich spielt Gruppendynamik bei den Ausschreitungen eine Rolle. Aber ich und die «Szene», welche solche Veranstaltungen organisieren, wir müssen uns eingestehen, dass wir die falschen Leute anziehen. Diesbezüglich herrscht eine fatal naive Toleranz. Man denkt, es sind doch nur ein paar Spinner. Leben und leben lassen, wir wollen schliesslich auch illegale Partys feiern. Aber langsam denke ich, dass darunter noch eine grössere, gesellschaftspolitische Frage lauert.

Wir sind alle überfordert. Für die Politik sind die Krawalle ein Anlass, ihre Lieblingsbegriffe Kuscheljustitz und Integration in die Runde werfen, die Medien schlachten das Ganze aus und die Intellektuellen können sich mit ihren Kommentärchen dazu rühmen. Für Jugendliche wie mich sind sie nur ein weiterer Grund, neue Partys zu feiern. All dies zusammen ergibt diese Suppe von Gesellschaft, die mir einfach nicht schmeckt.

Wenn ich mich unter Freunden und Bekannten umhöre, stimmt mich das wenig optimistisch. Alles und jeder ist unverbindlich, spontan und von Kopf bis Fuss durchindividualisiert. Ein geschlossenes Agieren wird so fast unmöglich. Ich wünsche mir mehr Zusammenhalt und Organisation. Die Schnittmenge von Konsumenten und Produzenten muss sich vergrössern. Das würde von Wertschätzung zeugen. So dass alle als Gleichgesinnte, ohne Gesindel, die Musik, dieses Gefühl feiern können, das uns doch alle verbindet. Auch generationenübergreifend.

Auch wenn die gewalttätigen Chaoten nur einen kleinen Prozentsatz ausmachen, müssen wir uns fragen: Wollen wir diese Gewaltbereitschaft noch länger hinnehmen? Dieser Verantwortung kann sich meine Generation nicht entziehen.

Wir danken Julian J. Schärer für diesen Beitrag.

205 Kommentare zu «Fight for your right to party?»

  • Stadelman Reto sagt:

    Ich verstehe absolut was Sie damit: „Alles und jeder ist unverbindlich, spontan und von Kopf bis Fuss durchindividualisiert. Ein geschlossenes Agieren wird so fast unmöglich.“ meinen Herr Schärer. Es ist zum kotzen! Das fängt schon damit an, dass man einfach nicht auf SMS antwortet, (also nicht sofort, sondern auch nach mehreren Tagen nicht) sich spontan von Treffen abmeldet etc. … Die Menschen fangen ihre Freiheiten an auszunutzen. Aber die Gegenbewegung kommt… Konservatives denken erlebt ein Comback und ich bin geteilter Meinung, ob das gut oder schlecht ist…

  • Bionic Hobbit sagt:

    Mit 19 Jahren weiss man halt noch nicht, dass die meisten spontanen Parties/Besäufnisse mit wildfremden Leuten eigentlich doof sind, legal hin oder her. Da hilft auch der teure Eintritt nichts. Der Autor täte besser daran, sich einen kleinen Freundeskreis aufzubauen, mit denen er für wenig Geld zusammenkommen kann, zum Beispiel für eine Spaghetti Party mit einer Flasche Wein, ein Picknick am See etc. Ab und zu bringen diese Freunde andere Freunde mit und so lernt man neue Leute kennen, mit denen man ein bisschen was gemeinsam hat. Es hilft auch, ein Hobby oder eine Freizeitaktivität zu haben.

    • Brunhild Steiner sagt:

      … ob der Autor bereit ist in solch flachen Manövern die unendlichen Weiten des Seins, das Entdecken von bis dato unbekannten Grenzen, oh je, ich vergass, zur Erlangung vollkommener Zufriedenheit müssen sie auch noch überschritten werden…, und von Exzessivität noch nicht mal angefangen, zu suchen…? 😉

  • Daniel Imboden sagt:

    „Allzu oft bleibt dieser Moment [Glück und Zufriedenheit] aus. Weil ich mir die Party nicht leisten kann oder zu jung bin, um reinzukommen. Weil die Leute bescheuert, unsympathisch, aggressiv sind. Weil Türsteher, Polizisten und besoffene Stressköpfe dich doof anmachen.“ Ich glaube es wäre dringend angebracht, Deine Wertevorstellungen und Prinzipien zu hinterfragen. Wer Glück nur in teuren Clubs und im Rausch finden kann, scheint eine sehr verworrende Vorstellung von Glück und Zufriedenheit als solches überhaupt zu haben.

  • fufi sagt:

    Neineinei!

    Je häufiger ich den Text lese und zu verstehen versuche, desto weniger kann ich’s verstehen!
    Zitat: „Trotzdem, oder gerade deswegen, zieht es mich Wochenende für Wochenende an Partys. Auch und besonders an exzessive und illegale.“
    Schreibt ein Herr JJS.

    Das erinnert mich doch an einen gewissen JJ3.
    Und DER hat nämlich gar nichts illegales getan.
    Hat sich bloss über den Müll der „Wohlstandskinder“ hergemacht.
    Tja, und deswegen wurde er denn auch abgeknallt!
    http://www.tierschutzblog.ch/?p=196

    Aber JJ3 war ja auch kein Wohlstandskind?
    Ist heute austgestopft, in Chur!

  • Laura sagt:

    Sie wollen hier die Sicht eines Jugendlichen schildern, der dabei ist. Dieser aber redet wie ein Polizist oder ein rechter Politiker von „gewalttätigen Chaoten“ und von sich selbst als Wohlstandskind. Sorry, aber ich hoffe Sie merken selbst, dass dieser junge Mann nicht im Geringsten die wütenden Jungen auf der Strasse repräsentiert. Hat wirklich noch jemand ernsthaft das Gefühl die Krisenjugend von heute sind Wohlstandskinder? Leute die sowas denken werden überrascht sein, sobald die soziale Lage auch in der Schweiz explodiert. Ich wärs nicht.

    • Katharina sagt:

      Ganz abgesehen davon. dass der Text für einen 19 jährigen schon verdächtig professionell tönt. Vergessen Sie nicht, dass einige Macher dieses Blattes hier aus der Hausbesetzer- und AJZ Szene kommen. Die finden Hausbesetzungen ja immer noch eine legale Aktion.

      Interessant ja auch immer der sprachliche Unterschied in der Presse über solche Leute. bei den Einen heisst es links-autonome Jugendliche und bei den anderen dann rechtsextreme Randalierer.

    • O. S. sagt:

      @Laura:

      Verstehe, wenn man sich nicht des Sozialpädagogenspeaks befleissigt, redet man „wie ein rechter Politiker“.
      Können sie mir erklären, von welcher „Krise“ die verwöhnten Bengel, die da dumpfe Gewalt üben, eigentlich genau betroffen sind?

      Die Situation in Südlondon oder in der Pariser Banlieue ist schon nicht gerade mit Züri Höngg zu vergleichen: oder wollen sie etwa behaupten, dass die Armut, die mangelhafte soziale Integration, fehlenden Aufstiegschancen und die soziale Ungleichheit die verzweifelten Jugendliche auf die Strasse treibt – und nicht bloss der Faktor Fun?

      Lachhaft!

  • Sorry, was kann man denn aber von einem 19jährigen heutzutage erwarten??? Ist ja völlig normal! … und den „omnipräsenten Weltschmerz“ haben die auch satt!!! Super! Keine anderen Sorgen! … und irgendwann werden diese Jungs sich bequem und gut einrichten und mutieren zu bünzligen Normalos, wie halt die Mehrheit. Für mehr reicht es nicht!

    • Brunhild Steiner sagt:

      Glücklicherweise ist es nicht so düster.
      Sehr wohl gibt es auch die Jugendlichen welche sich fürs Allgemeinwohl, für Hilfsprojekte
      und ganz allgemein den Mitmenschen einsetzen.
      Wir wissen ja nicht mal bei Herrn Schärer ob er uns möglicherweise diese andere Seite bewusst vorenthalten hat,
      dann liesse es sich nämlich nicht mehr so herrlich über diese angeblich „ignorante“ Haltung aufregen.
      An Möglichkeiten und Wissen für entsprechende Informationsbeschaffung fehlt es ihm bestimmt nicht.

    • alien sagt:

      Eure Armut geht mir sowas von auf den Wecker!

  • Marcel Zufferey sagt:

    Die Clubs waren schon vor 20 Jahren sauteuer, die Getränke musste man selber mitbringen und die Türsteher schienen auch nicht von dieser Welt zu stammen. Die illegalen Parties waren immer wieder geil, speziell in Zürich vor Abschaffung des Wirtepatents: Da gab es eine richtige, illegale Szene mit allem drum und dran. Auch Prominente verkehrten da. Das heute alles noch teurer geworden ist, kann ich mir gut vorstellen. Und die Türsteher arroganter erst recht. Aber deswegen gleich Randale zu machen, hat etwas, das mich stark an Kubrick’s Clockwork Orange erinnert: Völlig sinnlos!

    • Brunhild Steiner sagt:

      Naja, solange die Party DRINNEN stattfindet und der dazugehörende Müll ebenfalls DRINNEN bleibt ist mir das ehrlich gesagt herzlich egal- problematisch wird es im öffentlichen Raum. Dass die „Organisatoren“ lieber nicht fürs Aufräumen verantworlich sein möchten kann ich verstehen, mir reichts schon als Passantin durch „be-partie-getes“ Gebiet durchzugehen.

      Mache gerne die Schlaufe zum Immobilienthema: wenn es schon für „etablierte“ Pfadis und andere Organisationen zunehmend schwierig wird erschwingliche Räumlichkeiten zu finden, wie dann erst für „einfach“ Jugendliche?

    • Katharina sagt:

      Da Du ja die Szene anscheinend kennst und den eigenen Worten entsprechend im Law Enforcement Umfeld arbeitest:

      Warum muss eine Party bewilligt werden?
      Wann muss eine solche (als privater Anlass ohne Eintritt etc) nicht bewilligt werden?

      Oder ganz einfach was macht einen solchen Anlass illegal.

      Ist diese Frage denn nun wirklich dermassen schwer zu beantworten oder tanzen alle drum herum, weil die Beantwortung der Frage ganz einfach die Polizeieinsätze legitimiert und es bequemer ist, den Polizisten schlechtes Verhalten vorzuwerfen?

      Mich stört einfach diese Anspruchshaltung auf den Kick.

    • Marcel Zufferey sagt:

      Ich kenne die Szene heute nicht mehr. In der Stadt Zürich benötigte man für die Eröffnung eines Clubs, einer Bar o. ä. mit gastronomischem Charakter ein Wirtepatent. Seit vieleicht zehn oder fünfzehn Jahren braucht man kein Wirtepatent mehr, um ein Lokal zu eröffnen. Die illegalen Läden damals wurden ohne Patent geführt (auf Privatgrund), was verboten war. Was die Illegalität heute aneblangt: Die „Parties“ finden auf öffentlichem Grund und Boden statt (Bewilligungspflichtig) und verstossen wegen dem Lärm gegen die Nachtruhe (ab 22.00) und die ordentliche Schliessungsstunde (im allg. 24.00).

      • Katharina sagt:

        Gut, danke. Ich nehme an, dass das Wirtepatent nicht so einfach zu erhalten ist und nehme weiter an, dass dieses für den Alkoholausschank immer noch erforderlich ist. das ist das eine. da denke ich, hat es schon seinen Zweck, denn mit Alkoholausschank ist eine Verantwortung verbunden und nehme an in den Kursen für das Patent wird auf diese Verantwortung geschult.

        das andere schient mir eines der Ursachen zu sein, nämlich, dass Bewilligungen für Lokale oder Anlässe, die länger aufhaben, restriktiv ausgegeben werden.

      • Katharina sagt:

        Die Laermimmissionen sind nicht zu unterschaetzen und die baulichen massnahme dazu halt kostspielig. ich denke dass eben ein ad-hoc Anlass fuer eine solche Party die Anforderungen schlicht nicht erfuellen kann, ausser er wird in der pampa abgehalten, wo dann ein paar meilen weit niemand lebt.

        Aber schon das Soundsystem eines gepimpten Wagens ist voll aufgedreht 5 Häuserblocks weit zu hören und diese Parties, auch wenn mobil, kommen mit mehr Equipment.

        Wie steht es dann mit event halls, die all diese Anforderungen erfüllen und gemietet werden können?

      • Brunhild Steiner sagt:

        @Katharina: das ist der springende Punkt, die fehlenden event halls…
        ich weiss nicht wie das in ländlichen Gemeinden aussieht mit Verfügbarkeit von Mehrzweckhallen, aber für jüngere Leute mit bescheidenem Budget in den Schweizer „Grossstädten“ eine bezahlbare event hall finden- welche entweder weit genug von Wohngebieten entfernt oder topisoliert ist, ist wohl schwierig. Und wenn weit entfernt, mit ÖV erschlossen?
        Vielleicht ist die eventhall dann auch schon zu gross für die Party?
        Wär schön wenn sich JS mal noch alle Kommentare ansehen und unsre Fragen aus seiner Sicht beantworten würde.

      • Katharina sagt:

        Brunhild: ein Beispiel: 100 Leute, jedes trägt 20 Franken bei. ergibt 2000 Franken für die Miete für eine Nacht. das muss auch in der Umgebung von Zürich vorhanden sein. dann wegen OeV. wenn die die Nacht eh durchmachen wollen, ist der Punkt hinfällig. morgens fährt dann sicher wieder ein Bus.

        Diese Event Halls sind ja dann auch schon in derjenigen Zone gem. Baureglement, wo der Lärm nicht so ne Rolle spielt. worauf ich hinaus will: ich weiss aus eigener Erfahrung, dass in Landgemeidnen und im Vorortskaff von Luzern, wo ich aufwuchs, solche Anlässe nul problemo organisiert wurden.

      • Brunhild Steiner sagt:

        Vielleicht scheiterts dann an der fehlenden Spontanität?
        Angenommen das wär als Miete möglich, wobei dann kommt ja noch die Technik, Verpflegung etc hinzu, angenommen man hätte das nun alles- vielleicht ist es ihnen dann zu geplant? So eine Halle muss wohl schon ein paar Monate im Voraus reserviert sein,
        es würde mich wirklich interessieren wie weit im Voraus Herr Schärer bisherige Parties organisiert hat, und wie lange im Voraus er schon plant wann er an welcher dabei ist. Liegt es einfach an fehlender Kompromissbereitschaft der Partyfreunde?

      • O. S. sagt:

        Also, Katharina in Sunny Hill: du bist ziemlich schwer von Begriff, was?

        Den Ausdruck Flash Mob kennst du? (Wenigstens das!). Bei diesen Zusammenkünften handelt es sich genau darum, nur findet das nicht „in someones home“ statt (bei mehreren Hundert Teilnehmern!) wie das in Sunny Hill der Fall ist, weil die Schweizer in 2,5.Zimmer-Wohnungen leben und nicht in Schlössern. Nein, das Ganze findet auf öffentlichem Grund statt, in der Stadt. Es gibt auch keinen Alkoholausschank, sondern der Stoff wird völlig antikommerziell im Denner eingekauft und mitgebracht. Die Anreise erfolgt mit der S-Bahn.

      • Katharina sagt:

        so , os. big deal, what makes such flashmobs legal? nada.

        thugs are thugs. i don’t care. you are the one crying law and order all the time, you idiot. and in fact i think i am more law and order than you, you pimp ass. I am totally aware of the bias your law enforcement has in zurich. it is not the officers standing there and doing their jobs who have the bias. in fact i am sure their own children might stand on the other side. It is their superiors ball-licking to the same corrupt filth that runs this franchise here and there.

      • Katharina sagt:

        Brunhild, wenn diese Leute die Technik an eine öffentlichen Ort schleppen können, können sie das auch an einen dafür eingerichteten Ort.

        und die Verpflegung usw. kostet halt..da macht es keinen Unterschied ob geplant, organisiert oder nicht. oder wie denkst Du kommt ‚exzessive‘ zustande, dazu braucht es in erster Linie Chemie der legalen (=booze) oder illegalen Art. also die Erfahrung zeigt, dass dazu ja dann der Stutz vorhanden ist….

        Nein. denen geht es um den Kick. Und eine Anspruchshaltung, dass sie dazu nichts zu tun brauchen und die Öffentlichkeit dann noch putzen geht.

      • Katharina sagt:

        Der Autor schreibt ja selber: „“Auch und besonders an exzessive und illegale. Die ganzen Strapazen des mühsam und sinnlos erscheinenden Schulalltags, die nervigen…“ – Escapismus bzw ein Wegbereiter für Suchtverhalten.

        Zu Spontaneität: soweit das den öffentlichen Raum betrifft, ist da die Grenze diejenige der öffentlichen Sicherheit und allen Regeln dazu. wenn das Bewilligungsverfahren dazu zu ‚umtriebig‘ ist. frage ich mich was ein Gymnasiast mit seiner Ausbildung will. Da könnte er ja seinen geheuchelten Elan wegen ‚Verantwortung seiner Generation‘ mit gutem Beispiel vorangehend einsetzen.

      • Katharina sagt:

        Weiter redet er ja von: „Alles und jeder ist unverbindlich, spontan und von Kopf bis Fuss durchindividualisiert. Ein geschlossenes Agieren wird so fast unmöglich. Ich wünsche mir mehr Zusammenhalt und Organisation“

        letztendlich das stillschweigende dulden von bullying durch den Obermacker einer Gruppe und ein ganz klarer Hinweis auf organisierten Aktionismus, milde gesagt.

        und: „So dass alle als Gleichgesinnte, ohne Gesindel, die Musik, dieses Gefühl feiern können, das uns doch alle verbindet.“

        Schlüsselworte: Geichgesinnte, Suppe von Gesellschaft und dann als Kontrast dazu das ‚Wir‘.

      • Katharina sagt:

        oder abgekürzt: er ist nicht teil der Gruppe der Bullies, empört sich hier darüber aber letztendlich ist er ein Faschist und findet es sei was falsch im Staat weil dem gesetzt sind.

        You’re a fraud, Julian J. Schärer. Duly noted.

      • Katharina sagt:

        weil dem Grenzen gesetzt sind. – sorry. typo.

  • Hans Saurenmann sagt:

    Hirnlos das Ganze ich lege mich auch ins Bett

  • heidi reiff sagt:

    Ich war mal vor vielen Jahren in einem Freizeitclub für Singles, es waren einfach Begegnungen mit Menschen, weiblein und männlein eine Frau, eine Begegnung , hat mir mal gesagt – An dem Lachen erkennt man den Menschen, kleines Fünckchen Wahrheit, Ich mag einfach Haeme nicht, inkl. Kabale und Liebe. Ich habe viele Brücken abgebaut, erstaunlich wie diese Exorzisten so idealisiert werden und viele Menschen auf diesen Humbug reinfallen, junge Menschen sind sicher keine Homo Cornutos. Mimose Heidi legt sich jetzt ins Bett und versucht einfach zu schlafen. Wünsche allen ein schönes WE

  • Katharina sagt:

    Was ich nicht verstehe sind ‚illegale Parties‘ vs legale.

    Wann muss eine Party bewilligt werden und ist damit nicht mehr nur eine private Angelegenheit. Die Anzahl Leute oder die Lokalität?

    Oder umgekehrt. Wenn dann diese Bewilligung nicht erteilt wird, ich nehme an weil Auflagen nicht erfuelllt werden koennen, was berechtigt dann die Teilnehmer, sich darueber zu empoeren, wenn die Polizei einschreitet, weil sie das schlichtweg vom Mandat her tun muss?

    Und was berechtigt solche Leute dann, aus Rache einen weiteren Anlass zu planen? die Mitgaenger werden spätestens dann mitverantwortlich.

    • Bitta sagt:

      genau meine Worte – man könnte so eine Party problemlos bewilligen lassen, möchte sich aber natürlich nicht an Auflagen halten müssen, denn dann könnte man letzten Ende noch Verantwortung für Krawallbrüder übernehmen müssen – wegen solchen Chaoten dürfen wir uns nicht wundern, wenn schlussendlich nur noch diejenigen mit geringem Selbstbewusstsein und Spass am Dreinhauen Polizist werden und die anständigen diese Belastungen und Angriffe einfach nicht mehr auf sich nehmen wollen. Und die Jungen – naja, hoffe, meine Söhne werden nicht so.

    • Katharina sagt:

      ich suche auch eine Erklärung dazu wann bewilligt werden muss und wann nicht. ich verstehe das, da ich nicht in Europa lebe, nicht genau. als Beispiel: wenn jemand privat 100 Leute zu einer Party einladet, entweder zuhause oder dazu ein entsprechendes Lokal mietet, muss der Anlass bewilligt werden oder nicht. hier (Kalifornien) muss er nicht bewilligt werden.

      Wie steht es um Jugendzentren, ich dachte, so was existiere dort.

      Ich beneide die Polizisten nicht und finde auch, deren youtube videos zeigen gut, wie unglaublich schnell solche Situationen volatil werden.

      • sepp z. sagt:

        katharina, in der schweiz gibt es nebst dem privaten noch den öffentlichen raum.
        keine ahnung, ob man das in den us noch kennt oder ob dort schon alles privatisiert ist.
        parties im wald (meist land der gemeinde), auf öffentlichen plätzen oder wiesen. meist aber etwas abseits der bevölkerten gebiete (also bsp unter einer brücke).
        solche orte sind ideal für eine temporäre nutzung wie eine party. wer aber den gleichen massstab daran legt wie an bewilligungspflichtige nutzungen in gebäuden (feuer, fluchtwege, bis hin zu getrennten toiletten m/w), findet natürlich immer was auszusetzen.

      • sepp z. sagt:

        und man darf durchaus auch bemerken, dass solche baupolizeiliche mängel und anliegen oft als grund genommen werden, den anlass dichtzumachen, weil er aus sonstwelchen gründen ein dorn im auge ist.

        es gibt ein schönes beispiel: die openair party am bellevue kürzlich eskalierte, als ca ein dutzend jugendliche auf ein tramdach gestiegen sind. da begann die polizei zu intervenieren: ‚einsturzgefahr‘. wer nun mit google image ‚tramhäuschen bellevue‘ sucht, findet picts von der fussball-em 2008, wo doppelt soviel menschen darauf stehen. offenbar wars damals kein problem.

      • Katharina sagt:

        auch auf abgelegenen gebieten müssen Sachen wie Fluchtwege, Zugänglichkeit für Notfalldienste und ja, auch getrennte Toiletten sichergestellt sein. eine ordentliche Anmeldung stellt zb auch sicher, dass Notfalldienste vom Anlass und Ort des Anlasses wissen. es ist einfach so, dass ’shit happens‘, wenn eine grössere Anzahl Menschen sich irgendwo sammelt.

        gerade das Beispiel Brücke zeigt das sehr deutlich, diese ist ja ein Verkehrsweg. auch wenn der Anlass unter der Brücke ist, betrifft die Sicherheit ja die Verkehrsteilnehmer.

        ‚open air‘ auf dem Bellevue eine bewilligte Aktion?

    • alien sagt:

      Parties werden ja normalerweise bewilligt. Es geht ja einfach darum, dass die grundlegenden Regeln in Punkto Feuer etc. berücksichtigt werden.
      Allerdings, Katharina, man versteht diese Regeln nicht automatisch, wenn man in Europa lebt. Erstens sind sie ja in jedem Land ganz anders, zweitens hat man, wenn man bisher noch nicht damit zu tun hatte, eh keine Ahnung.
      In Jugendzentren setzen deren Betreiber die Regeln um. Die Polizei hat damit erstmal nichts zu tun.

    • O. S. sagt:

      „Wie steht es um Jugendzentren, ich dachte, so was existiere dort.“

      Das zeigt, dass Katharina von unserem Land hier null Ahnung hat.

      Ist es nicht gerade die Besozialmutterung, die Alt-68er-triefende Verständnispädagogik, das allzeit und jederzeit Mögliche Umsetzen von „Freiräumen“ in Jugendzentren Schuld an der grassierenden Unzufriedenheit der Jugendlichen?

      Wie kann man ein braver Rebel without a cause werden, wenn Heerscharen von Sozialarbeitern bereitstehen und den jugendlichen Protest verständnisvoll mittragen? Wenn noch der übelste Hooligan und Randalierer am Kopf getätschelt wird?

      • O. S. sagt:

        Die 91 am Limmatquai Verhafteten selber begrüssen ja gerade Law & Order: es gibt ihrem Tun Sinn.

        Wenn die Stadtpolizei aber auch nur einen Move macht, dann steht am nächsten Tag schon das Wort „Unverhältnismässig“ im Soziblatt und Rotgrün rügt im Gemeinderat die bösen Bullen.

        Die Alternative freilich wäre: Den illegalen Partys etwas mehr illegale Polizeimethoden entgegensetzen. Den Schlagstock und den Taser etwas lockerer zum Einsatz bringen und die Bubis mal ein paar Wochen in der U-Haft schmoren lassen. Dazu Internet-Pranger (mit Bild und vollem Namen). Und ein paar saftige Ohrfeigen!

      • Katharina sagt:

        aso ich antworte dir ja nicht gerne, aber ich habe sehr wohl darauf hingewiesen, dass ich die medien kritisiere, in dem ich sage bei den einen wird von linksautonomen jugendlichen geredet, als ob es eine politische partei sei, und den anderen dann rechtsextreme randalierer. der ‚event‘ da am bellevue wird dann hier noch blasphemisch als ‚open air‘ bezeichnet.

        so give me credit were credit is due….

        as to the legal action; as i said, a proper police round up involves a night in the county jail and the parents required to post bail…. it is a very effective method and legal.

      • sepp z. sagt:

        jugendzentren sind schön und gut.
        räume für aktivitäten von jugendlichen, frei oder günstig in der benutzung.
        an vielen orten eine wertvolle sache.
        aber vielleicht eher für 13 jährige als für 22 jährige.

      • Marcel Zufferey sagt:

        Da muss ich O.S. zur Abwechslung einmal recht geben: Sobald die Polizei in Krisensituationen ädequat eingreift- und das tut sie in den meisten Fällen auch dank der vor Jahren einführten neuen Taktiken und Strategien [sog. Deeskalationsstrategien]- suchen und finden die Medien garantiert ein Haar in der Suppe und machen daraus eine Titelstory. Und wenn es nicht die Medien sind, dann irgendein roter Staatsanwalt, der hinter jeden Ecke einen Polizeistaat wittert. Der Einfluss der Medien auf die Arbeit von Justiz und Polizei kann gar nicht genug unterschätzt werden.

  • Franz Oettli sagt:

    Herr Schärer: Zwei Lebensstützen trügen nie. Gebet und Arbeit heissen sie.

  • heidi reiff sagt:

    Forts. Kommentar 20.56

    Auch junge Menschen brauchen mal Abwechslung, immer nur büffeln für die Schule, ist Leistung das Höchste ? Jeder Mensch braucht doch eigene Freiräume. Wut gehört auch zum Leben, die Frage ist doch, wie gehen wir um mit der Wut, destruktiv, oder konstruktiv

    Die 68er waren eine kleine Oeffnung in Richtung Freiheit, der Filmemacher R.W. Fassbinder hat ein Schritt gemacht zur Aufklärung

    Schrecklich finde ich nach wie vor, wie rebellische Menschen weltweit, nicht ernst genommen werden, es gibt hier in der Ch viele junge Menschen die s. einse.

  • Heiri Huber sagt:

    Ein bemerkenswerter Artikel eines jungen Menschen. Parties können Jugendliche – unter anderem auch – in Kirchgemeinderäumen. Gerade die reformierte Kirche, welche im Kanton Zürich das Ausländer- und Jugendstimmrecht ab 16 kennt, böte ein idealer Rahmen um Parties zu organisieren. Denn schnell kann man Jugendliche mobilisieren um an einer Kirchgemeindeversammlung auch Budget-Entscheide durchzubringen. „So dass alle als Gleichgesinnte, ohne Gesindel, die Musik, dieses Gefühl feiern können, das uns doch alle verbindet. Auch generationenübergreifend.“: Das wäre eben: „Gottesdienst“. Zu entdecken!

  • markus sagt:

    Kompliment an Julian J. Schärer!

  • macho sagt:

    – Ausschreitungen die überhand nimmt und uns wohlig mit dem Finger auf diese degenerierte, homogene Masse der (Wohlstands-)Jugend zeigen lässt. Das Problem der Gesellschaft ist ausgemacht. Ich finde das zu einfach. Bestraf die Täter und macht kein Tamtam darum, wir haben grössere Baustellen.

  • macho sagt:

    Unsere Generation muss Verantwortung übernehmen für die Randalierenden? Was für eine Art von Verantwortung, die die uns etwa vorgelebt wird? Wo ist die? Ich seh vieles in der Welt was falsch läuft, und das wenigste davon geht auf das Konto von randalierenden Jugendlichen in Zürich. Sorry aber diese Anbiederei ist eklig. Auch ich geh nicht randalieren und finde es gelinde gesagt äusserst dumm, was gewisse besoffene Pfosten sich da leisten, aber schlimmer finde ich den Generalverdacht der unserer Generation in Zürich entgegenschlägt. Ja und wie einfach die scheinheilige Empörung über zwei –

  • sepp z. sagt:

    JJS schreibt: „Alles und jeder ist unverbindlich, spontan und von Kopf bis Fuss durchindividualisiert. Ein geschlossenes Agieren wird so fast unmöglich. Ich wünsche mir mehr Zusammenhalt und Organisation. Die Schnittmenge von Konsumenten und Produzenten muss sich vergrössern.“

    Mir dreht sich der Magen. Ist die einzige Art, wie unsere Jungen heute die Gesellschaft beschreiben und wahrnehmen können, jene als: ‚Schnittmenge von Konsumenten und Produzenten‘. Die neoliberale Doktrin scheint tief in den Wohlstandskinderköpfen zu sitzen. Jede Gesellschaft kriegt wohl die Kinder, die sie grosszieht.

    • Brunhild Steiner sagt:

      Naja, wenn ich den jungen Herrn richtig verstehe schreibt er das ja aus Sicht eines
      „manchmal auch selber wilde Parties-Organisators“,
      von dem her klingt das nach einem vernünftigen Statement eines Geschäftsmannes,
      der nicht dran interessiert ist dass sein Zweig den Bach runtergespült wird.

      • sepp z. sagt:

        hm, das lese ich nirgends. wissen Sie mehr als ich?

        eine Motivation dieser illegalen Parties ist ja gerade die Ablehnung dieses Business-Denkens, wo möglichst viel Geld aus den teuren Parties gezockt wird. Von wegen ‚vernünftiges Statement eines Geschäftsmannes‘. Was Sie vernünftig finden, finden wohl die meisten der Protestierenden zum Davonlaufen…

      • Brunhild Steiner sagt:

        „Aber ich und die «Szene», welche solche Veranstaltungen organisieren, wir müssen uns eingestehen,
        dass wir die falschen Leute anziehen.“
        Daraus hab ich geschlossen dass er nicht nur wie wild Parties, resp. deren Erfüllungszweck der Glück-und Zufriedenheitverschaffung, jagt, sondern ab und an auch selbst welche organisiert.
        Und dass er sich ein vermehrtes Zusammengehen der Nutzer mit den Anbietern wünscht,
        also die Nutzer den Anbietern nicht auch noch die illegale Party kurz und klein schlagen.

      • Brunhild Steiner sagt:

        PS es gibt auch nicht-monetäre Geschäftsideen,
        aber auch die erleiden Schiffbrauch wenn gewisse Prinzipien nicht beachtet werden

      • fufi sagt:

        Also, wenn’s denn wirklich keine – grottenschlechte – Satire sein sollte, lese ich das so (oder ähnlich):
        Wir wollen illegale Parties, weil die ja Soo geil sind.
        Wir, die jungs und Tussen vom Züriberg und der Goldküste (weiss schon: pauschal und plakativ!)
        Aber mit den Armen, dem Linken Pöbel, DAMIT wollen wir ja denn schon nichts zu tun haben!
        Wääcckkk!

        tja, man bleibt ja gerne unter sich?

        👿

      • sepp z. sagt:

        ja, diese nicht-monetären geschäftsideen, die versuchen die jugendlichen auszuloten.
        die temporären nicht-bewilligten parties sind teil davon.
        interessanterweise werden diese selbst in einer liberalen stadt wie zürich nicht geduldet.
        gebühren, bewilligung, hohe preise, profit….
        sind das die prinzipien, die es zu beachten gälte?

      • sepp z. sagt:

        fufi, so les ich das auch ein bisschen 😉

      • Brunhild Steiner sagt:

        @sepp z.
        ist das wirklich so unverständlich formuliert „Und dass er sich ein vermehrtes Zusammengehen der Nutzer mit den Anbietern wünscht, also die Nutzer den Anbietern nicht auch noch die illegale Party kurz und klein schlagen.“
        Mir scheint der Autor würde ganz einfach Parties organisieren können wollen, und zwar erschwingliche wie er ja im Text zu verstehen gibt, ohne Publikum welches einen Mehraufwand in Form von Chaos und Zerstörung verusacht.

      • fufi sagt:

        @Brunhild

        Aber weshalb müssen die Parties denn – wie ichs verstehe – ums himmelsverrecken illegal sein?
        Krank?

        🙁

      • sepp z. sagt:

        brunhild, ich glaube nicht, dass die mehrzahl derjenigen partygänger das so sehen.
        das problem sind nicht die partygänger, sondern die möglichkeit, überhaupt solche (zbsp nicht profitorientiere) parties zu machen.
        als es am gleisfeld eskalierte, war die polizei der auslöser, die den stecker rauszog. nicht irgendwelche chaoten.
        wenns abgelegen unter einer schmuddeligen brücke neben den gleisen nicht mal platz hat für solche parties, wo denn dann?

      • Brunhild Steiner sagt:

        @sepp z. „als es am gleisfeld eskalierte, war die polizei der auslöser, die den stecker rauszog. nicht irgendwelche chaoten.“
        Und warum hat sich die Polizei gezwungen gesehen den Stecker zu ziehen?
        Gab es Lärmklagen? Sicherheitsprobleme? Wer übernimmt bei Parties in Nähe Gleisanlagen die Verantwortung dass kein Müll auf den Gleisen/in den Weichen landet? Die Polizei hat den Stecker gezogen, und danach? Ist sie auf die Leute losgegangen oder umgekehrt?

      • Brunhild Steiner sagt:

        @fufi: der Begriff ist ja immer noch nicht wirklich geklärt,
        ich hab es bisher so verstanden dass eine Grossansammlung auf öffentlichem Gebiet eine Bewilligung benötig.
        Organisier ich eine Party unter einer Brücke oder wo auch immer, und über sms etc strömen x mir unbekannte Menschen hinzu, dann hab ich nicht so das Bedürfnis die Verantwortung für deren Tun und Lassen übernehmen zu müssen.
        Also melde ich meinen Plan nicht an, und hab dann wohl eine illegale Party, dafür keine Rechnung über tausende von Franken für nachträgliche Putz&Instandsetzungs-aktionen.

      • sepp z. sagt:

        brunhild, angeblich waren es klagen über lärm.
        hat zwar da im umkreis von 500m keine wohnungen, aber ein grund findet sich immer.

    • fufi sagt:

      Brunhild!

      Irgendwie meine ich, du hast den Punkt ins Schwarze getroffen!

      Da mag „meine Party“ ja noch so was von illegal sein,
      „dafür keine Rechnung über tausende von Franken für nachträgliche Putz&Instandsetzungs-aktionen.“

      Für MICH den Spass, aber bezahlen sollen dafür andere, gefälligst?

      Nein, ich kriegs noch immer nicht in meinen kleinen Grind rein!

      🙁

      • sepp z. sagt:

        fufi, die putzequipen dürfen auch dort durch, wo partygänger sich antrinken, bevor sie in private, gewinnorientierte clubs reingehen. dort reklamiert auch keiner, dass der clubbetreiber nur bis an die türschwelle reinigt, und der rest die stadt übernehmen kann.
        gutes beispiel: maagareal mit dem neueröffneten coop. ein riesenmüll um mitternacht, aber alles legal und bewilligt organisiert in den clubs aussenrum. als ob da kein müll liegen bliebe.

      • fufi sagt:

        OK, sepp!

        Damit magst du recht haben, bloss:
        Bloss weil irgendwo „legal“ Scheisse gemacht wird, berechtigt das doch niemanden, dasselbe „illegal“ zu tun?
        Und schon gar „ein RECHT“ auf (illegale) Müllveranstaltungen einzufordern!
        Nein, meine ich!

      • fufi sagt:

        Oder soll/darf ich jetzt MEINEN Müll auch einfach auf die Strasse kippen?
        Bloss weil auf irgendeinem Areal neben irgendeinem Coop so ein paar
        ungezogene bescheuerte eingebildete Drecksbengels meinen,
        ihre Scheisse ganz einfach liegenlassen zu dürfen?

        Aber zuhause sind sie sooo anständig!

      • sepp z. sagt:

        nö. niemand findet müll toll.
        aber man soll mal aufhören, an einige (hier: die jungen) höchste anforderungen zu stellen, wenns der ganz normale (party-/konsum-) alltag nicht mal erfüllen kann. das wäre scheinheilig.
        -> müll ist kaum das hauptproblem bei diesem thema.

      • fufi sagt:

        sepp!

        ich wiederhole mich mit meiner Frage zu JJS:
        Aber weshalb müssen die Parties denn – wie ichs verstehe – ums himmelsverrecken illegal sein?

        Weisst du weshalb?

      • sepp z. sagt:

        illegal?
        mh. weils wohl zu aufwändig/aussichtslos/teuer wäre, eine bewilligung einzuholen.

      • Katharina sagt:

        Sepp, wenn eine Party auf öffentlichem Grund stattfinden soll, aus welchem Grund auch immer, so muss der Anlass den Auflagen betreffend Sicherheit, Lärmverordnungen und Entsorgung genügen. auch Ausnahmen zu einigen Verordnungen werden da bewilligt (eg längere Dauer des Anlasses, Lärm) so einfach ist das. und jeder Veranstalter ‚geniesst‘ da Rechtsgleichheit.. wenn nun die Veranstalter nicht einmal aus Angst aus der Anonymität preschen zu müssen, eine Bewilligung einreichen, dann entfällt schon die erste Voraussetzung: Accountability.

      • sepp z. sagt:

        ja, rechtsgleichheit, ein schönes stichwort.
        das ist eine geschichte für sich.
        könig fry auf dem üetliberg könnte genannt werden, der gleicher ist als andere, und sich kantonsrätlich genehmigt über baupolizeiliche regeln hinwegsetzen kann.

        accountability? hab das wort mal im zusammenhang mit dem swissair-grounding und dem ubs-kollabs gehört… scheint eher was für ceo’s und banker zu sein als für kids.

        und selbstverständlich geht nichts ohne behördliche bewilligung. der beamtengang (oder sagt man: ämtermarsch) muss eingehalten werden, den auflagen, verordnungen etc genüge getan werden.

  • fufi sagt:

    Hey Jungs uns Mädels!

    Ich kriegs einfach nicht auf die Reihe!
    Ist DAS Satire, oder der Ausfluss eines wohlstandsverwahrlosten Hirnrestes:
    “Die hohen Ansprüche eines Wohlstandskindes machen vor Partys nicht Halt. Wo diese nicht erfüllt werden, lauert Frustration. Und die kennt viele Wege, um sich ihre Bahn zu brechen. Ich persönlich nehme keine Eisenstangen zur Hand oder werfe Steine und Armeemesser, wie andere Vertreter meiner Generation.“

    Heute Partys, morgen Jobs und übermorgen interessiert mich ja eh nicht?

    Bitte ehrlich um Antwort!

    • fufi sagt:

      Und ja:

      Als Satiere: wenig überzeugend, andererseits: Ein Fall für die PUK!

      Aber in einigen Jahren mag der Herr JJS ja für den NR kandidieren,
      als Jurist oder Wirtschaftsberater.
      Als „Wohlstandskind“?
      🙁

    • Blitz Blank sagt:

      „Heute Partys, morgen Jobs und übermorgen interessiert mich ja eh nicht?“

      Der Jugend das vorzuwerfen ist grotesk! Der westliche Lebensstil denkt nicht an die Zukunft und bringt es fertig innerhalb von nur ein paar 100 Jahren nahezu alles Verwertbare zu verbrauchen. Dieser Lebensstil wäre ohne Kolonialismus schon viel früher am Ende gewesen.
      Die Scheisse von wegen nicht an die Zukunft denken müssen die“Alten“ also schon selber fressen und nicht den Jungen um die Ohren schlagen.

      • fufi sagt:

        Lesen Sie bitte den zitierten Abschnitt noch mal ganz, ganz genau!
        Da kommte der Autor von „hoben Ansprüchen“ an Partys über deren Enttäuschung zur Frustratrion die sich „Wege“ sucht, und schon liegen Eisenstangen griffbereit???

        DAS mag ich einfach NICHT verstehen, schon gar nicht nachvollziehen!

        🙁

    • Daniel Stanislaus Martel sagt:

      Ich bin derzeit als Erwachsenenbildner in Kabul. Die Jugend (und selbst meine Kolleginnen und Kollegen und ich) feiern auch Parties… nur haben wir dort keine Wohlstandsverwahrlosung. Es ist trotzdem oder gerade deswegen immer super. Zudem denken in Afghanistan viele Jugendliche an den Morgen nach dem Fest!

  • Markus Stutz sagt:

    Die Strapazen des Schulalltags… Heute wird den Kids ja vieles abgenommen, auch die Verantwortung für ihr tun zu übernehmen. Das sind degenerierte Weicheier, mehr nicht.

  • Pedro sagt:

    „Julian J. Schärer“ scheint eher ein Pseudonym eines BaZ-Redaktors zu sein.

  • xyxyxy sagt:

    so ich habe jetzt fertig – heute ist Freitag ich muss noch die Partys fürs WE vorbereiten, soviel Ordnung muss sein
    machts alle gut
    sorry falls ich jemandem auf die Füsse getreten bin, hat Spass gemacht, aber war nciht bös gemeint

  • Ramon Songes sagt:

    Wachstumswahn, Kapitalismus, Wachstumswahn, – alles immer schneller, immer „besser“ (?), immer mehr – Zerstörung pur …
    Nur für die „Besten“, für die Reichsten ist die Welt da – die anderen die Sklaven eines nie gehaltenen „Versprechens“ drehen durch, auch wenn sie das selber noch nicht merken…
    ENTROPIA the show goe’s on… hahaha …

  • Massimo sagt:

    Und immer sind die anderen für das eigene Unvermögen schuld, keiner steht mehr hinter seinen Taten.

  • Georg sagt:

    „Wenn ich mich unter Freunden und Bekannten umhöre, stimmt mich das wenig optimistisch. Alles und jeder ist unverbindlich, spontan und von Kopf bis Fuss durchindividualisiert. Ein geschlossenes Agieren wird so fast unmöglich. Ich wünsche mir mehr Zusammenhalt und Organisation.“
    Was Du, lieber Julian, hier beschreibst ist Freiheit ohne Selbstverantwortung. Und das funktioniert nie! Als Folge daraus passiert als nächstes folgendes; die Linke Ideologie wird als Heilmittel unter deinesgleichen rumgereicht. Für die Ideologie werden viele bereit sein, ihren Individualismus preizugeben (auch wenn sie das nicht selbst bemerken werden und einfach in der Gruppe gleichgekleideter, gleichdenkender Personen so mega indivudualistisch und speziell sein werden…). Sie werden geschlossen auftreten. So können sie sich auch weiterhin vor der Eigenverantwortung drücken, dabei hats doch von Anfang an nur daran gemangelt.

    Nach ein paar Jahren wird die Realität (Arbeitsalltag, Steuerbelastung, Verantwortung etc) dann allen den Kopf gewaschen haben. Ein paar traurige Starrköpfe werden auch weiterhin der Utopie nachhängen – aber mit denen gibst Du Dich dann nicht mehr ab.

    • Hans vom Hübel sagt:

      Ein dreifaches Heil auf die Eigenverantwortung! Was hätten wir doch für ein tolles, freies Leben, gäbe es all die unsäglichen Hürden und Bürden nicht, etwa den Arbeitnehmerschutz, Sozialversicherungen, Lohnnebenkosten…

      Heisst Eigenverantwortung, dass Oswald Grübel die sich selbst genehmigte Abgangsäntschädigung, dass die Huntsman Chefetage die Verlegung der Produktion ins gelobte Asien nur vor sich selbst zu verantworten haben?

      *Ironie off* Eigenverantwortung hat ausschliesslich eine soziale Dimension. Allzu gerne wird der Begriff zur Worthülse verunstaltet, um wirtschaftsliberales und gesellschaftlich reaktionäres Gedankengut zu transportieren.

      • Georg sagt:

        „Allzu gerne wird der Begriff zur Worthülse verunstaltet, um wirtschaftsliberales und gesellschaftlich reaktionäres Gedankengut zu transportieren.“

        Möglich. Hier nicht. Habe auch als Selbstverantwortung beschrieben, was vielen Jungen heute abgeht und was Julian zu denken gibt – mir übrigens auch. Wenn das mal keine soziale Dimension ist.

      • Hans vom Hübel sagt:

        Ja, war auch nicht an Angriff gedacht. Ihr Beitrag kam einfach ein Büschen altklug daher… 😉

        So à la: Mit der Reife und der Lebenserfahrung weicht die linke Einstellung dem pragmatischen Realismus. Nichts für ungut, aber in dieser Essenz konnt‘ ich das nicht unkommentiert lassen.

        Und: Waren wir als Jugendliche so viel selbstverantwortlicher? Insofern haben Sie Recht; mit dem Erwachsenwerden kommt die Selbstverantwortung.

    • StefanB sagt:

      Noch schlimmer als linke Ideologie wäre es, wenn da plötzlich völkisches Gedankengut rumgereicht würde, die Partygänger ihren Individualismus für eine Uniform aus Bomberjacken und Springerstiefeln und identischer Kürzestfrisur eintauschen und geschlossen und wuchtig auftreten – am 1. August auf dem Rütli zum Beispiel Party machen wollten.

      Nach ein paar Jahren werden aber die meisten frustiert in irgendwelchen Jobs dümpeln, nur einige unbeirrbare Starrköpfe werden in etablierten Parteien Politkarrieren anstreben.

      • sepp z. sagt:

        der Georg übersieht auch, dass die Bewohner in der Stadt die poliitschen Programme ihrer Präferenz frei wählen dürfen. Demokratie eben. Und offenbar entsprechen die linken Programme den Bedürfnissen der Stadtbewohner besser als sogenannt bürgerliche.

  • Hans vom Hübel sagt:

    Besser in der Jugend Scheisse bauen als später. Dafür ist sie ja da…

    Unsereins (33) ist ja nur noch jugendlich unbedarft, wenn er besoffen ist. Ich glaub, ich geh mir heut Abend mal wieder so richtig die Hucke volllaufen lassen. Und morgen Nachmittag geh ich Fussball spielen, mich voll verausgaben und meinen Energieüberschuss abbauen und gleichzeitig die Kater-Nachwehen rausschwitzen, auf dass ich Abends genügend fit bin, mir meinen Alltagsfrust beim FCB-Spiel schön politisch unkorrekt von der Seele zu schreien…

    Übrigens, guter authentischer Text. Respekt.

  • Erika B. sagt:

    Ich schliesse mich Luciano Müller an. Meine Töchter sind im Alter des Schreibers und ich höre oft ihre Geschichten über Parties (und anderes), von ihnen oder wenn bei mir zu Hause ihre Kollegen sind. Ich staune dann, genauso wie ich über diesen Bericht hier gestaunt habe, denn junge Leute sind sich meist ihres Tuns bewusst und nehmen die nötige Verantwortung wahr.
    Ich wünschte mir mehr solche Beiträge hier, Vielen Dank an den MB.

  • Luciano Müller sagt:

    So unverschnörkelt ehrlich und direkt – und vor allem nicht aus der externen Perspektive von Pädagogen, Polizisten, Politiker, etc. – hat bisher noch niemand über die jüngsten Ereignisse geschrieben. Vor allem: Der Beitrag will nicht festlegen, wie das Schulsystem, der Polizeidirektor oder die „Gesellschaft“ mit „den Jugendlichen“ umgehen sollen, sondern er schlägt aus dem Innern der selbstständig organiserten Party-Szene eine kritische Reflexion zum gegenseitigen Umgang vor. Merci Julian. Das hatte bisher in den öffentlichen Medien noch niemand geleistet!

  • plop sagt:

    Julian, du hast ja grad was gegen deine Probleme getan – du hast geschrieben, dir Gedanken gemacht, Fragen gestellt. Das ist gut! Und ich seh immer wieder junge Erwachsene, welche aktiv sind. Dass wir in unserer sog. Wohlstandsgesellschaft kaum mehr politische/existenzielle Diskussionen führen müssen, ist zwar einerseits auch chli schade, aber es gibt noch so manches anderes zum Mitteilen.
    Man kann den Maya-Kalender mit dem „Datum“ 2012 auch so interpretieren: Dass ihr „Kinder“ um diese Jahre rum, da zählst du auch dazu, eine neue Zeit schafft. Und ihr seid cleverer als wir „alten“, find ich..

    • xyxyxy sagt:

      ja wir sind gerade Zeugen einer epochalen Wende in der Menschheitsgeschichte geworden
      genau hier – im Mamablog und ein unbedarfter Schüler, mit ungesehener Weisheit zeigt uns den Weg
      das sehe ich auch so – und die Mayas haben es vorhergesehen: 2012 beginnt das Zeitalter von „Harmony and Understanding“

      • plop sagt:

        Hei xyxyxy! Kein Wunder sind diese Jugendliche genervt über die Grinde der Erwachsenen, wenn man sie nicht ernstnimmt! Natürlich schreibt Julian nicht im „guten“ stile der MB’s etc… aber er ist auch „erst“ 19! Also ich bitte Dich/Euch da…

      • plop sagt:

        siehe übrigens untenstehenden Post von Luciano Müller….

      • plop sagt:

        Und noch an Julian: Der Text find ich im Fall gut geschrieben. Einfach anders als sonst. Und wir sind da zum T eil sehr belehrend (ich ja auch), da merkt man dann plötzlich, dass man älter geworden ist. Man hat das Gefühl, man kann einem Jungspund sagen: ach, werd noch chli älter und es löst sich alles von selber, mach deine Erfahrungen etcblabla… Merci auch für deinen Mut zum Veröffentlichen.

      • xyxyxy sagt:

        Hei Plop – ich habe IHNEN geantwortet – Julian hat nichts von dieser epochalen Wende der Menschenheitsgeschichte geschrieben, sie haben in ihm diese Weisheit erkannt und in ihm die Erfüllung Jahrtausende Alter Prophezeiungen (welche man auch neu deuten kann! staun, staun, staun) erblickt.
        Ich dachte als Prophezeiungen Deuter – hätten sie soviel Textverständnis, dass sie das merken würden.
        Dann sag ich es nochmals ganz deuchtlich: ICH MEINTE SIE

      • plop sagt:

        naja, meiner Lesart nach ist es ja schon im Zusammenhang mit dem Text, oder wie soll ich das „ein unbedarfter Schüler“ deuten? Auf MICH beziehen? Bin ich Schüler? Hmmm (würde ich als Schüler den MAMAblog lesen?) Bin ich unbedarft? Ja, vielleicht… Obwohl, was genau heisst „unbedarft“ sein? Wer gibt die Messlatte? Fragen über Fragen an Sie, lieber Herr oder Frau xyxyxy. Ob ich wohl Ihre Antwort geng noch nicht getscheggt hab? Wann ist eine Frage verständlich? Hui!

      • plop sagt:

        aber wenns sies immer noch ganz genau nehmen, wegen diesem Kalender-Zeugs, dann sag ich Ihnen, warum ich das so geschrieben habe: weil ich wirklich (!) irgendwie an diese Jungen Menschen da glaube, kann naiv sein, ja. (und ich fands ein hübscher Schwank, um bei der Ehrlichkeit zu bleiben…) Grüsse Sie, p

  • Hugo Reichmuth sagt:

    Die Idee, dass es eine Schnittmenge zwischen Produzent/Konsument geben sollte, ist urliberal. Wer Verantwortung übernimmt, wird sich niemals so verhalten wie gewisse Idioten. Herr Schärer fordert auch mehr Verbindlichkeit und klare Regeln, was man sowohl als liberal als auch als konservativ betrachten kann.
    Ich bewundere Herrn Schärers Ansichten. Man merkt, dass er woanders steht als 85 % der Leute – auch der erwachsenen. Schade, dass es immer nur eine Minderheit ist, die das Gesamtbild sieht.

    • sepp z. sagt:

      H.R., weshalb sollen Konsumenten Verantwortung übernehmen? Konsumenten konsumieren, dazu brauchts keine Verantwortung. Produzenten produzieren und erzielen Profite.
      Interessanterweise weichen diese Party-Jugendlichen aus privaten Räumen (kostenpflichtig, oder: konsumpflichtig) aus auf öffentlichen Raum. Der öffentliche Raum, wo keiner von privaten Türstehern ausgeschlossen werden kann. Ein gesellschaftsliberaler Raum. Die Jugendlichen wollen keine Konsumenten sein, sondern in erster Linie frei (freie Bürger?). Und das wäre dann eine viel interessantere Definition von liberal als die Ihre.

  • blackball sagt:

    Ich weiss gerade nicht, was mich mehr ärgert, das infantile Gejammere eines verwöhnten Wohlstandbubis oder der zweckentfremdete Songtitel der Beastie Boys. Diese „ich habe ein Anrecht darauf, zu meinen Bedingungen unterhalten zu werden ohne etwas dafür zu tun“-Mentalität ist widerlich. Aber äbe, Wohlstandsbubi oder Muttersöhnchen, Jacke wie Hose … auf die Idee, selbst etwas auf legalem Weg zu organisieren, sind Sie wohl nicht gekommen? Rocket science, gell?

    Eines möchte ich Herrn Schärer doch mitgeben: Free your mind and the rest will follow ..

  • axel busch sagt:

    Man sollte doch bitte nicht alles und jeden in einen Topf werfen.
    In Basel gibts auch illegale Parties, bei denen nix beschädigt wird, das Bier 2chf kostet, die Musik geil ist und es am Ende nicht in Randale ausartet.
    Alles in allem haben diese ZerstörerIdioten dem ursprünglichen (vernünftigen&nachvollziehbaren) Ansinnen einen absoluten Bärendienst erwiesen. Aber darum gehts diesen Arschgeigen ja auch nicht

    • fufi sagt:

      So geil, diese lieben illegalen Parties, wo NUR Lärm und Abfall machen.
      So bös, die legalen Demos, wo den Individualverkehr stören!
      Die Illegalen Demos sowieso.
      Auch wenn weder Lärm noch Abfall und nix beschädigt!

      Und LEGALE Partys sind jah eh nicht das,
      wo die Wohlstandsverwahrlosten ihre KICKS holen können?
      Da ist ja manchma die Musig ja soo ne Scheisse!
      NEE, DIESE JUNGS/TUSSIShaben was anderes verdient!
      WENN SIE DENN SCHON MAL AUSGANG HABEN!

      HEY MANN, IST NIX KAPUTT, WAS DU WOLLEN?
      WO DEIN PROBLEM, MANN?
      ICH ILLEGAL? MIR SCHEISSEGAL!
      UND WENN DU PUFF: PAPA DICK BRIEFTASCH!

      • fufi sagt:

        Und irgendwie, scheint’s mir,
        finden Zitat: „Wohlstandskinder“,
        dass das Recht eben
        nicht für alle dasselbe
        Recht sein dürfe.

        Hab ich mich verlesen?

        :Kotz:

  • fufi sagt:

    Zitat:
    „Oder am schlimmsten: Die Musik so scheisse ist, dass es einer akustischen Vergewaltigung gleichkommt. ………, es bleibt nur die Hoffnung auf das nächste Wochenende.“

    Herr JJS
    Ich wünsche Ihnen, dass Ihnen NIE, NIE was Schlimmeres im Leben passieren möchte!

    🙁

    • xyxyxy sagt:

      so jetzt hört einmal auf, auf dem armen Bub herumzuhacken. Er hat sich doch so vorbildlich verhalten und hier im Tagi sich einerseits als Vertreter dieser Generation zu Wort gemeldet, andererseits sich doch von den Gewalttätern distanziert, wofür er unseren gebührenden Applaus erhält. Dann hat er sich redlich bemüht mit seinen Sprachbildern, der journalistischen Brillanz der Blogmütter nachzueifern.
      Und was bekommt der dafür? Spott, Häme, Dresche. Also da brauchen wir Alten uns nicht zu wundern, wenn die Jungen unsere Steuergelder kaputtschlagen. Also wirklich.

      • fufi sagt:

        Nun ja,
        aber wenn sich wer ein RECHT ausbedingen will, ILLEGALE Partys zu „feiern“?
        It’s a mad mad mad world!

        do ye rember tis?
        http://www.youtube.com/watch?v=w5_oxCQun_I

        👿

      • Andi sagt:

        Braucht jemand nur schon gebührenden Applaus, weil er sich von Gewalttätern distanziert? Hallo: Das ist doch einfach normal, oder?

      • fufi sagt:

        Lest doch namal das:
        „Die hohen Ansprüche eines Wohlstandskindes machen vor Partys nicht Halt. Wo diese nicht erfüllt werden, lauert Frustration. Und die kennt viele Wege, um sich ihre Bahn zu brechen. Ich persönlich nehme keine Eisenstangen zur Hand oder werfe Steine und Armeemesser, wie andere Vertreter meiner Generation. Aber ich kenne jene, die es tun, und es hat selten ausschliesslich mit fehlenden Freiräumen zu tun, auch selten mit fehlendem Wohlstand, sondern mehr mit individuellen Problemen.“
        Noch Antworten?
        🙄

        NEIN, ICH bin/war KEIN WOHLSTANDSKIND, gegenteilig!

  • Manuela sagt:

    Etwas an diesem Beitrag versteh ich nicht:Wie soll man mehr Geschlossenheit finden, wenn jeder auf Individualität und Egoismus getrimmt ist?Gesunder Egoismus mit all seinen Grenzen wächst sich zu grenzenlosem Egomanentum aus.Ich erziehe mein Kind bei Weitem nicht autoritär, aber ich hoffe doch, dass ich ihr ein bisschen Selbstkontrolle beibringen kann und die Einsicht, dass sie nicht der Mittelpunkt der Welt, sondern nur ihrer Welt ist.Und dass es noch 7 Mrd. andere Welten auf der Erde gibt. Ohne Selbstkontrolle würde ich auch alles um mich herum zerstören, um wenigstens etwas zu kontrollieren

  • Lucien Savant sagt:

    Lieber Julian
    Dein Mut zur öffentlichen Selbstreflexion und Selbstkritik bezeugen eine persönliche Reife, die unabhängig von deinem Alter gewaltigen Respekt verdient! Du beschränkst dich aber nicht auf deine Selbstwahrnhemung, sondern stellst diese in Relation zu einem komplexen gesellschfatlichen Umfeld. Dein Artikel ist auch bezüglich Aufbau, Satzgefüge, Wortwahl, Rechtsschreibung, etc. eine echte Ausnahme.
    Ich danke dir, für die Veröffentlichung deiner Innen(an)sicht. Junge Erwachsene mit soviel Mut, Engagement und Talent sind für mich kostbare „Oasen der Zuversicht“. Merci!

  • Daniel sagt:

    Ich bin auch für Partys. Aber was da in letzter Zeit abging, das hat nun wirklich nichts mit Party machen zu tun. Ich glaube unsere heutige Jugend verwechselt Party machen mit Chaos anrichten!

  • Sportpapi sagt:

    Was ist zu tun? Hart durchgreifen, oder Verständnis zeigen und gewähren lassen? Oder beides zugleich? hilft es den Jugendlichen, wenn wir ihre Probleme lösen? Oder doch eher, wenn wir sie unterstützen, aber auch machen lassen – und doch auch aufzeigen, wo sie zu weit gehen?

  • Francesca sagt:

    Julian, in manchen Lebensphasen benutzt man Feindbilder (Polizei, Lehrer, Eltern..), um irgendwo Dampf ablassen zu können. Das ist nicht gerecht, aber üblich, siehe die Politik der SVP, die sich mit Feinbildern andern Kulturen gegenüber über Wasser hält und in nicht einem einzigen Punkt konstruktive Politik macht. Gut ist, wenn man reflektiert, warum überhaupt Dampf abgelassen werden muss, und noch besser, wenn man die Ursachen bei sich selber findet – eine Frage der Ehrlichkeit. Dann kann man sie nämlich beseitigen. Sind es immer nur die andern, bleibt man Opfer, lebenslänglich.

  • Hanspeter Niederer sagt:

    Wäre doch mal ein Abenteuer, wenn die grosse Masse der friedlichen Partygänger den Zerstörungsgeilen die Stirn bieten und sie aus ihrem Kreis vertreiben würden 😉 Jedenfalls ist grundsätzlich für die Diskussion sehr hilfreich, wenn nicht alle Partygänger in einen Topf geworfen werden. Die sehr gewalttätigen Jugendlichen brauchten ein Resozialisierungsprogramm, in dem sie selbst ein für sie lohnendes Ziel formulieren und dann bei dessen Umsetzung mangelnde Fähigkeiten erwerben und speziell ihre Frustrationstoleranz vergrössern könnten. Tönt nach Kuscheljustiz, muss es aber nicht sein.

  • T.W. sagt:

    Wir sollten uns vielleicht wieder mal darauf besinnen, wie gut es uns doch geht. In anderen Erdteilen kämpft die Bevölkerung gegen Hungersnot, Militärregime, Rassenunruhen oder Korruption. Und wir? Wir sind ein Volk von geistlich verarmten, sozial verkrüppelten Vollidioten, die aus Langeweile und Spass ein ganzes Stadtquartier verwüstet. Moral und Sitte ist in diesen Breitengraden immer wie mehr am verschwinden. Die Folge davon? Wohlstands-Pack, das von der ach so tollen 68er-Generation herangezüchtet wurde. Gute Nacht Europa.

  • Barbara sagt:

    Lieber Julian
    Du schreibst:
    „Ich wünsche mir mehr Zusammenhalt und Organisation.“
    Ich finde das auch gut. Und da ich 45 bin, bin ich wohl eine, die „generationenübergreifendes Potential“ hat. Aber sag mal, mit welchen Massnahmen willst Du das Gewaltproblem konkret angehen? Wie kann man als Mutter mit zwei Söhnen (9 und 4) verhindern, dass die in Deinem Alter dann nach illegalen Parties Krawall machen?
    Um Rat aus Deiner Generation dankbar und mit Gruss, Barbara

    • M.O.M. sagt:

      Liebe Barbara!
      Ich bin der Meinung, dass das Gewaltpotenzial von Jugendlichen reduziert oder gar nicht erst entsteht, wenn sich ihre Eltern für sie interessieren, wenn die Eltern nachfragen, wo sich sich im Ausgang herumtreiben, stören, wenn sie das Gefühl haben, etwas läuft nicht gut. Eine Beziehung zu den Kindern haben, welche allen Themen gegenüber offen ist.Auch Ängste ansprechen und Befürchtungen, dieses Recht haben Eltern!
      Das mein Rat, aber von Deiner Generation.
      Gruss, die Mutter

  • Lukas H. sagt:

    Vielleicht, aber nur vielleicht, ist Party eine letzte Instanz, eine letzte Flucht, die gesucht wird, um sich und das Weltgeschehen zu vergessen. Vielleicht wollte man mal auf Reisen, Gokart fahren, oder was weiss ich ausprobieren. Doch ein solcher Spass ist teuer. Zu teuer, für die meisten zumindest. Alle scheinbaren Möglichkeiten sind unerschwinglich. Eine illegale Party, ein Bier für 3 Stutz, das hingegen geht. Und man vergisst, man schliesst neue Kontakte (und das geht weissgott auch ohne Krawall).. ob das schlussendlich gut ist, wir werdens sehen.

  • xyxyxy sagt:

    @Sutter/Maria – hört doch auf von irgendwelchen gravierenden Unterschieden zu reden – das ist die totale Froschperspektive
    die heutigen Randalen sind bis dato gringer als die in den 80ern – und 60/70ern – was soll also dieser überhebliche Scheiss?
    wir waren doch keinen Deut besser – ausser wir gehörten nicht zu den Krawallern und nahmen keine Drogen und waren in einem Verein ehrenamtlich tätig etc. – gerade so wie all die Mehrheit der heutigen Jugendlichen welche mit diesen Partys und Randalen auch nichts zu tun haben
    Mein Gott sterben die Bünzlis d über „die heutige Jugend“ seufzen nie aus?

    • Ach, bei mir ist das kein geseufze sondern eine Feststellung. Ich habe Verwandte die mir nahe stehen und aus all diesen Generationen stammen und ich habe mir das einfach zusammengezählt. Ist meine subjektive Ansicht. Klar waren wir keinen Deut besser, in der Jugend muss man Dampf ablassen und sich beweisen um sich zu finden.
      Back then, hatte ich einen Kumpel der gut Gas gegeben hat und immer gesagt hat, dass er sowieso vor 25 stirbt und ihm alle scheissegal ist. Ich hielt ihn damals für einen Idioten. Was aus ihm geworden ist? Militärkarriere!

      • xyxyxy sagt:

        ok, ok – hörte sich so an…. nichts für ungut Pascal Sutter

        eine Militärkarriere – keine schlechte Wahl: mit 58 geht es in die Pension und ansonsten kann man anspruchsvoll Indianierlis spielen und – auf den Putz hauen dass es kracht. Hmmm das wäre noch was für Olives Zerstörer Gelüste. Eine Militärkarriere – Olive! wenn sie schon Scheiben einschlagen glücklicher macht als Maledivenurlaub – was ginge erst bei ihnen ab, wenn sie mit MG und Artillerie…. geben sie also der SVP ihre Stimme, dass unseren Jungen dieser Spass noch lange erhalten bleibt.

    • adlerauge sagt:

      hoffentlich sterben die nicht aus. sonst würde es grad nur noch halb soviel spass machen.

    • maria sagt:

      @xyxyxy: Gehts eigentlich noch? Wie wärs, wenn man(n) genauer lesen würde? Von wegen überheblichem Scheiss und Bünzlitum: Ich stelle Fragen, o h n e zu werten, weil ich versuche nachzuvollziehen, was etliche Junge dazu bringt, dermassen orientierungslos und letztlich hilflos um sich zu schlagen. Und das Unverbindliche unserer schnelllebigen Zeit scheint mir da ein wesentliches Element zu sein. Die alten Randalen waren mit politischen Forderungen verknüpft. Und heute? Die Artikulierungsfähigkeit scheint bachab gegangen zu sein. As I said: Erst sehen, dann krähen!

  • Hansjörg Cartier sagt:

    Bei den letzten Artikeln zu diesem Thema, war ich es der den Tagi kritisiert hat, sich nur die eine Seite anzuhören und der anderen Stimme die sich in der Form der Agression zeigt keine Plattform zu geben. In diesem Artikel bekommt sie langsam eine Stimme jedoch ist es jemand der sich zum Thema aussert nicht der Jurnalist der sich bemüht. So sind da die gewissen Fragen unbeantwortet!. Wieso diese häftikeit der Agression? Warum gelingt es den einen nicht die Anderen im Zaun zu halten? Sind es Stimmen die da mitlaufen, jedoch andere Aussagen machen wollen? Mich interessierts!!

  • maria sagt:

    „Alles und jeder ist unverbindlich“ – ein auffälliger Unterschied zur Situation von Jugendlichen in früheren Zeiten. Facebook, SMS, Twitter machen Kontakte leichter, aber auch leichtgewichtiger. Das/der/die Coolste muss her, und zwar subito, und wenns nicht klappt, was solls, there is lots more around. Sich verlieren im Rausch der Ausgelassenheit – wunderbar. Doch wenn dies die einzige positive Konstante in einem jungen Leben ist, dann frage ich mich, warum viele frustrierte Junge ihre aufgestaute Energie nicht für etwas positiv „Hirnrissiges“, dafür Verbindliches einsetzen können oder wollen.

  • Ja, die Zeiten sind definitiv härter geworden. Ich bin in den Neunzigern grossgeworden und daher auch nicht mehr ganz der Jüngste. Was ich aber glaube ist, dass ihr heute soviel Konsumgüter besitzt, Geld habt und ein überangebot an Freizeit dass ihr einfach nicht mehr wisst was ihr mit der Zeit anfangen sollt. Irgendwie hat es eure Elterngeneration etwas zu gut gemeint mit all den strukturierten und geplanten Freiräumen dass ihr gar keinen Anreiz mehr habt, etwas selber zu machen.

    • Bei unserer Generation hab‘ ich das so erlebt: Es gibt einen grossen Haufen von „Mitläufern“ die sich für besonders cool halten weil sie jemanden kennen der etwas auf die Beine stellt oder ein Ziel verfolgt und denen reicht das dann, in dem Schatten zu stehen. Die hängen dann meistens in den schicken Bars und Clubs rum und sind langweilig. Dann gibt es die, die Zeugs anreissen und ihr Ding machen. Die sich nicht darum scheren, was andere denken machen oder wollen. Sie machen das einfach, für sich und die Leute denen es gefällt.

      • Und dann gibt es noch diejenigen die ganz einfach so sind wie sie sind und das akzeptiert haben. Die lassen sich auch nicht dreinschwafeln. Menschen, die sich einen Lebenslauf zusammensampeln – mal was machen, mal nur konsumieren und immer daran glauben, dass sie in ihrem Leben etwas erreichen können und es immer vorwärts geht. Nicht immer gleich schnell, aber stetig. Das Leben ist nach 20, 30 nicht vorbei sondern geht wenns gut geht bis 70. Und das ist ein Haufen Zeit um etwas selber zu machen, proaktiv. Auch wenns nur für sich, die Freunde und später vielleicht mal für die Familie ist.

  • mg sagt:

    «Die ganzen Strapazen des mühsam und sinnlos erscheinenden Schulalltags, die nervigen Gesichter von Lehrern und Mitschülern, der sonst omnipräsente Weltschmerz gehen vergessen»

    Ich als 21-Jähriger kann da nur eins sagen: Meine Fresse. Was läuft nur schief mit Dir, Julian Schärer. Wie kaputt musst Du sein, dass dir ein Schulalltag sinnlos erscheint, dich Gesichter von Lehrern und Mitschülern nerven? «Omnipräsenter Weltschmerz»… Als würdest Du dir Gedanken machen als um die aktuelle Lage der Welt… Sind zwei Jahre Altersunterschied so extrem, was Lebensansicht und Lebenssinn betreffen?

    • Lukas H. sagt:

      Vielleicht ist dein Denken etwas engstirnig. Es gibt Leute, die begnügen sich mit weniger, denken weniger und kommen meiner Meinung nach auch besser klar. Es gibt aber auch die andere Seite. Leute, die sich Gedanken machen, sich überlegen wieso warum weshalb.. glaub mir, dann wirds happig. Je tiefgründiger du gegenüber einer solchen Gesellschaft gegenüber stehst, desto schwieriger hast dus. Oberflächlichkeit zahlt sich in diesem Fall enorm aus, einfach mit schwimmen.. dann gehts dir gut. Aber das können halt nicht alle. Es gibt Leute, die fragen sich, WIESO.

      • xyxyxy sagt:

        das ist doch Unsinn Lukas – die Frustierten sind nicht die besseren Menschen. Erst recht nicht die, welche sich über die Gesichter ihrer Mitmenschen nerven und dann noch meinen sie würden zu denen gehören, die das Wohl wildfremder Menschen in der 3. Welt wirklcih belastet.
        Das ist nur selbstbetrügende Heuchelei. Frustriert ist man aus persönlichen Gründen, die meist zu simpel sind, um sie einzusehen und der Weltschmerz muss dann als moralisches Feigenblatt dafür herhalten, dass man sich nicht am Leben und seinen Mitmenschen freuen kann.

      • sepp z. sagt:

        xy, ich glaube, da liegen Sie falsch. Jugendliche werden ihnen bestätigen, dass es diesen Weltschmerz gibt. Bei Erwachsenen dürfte er verkümmert sein, man hat sich angepasst, man läuft mit, nickt mit und schaut für seine Vorteile. Aber Jugendliche mit einem unvoreingenommen neugierigen Blick auf die Umwelt und das Weltgeschehen brauchen erst noch ein paar Jahre, um sich gewissen Absurditäten und Zwängen zu fügen.
        Und da Sie wiederholt vom geheuchelten Feigenblatt sprechen: Schliessen Sie nicht zu schnell von sich auf andere. Integrität ist nicht für jedermann/frau ein Fremdwort.

  • Auguste sagt:

    hmm…, ich bin ein maronibrater. ich wollte eigentlich nur in meinem stand im herbst und winter maroni braten und den leuten an kalten tagen eine tüte freude bereiten und etwas verdienen dabei. seit ein paar jahren habe ich ein genormtes häuschen, einen genormten abfallkübel daneben und meine kunden tragen alle die gleichen einkaufstaschen. dieser tage habe ich die cd „hot maroni hits IV“ von der stadt erhalten, und drs 1 wurde mir als radioprogramm empfohlen. wenn das so weiter geht, dann gibt es hier bald mal eine nacht der heissen maroni.

    • xyxyxy sagt:

      höchste Zeit mal Randale zu machen lieber Augustin

      aber eines verstehe ich nicht bei dem Geklöne heute: einerseits wird darüber gestöhnt dass alles genormt ist, dann ist gleichzeitig auch alles zu individuell…
      fällt ihnen da als Hofnarr etwas schlaues dazu ein?

      im übrigen sind sie ganz schön auf zack – wenn sie während dem Maronibraten immer noch online chatten….

      • marie sagt:

        der maronibräter ist genormt programmierbar, das ermöglicht auguste zu tschätten.
        @auguste
        ich würde gerne ungenormt ihr maronihüsli anmalen und mich mit ihnen ungenormt unterhalten, darf ich?

      • xyxyxy sagt:

        so zeigt dieses Beispiel, dass durch mehr Norm (Maronibratvorschriften) unter gewissen Umständen mehr Individualität gewonnen werden kann (chatten während der Arbeit). Eigentlich positiv.
        Nur durch diese grössere Individualität entsteht erst das Bewusstsein, dass man auch durch Normen beengt ist. Das führt zur Randale und in diesem normenlosen Zustand kann man nicht einmal mehr chatten (ipad geht kaputt, Stelle verloren), was den Verlust der Individulität zur Folge hat.

      • marie sagt:

        ja, aber irgendwie beflügelt es die phantasie – ich will ungenormt das maronihüsli anmalen… ist das jetzt gendermässig diskutiert weiblich und ihre auffassung von randale männlich? und wie sieht es auguste als dritte person, so als 3. individuum? und wie steht es mit den maroni, da sie als lebewesen auch daseinsberechtigung haben? hm… fragen über fragen, die die revolution noch ein weilchen hinausschieben und dieser genormte arbeitsplatz vor vandalismus verschont. der beweis, dass basisdemokratie äusserst pazifistisch ist und aus der sache heraus gewalt ablehnt. 😉

    • Olivia sagt:

      Juhu, Marroni!!!! Sind die Stände schon draussen oder ist es noch zu warm??

      • xyxyxy sagt:

        ein Lebensrecht? ich bin bekennender Maronimörder. Auch liebe ich besonders die Maroni, die zuerst durch den Saumagen gegangen sind

        dennoch haben sie mir kaum zugehört, wenn sie meine Reaktion auf simple Randale reduzieren – der maronibratende Augustin der durch Norm frustiert, dafür aber chattend, individuell ist, hat vor allem philosophische Tendenzen freigesetzt.

        Die Gewalt, wird nun auch bei mir, so wie bei ihnen, eher künstlerisch verarbeitet, was ihren Gender Ungleichheits Theorien widerspricht. Alles nur Vorurteile!

      • marie sagt:

        😀 hallo sie maronimörder, ich bin auch eine und wie. die durch den sumagen zerquetschten verdrücke ich im akkord. ok es lebe die basisdemokratische, gewaltfreie, kreative individualität. und ich habe sie nicht reduzuiert, aber bei dieser gelegenheit fordere ich ganz kreativ eine eigene wand, um mir meinen steve mcqueen an diese maronihüsliwand zu verewigen, um dann davor ganz genüsslich maroni reinzuziehen. sie dürfen an der nebenwand dann malen was sie wollen. in diesem sinne: der kampf geht weiter, es lebe auguste!

      • xyxyxy sagt:

        also malen ist leider nicht so mein Ding (ich kanns nicht….)
        aber zum Thema passend hätte ich was für eine Videowand (haben diese Jungs eigentlich für jedes Thema passend ein Lied?)
        http://www.youtube.com/watch?v=VRR7MDOqxUs&feature=related

      • marie sagt:

        die an unserer individuellen illegal organisierten einweihungsparty!!!!!!! bin dabei an vorderster front. danke, sie und auguste heitern meinen ÖDEN arbeitstag ungemein auf.

      • xyxyxy sagt:

        und weil Randale und Gewalt so wunderschön und Generationen übergreifend ist, noch das hier
        http://www.youtube.com/watch?v=594WLzzb3JI

        hier sieht man übrigens typisch, was Internet und zunehmende Individualisierung für auswirkungen haben

      • marie sagt:

        …und das ganze dann noch mit einem einweihungsfilm gekrönt: clockwork orange!
        http://www.youtube.com/watch?v=Z-zRtT5jPLA
        ich sehe, wir verstehen uns und kommunizieren nur über sound und film.

      • xyxyxy sagt:

        clockwork – oh das wäre dann aber anstrengend, geht etwas lange …. etwas morbid der Film, aber irgendwie lustig. Die Frage ist, ob die Zuschauer ihn wirklich verstanden haben, ob die Applaudierenden sich denn selbst darin wirklich wiedergefunden haben, oder ob sie nur die Anderen in ihm gesehen haben.

        ja – aber eine Party müsste man mal machen

      • marie sagt:

        und das alles vor dem maronihüsli von auguste. bisher hat er noch kein veto eingereicht, dh für mich „grünes“ licht. und das mit orange könnte man vielleicht ein wenig runterbrechen mit fight club, als alternative soz.
        aber das fest klingt bisher sehr gut. gefällt mir.

        …wir „alten“ säcke sollten das mal (wieder) durchziehen, ich finde es ist an der zeit dieser gleichschaltung entgegen zu wirken. sonst enden wir alle in häuser mit geranium und gartenzwerge im vorhof. nicht wirklich ein lichtblick, zumindest für mich.

      • xyxyxy sagt:

        können sie sein Marroniehaus den orten? – ich bin nicht so der Häckspezialist
        aber ja, diese Party müsste steigen – die alten Kollegen sind insgesamt Saftsäcke
        die einen sind in der Zeit stehen geblieben und vor lauter Endlos „Party“ – langweilige Menschen ohne Initiative geworden
        die anderen arbeiten 24h pro Tag
        die anderen folgen einem indischen Guru und haben dem Rock’n’Roll abgeschworen

        und die welche damals nicht dabei waren, die normalen und guten – die haben irgendwie kein Feeling dafür
        Fight Club ist sicher weniger anstrengend – aber Clockwork wahrscheinlich doch besser –

      • marie sagt:

        ich sehe das. willkommen im club, geht mir auch so.
        …ich gehe mal häcken und wenn ês nicht klappt, dann versuche ich mit auguste zu flirten, um das hüsli ausfindig zu machen. fange schon mal prophylaktisch an.
        @auguste
        oooooooooogüüüüüüüste? huhu, wo bist du, blüemli? ich habe einen transam und einen 1968er ford mustang fastback besorgt. sie können wählen, mit was sie rumfahren wollen. 🙂

      • xyxyxy sagt:

        der liebe Augustin hat sich konsequent aus dem Staub gemacht. Ich hege den Verdacht, dass er die Norm doch mehr liebt, als er zugibt.
        Bleiben nur noch wir zwei. Was haben wir bis jetzt alles vereinbart?
        Muse Konzert – da sind wir auf die Jungs angewiesen
        und eine Party beim Maronnihäuschen – wo uns das Maronihäuschen fehlt – also die Party könnten wir vielleicht zustande bringen, nur was wäre der nächste Schritt?

      • marie sagt:

        aufruf über twitter, fb, blackberry-software, s/w flyer, häckerprogramme installieren, massen sms, inserieren, mund zu mund propaganda, in stammlokalen bekanntmachen, flyer in briefkästen, bank überfallen (zwecks bezahlung der getränke), aschenbecher organisieren, farben und spraydosen, alter filmprojektor beschaffen (weiss wo noch ein funktionierender steht), bühne und zubehör für muse besorgen, filme beschaffen (hätte u.umst. da beziehungen), sigi-automat besorgen, für nicht maroniliebhaber grill und kebapstand installieren, aufruf im polit-, sekten- und mamablog starten, was noch?

      • xyxyxy sagt:

        ein Dieselbetriebener Generator für den Strom

  • Romeo sagt:

    Gewalt dürfen+müssen wir nicht hinnehmen.Diese Gewalt gab’s teilweise auch schon früher.Praktisch an jedem Volksfest – egal wie gross, egal wo – kam es zu (Alk) Schlägereien.Und jetzt kommt das Wort, das ich von meinen Eltern gehasst habe und sonst nie gebrauche. FRÜHER gab es keine aggresiven, brutal und dumm aussehende Securitys.Überall Securitys, meistens noch mit einem Geilo-Blick nach satten Titten+Ärschen.Securitys denen die Unfähigkeit aus den Augen quillt. Wieso?Dauernd wird wegen Kleinigkeiten mit der Polizei gedroht.Wieso diese Aggression auch von der anderen Seite?(Bin übrigens 53).

    • xyxyxy sagt:

      wenn sie die Securitys so ärgern – dann hauen sie doch einfach drein….

      ach immer die langweiler, die behaupten, die anderen wären schuld dass sie so aggressiv sind
      nein Romeo so ist es nicht. Die Aggressiven finden immer einen Grund, anderen die Schuld zu geben, so ist das.
      Hätten die Aggressiven einen reflektierten Blick auf sich selbst, würden sie den wahren Grund ihrer Aggressionen erkennen, könnten die wahren Ursachen beheben und wären nicht mehr aggressiv. Schon gar nicht auf Mitbürger die nur ihren Job tun.

      • xyxyxy sagt:

        und dann gleich noch etwas: falls ihnen „satte Titten und Ärsche“ nichts sagen, würden sie „Geilo-Blicke“ von anderen gar nicht bemerken. Falls ihnen aber die „satten“ Dinger doch etwas sagen – und das lässt allein schon ihre Sprache vermuten – warum verurteilen und ärgern sie sich dann über Männer die gleich sind wie sie?

        Wie sagte schon Winnie Poo? Denk, denk, denk

  • mira sagt:

    Diese Gefühle kommen mir sehr bekannt vor. Ich glaube aber eher weniger, dass sie mit der Wohlstandsgesellschaft zu tun haben, sondern eher mit dem Entwicklungsstand. Grenzen erfahren ist generell ein menschliches Thema der Heranwachsenden, wohl zu allen Zeiten und in allen Kulturen. Auch Gewalt ist kein typisches Wohlstandsphänomen. Im Gegenteil, wir leben in einer eher gewalt-armen Gesellschaft…

    • mira sagt:

      Die Lösung für Dein Problem liegt in Dir selber: Du musst Deinen Weg finden, möglicherweise abseits von den „coolen“ Parties, abseits von den „in“-Leuten. Rausch bringt nur kurzfristiges Glück… langfristiges Glücklichsein wird ganz anders erreicht. Wie Du das erreichst, das ist DIE spannende Frage beim Erwachsenwerden. Und den Weg wirst Du alleine gehen müssen. Bis Du stark genug bist, dass Du „die Gruppe“ nicht mehr brauchst.

    • Olivia sagt:

      Gewalt gehört zum Menschen, es ist ein Grundbedürfnis. Früher gehörte das in die Jagd oder in den Krieg, wo man seine Energien loswerden konnte und wo allzu tollkühne Menschen im Kampf starben. Somit ist das gewaltfreie Ideal unserer Gesellschaft ziemlich utopisch und realtiätsfremd. Nun müssen wir ein neues Ventil finden, um diese menschliche Grundgewalt zu kanalisieren. Um den Adrenalinkick der Gewalt zu simulieren gibt es Sport / Extremsportarten. Diese sind aber teuer. Für jemand der 19 ist und noch in die Schule geht ist es halt schwierig das richtige Gewaltventil zu finden.

      • Olivia sagt:

        Neulich hatte ich das Glück, dass ich bei Umbauarbeiten eine Wand und verschiedene Glasobjekte kaputtschlagen durfte. Das war so ziemlich das Tollste, was mir in den letzen Jahren (und ich bin recht erfolgsverwöhnt) wiederfahren ist. Lieber 1 Stunde Sachen kaputtschlagen als 1 Woche Maledivenurlaub! Sachen kaputt zu hauen macht wirklich Spass (was Ihnen jedes Kind bestätigen wird). Vielleicht sollten Recyclingfirmen, Abbruchunternehmen usw. Praktika für junge Leute anbieten, wo man umsonst sinnvoll Zeug kaputthauen kann.

      • mira sagt:

        Fussball, Eishockey, Boxen, etc kann sich auch ein Schüler leisten. Aber der Autor selber hat ja kein Gewaltproblem… der wird seinen Weg machen, da bin ich mir sicher.

      • Lukas H. sagt:

        @ Olivia
        Das ist eine super Idee! Und ich stimme dir zu. Etwas so tief Intuitives kann man nicht verleugnen, sofern man sich nicht schaden will. Da geht die Psyche futsch.

        @mira
        Ich muss dich enttäuschen. Ein Zustand des Glücks gibts wohl kaum über längere Zeit. Du kannst zufrieden sein, aber nicht glücklich. Glück ist ein momentaner Zustand. Wie du zufrieden wirst.. Das ist von dir abhängig. Du kannst dich mit genügend Essen und einer Unterkunft zufrieden geben.. Oder eben nicht.

      • mira sagt:

        @Lukas H.
        Du enttäuschst mich nicht, sondern hast einfach eine etwas andere Definition von Glück als ich. Inneres Glück ist innere Zufriedenheit und hat nichts mit Rausch zu tun. Glück braucht auch keine Konsumgüter, es ist eine innere Haltung. Aber jetzt werden wir sehr persönlich. Das muss jeder für sich ausmachen.

      • Jürg. sagt:

        Gewalt ist sicher kein Grundbedürfnis, ausserdem habe ich mich als Kind schon über die Idiotenkinder aufgregt die immer alles Kaputt machten.
        Ihre Definition von Erfolg ist falsch.

    • Katharina sagt:

      „wir leben in einer eher gewalt-armen Gesellschaft“ – wirklich? Ich denke eher dass wir in einer gewalttätigen Gesellschaft leben. kommt drauf an was als Gewalt bezeichnet wird und was nicht. die Bereitschaft wird ja sehr oft signalisiert und verherrlicht.

  • dean sagt:

    Im Allgemeinen noch ein Kommentar zu den Kommentaren: Wie kommts, dass sich hier anscheinend Menschen begegnen & austauschen, wo doch sonst auf dieser Seite nur links rechts Radau gemacht wird?

  • Andi sagt:

    Der Autor ist 19, also volljährig und verantwortlich für sein Leben. Schon mal gedacht, ein paar Jahre zu arbeiten, um mal Abwechslung (und eigenes Einkommen, damit auch mehr Freiheit) ins Leben zu bekommen?

    • mira sagt:

      Naja, der Schulabschluss ist wohl wichtiger, als zu arbeiten. Und dann kommt die Ausbildung, welche dem unqualifizierten Jobben definitiv vorzuziehen ist…

      • Andi sagt:

        Vielleicht liegt’s bei einigen auch an der langen Ausbildung, dass sie so den Absteller bekommen?

      • mira sagt:

        @Andi
        Ja, da stimme ich Ihnen zu. Da muss man die Eltern bei der Nase nehmen, die für Ihre Kinder mehr wollen, als für die Kinder gut ist. Nicht jeder muss aufs Gymnasium. Die Gesellschaft braucht auch Arbeiter. Aber ganz ohne Ausbildung ist halt auch nicht das Wahre.

    • Andi sagt:

      Naja, nichtakademisch muss ja nicht gleich „ganz ohne Ausbildung“ sein. Es gibt dazwischen noch einige Möglichkeiten: Zwischenjahr (warum nicht mal Kiwipflücken in NZ?), Praktika und (wenn’s Freude macht) anschliessende Berufsprüfung und Berufsmatur, …

      Mein Punkt war, dass ein Erwachsener langsam selber sein Leben in die Hand nehmen sollte und seinen Frust positiv umwandeln kann, anstatt ihn zuzudröhnen.

  • O. S. sagt:

    Bravo Herr Julian Schärer!

    Danke für die deutlichen Worte eines Jugendlichen. Nein, wir dürfen diese Gewalt nicht hinnehmen.Wenn die Eltern denen den Arsch nicht versohlen, dann müssens halt die staatlichen Organe tun. Bei den Globus-Krawallen 1968 stellten die Polizisten im Keller des Provisoriums im Spalier auf und die besonders üben Randalierer wurden da durch gejagt und mit Schlagstöcken traktiert. Nichts gefährliches, einfach mal so ne kleine Abreibung.

    Das würde vielleicht heute auch helfen.

    • Hanspeter Niederer sagt:

      Ein verhinderter Schläger und senkrechter Schweizer meldet sich zu Wort. Sollten Sie sich nicht gelegentlich mal Ihren eigenen Riesen-Frust beim Psychiater von der Seele reden?

      • Astrid sagt:

        HPN, kommen Sie ihm bloss nicht mit Psychiater – ‚O.S.‘ reagiert seinen Frust auf, sagen wir mal: direktere Weise ab.

      • heidi reiff sagt:

        Kein Mensch kommt gewalttätig auf die Welt. Adolf Hitler wurde von seinem Vater schwer misshandelt. Täglich verprügelt, hat ein Buch geschrieben „mein Kampf“, Adolf Hitler hat sich gerächt am Judenvolk, Dölf hatte Schergen und Mitläufer. Ja ja, danke lieber Papi, ich habe die Prügel verdient, ich war ein böses Kind, es gibt keine bösen Kinder. A. Miller hat Pionierarbeit geleistet, was Kindsmisshandlung betrifft. Ich hatte viel Kontakt mit jungen Menschen, beruflich und auch privat. Früher war so ein Treffpunkt das Atlantis in Basel, ich hab da noch viele gute Errinnerungen. Ich finde junge

    • Kidon sagt:

      Randalierer, politische Gegner, ethnische Minderheiten, der Knüppel wirds schon richten… ich glaube, ich lese nicht recht!

    • Nicht ganz von der Hand zu weisen. Die Amerikaner habens da einfacher; da sie immer irgendwo auf der Welt Krieg führen, sammeln sie einfach ihre jungen wohlstandsverwöhnten Kids ein und schicken sie nach Irak oder so, dort hats dann sicher immer genug Abenteur zum sich abreagieren.

      • O. S. sagt:

        „Der Krieg ist aller Dinge Vater“ – Heraklit, ca. 500 v. Chr.

        Man stelle sich vor, wir hätten damals Göldi und den anderen mit Militärgewalt aus den Klauen Gadhaffis befreit. Hätten ein Spezialteam via Sizilien nach Libyen geschleust und klammheimlich eine Teilmobilmachung im Inland befohlen. Um bereit zu sein. DAS wäre doch ein Erlebnis gewesen.

        Stattdessen haben wir nach Hannibal Gaddhaffis Verhaftung den kümmerlichen Rest von Schwanz eingezogen, den wir noch haben und die Genfer Polizei der Unverhältnismässigkeit bezichtigt.

        „…und der Friede ist etwas für Mädchen“ Orlando, ca 2011.

  • Diela sagt:

    Gut und anregend geschrieben, danke!

    Mir drängt sich die Frage auf: Womit identifizieren sich heutige Jugendliche? Wo ist ihre Heimat, ihr soziales Netz, mit wem solidarisieren sie sich? „Alles und jeder ist unverbindlich, spontan und von Kopf bis Fuss durchindividualisiert. “ – Kann eine Gesellschaft so funktionieren?

    • Mats Walser sagt:

      Wieso nicht!

      • Diela sagt:

        ok, die Schlussfrage ist unglücklich formuliert. Aber ich frage mich schon ein wenig, was passiert, wenn sich in unserer stark vernetzten und arbeitsteiligen Gesellschaft Unverbindlichkeit durchsetzt.
        Aber eigentlich beschäftigt mich mehr die Frage der Identifikation, weil die gerade bei Jugendlichen zentral ist und weil über Identifikation Glück und Zufriedenheit erreicht werden können…

    • La Fleur sagt:

      Auch wenn ich persönlich daran keine Freude gehabt hätte, aber Schuluniformen würden eben schon Sinn machen.. ?!

  • SomeintPhia sagt:

    „drugge drugge, mir dörfed diä Andere ned verlüüre“ .. so die Aussage eines Endvierzigers, der beim engen Ausgang bei „Karl’s kühne GS“ seine Freunde nicht verlieren wollte. Es ist also nicht nur das Problem der Jugend. Der hat sich gar nicht überlegt, was eine Panik durch hinstürzende Besucher – durch sein Verhalten provoziert – auslösen würde .. :-/

  • tommaso sagt:

    „Dieses Gefühl, wenn jegliches Streben vergeht, wenn bloss Glück und Zufriedenheit bleiben. Allzu oft bleibt dieser Moment aus.“ Ich (45) kann mich gut an dieses Gefühl aus meiner Jugend erinnern. Das hat damit zu tun, wenn man das Glück nur in der Freizeit, am Wochenende, im ujltimativen Kick sucht. Dazu kann ich nur sagen: carpe diem, such den Glücksmoment auch im Alltag, in den kleinen Dingen. Ausserdem ist echte Freundschaft mit einigen wenigen viel zufriedenstellender als das Aufgehen in der grossen Masse… Aber was soll ich dir erzählen, für dich bin ich wahrscheinlich sowieso ein Opa..

    • xyxyxy sagt:

      richtig Julian – wir Alten, kennen das Gefühl alle, wir waren gerade noch vorgestern auch so jung.
      Der Frust, dass der Ausgang nicht das ganz grosse Abenteuer bringt, ist unumgänglich. Das hat auch nichts mit der Gesellschaft zu tun. Sondern schlicht und einfach damit, dass man von dem Ausgang viel zu viel erwartet.
      Wer den Sinn des Lebens in der Party sucht, kann nur frustriert werden. Und das sage ich: einer der zu dem „Right for Partys“ steht, einer der meint, dass auch das „über die Stränge schlagen“ zum Leben dazu gehört.
      Aber das ist eben nur eine Nebensache, nicht die Hauptsache.

  • Punk sagt:

    Die Wohlstandskinder sind echt ne tolle Punk-Band. Hatten einige gute Songs.

    • Hirschkuh sagt:

      Waren das nicht die mit den schönen poppigen Mitsing-Refrains? Krawallmusik ist das dann eher nicht.

      Was der Autor dieses Artikels beschreibt, sind allerdings typische Wohlstandsprobleme. Wer nicht wirklich Existenzängste hat, der kann es sich leisten, ein Bischen illegale Parties zu machen, aber auch, ein Bischen auf den Putz zu hauen. In Ländern, wo man diesen Luxus nicht hat, wird stattdessen eisern Disziplin geübt und Gewalt und Krawall gibt es nur in extremsituationen, entweder um kriminell sich an anderen zu bereichern, oder als Aufstände gegen den unerträglichen Druck.

  • Adrian Demleitner sagt:

    Danke Julian, nice one.

    Grenzerfahrungen suchen gehört wohl zum archaischen Ursprung des Menschen. Ziemlich offenbar fehlt es unserer Gesellschaft an ritualisierten Handlungen diese Grenzen zu finden und in einem eingebetteten Rahmen zu überschreiten. Wir Menschen tragen viel Kraft in uns und die muss irgendwo hin. Wir müssen Dinge bewegen können, Teil am Weltgeschehen sein.

    Wenn uns die Regierung oder der Markt die Möglichkeit nimmt uns aus zu leben, endet es immer in Gewalt.

  • marius jacob sagt:

    werter julian. ich bin ein alter ajz-aktivist. was wollten wir damals: freiräume für unsere nichtkommerzielle kultur, wir haben uns gegen die kommerziallisierung der gesellschaft gewehrt, gegen das grau des alltages für mehr toleranz und sozialem zusammenhalt. ergebnis: eine überverwaltete bis in letzte kommerziallisierte und induviduallisierte gesellschaft. kontrolle, überwachung, anpassungsdruck orwellschen ausmasses. gegenreaktion: eure parties zum abbau des gefühls der enge und damit suche nach sozialer nähe, gemeinsames unternehmen. frust, wut und damit gewalt ist leider die konssequenz.

    • xyxyxy sagt:

      und was lernen wir daraus, Marius? Wenn sich die Geschichte immer wiederholt?
      Und haben wir nicht unsere Zentren bekommen? Und warum ist dann trotzdem alles gleich geblieben? Und warum hat eine Generation welche „gegen all das Übel“ war, eine gesellschaft hervorgebracht, wo alles noch „übler“ ist?

      Ja, darüber würde es sich für einen alten AJZ-Aktivisten lohnen nachzudenken. Aber nicht in oberflächlichen Schemata.

      • marius jacob sagt:

        lieber xyxyxy. gute frage. ich schau zurück und denk mir, es ist halt schon einfacher mit dem strom zu schwimmen, sich ein stück vom kuchen holen oder auf die lottomillonen zu spekulieren. es ging alles so schnell. die linke hat nach 89 sich nur noch neoliberal gebärdet und mich zum wahlabstinenten gemacht (abstimmen tu ich noch). visionen, ja utopien hat meine generation an den börsen verzockt, folge: der katzenjammer. die gesellschaft lebt im konsumrausch, aber gegen die bewegung der wirtschaft hatten wir bewegten keine chance. wie soll es weitergehen, ich hab keinen blasen schimmer. sorry!

      • xyxyxy sagt:

        ach wissen sie: der 80er Krawaller und der 011er Krawaller – das ist doch der gleiche. Der 80er hatte sich einfach ein politisches Feigenblatt zugelegt, aber der wahre Grund für die Gewalt waren nicht politische Überzeugungen und schon gar nicht ein soziales Anliegen. Der wahre Grund ist ein menschlicher, alterstypischer, wurde bereits besprochen, von mir, Mira und anderen.
        Sie geben sich links – und doch sind sie so ehrlich, dass sie sagen, sie wollen ein gutes Stück vom Kuchen, Lottomillionen (die braucht man für den Konsum). Soziale Parolen sind meist nur Feigenblätter.

  • hans scholl (50) sagt:

    ein guter artikel, der einem älteren wie mir einsicht gibt + mir auch ehrlich scheint. ich selbst bin zwar nicht ganz so in eine wohlstandsgesellschaft/zeit geboren, aber konnte mich nie beklagen. also ähnliche ausgangslage. dennoch scheint mir rückblickend weniger frustration geherrscht zu haben. hat es mit der heute so raschen informations/IT-gesellschaft zu tun? mtv, sms, internet, kabel-tv etc.? wenn einem etwas nicht gefällt schaltet man um oder wechselt das medium. ausdauer und geduld werden „zur geduldsprobe“ für die heutige jugend. ich beneide euch nicht, wünsch euch aber alles gute!

    • xyxyxy sagt:

      Ja mit 50 sind sie ja schon sehr alt, um diese krawallierende Jugend zu verstehen und wahrscheinlich liegt es an all diesen Dingen, die es zu ihrer Zeit nicht gab: Internet und Kabel-TV….
      Da frage ich mich doch, warum um Gottes Willen The Who ihre Gitarren zerschlagen haben als randalierendes Sinnbild für ihre ganze Generation, die litten doch noch nicht unter Kabel-TV und Internet.
      Aber vielleicht sind sie schon fast wieder zu jung um uns das erklären zu können. Die The Who Generation dürfte heute gegen die 60 sein.

    • Rainer Leicht sagt:

      Kann mich dem Kommentar uneingeschränkt anschliessen.
      Zum Frustlevel gehören vielleicht auch wir älteren Erwachsenen, die Staat und Staatsgewalt vermehrt in Frage stellen und relativieren, als das unsere Elterngeneration noch tat. Heute wird Perfektion erwartet, Fehler werden sofort aufgebauscht, Kritik wird aggressiv geäussert, die Geduld fehlt dann auch bei Lösungs- und Reifeprozessen, das Schwarzweiss-Denken (fail or succeed) lauert überall.
      Nicht immer einfach, diese Mechanismen zu durchblicken und sich diesen zu entziehen.

  • Brunhild Steiner sagt:

    Julian, herzlichen Dank für die Ehrlichkeit!
    Aber ein bisschen frustrierend finde ich das schon,
    so ein Leben bloss fürs Wochenende und wenn man dann nicht die richtige Party gefunden hat
    man aufs Gefühl des Glücks und Zufriedenheit verzichten muss?…-
    ich erleb das eigentlich auch ganz gerne im unspektakulären bis anstrengenden Alltag! 🙂

    • Andrin Hilbrand sagt:

      Zum Thema Unspektakulärer Alltag und Ursache der Krawalle gefällt mit folgender Satz sehr gut:

      „In a society that destroyed adventure, what else is left than destroying that society?“

      In einer Gesellschaft die das Abenteur zerstört hat, was bleibt anderes übrig als diese Gesellschaft zu zerstören?

      • xyxyxy sagt:

        die Frage ist jetzt nur – welches Abenteuer die Menschen vor der Wohlstandsgesellschaft hatten.
        Das Abenteuer eines Weltkriegs? Das Abenteuer die Pest wenn möglich zu überleben? Oder einfach den nächsten Winter? Oder die Launen des Lehensherrn? Oder des Fabrikbesitzers, für den man 14 h im Tag unter ungesundesten Bedingungen schuften musste?
        Ja vielleicht fehlt uns das allen ein bisschen.

      • Silvie Blake sagt:

        Warum nicht gleich auf Deutsch mit Quellenangabe! Wenn das Individuum mit sich selber nicht weiss etwas Sinnvolles anzufangen, ist nicht die Gesellschaft schuld. Jugendliche mit Pfiff lassen sich nicht durch diese Massenhysterien beeinflussen.

      • Brunhild Steiner sagt:

        @xyxyxy: 😉 ……………………………………
        tja, über die Definition „Abenteuer“ wird sich die Menschheit wohl nie einig sein,
        sowie auch nicht aus dem Nutzen desselbig überstandenen, knapp überlebt oder heroisch gemeistert.

  • diva sagt:

    lieber julian, an dem spruch, dass jede gesellschaft, die jugend bekommt, die sie verdient, ist was dran. ich bin eine alt-68erin und habe nie aufgehört, es zu sein und darum kann ich die ereignisse verstehen. was nicht heisst, dass ich sie gut finde. unsere gesellschaft ist so brutal geworden. das fängt bei drängler auf der autobahn an und hört beim jungdynamischen schnösel auf, der mich heute morgen in der tankstelle auf die seite geschubst hat, dass er noch vor mir an die kasse konnte. ich gestehe: ich möchte manchmal auch nur dreinschlagen…

    • Brunhild Steiner sagt:

      nicht ganz enverstanden, Brutalität gab es schon immer, früher war es vielleicht eher bloss denen „in den entsprechenden Positionen und Etagen“ vorbehalten sie auch auszuleben- heute kann das jeder und überall, siehe Tankstelle oder der Kampf um den freien Sitzplatz…

      • xyxyxy sagt:

        @diva – wieso „geworden“ ? – wir haben als Junge auch randaliert, randaliert wurde schon immer
        und noch vor ihrer Zeit hatte jede Generation sogar einen Krieg und dazu sind die Strassenrandalen Peanuts

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