Mütter in der Gefahrenzone

MAMABLOG-LARA-LOGAN

Reporterin Lara Logan am Tahrir Square, kurz vor dem Angriff. (Bild: CBS)

Seit Wochen sind die Ereignisse in Nordafrika das wichtigste Thema für wohl jede Redaktion weltweit, so auch an der Newsnetz-Redaktionssitzung vom vergangenen Donnerstag. Abgesehen vom Inhaltlichen war die Sitzung für mich ein kleines Ereignis: Nicht nur verlief sie angeregt und effizient, vor allem waren an diesem Tag die wichtigsten Ressorts wie Reporter, News, Produktion und Fotoredaktion von Frauen vertreten – zum ersten Mal. Vielleicht, sagte ich mir, sind heute ganz einfach die kompetentesten Mitarbeiter am Start. Zufälligerweise sind das Frauen, spielt ja eigentlich keine Rolle.

Am Tisch sass auch Chefreporterin Monica Fahmy, die ankündigte, sie werde am folgenden Tag nach Tunesien aufbrechen, um von der tunesisch-libyschen Grenze zu berichten. Später erkundigte ich mich bei ihr, wie sie die Lage einschätze. Und bald sprachen wir über Risiken und Verantwortungsgefühl. Denn Fahmy ist nicht nur unsere beste Reporterin, sie ist auch Mutter eines dreijährigen Kindes. Dies, so sagte sie mir, sei auch der Grund warum sie nicht längst in Tunesien sei, denn ihr Risikoverhalten habe sich im Vergleich zu früher schon verändert. Heute sei sie weniger spontan, organisiere im Voraus, versuche auf Nummer sicher zu gehen. Allerdings dürfe man sich auch nicht verrückt machen lassen. «Ich war als Reporterin schon in vielen Krisengebieten unterwegs. Das erste und einzige Mal, dass mir jemand eine Knarre an den Kopf hielt, war an der Zürcher Langstrasse.»

Ganz ausschliessen lassen sich Risiken allerdings nie, wie der Fall Lara Logan zeigt. Die Reporterin von «60 Minutes» wurde am Tag von Mubaraks Rücktritt während der nachfolgenden Freudenparty auf dem Tahrir Square von Schlägertrupps verprügelt und sexuell attackiert. Nur weil ein paar mutige Demonstrantinnen und Armeeleute ihr halfen, konnte Schlimmeres verhindert werden.

MAMABLOG-Lara-Logan

Starjournalistin Logan auf einem offiziellen Pressefoto von CBS News.

Doch kaum war Logan zu Hause, folgte eine weitere Tracht Prügel. Die Reaktion der Medien zeigte: Es spielt eben doch eine Rolle, ob es um eine Frau geht. «War es richtig, eine attraktive Blondine nach Ägypten zu schicken, um über die Revolte zu berichten?» fragte Liz Jones von der Dailymail. Wie die meisten Frauen, die mit Männer konkurrieren, habe auch Logan sich nie davor gescheut, von ihrem guten Aussehen zu profitieren. Jetzt, so insinuiert der Artikel, habe es ihr halt mal geschadet. Die konservative Kolumnistin Debbie Schlussel beeilte sich auf ihrem Blog festzuhalten, dass Logan ganz selber schuld sei. Sie hab schliesslich gewusst, worauf sie sich einlasse, als sie nach Kairo gereist sei. Hollywoodlife.com, sonst eher auf Brangelina & Co. spezialisiert, wollte wissen: «Die Frau ist Mutter zweier kleiner Kinder. Glauben Sie, sie ist wirklich mutig oder total unverantwortlich, dass sie sich einer so gefährlichen Situation aussetzt, wenn zu Hause Kinder darauf warten, dass sie heimkommt?»

Dürfen Mütter mutig sein? Und wo liegt die Grenze zwischen Mut und Unverantwortlichkeit? Die meisten Menschen verändern ihr Risikoverhalten, wenn sie Kinder haben. Es gibt Paare, die fliegen in verschiedenen Flugzeugen in die Ferien, damit bei einem Unglücksfall wenigstens ein Elternteil überleben würde. So minimiert man Risiken. Leute, die beruflich oder auch privat gern das Risiko suchen, zum Beispiel Extremsportler oder eben Reporter, sprechen lieber von Risikokontrolle. Dabei gilt es, die Situation und sich selber genau zu analysieren, um die Risiken auf ein erträgliches Mass reduzieren. Das Mass ist allerdings nur so lange erträglich, bis etwas passiert. Und wehe, das Unglück passiert einer Mutter. Dann folgt sofort der reaktionäre Reflex.

Dieser besagt, dass Mütter gefälligst ihr Leben und ihre ganze Persönlichkeit dieser Rolle unterzuordnen haben. Und wehe, sie pflegt noch andere Leidenschaften, als ihren Kindern eine gute Mutter zu sein. Impliziert wird damit natürlich auch, dass Väter als Elternteil nicht genügen können. Im Fall Logan gab es ja einen Vater, der zu Hause zu den Kindern schaute. Trotzdem wurde Logan vom Opfer sofort zur Täterin gemacht, einfach weil sie es gewagt hatte, ihr Leben, ihre Berufung, ihre Passion nicht von der Mutterrolle tyrannisieren zu lassen.

Die Frage ist, wie weit diese Risikokontrolle das Leben einschränken soll, das man führen möchte. Oder anders gefragt: Wie viele Zugeständnisse verlangt die Elternrolle und wie viel persönliches Risiko verträgt sie?

Ja, Eltern haben die Verantwortung für ihre Kinder. Diese Verantwortung beinhaltet meiner Meinung nach auch, ihnen zu zeigen, dass es Dinge gibt, die einen grossen Einsatz wert sind. Selbst, wenn man gewisse Risiken eingehen muss.

Was meinen Sie? Wie weit muss man seine persönlichen Risiken einschränken, wenn man Kinder hat?

297 Kommentare zu «Mütter in der Gefahrenzone»

  • E.H. Roth sagt:

    ja die Liz und das grosse Ego. Eigentlich ist es doch egal ob Mann oder Frau. Das Risiko hat Lizi jedenfalls selber abschätzen müssen und sie hat für sich entschieden. Ist ihre eigene Verwantwortung.

  • Talon sagt:

    „Dieser besagt, dass Mütter gefälligst ihr Leben und ihre ganze Persönlichkeit dieser Rolle unterzuordnen haben. Und wehe, sie pflegt noch andere Leidenschaften, als ihren Kindern eine gute Mutter zu sein. Impliziert wird damit natürlich auch, dass Väter als Elternteil nicht genügen können. Im Fall Logan gab es ja einen Vater, der zu Hause zu den Kindern schaute. Trotzdem wurde Logan vom Opfer sofort zur Täterin gemacht, einfach weil sie es gewagt hatte, ihr Leben, ihre Berufung, ihre Passion nicht von der Mutterrolle tyrannisieren zu lassen.“

    Hale ich für die falsche Schlussfolgerung. Es beinhaltet eher die Männerabwertung, wenn ein Mann stirbt oder Opfer eines Anschlags wird, interessiert es niemand. Ganz legendär ja die Nachrichtenmeldung „Bei einem Anschlag kamen 100 Menschen ums Leben, darunter Frauen und Kinder.“ Es wird also suggeriert, das das Leben einer Frau mehr wert ist, als das Leben eines Mannes.

    Deutlich wird es hier:“Doch kaum war Logan zu Hause, folgte eine weitere Tracht Prügel. Die Reaktion der Medien zeigte: Es spielt eben doch eine Rolle, ob es um eine Frau geht. «War es richtig, eine attraktive Blondine nach Ägypten zu schicken, um über die Revolte zu berichten?» fragte Liz Jones von der Dailymail. “ Die ungestellte Frage ist nämlich, wäre es nicht besser gewesen, einen Mann in solche Gefährlichen Situationen zu schicken? Wenn diesem etwas passiert, ist es nicht so schlimm.

    Es ist also nur die andere Seite der Medaille Männerabwertung und keinesfalls ein Machtinstrument, um Frauen zu etwas zu zwingen, das ist nur Beiwerk.

  • Dave sagt:

    Weder Mutter noch Vater eines Kindes sollten sich in derart gefährliche Situationen begeben, sondern nur ungebundene Personen. Und wenn man auf diesen Beruf nicht verzichten kann, sollte man erwachsen genug sein, auf Kinder zu verzichten. Man kann nicht alles haben.

  • A.Tschannen sagt:

    Anderseits war mir mein Leben nie so lieb gewesen wie nach der Geburt meiner Kinder…. Habe auch eine super Chance im Lebanon Krieg nach Beirut zu fahren um einen Artikel zu schreiben für meine Tochter aufgegeben und bereue es auch nicht. Ich musste ja keine Kinder haben! Das heisst aber nicht dass ich es verurteile wenn Journalistinnen mit Kinder solche Risiken auf sich nehmen. Das muss schon jeder für sich entscheiden. Und wie oben erwaehnt, gibt es ja auch die Vaeter…

  • bugsierer sagt:

    gute fragen, aber mich stört die reine frauensicht. ok, mamablog, schon klar 😉 aber all die reporter sind ja auch väter.

    andré marty (berichtete für sf aus kairo) hat kürzlich in einem interview erwähnt, dass seriöse medienhäuser bevorzugt leute an die „front“ schicken, die eltern sind, weil sich diese verantwortungsvoller verhalten als draufgängerische singels. find ich gut.

  • René Baron sagt:

    Im Endeffekt geht es hier ja nicht um den Journalismus an und für sich, sondern um die VERMARKTUNG desselben.
    Eine heisse, das Offensichtliche labernde Blondine vor Ort ist medienwirksamer als ein trockenes Telefoninterview mit einem Oppositionellen welcher vielleicht auch einmal eine Idee davon haben könnte, wie das alles jetzt weitergehen soll.
    Aber klar, Zuschauer wollen es nur brennen sehen, und bekommen mit dem Blondie ein Nummerngirl für eine Sequenz medienwirksam inszenierter Gewalt-Exzesse nicht repräsentativer Extremisten vorgeführt.
    Dass dies das Land – trotz allem medienemotional aufbereitetem Gejohle – mehr spaltet und dem Wiederaufbau mehr schadet als nützt – ist nicht unsere Sache – oder ?

    • A.Tschannen sagt:

      Es geht hier ja nicht nur um Fernsehen und Journalismus. Auch wenn man als Journalistin einen gut informierten Artikel schreiben will ist es besser wenn man vorort ist und informationen aus erster Hand bekommt. Das hat mit Vermarktung nichts zu tun.

  • Tante Jay sagt:

    Es gibt hierbei keine allgemeingültige Antwort. Vor allem steht es Außenstehenden nicht zu, darüber zu urteilen. Jeder muss das Risiko selbst einschätzen und mit den Konsequenzen leben.

    Wer bin ich, dass ich jemandem vorschreiben will, wie er zu leben hat. Wenn er die Konsequenzen dann spürt (im Fall Logan wars ziemlich krass), dann ist es zudem sehr billig, nur auf bestimmte Eigenschaften wie „Mutter von Kindern“ abzustellen.

    Das Opfer ist nicht der Täter. Feierabend.

    Der Täter hat sie drangsaliert und das Opfer ist nicht selbst schuld an dem, was ihm widerfahren ist. Niemals.

    Wär schön, wenn das endlich in die Köpfe der Leute gehämmert werden würde.

  • SwENSkE sagt:

    Die Kritik an Lara Logan impliziert, daß Mütter für Kinder wichtiger sind als Väter, denn schließlich werden ja keine Reporter-Väter angegangen, daß sie sich evtl. unverantwortlich verhalten würden, wenn sie aus Krisengebieten berichten.

    Das ist nicht nur Sexismus gegen Frauen, sondern auch – nur versteckt – Sexismus gegen Männer.

    • Cesc sagt:

      Es ist nichts anderes als das Bild einer veralteten und längst überholten, stumpfen Rollenverteilung, welches fortschrittlich denkende Individuen beider Geschlechter diskriminiert und daher endlich aus den Köpfen der Leute verschwinden muss. Punkt.

  • Daniel Zollinger sagt:

    Schlussendlich ist doch einfach wichtig, wie der Bericht bei den Leuten angekommen ist. Da spielt es doch keine Rolle von wem der war.

  • René Baron sagt:

    Ich persönlich findes es haarsträubend, dass Reporter generell einfach so mal schnell in Kriesengebiete fliegen, um dann mehr aus Gründen der Selbstprofilierung als aus Gründen der objektivem Berichterstattung über das eh schon Offensichtliche, aber in der Regel alles andere als langfristig Relevante, berichten. Sie verbreiten damit lediglich die Meinung der Lautesten und Provokantesten und halten damit vor allem dem medientaughlichen Extrimismus die Fahne, statt dem nachhaltigen, aber „langweiligeren“ Aufbau.
    Wenn sie sich und ihre Familien diesbezüglich Risiken aussetzen – umso schlimmer.

    • Cesc sagt:

      Jetzt entwickelt sich die Diskussion genau so, wie sie in meinen Augen eigentlich nicht sollte. Daher fand ich das Beispiel Logan auch schlecht gewählt.
      René Baron, natürlich ist es verwerflich, wenn Eltern aus reiner Profilierungssucht ihre Kinder hinten anstellen. Und natürlich ist es wichtig, den nachhaltigen Aufbau ebenfalls zu verfolgen. Aber darum geht es hier nicht, das sind nur Stellvertreterdiskussionen.
      Jetzt mal ganz naiv angenommen, Frau Logan wollte wirklich seriös mit einer objektiven Berichterstattung aus dem Krisengebiet über den nicht unwesentlichen Wandel in der arabischen Welt informieren und somit ihren Teil zur Aufklärung der Gesellschaft leisten. Kann man ihr vorwerfen, dass sie ihre gesellschaftliche Pflicht, welche sie als Journalistin hat, vor ihre elterliche Pflicht stellt? Das ist die primäre Frage, die, wie ich finde, mit NEIN zu beantworten ist.

      • René Baron sagt:

        Als Westler ohne mehrjährige Lebenserfahrung vor Ort in einem ethnisch zersplitterten Land ist man nie seriös, geschweige denn objektiv. Besser wäre es Menschen von dort in die Schweiz zum Interview zu holen, oder noch besser diese (eit umweltschonender) am Telefon zu interviewen (Im Gegensatz zum Internet waren Telefonleitungen offen!), so dass ich wirklich nicht einsehe, warum man sich tagelang in klimatisierten Flughafenlobbies die Füsse platt tritt, wenn man diese Zeit auch für echte Recherche – entsprechende Kontakte vorausgesetzt – auch am heimischen Schreibtisch nutzen könnte.

      • Cesc sagt:

        Das sind alles Dinge, die man Logan gerne vorwerfen kann, genauso wie jedem anderen Journi, der sich in einem Krisengebiet aufhält und von dort berichtet. Aber was nicht geht ist der grundsätzliche Vorwurf, die Kinder vernachlässigt zu haben, weil sie ihrer gesellschaftlichen Pflicht als Journalistin nachgehen WOLLTE. Ob sie mit ihrer Art der Berichterstattung diese Pflicht erfüllt steht auf einem anderen Blatt.

  • Biotom sagt:

    Die Sache ist ganz einfach: So lange Kinder im Hause sind, haben deren Eltern in Krisengebieten nichts zu suchen! Selbst, wenn die Pulitzer-Preisträger wären. Hier muss die Fürsorgepflicht des Arbeitgebers greifen, der diese Journalistinen und selbstverständlich auch Journalisten nicht losschickt.

    „Ja, Eltern haben die Verantwortung für ihre Kinder. Diese Verantwortung beinhaltet meiner Meinung nach auch, ihnen zu zeigen, dass es Dinge gibt, die einen grossen Einsatz wert sind. Selbst, wenn man gewisse Risiken eingehen muss.“

    Das ist mit, mit Verlaub, in dieser Diskussion ein ziemlich schwachsinniges Argument: Was nutzt diese Verantwortung, wenn Mama und/oder Papa anschließend tot sind?

    • Cesc sagt:

      Sie denken anscheinend nicht über den eigenen Gartenzaun ihres Einfamilienhaus hinaus, was? Natürlich nützt das den Kindern in erster Linie nichts, doch auch die Kinder sind Teil der Gesellschaft, für deren Verbesserung die Eltern besagte Risiken auf sich nehmen. Das ist weiter gedacht als nur bis zum engsten Familienhorizont. Jetzt mal losgelöst von der Sensationsdiskussion: Zum Glück gibt es Leute, die so viel Zivilcourage aufbringen – wie käme unsere Gesellschaft ansonsten voran, wenn jeder nur so engstirnig denken würde?

    • zeitungsleser sagt:

      zivilcourage ist, finde ich, etwas anderes als mal schnell an die revolution hier und die naturkatastrophe da zu jetten. die welt verbessern – ich weiss nicht. haben Sie das photo angeschaut mit dem helikopter? um die vermittlung welcher botschaft geht es da? um „cbs verkauft Ihnen spannung“ oder die verbesserung des planeten?

      • Cesc sagt:

        Eben, meinetwegen, und darum zum x-ten mal hier drin: Ich finde das Beispiel Logan unglücklich, weil man ihr genau dies vorwerfen kann. Aber darum sollte es nicht gehen, sondern um die grundsätzliche Frage, wie ich sie eben weiter unten bei meiner Antwort an René Baron gestellt habe: Kann man einer Mutter vorwerfen, dass sie einen Einsatz im Dienste der Gesellschaft vor ihre elterliche Pflicht stellt? Ich finde: nein.

      • zeitungsleser sagt:

        ja, nur die frage stellt sich bei einer person die nicht im dienst der gesellschaft, sondern – man verzeihe mir die zuspitzung – im dienste ihres egos unterwegs ist, eben nicht.

        die demonstrierenden ägyptischen mütter hat, soweit ich gehört habe, niemand angegriffen.

      • mila sagt:

        mir gefällt dennoch die zusätzliche brisanz des gewählten beispiels. die reaktionen weisen einmal mehr darauf hin, dass viele leute nicht dazu bereit oder in der lage sind, wesentliches von unwesentlichem zu abstrahieren.

  • Tomas sagt:

    huh, eins meiner zwei Beiträge von gestern ist verschwunden 🙂

    Seltsam, ich weiss zwar nicht warum, aber fühle mich irgendwie geehrt. Es war völlig harmlos – es stellte die Notwendigkeit einer Sekundentakt- Berichterstattung, bewerkstelligt von schönfrisierten, mit Kamerateams begleiteten Journalisten in Frage. Offenbar war die Dünnhäutigkeit gestern auf einem Langzeithoch :-))

    • Astrid sagt:

      Ich bewundere Ihren Langmut – auf die Idee, mich geehrt zu fühlen, wenn wieder mal ein Beitrag verschwunden ist (ich wiederhole mich: gestern zwei!) bin ich noch nie gekommen! Good on you!

  • diva sagt:

    solange eine gesellschaft verleugnet, dass muttersein auch eine spirituelle seite hat und allein von dem standpunkt es nicht unwichtig, ob die mutter eben mal ein paar jahre für ihre kinder zurücksteckt oder nicht, ist hopfen und malz verloren. an frau logan merkt man wieder sehr deutlich, dass kinder heute zu gegenständen verkommen sind, die man für sein prestige hat, so wie man bestimmte möbel von bestimmten designer zum angeben braucht, wie man iphone und nicht irgend ein handy hat und wie auch der jeweilige feriernort nicht ausgefallen genug sein kann.

    wenn ich solche berichte lese frage ich mich wirklich, warum setzen diese leute kinder in die welt?

    • Cesc sagt:

      Eine „spirituelle“ Seite? Hoffentlich lesen dies nicht zu viele, sonst kriegt Mike Shiva tausende von Anrufe besorgter Mütter 😉 Sie meinen wohl „emotional“…

      Back to topic: Woran genau merken Sie, dass Frau Logan ihre Kinder als Prestigeobjekte hält? Da sind Sie besser informiert als ich. Jedenfalls kann ich das dem Artikel von M. Binswanger nirgends entnehmen. Daher: Solche Vorwürfe können Sie meinetwegen dort formulieren, wo sie auch angebracht sind, zB bei Brangelina, Madonna, Britney etc. In diesem Fall ist ein Ehemann zu Hause, der sich vermutlich mit sehr viel Vaterliebe und Hingabe um die Kinder kümmert.

    • Rotkäppchen sagt:

      Tja diva, Sie werden ihrem NIck aber sehr gerecht oder wieso schmücken sie sich mit diesem Nick? Wissen Sie, von der warmen Chaiselonge im Wohnzimmer aus lässt sich sehr schön darüber lammentieren. Wo sind denn die Familienväter die gleichzeitig irgendwo in der Welt herumgondeln und sich einen feuchten um solche gesellschaftlichen Zwänge wie berufstätige Mütter kümmern? Wieso werden die nciht auf dem Scheiterhaufen des Vaterseins und ihren Pflichten und Spirit verbrannt?? Verkehrte Welt…ich geh wieder in den Wald und rede mal ein ernsthaftes Wort mit den Baumgeistern, jawohl!!

      • Julia sagt:

        Liebes Rotkäppchen, dass solche Väter nicht kritisiert werden, zeigt in erster Linie, dass man ihnen abspricht für die Kinder genauso wichtig zu sein wie die Mutter. Insofern haben diese hier die Ar…karte gezogen. Divas Kommentar ist ein „schönes“ Beispiel für eine solche Haltung.

    • Astrid sagt:

      Diese Leute setzen wahrscheinlich aus genau denselben Gründen Kinder in die Welt wie Sie, diva! Diese Gründe sind extrem vielfältig und können sicher nicht an Ihrer eigenen ’spirituellen‘ Dimension festgemacht werden. Meinen Sie wirklich, es gibt nur einen möglichen Lebensentwurf für Eltern, in diesem Fall für L Logan? Und Sie können sich das Recht heraus nehmen, schon mal in Frage zu stellen, dass diese Frau (und natürlich viele andere Eltern auch) auch ihren Kindern gegenüber sehr wohl verantwortlich handelt? Dieses Pauschalgeschwätz von ‚Prestigeobjekten‘, ‚Designermöbeln‘ und ‚ausgefallenen Ferienorten‘ wirft wohl eher ein Licht auf Sie als auf unzählige Eltern, die verantwortliche Entscheidungen treffen.

      • Astrid sagt:

        Korrigiere mich: ‚….unzählige Eltern, die versuchen, verantwortliche Entscheidungen zu treffen, aber dabei auf diese Pauschalverurteilungen treffen….‘

      • mila sagt:

        vielleicht kommt mein kommentar ja an dieser stelle durch: ausgezeichneter beitrag, astrid, und gute besserung!

      • Astrid sagt:

        Danke Mila! Hocke hier mit dicker Backe und grantele so vor mich hin – ich glaube, ich sollte heute nichts mehr sagen, die Prozedur beim ZA hat mich extrem aggressiv gemacht :))

      • mila sagt:

        das hört sich in der tat gefährlich an… 🙂

  • Pippi Langstrumpf sagt:

    Lara Logan hat für sich entschieden, dass das Risiko, aus Ägypten zu berichten, nicht zu gross war, das gilt es zu respektieren, sie ist verantwortlich für ihre Handlungen und kann wohl auch die Lage einigermassen realistisch einschätzen, da sie nicht zum ersten Mal aus einem Konfliktgebiet berichtet.

    Ich hätte in der gleichen Situation wohl anders entschieden, weil ich den Gedanken, dass meine Kinder möglicherweise ohne Mutter aufwachsen müssten aufgrund meiner eigenen, zu wenig strengen Risikoabwägung, nicht ertragen hätte. Das ändert sich ja wieder, wenn die Kinder selbstständig sind, man gewinnt seine Autonomie zurück, aber solange sie von einem abhängig sind, gilt es gewisse Grenzen einzuhalten. Das ist meine ganz persönliche Meinung, ich würde aber nicht erwarten, dass jede Frau das gleich sieht.

    Falschirmspringen zum Beispiel kam nicht mehr in Frage, nachdem in Kinder hatte.

  • Chris sagt:

    das Leben ist generell gefährlich und endet meistens (immer?) tödlich…

    den post von Otte fand ich irgendwie treffend: Bin ich bereit für die Sache (Beruf, Ehre, Moral usw) mein Leben zu lassen?

    Michèle’s Frage ist berechtigt, aber ich denke, das ist nur den (B-)Medien einen Aufwasch wert, ich bewundere mutige und engagierte Journalisten/Reporter egal welchen Geschlechts

  • mein baby sagt:

    Das ist ja eine sehr schöne Idee, werde gleich mal in meinem Forum drüber berichten, schaut doch einfach mal vorbei.

  • Katharina sagt:

    Und hiermit schliessen wir die heutige Episode von „Wie zerreisse ich einen guten Artikel und lasse die Wölfe zerfleischen, was auch nur nach anderer Meinung riecht.“

  • Auguste sagt:

    hmm…, verglichen mit dem minenfeld „familie“ sind selbst einige risiko-sportarten weniger „lebensgefährlich“.

  • StefanB sagt:

    Interessant ist die Frage, wenn Mrs Lohan ein Mr Lohan gewesen wäre, der verprügelt worden ist, wäre dann der gleiche Aufschrei von diesen „Damen“ gekommen? Ich glaube nicht. Also sind diese Kommentatorinnen, was sie eben sind: entlaufene Heimchen vom Herd.

    • StefanB sagt:

      Ach, noch was: Die Frau ist Reporterin und Mutter. Wir diskutieren hier darüber, ob es gerechtfertigt sei, Mütter oder Eltern generell in eine solche Krisensituation zu schicken. An dieser Stelle möchte ich uns alle daran erinnern, dass die Millionen auf dem Platz ebenso Väter, Mütter, Söhne und Töchter waren – dass diese in Gefahr waren, scheint niemanden zu kümmern.

      • Widerspenstige sagt:

        Tja, lieber StefanB, genau so dreht sich die heftige Diskussion im Bundeshaus dieser Tage ausschliesslich darum, ob und wie weit wir die Flüchtlingsströme aufhalten könnten und wenn sie es doch wagen sollten, ihre vorwitzige Nase in die Schweiz zu strecken, mit welchem Paragraphen sie umgehend wieder in ihre zerstörte ‚Heimat‘ zurück befördert werden könnten…Doppelmoral allüberall! Mir wird speiübel vor soviel Unmenschlichkeit!

      • Patrick Tigri sagt:

        Ja, mich lähmt sie.

    • Laura TI sagt:

      Ich habe vor kurzem einen Beitrag im Deutschen Fernsehn gesehen, da ging es um eine Gruppe Journalisten, die in China in Haft genommen wurden, weil sie von den Protestaktionen berichten wollten. Es geht doch gar nicht darum, ob es eine Frau oder ein Mann ist, der da eine Ungerechtigkeit erfährt. Die Reaktionen sind doch, dass wir hier in der sicheren Schweiz, alle gegen Gewalt sind, ob sie nun an Männern oder Frauen ausgeübt wird. Ich persönlich finde, dass eine Frau, wie Mrs. Lohan einen hervorragenden Job macht, ihre Leidenschaft lebt, mit allen Konsequenzen, das ist doch ihr gutes Recht. Neider gibt es immer, wo Erfolg ist, ist Neid, dass gerade Frauen immer wieder damit konfrontiert werden zeigt doch, wie sehr die Gesellschaft im Umbruch ist, für viele Frauen ist es selbstverständlich den eigenen Weg zu gehen, sich abzusprechen mit der Familie und individuell zu entscheiden, für andere ist gerade dieser Schritt noch undenkbar.

    • Orlando S. sagt:

      Widergespenstige: und wieviele nehmen sie in ihrer im Unterschied zu uns so viel weiter entwickelten Menschlichkeit bei sich zu Hause auf, wenn ich fragen darf, meine Liebe?

      • Patrick Tigri sagt:

        Also bei uns ist im Moment noch niemand, aber wenn die Behörden einen Platz brauchen, dann bekämen sie ihn wohl.

  • Katharina sagt:

    Aus einem persönlichen Anlass wird die Zeitgeschichte skizziert, im Vorbeigehen das wesentliche Erwartungsmuster in Abhängigkeit vom Geschlecht in seiner Essenz dargestellt und zum wesentlichen Punkt gebracht:

    Das Leben Jedes läuft nicht isoliert ab, sondern sowohl wenn gehandelt wird, als auch wenn nicht gehandelt wird, es das Leben anderer beeinflusst.

    Was Kriegsberichterstatter abwägen müssen, sind die Risiken für die eigene Familie gegenüber dem Dienst an der Öffentlichkeit. Immerhin setzen diese Menschen ihr Leben ein, um mit ihrem Berichten etwas Transparenz in die Tumulte zu bringen, damit die Weltöffentlichkeit Zeuge wird und so vielleicht auch dem Ärgsten etwas Einhalt bieten kann.

    Wie weit Zugeständnisse gemacht werden oder nicht hängt auch von der subjektiven Wichtigkeit des Anliegens ab. Demokratie scheint vielen Menschen den Einsatz ihres Lebens wert zu sein. Dies auch im Einverständnis ihres Umfeldes.

    • Orlando S. sagt:

      IN AETERNAM MEMORIAM Daniel Pearle (1963-2002), der von Taliban entführt und geköpft wurde als Exemplar seiner Nationalität und seiner Rasse.
      Die Logan ist dagegen ein hysterisches Glamourweib, das geradezu unverantwortlich doof ist und in Zukunft vor sich selber geschützt werden sollte.

  • Otte sagt:

    Ihr macht es wieder komplizierter als es ist. Bin ich bereit für die Sache (Beruf, Ehre, Moral usw) mein Leben zu lassen? Ja oder nein?

    Kinder sind da bestimmt ein grosser Faktor, aber beileibe nicht der Einzige. Das ist eher eine Charakterfrage, welche ich jetzt gar nicht positiv oder negativ beurteilen möchte.

    Ich weiss, es ist schwer zu akzeptieren. Aber andere Menschen entscheiden halt anders als man selbst.

    • Otte sagt:

      Es mutet schon seltsam an, wenn die Redation einfach ganze Passagen meines Beitrages rausstreicht und die Aussage somit verfälscht. Ganz oder gar nicht.

      • Astrid sagt:

        Versuch’s nochmal – save aber, bevor Du es absendest. Mir sind allein heute zwei Beiträge ‚verloren‘ gegangen – ich frage mich immer, wohin? Nimmt die jemand mit nach Hause? Oder ist das wie mit Socken in der Waschmaschine? Aber so eklatante Zensur, wie Du sie schilderst, habe ich noch nicht erlebt….

      • Astrid sagt:

        Interessanterweise ist jetzt mein Beitrag an Dich wieder komplett weg – nicht ‚wartet auf Freischaltung‘, einfach weg wie die anderen zwei Beiträge von heute. Dieses ist ein Test, falls das jetzt durchkommt (zwei Minuten nach dem ersten verschwundenen Post), herrscht hier tatsächlich die Willkür. Probier‘ es nochmal Otte, aber kopiere Deinen Beitrag, bevor Du ihn sendest.

  • Scherrer Sandro sagt:

    Über das Thema Gleichstellung kann man ein abendfüllendes Gespräch führen. Gleichberechtigung ist recht und absolut nötig.
    Aber vielleicht sollte man trotzdem nur Männer in solche Krisengebiete entsenden. Warum?
    Gleichberechtigung mag in vielen Ländern ein Thema sein, aber nicht überall hat sich diese bereits durchgesetzt.
    Wieso also Frauen in Länder entsenden, wo die Frauen in den meisten Haushalten noch am Herd stehen und zuhause für die Familien sorgen?
    Es interessiert einen wütenden Mob bestimmt nicht, ob die Frau in ihrem Herkunftsland eine angesehene Reporterin ist. Sie ist allem voran eine Frau, noch dazu gutaussehend und blond (Eine blonde Frau in Ägypten, faszinierend. Wie oft gibt es das dort im Alltag?). So etwas exotisches zieht doch die Männer dort zusätzlich an.
    Was ich nicht verstehe: Man hört in den Medien immer wieder wie „rückständig“ gewisse Länder gesellschaftlich sind. Aber auch in den „hochzivilisierten“ Ländern ist die Gleichberechtigung noch lange keine (gelebte) Selbstverständlichkeit. Wie kann man sich also fragen, wie so etwas passieren kann, wenn man eine Reporterin in ein Krisengebiet schickt in welchem die Gleichberechtigung noch in den Kinderschuhen steckt? Der Vorfall war ohne Fraue tragisch, aber auch grobfahrlässig von Seiten des TV-Senders.

  • fufi sagt:

    Also erstens find ich’s recht krass – um nicht zu sagen: voll daneben – dass nur bei Frauen (Müttern) so ein Theater gemacht wird, bei Männern (Vätern) dasselbe aber scheint’s völlig unproblematisch sein soll!
    Zweitens sterben jährlich glaub weltweit(!) ziemlich viel weniger Schurnis in Krisengebieten als Mütter/Väter auf Schweizer Strassen!
    (an alle StatistikerInnen: weiss im Fall schon, dass der Vergleich auf beiden Füssen hinkt – aber NUR mathematisch, NICHT FAKTISCH!)

    • Astrid sagt:

      Fufi, ich bin ein wenig statistikavers (uralte ‚Traumata‘ aus dem Studium:)), daher sehe ich das ähnlich wie Du. Daher habe ich auch etwas Mühe mit einer lückenlosen Risikoanalyse in unserem jeweiligen Alltag, die es ja per definitionem gar nicht geben kann. Jedes Risiko ausschalten zu wollen, geht eben auch immer einher mit Freiheitsbeschneidungen bei denen, behaupte ich jetzt mal, die in ihrem Alltag sehr wohl ein gewisses Vorausdenken beweisen. Das Geschlecht spielt meines Erachtens überhaupt keine Rolle, die Frage ist eher, ob wir das ganze Leben als potentiell riskant ansehen und es mit uns selbst vereinbaren können, dieses sowieso vorhandene Risiko noch zu potenzieren mit unserem Lebensstil. Und, ich höre den Aufschrei, damit will ich keinesfalls die Opfer von Rasern oder Freeridern oder was auch immer kleinreden! Ich bin der Ueberzeugung, dass wir alle eine ausgesprochene Versicherungsmentalität haben. Leider führt diese Mentalität – pervertiert nochmal durch die anglo-amerikanische Praxis, bei jeder Form von ‚Zumutung‘ die Gerichte zu bemühen – dazu, dass wir immer ängstlicher und mutloser werden und die, die Mut und ja, auch Risikobereitschaft zeigen, davon abhalten, die Konsequenzen auch selber zu tragen.

  • heidi reiff sagt:

    Ich habe viel gelernt von meiner Tochter auch von meinem autistischen Sohn.

    Kinder sind wie Schwämme, sind zart besaitet ob Bub oder Mädchen. Mit der Theorie von Melanie Klein – das tyrannische Kind -hab ich nichts am Hut, meinen Frust von früher hab ich nicht an meinen Kindern abreagiert, es gibt andere Möglichkeiten die Wut auszuagieren. Ich fühle mich wohl in der Schweiz, ich bin nicht lebensmüde, würde mich nie in ein Kriegsgebiet begeben auch wenn ich Journalistin- oder Journalist wäre. Heute bräuchte ich eine Vollnarkose um je wieder ein Flugzeug zu besteigen. Eine 100% tige Sicherheit gibts nicht, hoffe ich hab meine Flausen von früher etwas besser im Griff als früher, bin glaub etwas vernünftiger geworden, ich weiss es nicht, die Andern wissen es ja immer besser, wissen was einem gut tut , heute weiss ich es Selbst, eine Odysee , ein Fussbad mit Meersalz tut echt gut bei mir zu Hause, in meiner Höhle wo ich mich wohlfühle.

    • mikkesch sagt:

      Tatsächlich können wir Väter und Mütter uns den täglich eingehenden Risiken nicht entziehen. Siehe Autounfall, Hausfrauenunfall etc. Aber im Gegensatz dazu können wir ein Mindestmass an Vernunft aufbringen das Restrisiko zu minimieren. Es ist nicht dasselbe, ob ich mich in ein Krisengebiet begebe, welches mit Mord und Totschlag die eigenen Bürger bedroht, oder in einer sicheren Umgebung den alltäglichen Wahnsinn überlebe. Auf der Treppe ausrutschen und das Genick brechen, kann überall passieren, auch in einer Krisenregion.

  • Alexander sagt:

    Ja, auch Eltern dürfen sich in Gefahrenzonen begeben. Ich könnte mir vorstellen, dass sich Reporter im Krisengebiet vorsichtiger bewegen als an sicheren Orten. Ausserdem dürften sie dort Vorsichtsmassnahmen treffen, die sie sonst nicht treffen. Zum Beispiel wie Antonia Rados eine kugelsichere Weste tragen usw.

    Wenn sich Eltern nicht mehr in eine Gefahrenzone begeben dürften, dann dürften sie streng genommen nicht mehr aus ihrem Haus heraus. Es kommen ja immer wieder im Strassenverkehr ums Leben, werden überfallen usw. Ja, eigentlich sind sie ja selbst bei sich zuhause nicht ausserhalb der Gefahrenzone. Es könnte ja ein Raubmörder oder ein Schlafzimmermörder einbrechen usw.

    Wer glücklich und zufrieden sein will, der sollte sein Leben so leben wie er es für richtig hält und es sich von anderen nicht verbieten lassen.

  • mai sagt:

    möchte mich Cesc anschliessen!

  • Cesc sagt:

    Über die Frage, ob Frau Logan für seriöse journalistische Arbeit oder aber aus Quotengeilheit in Ägypten war, können wir uns noch lange streiten. Daher vielleicht die kleine Kritik an Michèle Binswanger, dass man ein besseres Beispiel hätte wählen können.

    Doch wenn wir mal annehmen, dass Frau Logan nicht quotengeil ist (oder meinetwegen eben ein besseres Beispiel hinzuziehen), muss ich zur Kernaussage des Artikels, d.h. das, was im vorletzten Abschnitt steht, ganz einfach festhalten: Chapeau, Frau Binswanger! Ich bin völlig einverstanden mit Ihnen, Sie hätten es nicht treffender formulieren können!

    • mila sagt:

      cesc, wie du gesehen hast, bin ich derselben meinung wie du. in einem punkt weiche ich jedoch entschieden ab: gerade die attraktive frau logan gibt ein gutes beispiel ab, weil der ganze medienrummel, der aufgezogen wurde, nicht in dieser form stattgefunden hätte, wäre sie ein mann gewesen oder eine wenig ansehnliche frau – kinder hin oder her.

    • mila sagt:

      cesc, zweiter anlauf: grundsätzlich bin ich deiner meinung (der artikel trifft den – wunden – punkt), das beispiel finde ich jedoch exzellent gewählt. wäre frau logan ein mann oder keine derart attraktive frau, hätte sich doch nie und nimmer ein solcher sturm medialer entrüstung über ihr entladen – kinder hin oder her. ihr ansehnliches äusseres macht sie zu einer lohnenden ‚agenda‘, nicht ihre mutterschaft.

      • Nemo sagt:

        Mila wäre frau logan keine derart attraktive frau, ja dann würde sie nicht als fernsehreporterin arbeiten. wäre sie ein mann also ein herr logan, dann hätte er viele reportagen gar nicht machen können, da ihm vermutlich gewisse kanäle nicht zugänglich gewesen wäre. er wäre somit gar nie in die gleiche situation gekommen, der herr logan hätte andere prioritäten setzen müssen und wäre vielleicht in tunesien gelandet. konjunktiv ist fehl am platz frau logan gibt es nur im gesamtpaket!

        nochmals das äussere bezüglich kritik an ihr ist irrelevant, relevant ist ihre arbeit, die gewissen konservativen kreisen nicht gefällt. statt den konflikt auf der ebene arbeit zu suchen, ist es einfacher frau logan zu verunglimpfen. die zitierten kritikerinnen betreiben nicht nur journalismus, sondern knallharte politik. macht und interessen hinter seximus zu verstecken ist eine bekannte waffe, die nichts weiter als vom eigentlichen thema ablenkt und gleichzeitig die konkurrentin hart trifft.

      • mila sagt:

        ich weiss nicht, nemo, aber ich meine, schon einige (unter-)durchschnittlich aussehende kriegsberichterstatterinnen gesehen zu haben, deren privatleben keine wellen egal welcher art geschlagen hat…

        natürlich geht es hier nicht zuletzt darum, eine kollegin und (mögliche) konkurrentin in die pfanne zu hauen, da haben sie recht.

      • Cesc sagt:

        Mila, mein Urteil über die Wahl des Beispiels bezog sich auf die Qualität ihrer journalistischen Arbeit, über die man sich scheinbar streiten kann. Ob sie gut aussieht oder nicht spielt für mich keine Rolle, ich hätte dasselbe gesagt, wenn sie unattraktiv wäre und ihr der Verdacht des Sensationsjournalismus anhaftet.
        Wieso sollte sie aufgrund ihres Aussehens das Ziel von Anfeindungen sein? Ich halte es da eher wie Nemo, es sind vermutlich politische Gründe. Ob es nur mit ihrer Arbeit bei der Berichterstattung zu tun hat, oder ob nicht auch die Tatsache, dass sie als Mutter vollzeit arbeitet, anstatt bei den Kindern zu bleiben, in konservativen Kreisen die Kritik anregt, ist eine andere Frage.

      • mila sagt:

        ich glaube, du hast mich falsch verstanden: nur, weil frau logan attraktiv ist, interessiert der fall die breite öffentlichkeit – ihre kritikerInnen machen sich diesen umstand wohlweislich zu nutze, um sie inhaltlich zu desavouieren. das stichwort lautet agenda-setting theorie.

      • Cesc sagt:

        Hehe, Agenda-Setting, da kenne ich mich definitiv aus, im Gegensatz zu ANT 😉
        Ok, einverstanden, das Aussehen hilft Ihrer Popularität im guten wie im schlechten Sinn, meinetwegen. Dass die Gesellschaft oberflächlich ist, und in besonderem Masse die US-TV-Konsumenten, ist zwar keine neue Erkenntnis, aber du hast recht, dass aus dieser Perspektive das Beispiel gut gewählt ist.
        Ich setze aber trotzdem ein Fragezeichen dahinter. Denn wie hier bereits teilweise geschieht, wird dadurch eine Stellvertreterdiskussion losgetreten, ob es Logans Arbeit tatsächlich Wert ist, auch als Mutter von Kindern dieses Risiko einzugehen, so ganz im Sinne von Michèle Binswangers Fazit.

      • mila sagt:

        irgendwie erkenne ich das problem nicht, cesc. frau binswanger spricht das thema an, dass frauen sich gesellschaftlich stärker für entscheidungen hinsichtlich allfällig eingegangener risiken rechtfertigen müssen als männer, obgleich das problem prinzipiell sowohl mütter als auch väter angeht. dafür scheint mir das beispiel zweckdienlich, gerade angesichts seiner aktualität.

        wie globetrotterin erwähnte, hat sich noch kein männlicher (kriegs-)reporter öffentlich dafür rechtfertigen müssen, weshalb er als vater diesen gefährlichen job in nicht minder gefährlichen regionen ausübt, und nicht wenige von ihnen haben kinder. trauriger und vielleicht bekanntester fall: daniel pearl, dessen sohn vier monate nach seiner ermordung geboren wurde. keiner stellte hier die frage – zu recht! – was pearl als werdender vater in karachi zu suchen hatte.

      • mila sagt:

        hier erscheint vielleicht noch eine antwort – vielleicht aber auch nicht.

      • Cesc sagt:

        Jaja, die Ungewissheit des Mamablogs. Bisher sind noch alle meine Beiträge erschienen, manche etwas später als andere…

      • Patrick Tigri sagt:

        Nene, bald ist mal eine Las-Vegas-Ausgabe fällig, wo ein Jackpot mit den verlorenen Meldungen aufgebaut wird, der dann ausbezahlt wird, wenn wieder mal was durchkommt!

      • Cesc sagt:

        Mila, du hast vermutlich recht, ich drehe mich mit meiner Argumentation ein wenig im Kreis. Ich kann dir versichern, dass ich es ganz bestimmt nicht toll finde, wenn sich Mütter diesbezüglich stärker rechtfertigen müssen als Väter. Ist ein alter Zopf der Konservativen, nach dem Bild: „Die Mutter gehört nach Hause zu ihren Kindern“. Mir ging es einfach um etwas anderes, aber das ist vermutlich zu eng auch mit dieser Thematik verküpft.

  • Nemo sagt:

    Als erstes ist mir aufgefallen, dass die beiden zitierten Medienkritiken von Frauen kamen. Spricht da vielleicht der Neid, der mittels konservativen Weltbildern oder vorgetäuschter Verantwortung gegenüber den Kindern getarnt wird? Wird Sie von den Konservativen nicht eher wegen der Berichterstattung aus der Haifa Street „gemobbt“? Es ist sich doch, aus konservativer Sicht, viel lukrativer sich um das Wohlergehen der Kindern zu kümmern, als die wahren Gründe offen zu legen. Sexismus ist nur das Mäntelchen und ausgebreitet von Frauen über Frauen nicht so angreifbar, aber es sitzt und wird von der Öffentlichkeit wahrgenommen. Eine Waffe der Frauen gegen Frauen.

    Frau Logan scheint in erster Linie eine erfolgreiche Fernsehreporterin zu sein. Risiken einzugehen gehören zum Job. Neben der Verantwortung benötigen die Kinder aber auch zufriedene Eltern. Kann Frau Logan überhaupt eine gute und zufriedene Mutter sein, wenn sie sich in ihrer (beruflichen) Entfaltung zu sehr einschränken muss?

    • mila sagt:

      nein, kann sie nicht. zumindest mir ginge es so, und als frau, die ihren beruf liebt, schliesse ich für einmal von mir auf eine andere frau, der ihr beruf wohl genauso am herzen liegt. schöner beitrag.

    • Katharina sagt:

      Es soll beachtet werden, dass dieser Beitrag in genau der gleichen Logik geschrieben ist wie die doppelbödige Kritik an Logan. So steht „gemobbt“ in Anführungszeihen. Sagt alles über die dahinter liegende Haltung.

      • Jürg Heldner sagt:

        @ Katharina: Vielen Dank, dass Sie (wieder einmal) den moralischen Finger der gerechtfertigten emanzipierten Empörung, vermischt mir etwas rührseliger Frauensolidarität, ob Nemo’s archaischem Beitrag hoch in die Luft halten.

        Seltsam, wenn ich die Beiträge von Ihnen oder der Dinosaurier-Emanze Pippi L. lese, kommt mir immer „cry me a river“ in den Sinn.

      • Katharina sagt:

        Mit dem Lied machen Sie eine Referenz auf einem privaten Austausch zwischen mir und genau einer Person. Ich könnte da nun hineinlesen, dass sie diese Person sind, beziehungsweise den Anfang des Austausches kennen, da dieser in einem öffentlichen Raum geschah. Die Schnittmenge der Liste der Freunde an besagtem Ort kreist sie auf einige wenige Personen ein.

        Weiter lese ich Ihren Beitrag als Regelverstoss, da sie eine nicht themenbezogene Aussage über Ihre Wahrnehmung meines Charakters machen: Einen persönlichen Angriff. Das ist nicht akzeptabel und ich melde in Zukunft solches an die zuständigen Stellen.

    • mila sagt:

      ich sehe das mit dem ‚gemobbt‘ zunächst einmal nicht so eng wie du, katharina. es handelt sich hier jedoch sicher nicht nur um frauen, die mit unlauteren mittel gegen eine andere frau vorgegangen sind (das hast du doch mit deiner kritik am begriff ‚mobbing‘ gemeint). diesen punkt habe ich nicht genügend bedacht. nemo soll sich selbst erklären, wenn er will.

      • Katharina sagt:

        Dort wurde nicht gemobbt sondern ihre körperliche Integrität angegriffen.
        „körperliche Integrität“ steht dabei für ein anderes Wort.
        Das dann mit einem verniedlichenden Ausdruck in Anführungszeichen zu benennen zeigt eben die Doppelbödigkeit.

      • mila sagt:

        das hast du falsch verstanden: gemeint ist nicht, dass sie in haifa vom mob gemobbt wurde, sondern bei sich zuhause (wegen ihrer berichterstattung in haifa) von den konservativen medienkollegen.

      • Katharina sagt:

        ja ja ich verstehe immer alles falsch.
        zudem stimmt ja auch nicht, dass es sich nur um kritik aus konservativen kreisen handelt.

      • mila sagt:

        nein, du verstehst nicht immer alles falsch. diesen satz aber schon. er ist auch nicht besonders klar formuliert.

        weiter unten sollte irgendwann ein kommentar zu daniel pearl erscheinen – ich kann mich nicht erinnern, dass ihm in dieser traurigen angelegenheit jemand seinen riskanten aufenthalt in pakistan vorgeworfen hätte – zu recht, wie ich finde. obwohl er werdender vater war. seien wir froh, ist frau logan nichts schlimmeres passiert – sie wäre sicherlich nicht zur märtyrerin erklärt worden.

      • Patrick Tigri sagt:

        Katharina, Du neigst brutal zur Paranoia. Das tut richtig weh, wirklich, und sicher nicht nur mir.

        Denn: Dass Du paranoid bist, heisst noch nicht, dass sie nicht hinter Dir her sind.

        🙂

        Nein, sind sie nicht. Wirklich nicht, Katharina.

      • Katharina sagt:

        Gestreifter, halt dich da raus.

      • mila sagt:

        @patrick: dieses mal gebe ich katharina recht. und frage mich, weshalb du solche worte benutzen musst.

      • Patrick Tigri sagt:

        Weil mich das seit langer Zeit stresst, und es einmal raus musste. Entschuldigt, ich will Euch nicht zu stark stören, aber die zuweilen destruktive Art Katharinas ist ärgerlich für mich.

      • mila sagt:

        erstens, patrick, hätte ich den satz beim schnellen lesen auch falsch verstehen können, und zweitens hatte ich katharina bereits auf die fehlinterpretion aufmerksam gemacht. dein kommentar war in diesem sinn völlig unnötig.

      • Katharina sagt:

        Ich weise dies vehement zurueck: „destruktive Art“.

      • mila sagt:

        ich konnte auch nichts destruktives entdecken. dekonstruierend trifft es wohl, angriffig bist du manchmal allenfalls auch. aber all das ist zulässig.

      • Katharina sagt:

        ich weisse auch unqualifizierte medizinische diagnosen zurueck.

      • mila sagt:

        da der begriff der dekonstruktion ein literaturwissenschaftlicher ist, nehme ich stark an, du beziehst dich auf des tigers post…

      • Katharina sagt:

        ja.

      • Patrick Tigri sagt:

        So hallo, ich bin kein doc, doc. Wenn ich also Fachbegriffe aus der Medizin brauche, so brauche ich sie meistens im umgangssprachlichen Sinn. In Diagnostik bin ich unbrauchbar, in Ferndiagnostik eh.

        Dass Du, Kat, issues hast mit Paranoia, ist nicht beleidigend, das haben hier schon alle mitbekommen können, und es sollte Dich nicht beleidigen. Wenn schon, tut es mir leid, Fehleinschätzung.

        Das selbe gilt für Kats zeitweilige Destruktivität. Ich schaue hier nicht die Posts von heute an sondern die ganzen, die ich von ihr hier schon gelesen habe. Vielleicht ist destruktiv nicht so gut und einfach „negativ“ besser.

        Dekonstruktiv meinetwegen, aber das habe ich nicht gemeint.

      • Katharina sagt:

        Ich habe keine „Issues“ mit Paranoia. Höre sofort auf mit dem Unsinn. Es steht Dir nicht zu, solche Aussagen zu machen oder meine Beiträge entsprechend zu werten, genaugenommen abzuwerten.
        Umgekehrt kann Dein Verhalten schon den Eindruck erwecken, dass du mich verfolgst. Denn Du ignorierst alle Aufforderungen, dies zu unterlassen.
        Inzwischen machst Du dieses Spiel täglich und damit überschreitest Du die Grenzen des Gesetzes.

      • Katharina sagt:

        hier wartet eine entgegnung und aufforderung zur unterlassung.

      • Pippi Langstrumpf sagt:

        Tigri, wieso versuchst du Katharina zu diffamieren, wenn dir ihr Beitrag nicht passt?

        Du solltest sehr vorsichtig sein mit psychiatrischen Diagnosen, du ganz speziell, nicht wahr?

      • Pippi Langstrumpf sagt:

        Wo ist mein Beitrag?

    • Widerspenstige sagt:

      @Nemo

      Gute Menschenkenntnis und reflektierter kluger Beitrag, und diesen Neid den Sie da ansprechen habe ich leider immer wieder am eigenen Leib erlebt. Das sind die Waffen der Frauen, ja leider. Wir wären schon viel weiter in unserer Emanzipation, wenn Frauen den Frauen anders begegnen würden. Auch ich bin nicht gefeit davon, aber übe Selbstkritik wo immer möglich.

    • Nemo sagt:

      Katharina das wort gemobbt habe ich bewusst in anführungszeichen gesetzt. der grund liegt darin, dass ich unter mobbing einen wiederkehrende subtile, psychische angriffe verstehe. ob die kritik an frau logan wiederkehrend ist kann ich nicht belegen, da ich die diesbezügliche diskussion in den us-medien nicht verfolgt habe. ich fände es von mir unfundiert die kritik als mobbing im engeren sinn zu bezeichnen.
      auch habe ich nicht den durch die ägypter getätigte physische gewalt erwähnt, sondern die schuldzuweisung, welche in meinen augen nur der verunglimpgung der person logan dient, erwähnt. mir ist aber kein besseres synonym in die finger gekommen, daher habe ich den ausdruck „gemobbt“ verwendet, in der annahme verstanden zu werden. wenn sie aber liz jones und debbie schlussel bezichtigen, die körperliche Integrität von frau logan angegriffen zu haben, wissen sie mehr als ich aus dem beitrag von frau biswanger entnehmen konnte. ich wäre daher glücklich, wenn sie mir die entsprechenden quellen liefern könnten.

      vermutlich bin ich einfach zu dumm, um meine eigen doppelbödigkeit zu verstehen, daher bitte ich sie mir dies genauer zu erläutern.

  • Shlomo sagt:

    Da wir heute ja gleichberechtigt sind, spielt es doch keine Rolle, ob nun die Frau Journi oder der Herr Journi ein Risiko eingeht. Opfer sein ist immer schlecht, ob nun mit Bübbi oder Schnäbi…

  • Cara Mia sagt:

    Ich bin froh, gibt es Journalisten und Journalistinnen, die das Risiko auf sich nehmen und uns von der Front berichten. Mit Sensationsgier hat das überhaupt nichts zu tun. Es dient dem Schutz der Bevölkerung vor Ort, wenn ausländische Reporter berichten und ausländische Zeitungen und Politiker Partei ergreifen. Journalismus ist ein inneres Feuer, dahinter steckt das Bedürfnis, Ungerechtigkeiten aufzudecken und den Schwachen dieser Welt zu helfen. Wer nur aus Sensationsgier berichten will, der heftet sich an die Fersen von Paris Hilton.

    Danken wir also den Leuten, die das auf sich nehmen, und hoffen wir, dass ihnen nichts passiert!

    • Cesc sagt:

      Naja, z.B. der ganze Medienrummel beim Einmarsch der US-Truppen im Irak war m.E. doch etwas pervers und hatte nicht mehr viel mit seriöser Information zu tun – schon eher mit Sportberichterstattung.

    • Nemo sagt:

      also so undifferenziert würde ich das jetzt auch nicht sehen.

    • Widerspenstige sagt:

      Sehr gut erklärt, Cara Mia, vielen Dank! Wäre nicht ein Starkorrespondent wie Ulrich Tilgner im Kriesengebiet des Nahen Ostens stationiert und würde laufend auf seriöseste Art und Weise uns laufend über die Geschehnisse dort informieren, wäre der willkürlichen Berichterstattung von Einheimischen Tür und Tor geöffnet. Auch ich bin äusserst dankbar für diese mutigen Menschen und hoffe doch, dass dies strikte auseinander gehalten wird: mediengeile Papparazzi oder äusserst mutige Berichterstatter.

      Einzig in diesem vorliegenden Fall hätte ich mich zurückgehalten und wäre als attraktive blonde Reporterin und Mutter NICHT ins Kriesengebiet WÄHREND eines solchen gefährlichen Aufstandes gefahren. Das ist schön sauber zu trennen und mE NICHT sexistisch sondern einfach kulturellbedingt vernünftig und klüger. Da hat wohl das westliche Denken einer äusserst engagierten Reporterin überhand genommen und sämtliche Warnrufe in den Wind geschlagen – mit sichtbaren Folgen, leider.

      • Katharina sagt:

        „willkürliche Berichterstattung von Einheimischen.“ Die Einheimischen, also konkret die ägyptischen Reporter, sind also zum vorneherein willkürlich und verstehen ihr Handwerk nicht?

        „Einzig in diesem vorliegenden Fall hätte ich mich zurückgehalten und wäre als attraktive blonde Reporterin und Mutter nicht ins Krisengebiet während eines solchen gefährlichen Aufstandes gefahren.“ Gerade eben nicht, denn das würde eben genau dem Weibchen Stereotyp in die Hände spielen.

      • Widerspenstige sagt:

        Nein, Katharina, das habe ich mit keinem Wort unterstellt. Mit willkürlicher Berichterstattung meinte ich die Scheuklappenhaltung wenn man nur vom eigenen Land in die multikulturelle Welt hinaus relevante Berichterstattung als Gradmesser sendet. Dazu gehört nun mal eine ganzheitliche Sicht des Geschehens und muss absolut NEUTRAL und seriös recherchiert erfolgen. Dies bezweifle ich stark bei Einheimischen Reportagen und stehe da nicht alleine da. Erinnere Dich an die Berichterstattung während dem Irakkrieg in Amerika: was wurde da vorwiegend kommuniziert, damit das amerikanische Volk in diesen Krieg einwilligte? Wurden da alle möglichen Szenarien dem Volk mitgeteilt oder wurde nicht eher alles al-Quaida und Osama-bin-Laden in die Schuhe geschoben nach dem 9/11-Gau? Das nennt sich willkürliche Berichterstattung.

        Wegen deinen Bedenken des ‚…Weibchen Stereotyp in die Hände spielen…‘ erwähnte ich die Vernunft und Klugheit WÄHREND des grössten Tumultes im Kriesengebiet. Natürlich soll sie dahin gehen aber einige Tage später – egal wie attraktiv sie ist – aber sie ist und bleibt ein weibliches Wesen in diesem Land und muss mit Repressalien rechnen. Wieso sollte sie sich nicht bewusst sein, dass sie eine Frau ist und sich vielleicht in diesem islamischen Land DESHALB in Gefahr begibt? Das hat doch mit deinem Einwand wenig zu tun – sondern mit gesundem Menschenverstand. Ich renne auch nicht gegen eine Betonwand, nur weil ich auf die andere Seite des Hauses will.

      • mila sagt:

        widerspenstige, eine etwas unkorrekte frage an sie: offenbar ist es ok, wenn man sich als mutter seinen lebensunterhalt im pornomilieu verdient. dass man aber zu demselben zweck für eine möglicherweise gute sache in ein krisengebiet reist, ist unverantwortlich?

        ich versuche nur, ihre logik etwas besser zu verstehen.

      • Widerspenstige sagt:

        @mila (wir haben uns geduzt oder möchtest es nicht mehr?)
        Das erstaunt mich aber jetzt sehr, wieso Du auf die Idee kommst, dass ich eine Mutter die ihren Lebensunterhalt im billligen Pornomilieu verdienen WILL ohne Vorbehalte unterstützen könnte. Bitte nenne mir Beispiele aus meinen bisherigen Kommentaren, wo dieser Eindruck entstanden ist.

        Eines vorneweg: ich bin ziemlich gut informiert, was Frauenrechte anbelangt und verfolge dieses Thema seit den 80iger Jahren genau wie Pippi, nur argumentiere ich aus der Sicht einer Selbständigerwerbenden und Kulturbeauftragten. Es gilt zu differenzieren, was wann wieso geschieht und nicht um Pauschalverurteilungen. Das war und ist noch nie mein Ding gewesen, sondern Einschätzung von Hintergründen, Fakten, Motiven etc. Ausserdem habe ich vielleicht den Vorteil, dass ich innerhalb meiner langjährigen Beziehung mit einem Mann aus einer asiatischen Kultur und damit zusammen hängend auch der Stellung der asiatischen Frau anders und profunder argumentieren kann. Ich wäge westliche mit asiatischen Denkmustern ab und mache eine Kombination des Möglichen und Zumutbaren daraus. Dies scheint nicht nur Dich zu verunsichern, bin aber stets lösungsorientiert am diskutieren. Alles andere interessiert mich wenig.

      • Katharina sagt:

        „damit das amerikanische Volk in diesen Krieg einwilligte“. Das hat das Amerikanische Volk nicht gemacht. erstens gab es dazu keinen formalen Volksentscheid und zweitens waren sehr viele dagegen, weil sie sehr wohl verstanden wie die Manipulation konstruiert wurde. Es war ja nicht das erste Mal.

      • Cesc sagt:

        …trotzdem wurde den Verantwortlichen vom amerikanischen Souverän eine zweite Amtszeit zugesprochen (mir ist natürlich bewusst, dass hier nicht nur aussenpolitische Fragen entscheidend waren, aber innenpolitisch haben dieselben Verantwortlichen ja beinahe noch mehr Schäden angerichtet).

      • Katharina sagt:

        „Wieso sollte sie sich nicht bewusst sein, dass sie eine Frau ist und sich vielleicht in diesem islamischen Land deshalb in Gefahr begibt“ ist eigentlich genau das Argument zu meiner Ansicht. Dass ein Land islamisch ist, ist keine Rechtfertigung für Übergriffe gegen Frauen. Was in der Diskussion zu dieser Reporterin unterschlagen wird, ist, was während des Übergriffes gesagt wurde. denn es war nicht nur ein Übergriff gegen eine Frau, sondern in der Wahrnehmung der Täter gegen eine Jüdin.
        Zudem ist das Land nicht islamisch.

      • Katharina sagt:

        cesc… das gleiche kann ich über einige Regierunsmitglieder ihres Landes sagen, was deren Wiederwahl trotz Inkompetenz und Übertretung von Gesetzen betrifft.

        Innenpolitischer Schaden? finden sie? ich denke sie können das aus der ferne nicht so beurteilen. zudem hat das ganze nichts mit diesem Thema hier zu tun. da öffnete widerspenstige eine Argumentationslinie, die nur mit meinem Wohnort zu tun hat, und nichts mit dem Thema. Es ist die schweizerische haltung, so wie globe das in humorvoller weise gesagt hat.

        ich finde übrigens die art und weise wie Ägypten mit diesem inneren Konflikt umging vorbildlich für die arabische und auch restliche welt. ich hoffe wirklich, dass das land den nun eingeschlagenen weg weiter gehen kann.

      • Cesc sagt:

        @Katharina: Habe nie behauptet, dass das das Stimm- und Wahlvolk hierzulande wahnsinnig intelligente Entscheidungen trifft. Daher trifft diese besserwisserische schweizerische Haltung bei mir nicht zu.
        Allerdings sollten Sie vielleicht noch wissen, dass in der Schweiz das Stimmvolk die Exekutive nicht direkt wählen und daher inkompetente und fehlbare Regierungsmitglieder auch nicht durch geeignetere Köpfe ersetzen kann. Diese Aufgabe ist der vereinigten Bundesversammlung zugeteilt, welche dies aber seit der vorletzten Jahrhundertwende nicht mehr angewendet hat, mit der Ausnahme eines wirklich krassen Falles in jüngster Zeit, als man wirklich die Notbremse ziehen musste.

        Naja, das horrende Haushaltsdefizit, erst noch verstärkt durch die willkürlichen Steuererleichterungen für Superreiche würde ich durchaus als Schaden bezeichnen, Sie etwa nicht?

      • Cesc sagt:

        btw, Katharina, würde mich interessieren, welchem wiedergewählten Regierungsmitglied der Schweiz Sie Gesetzesübertretungen vorwerfen. Der Einzige, auf den das noch ansatzweise zutrifft, wurde ja eben ersetzt. Inkompetenz hingegen lasse ich absolut gelten.

      • mila sagt:

        was mich irritiert, widerspenstige, ist, dass du einerseits die pornoproduktion – innerhalb bestimmter grenzen – verteidigst (ich bin auch nicht für ein verbot, übrigens). unter den (ehemaligen) darstellerinnen werden einige mütter sein, und ich persönlich finde das für ein kind weitaus proplematischer, als wenn mama vielleicht eines tages nicht mehr von ihrem wichtigen job nach hause kommt. ich kann mir nicht vorstellen, dass logan so unvernünftig war, wie manche es hier darstellen. wie mira sagte, handelte es sich beim ort des geschehens um einen grossen, öffentlichen platz, und nicht um eine dunkle gasse. wer würde sich denken, dass man da in gefahr geraten könnte?

        das asiatische ist mir sehr sympathisch, ich habe mich eine zeit lang intensiv mit japanischer kultur und vor allem literatur befasst. denken tue jedoch abseits von dichotomien; diese sagen mir nichts.

  • Günter Kammermann sagt:

    Das ist doch die alleinige Angelegenheit von Frau Lara Logan. Wo liegt das Problem?

    • tobe or not tobe sagt:

      das versuchen wohl alle hier herauszufinden. …. Das Problem ist das wir keine Prolbeme haben und Probleme suchen, die Probleme machen können. Das Problem mit Problem ist einfach das es früher oder später zum eigenen Problem wird. Jemand ein Problem damit???

  • Ich sehe den Sinn einer solchen Diskussion nicht. Es ist der Job dieser Frau und sie hat sich bestimmt mit den Konsequenzen auseinandergesetzt und diese geregelt. Sonst würde Sie so eine gefährliche Arbeit nicht machen.

    Wer sich Risiken aussetzt und Folgen nicht abschätzt ist sowieso die falsche Person für so eine Arbeit.

    Weiterhin darf sich ein freier Mensch so bewegen wie er das will. Hier gilt auch wieder, wer sich der Situation bewusst ist wird sich angemessen verhalten.

    In der Relation gesehen ist es gefährlicher, die Strasse zu überqueren.

  • tobe or not tobe sagt:

    Sorry aber das ewige Genderthema…. Das ein gutaussehende blondine, in einem Land indem Frauen nie so offen gekleidet und vorallem Nachts alleine rumlaufen wundert das sie in einer Meute von Männer evtl belästigt??? Hallo wo lebt sie??Hat sie gehoft Respekt zu ernten? Kein Mitleid sorry…

    Egal ob Mann oder Frau, wer Kinder hat, hat gewisse Verantwortung zu tragen. Das Risiko das die Kinder nur mit einem Teil aufwachsen, sollte niemand eingehen…. Doch wir sind hier wieder beim ewigen Thema, Frau und Karriere . Einfach mit der superlative das die Frau noch weitere Risikos eingeht um ihren Lebensunterhalt zu verdienen.

    Sorry aber diese Frau ist eine Ausnahmeerscheinung. Oder müssen die Mütter und Väter im Land jeden Tag einen Hinternisparcour a la Terrorcamp überwinden??

    Oder sind es die NANOS die euch gefahren bringen….

    Fragen um fragen..

    • mira sagt:

      @tobe or not tobe
      Waren Sie schonmal nachts am Tahrir-Platz? Nicht? Ich schon. Und es hatte da jede Menge Frauen. Die kamen von der Arbeit oder vom Verwandtenbesuch oder vom Einkaufstripp oder vom XY. Und sogar Kinder hatte es dort. Bekopftucht wäre Frau Lohan wohl nicht aufgefallen…

    • Widerspenstige sagt:

      @mira
      Um das geht es nämlich: hätte sich Frau Lohan von CBS News an die kulturellen Gepflogenheiten des einreisenden Landes gehalten – also zumindest ein Kopftuch! – dann hätte wahrscheinlich dieser Vorfall verhindert werden können. Aber im Nachhinein ist man immer klüger. Als westliche Frau muss ich nun mal Kompromisse eingehen in islamischen Ländern – emanzipiert hin oder her – das Wissen diesbezüglich setze ich bei einer Reporterin voraus und es soll wieder mal gesagt sein dürfen. Aber das scheint in diesem Fall sowieso zuviel zu sein – alles was ausserhalb Amerika abläuft kulturell wird grosszügst übersehen. Da hat die Bushregierung ganze Arbeit geleistet, in der Tat!

      • mila sagt:

        also ich meinte, dass der aufschrei der empörung gross war, als unsere micheline sich vor einiger zeit mit einem quasi-kopftuch bei einem staatsbesuch blicken liess. zu recht, wie ich finde.

      • Widerspenstige sagt:

        @mila
        Du meinst also, unsere BR MCR hätte es bleiben lassen sollen und der Aufschrei der Empörung war gerechtfertigt in deinen Augen? Nur damit es keine Missverständnisse gibt, frage ich nochmals explizit nach.

      • Patrick Tigri sagt:

        Hm. Also wenn eine Delegation eines Dschungelvolks, das immer nackt ist (und sowas gibt es) im EDA eingeladen würde, dann würden Sie, mila, es also begrüssen, wenn die Besucher in der ultimativ textilarmen Lokaltracht in Bern aufkreuzen würden? Also ich nicht. Nein, ich finde, sich als Gast dem Besuchten anzupassen, soweit möglich, ist nur höflich. Dass ich Micheline beim Gegenbesuch im Amazonas nicht unbedingt nackt herumhüpfen sehen will, stimmt aber auch.

      • Cesc sagt:

        @Mira: Es gibt in Ägypten keine Pflicht, als Frau ein Kopftuch zu tragen (so wie etwa im Iran). Es gibt daher auch ägyptische Frauen, die das nicht tun. Wieso dann soll Frau Lohan ein Kopftuch tragen?

        @Mila: 3 Fragen:
        1. Warst du schon mal in einem muslimischen Land?
        2. Falls ja, hast du dort eine Moschee besucht (als Sehenswürdigkeit, nicht aus religiösen Gründen, damit keine Missverständnisse entstehen)?
        3. Falls ja, wie hast du dich dort diesbezüglich verhalten?

      • Cesc sagt:

        Logan, nicht Lohan 😉 (Freud lässt grüssen)…

      • mila sagt:

        @widerständige: meiner meinung nach tritt sie als staatsvertreterin auf und nicht als frau. deswegen: kein kopftuch.

        @cesc: ich gehe in kein muslimisches land, so lange ich dort nicht als mensch wie frau auch ohne kopftuch hinreichend respektiert werde. in einer moschee dagegen würde ich mich wie in einer kirche verhalten, nämlich bedeckt. wenn ich denn schon in eine rein will (aus rein kulturellen gründen).

      • mila sagt:

        PS: widerspenstige, sie werden zwischenzeitlich verstehen, dass ich mich nicht als politikerin eigne. dafür müsste ich zu viele kompromisse eingehen und mich zu sehr verbiegen. besser also, MCR führt den job aus.

      • Cesc sagt:

        Mila, auf die Situation in der Moschee wollte ich eigentlich hinaus. Wie du dich dort auf der Strasse verhältst, ist dir überlassen. Btw., in Istanbul kannst du dich problemlos als Frau ohne Kopftuch bewegen und wirst auch ernst genommen. Allerdings ist die Türkei als Staat auch nicht muslimisch, nur der Grossteil ihrer Bevölkerung.
        Ich wollte nur auf die Doppelmoral hinweisen, die im Westen teilweise herrscht. In Rom darf man auch nicht mit kurzen Hosen in den Petersdom, da sagt niemand was, also soll man akzeptieren, dass man mit Kopftuch in eine Moschee geht. Heilige Orte sollte man übrigens auch respektieren, wenn man selbst nicht gläubig ist. Oder man besucht sie einfach nicht.

      • mila sagt:

        da sind wir uns, wie du gesehen hast, völlig einig. die türkei habe ich übrigens auch nicht gemeint; istanbul ist definitiv eine stadt, die ich gerne einmal bereisen würde.

      • Globetrotterin sagt:

        mila, da sind wir uns mal wieder einig. Ich könnte mich auch nie so verbiegen. Aber was MCR angeht muss ich doch sagen, dass ich diese Frau super-toll finde. Zudem ist sie blitzgescheit, hat Stil und Klasse! Was die so alles aushalten und über sich ergehen lassen muss…! Ich frage mich oft, wie sie das aushält und wie und wo sie ihre Batterien wieder auflädt. Unter den Lebenden gibt es keinen Schweizer und keine Schweizerin, vor der ich grösseren Respekt hätte.

      • mira sagt:

        @Widerspenstige
        Das Kopftuch ist in Ägypten keine kulturelle Gepflogenheit, sondern Ausdruck von Religiosität. 10% der ägyptischen Frauen tragen prinzipiell kein Kopftuch: Weil sie Christinnen sind. Hätte Frau Lohan ein Kopftuch angezogen, hätte man angenommen, sie sei eine Muslimin. Würde festgestellt, dass sie das nicht ist, wäre wohl das Unverständnis ziemlich gross.

      • mira sagt:

        @Cesc
        Ich habe nicht geschrieben, sie soll ein Kopftuch tragen. Sondern, sie wäre mit dem Tuch nicht so stark aufgefallen. Als Ausländerin geht man nicht so einfach als Koptin oder westl. geprägte Ägypterin durch. Dazu sind wir einfach falsch gekleidet, bewegen uns anders und schauen anders drein. Mal ganz abgesehen von blonden Haaren 🙂

      • Pippi Langstrumpf sagt:

        Wir bewegen uns anders: Ja, beim Gehen lupfen wir die Füsse. Das fängt schon in Italien an, südlich von Rom wird geschlurft. 8)

  • Johanna Toxo sagt:

    Ob Mann oder Frau, es ist tatsächlich so, dass es bei ReporterInnen aus Kriegsgebieten (und nicht nur dort) eine Art Adrenalingeilheit gibt, einen extremen Druck „ganz nahe dran zu sein“ etc. Die (heilige) Pflicht der Informationsbeschaffung ist nur zu oft Deckmantel für Karrieresucht und Egoismus und wird als Freipass verstanden, überall eindringen zu dürfen. Westlichen JournalistInnen fehlt es oft in eklatanter Weise an Wissen und Sensibilität inbezug auf die Länder aus denen sie berichten, weil sie nur die im Moment heisse Information suchen.
    Ob Vater oder Mutter, die Verantwortung den eigenen Kindern gegenüber verlangt meiner Meinung nach, dass man das eigene Leben nicht willentlich in Gefahr bringt, egal ob auf dem Himalaya oder im Kampfgebiet. Kinderhaben heisst immer dem eigenen Egoismus Grenzen setzen. Weil Lohan eine blonde Frau ist, wird das Thema aber total sexistisch abgehandelt. Als der spanische Reporter José Couso von einer amerikanischen Kugel in Bagdad umgebracht wurde, gingen die Menschen in Protest auf die Strasse. Niemand beschuldigte ihn, am falschen Ort gestanden zu haben. Meiner Meinung nach stand Lohan nicht falscher als andere.

    • Globetrotterin sagt:

      Ich frage mich noch immer, weshalb niemand dem Schumi Vorwürfe macht. Wenn es überhaupt jemanden gibt, der wissentlich und willentlich eines der aller grössten Risiken überhaupt eingeht, obwohl er z.B. Vater von 2 Kindern ist, dann sind es wohl Formel 1-Piloten. Aber das sind natürlich Männer. Denen wird zu Tausenden zugejubelt. Niemandem käme es auch nur im Entferntesten in den Sinn, Schumi anzuprangern und ihn der Verantwortungslosigkeit zu bezichtigen! Heuchlerei, Heuchlerei, Heuchlerei!

  • Chris M. sagt:

    Eine andere Frage:
    Wird das Risiko gesucht oder wird es notfalls in Kauf genommen?
    Versucht man, durch gezielte Vorbereitungen möglichst viele Risiken auszuschliessen oder zu vermeiden, oder sucht man gerade das Risiko wegen dem Adrenalinschub? Adrenalinjunkies handeln unverantwortlich gegenüber allen, die direkt oder indirekt davon betroffen sind. Dazu gehören auch Angehörige, vor allem auch Kinder.
    Ich habe manchmal den Eindruck, dass Kriegreporter auch dazu gehören. Vor einigen Kriegsreportern gibt es Berichte und Aussagen, die das bestätigen: Sie sind süchtig nach der Gefahr und dem Adrenalin. Solange dies alleinstehende Herren und Damen betrifft, dies das ihre Sache. Sobald sie Familie und Kinder haben, kann ich nciht mehr damit einverstanden sein.

  • Chris M. sagt:

    Zur grundsätzlichen Frage:
    Wie bewerten wir das Risikoverhalten? Welche Faktoren beeinflussen diese Bewertung?

    Aus meiner Sicht gibt es dazu eine ganz entscheidende weitere Frage:
    Wer trägt die Folgen, wenn es schief geht?
    Ein uraltes Sprichwort (schon in der Bibel zu finden) sagt: Wer sich in Gefahr begibt, wird in der Gefahr umkommen. Solange es nur die direkt beteiligte Person betrifft, kann von mir aus diese Person unabhängig darüber urteilen und entscheiden, wie weit sie sich einer Gefahr aussetzen will. Nur betrifft dies Ausnahmefälle. In den meisten Fällen sind auch andere Personen betroffen. Damit stellt sich die Frage: Wieviel Rücksichtnahme ist gefordert? Weiweit sind die anderen betroffenen Personen damit einverstanden oder können sie sich dagegen wehren? Wer eine Kriegsreporterin heiratet, kennt das Risiko und nimmt es in Kauf. Die Kinder eines Kriegsreporters hingegen haben dazu nichts zu sagen und sind meistens nicht gefragt worden.
    Diese Frage „Wer trägt die Folgen?“ müssten sich auch Manager oder Börsianer, usw. stellen. Die aktuelle Tendenz ist, unter dem Vorwand der „Eigenverantwortung“ die Verantwortung für die Gemeinschaft und die indirekt Betroffenen abzulehnen und gegen alle Regeln, Konventionen und Einschränkungen anzukämpfen. Ich halte das für eine Fehlentwicklung.

    Aus meiner Sicht nicht relevant ist, ob das Risiko von iner Frau oder einem Mann eingegangen wird. Die Grösse des Risikos kann allerdings ja nach Situation vom Geschlecht abhängig sein und damit die Gesamtbeurteilung.

    • Chris M. sagt:

      Als Eltern hat man die Verpflichtung, Schaden von den Kindern fern zu halten. (Das schliesst nicht aus, dass man die Kinder den Umgang mit Risiken und Gefahren lehrt.) Das heisst auch, dass man sein Risikoverhalten anpasst, wie das im Beitrag erwähnt wurde.
      Wieviel Risiko lässt sich rechtfertigen?
      Dazu muss man sich überlegen, wozu man das Risiko eingehen will. Es gibt durchaus gute Gründe, ein hohes Risiko einzugehen, z.B. wenn jemand eine andere Person vor dem Ertrinken rettet. Im speziellen Zusammenhang: lohnt es sich,das Risiko einzugehen, damit über dasselbe Ereignis nicht 255 Reporter berichten sondern 256? Lohnt es sich, damit eben ein Schweizer berichtet und nicht nur Berichte von Einheimischen übermittelt werden? Lohnt es sich, damit die Zuschauer im Pantoffelkino gestochen scharfe Bilder haben und nicht nur die authentischen, verwackelten der Direktbetroffenen? Sind diese Ausreden knapp genügend oder sind das wirklich gute Gründe das Risiko einzugehen?

  • Chris M. sagt:

    Zuerst habe ich mal nach Lara Logan gegoogelt. Ein kurzer Überblick über die gefundenen Einträge zeigt ein nicht sehr schmeichelhaftes Ergebnis (z.B. New York Post Washington Post und andere). Für die Besprechung dieser Thematik scheint mir dies nicht das am besten geeignet Beispiel zu sein.

  • Globetrotterin sagt:

    Dieses Thema erscheint mir typisch schweizerisch. Wir sind einfach grandios darin, anderen zu sagen, was sich gehört und was sich nicht gehört, was andere gefälligst zu tun und zu lassen haben. Das scheint des Schweizers Lieblingsbeschäftigung zu sein. Diese schweizerische „Hauswart-Mentalität“ ist manchmal schier unerträglich!

    • Astrid sagt:

      Ich stimme Dir absolut zu, Globetrotterin. Für mich ist die Sache ganz klar: wer seine beruflichen Aufgaben bzw. auch seine sonstigen Lebensaufgaben vor sich selbst vertreten kann und seine Verantwortung gegenüber seinem Umfeld wahr nimmt, macht die Dinge so, wie sie/er es für richtig hält. Das hat mit dem Geschlecht eigentlich überhaupt nichts zu tun. Anstatt immer gleich zu unterstellen – und das geschieht bei Frauen sicher öfter als bei Männern -, dass z.B. eine Auslandkorrespondentin ihrer Verantwortung als Mutter nicht gerecht wird, tun wir doch mal das Gegenteil: gehen wir doch einen Vertrauensvorschuss. Es ist nicht an uns, den ‚Abwart‘ im Leben anderer zu spielen.

    • tobe or not tobe sagt:

      Ich sagem dem täglich wieder das „SCHWEIZER POLIZISTEN SYNDROM““

    • Annabelle sagt:

      So sehe ich es auch!

    • Patrick Tigri sagt:

      Also, Globine, es regt mich fuchchtbar auf, wie Sie hier wieder einmal allen Ihre Meinung aufoktoyieren wollen. Das gehört sich einfach nicht. Lassen Sie das geffälligst.

      • Globetrotterin sagt:

        Da spricht ja der OBER-Hausmeister! Aber von auch diesem werde ich mir nicht erklären lassen, was ich zu tun und was ich zu lassen habe. Wer sind Sie, dass Sie sich ein solches Verhalten mir gegenüber heraus nehmen? Wer hat Sie zum Richter hier gemacht? Ihr autoritäres Verhalten in diesem Blog fällt mir nicht zum ersten Mal auf. Ich „oktoyiere“ niemandem etwas auf. Gewöhnen Sie sich „geffälligst“ einen anderen Ton an!

      • tobe or not tobe sagt:

        @Globe: Ich glaube Patrick wollte dich nur hochnehmen. bist voll drauf eingestigen… 🙂

      • Patrick Tigri sagt:

        Stimmt natürlich. Das war ja simpel! Staun staun. Ich habe extra ungefähr die gleichen Formulierungen benutzt, um es Ihnen nicht zu schwer zu machen, das zu merken…

        Aber wissen Sie, Globine, ich habe es aufgegeben, Ihnen klarmachen zu wollen, dass ich ein Freund bin…

      • Globetrotterin sagt:

        Das ist eine seltsame Art von Humor. Wenn Sie das nächste Mal einen solchen „Witz“ vom Stapel lassen, dann kennzeichnen Sie ihn für mich bitte als solchen. Auf Bevormundung jedwelcher Art, ob ernst oder witzig, reagiere ich äusserst ungehalten. Ich dachte, das hätte sich inzwischen herum gesprochen. Im übrigen war auch mein Post in keinster Weise bevormundend – er war eine Feststellung, was auch klar und deutlich daraus hervorgeht.

      • Patrick Tigri sagt:

        Nö, das ist nicht seltsam, das ist so, wie ich funktioniere. Die meisten checken es mit der Zeit, die anderen halt nicht. Nicht so schlimm.

        Jedenfalls seien Sie gewiss, dass ich Ihren Kopf schätze. Ihr Gemüt finde ich etwas weniger attraktiv und ich finde Sie recht unausgeglichen. Das ist Ihnen hoffentlich egal.

        Ich liebe die Rekursion, und ich liebe rekursive Statements. Ich konnte darum nicht umhin, in Ihrem Statement die Selbstreferenzialität zu entdecken (die Sie wohl gar nicht einbauen wollten).

    • Chris M. sagt:

      @Globetrotterin

      Man soll also nichts sagen

      Freerider in einen Lawinenhang fahren und dann andere unter Lebensgefahr Verletzte und Leichen einsammeln müssen
      Manager spekulieren und eine Firma in den Konkurs reiten und dann Familenväter und -mütter arbeitslos werden.
      Hobbyrennfahrer mit überhöhter Geschwindigkeit durch Dörfer fahren und dann Unbeteiligte zu Behinderten werden
      und so weiter und so fort

      Es ist also ganz in Ordnung, wenn die einen Risiken eingehen und die andern dann die Suppe auslöffeln müssen. Die Bergretter sollen also nichts sagen, die Verkehrsopfer schweigen, die Konkursopfer sich verstecken, nur damit niemand sich in seiner „Freiheit“ gestört fühlt! Hoch lebe die „Eigenverantwortung“!

      Wer so denkt, hat von Sinn und Grenzen der Freiheit nichts verstanden!

      • Globetrotterin sagt:

        Woher nehmen wir das Recht, hier über das Leben und die Entscheidungen einer Frau (oder gegebenenfalls auch eines Mannes) in den USA zu diskutieren und auch noch zu richten? Das nenne ich selbstgefällige Heuchlerei! Habt Ihr (haben wir) nicht genug andere, eigene Probleme? – Wie heisst es doch so schön: Jeder soll erstmal vor seiner eigenen Haustüre kehren!

      • mila sagt:

        @globetrotterin: ich glaube grundsätzlich, dass jeder ein anrecht darauf hat, seine persönliche meinung zu äussern, wie auch immer sie im einzelnen ausfällt – wir alle haben meinungen, die anderen nicht passen und teilweise weit davon entfernt sind, mehrheitsfähig zu sein. das problem beginnt in meinen augen erst dort, wo man die eigene meinung als absoluten massstab setzt, auch für andere. oder sich noch nicht einmal des umstands bewusst ist, dass man ja ’nur‘ die eigene meinung vertritt.

      • Globetrotterin sagt:

        @mila:
        off-topic: Gerne nehme ich Dein Angebot zum „Du“ an. Als ich Deinen diesbezüglichen Post entdeckt habe, war das dort behandelte Thema längst überholt. Ich habe deshalb auf die nächste Gelegenheit gewartet, zu reagieren.

        Und nun zum Thema:
        Selbstverständlich bin auch ich für freie Meinungsäusserung. Solange es sich um gesellschaftspolitische Themen handelt. Ob eine Journalistin sich aber (auch wenn sie Mutter ist) freiwillig in ein Krisengebiet begeben darf oder nicht, geht doch niemanden etwas an. Das ist deren rein persönliche Entscheidung, in die sich niemand einzumischen hat. Was hier stattfindet ist ein Diktatorengehabe, und genau dagegen kämpft diese Frau offensichtlich.

      • Globetrotterin sagt:

        @Chris:
        Wieviele Väter aus aller Herren Länder sind und waren wohl als Kriegsberichterstatter im Irak, in Afghanistan, in Vietnam, in Ruanda, in Somalia, etc. unterwegs? Ich kann mich nicht erinnern, dass das jemals ein Thema gewesen wäre!

      • mila sagt:

        globetrotterin, ich finde, michèle binswanger hat den sachverhalt klar und deutlich auf den punkt gebracht. genau wie ich dir recht gebe, dass man dieser unkultur der meinungstyrannei dezidiert einen riegel vorschieben muss. dass man hingegen über solche begebenheiten diskutieren will, finde ich an sich nicht störend. solange ein jeder sich dessen bewusst ist, dass seine ansicht eben nur eine unter vielen anderen ist – damit können einzelne jedoch offensichtlich nicht adäquat umgehen.

      • mila sagt:

        ich würde sogar noch weiter gehen als du: nicht die mutterschaft oder das frausein an sich machen frau logan zu einem medienthema, sondern vornehmlich ihr einnehmendes äusseres. mit einer weniger attraktiven kollegin hätte man wahrscheinlich sogar mitleid gehabt.

      • Globetrotterin sagt:

        P.S.: @Chris:
        Versuchen Sie doch mal, Peter Scholl-Latour zu sagen, sein Verhalten, bzw,. seine Reiserei, sei unverantwortlich (gewesen)!

      • Astrid sagt:

        Was ist denn die Alternative, Chris M. bzw Dein Lösungsansatz? Alles verbieten? Motorräder, Autos, Eistauchen, Auslandskorrespondenten-Einsätze? Ich habe nicht nur von Eigenverantwortung, sondern von Verantwortung für das Umfeld geredet – sprechen wir das wirklichen allen ab, die sich auch nur im entferntesten riskant verhalten? Die überwältigende Mehrheit der Menschen verhält sich sehr wohl verantwortungsbewusst, soweit das in ihrer Macht steht. Oder sollen wir alle unsere Leben an den Rasern, den Verrückten, den Spekulanten und den Spinnern orientieren? Und deswegen: ich empfinde es, genauso wie Globetrotterin, als sehr gewagt, einer Frau den Job absprechen zu wollen und sie damit in eine Kiste zu werfen mit den Rasern, Kriminellen und Uneinsichtigen.

      • Chris M. sagt:

        @Globetrotterin

        Diejenigen, die sich in Gefahr begeben, urteilen und bestimmen mit aller Selbstverständlichkeit über das Leben anderer, von denen sie erwarten, dass diese sie dann wieder raus holen, wenns schief ging, oder dass sie für die Verluste auf kommen oder die negativen Konsequenzen tragen. Natürlich sollen die Betroffenen kein Recht haben, sich zu äussern und die ach so „Freiheitsliebenden“ in ihrem Egoismus zu stören.

        Verkehrte Denke!

      • Chris M. sagt:

        @Astrid

        Es geht um einen Mittelweg. Sich von niemanden etwas sagen lassen und alles selber entscheiden, wie wenn es keine Regeln und keine andere Betroffene gäbe, ist ebenso falsch, wie eine durch und durch reglementierte Welt, in der jede Kleinigkeit vorgeschrieben ist.

        Beim Beitrag von Globetrotterin hat mich nur der Ansatz gestört „Niemand darf dreinreden, alles ist meine Privatsache“ und ein „Hazsmeister“ hat nichts zu sagen. Es ist dort nicht Privatsache, wo andere betroffen sind oder betroffen sein könnten (z.B. im Falle eines Misslingens).

        Ich bin auch der Ansicht, das sich die Mehrheit im vernünftigen Rahmen bewegt.

        Das Beispiel der Freerider habe ich gewählt, weil es auch schon vorkam, dass sie Namen aus dem Tierreich und von anderswo austeilten, als sie auf Absperrungen aufmerksam gemacht wurden, und sich wehrten gegen den Eingriff in ihre Freiheit. Sollen die Bergretter sich dann auch wehren gegen den Eingriff in ihre Freiheit und sich nicht in Gefahr begeben zwecks Rettung der unvernünftigen „freiheitsliebenden“ Freerider?

      • Globetrotterin sagt:

        Ach, Chris, mit einer solchen Einstellung müssten Sie sich zuhause einsperren, dürften dabei auf keine Leiter steigen und müssten darauf hoffen, dass Ihnen nie die Decke auf den Kopf fällt – im realen sowie im übertragenen Sinn. Ich gehe nicht davon aus, dass Sie irgendeine Sportart betreiben (Skifahren, uih, uih, uih!), das Risiko dabei ist ja kaum abzuschätzen! Von Autofahren will ich gar nicht reden, und die Formel 1 müsste dann sowieso subito abgeschafft werden! Schumi als Vater von 2 Kindern, tz,tz,tz!
        Ich bin als junge Frau alleine kreuz und quer durch Südamerika gereist, bin sogar einmal alleine um die ganze Welt geflogen mit diversen Zwischenstopps und kleinen Reisen auf verschiedenen Kontinenten. Ausser, dass mir am Strand von Mar del Plata in Argentinien die Kleider geklaut wurden, ist mir nie etwas passiert. Im Gegenteil: ich habe viele tolle Leute getroffen und mein ganzes Leben lang von diesem „Risiko“ profitiert. Mir vorzustellen, diese Zeit in meinem Leben und dieses einmalige Gefühl von Freiheit hätte es nie gegeben, weil „man“ so ein „Risiko“ nicht eingehen darf, ist grauenhaft. Wer immer und überall nur Risiken sieht, wird sterben, ohne je gelebt zu haben!

      • Patrick Tigri sagt:

        Kleider geklaut? Klingt wie in einem Sketch…!

      • Globetrotterin sagt:

        Nochmal @Chris:
        „Es ist dort nicht Privatsache, wo andere betroffen sind oder betroffen sein könnten (z.B. im Fall eines Misslingens).“
        Also, Chris, ich schätze ja viele Deiner Kommentare. Aber das ist absoluter Schwachsinn. Nach dieser Devise dürftest Du nicht einmal Kinder zeugen. Stell Dir vor, sie würden unheilbar krank oder – noch schlimmer – kriminell! Da wären dann auch Andere betroffen.

      • Globetrotterin sagt:

        Ja, Patrick, damals habe ich wirklich blöd aus der nicht mehr vorhandenen Wäsche geschaut. Es hat einige Zeit gedauert bis ich realisiert habe, dass die Kleider wirklich weg waren. Ich dachte die längste Zeit, dass mir da nur jemand einen Streich gespielt hätte. Ich erinnere mich noch, dass ich über den Verlust meines WWF-Gürtels mit Panda-Schnalle äusserst traurig war.

      • Patrick Tigri sagt:

        Jaja, manchmal passiert das, dass einem eine Schnalle geklaut wird…

        🙂

      • Patrick Tigri sagt:

        Und was hast Du gemacht? Zu einer Einheimischen gegangen und gesagt „Klamotes futsches!“…

        Wirklich, ich hätte keine Ahnung, was tun…

      • Chris M. sagt:

        @Globetrotterin

        ach ja, und ich dürfte mich nie ins Bett legen, das ist der gefährlichste Ort der Welt, weil die meisten Leute im Bett sterben! Man kann jede Agumentation ins Absurde führen, wenn man sie einfach nicht verstehen will.

      • Globetrotterin sagt:

        Thja, was hätte ich schon machen sollen? Ich bin im Bikini (damals war ich – in diesem Fall glücklicherweise – noch brav und trug auch das Oberteil) in mein altes klappriges kleines südamerikanisches Auto gestiegen und 400 km nach Buenos Aires zurück gefahren, wo ich noch ein paar zusätzliche Kleider gelagert hatte.

      • Chris M. sagt:

        @Globetrotterin

        Das ist ein Verhalten, das mich ganz gewaltig stört:
        Diejenigen, die sich in Gefahr begeben, urteilen und bestimmen mit aller Selbstverständlichkeit über das Leben anderer, von denen sie erwarten, dass diese sie dann wieder raus holen, wenns schief ging, oder dass sie für die Verluste auf kommen oder die negativen Konsequenzen tragen. Natürlich sollen die Betroffenen kein Recht haben, sich zu äussern und die ach so “Freiheitsliebenden” in ihrem Egoismus zu stören.

        Das ist wie beim Hausmeister: er soll nichts sagen, aber selbstverständlich die Trümmer, Abfall und allen anderen Mist wegräumen.

      • Globetrotterin sagt:

        P.S.: Wir waren übrigens zu viert unterwegs. Ich weiss noch genau, wie wir auf dem Rückweg alle gesungen haben „Peron, Peron, que grande sos. Mi General, quanto vales!“ Das durfte aber niemand hören, denn damals war bereits Videla an der Macht. Ja, ja, das waren noch Zeiten!

      • Chris M. sagt:

        @Globetrotterin

        Das ist ein Verhalten, das mich ganz gewaltig stört:
        Diejenigen, die sich in Gefahr begeben, urteilen und bestimmen mit aller Selbstverständlichkeit über das Leben anderer, von denen sie erwarten, dass diese sie dann wieder raus holen, wenns schief ging, oder dass sie für die Verluste auf kommen oder die negativen Konsequenzen tragen. Natürlich sollen die Betroffenen kein Recht haben, sich zu äussern und die ach so “Freiheitsliebenden” in ihrem Egoismus zu stören.

        Das ist wie beim Hausmeister: er soll nichts sagen, aber selbstverständlich die Trümmer, Abfall und allen anderen Mist wegräumen.

        (2. Versuch, das 1. Mal ist der Text wohl im Nirwana gelandet)

      • Patrick Tigri sagt:

        Globine, defätistisch seit 25 Jahren.

      • Patrick Tigri sagt:

        Ich vergass den Special:

        (-: Globine 🙂

    • San sagt:

      Stimmt, Globine. Mit Deinem Hauswart-Statement hast Du die Kernaussage von Deinem Post wunderbar bestätigt… QED, würde die Mathematikerin sagen.

    • Patrick Tigri sagt:

      Ganz generell, Globine, solche Metastatements wie Deines, so berechtigt es sicher ist, sind eine heikle Sache, denn sie betreffen sich halt auch selbst. Hier zum Beispiel sagst Du den Leuten, was sie tun sollen, nämlich es lassen, den Leuten zu sagen, was sie tun sollen. Das beisst sich in den öh Schwanz (sorry, das Wortbild ist nicht von mir erfunden worden).

      Epimenides aus Naxos sagt:
      „Alle aus Naxos lügen.“

      Lügt E. jetzt oder nicht? Oder hat er einfach zu viel Ouzo gehabt? Oder war das Souvlaki verdorben?

      • Globetrotterin sagt:

        @Patrick:
        Ich würde Epimenides‘ Statement sogar noch ausdehen auf „fast alle Griechen lügen“.
        Ouzo mag ich nicht und Fleisch esse ich nicht. Dazu kann ich nicht viel sagen. Evtl. ein guter Metaxa hin und wieder.

      • Globetrotterin sagt:

        Patrick, Antwort hängt.

      • Globetrotterin sagt:

        Meine 1. Antwort hängt noch immer. Aber dazu noch was:
        „Die Nichtzusammenarbeit mit dem Schlechten gehört genauso zu unseren Pflichten wie die Zusammenarbeit mit dem Guten.“ (Mahatma Gandhi)

      • fufi sagt:

        Tiger:
        War das WIRKLICH einer aus Naxos?
        Oder nicht eher ein Kreter?
        Oder gar ein k. und k. Barbier, der alle rasiert, die sich nicht selbst rasieren?
        😀

      • fufi sagt:

        Ach ja, die Antwort findest du in dem Katalog, der alle Kataloge enthält, die sich nicht selbst enthalten!
        Sei also enthaltsam!
        😛

      • Patrick Tigri sagt:

        Epimenides war in der Tat Kreter. Aber ein Naxoser (oder Naxer oder „Bewohner von Naxos“, ich kann kein chriechisch) war halt passender…

      • Patrick Tigri sagt:

        Sehr gut. Hat seinen Gödel Escher Bach gelesen, fufi!

      • fufi sagt:

        Ehrlich: Genau DEN habe ich nicht (fertig) gelesen!
        (wird mit der Zeit nämlich recht langweilig)
        Aber B. Russel und so!
        😀

      • fufi sagt:

        Abgesehen davon ist das Original (???) auch nicht schlecht:
        Ein Kreter sagt: ALLE Kreter lügen!

        Und @ Globe am 1. März 2011 um 14:59

        Wenn’s denn nur die Griechen wären, wo fast alle lügen …………. !!!
        🙁

      • fufi sagt:

        Und wenn ich denn schon dabei bin,
        bitte ich alle aufgeklärten oder sonstwie ideologisch verklärten Atheisten
        sich mal mit
        a) Axiomatik
        und
        b) dem Gödel’schen Unvollständigkeitssatz
        auseinanderzusetzen!
        😛

      • Globetrotterin sagt:

        Irgendein römischer Kaiser – ich weiss nicht mehr auswendig welcher – soll mal gesagt haben: „Hütet Euch vor Griechen, die mit Geschenken ankommen.“ – Dieser Spruch hat wohl so an die 2000 Jahre überdauert und nichts an seiner Aussage eingebüsst.

      • Sportpapi sagt:

        Römer? Trojaner?

      • mila sagt:

        trojaner.

      • Patrick Tigri sagt:

        Übrigens bin ich der Meinung, dass man Karthago zerstören sollte.

      • fufi sagt:

        @Globe am 1. März 2011 um 16:19
        „Timeo danaos et dona ferentes“
        „Ich fürchte die Griechen, auch wenn sie Geschenke bringen“
        Bezieht sich eigentlich auf’s Trojanische Pferd.
        Und ist auch irgendwo in den Gesammelten ASTERIX-Werken verewigt!
        (Hab’s nämlich auch dort gelernt!)
        😉

      • fufi sagt:

        @ Tiger am 1. März 2011 um 16:33

        Ist ja am tun, dort unten in Libyen, aber dem Moammar mag’s glaub nicht so recht gefallen!
        😀

      • mila sagt:

        besser gesagt: „was es auch ist, ich fürchte die griechen, auch wenn sie geschenke bringen.“ diese äusserung des trojaners laokoon wird in vergil aeneis kolportiert, mit bezugnahme auf das trojanische pferd.

      • fufi sagt:

        @Tiger am 1. März 2011 um 15:19

        Wie nennt man einen Einwohner von Parma?
        Alles Käse oder so?
        😉

      • fufi sagt:

        mila:
        ziehe den Hut vor dir!

      • Patrick Tigri sagt:

        Schovanni scho weiss.

      • Patrick Tigri sagt:

        Ceterum censeo carthaginem delendam esse.

        Von Cato dem Älteren (oder so) zu jeder passenden und vor allem unpassenden Gelegenheit als Nachsatz gebraucht (wenn mich meine Informanten aus Rom nicht fehlinformierten).

      • Patrick Tigri sagt:

        Eine stillende Einwohnerin von Parma heisst Parmalat. Ein Typ, der lang nicht mehr seine Füsse gewaschen hat, heisst Parmesan. Und ein Dickerchen heisst Parmaschinken.

      • mila sagt:

        patrick, eine weile war catos denkwürdig unpassend verwendeter ausspruch mein lateinisches lieblingszitat. soviel exzentrik muss man einfach lieben.

      • Patrick Tigri sagt:

        Sogar im Vorstand des Vereins der Informatikstudierenden an der ETH war das ein paar Wochen lang ein running gag.

      • fufi sagt:

        @mila

        sunt pueri pueri pueri puerilia tractant!

      • fufi sagt:

        Nicht schlecht ist auch:

        Cannibal ante portas!

      • mila sagt:

        grins, und ich unbedarfter geist dachte, das bei diesen al bundy und sein ’no ma’am‘ hoch im kurs stünden?

      • mila sagt:

        fufi, das passt sogar!

      • Patrick Tigri sagt:

        Also, kein Fleisch, auch gut, ein griechischer Salat mit Oliven und Feta ist etwas Feines. Und Tsatsiki sowieso (das heisst bei uns familienintern „Zickzacki“).

      • Patrick Tigri sagt:

        Beim kommunen Studi vielleicht. Aber wir Vorständler waren halt Elite… 😉 Ich schrieb einen Programmierkurs, wo ich ein kleines Gedicht von Goethe („Ein Gleiches“) sortierte, in C…

      • mila sagt:

        ich meinte natürlich den spruch über die knaben, die knabenhaftes machen. was hingegen cannibal vor den toren treibt, entzieht sich meiner kenntnis… muss ein namensvetter von hannibal sein, den es wohl ebenfalls nach rom trieb.

      • Globetrotterin sagt:

        Pah, was frau nicht so alles lernen kann in so einem Blog! Danke!

      • Auguste sagt:

        hmm…, indem man die griechen etwas pauschal der lüge bezichtigt, tut man ihnen unrecht. eher gilt: griechen sagen nie die wahrheit.

      • fufi sagt:

        ALLE Wege führen nach Rom!
        Auch diejenigen der Cannibalen!
        😛

      • fufi sagt:

        @Globe

        Immerhin KANN frau was lernen!

        Du weisst ja, weshalb es für eine Frau besser ist, schön anstatt klug zu sein!
        Männer können besser sehen als denken!
        Gröhl!

      • marcus sagt:

        beati pauperes spiritu

      • fufi sagt:

        @marcus

        Danke, ganz meinerseits!
        😀

      • fufi sagt:

        especially for you, marcus:
        makarioi hoi ptochoi to pneumati

      • mila sagt:

        ach fufi, wie fies von dir… 🙂

      • Pippi Langstrumpf sagt:

        Schön, dass du wieder da bist, fufi.

        Wo warst du eigentlich bei der PorNo Debatte? Ich hab deine Stimme vermisst!

      • fufi sagt:

        Vielen Dank Pippi!

        Tja, beim Porno hab ich mich zurückgenommen.

        Ging mir nicht gut, und hatte auch keine Lust mit den ewig gleichen Argumenten auf ewig gleiche Argumente zu antworten.
        Es soll nämlich Menschen geben, die ihre Meinung in Beton eingegossen haben.
        🙂

    • Katharina sagt:

      Das hat schon etwas. Die Komödie ist aber, dass Ihr denkt, die anderen hören es. Dem ist nicht wirklich so. Es hat mit dem Ereignis Horizont zu tun.
      Die Wahrheit ist aber, dass wir die einzigen weit und breit sind, die den anderen sagen können was sie gefälligst zu tun und zu lassen haben.
      Das ist einfach so, weil wir der grösste Gorilla weit und breit sind, und erst noch mit dem grössten Gewehr.

  • Kim sagt:

    Mütter oder Väter … ganz egal … geben ihren Kindern mit der Geburt auch das stumme Versprechen, für sie da zu sein. Übermorgen beginnt meine Chemo, ich habe keine Wahl, im Gegenteil, ich mache die Tortur mit, um meinen 3 Kindern erhalten zu bleiben. Ich kann nicht nachvollziehen, warum Etern bewusst ein hohes Risiko eingehen, ihre Kinder zu Halb- oder Vollwaisen zu machen, wenn sie die Wahl haben. Sicher ist es lobens- und auch erstrebenswert die Welt besser machen zu wollen, aber die Form des Journalismus, von dem im Artikel die Rede ist, verfolgt hohe Einschaltquoten und keine Weltverbesserung oder Aufklärung.

    • Patrick Tigri sagt:

      Kim! Ich denke an Dich am Donnerstag! Alles alles Gute!

    • Astrid sagt:

      Kim, ich war selbst mal dort, wo Du jetzt bist und ich habe mich ein wenig geschämt, als ich Deinen Post gelesen habe: angesichts dessen, was Du gerade durchmachst, ist so ziemlich das meiste, was wir hier diskutieren, ziemlich irrelevant, ja, es kommt einem fast frivol vor. Als ich aus meiner Sache rausgekommen war, war ich hin- und hergerissen zwischen dem Wunsch, genau in dieser Normalität wieder anzukommen und auf der anderen Seite nicht zu vergessen, dass das Leben viel zu kurz und wertvoll ist für viele unserer alltäglichen Banalitäten. In nicht zu ferner Zukunft wirst Du sicherlich auch wieder da sein, wo relativ banale Dinge unser Leben bestimmen! Ich wünsche Dir von Herzen Zuversicht, Kraft und innere Reserven!

    • Pippi Langstrumpf sagt:

      Kim, ich wünsche Dir nur das Beste und hoffe, dass Du nicht allzu sehr unter Nebenwirkungen zu leiden hast!

      Ich bin mit Deiner Aussage voll einverstanden, auch ich habe mein Risikoverhalten geändert, als ich Kinder bekam. Das forderte niemand von mir, es war mir ein Bedürfnis. Ich hab miterlebt, wie der Sohn meiner Schwester gelitten hat, als die Mama starb, dieses Elend konnte ich fast nicht mit ansehen. Ihr Tod war ein bedauerlicher Unfall, nicht die Folge eines Risikoverhaltens. Als Kind einen Elternteil zu verlieren, ist das Schlimmste, was Kindern widerfahren kann.

    • mila sagt:

      liebe kim, in solchen situationen fehlen mir immer die richtigen worte. ich halte es deshalb schlicht und wünsche dir und deiner familie weiterhin viel kraft.

    • mira sagt:

      Liebe Kim,

      Hab immer wieder an Dich gedacht und wünsche Dir alles Gute!!

      Lieber Gruss aus Deutschland,
      mira

    • Kim sagt:

      Danke für die lieben Wünsche. Schwere Krankheiten, Unfälle etc. machen einem bewusst, wie endlich das Leben ist und wie viel Leid das auch für die Familie bringt. Darum bin ich ja heute auch so rigoros in meiner Meinung, was UNNÖTIGE RISIKEN angeht. Und ich sehe es als unnötiges Risiko, als Mutter oder Vater in ein in diesen Tagen von Journalisten wimmelndes Land zu gehen, in dem Wissen, dass das eigene Leben gefährdet ist.

    • Auguste sagt:

      hmm…, schön von ihnen zu hören, kim. glücklicherweise bin ich nicht schreiner – so kann ich ihnen beide daumen drücken für die nächste zeit. dies hier ist speziell für sie (auch wenn es darüber hinaus ebenfalls zum heutigen blog-thema passt):

      youtube: mary chapin carpenter – i take my chances

  • Reto sagt:

    Das US-amerikanische Gewäsch über „Mamma muss zuhause bei Bäbi sein“ ist unsere Betrachtung nicht wert.

    Frau Logan ist Reporterin, sie kann in ihrem Job umkommen – genau so, wie eine andere Frau Polizistin ist oder Kranführerin und in ihrem Job umkommen kann.

    PS. Wahrscheinlich werden die Logan-Kinder ihre Mamma, wenn sie umkommt, weniger vermissen, weil sie weniger oft da ist, als die Kranführerinkinder.

    • Elisabeth sagt:

      Sie haben keine Ahnung, niemand von uns weiss das, wie sehr die Logan-Kinder ihre Mamma vermissen würden!!! Jede Person muss vor sich selbst und ihrer Familie ihre Lebensentscheidungen verantworten können – aber nicht vor Leserinnen und Lesern des Mama-Blog!

      • Samuel sagt:

        Zeitgenossinnen wie SIe, Elisabeth, machen das Diskutieren mühsam. Sie brauchen Reto nicht „keine Ahnung“ vorzuwerfen: Er sagt „wahrscheinlich“ und begründet (!) seine Aussage. Sie hingegen schwafelt irgendwas daher.

  • Erich sagt:

    Je nach eigener Prioritätensetzung schränkt man sich dort ein, wo’s einem nicht so wichtig erscheint. Ist der Beruf wichtiger, muss die Familie warten – oder umgekehrt, das macht man mit der Partnerin aus und lebt danach. Wo ist das Problem? Das gilt für Apnoetaucher, Journalistinnen, Künstler, weibliche CEOs und alle anderen.

    Immerhin stelle ich eine etwas komische Wahrnehmung der Autorin fest: „Dieser [reaktionäre Reflex] besagt, dass Mütter gefälligst ihr Leben und ihre ganze Persönlichkeit dieser Rolle unterzuordnen haben“. Ist mir so selten begegnet wie der Yeti.

  • Max sagt:

    Falls Mann und Frau es tatsächlich verantworten könnten, ihren Kinder eine unendliche Trauer und allenfalls eine traumatische Kindheit aufzuerlegen, dann sollten sie ihre „riskante“ Karriere à tous prix zuoberst auf ihre Prioritätenliste setzen……

  • Tomas sagt:

    Frau Logan ist volljährig und trägt selber die Konsequenzen ihres handelns.
    Dass eine attraktive Blondine in einem muslimischen Land anders wahrgenommen wird als in New York weisst sie selber, und dass in einem Krisengebiet ihr Leib und Leben sowieso immer gefährdet ist auch. Ich kenne mich persönlich mit mehreren, zum Teil preisgekrönten Fotografen, die mir alle bestätigen dass man nie die volle Kontrolle und Sicherheit haben kann, die alle bereits mehrmals nur mit Glück mit dem Leben davonkamen. Das alles wissen sie und trotzdem machen sie ihren job weiter.

    Dass sie die Wirklichkeit jetzt beinahe eingeholt hat, und das sie anders aussah als auf dem obercoolen offiziellen Foto ist bedauerlich, aber in meinen Augen nicht schlimmer, als wenn sowas einem männlichen Reporter passiert. Es war ihr Entscheid, ihr Risiko und ihr Gewissen.
    Ich kann mein Leben auch ohne ihren Einsatz verbringen, ohne das Gefühl zu haben dass mir etwas fehlt, und es sind auch nicht Konsumenten ihrer Beiträge, die mit den Folgen ihres handelns schliesslich fertig werden müssen.

  • Sportpapi sagt:

    Ich würde mich auch als Vater von jungen Kindern nicht in eine Kriegszone begeben. Wie ich auch sonst das Risikoverhalten einschränke. Mag es auch noch so spannend oder im aktuellen Fall karrierefördernd sein. Aber mit dem Geschlecht hat das gar nichts zu tun.

    • zeitungsleser sagt:

      genau.

    • Astrid sagt:

      Du vielleicht nicht, Sportpapi. Aber tausende (vorwiegend männlicher Sport-Papis, Du natürlich ausgenommen) tun exakt das jeden Tag: vielleicht nicht im Job, aber sie gehen Eis-Tauchen, Bungee-Jumpen, fahren wie die Bescheuerten auf Pässen Motorrad etc. Wo fangen wir denn an mit dem moralischen Zeigefinger? Es wird uns nichts anderes übrigbleiben, als darauf zu vertrauen, dass eine Mehrheit (Weiblein und Männlein) über die Konsequenzen ihres Tuns nachdenken und einigermassen verantwortungsvoll ihre Leben gestalten. Mamis und Papis……

  • Bionic Hobbit sagt:

    Vielleicht geht man auch, gerade wenn man Kinder hat, gewisse Situationen mit mehr Aufmerksamkeit und Vorbereitung an, als sich einfach Hals über Kopf ins Getümmel zu schmeissen?

  • mila sagt:

    chapeau, frau binswanger. ein toller beitrag.

    • Jürg Heldner sagt:

      Mila: Was genau ist denn das „Tolle“ an diesem Beitrag? Etwa der Satz „nicht von der Mutterrolle tyrannisieren zu lassen.“ ?Schön und gut. Niemand sollte dies müssen. Oder zumindest nicht über ein nicht zumutbares und gesundes Mass. Weder Frau noch Mann. Aber als blonde Frau in einem höchst patriarchalisch- und rückständigen islamischen Land während einer Revolution mit Mikrofon und Kamera auf die Strasse zu gehen, ist einfach nur saudumm und verantwortungslos. Speziell, da die fesche Reporterin ja Kinder hat, die verlangen dürfen (Aufsichtspflicht ahoi), dass die Mutter (oder Vater) ihr/sein Leben nicht mutwillig und leichtsinnig gefährdet.

      Beim lesen dieses Blog werde ich das Gefühl nicht los, als ob Mutter zu sein so etwa das Rückständigste und Unterwürfigste der Welt sei. Wer sich von seinen Kinder nicht „tyrannisieren“ lassen will, empfehle ich dringendst KEINE Kinder zu haben oder sie gleich Angelina Jolie oder Madonna zu verkaufen. Die haben immer noch Platz für ein weiteres härziges Kind in ihrer Sammlung.

      • mila sagt:

        jürg heldner, die frage, wie viele zugeständnisse die elternrolle verlangt und wie viel persönliches risiko sie verträgt, betrifft mütter wie väter. männer sind jedoch seltener mit gesellschaftlicher kritik an ihrem persönlichen umgang mit dieser frage konfrontiert. dies hat die autorin meiner meinung nach treffend zum ausdruck gebracht, und ihr eigenes votum zeigt, dass sie sich selbst wohl nie in dieser hinsicht haben rechtfertigen müssen. frauen werden mit solchen überlegungen hingegen schon mit dem einsetzen der schwangerschaft andauernd konfrontiert; klar, hat frau es irgend wann einmal satt, dass man ihr völlig ungeniert in ihr leben reinredet.

      • Cesc sagt:

        Ich finde, ihr seid beide auf dem Holzweg: Das Entscheidende ist weder, ob es als blonde Frau zu riskant ist, sich nach Ägypten zu begeben, noch ob von Frauen mehr Aufopferungsbereitschaft für die Kinder verlangt wird als von Männer. Diese mitunter auch spannende Diskussionen sind nur Nebeneffekte des Falles Logan, doch darum geht es hier nicht.
        Das grundsätzliche Statement lautet, dass Mütter wie Väter ihren Kindern beibringen (und auch vorleben) sollen, dass es im Leben gewisse Dinge gibt, für die es sich lohnt, mehr Risiko einzugehen, d.h. aus der beschränkten Familiensichtweise mit Kindswohl, Mutterwohl, Vaterwohl etc. auszubrechen und dem Gesamtwohl der Menschheit oder zumindest einer grösseren Gemeinschaft zu dienen.

      • mila sagt:

        „Dieser besagt, dass Mütter gefälligst ihr Leben und ihre ganze Persönlichkeit dieser Rolle unterzuordnen haben. Und wehe, sie pflegt noch andere Leidenschaften, als ihren Kindern eine gute Mutter zu sein. Impliziert wird damit natürlich auch, dass Väter als Elternteil nicht genügen können. Im Fall Logan gab es ja einen Vater, der zu Hause zu den Kindern schaute. Trotzdem wurde Logan vom Opfer sofort zur Täterin gemacht, einfach weil sie es gewagt hatte, ihr Leben, ihre Berufung, ihre Passion nicht von der Mutterrolle tyrannisieren zu lassen.“

        und jetzt sag mir, cesc, dass es hier nicht auch darum geht, dass mit zweierlei mass gemessen wird. mit dem punkt, den du erwähnst, hast du natürlich auch recht:

        „Ja, Eltern haben die Verantwortung für ihre Kinder. Diese Verantwortung beinhaltet meiner Meinung nach auch, ihnen zu zeigen, dass es Dinge gibt, die einen grossen Einsatz wert sind. Selbst, wenn man gewisse Risiken eingehen muss.“

        das verbindungsglied ist:

        „Die Frage ist, wie weit diese Risikokontrolle das Leben einschränken soll, das man führen möchte. Oder anders gefragt: Wie viele Zugeständnisse verlangt die Elternrolle und wie viel persönliches Risiko verträgt sie?“

        sieht so aus, als liesse der text durchaus unterschiedliche diskussionsansätze zu.

      • Cesc sagt:

        Ok, Mila. M. Binswanger hat dies ebenfalls angesprochen. Aber ich bleibe dabei, die dringende Frage ist für mich nicht, ob Frauen eher vorgeworfen wird, ihren elterlichen Pflichten nicht nachzugehen, sondern, wie dein letztes Zitat auch noch mal betont, wieviele Zugeständnisse die Elternrolle verlangt (von Müttern UND Vätern gleichermassen, wohlgemerkt). Ich würde die Frage noch erweitern mit „Zugeständnisse welcher Art?“.
        Grob gesagt sollten m.E. alle egoistischen und materiellen Bedürfnisse zugunsten der Bedürfnisse der Kinder hinten angestellt werden. Dienste zum Wohl der Gemeinschaft kommen hingegen zuerst.

      • mila sagt:

        das ist sehr nobel, cesc, und ich bin auch gerne nobel. ich vermute aber mal, du hast ebensowenig kinder wie ich?

  • Karin sagt:

    Welche (männlichen) Reporter haben Kinder? Spricht jemand darüber?

    Nach der Logik der „Sie ist Mutter, sie darf gar nix riskieren“ müssten Frauen einfach alles hinnehmen; kein Recht zu versuchen, die Welt gerechter, besser etc. zu machen. Verquer.

    Ich würde mich – mit und ohne Kinder – ohnehin nicht dahin trauen.

    • Jürg. sagt:

      der schlecht getarnte Sexismus ist doch der, dass den männlichen Reportern mit Kinder das Verantwortungsbewusstsein von vornherein abgesprochen wird.

  • cor sagt:

    Zunächst möchte ich in aller Entschiedenheit festhalten, dass jede Gewaltanwendung zu verurteilen ist, auch solche in speziellen Situationen (Krieg, Aufstände etc.).
    Manchmal habe ich den Eindruck, dass viele dieser Krisenreporter news- und quotengeil sind. Um am Fernsehschirm zu erscheinen, würden sie alles machen. Wenn man in solche Krisenregionen geht, weiss man ganz genau, was geschehen kann. Wie eingangs erwähnt, ist Gewalt immer zu verurteilen, die Reporter müssen aber die Konsequenzen ihres Verhaltens selber tragen und nicht jammern kommen. Es ist völlig egal, ob es sich dabei um eine Frau oder einen Mann handelt. Die einzige Frage, die sich für jeden Einsatz spezifisch stellt, ist : Für wen ist das Risiko höher ? Einen Mann oder eine blonde, gutaussehende Frau in einer adrenalingesteuerten Krisensituation ?
    Es ist nicht richtig, was L. Logan zugestossen ist, aber Bedauern habe ich nicht mit ihr…

    • Michèle Binswanger sagt:

      @Cor: Das ist schlecht getarnter Sexismus, was sie da schreiben. „Sie müssen nicht jammern kommen“. Trägt Logan die Konsequenzen ihres Verhaltens etwa nicht selber? Hat Frau Logan gejammert?

      • Patrick Tigri sagt:

        Wer sich in Gefahr begibt, kommt darin um. Und dass eine hübsche Blonde in einem nordafrikanischen Land gefährlicher lebt als ein chächer Typ, ist wahr. Die Frau hat sich also risikoreich verhalten.

        Was hätte sie tun können, um sich zu schützen? Ihre Attraktivität etwas einschränken, damit die Leute in ihr eher die Journalistin als die heisse Tussi gesehen hätten. Denn Letzteres ist gefährlich. In den USA kann sie ja dann ihre Sexiness wieder auspacken.

        Nein, sexistisch finde ich cors Stück nicht.

      • Hans Müller sagt:

        Ist mir auch schleierhaft, was die Aussage mit Sexismus zu tun haben soll. Die Aussage bezieht sich ja auf „die Reporter“ (egal ob Mann oder Frau). Und dass ein blonde, gut aussehende Frau in einem nordafrikanischen Land einem höheren Risiko ausgesetzt ist als ein Mann, das ist nun mal eine Tatsache. Ich verurteile das auch, aber es ist leider so. Dass dem so ist, das ist Sexismus, aber es ist nicht sexistisch, die Tatsachen beim Namen zu nennen.

      • Jürg Heldner sagt:

        Dieser Blog scheint des Epizentrum gebeutelter Fundamentalisten-Emanzen zu sein. Gerade wenn man denkt, dass einem unmöglich eine noch systematisch empörte und frustierte Zeitgenossin unterkommen kann (Pippi L. / Auguste / Patricia Tigri), da taucht auch schon die Nächste aus der Tiefsten aller Tiefen der Minderwertigkeitskomplexe auf. Janudehaut, so wirds nie langweilig.

      • Patrick Tigri sagt:

        He Du Held, ich lad Dich ein zum Schwanzlängenvergleich im Sexclub Deiner Wahl.

    • mira sagt:

      Ich habe einige Zeit in Ägypten gelebt und würde behaupten, dass die Gefahr für einen männlichen Reporter grösser ist. Denn Frauen geniessen als das „schwache Geschlecht“ immer noch einen gewissen Schutz vor Aggressivität. Sexuelle Anmachen sind leider an der Tagesordnung, aber dass eine Frau körperlich angegriffen wird, ist doch sehr selten.

    • Bionic Hobbit sagt:

      Ich habe ein Interview mit der Reporterin gesehen, wo sie sich überhaupt nicht beklagt über das, was ihr geschehen ist, sondern eher darauf aufmerksam macht, dass es den Einheimischen noch viel schlechter geht (z.B. ihrem Fahrer, der auch geschnappt wurde), weil denen kein Hahn nachkräht. Ich glaube, die macht ihren Job gut. Sie ist sicher durch ihr Erlebnis bekannt geworden. Auch andere Reporter hat’s erwischt und die kennen wir nun nicht beim Namen. Hatten die auch Kinder? Immerhin hat Frau Logan diese Situation dazu benützt, auf andere aufmerksam zu machen. Go, girl!

    • zeitungsleser sagt:

      @ redaktorin b.: das ist kein sexismus. Sie haben gejammert. wegen reaktionären reflexen, wo es um vernünftige reaktionen ging.

      im übrigen ist der hypernarzissmus von gewissen medienleuten keiner nachahmung würdig. meine meinung.

      • Michèle Binswanger sagt:

        @zeitungsleser: Falsch. Der Herr C. hat geschrieben: „Wie eingangs erwähnt, ist Gewalt immer zu verurteilen, die Reporter müssen aber die Konsequenzen ihres Verhaltens selber tragen und nicht jammern kommen.“ Und Logan hat nicht gejammert. Punkt. Und verstehe ich richtig, dass sie den republikanischen Vorwurf, die Frau sei selber schuld und habe als Mutter da unten nichts zu suchen, als richtig erachten?

      • zeitungsleser sagt:

        auch ein vater hat dort nichts zu suchen, ganz einfach.

        ich finde schon Sie selber hätten gejammert. die kritik ist berechtigt (egal von wem sie kommt; ich bin kein republikaner wie sie vielleicht insinuieren möchten.)

      • Michèle Binswanger sagt:

        @zeitungsleser: Äh. Logik, wo bist du? Wenn C. Frau Logan vorwirft, sie solle nicht jammern und ich sage: „sie hat ja gar nicht gejammert“ kommen Sie und sagen mir: „Aber Sie haben über ihre Kritiker gejammert?“….WTF?
        und ja klar, dort unten hat niemand etwas zu suchen. Wie auch sonst alle tendenziell zu hause bleiben und sich nicht um andere kümmern sollten.

      • Tomas sagt:

        Naja. Klar erwarten wir alle, informiert zu werden. Nur, muss es unbedingt alle Kanäle im Sekundentakt füllen? Welchen Informationsgehalt hatte der Beitrag von Frau Logan, ausser dass man erfahren hat, dass rund um sie ein Umsturz stattfindet – also etwas was wir alle ohnehin wussten? Ist es wirklich nötig, dass beim World Press Photo wieder eine Flut von Toten und Misshandelten den Ton angeben wird? Ist es vielleicht nicht eher so, dass die Medien „endlich etwas haben, worüber man berichten kann“?
        Die ganzen Jahre hat kein Schwein nach Gaddafi un Co. gekräht, aber wenn sie dann am Boden liegen, kommen alle mit von der eigenen Wichtigkeit geschwellten Brust dahergelaufen um ein Paar Tritte zu verteilen.

        Reporter, die ich kenne, kommen nicht mit Kamerateams und frisch frisierten Haaren über etwas berichten, was sowieso alle wissen. Sie gehen für Monate hin, leben mit den Leuten und ihre Berichte fallen dann auch etwas anders aus.
        Riskieren tun sie aber alle, nur das das Risiko von Frau Logan für mich ein vermeidbares wäre – ohne ihrer Beiträge wäre der Informationsstand etwa derselbe.

      • zeitungsleser sagt:

        ich finde Sie hätten über „reaktionäre Reflexe“ gejammert.

        die textstelle, die ich meine ist:

        „Dann folgt sofort der reaktionäre Reflex. Dieser besagt, dass Mütter gefälligst ihr Leben und ihre ganze Persönlichkeit dieser Rolle unterzuordnen haben. Und wehe, sie pflegt noch andere Leidenschaften, als ihren Kindern eine gute Mutter zu sein. Impliziert wird damit natürlich auch, dass Väter als Elternteil nicht genügen können. Im Fall Logan gab es ja einen Vater, der zu Hause zu den Kindern schaute. Trotzdem wurde Logan vom Opfer sofort zur Täterin gemacht, einfach weil sie es gewagt hatte, ihr Leben, ihre Berufung, ihre Passion nicht von der Mutterrolle tyrannisieren zu lassen.“

        ich finde, wer kleine kinder hat, sollte sich wenn möglich von gefahren fernhalten.

        das mit dem kümmern finde ich lächerllich. reporter stehen wegen dem eigenen ego vor der kamera.

      • Widerspenstige sagt:

        ‚…das mit dem kümmern finde ich lächerllich. reporter stehen wegen dem eigenen ego vor der kamera…‘
        Das ist Ihre ganz subjektive Meinung, zeitungsleser. Ich habe da schon ganz andere Motive gehört und auch mit Medienleuten schon persönliche Gespräche geführt, das Ihrer undifferenzierten Aussage absolut widerspricht. Bitte seien sie etwas vorsichtiger mit solchen Pauschalurteilen oder unterstellen Sie einem Starkorrespondenten Ulrich Tilgner ebensolche ‚Allüren‘?!

      • mila sagt:

        achtung, frau binswanger, gleich wird man ihnen unterstellen, dass sie auf ihrem überheblichen weltverbesserungstrip andere bevormunden wollen.

        sie haben natürlich vollkommen recht.

      • Patrick Tigri sagt:

        Ja, also man muss schon unterscheiden. Es gibt ja solche Journalisten und andere. Sensationsgeile und seriöse Berichterstatter. Die ersteren können in meinen Augen zuhaus bleiben. Zweitere machen einen guten Job, indem sie die Geschehnisse berichten (sorry, das ist Scheissdeutsch, ich meinte „über die Geschehnisse berichten“)

      • Astrid sagt:

        Wir können natürlich über ‚guten‘ oder ’schlechten‘ Journalismus, Sensationsgeilheit, Selbstdarstellung etc sprechen, Patrick. Aber sprechen wir jedem, der einen gefährlichen Job oder ein gefährliches Hobby betreibt, ab, dass er sich Gedanken über die Konsequenzen gemacht hat?

      • Astrid sagt:

        Kommentar unten, Patrick (11.33).

      • Patrick Tigri sagt:

        Sie sind heute schon etwas dünnhäutig, Michèle… So halbverdaute Logik mit Themenwechsel zwecks Argumentationssprung müssen wir hier fast täglich über uns ergehen lassen, daran sind wir eigentlich alle gewöhnt. Einfach cool bleiben.

      • Patrick Tigri sagt:

        Wiedermal speziell wirr, dieses WordPress.

      • pedrodesconocido sagt:

        @Frau Binswanger: Sorry, Herr C. hat NICHT gesagt, dass Frau Lohan gejammert habe. Er hat nur allgemein festgehalten dass Reporter (nicht Frau Lohan oder ReporterINNEN), die sich solchen Gefahren aussetzen, im Nachhinein nicht jammernd daherkommen sollten…….

      • zeitungsleser sagt:

        …wenn Sie das…

      • mila sagt:

        wer, wenn nicht eltern, die noch für jemand anderen als für sich selbst verantwortung tragen, soll sich glaubwürdig für eine verbesserung der zustände einsetzen? narzissten und ‚mediengeile‘ sehe ich eher in der fraktion der kinderlosen.

    • Reto sagt:

      Seien Sie alle doch bitte etwas distanzierter, auch Frau Binswanger, bitte.

      Herr Cor hat geschrieben „Es ist völlig egal, ob es sich dabei um eine Frau oder einen Mann handelt“.

      Das ist keine „sexistische“ Aussage.

      Und seine Frage, ob ein bestimmtes Risiko für eine blonde, gut aussehende Frau oder einen Mann in einer bestimmten Situation höher sei, ist auch nicht „sexistisch“.

      • Patrick Tigri sagt:

        Ich habe mich gestern natürlich auch etwas bange gefragt, ob Frau Fahmy sicher ist, dass ihr nichts geschieht, aber das ist ihr Job und sie will das ja tun. Ich denke nicht, dass sie nach Tunesien oder wo sie grad ist hin wäre, wenn sie es nicht selbst gewollt hätte, Ihr Boss schickt ja kein Selbstmordkommando los.

        Mein Vater hat mir vor seinem Tod von haarsträubenden Szenen erzählt, die er in Kriegsgebieten erlebt hat als Journalist, und zwar zum ersten Mal, denn auch er hatte eine Familie, und seine Frau wäre sicher nicht einverstanden gewesen.

  • Cara Mia sagt:

    Ob Vater oder Mutter: man hat für Kinder die Verantwortung, und die hat man auch wahrzunehmen, was aber nicht heisst, dass man, als Reporterin etwa, nur noch Glanz und Gloria machen darf. Wichtig ist, dass man für den Ernstfall vorsorgt, klar ist, was geschehen soll, wenn man ausfallen sollte. Es braucht Ersatzleute im Hintergrund, den andern Elternteil, Grosseltern etc..

    Nehmen denn Eltern, die sich abends im Ausgang volllaufen lassen, sich prügeln, die die Kinder alleine lassen vor TV und Internet, ihre Verantwortung wahr? Alle Eltern, auch die besten, können Opfer einer Gewalttat werden.

    Eltern wie die oben genannte Reporterin sind interessante Menschen und eine Bereicherung für ein Kind, wenn sie nicht dauerabwesend sind, natürlich.

    • cor sagt:

      @ Binswanger :
      Ich verstehe nicht, was das mit schlecht getarntem Sexismus zu tun hat : Ich habe kein Bedauern weder mit einer Frau noch mit einem Mann, die/der absichtlich und in Kenntnis der Situation in solche Krisenregionen geht. Es ist eine reine Frage der Risikoabwägung und wer sich „wahrscheinlich“ besser eignet.
      Ob es jetzt ein Mann oder eine Frau ist, der/die im Todesfall Kinder hinterlässt, ist für mich nicht entscheidend: der Verlust eines Elternteiles ist in jedem Fall schlimm für die Kinder bzw. Angehörigen.

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