Plädoyer für die Leihmutterschaft

Eine Carte Blanche von Mamablog-Leserin Magdalena Tischler

MAMABLOG-PARKER

Sarah Jessica Parker, Matthew Broderick und Sohn James Wilkie mit den von einer Leihmutter zur Welt gebrachten Zwillingen Tabitha Hodge (links) und Marion Loretta Elwell, geboren im Sommer 2009. Parker hatte seit einigen Jahren vergeblich versucht, ein weiteres Kind zu bekommen. Überschattet wurde das Warten auf die Zwillinge von Drohungen gegen die Leihmutter, deren Identität in Medienberichten aufgedeckt worden war.

Nach unserer Vorstellung ist eine Leihmutter einer Frau, die am Rand der Gesellschaft lebt, isoliert ist, keine Arbeit hat und ihren Körper für eine Leihmutterschaft hergibt, um sich den Lebensunterhalt zu verdienen. Womöglich hat sie dazu auch noch ihre eigene Eizelle gespendet, das Kind ist also biologisch gesehen halb ihres. Nun muss sie es mangels anderer Möglichkeiten und unter schrecklichen Schuldgefühlen im Austausch gegen Geld einem reichen, habgierigen Pärchen abgeben.

Ich glaube nicht, dass dieses Bild der Realität entspricht. Ich erinnere an zwei Artikel, die im «Magazin» des «Tages-Anzeiger» erschienen sind. Einer vor einigen Jahren zur Weihnachtszeit, der andere vor ein paar Monaten. In beiden erfahren wir von Leihmüttern in den USA, die sich bewusst für die Leihmutterschaft entschieden haben. Diese Frauen sind in einer festen Beziehung und haben selber Kinder. Sie lernen das Paar mit Kinderwunsch vorher persönlich kennen, und willigen nur dann in das Verfahren ein, wenn die Chemie zwischen den Pärchen stimmt. Die Eizelle stammt von einer anderen Frau als der Leihmutter, alles ist juristisch abgesichert und, soweit ich mich erinnere, psychologisch begleitet. Die Beteiligten wissen, was sie tun, und während der ganzen Schwangerschaft war sich die Leihmutter bewusst, dass das Kind, das in ihrem Bauch wuchs, nicht ihres war, sondern dem Paar mit Kinderwunsch gehörte. Diese Leihmutter liebte es, schwanger zu sein, wie auch ihr Ehemann es mochte, wenn sie schwanger war. Während der Geburt war das Paar mit Kinderwunsch anwesend und diese beiden Personen waren die ersten, welche das Kind nach der Geburt in die Arme nahmen. Später erhielt die Leihmutter jedes Jahr ein Foto von dem Kind, das sie ausgetragen hatte.

Das klingt alles vernünftig. Warum ist Leihmutterschaft dann in so vielen Ländern verboten? Wahrscheinlich, weil die Leihmutter mit ihrer Tätigkeit Geld verdient. Fürs Kinderaustragen soll man kein Geld verdienen dürfen, das soll aus purem Altruismus geschehen. Warum? Eine Schwangerschaft ist anstrengend und nützt den Körper ab; warum soll eine Frau dafür nicht Geld erhalten? Die eine Frau, die in den genannten Artikeln vorkam, benutzte das Geld ihrer Tätigkeit als Leihmutter, um sich das Dach ihres Hauses zu reparieren. Was ist schlecht daran? Natürlich müssten klare Regeln gelten, und eine Ethikkommission sollte durchdenken, welche Frauen in welchen Lebenssituationen Leihmutter sein dürfen. Aber im Prinzip sollte eine Leihmutter sich mit dem verdienten Geld auch für ein neues, schickes Auto kaufen dürfen.

MAMABLOG-PARKER-AUFMACHER

Parker und Broderick mit ihren Zwillingen in New York.

In unserer Gesellschaft können Frauen ihren Körper für fast jegliche Art benutzen, um Geld damit zu verdienen. Eine Sportlerin benutzt ihren Körper, um damit Geld zu verdienen, wie auch eine Balletttänzerin, ein Fotomodell, oder, ein heikles Thema, eine Prostituierte. Warum sollten Leihmütter das nicht dürfen? Warum finden wir es in unserer Gesellschaft in Ordnung, wenn Tausende von Frauen ihren Körper hergeben, um teilweise erniedrigende sexuelle Bedürfnisse von Männern zu befriedigen – aber wenn eine Frau ihren Körper benutzen will, um damit einem kinderlosen Paar zu ihrem Kinderwunsch zu verhelfen, also dazu beitragen will, ein neues Leben auf die Welt bringen will, dazu noch von Eltern, die sich dieses Kind sehnlich wünschen, dann ist das falsch. Warum? Ist das nicht scheinheilig? Ich will damit Prostitution nicht gutreden, und natürlich darf es bei einer Leihmutterschaft nicht darauf hinauslaufen, dass diese Tätigkeit für eine Frau die einzige Möglichkeit ist, zu Geld zu kommen. Ausserdem sollte eine sorgfältige psychologische Abklärung ermitteln, aus welchen Gründen eine Frau Leihmutter werden will und es sollten klare Vorgaben existieren, welche Gründe annehmbar sind und welche nicht. Aber wenn eine Frau gerne schwanger ist, in stabilen Verhältnissen lebt und die Leihmutterschaft als eine Art von Arbeit ansieht, dann scheint mir das in Ordnung zu sein.

Warum sind die Regulationen für Paar mit Kinderwunsch in der Schweiz so streng? Warum ist die Samenspende erlaubt, die Eizellspende jedoch nicht? Wie kann es sein, dass Ethikkommissionen die psychischen Qualen von Paaren mit unerfülltem Kinderwunsch nicht ernst nehmen? Ich finde es zynisch, dass kinderlosen eigentlich geholfen werden könnte, die Möglichkeiten jedoch gesetzlich verboten werden. Man stelle sich vor, es gebe ein Medikament gegen eine ernsthafte Krankheit, dieses aber würde den Erkrankten vorenthalten. Das ist der Fall beim Kinderwunsch. Warum? Warum wird ein unerfüllter Kinderwunsch nicht als eine Erkrankung betrachtet, sondern als eine Lifestyle-Frage?

Die Redaktion dankt der Mamablog-Userin Magdalena Tischler für ihren Beitrag.

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332 Kommentare zu «Plädoyer für die Leihmutterschaft»

  • Eni sagt:

    Leihmutterschaft?

    Wo bitte ist denn da die Menschenwürde? Wo ist da noch ein Unterschied zu einer Zuchtsau?
    Gar keiner!!!!!!

    Wenn Frau das machen will, weil sie halt gerne schwanger ist, gehört sie zum Therapeuten, genauso wie der Mann der das befürwortet, weil er seine Frau gerne schwanger mag. Einfach nur krank!!!!!

    • Katharina sagt:

      leihmutterschaft ist auch juristisch ein minenfeld, eni. viele ungeloeste fragen. deshalb scheint es in der schweiz durch die ethikkommission auf eis gelegt, da die ganze rechtliche situation zur zeit gar nicht geloest werden kann. eigentlich ganz gut so.

      • Eni sagt:

        Finde ich auch. Dieser Kinderhandel ist einfach wiederlich.

        Diesem Ganzem stehen dann wiederum viele Abtreibungen gegenüber. Verkehrte Welt.

      • Katharina sagt:

        Ich habe in diesem threa ab etwa hier „http://blog.tagesanzeiger.ch/mamablog/index.php/12416/pladoyer-fur-die-leihmutterschaft/comment-page-2/#comment-51355“ etwas ueber die situation in den USA zusammengestellt. leider waren die posts dann wegen dem sp4mfilter verheddert. ich weiss nicht wie gut du in englisch bewandert bist, aber so doll und easy wie im artikel beschrieben ist das hier nicht – im gegenteil.

        bei den fragen ging es nur einmal um das juristische. rechte der leihmutter, rechte des kindes, rechte der biologisxhen eltern. da gibt es gegensaetze in den grundrechten die nicht vereinbar sind.

        es ist auch so, dass anscheinend vertraege , so wie im artikel angetoent, nicht greifen, da zb die gerichtshoheit nicht klar ist. schon deswegen schieben die gerichte streitfaelle aufs eis, bis ein klaerendes urteil vom obersten bundesgericht gefaellt ist.

        das beduted, dass die vertraege zwischen eltern und leihmutter keine rechtskraft besitzen und alles in einem juristischen vakuum ablaeuft. fuer das kind die denkbar schlechteste situation.

      • Katharina sagt:

        Ich habe in diesem threa ab etwa hier auf seite zwei, k0mmentar 51355 etwas ueber die situation in den USA zusammengestellt. leider waren die posts dann wegen dem sp4mfilter verheddert. ich weiss nicht wie gut du in englisch bewandert bist, aber so doll und easy wie im artikel beschrieben ist das hier nicht – im gegenteil.

        bei den fragen ging es nur einmal um das juristische. rechte der leihmutter, rechte des kindes, rechte der biologisxhen eltern. da gibt es gegensaetze in den grundrechten die nicht vereinbar sind.

        es ist auch so, dass anscheinend vertraege , so wie im artikel angetoent, nicht greifen, da zb die gerichtshoheit nicht klar ist. schon deswegen schieben die gerichte streitfaelle aufs eis, bis ein klaerendes urteil vom obersten bundesgericht gefaellt ist.

        das beduted, dass die vertraege zwischen eltern und leihmutter keine rechtskraft besitzen und alles in einem juristischen vakuum ablaeuft. fuer das kind die denkbar schlechteste situation.

  • Kim sagt:

    Mit Leihmutterschaft werden Grenzen der Natur überschritten, die wir nicht überschreiten sollten. Nicht umsonst ist es in der Schweiz verboten. In der Realität müssen Eltern, die sich ein Kind im Ausland „züchten“ lassen, jedoch nicht mit Strafverfolgung rechnen. Ich kenne persönlich einen Fall. Wozu also dann das Verbot, wenn man in der Strafverfolgung nicht Zeichen setzt.
    An die potenziellen Eltern mit Leihmutterbrutkasten: Wieso nicht ein Kind adoptieren oder wenn das nicht geht, ein Pflegekind aufnehmen? Wieso nicht Lebensplan B verwirklichen, den ohne Kinder? Ich kenne genug kinderlose Paare, die lange an ihrem Kind „gebastelt“ haben, aber schliesslich halt ihr Leben in andere Bahnen gelenkt haben. Und auch glücklich sind.

  • Hermann sagt:

    Nein, aber ich ziehe im Moment einen Dreijaehrigen auf, der genauso ist. Natuerlich gibt es auch einfachere Kinder als unserer, und wir lieben ihn, obwohl er so schwierig ist. Wie sie aber aus meinen Worten hoeren koennen, sind wir oft am Anschlag. Wie sehen kinderlosen Ehepaaren zu, wie sie ein wesentlich einfacheres Leben haben. Ich bin mir nicht sicher, ob diese kinderlosen Paare wirklich wissen, was sie sich wuenschen.

    • heidi reiff sagt:

      Kinder sind neugierig und probieren einfach Grenzen aus, das ist das natürlichste der Welt. Ich habe zwei Kinder grossgezogen, mein älterer Sohn hatte oft extreme Wutanfälle, hab ihn einfach austoben lassen, betrachte heute die ganze Sache etwas realistischer als früher. Ich habe viel von meinen Kindern gelernt und mache sie nicht zu Sündenböcken. Ich akzeptiere auch Ehepaare, die sich entscheiden keine Kinder zu haben. Friede, Freude Eierkuchen, die Realität spricht eine andere Sprache. Macht der Mensch sich nicht etwas vor gesellschaftlich nur landen zu können, wenn er eine Familie mit Kindern vorzeigen kann ?

    • Sara sagt:

      Hermann, Kinder aufzuziehen ist eine anspruchsvolle Aufgabe, die Eltern oft an ihre Grenzen bringt. Wenn Sie sich überfordert fühlen, holen Sie sich Hilfe. Es gibt Entlastungsdienste, beispielweise vom Roten Kreuz. Erkundigen Sie sich bei der Mütterberaterin oder der Kinderärztin.

      • Pippi Langstrumpf sagt:

        @Hermann

        Es gibt die kantonalen Erziehungsberatungsstellen, an die man sich wenden kann. Die Beratung ist kostenlos und wird von Kinderpsychologinnen und Kinderpsychologen erteilt. Wenn das Kind so schwierig ist, ist es wichtig, rechtzeitig das Richtige zu tun, um es optimal zu unterstützen, falls es Entwicklungsdefizite hat. Das vor allem auch im Hinblick auf die Schule, damit dort der Start gut läuft. Auch da kann die EB unterstützend mithelfen.

  • heidi reiff sagt:

    @ Hermann

    Sie Klugscheisser, sind Sie als Genie auf die Welt gekommen? Sind Sie ein Kinderhasser, ich bin nach wie vor auf der Seite der Kinder. Wurden Sie gezüchtigt mit Zuckerbrot und Peitsche ?

  • Hermann sagt:

    Leihmutter? Warum nicht Leihkind? Ausgeliehen fuer eine Woche. So ein Dreijaehriger, der pro Tag drei mal in die Hosen macht (besonders gern im Supermarkt beim Einkaufen), tobt und schreit, dass er dies und jenes Unmoegliche will. Absolut nicht ins Bett will. Das Fruehstueck auf den Boden schmeisst und auf Mammas neue Bluse erbricht. Sieben Tage lang ausleihen und der Kinderwunsch ist fast mit Garantie weg. Oder der sechzehn Jaehrige, der dem Vater eins auf die Nase haut, ginge auch.

  • Brunhild Steiner sagt:

    Wenn man nun alle hier geäusserten Fragen, entworfene Szenarien,
    all die juristischen, soziologischen, psychologischen, biologischen, finanziellen usw Aspekte;
    (die philosphisch-transzendenten mal links liegengelassen, (oder rechts?) )
    inklusive all die erwähnten Berichte über desaströse Handhabung der Leihmutterschaft,
    und miteingeschlossen die handfesten Hinweise dass es in den USA gar nicht so glatt abläuft wie sich das manche wünschen.
    Wenn man sich all das zusammenfasst und vor Augen hält und mit diesem HIntergrund nochmals den Artikel aufmerksam durchliest-
    also irgendetwas fehlt da.

  • sonnenschein sagt:

    waere ich juenger, koennte ich mir durchaus vorstellen, leihmutter zu sein, und ich verbiete es mir, deswegen pathalogisiert zu werden.

    • Brunhild Steiner sagt:

      Sie werden deswegen nicht pathologisiert, aber Ihnen müsste klar sein, dass Sie sich mit so einem Schritt auf enorm dünnes Eis begeben, schon rein was Ihre eigene Rechtssicherheit betrifft. Vom andern mal noch gar nicht geredet.

  • heidi reiff sagt:

    Ich mag Kitsch nicht, dieser Schlankheitswahn hat ev. Wurzeln aus Amerika, Christof Columbus, der Entdecker der sog. Neuen Welt würde sich im Grab umdrehen, claro für mich, wenn Mensch tod ist regt sich nichtsmehr, nehmen wir die Gelegenheit wahr, im hier und jetzt auf Entdeckungsreisen zu gehen, wandern mit stabilen Wanderschuhen, Velofahren mit Helm, hören wir auf Helden und Heldinnen zu spielen, das ist Selbstverrat. Ich konsumiere auch, ich esse gern, koch mir mein Süpplein selbst ohne ein schlechtes Gewissen, kleide mich so, wie es mir wohl ist, halte nichts von Modetrends habe keine Clichevorstellungen, gruss noch von Kirschner – die Kunst ein Egoist zu sein – und nonemol Waslawitch, ein Schüler von C.G. Jung- eine Anleitung zum unglücklich sein . Wie geht Mensch mit Verführung um, ist auch eine Frage oder nicht?

    • Brunhild Steiner sagt:

      Meinen Sie in diesem Zusammenhang die Verführung zur Anspruchnahme einer Leihmutter?
      Ansonsten einem nichts anderes als Unglücklichsein übrigbliebe, weil man so davon überzeugt ist?

      • heidi reiff sagt:

        Ich wäre mir selbst zu schade, mich als Leihmutter zur Verfügung zu stellen, es gibt Alternativen die mir humaner erscheinen z.B. ein Kind adoptieren, das brauchen wir ja nicht an die grosse Glocke hängen wie die idealisierte Sängerin Madonna. Frauen sind keine Gebärmaschinen, ich bin eine Oma und erfreue mich ab meinen zwei Enkelinnen bei Begegnungen. Jede Frau hat das Recht sich zu entscheiden ob sie sich für eine Mutterschaft entscheidet oder bei ungewollter Schwangerschaft abtreibt. Die Mutter Natur geht nach wie vor eigene Wege, die stellt keine Bedingungen, das ist auch gut so, es liegt an den Menschen die ein Teil davon sind Sorge zu tragen, ich mag Ausbeutung nicht. So wie ich informiert bin, haben Lespen- oder Schwulenpaare keine Chance, ein Kind zu adoptieren.Ich persönlich traue auch diesen Menschen zu, ein Kind liebevoll zu begleiten bis es flücke wird und sich selbst entscheiden kann welche Wege es gehen will. Tönt etwas euphorisch , jeder Mensch ist seines eigenen Glückes Schmied, ich bin nicht so schicksalsgläubig, als Erwachsene haben wir die Chance auch mal auf einem andern Dampfer zu fahren, damit meine ich nicht die grosse aufgeplusterte Elite, ich lebe ein in “ Zeichen ein normales Leben, schätze dass ich ein Dach über dem Kopf habe und ein Bett zum schlafen.

  • Cara Mia sagt:

    @brunild: je besser es uns geht, desto ausgefallener werden die Wünsche. Wahrscheinlich ist es ein Grundbedürfnis des Menschen, Wünsche zu haben, ein Ziel zu haben. Hat man schon alles, dann erfindet man, was man noch haben könnte… Zufriedenheit hängt halt nicht von all den Äusserlichkeiten ab. Ich will damit einen Kinderwunsch nicht als Äusserlichkeit abtun, aber letztlich hängt auch davon die innere Zufriedenheit nicht ab. Wer nichts zu essen hat, ist froh, wenn er nicht noch Kinder durchfüttern muss.

    • Brunhild Steiner sagt:

      Klar, aber was machen Sie denn nun angesichts all der Arrangements die schon am laufen sind, angesichts der Forderungen dass Leihmutterschaft eigentlich auch in der Schweiz zugelassen werden sollte, und angesichts der Tatsache, dass sich uns hier ein absolut undurchschaubarer Dschungel der verschiedensten Bereiche auftut die dringend geregelt werden müssten?
      Ich hab mir die links nach USA angesehen und durchgelesen, da schlackern Ihnen danach nicht nur die Ohren… .
      Trotzdem, einen beschaulichen Spätnachmittag…;-)

    • Eremit sagt:

      Oftmals sehe ich Obdachlose mit einem Hund. Der Hund ist in den Fällen das letzte Lebewesen, das Trost und körperliche Nähe spendet. Im manchen Ländern haben Menschen die nichts mehr haben Kinder, mit denen sie auch Betteln gehen.
      Ist es altruistisch Kinder zu haben, obwohl man nicht mal für sich selbst sorgen kann, oder ist es altruistisch armen Menschen das Kinder haben verbieten, obwohl die Geburtenquote wesentlich tiefer als 3.0 ist?
      Man ersetze mal das Wort altruistisch durch das Wort Nächstenliebe und stelle sich die Frage neu.

  • Cara Mia sagt:

    Die Ausbeutung von Menschen aus der Dritten Welt ist natürlich widerlich, egal, ob es sich um Leihmutterschaft, Prositution, oder sklavenähnliche Ausbeutung von Männern für gefährliche Arbeiten handelt (Tagbau, beispielsweise).

    Wirklich einen Skandal finde ich, dass in der Schweiz 16-Jährige legal als Prostituierte arbeiten dürfen. Wein dürfen sie keinen trinken, in manchen Kantonen auch kein Bier, und rauchen ist auch erst ab 18 erlaubt. Das ist doch himmelschreiend.

    • Brunhild Steiner sagt:

      Damit haben Sie vollkommen Recht!
      Bloss dreht es sich hier um die Fragestellung „was ist Krankheit?“

      Wie weit geht unser Anspruch auf erfüllte Lebenswünsche?
      Wie weit soll er gehen dürfen?

      Was, wer und wo ist die Instanz, welche darüber klare Richtlinien vorgeben könnte?

      Was alles auf dem Weg zur Wunscherfüllung ist legitim
      und ohne weiteres Nachdenken durchführbar?

      Wo stossen wir in Bereiche vor die mit sovielem vernetzt sind, ua
      biologische, psychologische, soziale, juristische, finanzielle usw usw Aspekte,
      welche unter Umständen Auswirkungen haben werden d
      eren wir uns noch gar nicht wirklich bewusst sind,
      und die eine grundlegende Debatte darüber zwingend machen und es müssig wird,
      Hinterfragende in die Schublade „Mütter- und Väterpolizei, weiter nicht beachtenswert“ zu stecken?

      Wir haben den Bereich, wo sich Fragen des Lebens mit einfachen juristischen Gesetzesparagraphen regeln lassen schon längst verlassen, je weiter der technologische Fortschritt und die Machbarkeit, desto verworrener und undurchsichtiger wird das Ganze, desto mehr Abhängigkeiten/Faktoren kommen ins Spiel.

      • Eremit sagt:

        Gute Fragen.

        „Wie weit geht unser Anspruch auf erfüllte Lebenswünsche?“

        Würden alle Männer den Wunsch täglich Sex und alle Frauen den Wunsch nie Sex zu haben, wer dürfte dann seinen Lebenswunsch erfüllen?

        „Was alles auf dem Weg zur Wunscherfüllung ist legitim
        und ohne weiteres Nachdenken durchführbar?“

        D.h. eine Frau, die sich Kinder wünscht darf sie ihrem Freund sagen, dass sie die Pille nimmt, und nimmt sie aber nicht, und wenn sie dann schwanger und Mutter wurde muss ihr Freund gegen seinen Willen Alimente zahlen?
        Und wenn ein Mann sich Kinder wünscht, darf er seiner Freundin sagen, dass er impotent ist, und heimlich wechselt er die Pillen gegen „nutzlose“ aus, so dass sie schwanger wird und nach dem Faustrecht „der Zweck heiligt die Mittel“ sie daheim einschliessen bis zur Geburt?

        Beides ist von mir aus gesehen sehr verwerflich und richtet beim Kind und um einige Ecken herum in der Gesellschaft mehr Schaden an als Nutzen.

        @Cara Mia
        Ja, es ist ein Skandal, dass minderjährige sich prostituieren dürfen. Und dass der Staat keine Rotlichthäuser macht, in denen nur Freier und Prostituierte und keine Zuhälter und keine Minderjährige Zutritt haben dürfen ist ein weiterer Skandal.
        Nur, in unserer Gesellschaft, wo sogar über aktive Sterbehilfe diskutiert wird, ist’s nicht verwunderlich.

      • Brunhild Steiner sagt:

        @Eremit: ebenfalls gute Fragen, insbesondere das Szenario wie sich der kinderwünschende Mann seinen Wunsch organisieren könnte gefällt mir…;-)

        Beim Nachdenken erscheinen immer mehr Fragen, angenommen in CH wäre nun Leihmutterschaft, inklusive Eispende durchführbar, oder ein CH-er Paar organisiert sich die Leihmutter im Ausland. Was wenn:
        – die Leihmutter gerät durch einschneidende Ereignisse in eine Notlage, eines ihrer eigenen Kinder / der Partner stirbt oder wird schwer behindert und ein aufwendiger Pflegefall. Sie macht eine unzumutbare psychische Belastung geltend und verlangt den Abbruch ihrer Leihmutterschaft.
        Wie wäre vorzugehen?

        Das zukünftige Elternpaar kommt in eine ausserordentliche Notlage, einer der Partner stirbt / wird schwer behindert und ein Pflegefall. Der überlebende / gesunde Elternteil sieht sich ausserstande sich auch noch um das andernorts ausgetragen werdende Kind zu kümmern und will vom Vertrag zurücktreten.

        Oder beide zukünftige Elternteile kommen zu Tode?
        Und das werdende Kind befindet sich in einem amerikanischen oder indischen oder wo auch immer Uterus?

        Es ist zu hoffen dass diese Szenarien eher selten sind, aber sie entsprechen Lebensrealitäten.
        Diese Fragen müssen geklärt sein bevor uns das Leben vor die vollendeten Tatsachen stellt.

      • Eremit sagt:

        Zum ersten Fall: Wenn die Leihmutter wie eine Prostituierte ihren Körper „verkauft“ hat, so kann sie wohl vertraglich nicht viel dagegen tun, zumal die befruchtete Eizelle ist nicht ihr Eigentum.
        Interessant wäre zu wissen wer haftet, wenn die Leihmutter währen der Schwangerschaft beginnt zu trinken, kiffen und sich hochgradig ungesund ernährt?

        Im zweiten Fall gehört u. U. das Kind dann der Vermittlungsfirma, die es dann ggf. an ein dritt Welt Waisenhaus abschiebt.

        Es ist m.E. grundsätzlich nicht gut, wenn sich Fortpflanzung und Wirtschaft miteinander vermischen.

  • Wenn das soziale Gefälle zwischen der Frau, die sich ein Kind wünscht und keines kriegen kann und der Leihmutter zu gross ist, dann haben wir es hier eigentlich mit einer Ausnützung einer Notlage im weitesten Sinne zu tun. Vieleicht will die Leihmutter ja eigentlich gar kein Kind, doch sie braucht das Geld.

    Wenn das soziale Gefälle zwischen der Frau, die ein Kind kriegen kann, es aber aus Schönheitsgründen (evtl. Karrieregründen) nicht selber austragen will und der Leihmutter zu gross ist, dann handelt es sich unter den o. erw. sozialen Voraussetzungen eindeutig um Ausbeutung.

    Handelt es sich aber auf beiden Seiten um eine freiwillige Vereinbarung, die auf sozial gleicher Augenhöhe statt findet, ist dagegen nichts einzuwenden- auch gegen eine entsprechende Bezahlung nicht.

    Menschen sind doch kein Ersatzteillager. Da gab’s doch kürzlich einen Sience Fiction Film, der sich stark an H. G. Wells Romanvorlage gehalten hat, zumindest thematisch, in dem die obere Schicht Menschen sich eine Art von Unterschicht hält, die ihnen als Ersatzteillager dient.

    Und dann dürfte es tatsächlich auch Frauen geben, die gerne schwanger sind- und ihre Lust am Schwangersein anderen Menschen zur Verfügung stellen, ohne eine Gegenleistung dafür erhalten zu wollen. Aus purem Altruismus sozusagen. Und ich möchte jetzt das Motiv, das für gewisse Kreise hinter einer selbstlosen Handlung steckt, nicht auch noch unter dem Aspekt einer eigentlich ebenfalls egoistischen Haltung betrachten, wie das eine Leserin weiter vorne tut. Natürlich hat man in den letzten Jahrzehnten versucht, uns beizubringen, wir seien nichts anderes, als nutzenoptimierende Tiere- dem Neoliberalismus sei dank: doch schlussendlich sind wir eine Spezies, die sozial augesprochen stark organisiert ist. Schön, dass es Frauen gibt, die das freiwillig tun: Das ist doch die beste aller Lösungen!

    • sonnenschein sagt:

      marcel zuffery, im artikel heisst es ja, dass die leihmutterschaft fuer eine frau nie die einzige moeglichkeit sein darf, geld zu verdienen.

      • Das wird zwar geschrieben, ja, stimmt: Doch die Lebenswirklichkeit dürfte in den meisten Fällen m. E. ganz anders aussehen. Soviele Altruistinnen dürfte es auf dieser Welt jetzt auch wieder nicht geben. Doch es dürfte sehr viele Menschen geben, die tatsächlich nur Geld für ein neues Auto brauchen (und denen jedes Mittel recht ist, um zu diesem Geld zu kommen). Und dann gibt es da noch Frauen, die genau genommen gar keine anderen Möglichkeiten mehr haben, als über eine Leihmutterschaft zu Geld zu kommen. Irgendwo zwischen vorletztem und letzterem Beispiel dürfte die Wirklichkeit verlaufen. Alles andere halte ich für ziemlich romantisch.

  • Eremit sagt:

    In dem Artikel fehlt eine Frage: Warum will die rechtliche Mutter, in dem Beispiel die Eispenderin, das Kind nicht selbst austragen?

    „Nun muss sie es mangels anderer Möglichkeiten und unter schrecklichen Schuldgefühlen im Austausch gegen Geld einem reichen, habgierigen Pärchen abgeben.

    Ich glaube nicht, dass dieses Bild der Realität entspricht.“

    Das stimmt m.E. soweit, dass u.U. die Leihmutter selbst habgierig ist und dadurch ihr Geld und Luxus mehr bedeutet als das „eigene“ Kind?
    Nur, ernährt sich solch eine Leihmutter während der Schwangerschaft auch gesund? Was ist wenn das Kind dann bei der Geburt das Down-Syndrom oder einen offenen Rücken hat? Bleibt dann die Leihmutter ohne Geld auf ihrem Kind sitzen?

    „Später erhielt die Leihmutter jedes Jahr ein Foto von dem Kind, das sie ausgetragen hatte.“

    Wenn ich eine Frau wäre, so möchte ich nicht blos jährlich ein Foto vom Kind erhalten sondern einen massiv engeren Kontakt haben. Ob dies die rechtlichen Eltern auch zulassen würden? Kaum.

    „Warum ist Leihmutterschaft dann in so vielen Ländern verboten?“

    Weil es wie die Prostitution die Hemmschwelle für körperliche Integrität herunter setzt, bzw. die Glaubwürdigkeit für „das ist mein Körper und ich alleine bestimme was damit geschieht“ leidet sehr darunter. Es ist dann viel mehr die Person, welche Geld und Macht hat, die bestimmt was mit dem Körper der Frau und des Mannes geschieht.

    „Warum ist die Samenspende erlaubt, die Eizellspende jedoch nicht?“

    Grundsätzlich bin ich in dem Zusammenhang auch gegen Samenspende. Vermutlich betrachtet die Ethikkommission die Tatsache, dass Samen quasi in unbegrenzter Anzahl vorhanden sind, Eizellen aber nicht.

    „Man stelle sich vor, es gebe ein Medikament gegen eine ernsthafte Krankheit, dieses aber würde den Erkrankten vorenthalten.“

    Ist nicht-schwanger-sein eine Krankheit? Dann wären alle Männer krank … auch Magdalena’s Vater. Wie wäre es, wenn man anstelle Symptome zu bekämpfen Probleme löst? Was ist die Ursache des nicht-schwanger-sein’s der potentiellen Mutter?
    Es gibt viele verheiratete und alleinstehende Frauen und Männer die gerne Kinder hätten, aber keine haben.

    „Warum wird ein unerfüllter Kinderwunsch nicht als eine Erkrankung betrachtet, sondern als eine Lifestyle-Frage?“

    Vor über 300 Jahren war es Lifestyle Hexen zu verbrennen (ok, oftmals wurden diejenigen verbrannt, welche nicht mit dem Mob mitschwammen)
    Vor über 200 Jahren war es in Paris Lifestyle täglich jemanden zu köpfen.
    Vor über 70 Jahre war es Lifestyle sich an der Reichskristallnacht zu beteiligen.
    Lifestyle?
    Wie ist es, wenn man das Ganze mal aus der Sicht der Nächstenliebe betrachtet? „Gott hat gegeben, Gott hat genommen …“

    • AlbertDerSuperduperMegi sagt:

      Eine konstant „gesunde“ Alterspyramide würde die Weltbevölkerung noch schneller wachsen lassen. Möchte nur noch anmerken, dass unsere Resourcen begrenzt sind. Unsere Kinder werden es uns nicht danken.

      • Eremit sagt:

        Rätsel: Wie kann eine Weltbevölkerung wachsen, wenn im durchschnitt pro Frau 2.1 Kinder auf die Welt kommen, bzw. hier und heute wo 30% der Frauen nie Kinder hat pro gebärende Frau 3.0 Kinder auf die Welt kommen sollten?

  • mamue sagt:

    Kann sich jemand erinnern, den Bericht über eine russische Leihmutter in der Sendung 10vor10 gesehen zu haben? (Ist schon eine Weile her). Aus wirtschaftlichen Gründen hatte sie sich zur Leihmutterschaft entschieden. Das Kind wurde von einem westeuropäischen Paar adoptiert.

    Schwangerschaft und Geburt sind ja nicht risikolos. so hätte die Leihmutter das Kind behalten müssen, wenn es eine Behinderung gehabt hätte. Die erhoffte monetäre Besserstellung wäre somit ausgeblieben, bzw. hätte sich noch verschlechtert, da sie ein weiteres Kind hätte grossziehen müssen.

    Laut Vertrag hätte das Kind gleich nach der Geburt abgeholt werden sollen. Das klappte aber nicht, und die Leihmutter musste/durfte sich die ersten Tage um das Kind kümmern. Die daraus entstandene Bindung zu dem Kind wieder zu trennen, war für die Leihmutter unglaublich schmerzhaft.

    Das Fazit dieser Leihmutter: einmal und nie wieder

    • Katharina sagt:

      Russland hat noch andere problem mit Adoptionen. die usa haben inzwischen adoptionen aus russand gestoppt.

      vetrag? russisches recht, schweizer recht?
      einklagbar?

      • Eremit sagt:

        Und was sind die anderen Probleme Ruslands?
        Kann es sein, dass Russland es selbst auch erkannt hat dass sie selbst mehr Kinder brauchen um (1.) den Bevölkerungsschwund ein zu grenzen und dadurch die Gesellschaft und Wirtschaft nicht bachab geht?

      • Katharina sagt:

        es gab eine recht tragischen fll einer adoption hier, wo das kind aus einem der unsaeglichen Waisenhaeuser in russand stammte und schlussendlich dahin zurueckgehen musste. probleme mit der herkunft des kindes (wie kam es ins waisenhaus, die russen hatten da mit den dokmenten geschummelt) und dann probleme hir mit der adoptivfamilie. die amerikansichen behoerden bewilligen deshalb bis auf weiteres keine adoptionen aus russland mehr, bis die russen das problem des kinderhandels in dem bereich in die griffe kriegen.

        hat nichts mit kuenfigen arbeitsbienen und konsumenten zu tun. die usa hat auch kein problem mit tifen geburtenraten oder so.
        die russen sind ja froh, wenn die bewohner der waisenhaeuser nicht mehr an mitterchen russlands oeffentlichem portemonnaie haengen.

      • Eremit sagt:

        Der bereffende tragische Fall belegt, dass man auch nicht immer (fremden) Behörden trauen darf. Wer garantiert, dass die Einzelle oder Sperma vom 1.90 Modell mit Doktortitel auch wirklich von der betreffenden Person stammt?
        Ode wer garantiert, dass das neugeborene Waisenkind wirklich ein Waisenkind ist und nicht des Geldes wegen von einer „intakten“ Familien entführt wurde? Etwa der geldorientierte Westen?

        Wie löst die USA das Problem mit den tiefen Geburtenquoten? Wenn ich mancher Orts umherschaue wie junge Mitarbeiter beim altruistischen System der „Armee der Ü40-jährigen“ sich die Zähne aus beissen, dann tut ein Staat, eine Gesellschaft und die Wirtschaft gut daran eine gesunde Alterspyramide zu haben, zum Wohl aller.

        Wie kommt es in Russland dazu, dass man in einem Waisenhaus landet? Würden in der USA im Verhältnis eben so oft Kinder in Waisenhaus landen, dann hätten Paare in der USA dort lokal ein grösseres „Angebot“ und müssten sich nicht andernorts umschauen.

  • René sagt:

    Welche Gerichtsbarkeit? Ganz einfach: Die amerikanische selbstverständlich, wie so oft zurzeit :- ) Nein im Ernst: Natürlich einverstanden.

    • Katharina sagt:

      eiverstanden womit? dass , solange die rechtlichen Fragen nicht loesbar sind, das ganze eben ‚on hold‘ ist, was die Ethik-Kommissionen ja sagen?

      genaugenommen geht es um die Fragen, die die Transhumanisten schon laenger aufwerfen, naemlich, dass wir technologien entwickelt haben und noch entwickeln werden, die grundsaeztlichste ethische und rechtliche fragen aufwerfen und dass, solange diese fragen nicht schluessig beantwortet sind, solche technologien extrem eingeschraenkt nutzbar gemacht werden sollen, und weiter fordern die transhumansiten, dass gewisse forschungen und etnwicklungen nicht bis zum stadium der technischen prduktfaehigkeit gefuehrt werden duerfen, solange rechtliches und ethisches unbeantwortet ist, oder umgekehrt der meilenstein produktefaehigkeit erst angestrebt wird, wenn der ethisch-rechtliche kontext klar ist.

      die ganzen reprodutionstechnologien gehoern eben zu diesem bereich.

  • René sagt:

    Leihmutterschaft, gutes Thema mit Zukunftspotential. Rechtliche, medizinische, persönliche Aspekte müssten geklärt sein; wurde schon erwähnt. Für mich dasselbe Grundthema wie bei vielen medizinisch mittlerweile möglichen Eingriffen: Ist alles sinnvoll, nur weil’s machbar ist? Kann’s nicht untermauern, aber zu menschlicher Reife gehört es auch, sich mit Grenzen zu arrangieren. War Michael Jackson glücklicher nach seiner x-ten Nasenoperation? Aus M. Tischlers (gut verfasstem) Text spricht mir die Selbstlegitimation einer „ich will-„Haltung heraus – und ist somit eine Lifestyle-Frage und keine Krankheit.

    • Katharina sagt:

      Ich behaupte, die rechliche Dimension betreffend leihmutterschaft kann nicht geloest werden. das zeigt der oben von mir zitierte Fall sehr deutlich. wegen dem sich anbahnenden „handel‘ mit aermeren laendern und auch schichten ergeben sich etwa fragen, welche gerichtshoheit anzuwenden ist, wie der missbracuh unterbunden werden kann. betrachte ich etwa den handel mit ersatzorganen, sehe ich da schwarz. so verkaufen etwa menschen in bangladesh eine ihrer nieren als ersatztransplantat als weg aus der armut – legael notabene.

      da wird eindeutig eine grenze ueberschritten, die wir nicht ueberschreiten sollen.

      • Paty sagt:

        Letzte Woche kan zu diesem Thema Leihmutterschaft eine Reportage auf arte. Die Samen eines Israeli wurden in den USA mit dem Ei einer Spenderin zu einem Embrio verarbeitet und dann in Indien zwei Leihmüttern eingesetzt, da so die Chance auf Erfolg steigt. Im Fall erfolgreicher Schwangerschaften bei beiden Frauen, könnte bei der einen ja abgetrieben werden. Die Risiken der Schwangerschaft trägt allein die Frau, die sich den Embrio einsettzen lässt.
        Die Geringschätzung die diesen Frauen entgegen gebracht wird finde ich zynisch.
        Mag sein, dass es sich beim erwähnten Beispiel um eine extreme Situation handelt. Aber wie schafft man international verbindliche Regeln und wer kann diese durchsetzen und überprüfen?

      • Katharina sagt:

        Das ist genau mein Argument, Paty. Extrem ist das beispiel nicht, denn genauso laeuft das ab.

      • Widerspenstige sagt:

        @Katharina und @Paty

        Ich sehe es genau so und deshalb ist es einfach frauenfeindlich und absolut verwerflich! Die Frauen müssen vor sich selber geschützt werden, wenn sie – wie in den allermeisten Fällen in der Prostitution – aus einer Notsituation heraus ihren Körper missbrauchen lassen. Und dann sollen sie auch noch selber Verantwortung übernehmen, wenn es schief läuft?! Der weibliche Körper eine Manipuliermasse par excellence! Es müsssen internationale Menschenrechtsgesetze dafür geschaffen werden, welche für alle Länder gleich verbindlich sind. Aber auch hier gibt es enorme Unterschiede des Begriffs ‚Menschenrecht‘, die mir die Haare zu Berge stehen lassen. Jedes diktatorisch geführte Land hat einen anderen Wert dafür geschaffen – wie’s gerade der Regierung in den Kram passt. So sind solchen Machenschaften wie in Indien Tür und Tor geöffnet!

      • Brunhild Steiner sagt:

        @Widerspenstige: bin mit eigentlich allen posts von Ihnen einverstanden, insbesondere auch was die „imateriellen“ Aspekte des Themas betrifft, aber was mich beim oberen Kommentar stört ist das Wort „frauenfeindlich“.
        Ich finde diese Machenschaften menschenfeindlich!
        Denn was ist mit den Söhnen und dem Mann dieser indischen Leihmutter, die evtl. zur Abtreibung gezwungen wird und daran, sorry, vielleicht verreckt? Es betrifft beide Geschlechter in gleichem Mass.
        Und wer von den betroffenen Parteien bei unerfülltem Kinderwunsch macht den entscheidenden Druck, dass so eine Leihmutterschaft überhaupt angepeilt wird? Denken Sie, dass dieser Druck, unbedingt ein Kind haben zu wollen hauptsächlich vom Mann her kommt?

      • Widerspenstige sagt:

        @Brunhild Steiner
        Danke für Ihre wertschätzenden Worte, die ich für Ihre Beiträge heute weitergeben möchte!
        Wegen dem Wort ‚frauenfeindlich‘: habe ich explizit so ausdrücken wollen, weil es nun mal den Körper der Frau höchstpersönlich und alleine trifft und entsprechend missbraucht wird. Was die Angehörigen einer solchen Leihmutter denken, empfinden, mitansehen und mitleiden müssen in den erwähnten Streitfällen, ist hier mE weniger relevant. Die Frau leidet zuerst und sie ist dementsprechend international durch entsprechende Menschenrechtsgesetze zu schützen. Sonst würde ich selbstverständlich menschenfeindlich sagen und nicht frauenfeindlich, da ich sehr genau abwäge, welche Worte ich wofür nehme. Hier differenziere ich mehr als bewusst. Der Druck, unbedingt ein Kind haben zu wollen, liegt ausserhalb unserer Vorstellung und betrifft nur das kinderlose Paar – egal ob jetzt der Mann oder die Frau darauf besteht. Das möchte ich hier nicht in die Diskussion rein nehmen, denn es birgt zu grosses Potential für Vorurteile.

      • Brunhild Steiner sagt:

        okay,
        ich bring nun aber trotzdem ein bisschen Sprengstoff mit der Vermutung (Vorurteil?), dass hier womöglich Frauen es erst aus ihrer Unfähigkeit mit Begrenzungen konstruktiv umzugehen, möglich machen, dass andernorts Frauen derart menschenverachtend behandelt werden.
        Es hat doch einige Frauen hier drin, die dafür plädieren dass ungewollte Kinderlosigkeit als Krankheit anzusehen sei.
        Aber jetzt verabschied ich mich in die Nacht…:-)

  • Katharina sagt:

    Buzzanca v. Buzzanca beleuchtet die juristische Komplexität und ein Urteil, aus dem Jahre 1998 übrigens.

    Es geht um dieses Prinzip: “Uniform Parentage Act: to be a legal parent, one must either be genetically related to the child or have given birth to the child.”
    und eine Scheidung während der Schwangerschaft. Das Kind war dann während drei Jahren rechtlich elternlos, bis das Kalifornische Obergericht dann einen entscheid fand:

    „http://www.inciid.org/printpage.php?cat=insurance101&id=17“

    Also wenn die Schweizer Ethik-Kommission die Schraube etwas anzieht, ist es ziemlich sicher, weil sie die amerikanische Situation mit beobachteten, und schoben das ganz sicher nicht auf die Lifestyle frage. Weshalb die allerdings Samenspende erlauben, die Eizellspende jedoch nicht, verstehe ich nicht. Für mich ist das eine Rechtsungleichheit zwischen Mann und Frau.

  • Katharina sagt:

    Der juristische Kontext ist sehr komplex und noch nicht festgelegt. Hier in Kalifornien scheint sich das Prinzip von Agenturen bewährt zu haben. Allerdings werden Surrogatmütter auch via Inserat gesucht, bzw. Frauen bieten sich als Surrogatmutter direkt an (ohne Agentur, d.h. auch ohne die Screenings, siehe verlinkte Seite)

    Als Überblick zum Rechtlichen:

    Legal Issues

    There is no legal standard for surrogacy from state to state, or from country to country. However, it is almost always certain that any dispute will be heard in the jurisdiction where birth occurs.

    Moral and Ethical Issues

    Some of the reasons all states haven’t found it easy to pass surrogacy legislation are related to moral and ethical issues of embryo creation, fees that some see as baby-buying (or baby-selling), and others.

    The Price Tag

    Surrogacy isn’t inexpensive. Except in the case where a sister or friend agrees to act as a surrogate without a fee, total costs and expenses may include the surrogate’s fee and possible expenses, lawyers‘ fees, fertility specialists‘ fees, and fees connected with an adoption, if that is required. Cost estimates for traditional surrogacy range between $40,000 and $65,000 and for gestational surrogacy, between $75,000 and $100,000.

    Change of Mind
    As in traditional adoption, surrogates can have a change of mind and decide they do not want to relinquish the baby. Depending on state law, whether there’s an agreement, and how it’s interpreted by the court, the outcome isn’t necessarily certain.

    Das bedeutet, dass auch ein Abkommen oder Vertrag, so wie das im Artikel erwähnt wurde, noch keine Rechtssicherheit bietet, da diverse rechtliche Grundgüter zueinander in Konflikt stehen. Und dies ist alles ohne die moralische Dimension schon fragwürdig.
    Rein schon aus der juristischen Unsicherheit des zur Zeit etwas rechtsfreien Raumes ergibt sich, dass Surrogate solange abzulehnen sind, bis die rechtliche Situation klar ist.

    Kurz: was im Artikel über Surrogate in den USA steht, ist falsch. Oder die Sendung, auf das es sich beziehen soll.

    GANZ wichtig: der Ort der Geburt ist betreffend Gerichtshoheit entscheidend.

    Kosten also etwa 100’000.

    Krass: Es geht also nicht nur um Uterus for hire, sondern auch noch darum, diese Leihmütter dort gebären zu lassen, wo es juristisch passt, sprich die Leihmutter muss dann noch in die USA verfrachtet werden, bzw. in eine Mitgliedsstaat, der ‚passt’

    Siehe „http://www.surrogacy.com/legals/map.html“

  • Katharina sagt:

    Sehr wichtig:

    Sogar in der Periode höchster weiblicher Fertilität zwischen 18 und 25 ist die Wahrscheinlichkeit nur ein Drittel. Im Alter von 40 ist die Wahrscheinlichkeit nur noch 5 Prozent pro Monat.

    wird dies mit der Fertilitätsrate von Männern kombiniert, multiplizieren sich die Faktoren, d.h. die Wahrscheinlichkeit vermindert sich noch mehr.

    zu männlicher Fertilität und der Einfluss des Alters gibt es keine signifikanten Untersuchungen.

    diagnostizierte Unfruchtbarkeit ist übrigens im Anstieg. Als mögliche Gründe werden Umwelteinflüsse, Medikamentengebrauch und Substanzmissbrauch genannt.

    Oben erwähnte Seite zeigt auch die kosten und die Vorgehensweisen bei Unfruchtbarkeit (inklusive Surrogatmütter).

  • Katharina sagt:

    Sehr wichtig:

    Sogar in der Periode höchster weiblicher Fertilität ist die Wahrscheinlichkeit nur ein Drittel.

    „The results of all these studies cluster around a 35 Percent per month chance of pregnancy as the maximum of human fertility, seen in women between 18 and 25 years of age. By age 40 the chance of fertility declines to about 5 Percent per month.“

    wird dies mit der Fertilitätsrate von Männern kombiniert, multiplizieren sich die Faktoren, d.h. die Wahrscheinlichkeit vermindert sich noch mehr.

    zu männlicher Fertilität und der Einfluss des Alters gibt es keine signifikanten Untersuchungen.

    diagnostizierte Unfruchtbarkeit ist übrigens im Anstieg. Als mögliche Gründe werden Umwelteinflüsse, Medikamentengebrauch und Substanzmissbrauch genannt.

    Oben erwähnte Seite zeigt auch die kosten und die Vorgehensweisen bei Unfruchtbarkeit (inklusive Surrogatmütter).

  • Katharina sagt:

    und sehr wichtig:

    „The results of all these studies cluster around a 35 Percent per month chance of pregnancy as the maximum of human fertility, seen in women between 18 and 25 years of age. By age 40 the chance of fertility declines to about 5 Percent per month.“

    das heißt, dass sogar in der Periode höchster weiblicher Fertilität die Wahrscheinlichkeit nur ein Drittel ist.

    wird dies mit der Fertilitätsrate von Männern kombiniert, multiplizieren sich die Faktoren, d.h. die Wahrscheinlichkeit vermindert sich noch mehr.

    zu männlicher Fertilität und der Einfluss des Alters gibt es keine signifikanten Untersuchungen.

    diagnostizierte Unfruchtbarkeit ist übrigens im Anstieg. Als mögliche Gründe werden Umwelteinflüsse, Medikamentengebrauch und Substanzmissbrauch genannt.

    Oben erwähnte Seite zeigt auch die kosten und die Vorgehensweisen bei Unfruchtbarkeit (inklusive Surrogatmütter).

    „http://www.donorivf.com“ (Anführungszeichen beim link entfernen)

    mit fortsetzung –

  • Katharina sagt:

    Kathy 10. September 2010 um 14:02:
    „Ein unerfüllter Kinderwunsch ist in der heutigen Zeit meist keine Krankheit, sondern das Ergebnis einer gesellschaftlichen Entwicklung. Vielleicht wird es einfach Zeit, das wir Frauen uns bewusst machen, das die fruchtbarste Zeit zwischen 20 und 30 liegt und nicht mit 42 Jahren beginnt.“

    …medizinische Literatur lesen ist evt. hilfreicher als ungenaue Behauptungen als Tatsachen zu wiederholen.

    Tatsachen:

    „http://www.donorivf.com/agefactor.html“ (Anführungszeichen beim link entfernen)

    „A woman’s fertility declines steadily after reaching peak levels between ages 18 and 25. From then to age 35 the average woman’s fertility drops by about one half and thereafter declines more rapidly. By age 40 the average fertility rate is 15% of that found at age 25. The down slope continues until it reaches very low levels (1% or less per month chance of pregnancy) at age 44 and beyond.“

    -mit fortsetzung –

    • Hotel Papa sagt:

      Na ja, sooo gross ist der Unterschied zwischen den (wie auch immer ermittelten) „exakten“ Daten und der flapsigen Formulierung für den Hausgebrauch nicht.

      • Katharina sagt:

        Es gibt zum text drei Fortsetzungen. leider ist der Gesamtzusammenhang wegen der durch ide software hier erzwungenen Zerstueckelung erst ersichtlich, wenn halt alles gelesen ist.

        das wesentliche sind die rechtlichen probleme mit Surrogaten.

        wichtig ist auch, dass auch im besten fall die chancen nur bei einem drittel sind.

        auf der zitierten seite steht auch, dass die chance einer kuenstlich induzierten schwangerschaft (in vitro oder ueber surrogat) mit 68 prozent doppelt so hoch ist als auf natuerlichen weg.

        das ist ein wesentlicher aspekt, weil er zeigt, dass die technologie bessere chancen bringt als die natur.
        fragt sich was das bedeuted.
        wird es so sein, dass technologische verfahren der fortpflanzung wegen der hoeheren erfolgschancen sich ausbreiten?
        wie wird damit umgegangen, dass das ganze in einem rechtlichen vakuum ablaeuft, und eben ablaeuft, weil die technologie verfuegabr ist?

        wie ist es zb, wenn ein schweizer paar dies in den usa machen laesst? ist das kind schweizerisch? muss es adoptiert werden? welcher gerichtsstand gilt? wenn das kind in den usa geboren wird, wohl amerikanisches.

        wenn das schweizer paar sich waehrend de schwangerschaft scheiden laesst, was dann? welche rechte hat das kind? wo werden diese garantiert? in der schweiz, in den usa. sind die schweizer abstammungsgesetze anwendbar? heimatort etwa?
        nur ein paar fragen von vielen.

        ich rede noch nicht einmal vom moralischen aspekt.

  • Senta sagt:

    Es wird als ethisch bedenklich angesehen, wenn eine Inderin als Leihmutter so viel verdient wie wenn sie 5 Jahr lang malochen geht. Es wird aber nicht als bedenklich angesehen, wenn besagte Inderin, warscheinlich Mutter mehrerr Kinder, die besagten 5 Jahre tatsächlich malochen geht, sich dabei kaputtschuftet und die Kinder alleine zu Hause lassen muss.

  • Katharina sagt:

    Kathy 10. September 2010 um 14:02:
    „Ein unerfüllter Kinderwunsch ist in der heutigen Zeit meist keine Krankheit, sondern das Ergebnis einer gesellschaftlichen Entwicklung. Vielleicht wird es einfach Zeit, das wir Frauen uns bewusst machen, das die fruchtbarste Zeit zwischen 20 und 30 liegt und nicht mit 42 Jahren beginnt.“

    …medizinische Literatur lesen ist evt. hilfreicher als ungenaue Behauptungen als Tatsachen zu wiederholen.

    Tatsachen:

    „http://www.donorivf.com/agefactor.html“ (Anführungszeichen beim link entfernen)

    „A woman’s fertility declines steadily after reaching peak levels between ages 18 and 25. From then to age 35 the average woman’s fertility drops by about one half and thereafter declines more rapidly. By age 40 the average fertility rate is 15% of that found at age 25. The down slope continues until it reaches very low levels (1% or less per month chance of pregnancy) at age 44 and beyond.“

    und sehr wichtig:

    „The results of all these studies cluster around a 35% per month chance of pregnancy as the maximum of human fertility, seen in women between 18 and 25 years of age. By age 40 the chance of fertility declines to about 5% per month.“

    das heißt, dass sogar in der Periode höchster weiblicher Fertilität die Wahrscheinlichkeit nur ein Drittel ist.

    wird dies mit der Fertilitätsrate von Männern kombiniert, multiplizieren sich die Faktoren, d.h. die Wahrscheinlichkeit vermindert sich noch mehr.

    zu männlicher Fertilität und der Einfluss des Alters gibt es keine signifikanten Untersuchungen.

    diagnostizierte Unfruchtbarkeit ist übrigens im Anstieg. Als mögliche Gründe werden Umwelteinflüsse, Medikamentengebrauch und Substanzmissbrauch genannt.

    Oben erwähnte Seite zeigt auch die kosten und die Vorgehensweisen bei Unfruchtbarkeit (inklusive Surrogatmütter).

    „http://www.donorivf.com/“ (Anführungszeichen beim link entfernen)

  • Katharina sagt:

    Es scheint probleme zu gebe, laengere Beitraege zu posten.

    • Katharina sagt:

      Absolute Scheisse. Zitieren geht nicht, links gehen nicht. wie soll da ein sinnvoller beitrag geleistet werden. beschjissene software hier oder so. pisses me off. sorry

    • Katharina sagt:

      Afgeteilt in vier beitraege und ohne verlinkung und ohne textmarkierungen ging es dann. das prozentzeichen scheint auch probleme zu machen.

      ihr solltet wirklich diese kiste sauberer aufsetzten.

      item.

      das ganze ist info zur us situation zum thema.

    • Britta sagt:

      Vielleicht sollten Sie einen eigenen Blog einrichten 🙂

    • Katharina sagt:

      undjetzt ist das andere aus dem spam in den bl0g. gekommen. wer auch immer die freischalteschlaufe betreut ist ein kompletter IDIOT. den jetzt ist das durcheinander komplett.

  • Regula sagt:

    Das Leben hält ein paar Neins für die Menschheit bereit. Eines davon ist, kinderlos zu bleiben. Nun soll also die Ethikkommission „die psychischen Qualen von Paaren mit unerfülltem Kinderwunsch“ ernst nehmen und dafür sorgen, dass der Wunsch in Erfüllung geht. Mir wird übel.

    Die Idee, dass das Leben plan- und wunschgemäss verlaufen muss, entspringt dem Machbarkeitswahn, dem viele Menschen der heutige Zeit unterliegen.

    • Erich sagt:

      Ich nehme an, Sie sagen das nächste mal auch Nein, wenn Sie ein Antibiotika gegen eine chronisch zu werdende Entzündung brauchen, eine Wundsalbe für eine klaffende Wunde oder eine Operation bei einem Beinbruch oder ein Medikament gegen Migräne. Wahrscheinlich hat die Natur es einfach so vorgesehen, dass gewisse Leute mit chronischen Schmerzen, entstellt oder humpelnd oder arbeitsunfähig durch die Welt gehen müssen, selbst, wenn wir die medizinischen Mittel hätten, etwas dagegen zu tun.

      • Auguste sagt:

        hmm…, ihre argumentation verfängt in einem wesentlichen punkt nicht, erich. eine leihmutter ist kein heilmittel – sie ist ein mensch.

      • Erich sagt:

        Mein Kommentar zielte vor allem auf diejenigen ab, die kinderlosen Ehepaaren eine medizinische Behandlung verweigern wollen, weil die Natur das halt so gewollt habe. Eine Leihmutterschaft ist eine komplexere Angelegenheit.

      • Katharina sagt:

        …deren Komplexität und rechtliche Fragwürdigkeit ich ja schon längst lang und breit dargelegt habe. Aber bei Gott wenn Katharina drauf steht JA nicht lesen, es ist ja VIEL zu kompliziert und ist sicher irgendein esoterisches Stuss aus dem Weltenraum.

        Total ignorant.

        ich sag es ihnen so, Erich:

        ich hab einen nur einmal gebrauchten Uterus. Den können sie ja für 50’000 mieten. Ist ja dasselbe wie eine Antibiotika-Injektion. Kleine Bagatelle, nicht? Drüber lassen tu ich Sie aber nicht, auch wenn Sie noch so winseln. Mein knackiger Tuchus ist nämlich schon occupado. Den vermiete ich nicht, auch wenn ich als Prosti damit ein Vermögen machen könnte.

      • Erich sagt:

        Ich hatte nie vor, einen Uterus zu mieten, schon gar nicht von jemandem, der das nicht will. Im übrigen war die Freiwilligkeit der Leihmutterschaft eines der zentralen Anliegen der Autorin.

    • marcus sagt:

      erich, nehmen sie den clown und die puffmutter nicht persönlich. die sind manchmal so.

  • Moi sagt:

    Es wird mehrmals erwähnt, von wegen was ist, wenn das Kind behindert zur Welt kommt oder auf Grund einer Krankheit/Unfall der Leihmutter das Kind schaden nimmt oder abgetrieben werden muss?
    Mich würde mal interessieren, welche Bedinungen müssten den erfüllt sein, wenn jetzt die Leihmutterschaft erlaubt wäre? Also nicht die Diskussion ob Leihmutterschaft ja oder nein, sondern welche Rahmenbedingungen. (Abtreibung ist auch erlaubt aber es gibt Bedingungen).

    Wenn wir also mal davon ausgehen, dass Leihmutterschaft grundsätzlich erlaubt wäre. Welche Rahmenbedingungen müssten da sein?
    Müssen die Eltern auf jeden Fall für das Kind verantwortlich sein, egal ob das Kind gesund ist oder nicht?
    Was, wenn die Leihmutter das Kind doch für sich beanspruchen möchte?
    Was, wenn das Kind durch eine Behandlung, Unfall oder Fehler der Leihmutter Schaden nimmt? Wer sorgt dann für das Kind?

    • Kate Bush sagt:

      Leihmutterschaft wird bei uns wohl nie erlaubt sein, weil sie sittenwidrig ist.

      • Moi sagt:

        aber in den USA ist es anscheinend möglich. Und wenn man jetzt nur schauen will, dass für alle Seiten, Leihmutter, Kind, Eltern die besten Bedingungen da sind, welche müssten es sein. Welche Gesetze?
        Nehme an, so wie es in der Schweiz nicht von heute auf morgen eingeführt wird, wird es in den USA nicht abgeschafft.

  • karin haenni eichenberger sagt:

    Weshalb muss man denn um jeden Preis ein Kind haben? Ich wollte auch eine Familie gründen, aber leider wars zu spät. In den USA wärs mit 43 noch möglich mit medizinischer Unterstützug .Aber was solls? Ich habe mich damit arrangiert. Frauen, nehmt doch einfach euer Schicksal an! Nicht alles ist machbar. Oder wollt ihr einfach nur über eure Gebähr- resp.Ungebährfähigkeit definiert werden? Geniesst das Leben auch ohne Kids!

    • sonnenschein sagt:

      liebe karin haenni eichenberger, menschen sind nun mal verschieden. einige wollen unbedingt kinder, andere wollen auf gar keinen fall kinder, einige wollen mindestens drei, andere auf gar keinen fall mehr als eines. einige frauen gehen nach dem mutterschaftsurlaub gerne wieder einer bezahlten arbeit nach, andere wollen vollzeitmutter sein. einige lesen gerne, andere machen gerne sport. fuer Sie ist es offenbar kein grosses problem, keine kinder mehr produzieren zu koennen, aber fuer andere ist es ein problem und sehr schmerzhaft. warum koennen wir den verschiedenheiten der menschen nicht gerecht werden? warum haben wir das gefuehl, wir wuessten, was fuer andere gut ist, wie sie sich fuehlen muessen, was richtig ist fuer sie, was ihre grenzen sein sollen? wo bleibt das einfuehlungsvermoegen in und verstaendnis fuer andere?

  • Mammmma sagt:

    Kinder, die von einer Leihmutter zur Welt gebracht wurden, geht wohl nur dann nicht gut, wenn sie von ihrem Umfeld angefeindet werden (wie das aus den Blogkommentaren hier zum Teil herauszuspüren ist), ansonsten nehme ich an, dass sie in einer sie liebenden Familie aufwachsen.

    • Brunhild Steiner sagt:

      Tja, es geht eigentlich nicht um die Kinder, es geht um die ganze Ideologie die hinter der Leihmutterschaft steht.
      Es geht ua darum dass wir es immer mehr verlernen mit echten, harten, fordernden Grenzen gut umzugehen.

    • Hotel Papa sagt:

      Wieso sollten sie angefeindet werden? Dass ich nicht gut finde, wie sie in die Welt gekommen sind, muss doch keinen Einfluss darauf haben, wie ich ihnen als Personen gegenüberstehe.

      • Brunhild Steiner sagt:

        Bedauerlicherweise ist es viel einfacher aus kritischen Beiträgen eine vermeintliche Antipathie Leihmütter-Kindern gegenübern, oder Ignoranz gegenüber dem Leidensdruck der ungewollt Kinderlosen herauszulesen,
        als sich mit den viel wichtigeren und entscheidenderen Fragen, nämlich unserem Umgang mit Grenzen und Begrenzungen, auseinandersetzen, und den Konsequenzen welche diese abnehmende Fähigkeit auf eine Gesamtgesellschaft haben wird. Denn dieses Grenzenausweichmanöver ist ja nicht auf ungewollte Kinderlosgikeit beschränkt, es zieht sich durch alles durch und bestimmt unseren Umgang mit uns und der Welt in der wir leben.

        Dazu ist immer noch die Frage offen wie das Ganze über die Kassen finanziert werden sollte, wenn das offenbar einige doch auch in der Schweiz gerne sehen würden. Oder bleibt diese Option dann halt nur den Reichen offen, weil sich kein Normalverdiener solche Auslagen leisten kann? Oder soll es auch in die schummrige, und damit viel kostengünstigere Ecke abdriften dürfen?
        Wer würde bei Komplikationen aller Arten haftbar gemacht?
        All diese Fragen gehören mit dazu wenn man über Leihmutterschaft in der Schweiz reden möchte!

      • René sagt:

        @Brunhild: Ganz so kompliziert wäre das nicht, man könnte das wohl unter dem Titel „Designerbabies“ abhandeln und juristisch möglichst wasserdicht gesetzlich abhandeln. Was mir aber das ganze nicht sympathischer macht.

  • Walter sagt:

    Bei PlantenHospital gibt es eine Leihmutter schon ab 30000 Dollar -> http://www.planethospital.com/2009_v2/procedure_surgeons.php

    • Hotel Papa sagt:

      Schöner Freudscher. Wird das dann ein Spross?

      (Sorry, ich weiss, ist dem Ernst des Themas nicht angemessen. Aber der war wirklich zu schön.)

      • Auguste sagt:

        hmm…, war aber wirklich an der zeit wieder mal etwas humorvolles von ihnen zu lesen. sie schienen mir etwas grantlig in jüngster zeit.

      • Hotel Papa sagt:

        Den zum Thema „Wann beginnt Leben“ hatte ich, glaube ich schon gebracht. Der hätte heute gepasst. Ausserdem diskutiere ich ungern mit Leuten, die alles ins Pekuniäre ziehen.

        Und grantlig ist mein Lebensmotto zur Zeit. Nicht unbedingt freiwillig, aber schwer abzuschütteln, wenn man in die Welt schaut.

      • macho sagt:

        oder was ernstes von IHNEN, Auguste, das wär auch mal was 😛

      • Auguste sagt:

        hmm…, ach macho, ich wär doch auch lieber shakespeare-darsteller geworden als nur webclown.

  • Momo sagt:

    Ich sehe das genau so. Ich bin glückliche Mutter von 4 Kinder. Aber nicht alle haben dieses Glück und ich verstehe die Abneigung der Menschheit bei einer Leihmutterschaft nicht ein! Es geht hier nicht um Rent a mom oder um sonst welche blöden Ausdrücke, die ich hier gefunden habe. Es ist einfach über das Leid anderer zu spoten, wenn man selbst Kinder hat. Es gibt so viele leidgeplagte Paare, die gerne Kinder hätten und gute Eltern wären. Wieso nicht helfen? Dieses moralinsaure Getue ist echt unglaublich. In welchem Jahrhundert lebt Ihr? Wenn es Eure Tochter wäre, die keine Kinder haben könnte? Und Ihr könntet helfen!? Da stehen und sagen: ach , dann muss das so sein? Dann soll aber jeder der schon mal Medikamente oder sonstige Hilfe in Anspruch genommen hat, sich mal überlegen was das heißt! Bronchitis: keine Antibiotika= ? werdet mal offener und schaut über Eure eigenen Nasenspitzen heraus!!!

    • hausmannus sagt:

      Momo, wo bitte ziehst du denn dann die Grenzen? Antibiotika? Leihmutter? Genveränderte Menschen? Klone? Oder gar völlige „Neuerfindungen“? Soooo einfach ist es leider nicht.

      • Some1 sagt:

        Die wichtigere Frage fände ich persönlich jetzt, ob eine Leihmutterschaft die Identität des Kindes raubt/verletzt. Denn daran sollte man auch die Grenzen orientieren.

        Ist es für ein Kind möglicherweise traumatisierend, wenn es zwar die Gene von Vater und Mutter hat, aber von einer Leihmutter zur Welt gebracht wurde?
        Ist es schlimmer als wenn es zur Adoption freigegeben wurde und „keine Eltern mehr hat“?

      • lara sagt:

        bei leihmutterschaft…. bekommt das kind die botschaft ‚meine eltern wollten mich auf jeden fall‘

        bei adoption….’meine eltern wollten mich nicht‘

        für mich ist klar, dass adoption für die kinder sehr viel traumatischer ist als die leihmutterschaft (die eltern sind ja die leiblichen eltern oder mind. ein elternteil der vater)

      • hausmannus sagt:

        @lara: Nicht jede Adoptionsfreigabe ist auf Eltern zurückzuführen, die ihre Kinder nicht wollten. Es gibt auch Waisen und Eltern, die ihre Kinder freigeben, weil sie überzeugt sind, ihnen damit ein besseres Leben zu ermöglichen.

        Dieses Thema lässt sich halt nicht in Schwarz-Weiss darstellen.

        Die Frage, wo wir als Gemeinschaft die Grenzen ziehen bleibt deswegen aber immer noch und bedarf einer konkreten Antwort, auch wenn diese Antwort nicht jedem Fall bzw. Einzelschicksal gerecht werden kann.

      • lara sagt:

        @hausmannus

        das spielt für das kind keine rolle. die botschaft bleibt dieselbe. aus welchen gründen auch immer die eltern das kind freigaben spielt nur eine kleine rolle. vorallem bis diese dann erwachsen sind und vielleicht den einen oder anderen beweggrund nachvollziehen können. die kindheit und jugendjahre sind dann aber schon geprägt vom gefühl ’nicht gewollt zu sein‘.

        ich denke nur vollwaisen können sich diesem gefühl entziehen.

        ich bin einverstanden das ganze ist kein schwarz/weiss thema. an all jene die hier die adoption als allerweltslösung sehen, möchte ich raten einmal mit adoptierten kindern/erwachsenen zu sprechen. die sehen nämlich die adoption ein wenig anders…

      • Hotel Papa sagt:

        @lara: Auch wenn das nachvollziehbar ist: Was ist wohl schlimmer für ein Kind: adoptiert zu sein, und mit diesem von Dir beschriebenen Trauma zu leben, oder nicht adoptiert zu werden und in den entsprechenden Institutionen zu warten, ob vielleicht doch noch jemand kommt, der mich will?

        Das ist die Alternative, nicht Adoption oder Leihmutterschaft.

      • lara sagt:

        @hotel papa

        wir als gesellschaft sollten die eltern/vater/mutter unterstützen (in allen belangen), so dass die kinder bei ihnen aufwachsen können. mir wäre es lieber an teenager (von mir aus an alle) verhütungsmittel gratis abzugeben um solche schwangerschaften zu verhindern. und endlich aufhören die abtreibung zu verteufeln. denn meist ist die alternative zu abtreibung adoption/heim und nicht friede-freude-eierkuchen wie dass die abtreibungsgegner gerne hätten.

      • Hotel Papa sagt:

        Bei Teenieschwangerschaften ist die Alternative zur Abtreibung, dass die Tochter den Eltern noch weitere 12-15 Jahre auf der Tasche liegt. Und ein erheblicher Karriereknick. Will auch keiner, ist klar.

        Abtreibung verteufelt, wo? Jedenfalls nicht genug, um ihre Popularität zu knicken.

      • Some1 sagt:

        @lara:
        Das ist in etwa auch das, was ich denke. Wenn wir die Adoption schönreden oder zumindest akzeptieren, dann ist die Leihmutterschaft aus Sicht des Kindes sicher nichts schlechteres.
        Kinder aus Armutsverhältnissen zu „importieren“ ist reine Symptombekämpfung.

        @hausmannus:
        Ich glaube nicht dass die Frage nach den Grenzen langfristig relevant ist. Moral und Ethik wandeln und entwickeln sich mit jeder neuen Generation. Zur Freude der einen, zum Leid der anderen – ist klar.
        Das was meiner Meinung nach bei dieser Debatte wirklich wichtig ist, ist das Individuum – das Kind. Das Wohlbefinden des Kindes steht für mich an erster Stelle.

      • hausmannus sagt:

        @some1: Ich bin einverstanden, dass das Wohl eines bereits lebenden (oder meinetwegen auch schon gezeugten) Individuums erste Priorität hat. Genau darum stelle ich aber auch das Wohl von potentiellen Eltern, die ein Kind wünschen, hinter das der Gemeinschaft rsp. plädiere ich dafür, dass dieser Kinderwunsch auf keinen Fall zu Lasten der Gemeinschaft gehen darf.

        Dann stellt sich noch die Frage, wer definiert, was dem Wohl des Kindes förderlich ist und was nicht – womit wir wieder bei der von mir an anderer Stelle erwähnten Arroganz des Wesens sind zu meinen, dies allgemeingültig festlegen zu können. Wir haben die Tendenz, unser Leben als lebenswerter als dasjenige anderer Menschen in weniger entwickelter Gebiete zu betrachten. Ich finde das sehr herablassend.

    • Piero Grande sagt:

      Ich hätte gern:

      – einen Traumbody
      – ein 25cm-Stück
      – einen Sohn und dann noch ein Mädchen
      – keinen Herzinfarkt vor 65
      – gesunde Zähne
      – keine Glatze und volles Haar
      – kein Alzheimer
      – keinen Krebs in der Familie
      – dass die Liebe zu meiner Frau ewig hält

      wir leben doch im 21. Jh., oder? Da sollte das doch möglich sein…

  • Ursula sagt:

    Ich finde, wir sollten den Begriff des Altruismus bzw. des selbstlosen Schenkens überdenken. Wenn uns jemand uns etwas schenkt, dann ist uns normalweise so lange nicht wohl, bis wir dieser Person etwas zurückgeschenkt haben, das liegt nun mal in der menschlichen Nature, dazu gibt es Studien. Wenn sich also eine Frau auf eine Leihmutterschaft einlässt, ohne im Gegenzug Geld dafür zu erhalten, dem kinderlosen Paar also etwas schenkt, dann hinterlässt das beim kinderlosen Paar ein Gefühl, ihr etwas zu schulden. Die Leihmutter hingegen, die so altruistisch gehandelt hat, fühlt sich psychisch prächtig, schliesslich hat sie eine selbstlose Leistung erbracht und einem kinderlosen Paar zu ihrem Glück verholfen, und das alles, ohne etwas dafür zu verlangen, ist sie nicht eine tolle Frau, fast eine Heilige… das ist nicht mehr altruistisch, das ist egoistisch, das schmeichelt ihrem Ego. Wenn also Leihmutterschaft erlaubt wäre, dann finde ich, die Leihmutter sollte Geld dafür erhalten.

    Noch etwas anderes: Ich erinnere mich nicht, dass im Artikel gesagt wurde, die Allgmeinheit müsse für die Kosten der Leihmutterschaft aufkommen…

    • hausmannus sagt:

      Im Artikel nicht, aber in den Kommentaren taucht dies auf. (Sorry, jetzt wirds von der Wortwahl her ein bisschen sonderbar, aber es ist schwierig so auf die Schnelle eine gute Sprache dafür zu finden.) Ausserdem ist die Frage nach den Vollkosten nicht beantwortbar. Kinder zu haben, so wie es die Natur vorgesehen hat, ist in dem Sinne normal, dass es zum Menschsein gehört. Die Kosten, die hier anfallen, sind darum nicht diskutierbar. Nun haben wir es aber mit etwas zu tun, das wir durchaus als „künstlich“ bezeichnen können. Sind die Mehrkosten, die daraus entstehen, bezifferbar? Werden sie wirklich nicht von der Allgemeinheit bezahlt?

    • Georg sagt:

      Ach, sobalds erlaubt ist wird schnell der Ruf laut nach Kostenübernahme, da sonst die armen Sozialhilfebezüger sich keine Kinder leisten könnten (und damit der Möglichkeit beraubt wären, höhere Zulagen zu kassieren).

  • Melanie Meier sagt:

    Eine Adoption ist sicher nicht etwas schlechtes. Was aber bei der Leihmutter der, krass ausgedrückt, Vorteil ist, ist dass die eigenen Gene weitergegeben werden können. Und ich bin mir sicher, dass dies bei gewissen Personen ebenfalls eine Rolle spielt.

    Ich persönlich finde, dass eine Leihmutter nicht gross eine andere Abmachung hat als eine Frau, die ihr ungeborenes Kind schon zur Adoption freigibt. Leider kenne ich mich nicht so genau mit allen gesetzlichen Regelungen aus, aber wenn die Hürden zur Adoption gesenkt werden spielt es doch nicht so eine Rolle, wenn man noch ein bisschen weiter geht?

    Eine interessante weiterführende Diskussion wäre dann: Was ist mit gleichgeschlechtlichen Paaren?

    • tobe or not tobe sagt:

      Adoption durch gleichgeschlechtlichen Paare ? Wenn die fähiger sind Kinder groszuziehen wieso nicht. Doch ohne jemanden seine Gefühle zu verletzen: Ist es auch nicht bei diesen Paaren ein egoistischer Wunsch? Obwohl sie sich bewusst sind, bei gleichgeschlechtlicher LIebe keine Kinder Zeugen zu können, haben Sie doch den Wunsch wie heteros Eltern von Kindern zu werden. Bischen widersprüchlich aber auch verständlich.

      Aber dies ist ein Thema das wir besser nicht anschneiden, denn viele sind empfindlich getroffen, wenn man dies nicht nachvollziehen will.

      • Hotel Papa sagt:

        Dein Argument klemmt bei der Selbstbestimmung. Homosexuelle wählen ihre Neigung nicht. So wie Unfruchtbare ihre Unfähigkeit, Kinder zu bekommen, nicht wählen (die Spätberufenen jetzt einmal ausgenommen.)

    • hausmannus sagt:

      Was ist mit Einzelpersonen? Oder Vereinen, Firmen, Personengruppen? Wo sind die Grenzen und warum?

      Diese Diskussionen sind übrigens alles andere als neu („The Truman Show“). Es ist bei uns auch ein Privileg, nur schon darüber diskutieren zu können, denn anderswo ist die Frage, ob man ein Kind selber aufzieht oder „verkauft“ eine Frage des Überlebens. Kommt hinzu, dass die Meinung, ein Kind aus der Dritten Welt hätte es durch eine Adoption bei uns besser, eine unglaubliche Herablassung gegenüber den Menschen ebendieser Dritten Welt ist. Die Arroganz des Westens, sozusagen. Auch nichts Neues, leider.

    • Brunhild Steiner sagt:

      Dieses Thema wurde schon ausfühlichst im Thread „Er war eine Sie, wenn der Vater auch die Mutter ist“ oder so ähnlich be-diskutiert.

      • Some1 sagt:

        Dennoch hat er recht. Adoption generell und pauschal als Allheilmittel und Wohlfahrtstat zu präsentieren ist nicht sehr objektiv.

  • Sportpapi sagt:

    Wenn man schon so zynisch ist, Abtreibung in gewissen Fällen als beste Lösung für Kind und Mutter/Vater anzusehen, wieso soll dann eine Leihmutterschaft nicht auf das beste für Kind und „Eltern“ sein? Meine Meinung ist das aber nicht. Lieber das Kind einer Frau, die ungewollt schanger ist übernehmen, als extra ein zusätzliches zu „produzieren“.

    • StefanB sagt:

      Genau! wir sollten vielleicht lieber mal die Adoptionsverfahren vereinfachen.

      • Widerspenstige sagt:

        Ja, es wäre wirklich vernünftiger, die Adoptionsverfahren zu vereinfachen und bezahlbarer zu machen. Dann würden solche ‚Auswüchse der Machbarkeiten‘ automatisch vernachlässigt. Hier muss gezielter der Hebel in der Politik angesetzt werden und betroffenen Kinderlosen wäre der Weg zum eigenen Kind ein wenig geebnet. Wieso wird hier nicht mehr Erleichterung gesetzlich geschaffen? Wer klemmt hier eigentlich?

  • Hans Mustermann sagt:

    Schöne Konsumgesellschaft. Alle wollen alles und die Allgemeinheit hat gefälligst dafür aufzukommen.
    Mich wundert es nur das nicht gleich noch Schadenersatz bei Kinderlosigkeit gefordert wird.

  • Cara Mia sagt:

    Hier empört sich doch einmal mehr die Mütterpolizei oder Väterpolizei, die ihre Kinderlein hat. Da haben wir mühsam selber geboren, und da kommt so eine, und kauft sich den Bauch einer andern, muss durch das Ganze nicht hindurch, bloss weil sie Geld hat… Neid?

    • Pippi Langstrumpf sagt:

      Cara Mia, es gefällt mir, wie du hier an die Sache herangehst, ein Fünkchen Wahrheit ist sicher dabei, wir dürfen es uns nicht zu einfach machen.

      Trotzdem bin ich nicht deiner Meinung. Aber ich höre gern weitere Argumente, weil die Idee, ein Kind zu „verschenken“ auch für mich etwas Schönes, Freigiebiges hat.

      • Auguste sagt:

        hmm…, cara mia, nein kein neid und auch kein gefühl von „ätsch, wir haben’s einfach so hingekriegt“. jedes paar, dass sich auf eine schwangerschaft einlässt, nimmt beträchtliches risiko in kauf. paare, die sich einer leihmutter bedienen, transferieren diese risiken auf einen anderen menschen und glauben (oder werden glauben gemacht), dass es mit dem bezahlen einer prämie adäquat abgegolten ist.

        vergisst man mal für eine minute, dass die zugrunde liegende „transaktion“ menschliche fortpflanzung ist, bleibt technisch nichts weiter als eine risikofinanzierung mit entsprechendem pricing übrig. für mich ist das in hohem masse stossend. und ganz nebenbei, die spezialisten, die solche prämien wahrscheinlich am besten bestimmen könnten, haben uns die globale finanzkrise beschert. ich kenne den heutigen preis für leihmutterschaft nicht, aber wenn man diese jungs auf das pricing ansetzen würde, wäre er höchstwahrscheinlich einiges höher. und solange leihmütter besser gebären als risikomodelle erstellen können, bleiben sie am ende wahrscheinlich die dummen.

      • Melanie Meier sagt:

        @ Auguste

        Wenn man aber mit den gleichen Argumenten wie der der Autorin argumentiert, so geht es ja um das Einsetzen des eigenen Körpers als Kapital. Gleich technisch und emotionslos betrachtet: was ist denn so viel schlimmer, Leihmutter zu sein, als wenn sich ein junges Mädchen fast zu Tode hungert weil sie Model ist, Männer an Herzinfarkten sterben auf dem Fussballplatz oder ein Skifahrer gelähmt ist weil er zu schnell um die Kurve fuhr?

        Schlussendlich geht es um die Entscheidung, mit seinem eigenen Körper machen zu dürfen was man will. Es bleibt der Leihmutter selber überlassen, ob sie das Risiko auf sich nehmen will. Und als letztes: lieber Leihmutter als Prostituierte, wenn man keinen Ausweg mehr sieht, oder?

      • Pippi Langstrumpf sagt:

        Also die Wahl zwischen Pest und Cholera….

      • Melanie Meier sagt:

        @ Pippi

        Ich hoffe nicht, dass sich jemand in der Schweiz diese Frage wirklich stellen muss. Aber wenn man damit beginnt zu argumentieren dass Leihmütter auch nur ihren Körper verkaufen und dies verwerflich sei und sie dies sowieso nur aus Gründen der Not macht… Dann stellt sich bei mir eben diese Frage.

      • Piero Grande sagt:

        Sind sie aber ein Konservativer, August!

      • Auguste sagt:

        @ melanie meier

        hmm…, ich gehe mit ihnen einig, was die entscheidung angeht, mit seinem körper und geist zu machen, was man will und man dabei auch die grenzen ziemlich weit stecken kann (zb. fast verhungern für den catwalk). ich habe einfach bedenken, dass leihmütter, nicht ganz unähnlich wie prostituierte, aus bevölkerungsschichten rekrutiert werden würden, wo schlichte not, unwissenheit und auswegslosigkeit solch potentiell verheerenden „karrieren“ zu grunde liegen.

        aber wie ich bereits gesagt habe, wenn sich eine frau aus freien stücken und überzeugung unentgeldlich zur verfügung stellt, das baby von jemand anderem auszutragen, dann würde ich einen solchen entscheid ohne mucks respektieren.

        übrigens, der tod auf dem fussballplatz in wembley bei einem finalspiel wäre ein heldentod – in pfungen beim 3. liga match am sonntagmorgen eine tragödie.

    • Brunhild Steiner sagt:

      @Cara Mia: also echt, das glauben Sie jetzt aber nicht im Ernst, oder?
      Mit dem Thema setzen sich sogenannte hochdotierte Fachpersonen auseinander,
      aber wehe wir erlauben uns darüber kritische Gedanken zu machen, zu hinterfragen, von allen Seiten zu beleuchten, den Weg zu Ende denken- dann sind wir die Mütter- und Väterpolizei??? Bisschen einfach, finde ich.

      • Linda-Sue sagt:

        von mir aus können die kinderlosen Paare an sich rumdoktern lassen wie sie wollen, bis evtl. der eigene Körper nicht mehr mitmacht (zuviele Hormonbehandlungen), oder bis sie eben pleite sind…. steckt ja immerhin ein beachtlicher Wirtschaftszweig dahinter, wenn man die ganzen Familienplanungszentren usw. anschaut.

        Aber bitte nicht anfangen zu jammern, Kinderlosigkeit sei eine Krankheit und desshalb auch von der Krankenkasse zu vergüten. Die wirklich körperlich kranken und das Gesundheitssystem werden es danken.

        Ausserdem stimmt das nicht, dass die heutigen 30-40 Jährigen keine Ahnung gehabt hätten, von wegen der Fruchtbarkeitsabnahmen nach dem 30 Alterjahr. Das kann man überall Nachlesen, wenn man denn will, auch der Gyn. wird die junge Frau mal darauf angesprochen haben und 2-3 Sätze dazu gesagt haben. Es ist wohl eher so, dass das Thema überhaupt nicht wahrgenommen wird und auch nicht interessiert bis frau dann mit 40 den Kinderwunsch hat, vorher hat man das Leben genossen und die anderen Kinder eher als nervend am Rande wahrgenommen.

  • StefanB sagt:

    Man darf m.E. die Leihmutterschaft nicht mit Abtreibungen oder der Prostitution vergleichen. Ich sehe vielmehr die Gefahr, dass hier ein weiteres Mal Menschen aus Schwellen- oder Drittweltländern missbraucht werden, um unsere Luxusansprüche zu erfüllen. und ich sehe auch die Gefahr, dass dies eskaliert zum Baby nach Katalog:

    Vermittler: „was wünschen Sie!“
    Paar: „Wir hätten gern ein Baby?“
    V: „Haben Sie an etwas bestimmtes gedacht?“
    P: „Vielleicht was hübsches Asiatisches?“
    V: „Da haben wir gerade eine neue Lieferung reinbekommen. Sehen Sie zum Beispiel hier: die Eizelle stammt von einem chinesischen Topmodell, die Spermien von einem ehemaligen Kampfsportler, der danach als Schauspieler gross rausgekommen ist“
    P: „Wir hätten gerne etwas intelligenteres…“
    V: „Da hätten wir: die Eizelle von einer japanischen Computeringenieurin, die vorher Landesmeisterin im Schwimmen war, die Spermien von einem Vulkanologen“
    P: „Oh, das scheint ja OK zu sein.“
    V: „Da haben Sie aber eine gute Wahl getroffen. Denken Sie daran, wir sind die Einzigen, die lebenslange Garantie abgeben. Wenn Sie mit der Ware nicht zufrieden sind, können Sie es jederzeit zurückgeben. Zahlen Sie bar, mit Karte, oder wünschen Sie eine Rechnung? Und sollen wir Ihnen die Ware liefern, oder nehmen Sie sie gleich mit?“
    P: „Hier ist unsere Kreditkarte. und einpacken brauchen Sie’s nicht, wir nehmen es gleich so mit!“

    • Vera sagt:

      Ein unerfüllter KInderwunsch ist keine lockere Angelegenheit, und alle, die da mal durchgingen, wissen, dass das UEBERHAUPT NICHT mit dem Einkaufen eines neuen Luxusartikels verglichen werden kann. Erst ein jahrelanger Leidensweg von anderen Behandlungsmöglichkeiten, endlosen Zyklen ohne positiven Schwangerschaftstest etc bringt ein Paar dazu, schliesslich diesen Weg einzugehen. Deine Darstellung des Sachverhalts ist eine Ohrfeige für alle, die unerfüllten Kinderwunsch haben, und gründet auf völliger Unkenntnis der Realität.

      • StefanB sagt:

        Vera, mein kleines Szenario ist ja keine Darstellung heutiger Realität, sondern eine nicht wünschenswerte mögliche Entwicklung, die wir heute vielleicht anstossen. Gottseidank sind wir noch nicht soweit, dass meine kleine Szene Wirklichkeit ist, aber leider befürchte ich, dass wir in diese Richtung gehen.

      • Vera sagt:

        Ja, wenn einem Paar mit Kinderwunsch keine Möglichkeit mehr offensteht, zu einem Kind zu kommen, dann ist es selbstverständlich besser, sie akzeptieren diese Situation. Aber hier geht es ja gerade darum, dass es noch Möglichkeiten gibt, diese jedoch verweigert werden.

      • Pippi Langstrumpf sagt:

        @Auguste

        Grundsätzlich sehe ich das auch so, ich möchte aber nicht nur die körperliche Unversehrtheit geschützt wissen, sondern auch die psychische, da mache ich ein ebenso grosses Fragezeichen. Vor allem auch, weil ich zu der Ansicht neige, dass im psychischen Bereich bereits einiges schief liegt, wenn eine Frau zur Leihmutterschaft bereit ist. Was du noch gesagt hast, betreffend der Unfähigkeit des akzeptierens von etwas, wenn man genügend Geld hat, ist leider auch wahr.

      • Vera sagt:

        Hotel Papa: Wenn ein Mann infolge Impotenz nicht zu einer befriedigenden Sexualpartnerschaft fähig ist, dann wird das sehr wohl als Kranheit betrachtet und entsprechend behandelt.

      • Hotel Papa sagt:

        Da nimmst Du den Begriff der Sexualpartnerschaft sehr viel enger, als ich ihn gemeint habe. Ich wollte die romantische Beziehung absetzen von den X anderen Formen der Partnerschaften, die es ja auch gibt.

        Die übliche Zweierkiste halt, i.d.R. XX & XY.

      • Vera sagt:

        Der Generation der heute 30-40-jährigen wurde nie klargemacht, dass die Fruchtbarkeit ab einem bestimmten Alter rapide sinkt. Das ist erst seit einigen Jahren so präsent in den Medien. Ich hoffe, dass die Jugendlichen heute im Biologieunterricht nicht nur von Verhütung hören, sondern auch von dem Problem, und in ihre Zukunft entsprechend gestalten. Diejenigen, die heute unerfüllten Kinderwunsch haben, haben einfach nicht damit gerechnet, dass es sie treffen könnte. Ausserdem wurde ihnen eingetrichtert, wie wichtig es sei, eine gute Ausbildung zu haben etc. Wir sind das Produkt unserer Zeit. Denjenigen, die nunmal in diese Situation geraten sind, nicht zu helfen, ist zynisch, denn sie haben keine zweite Chance in ihrem Leben, ein Kind zu haben, diese Türe ist für immer zu. Das ist unglaublich schmerzlich. Ist finde es nicht richtig, dass ältere Paare mit unerfülltem Kinderwunsch immer als vergnügungs-, karriere- und geldgierige Menschen hingestellt werden. Wie kann man jemandem verwehren, ein Leben auf die Welt zu bringen, wenn es Möglichkeiten dazu gibt?

      • Hotel Papa sagt:

        Vor ca. 25 Jahren hat zu mir eine Krankenschwester von 36 Jährigen Müttern als ‚erstgebärende Grossmütter‘ geredet. Das Problem war bekannt.

        Es ist heute natürlich deutlich bewusster, weil die Generation „I want it all and I want it NOW“ in Richtung Torschluss geht.

        Natürlich ist das für die betroffenen ein schmerzvoller Prozess. Die Frage ist, welche Mittel man als gerechtfertigt betrachtet, diesen Schmerz zu lindern. Vor allem, wenn das Mittel das Potenzial hat, neuen Schmerz zu verursachen.

      • Walter sagt:

        @Vera
        Aber das glaubst du wohl selber nicht oder? Ich bin 34 und allen meine Kolleginnen und auch die meisten Kollegen war bekannt, dass Frau nicht ewig Kinder haben kann. Das wird fast in jeder Beziehung ein Thema wenn es auf die 30ig zugeht (ausser beide wollen keine Kinder)

    • Auguste sagt:

      hmm…, hertz – rent a car, triemlispital – rent a mom.

      • Vera sagt:

        Auguste, du weisst nicht, wovon du redest.

      • zysi sagt:

        vera, sind sie denn nicht auch der meinung, dass der umgang mit dem leben von uns bereits lebenden menschen nicht auch zu überdenken ist.

        mir sind auch kinderlose ehepaare bekannt. nicht immer aufstellend, aber sie haben für sich begriffen, dass dies nicht zu ändern ist, auf natürlichem wege.
        sie haben aber auch erkannt, dass ihr lebenssinn nicht ausschliesslich im kinderhaben liegt.

        das ist ein prozess, ein möglicherweise langwieriger, ja. aber gehbarer.
        was meinen sie denn, wie es konsequenterweise auch weiter gehen kann? da hat stefanB zwar die krasse keule hervorgeholt, aber die stossrichtung trifft leider zu.

      • Auguste sagt:

        hmm…, vera, auch wenn es beim kinderwunsch um das urbedürfnis schlechthin geht und mir einige dramen von leuten, denen nachwuchs auf natürlichem weg versagt blieb, recht gut bekannt sind, ändert das nichts an daran, dass ich, solange es keine absolut 100% garantie auf die körperliche unversehrtheit einer leihmutter gibt, das als völlig unnötige freak-show für leute ansehe, die nicht die grösse haben zu akzeptieren, dass man im leben nicht alles haben kann, selbst wenn man es bezahlen könnte.

      • StefanB sagt:

        Auguste, da geb ich Dir recht. Leihmutterschaft ist nur eine Ausprägung der grassierenden „Ich will, hier und jetzt und heute“Mentalität.

      • Vera sagt:

        Nein, es ist, wie oben erwähnt, ein Urbedürfnis schlechthin. Das kann man nicht gleichsetzen mit dem Kauf eines Autos.

      • Pippi Langstrumpf sagt:

        Sch…… , heute habe ich es wirklich nicht im Griff, mein Post an Auguste ist zu weit oben gelandet, Scheibenkleister.

      • StefanB sagt:

        Kinder zu haben, sich fortzupflanzen, mag ja ein Urbedürfnis sein, aber es ist nicht absolut lebensnotwendig, im Gegensatz zu den Urbedürfnissen Essen, Trinken, Schlafen, Atmen. Darum erscheint mir der Zwang, ein Kind herzubekommen, koste es, was es wolle, ziemlich krankhaft zu sein.

      • Vera sagt:

        StefanB, du verwechselst Grundbedürfnisse mit Urbedürfnissen.

      • Auguste sagt:

        @ pippi „all over the place“

        hmm…, ich habe es mir einfach gemacht und körper & geist als einheit vorausgesetzt. natürlich trifft deine präzisierung zu und macht die sache damit nicht einladender.

      • Brunhild Steiner sagt:

        @Vera: eben! Und ein unerfülltes Grundbedürfnis ist weder eine Krankheit, noch eine Behinderung,
        und es führt auch nicht zum Tode!
        So einschneidend eine ungewollte Kinderlosigkeit ist, aber es gibt einen Weg durch den Schmerz, das Unerfülltsein. Es ist einfach nicht wahr dass wir Menschen aufgrund eines unerfüllten Urbedürfnisses zu einem armseligen, erbärmlichen Leben verdammt sind.

    • Vera sagt:

      Liebe Brunhild Steiner, Essen, Trinken, Schlafen, das sind für mich Grundbedürfnisse. Kinderwunsch hingegen gehört für mich zu den Urbedürfnissen. Ein unerfüllter Kinderwunsch ist meines Erachtens eine Krankheit. Wie definieren Sie Kranhkeit? Längst nicht jede Krankheit, und sogar die Mehrzahl davon, ist lebensbedrohlich, aber dennoch werden sie behandelt. Man kann auch mit einem chronischen Ausschlag, nur einem Arm, ständigem Kopfweh etc. leben, aber diese Dinge beeinträchtigen das tägliche Leben dermassen, dass man sie als eine Krankheit betrachtet. Genauso ist es mit dem unerfüllten Kinderwunsch: er beeinträchtigt das Leben des Paares dermassen, dass man von einer Krankheit spricht. Dazu kommt, dass organisch etwas nicht in Ordnung ist, was wiederum dafür spricht, dass es sich beim unerfüllten Kinderwunsch um eine Kranhkeit handelt.

      • Hotel Papa sagt:

        Und wie ist es mit dem unerfüllten Kinderwunsch der 55 Jährigen, die bis 45 andere Prioritäten hatte? (Kann den Mann jetzt nicht mit ins Spiel bringen, denn die Natur hat uns da ja privilegiert.)

        Die organischen Ursachen, ja. Der Wunsch an und für sich: Wohl eher nicht.

      • Vera sagt:

        Und warum nicht?

      • Hotel Papa sagt:

        Weil, wie oben angedeutet, die Gründe der Kinderlosigkeit viele sein können. Und viele davon sind eindeutig keine Krankheit.

      • Kathy sagt:

        Ein unerfüllter Kinderwunsch ist in der heutigen Zeit meist keine Krankheit, sondern das Ergebnis einer gesellschaftlichen Entwicklung. Vielleicht wird es einfach Zeit, das wir Frauen uns bewusst machen, das die fruchtbarste Zeit zwischen 20 und 30 liegt und nicht mit 42 Jahren beginnt..

      • Hotel Papa sagt:

        Eine befriedigende Sexualpartnerschaft ist im Übrigen auch ein Urbedürfnis der meisten Menschen. Hier ist es jedem klar, dass die Nicht-Befriedigung allenfalls zu akzeptieren ist. Ganz sicher wird niemand sie als „Krankheit“ klassieren.

      • Vera sagt:

        Verstehe ich dich richtig, wenn ein Paar zu lange gewartet hat, dann ist es selber schuld? Meinst du, die haben absichtlich so lange gewartet, weil sie gedacht haben, ach, sonst richten wirs halt noch mit einer Leihmutter ein, kostet halt etwas viel, aber geht ja auch. Nein, wenn Leute erst spät ihren Kinderwunsch verwirklichen , dann liegt das meistens daran, dass vorher kein vernüftiger Partner da war, oder der gegenwärtige Partner fand, warten wir doch noch ein wenig etc. Niemand wartet freiwillig so lange, und ich finde, wenn jemand so viele Strapazen auf sich nimmt, um einem Kind zum Leben zu verhelfen, dann gibt es keinen Grund, das zu verhindern.

      • Hotel Papa sagt:

        wenn ein Paar zu lange gewartet hat, dann ist es selber schuld?

        Bringts etwa auf den Punkt, ja. Andere Dinge waren wichtiger. Das Haus noch nicht gebaut, die Weltreise noch nicht gemacht, der Mann nicht die richtige Mischung aus Clark Gable, Woody Allen und Jean Claude VanDamme, die Frau nicht genügend formbar, die Berufliche Karriere nicht weit genug gediehen, der Audi TT attraktiver als der Audi Combi, die Disco attraktiver als der Kinderspielplatz.

      • Widerspenstige sagt:

        @Hotel Papa
        Ich sehe das ähnlich, leider, muss ich da sagen und es geht in die Richtung ‚Ich will alles, egal zu welchem Preis!‘.

      • Kathy sagt:

        Genau das will ich damit sagen – wer zu lange wartet ist selber schuld. Es ist ja nun wirklich kein Geheimnis das der weibliche Körper nur bis zu einem gewissen Alter Kinder empfangen kann. Und ganz ehrlich: Kinder wollen keine „alten“ Eltern, wenn das Mami eines Erstklässlers 50 ist, ist das uuuuuralt. (vom Empfinden des Kindes her betrachtet)

      • Hotel Papa sagt:

        Och, die Generation der Eltern ist sowieso uuuuralt. Ganz unangenhem wird es, wenn die Aktivitäten der Eltern in den Teenie-Jahren in unangenehme Nähe zu den eigenen rücken…

      • elena sagt:

        für Hotel Papa: Männer sind wohl nur solange ‚priviligiert‘ als es noch Frauen gibt, die mit einem Opi ein Kind haben möchten…..aber vermutlich wird das hier auch als ‚Urbedürfnis‘ hingestellt, Kinder pflegen und bald den Rentner grad dazu.

      • Brunhild Steiner sagt:

        @Vera:
        „Kinderwunsch hingegen gehört für mich zu den Urbedürfnissen. Ein unerfüllter Kinderwunsch ist meines Erachtens eine Krankheit. Wie definieren Sie Kranhkeit?“

        Sie haben es selber formuliert: Krankheit ist nicht ein unerfülltes Urbedürfnis…,
        und ein unerfülltes Urbedürfnis ist keine Krankheit.
        ich wiederhole mich gerne:
        Und ein unerfülltes Grundbedürfnis ist weder eine Krankheit, noch eine Behinderung,
        und es führt auch nicht zum Tode!
        So einschneidend eine ungewollte Kinderlosigkeit ist, aber es gibt einen Weg durch den Schmerz, das Unerfülltsein. Es ist einfach nicht wahr dass wir Menschen aufgrund eines unerfüllten Urbedürfnisses zu einem armseligen, erbärmlichen Leben verdammt sind.
        Möglicherweise befinden Sie sich zur Zeit in genau diesem äusserst dornigen Lebensabschnitt.
        Mit Grenzerfahrungen umgehen und sie in die eigene Biographie einbauen, das ist nie einfach.
        Aber ein grosses Problem unserer Komfortzonenwelt ist die immer mehr schwindende Fähigkeit mit einschneidenden Grenzen sinnvoll und konstruktiv umgehen zu können, lebbare Alternativen zu finden.
        Deshalb ist das Thema Leihmutterschaft auch Dynamit, denn es hat ganz massiv mit unseren Vorstelllung und unserem Umgang mit Begrenzungen zu tun.

      • sonnenschein sagt:

        brunhild steiner, so, wie ich vera verstehe, definiert sie essen, schlafen, trinken zu den grundbeduerfnissen, kinderhaben jedoch zu den urbeduerfnissen. kann dieses urbeduerfnis des kinderhabens nicht erfuellt werden, weil beispielsweise die samenqualitaet des partners nicht gut ist oder die eileiter der frau blockiert sind oder die gebaermutter abnormal geformt ist, also eine erkrankung der entsprechenden organe vorliegt, dann, ja, dann liegt eben eine erkrankung vor, diejenige der sterilitaet, oder, wie sie auch genannt wird, des unerfuellten kinderwunsches. scheint mir ganz nachvollziehbar.

      • Brunhild Steiner sagt:

        @sonnenschein:
        Ein unerfülltes Grundbedürfnis ist weder eine Krankheit, noch eine Behinderung,
        und es führt auch nicht zum Tode!
        So einschneidend eine ungewollte Kinderlosigkeit ist, aber es gibt einen Weg durch den Schmerz, das Unerfülltsein. Es ist einfach nicht wahr dass wir Menschen aufgrund eines unerfüllten Urbedürfnisses zu einem armseligen, erbärmlichen Leben verdammt sind.
        Wir im Westen haben es erfolgreich verlernt mit unerfüllten Urbedürfnissen klarzukommen.

      • Brunhild Steiner sagt:

        @sonnenschein: sollte natürlich URBEDÜRFNIS heissen…

    • Vera sagt:

      Ja welcher neue Schmerz wird denn durch Leihmutterschaft geschaffen? Kannst du mir das erklären?

      • Hotel Papa sagt:

        Der Schmerz der Leihmutter, die sich vom in ihr gewachsenen Leben trennen muss. Die rein physischen Strapazen, für die sie sich bezahlen lässt (zählt nicht wirklich, die hat die „normale“ Mutter auch.) Der Schmerz des Kindes, das durch die Identitätskrise durch muss. („zu wem gehöre ich eigentlich?“) Der Schmerz des Kindes, dessen Eltern in seinen schwierigsten Jahren womöglich nicht mehr die Kraft haben, ihm durchzuhelfen.

        In meinem Weltbild gibt es noch ein par weitere schmerzhafte Punkte, aber die stossen hier nur auf Unverständnis.

      • Hotel Papa sagt:

        Ich gebe nicht auf, aber ich „suche“ auch nicht. Und was man auf Plattformen wie dieser hier mitkriegt, motiviert auch nicht dazu. „Prince Charming“ sei vom Pferd gefallen, hat kürzlich eine festgehalten. (Nicht, dass er je oben gesessen wäre; er war immer eine Wunschprojektion.)

        „Princess Entitlement“ ist aber alive and kicking. Und da hat mir eigentlich die Erfahrung von einer gereicht.

        „Auf gleicher Augenhöhe begegnen“ wird von den Damen immer mal wieder gefordert. Genau das ist auch meine erste Bedingung.

    • Widerspenstige sagt:

      @StefanB
      Treffender könnte es kein Realsatiriker sagen – schwebend zwischen Sarkasmus und Zynismus zwar – aber so könnte es dann in Zukunft aussehen. Der helle Wahnsinn!

      • Vera sagt:

        Hotel Papa, und woher weisst du das aller so genau? Hast du auch nur einen Bericht gelesen, wo eine Leihmutter von ihrer Tätigkeit berichtet? Hast du auch nur einen Artikel gelesen, wo Kinder davon berichten, wie sie es finden, dass sie von einer Leihmutter ausgetragen wurden? Ich habe verschiedene Berichte von Kindern gelesen, die durch Samenspende ins Leben gekommen sind, und sie waren glücklich, dass sie überhaupt da waren! Sie hatten keine Identitätskrisen, vor allem nicht, wenn die Eltern nie einen Hehl daraus gemacht haben, dass sie durch Samenspende ins Leben gekommen sind. Probleme gab es einzig in Fällen, wo diese Tatsache verheimlicht wurde und das Kind dennoch gespürt hat, dass etwas wohl anders ist. Ich finde, man sollte diese Dinge, Leihmutterschaft und Samenspende, und auch Eizellspende, offen und vernünftig angehen, kein Geheimnis draus machen, auch die Identität der Leihmutter, des Samenspenders oder der Eizellspenderin zu einem gewissen Zeitpunkt offenlegen dürfen, und gemäss meinem Wissen entsteht dann dadurch kein Problem für niemanden.

      • Hotel Papa sagt:

        1. Vera: Bitte, bitte, bemühe Dich, Deine Antworten im Thread richtig zu platzieren. Das wird das totale Chaos hier.

        2. Ich weiss das nicht. (Abgesehen vom Schmerz der Leihmutter, der dürfte in praktisch allen Fällen sehr real sein.) Ich hatte von potenziellem Schmerz gesprochen.

        Ich bin einfach ein Mensch, der sehr viele Hemmungen hat, zur Befriedigung seiner eigenen Bedürfnisse ins Leben anderer Menschen einzugreifen. Leihmutterschaft steht dem diametral entgegen.

        Und ich habe Ehrfurcht vor dem Wunder der Menschwerdung. Wird das mechanisiert und kommerzialisiert, dann berührt mich das sehr unangenehm.

        Du bist offenbar betroffen. Es tut mir leid, wenn meine Äusserungen Dich verletzt haben. Das ändert aber nichts daran, dass das meine Einstellung ist. Hier stehe ich…

        Mein Lebensgang war ein anderer. Ich beisse im Moment an der Konsequenz der „biologiegerechten“ Vaterschaft, die auch nicht mehr wirklich in die Gesellschaft passt.

      • Catherine sagt:

        hotelpapa, nur, weil es dir schwerfällt, in das leben anderer einzugreifen, um deine eigenen bedürfnisse zu befriedigen, bedeutet das nicht, dass das für andere auch so ist. anderen macht das offenbar nichts aus, warum verwehrst du es ihnen dann?

      • Hotel Papa sagt:

        @Catherine: Point. Verwehren kann ich es ihnen allerdings nicht. Mir ist einfach der ganze Wirtschaftszweig zutiefst suspekt.

        Im allgemeinen bin ich laizistisch. Bei der Vorstellung, dass eine Frau ein kind 9 Monate austrägt und dann komplikationslos abgeben kann, sagt aber etwas in mir „NEIN!“

      • Pippi Langstrumpf sagt:

        @Hotel Papa

        **Ich beisse im Moment an der Konsequenz der “biologiegerechten” Vaterschaft, die auch nicht mehr wirklich in die Gesellschaft passt.**

        Sag mal, HP, bedeutet dieser Satz, dass du Vater wirst von einem völlig ungeplanten und ungewollten Kind, oder was meinst du damit, dass die biologiegerechte Vaterschaft nicht in unsere Gesellschaft passt?

        Ich weiss, ich komme etwas in der alten Fasnacht, aber dein Sätzchen liess mir keine Ruhe, und heute bin ich wieder darüber gestolpert. Falls ich mit meiner Vermutung richtig liege, wie wirst du damit umgehen, was bedeutet es emotional für dich? Würde mich sehr interessieren, sorry für die indiskrete Fragerei.

      • Katharina sagt:

        @Pippi Langstrumpf:

        Dies ist off topic: Was ist Deine Meinung dazu, dass eine andere neue Katharina hier mitschreibt und darauf beharrt, ihren Namen nicht anzupassen, damit keine Konfusion entsteht? Meine Meinung ist, dass ich wegen meinem schon langen Mitwirken hier ein Vorrecht habe.

      • Isobel sagt:

        @Katharina aus USA
        Wenn ich ihnen einen rat geben darf, auch wenn sie Pippi Langstrumpf darum gebeten haben, gibt es halt in einem Bl0g wie diesem ohne registrierung des nicks nur zwei möglichkeiten:
        a) Sie hängen bei ihrem nick ‚..aus USA‘ an oder
        b) Die zweite Katharina wird sicherlich so vernünftig sein, als später hier dazu gestossene, ihrem nick ein erkennungszeichen anzuhängen wie zb KatharinaB oder so. Es gilt auch hier die regel des ‚wer zuerst kommt hat ältere rechte‘.

        Es ist für die anderen bloggerInnen hier bestimmt eben so lästig, die eine mit der anderen zu verwechseln, obwohl der/die geübte leserIn schnell die wortwahl, satzaufbau und bestimmte merkmale/ausdrücke sofort erkennt. Für mich persönlich eher kein problem, aber es kommen immer wieder neue bloggerInnen hinzu und dem ist rechnung zu tragen.

      • Katharina sagt:

        @Isobel: Das war ja meine Argumentation, dass ich seit anderthalb jahren mitmache und die andere katharina nun offensichtlich eine neue ist. Sie besteht allerdings darauf ihren Nick nicht anzupassen. Wir hatten dies Situation auch schon. so taufte sich laura in laura TI um, und Auguste nennt sich jetzt auguste, weil sein anderer nick mehrfach verwendet wurde und dies in recht ueblen streichen.

        mal sehen. die neue katharina war sich das alles nicht bewusst, da sie neu ist.

        Ich habe dazu noch andere gedanken und vermute eben, dass wenn ich meinen namen aendere, das ganze mit dem neuen namen sich wiederholt.

        es ist wirklich so, dass eine fuehrende zeitung ie diese hier, auch anmeldefunktionen usw wie die anderen fuehrenden zeitungen haben muesste. welt.de etwa oder die zeit.de haben das schon lange. dass die das nicht machen erstaunt mic eigentlich. es macht einen unsorgfaeltigen eindruck.

        die software, die die hier anwenden, haette das ja eigentlich schon eingebaut.

      • Pippi Langstrumpf sagt:

        @Katharina

        1. Ich finde es in erster Linie unhöflich, wenn jemand Neues sich nicht anpasst mit seinem Nick.

        2. Vielleicht ist die Konfusion gewollt, dann nützt ein Appell auf Rücksichtnahme nichts. Es wird dir wohl nichts anderes übrigbleiben, als deinem Namen ein Kennzeichen anzuhängen. „Katharina USA“ sieht doch gut aus, richtig dynamisch, warum also nicht?

      • Brunhild Steiner sagt:

        Naja, wenns mit Absicht ist, was hindert den oder die Betreffende daran, bei seinem/ihrem Namen ebenfalls von Zeit zu Zeit ein dynamisches USA anzuhängen um wieder ein bisschen aufzumischen?… Wer echt am Austausch interessiert ist, für den sollte es eigentlich klar sein „wer zuerst kommt, nickt zuerst“ oder so, und die anderen, tja…

      • Hotel Papa sagt:

        @Pippi: „Sag mal, HP, bedeutet dieser Satz…“

        Nein, ganz harmlos: Ich bin für heutige Verhältnisse relativ früh Vater geworden. (mit 28). Der Übergang zur Zeit „danach“ hat bei uns, wie Du weisst, dann nicht geklappt.

        Dieses „entsorgt werden, da nicht mehr gebraucht“ gibt mir zu beissen.

        Die Standardkarriere ist ja heute zusammen das Leben geniessen, dann Kinder. Zum „Leben geniessen danach“ hat sie lieber ein neues Modell genommen.

      • Pippi Langstrumpf sagt:

        @HP

        Ach so, ich dachte schon, könnte ja sein……

        Nach meinen Berechnungen bist du nun also im besten Alter, dann müssten dir die Frauen doch die Bude einrennen? Lass‘ den Kopf nicht hängen, andere Mütter haben auch hübsche Töchter…. 🙂

      • Hotel Papa sagt:

        Das „Beste Alter“ ist ein Euphemismus für „Past the ‚best use by date'“. Der Menschliche Körper ist nicht dafür gemacht, mehr als 45 Jahre intensiv gebraucht zu werden.

        Ausserdem habe ich inzwischen eine Alternative geschnuppert. Die heisst: Einer für sich ist auch genug. Demnach stelle ich an die „hübsche Tochter“ Bedingungen. Konkret muss es mir „mit“ besser gehen als „ohne“. Die ist mir bisher nicht begegnet.

      • Pippi Langstrumpf sagt:

        HP, du tönst ja fast schon wie ein Eremit, der Mensch wird heute über 80 Jahre alt, das willst du doch nicht wirklich durchziehen? Schon klar, keine Frau um jeden Preis, mit sollte es einem besser als ohne gehen, aber ich finde trotzdem, dass man nicht zu früh aufgeben sollte, jedenfalls nicht vor 79, nicht wahr?

      • Hotel Papa sagt:

        Shit, jetzt fange ich auch schon an, Posts zu streuen. Hier gehört das hin:

        Ich gebe nicht auf, aber ich “suche” auch nicht. Und was man auf Plattformen wie dieser hier mitkriegt, motiviert auch nicht dazu. “Prince Charming” sei vom Pferd gefallen, hat kürzlich eine festgehalten. (Nicht, dass er je oben gesessen wäre; er war immer eine Wunschprojektion.)

        “Princess Entitlement” ist aber alive and kicking. Und da hat mir eigentlich die Erfahrung von einer gereicht.

        “Auf gleicher Augenhöhe begegnen” wird von den Damen immer mal wieder gefordert. Genau das ist auch meine erste Bedingung.

      • Pippi Langstrumpf sagt:

        Die Augenhöhe ist doch selbstverständlich. HP, ich sehe durchaus Hoffnung für dich, sei nicht so pessimistisch! Was die Äusserungen im Bl0g anbelangt, gilt wohl wie so oft: Nichts wird so heiss gegessen, wie es gekocht wird. 🙂

        Aber ich finde es auch wichtig, dass man eine zerbrochene Beziehung zuerst verdaut, bevor man sich schon wieder in etwas Neues stürzt, was oft bloss Schmerzbetäubung ist und nicht wirklich ein Neuanfang.

  • Andrea sagt:

    Als Argument gegen die Leihmutterschaft wird hier wiederholt der Machbarkeitswahn ins Feld geführt. Dürfte ich mal erfahren, was damit genau gemeint ist? Mir kommt es vor, als würde dieser Begriff als Worthülse verwendet, ohne, dass sich die Leute genau überlegen, was sie damit sagen wollen. Was ist schlecht daran, wenn Menschen vieles dransetzen, dass sie etwas erreichen können? Nur diese Art von Bestreben hat die Menschheit weitergebracht, hat zu neuen Entdeckungen geführt. Es gibt Menschen, die gerne ihre Energie und Intelligenz für neue Möglichkeiten brauchen; was ist schlecht daran? Natürlich müssen ethische Leitlinien gelten, man muss sich gut überlegen, wofür man diese Energie, Ressourcen, Intelligenz einsetzt, nicht alles darf erlaubt sein, aber genau solche Leitplanken werden im Fall der Leihmutterschaft ja vorgeschlagen. Das Gegenteil vom Bestreben, neue Möglichkeiten zu verwirklichen, ist Resiginieren in die momentane Lebenssituation, sich Fügen, in der momentanen Situation stehenbleiben: warum soll das gut sein?

    • StefanB sagt:

      Andrea, der Machbarkeitswahn meint, dass alles, was machbar ist, auch gemacht werden kann, soll und darf. Es ist heute vieles machbar, das gegen etliche ethische Richtlinien verstösst. Um nur ein Beispiel (das zu dieser Diskussion einigermassen passt) zu nennen, ist die pränatale Diagnostik. Seit diese möglich ist, werden in Indien zum Beispiel viel mehr Knaben als Mädchen geboren. Warum? Es ist möglich, pränatal das Geschlecht zu bestimmen. Da Mädchen viel weniger gelten als Knaben, dazu bei der Verheiratung die Eltern ein Heidengeld an Aussteuer kosten, werden Mädchen häufig abgetrieben. Was schon heute dazu führt, dass viele junge Männer keine Frau finden.

      Es ist prinzipiell nichts schlechtes, wenn Leute etwas zu erreichen suchen, etwas Neues entdecken usw. Doch Fortschritt um des Fortschritts willen lässt ausser acht, dass der Mensch ja in einer Umwelt lebt, die sich vielleicht nicht so schnell ändert, wie es der Fortschritt bedingen würde.

      • Andrea sagt:

        Ich sage ja, es müsste ethische Leitlinien geben. Mich stört einfach diese mechanische und meines Erachtens unreflektierte Art, wie der Begriff des Machbarkeitswahns fast immer verwendet wird.

      • Widerspenstige sagt:

        Liebe Andrea

        Ich sage ja, es müsste ethische Leitlinien geben. Mich stört einfach diese mechanische und meines Erachtens unreflektierte Art, wie der Begriff des Machbarkeitswahns fast immer verwendet wird.

        Es gibt ja zum Glück hier in der Schweiz und in einigen Ländern Leitlinien der Ethikkommission, die dies in einem langwierigen Prozess ausdiskutiert haben. Und nein, wir diskutieren hier mE sehr reflektiert und sachlich über dieses äusserst wichtige Thema. Das ist übrigens ein sehr gutes Beispiel von StefanB, was unkontrollierter Machbarkeitswahn mit ungeborenem Leben zB in Indien durch unbekümmert freigegebene medizinische Forschung anrichtet! Eine Tragödie unglaublicher Unmenschlichkeit dem weiblichen Geschlecht gegenüber und wir im Westen schauen zu und erfinden noch zusätzliche Methoden in diese Richtung. Das muss Dich doch nachdenklich stimmen, Andrea, oder irre ich mich so?

    • hausmannus sagt:

      Das Bestreben, Neues zu erreichen, ist unbestreitbar ein entscheidender Punkt der Entwicklung der Menschheit. Nur sollte dieses Bestreben nicht darin gipfeln, individuelle Ziele vor gesellschaftliche zu stellen. Die Verwirklichung individueller Ziele kann nämlich diametral entgegen stehen zu Zielen einer Gemeinschaft, welche eben z.B. darauf angewiesen ist, nicht für Kosten geradestehen zu müssen, die einzelne verantworten. Wer zu neuen Ufern aufbricht, sollte dies im Interesse der Menschheit tun, nicht zur Verwirklichung individueller oder gar egoistischer Ziele. Die Gemeinschaft hat nicht nur das Recht sondern auch die Pflicht, die Konsequenzen von Handlungen Einzelner darauf hin zu prüfen, welche Folgen sie für die Gemeinschaft haben kann – und daraus auch Regeln oder Verbote für dieses Tun zu erlassen. Eben: Zum Schutze aller. Wir haben je länger je mehr Bereiche, in denen der Gewinn oder das Vergnügen nur Einzelpersonen zustehen, die Verluste oder Emissionen dann aber die Allgemeinheit zu tragen haben. Beispiele dafür muss ich jetzt ja wohl (leider) keine anfügen.

    • Brunhild Steiner sagt:

      @Andrea: der Machbarkeitswahn führt in den Komfortzonenländern dazu,
      vieles als Krankheit anzusehen was gar keine ist. Die Schere zwischen denen, welche sich dann eine „Behandlung“ leisten können, und denen, die das nicht können, öffnet sich mehr und mehr.
      In Zeiten wo Pflegerationierung ein Thema ist, wo medizinische Rundumversorgung für jedermann und in jedem Alter in Frage gestellt wird (Diskussionen sind hinter verschlossenen Türen am laufen) ist es in meinen Augen absurd neue Leistungen für Nicht-Krankheiten anzupeilen. Denn dass sich in der Schweiz, falls einmal erlaubt, dann bloss die Gutbetuchten Leihmütter leisten könnten, das fände ich nicht statthaft.
      Zudem verhindert dieser Machbarkeitswahn, diese Anspruchshaltung auf Lebenswunscherfüllung das was ich oben schon geschrieben habe: „Die meisten von uns werden in ihrem Leben Grenzen erfahren, wo Dinge welche wir uns sehnlichst wünschen,- und die auch absolut legitim sind-, nicht in Erfüllung gehen. Was uns manchmal fehlt, ist das Verständnis, dass nicht alles in Erfüllung gehen wird, wir Alternativszenarien im Hinterkopf haben, uns von einem Wunsch nicht bis zum Äussersten treiben lassen müssen.
      Wir in einer innerlichen Freiheit leben, sodass uns grosse unerfüllte Wünsche, und den Kinderwunsch stufe ich als sehr gross und prägend ein, nicht den Frieden und die Lebensfreude rauben, sondern uns den Blick für anderes öffnen können/könnten.“ Wir leben hier in sehr privilegierten Umständen. Optionen sich anderweitig auf dem breiten Feld der Kinder einzsetzen gäbe es zuhauf.

      • hausmannus sagt:

        „der Machbarkeitswahn führt in den Komfortzonenländern dazu, vieles als Krankheit anzusehen was gar keine ist.“

        Bleibt noch anzufügen, dass vieles zu Krankheiten führt, was gar nicht nötig wäre. Im Tagi-Magi war vor längerer Zeit ein Artikel zu Kinderlosigkeit. Beschrieben wurde eine Frau, deren Gewicht auf krasses Untergewicht schliessen lies und die nichts unversucht gelassen hatte, ihren Kinderwunsch zu erfüllen. Jemand, der seinen Körper dermassen an den Grenzen fährt, müsste sich meines Erachtens nicht wundern, wenn der dann andere Funktionen einschränkt oder gar verweigert. Wohlstandsgeschädigt sozusagen. Aber ja nicht die Ursachen beheben!

  • Kathy sagt:

    wtf – ist aber nicht umbedingt der besser ton…

    ich bin anstonsten gleicher meinung wie du beim thema abtreibung und verstehe junge frauen nicht, die es mit der verhütung nicht so ernst nehmen weil es ja auch nachher noch lösungen gibt (wirklich pippi, solche mädchen/frauen gibt es leider nicht wenige). aber das ist meine persönliche meinung, schlussendlich muss das jede frau mit sich selber ausmachen.

    • tobe or not tobe sagt:

      Die Kits heute haben ja auch das Gefühl HIV sei heilbar… Bei soviel sexueller Offenheit, ist die Aufklärung auf der Strecke geblieben.

      Kinder sind keine Ware !!!! Wenn natur mir die Möglichkeit ein Kind zu zeugen verweigert, ist dem so und muss ich akzeptieren. Somit bleibt mir die Möglichkeit auf Adoption oder Samenspende für die Frau…

    • Simone W. sagt:

      Einfach damit das hier mal klar gestellt wird:
      Die Abtreibungsquote bleibt relativ stabil, weder Legalisierung, noch die neue „verdorbene“ Jugend konnten sie beeinflussen! (Sogar inkl. Dunkelziffer…)
      Also hören Sie bitte auf, hier so undifferenziert und schlecht informiert über ein Thema zu schreiben, dass hier gar nicht gefragt ist…

  • macho sagt:

    bist du meine grossmutter?

    ich denke nicht, also ein anderer ton wäre angesagt…

    Ja und natürlich bin ich der Meinung, dass Frauen aus purem Vergnügen abtreiben! wtf?

  • hausmannus sagt:

    Mich dünkt, hier bricht wieder mal der Machbarkeitswahn durch: Alles, was machbar ist um unsere ganz eigenen Wünsche zu befriedigen, wird gemacht – koste es, was es wolle (und dabei meine ich nicht nur finanzielle Werte). Jeder baut sich seine eigene heile Welt hinter seinem Gartenzaun auf. Mir fällt seit gut 10, 15 Jahren auf, dass jeder in seinem Garten einen eigenen Pool installiert. Aber niemand will Geld ausgeben für ein Gemeindeschwimmbad, würde dieses auch nur einen Bruchteil der Gesamtkosten aller privaten Pools kosten. Was hat das mit den Kindern zu tun? Ganz einfach: Die Dorf- und Familiengemeinschaft gibt es nicht mehr, in der alle ein bisschen Väter und Mütter aller anwesenden Kindern waren. Heute lebt jede Kleinfamilie für sich sein eigenes Glück – oder Unglück, halt je nach dem. Gut, könnte man nun sagen, sollen sie halt. Aber dann bitte auf keinen Fall auf Kosten der Gemeinschaft, z.B. über die KK. Eltern, deren Kinder man mit Schuleintritt zusätzlich sozialisieren muss, weil sie bisher nur das Alleinsein kannten, sollten ebenfalls direkt zur Kasse gebeten werden, statt dass wiederum alle darunter leiden und daran zahlen dürfen. Leider wird es genug Leute geben, die lieber irgendwo arbeiten und abzocken gehen, statt sich um die wirklich wichtigen Dinge zu kümmern. Wie hoch war der in einer kürzlich im Tagi erschienen Studie erwähnte Betrag, über dem man nicht glücklicher wird: 75’000 Dollar? Danach nimmt der Stress zu und die fehlende Zeit ebenso, sich um Familie und Freunde zu kümmern? In Pakistan steht weit mehr unter Wasser als die Schweiz an Fläche und Einwohnern zählt – und wir geben jährlich rund 3 Milliarden für Haustiere aus oder diskutieren Leihmutterschaft. Danke, liebe Leute, haben wir nur solche Probleme…

  • macho sagt:

    Ok sorry, nicht alle, aber die Feministinnenfraktion ist es. Die beten die Abtreibung ja geradezu an…

    Um es klar zu stellen, ich bin nicht gegen Abtreibungen in Situationen, wo sie für das Wohl der Frau und des Kindes und Sinn macht. (Vergewaltigung, bittere Armut, Minderjährigkeit)

    • Pippi Langstrumpf sagt:

      macho, dann argumentiere gefälligst nicht so dumpfbackisch, wenn du das Problem differenziert siehst. Im Übrigen treibt niemand ab zu seinem Vergnügen, das ist Propaganda der „Lebensschützer“ (geschützt wird von denen nur das ungeborene Leben, das geborene kann sehen, wo es bleibt).

      • Georg sagt:

        @Stefan B

        1. In der CH muss niemand aufgrund von Armut abtreiben, die Sozialhilfe ist existenzsichernd. Klar lebt es sich nicht gerade feudal, aber wenns anders wäre wärs ja auch nicht gut da Anreize geschaffen würden. Was das mit Neoliberalismus zu tun hat musst Du noch erklären.

        2. Unwertes Leben? Es hilft der Diskussion ungemein, wenn diese mit Nazivokabeln verknüpft wird.

        Allgemein; Du schreibst es wird über den Kopf eines Kindes hinweg entschieden. Damit klammerst du die wesentlichen Fragen aus: Wann beginnt Leben?

    • StefanB sagt:

      Das ist ja das allerneuste: ein Kind wird zum Wohl des Kindes abgetrieben!
      Und auch, wenn hier nicht das Forum pro und Kontra Abtreibung ist: Abtreibung bei bitterer Armut ist ja typisch neoliberaler Ökonomismus: da es billiger ist, die paar hundert Franken für eine Abtreibung auszugeben, als den Familien existenzsichernde Löhne, Kinderzulagen und evtl auch Sozialhilfen zu zahlen, drängen wir die Frauen halt zur Adoption. Gilt ebenso auch für Teenager-Schwangerschaften.

      • Pippi Langstrumpf sagt:

        Hatten wir bis 1981! auch in der Schweiz, die minderjährigen Frauen wurden im Frauengefängnis Hindelbank administrativ versorgt, d.h. eingesperrt, wie Kriminelle, die Kinder wurden ihnen weggenommen. Oft nicht nur das, wenn die Frau opponierte, wurde sie gleich noch als Psychopatin abgestempelt und zwangssterilisiert. Heute findet dort ein Gedenktag statt mit den ehemaligen Opfern und viel Politprominenz.

      • Hotel Papa sagt:

        Heute haben wir aber 29 Jahre später. Und Abtreibung ist eine erweiterte Form von Verhütung geworden.

        Niemand will dahin zurück. Ob wir es heute besser machen könnten bleibt trotzdem offen.

      • Cara Mia sagt:

        Das ist Unsinn. Keine Frau riskiert leichtfertig, dass sie abtreiben muss, dazu ist die Behandlung viel zu einschneidend, nicht nur psychisch. Schon die Pille danach ist SEHR unangenehm.

      • Hotel Papa sagt:

        Keine Frau leichtfertig in der Hitze des Moments? (Wir Männern wissen, das wir es sind.)

        Wirklich?

      • macho sagt:

        Manchmal ist es vielleicht wirklich für das Wohl des Kindes, in extremen Fällen. Aber es bleibt immer eine Frage der Abwägung, Individuel, ob man denkt ein Leben ist immer lebenswert, oder ob man der Meinung ist, dass es in gewissen Fällen eben nicht lebenswert wäre und darum Abtreibt. Ich kann es nicht sagen. Aber ich weiss das es ein Argument der Abtreiberinnen ist, und ich akzeptiere das.

        Ich habe das Gefühl, ich werde immer falsch verstanden, weil ich richtig scheisse schreibe… ^^

      • StefanB sagt:

        Macho, ich bin nun mal der Meinung, das es kein unwertes Leben gibt, dass jedes Leben es wert ist, gelebt zu werden. Nur wird hier über den Kopf des Kindes entschieden, ob es ein lebenswertes Leben hat, oder nicht. Das hauptbetroffene Kind wird nicht gefragt!

      • Some1 sagt:

        Hat schon was dran Stefan, allerdings:
        Ein Ungeborenes kann man nicht nach seiner Meinung fragen und wenn es dann mündig ist, bevormundet man es ja trotzdem wenn es auf den 20m hohen Kran klettert weil es nicht glücklich ist.

        Das ist sowieso eine Patt-Situation, von daher vertrete ich eher die Meinung von macho, dass die werdende Mutter selber entscheiden muss was sie will/kann. Es ist ja auch nicht so, dass sie die Konsequenzen nicht (er)tragen muss. Wer schon mal eine Abtreibung gesehen hat weiss, wie „lustig und einfach“ das ist.

        Auch denke ich aber, dass es in der Abtreibungsfrage keinen generell richtig Antwort gibt. Werder moralisch, ethisch, noch aus sonstigen Blickwinkeln. Dafür gibt es einfach zu viele individuelle Faktoren.

      • Georg sagt:

        Hier noch am richtigen Ort:
        @Stefan B

        1. In der CH muss niemand aufgrund von Armut abtreiben, die Sozialhilfe ist existenzsichernd. Klar lebt es sich nicht gerade feudal, aber wenns anders wäre wärs ja auch nicht gut da Anreize geschaffen würden. Was das mit Neoliberalismus zu tun hat musst Du noch erklären.

        2. Unwertes Leben? Es hilft der Diskussion ungemein, wenn diese mit Nazivokabeln verknüpft wird.

        Allgemein; Du schreibst es wird über den Kopf eines Kindes hinweg entschieden. Damit klammerst du die wesentlichen Fragen aus: Wann beginnt Leben?

      • Kathy sagt:

        @ Cara Mia: Leider falsch… viele junge Frauen riskieren eine Schwangerschaft – es gibt ja sonst noch die Pille danach.

  • Simone W. sagt:

    „…In unserer Gesellschaft können Frauen ihren Körper für fast jegliche Art benutzen, um Geld damit zu verdienen […] Warum sollten Leihmütter das nicht dürfen? “
    Es ist halt nun mal ein Unterschied, ob man sagt, die Gage dieser Primaballerina für einen Abend sei 2000.- CHF oder 2 Stunden Beischlaf sei 1000.-CHF Wert, oder ob man den Wert eines Babys, also den Wert eines Menschenlebens, mit einer Zahl benennt! Oder ganz überspitzt gesagt: gibt es Rabatt, wenn das Kind „beschädigt“ geliefert wird?
    Verstehen Sie mich nicht falsch, ich finde Leihmutterschaft absolut legitim; aber ganz so nonchalant sollte man schon nicht über Geld und Menschenleben berichten…

    • bärchen sagt:

      Vermutlich muss das Pärchen der Leihmutter in jedem Fall die gleiche Summe geben, egal, ob das Kind gesund oder behindert oder tot zur Welt kommt. Alles andere wäre nicht richtig.

  • macho sagt:

    Zum Thema kann ich nur eins sagen, leben und leben lassen…

    Alle Frauen die Ethik, Moral, Menschlichkeit als Argument dagegen bringen, sind heuchlerisch, immerhin macht es euch nichts, dass wie am Laufband abgetrieben wird, nur weil es gerade nicht passt, man zu Dumm zur Verhütung ist oder was auch immer.

    • Kathy sagt:

      ach und du bis mike shiva II und siehst in uns frauen hinein??? den trick möchte ich auch können…

    • StefanB sagt:

      Stimmt, Macho, und zu dumm zur Verhütung ist ja immer die Frau, nie der Mann, gell? >)

      • macho sagt:

        Nein, hab ich das gesagt? Aber Männer sind auch keine solchen „Abtreibungsfans“, überspizt ausgedrückt, darum hab ich sie hier nicht einbezogen. Zur Verhütung müssen sie auch beitragen!

      • independent sagt:

        Der Mann ist nicht zu dumm für die Verhütung. Aber die letzte Verantwortung trägt er nicht, ausser man einigt sich, mit Pariser zu verhüten. In den Fällen, in denen die Frau bspw. die Pille nimmt, kann er die Verantwortung nicht übernehmen, weil er schlicht nicht wissen kann, ob die Frau die Pille wirklich regelmässig genug nimmt.

        Für Frauen ist das anders. Sie können die Verantwortung für die Pille übernehmen und sie können auch erkennen, ob der Mann den Gummi wirklich benutzt.

      • tobe or not tobe sagt:

        Leider hat MACHO hier eine verallgemeinerte Aussage geschrieben, doch muss ihm wirklich stückweise recht geben.

        Ob Mann oder Frau, die heutige Zeit lässt uns die Möglichkeit zu entscheiden, wann und wie wir Eltern werden wollen

        Meiner Meinung nach kann man das Leben nicht immer steuern kontrollieren und zulassen wenns für den einzelnen Recht ist.

        Guter Sex ist heute das nonplusultra, was eine Beziehung bieten muss. Ansonsten holt Mann oder Frau sich einen weiteren Partnern den ihnen ihre körperliche Gelüste, die zum Teil auch als egoistisches Handeln angeschaut werden kann. befriedigen kann.

        Produktion ist einfacher als das Aufziehen meine Herren. Ein Kind zu Lieben einfacher als es loszulasen und zu akzeptieren dases keine Ware ist meine Damen.

      • StefanB sagt:

        independent, nein, der Mann ist nicht zu dumm, er ist nur zu faul und überlässt aus Bequemlichkeit die Verhütung gerne der Frau. Und nun, ich denke, wenn der Mann so gut ist, wie genau diese Männer sich immer aufspielen, dann kommt die Frau gar nicht mehr dazu, zu denken 😉

      • Some1 sagt:

        Wie jetzt?
        Als Mann kann ich Kondome benutzen, ja. Wenn ich in einer Beziehung bin und sie möchte die Pille nehmen, dann trage ich zwar noch Verantwortung, aber die Kontrolle habe ich nicht mehr.
        Das ist doch die Aussage von Independent und insofern ist sie auch nicht falsch.

      • Hotel Papa sagt:

        someone: Glaub mir, auch in einer Beziehung, wo sie die Pille nimmt, kann es SEHR sinnvol sein, den Schniedel zu verhüllen. Öfter, als Dir lieb sein kann.

      • Pippi Langstrumpf sagt:

        Sage ich auch immer, wenn ich ein Mann wäre, würde ich danach handeln.

      • Some1 sagt:

        Muss ja eine tolle Beziehung sein wenn man schon präventiv davon ausgeht, der Frau nicht trauen zu können.
        Aber jedem das seine. Um die Beziehungsfrage ging es in Independents Aussage ja nicht und dass man die Verantwortung mit der Pille nicht abgibt hab ich geschrieben. Der Rest ist subjektiv 🙂

      • Hotel Papa sagt:

        Ob die Beziehung so toll war, wie Du gemeint hast, weisst Du erst hinterher. Menschen sind zu allerhand Täuschung uns Selbsttäuschung fähig.
        Dein Haltung ehrt Dich, nützt Dir aber genau soviel >< wenn Du getäuscht worden bist.

    • Some1 sagt:

      Ich verstehe absolut was du meinst.
      Für das was ich riskiert habe, habe ich sehr viel wertvolles zurückbekommen. Das ist mir das Risiko wert um glücklich zu sein.

      Dem Menschen welchen man liebt einfach mal generell nicht zu trauen, um sich selbst zu schützen, kann eine Lösung sein – wenn auch nicht meine. 🙂

      • Hotel Papa sagt:

        Ich wollte, ich könnte das genaus sehen. Einmal hat mir gereicht.

      • Georg sagt:

        Es gibt auch Verhütungspflaster. Sind mindestens ebenso sicher wie die Pille (da Aufnahme unabhängig von z.B. Magen-/Darmprobleme). Weiterer Vorteil; das Pflaster ist sichtbar…
        Fühle mich wohl dabei. Wohler als mit Gummi auf jeden Fall, der platzt oft genug.

      • Some1 sagt:

        Alles klar. Ich werde dann die Gute bitten, sich das Pflaster auf die Stirn zu kleben, damit ich sie jederzeit kontrollieren kann ^.^

        kleiner Scherz am Rande…

      • Auguste sagt:

        hmm…, gibt’s eine hersteller-empfehlung für den ort der anbringung des pflasters, oder muss man die mädels einer ganzkörper-inspektion unterziehen, bevors zur sache geht? beim vorspiel hat halt wohl jeder seine eigenen vorlieben…

      • Kate Bush sagt:

        Und immer schön in der Mehrzahl, was sind wir heute wieder fit 😉

      • Some1 sagt:

        @Auguste:
        Nicht auf Brust und Innenseite der Arme oder Beine. Und nicht immer auf dieselbe Stelle wegen Ausschlägen.

  • Leoni Schwarz sagt:

    Super Beitrag! Endlich mal ein neues Thema, und gut geschrieben und argumentiert, übrigens. Leihmutterschaft sollte erlaubt sein und darf nich stigmatisiert werden. Besser als Prostitution ist sie allemal.

    • Kathy sagt:

      Leihmutterschaft ist etwas anderes als Prostitution – weder besser noch schlechter. Die Autorin bringt die Prostitution nur ins Spiel, weil es dort auch um das Selbstbestimmungsrecht über den eigenen Körper geht, ansonsten haben diese beiden Themen nun wirklich nichts mitteinander zu tun. Ebenso zusammenhangslos wäre es, wenn ich schreiben würde das Leihmutterschaft allemal besser ist als Boxen.

      • Auguste sagt:

        hmm…, da stimme ich ihnen nicht zu kathy. wer für eine gewisse zeit über den körper einer prostituierten (m/w) verfügen will, muss sie dafür bezahlen/entschädigen. dasselbe gilt bei leihmutterschaft. ich kann der leihmutterschaft überhaupt nichts abgewinnen, aber wenn es frauen gibt, die bereit wären, dies entschädigungslos (aus welchen gründen auch immer) anzubieten, würde ich das widerspruchslos hinnehmen. ich glaube aber, unter solchen umständen wäre leihmutterschaft eine, vernunft sei dank, noch seltenere ausnahme der menschlichen fortpflanzung als sie es eh schon ist – und hoffentlich bleiben wird.

      • Anna sagt:

        Warum muss das entschädigungslos sein? Warum nur aus Altruismus? Wäre ich in einer Situation, wo ich die Dienste einer Leihmutter in Anspruch nehmen würde, wäre es mir lieber, ich könnte ihr etwas dafür geben.

      • Hotel Papa sagt:

        @Auguste. Stimmt. Das nimmt der Sache den kommerziellen Charakter und gibt ihr die Magie zurück. Der Geruch des allzu Materiellen ist weg. Was Pippi irgendwo „ein Kind verschenken“ gennannt hat.

    • Catherine sagt:

      Warum düfte die Leihmutterschaft nur entschädigungslos erfolgen? Wäre ich in einer Situation, wo ich die Dienste einer Leihmutter anzunehmen in Betracht ziehen würde, wäre es mir lieber, ich könnte ihr etwas dafür geben.

      • Hotel Papa sagt:

        Ein Geschenk annehmen können ist auch eine Fähigkeit. So wie das Geschenk des natürlich empfangenen Kindes. Es fällt dem Homo oeconomicus schwer, aber es ist wirklich eine positive Eigenschaft.

        Es ist gut, dass es noch Dinge gibt, die mit einem von Herzen empfundenen „Danke!“ voll und ganz abgegolten sind.

        Wer wollte einem Kind ein Preisschild anhängen wollen? Egal, was draufsteht, es wird der Situation nicht gerecht.

      • Catherine sagt:

        Zuvor sagtest du noch, du fändest es unangenehm, für die eigenen Bedürfnisse sich in das Leben anderer einzumischen. So könnte es auch Leuten gehen, die eine Leihmutter brauchen: wenn sie schon jemand anderen beiziehen müssen, dann wollen sie wenigstens etwas dafür geben.

      • Hotel Papa sagt:

        Ich weiss, ist nicht konsequent. Trotzdem halte ich die Fähigkeit, ein Geschenk bedingungslos annehmen zu können, für einen der grössten Liebesbeweise, den ein Mensch geben kann.

        Ich habe Freunde, die peinlich darauf achten müssen, dass das Konto nie ins Soll rutscht. Das sind sehr anstrengende Beziehungen.

  • lara sagt:

    man sollte vielleicht auch unterscheiden zwischen paaren die über 40 sind und sich (zu) spät noch kinder wünschen und paaren bei welchen die frau in frühen jahren eine krebserkarnkungen oder sonst was hatte und jetzt mit 20/30 keine kinder mehr haben kann. für die einen ist es eine weitere möglichkeit den kinderwunsch hinaus zuschieben für die anderen die einzige möglichkeit.

    leihmutterschaft für die erste gruppe finde ich problematisch, für die zweite gruppe völlig ok.

    • StefanB sagt:

      Was ist mit der Frau, die mit 25 eine Krankheit durchmachte, weswegen sie keine Kinder mehr kriegen konnte, und nun mit 40, 45 noch ein Kind möchte?

      zudem gibt auch Paare, die sich Leihmütter leisten, um der Frau die Mühen der Schwangerschaft zu ersparen, ihr einen Karriereschritt (z. Bsp. als Managerin, Schauspielerin, Model etc.) zu ermöglichen, oder aus anderen Lifestyle-Gründen.

  • Hotel Papa sagt:

    Zum Argument der Adoption, das hier mehrfach kommt: Fände ich auch bei weitem die bessere Variante. Wenn ich aber bei Bekannten so höre, wo man da durch muss, bis einer Adoption zugestimmt wird, ist die Option auch nicht viel fragwürdiger als eine Leihmutterschaft. Heute läuft es aus diesem Grund in der Regel darauf hinaus, dass ein Kind in einem Schwellenland „eingekauft“ wird.

    Das ganze Thema ist sehr empfindlich. Und wie die Widerspenstige sagt: Es wertet Menschwerdung zu einem Mechanistischem Vorgang ab. Ich habe manchmal das Gefühl, dass sich unsere Gesellschaft diesbezüglich extrem spaltet. Es gibt den materialistischen Zweig, der jeder Diskussion um Dinge, die über das wäg- zähl- und messbare hinausgehen mit absolutem Unverständnis begegenet. Und den esoterischen Zweig, die solchen Dingen ein grosses Gewicht beimessen, und für die sie entsprechend stark emotional aufgeladen sind.

    • lara sagt:

      ich fühle mich in der mitte je länger desto einsamer. es scheint wirklich fast nur noch die zwei extremen sichtweisen zu geben. schade eigentlich, auch hier – wie auch beim kinderhaben – wäre ein pragmatischer mittelweg wohl das beste.

      • Hotel Papa sagt:

        Ich kenne das Gefühl. Auch ich sitze auf dem Zaun. Naturwissenschaftlich gebildet, sind mir die Argumente der Materialisten einsichtig. Aber ich stehe mit unverständnis vor Menschen, denen das, was sie anfassen können (bitte nicht ganz wörtlich lesen), als Welt genügt.

      • independent sagt:

        Keine Angst: die radikalen sind die, die sich hier lautstark melden.

        Ich persönlich habe eine eher unentschiedene Meinung zum Thema. D. h., meinetwegen dürfen das alle tun, die wollen. Aber ich würde es gleichzeitig schade finden, wenn daraus eine Mode würde.

      • StefanB sagt:

        Independent: es ist eben bereits eine Mode geworden. Noch kann sich nicht jede(r) dies leisten, aber das wird noch kommen… 🙁

      • Brunhild Steiner sagt:

        …und genau weil es in Ländern ohne Ethikkommissionen die auch Biss und Nutzen haben,
        in Ländern die keine gesetzlichen Regelungen kennen, oder von den reichen Kinderwünschenden aus den Komfortzonenländern finanziell profitieren wollen,- auf Kosten ihrer Einwohner die rund um die Armutsgrenze leben, genau darum sind Diskussionen über dieses Thema wichtig,
        und es zeugt von grossen Scheuklappen wenn man dem Thema aus dem Weg gehen will, indem mensch sich sagt „ist bloss eine Frage von Moral, tun wir doch nicht so“.

    • StefanB sagt:

      Ja, aber das ist doch ganz klar die Quintessenz des Neoliberalen Gedankenguts: Wenn alles aus der Sichtweise des homo oeconomicus betrachtet wird, so wird letzen Endes auch der Mensch zur blossen Ware degradiert.

      Letzthin ist doch eine Dokumentation gesendet worden über Leihmütter; zu Beginn eine Klinik, in der Leihmütter reichen Westlern die Kinder austragen. Die Leitende Ärztin, offenbar mehr Managerin denn Medizinerin, führte Gespräche mit offensichtlich null Empathie, weder für die Frauen, die für sie nur Produktionsmittel, die Gebärmaschinen waren, schliesslich musste sie noch während des Kaiserschnitts ein Telefonat führen, noch für die zukünftigen Eltern, und schon gar nicht fürs Kind. Der Laden gehört mE geschlossen, die Verantwortlichen … naja.

      • Pippi Langstrumpf sagt:

        Hab ich auch gesehen, hat mich bestärkt in meiner Haltung, dass Leihmutterschaft keine Option sein kann.

      • Some1 sagt:

        Natürlich kann es eine Option sein. Es braucht aber ein System welches nicht auf Profit aus ist und die Angelegenheit ernst nimmt und auch mal nein sagt wenns nötig ist. Dass die amerikanische Privatwirtschaft dafür nicht geeignet ist sollte wohl jedem klar sein, daher wundere ich mich gerade, dass man diese als Massstab nimmt. 😉

      • Hotel Papa sagt:

        @Someone: Weil nur in desem Brutfeld so etwas in grossem Massstab aufkommen kann. Ich kann mir jedenfalls nichts anderes vorstellen. (Von einer Grossfamiliensituation „das ganze Dorf ist für die Kinder zuständig“ archaischen Kultur einmal abgesehen)

    • Sara sagt:

      Wenn man Bilder im Fernsehen sieht, wo weibliche Babys nach der Geburt weggeworfen werden, weil man es lieber nochmals versucht um einen Jungen zu bekommen. Oder wie es zugeht in rumänischen oder russischen Kinderheimen und Waisenhäusern, wo Kinder unbeachtet in ihrem eigenen Dreck vor sich hinvegetieren, schlimmer als Hunde gehalten werden, fällt es schwer Gründe zu finden gegen eine Adoption. Traurig auch, dass eine Adoption mehere 10’000.- kostet und sich so mittelständische Familien so ein Verfahren eh nicht leisten können.

      • Some1 sagt:

        @Hotel Papa:
        Daraus müsste man dann ja jetzt schliessen, dass wir Europäer das besser können.
        Da wirs den Amis ja ohnehin nicht verbieten können, wären unsere Ressourcen besser darin investiert die Möglichkeit eines funktionierenden und verantwortungsvollen Systems zu prüfen.

  • Cara Mia sagt:

    Ach je, immer das Moralin in gewissen Kommentaren. Ich finde, die Autorin hat Recht, Leihmutterschaft ist ein legitimes Anliegen, von allen Beteiligten aus gesehen. Ich hatte eine Urgrosstante, die sich viel wohler fühlte, wenn sie schwanger war, sie hatte schliesslich 21 (!) Geburten. Die Leute lebten nicht in gehobenen Verhältnissen und mussten unglaublich unten durch, den Kindern ging es gar nicht gut. Es wäre sehr viel besser gewesen, die Mutter wäre Leihmutter gewesen: sie hätte das dringend benötigte Geld für die eigene Familie mitverdienen können und hätte sich gleichzeitig wohl gefühlt.

    • Ginola sagt:

      @Cara Mia

      Ich kann Deine Gedanken nachvollziehen. Trotzdem, ist das Benzin für den menschlichen Antrieb alles haben zu müssen? Oder anders formuliert: Müssen wir zuerst alles besitzen und machen können, um heraus zu finden, dass dies eben auch nicht glücklich macht?

    • Pippi Langstrumpf sagt:

      Cara Mia, es geht doch hier nicht um die Moral. Aber gewisse Menschen muss man auch vor sich selbst schützen, manchmal, leider. Das Ganze kommt mir vor wie ein Experiment am lebenden Menschen, wissen wir etwas über die seelischen Langzeitfolgen der Betroffenen?

      Apropos Prostituierte: Die sagen auch meistens, dass sie das freiwillig machen und Spass daran haben. Klar, anders wäre es nicht auszuhalten. Erst wenn sie ausgestiegen sind, können sie es sich erlauben, ehrlich mit sich selbst zu sein, viele begehen Suizid.

      • StefanB sagt:

        Pippi, klar sagen die meisten Prostituierten, sie machten es ganz freiwillig und hätten Spass daran. Darum sind auch so viele von ihnen abhängig von ihren „Freunden“, von Pillen, von Alkohol oder irgend welchen Pülverchen.

        Selbst wenn sie nicht von Personen zu ihrer Tätigkeit gezwungen wird, so gibt es immer noch andere Umstände wie finanzielle Ausweglosigkeit oder psychische Auffälligkeiten, die Frauen in dieses Gewerbe treiben.

      • Cara Mia sagt:

        @StefanB: die meisten (freiwilligen) sind schon als Kinder missbraucht worden und haben deshalb kein richtiges Gefühl für ihren Körper entwickeln können. Zynische Argumentation: die sind ja eh schon kaputt…

      • StefanB sagt:

        Cara Mia, Ich meinte eher, dass es diese durch früheren Missbrauch ausgelösten Zwänge sind, die diese Frauen in die Prostitution treiben. Und so kann ich keine Freiwilligkeit in der Prostitution sehen.

      • Pippi Langstrumpf sagt:

        HP, ich habe das nicht ins Lächerliche gezogen, wir sind uns einig. Ich weiss, dass es Frauen gibt, denen es schwanger besser geht als nicht schwanger, ich kenne einfach keine. Bei mir war es komplett anders, gefühlsmässig total happy, aber körperlich war es kein Schleck, ich war sogar im Spital wegen Hyperemesis, musste bis zu 18 x pro Tag erbrechen, 16 Wochen lang, dann ging es mir wieder besser, aber ich empfand es trotzdem als grosse körperliche Einschränkung.

    • Cara Mia sagt:

      Wen wollt Ihr denn hier schützen? Das ist doch nur Bevormundung, Überheblichkeit. Ihr sagt, was glücklich macht, Ihr sagt, wer Opfer ist. Das muss doch jeder selber beurteilen dürfen.

      • Brunhild Steiner sagt:

        Wenn es jemanden zu schützen gäbe, dann wären es wohl die Leihmütter, wie schon erwähnt, ich bezweifle sehr dass da in US alles so sauber und transparent abläuft.
        Oder den gemeinen KK Prämienzahler in der Schweiz, denn wenn das hier eingeführt würde, mit dem ganzen juristischen und psychologischen Drumherum, dann wird so eine Behandlung schweineteuer, da müssten dann die nicht so Vermögenden vor der ungleichen Behandlung geschützt werden usw.
        Und gewisse Menschen müssen manchmal schon auch vor ihrem eigenen Machbarkeitswahn geschützt werden, Liberalität hin oder her.
        Nein, Cara Mia, so einfach und simpel, dass man das bloss als Privatangelegenheit betrachten könnte, ist diese Thematik bei weitem nicht!!! Und wie schon Pippi erwähnt hat, es geht da auch nicht um Moral, sondern sehr grundsätzliche Gedanken zum Leben an sich. Schade wenn es darauf reduziert wird.

      • Hotel Papa sagt:

        Im Prinzip ja. Aber es rührt an eines der wenigen Dinge, das die Menschen selbst heute noch mit Ehrfurcht anschauen, und zieht es ins kommerzielle, materielle. ich bin deshalb mit Pippi nicht einig, und mit Dir schon gar nicht („Moralin“). Ja, das ist eine zutiefst moralische Frage. Und unsere Gesellschaft krankt daran, dass die die Moral aus den Entscheidungsprozessen verbannt.

        Wenn wieder jemend die Aussage macht: „Ich betrachte das völlig wertfrei“ könnte ich schreien. Werte begleiten uns auf Schritt und Tritt, und sie sind in Entscheidungsprozessen eminent wichtig.

      • Pippi Langstrumpf sagt:

        Aber Cara, so könnte man doch bei den Huren auch argumentieren. Du hast eben selbst beschrieben, wo der Grund für diese Entfremdung zum eigenen Körper zu suchen ist. Dies ist übrigens nicht Emanzendenken, sondern das Ergebnis von ausführlichen Untersuchungen zum Thema.

        Bei den zwanghaft Schwangeren müsste man wahrscheinlich bei der Wertschätzung anfangen, je schwanger desto wertvoller, offenbar empfinden diese Frauen so. Dafür gibt es Gründe. Wenn Altruismus draufsteht ist nicht immer Altruismus drin.

      • Some1 sagt:

        Naaaa, wir sollten der Moral und den Werten aber auch erlauben sich weiter zu entwickeln. Wir Menschen neigen dazu, unsere Moral immer als unantastbar und als einzige richtige zu betrachten.
        Man sieht die Unterschiede oft im Vergleich mit den Vertretern der älteren, „Früher war alles besser“-Generationen.

        Oder wollt ihr lieber wieder ein wenig Mittelalter-Feeling? 😉

      • Hotel Papa sagt:

        Bei den zwanghaft Schwangeren müsste man wahrscheinlich bei der Wertschätzung anfangen

        Nicht unbedingt. Es gibt auch rein körperliche (wahrscheinlich hormonelle) Gründe, warum sich Frauen schwanger besser fühlen. Wenn z.B. der Zyklus als extrem belastend erlebt wird. Hatte das bei Mias Tante eher so verstanden.
        Und dann war das auch eine andere Zeit. Verhütung war für viele kein Thema und die serielle Schwangerschaft je nach Lebenssituation normal.

      • StefanB sagt:

        Es gibt auch Bevormundung zum Schutz des Bevormundeten. Klar, fühlt der sich im Moment vor allem gegängelt. Aber wer auf 20 Meter auf dem Baukran herumkraxelt und sich in die Tiefe stürzen will, den bevormunden wir ja auch. Wer kann denn wissen, ob ihn nicht der Sturz extrem glücklich macht?

      • Pippi Langstrumpf sagt:

        HP, also Hormonjunkies? Das macht die Sache auch nicht besser, gegen Süchte sollte man angehen, nicht sie noch befördern.

      • Cara Mia sagt:

        Ich schätze, es ist ein Gestagenmangel. Kann man auch mit Pillen beheben heutzutage, ja. Aber warum nicht schwanger sein, wenn man damit etwas Positives erreicht und schwanger sein will? Wem schadet man denn damit? Dem Kind bestimmt nicht.

        Diese Argumente hier erinnern mich an die Tatsache, dass bis vor kurzem noch eine ledige Mutter automatisch einen Vormund erhielt, heute noch einen Beistand, zumindest bis sie einen Unterhaltsvertrag mit dem Kindsvater einreicht. Will sie den Erzeuger nicht nennen, redet das Amt ewig drein…

      • Hotel Papa sagt:

        PL: Man kann alles ins Lächerliche ziehen. Ich nehme an, Du weisst besser als ich, das es Frauen gibt, deren Hormonhaushalt über den Zyklus alles andere als ausgeglichen ist. bis ins pathologische. Heute kann man das z.B. mit der geeigneten Pille behandeln. Die Option gabs damals nicht. Wie viel Frauen kennst Du, die sagen, es sei ihnen nie besser gegangen, als während der Schwangerschaft? ich kenne einige.
        Wir empfinden solches Vorgehen heute als krass. Das war es damals nicht.

      • Pippi Langstrumpf sagt:

        HP, mein Post an dich ist wieder mal zu weit oben gelandet, sorry

      • Georg sagt:

        „Diese Argumente hier erinnern mich an die Tatsache, dass bis vor kurzem noch eine ledige Mutter automatisch einen Vormund erhielt, heute noch einen Beistand, zumindest bis sie einen Unterhaltsvertrag mit dem Kindsvater einreicht. Will sie den Erzeuger nicht nennen, redet das Amt ewig drein…“

        Ja hoffentlich auch, ich möchte auf jeden Fall nicht via Sozialhilfe diese Privatssphäre finanzieren.

  • Widerspenstige sagt:

    Der Körper einer Frau ist unantastbar und es ist mE ethisch nicht vertretbar, diesen für eine Leihmutterschaft zu missbrauchen. Hier wird wieder bewusst der spirituelle Moment des Entstehens eines neuen Menschenkindes übergangen und es als beliebig verwendbaren ‚Zellhaufen‘ degradiert. Auch eine Samenspende ist mE im Grundsatz meiner erwähnten Aspekte nicht vertretbar und es muss dringend endlich damit aufgehört werden, menschliches Leben als Manipuliermasse zu missbrauchen. Wohin soll denn diese Entwicklung führen, wenn nicht die Ethikkommission in der Schweiz und in anderen Ländern mE zu Recht ein Stopschild aufgestellt hätte?! Wer will die Verantwortung übernehmen für behinderte Kinder, welche eine Leihmutter austrägt? Wer will für die Folgeschäden aufkommen, wenn die erwachsenen Leihkinder ihre Herkunft hinterfragen und damit nicht leben wollen/können und psychische Schäden davontragen? Wer will überhaupt noch verzichten wollen auf irgendetwas?!! Es gibt genügend Kinder, welche zur Adoption in solchen Fällen frei stehen.

    • Kathy sagt:

      sehr schön gesagt!

      • Some1 sagt:

        Warum soll der Körper einer Frau unantastbar sein, wenn sie sich frei für die Sache entscheiden kann? Wer glaubt sich das Recht nehmen zu dürfen darüber zu entscheiden, ausser die betroffenen Frau selbst?

        Warum soll man aus persönlichen (moralischen/ethischen) Gründen, fehlendem Horizont, Einfühlungsvermögen oder Toleranz, (etc.), einer Frau den Kinderwunsch verbieten? Vor allem wenn man eine Adoption (!) für unproblematisch hält?

        Über Adoptionen kann man streiten, aber wer diese billigt sollte auch so unvoreingenommen sein, die Leihmutterschaft nicht per se auszuschliessen. Entscheidend ist schliesslich nicht alleine das System, sondern vor allem die Menschen dahinter.
        Und wer bedingungslos im Sinne des Kindes argumentiert, sollte auch Adoptionen etwas kritischer gegenübertreten.

      • lara sagt:

        @Some1

        dankeschön!

        kann ich so unterschreiben!

    • Pippi Langstrumpf sagt:

      @Widerspenstige

      Genau, das ist alles überhaupt nicht zu Ende gedacht. Hier wird nach dem Schema verfahren: Ich habe ein Bedürfnis, also lass‘ ich mir das erfüllen. So kommen wir wirklich nicht weiter. Ein Kind ist doch auch Ausdruck eines magischen Momentes zwischen zwei Menschen. Ich bin kein religiöser Mensch im herkömmlichen Sinn, aber ich empfinde es als Gnade, schwanger zu sein mit einem Wunschkind. Ich habe keinen Anspruch darauf, es ist ein Geschenk – des Schicksals, einer höheren Macht, des Lebens an sich selbst – wie auch immer.

      Es gibt auch praktische Bedenken, wie sie Brunhilde aufgeführt hat, anfügen möchte ich noch das grosse Risiko einer späteren Krebserkrankung, begünstigt durch die hohen Hormondosen, die es braucht bei jeder Eizellenspende. Der Körper wird ja jedesmal stimuliert, sehr viele Eizellen gleichzeitig zu produzieren, damit sich der Aufwand der Entnahme lohnt. Eine Rosskur!

  • tobe or not tobe sagt:

    Handelsware Kind? Kinder ein Lifestyle?

    Ihr Frauen möchtet ja auch nicht als Gebärmaschinen angeschaut werden? Wieso habt ihr den hier kein Problem damit? Weil evtl. die egoisten Wünsche ein Kind zu erhalten erfüllt werden? Das die Möglichkeiten für kinderlose Paare sicherlich legalisiert werden sollen, ist klar. Das aber im Gleichzug ein Wirtschaftszweig an „Gebärmaschinen“ erschaffen wird, die ihren Lebensunterhalt so verdienen möchten ist ja schlicht schon pervers.

    „Eure Kinder sind nicht eure Kinder. Sie sind die Söhne und Töchter der Sehnsucht des Lebens nach sich selber. Sie kommen durch euch, aber nicht von euch. Und obwohl sie mit euch sind, gehören sie Euch doch nicht. Ihr dürft ihnen eure Liebe geben, aber nicht Eure Gedanken. Denn sie haben ihre eigenen Gedanken. Ihr dürft ihren Körpern ein Haus geben, aber Nicht ihren Seelen. Denn ihre Seelen wohnen im Haus von morgen, Das ihr nicht besuchen könnt, nicht einmal In euren Träumen.

    Ihr dürft euch bemühen, wie sie zu sein; Aber versucht nicht, sie euch ähnlich zu machen. Denn das Leben läuft nicht rückwärts, noch Verweilt es im Gestern. Ihr seid die Bogen, von denen eure Kinder als Lebende Pfeile ausgeschickt werden. Der Schütze sieht das Ziel auf dem Pfad der Unendlichkeit, und Er spannt euch mit Seiner Macht, damit seine Pfeile schnell und Weit fliegen. Lasst euren Bogen von der Hand des Schützen auf Freude gerichtet sein. Denn so wie Er den Pfeil liebt, der fliegt, So liebt Er auch den Bogen, der fest ist.“

    Worte von Khalil Gibran der Prophet

    • Pippi Langstrumpf sagt:

      Meine Rede…..

      „Sie liebt es, schwanger zu sein, er liebt es, wenn seine Frau schwanger ist“ ?? Deshalb möchte man diesen Zustand als Dauerzustand? – Denn sie wissen nicht, was sie tun – Mir fehlen die Worte….

  • Kathy sagt:

    Es gibt auf dieser Welt Million von Kindern, die weder Eltern haben noch zu Schule gehen können oder etwas zu Essen haben. Wieso dann eine Leihmutter „anstellen“, wenn man genau so gut ein solches Kind adoptieren und ihm eine bessere Zukunft ermöglichen kann?

    • lara sagt:

      adoption ist nicht dasselbe wie ein leibliches kind (auch wenn nur der vater der biologische erzeuger ist).

      ich bin sehr skeptisch gegenüber adoptionen von kindern aus anderen kulturkreisen. ich habe zwei bekannte, welche adoptiert wurden (afrika und asien) und beide haben bis heute ins erwachsenenalter massive identitätskrisen und probleme. man soll den leuten vor ort helfen und nicht ihre kinder importieren (und meinen man tue etwas gutes!). adoptionen innerhalb der schweiz/europa hingegen sind eine andere sache. diejenigen kinder haben es leichter und können mit weniger aufwand (spracheprobleme, kulturverständnis) ihre leiblichen eltern suchen und evt. später kennen lernen.

      • Kathy sagt:

        Das tut mir leid für ihre Bekannte. Meine adoptierten Kollegen (Sri Lanka/Indien) haben keine Probleme damit – natürlich fragt man sich in der Pupertät woher man kommt und wer die leiblichen Eltern sind, aber das fragen sich auch adoptierte Schweizerkinder.

      • tobe or not tobe sagt:

        Lara da muss ich dir beipflichent. Jedes Adoptierte Kind hat früher oder später eine mehr oder weniger grosse Identitäskrise, da sie wissen möchten woher sie sind. Schwierig ist es wenn die Eltern schon optisch anders sind und es dies das Leben lang zu spühren bekam.

        Ich war vor einigen Jahren in Vietnam und konnte dort in einem ehemaligen Armee Hotel übernachten. Täglich fanden sich dort adoptionswillige Eltern aus Europa ein, um ihr zukünftiges Kind für einen Tag zu begleiten. Es waren nicht wenige, täglich 2-3 Paare die auf „Einkaufstour“ waren.
        Man kann sagen es ginge ihnen finanzielle und existenziell besser in Europa, doch die psychische wie auch physische Bindung wir nie, aber wirklich nie so sein wie mit leiblichen Kindern. Schon bereits die optischen Unterschiede lasen das Kind schnell begreifen das es nicht hierhingehört bzw. von hier ist.

        Was natürlich zum adoptionsboom beigetragen hat sind Promis wie angelina Jolie, die von jedem Kontinent ein Adoptivkind hat. Doch wenn wir Normalos das gefüll haben, neb dem Autos, der Karriere und Haus, muss nun noch ein Kind daher, ist dies in meinen Augen im höchsten Mass egoistisch.

        Eine Leihmutter für eine Frau die keine Kinder kriegen kann finde ich nicht so abschätzig.

      • Pippi Langstrumpf sagt:

        Jedem Waisenkind ist die Chance zur Adoption zu gönnen, in der Hoffnung auf ein besseres Leben. Das heisst aber nicht, dass Adoption problemlos ist, man muss das differenziert anschauen. Aber ein Leben in einem Drittwelt-Kinderheim oder sogar auf der Strasse ist sicher keine bessere Lösung. Ich verstehe Menschen, die keine Kinder bekommen können und aus diversen Gründen nicht hier adoptieren können, wenn sie einem solchen Kind und sich die Chance auf ein gemeinsames Glück geben.

    • Céline sagt:

      Adoption ist nicht gerade eine einfache Sache: emotional oder aber auch rechtlich nicht. Ein Kind aus der Schweiz zu adoptieren ist praktisch unmöglich und auch in anderen Ländern gibt es (zum Glück) sehr strenge Regeln und lange Prozeduren. DAs ist auch gut so, ein Kind ist schliesslich kein „Produkt“ das man eben mal schnell einkaufen geht…

  • independent sagt:

    > Warum wird ein unerfüllter Kinderwunsch nicht als eine Erkrankung betrachtet […]?

    Weil es keine Krankheit ist.

    • Ursula sagt:

      Wie definierst du Krankheit?

      • sebastian sagt:

        krank – ist es nicht krank wenn sich das leben auf „ich will ein ein kind“, jetzt, unbedingt, koste es was es wolle reduziert.
        ist man(n) bzw. frau krank weil es einfach nicht funktioniert, vielleicht weiss doch die natur genau was sie da macht.

      • Some1 sagt:

        http://de.wikipedia.org/wiki/Krankheit
        „Krankheit ist die Störung der Funktion eines Organs, der Psyche oder des gesamten Organismus.“

        Dürfte schwierig werden Kinderlosigkeit da rein zu kriegen, insofern die Definition von Wikipedia über jeden Zweifel erhaben ist.

      • Ursula sagt:

        Some1: sind Eileiter für dich keine Organe? Wenn sie beispielsweise blockiert sind? Ist eine Gebärmutter, die anormal geformt ist, kein Organ? Sind Hoden, die nur schlechte Spermien prodzieren, keine Organe?

      • Hotel Papa sagt:

        Ursula: Die Formulierung war „Unerfüllter Kinderwunsch“. Das als Krankheit zu definieren, wird nicht gelingen. Einige mögliche Ursachen davon sind Krankeitsbedingt, ja. Die Folge kann eine Krankheit sein. Der unerfüllte Wunsch ist genau das. Ein unerfüllter Wunsch.

      • sonnenschein sagt:

        hotelpapa, der begriff unerfuellter kinderwunsch wird nun mal so gebraucht. in medinizinischen bereichen spricht man von sterilitaet, aber dieser begriff wird den patientinnen und patienten gegenueber vermieden, weil er nach tot, steril toent, und das nimmt den patientinnen und patienten noch mehr die hoffnung. vielleicht muesste man den begriff unerfuellter kinderwunsch durch einen anderen ersetzen, denn das wort wunsch laesst bilder von weihnachten aufkommen, wunschliste, was wuenschst du dir auf weihnachten und so. das ist ein bild, das nicht der realitaet der patientinnen und patienten entspricht.

  • Lara Kraft sagt:

    Also ich kenne niemanden, der Leihmütter am Rande der Gesellschaft sieht.

    Und anderen Ländern und Kulturen vorschreiben, was sie verbieten sollen und was nicht, steht uns nicht zu.

    Und nun?

    • Jürg. sagt:

      Könnte vielleicht während der Schwangerschaft und Geburt eine Bindung zu den Kindern entstehen, die es der Mutter verunmöglichen die Kinder zu verkaufen?

    • macho sagt:

      Bin eigentlich mit dir einverstanden, jedoch können wir es uns nicht gefallen lassen, wenn z.B. Frauen brutal unterdrückt werden in gewissen Ländern, Kulturkreisen! Da müssten wir viel mehr einschreiten, verbieten, sanktionieren. Jedoch scheint es die Herren Politiker nicht gross zu Interessieren.

      Die Bücher „Wüstenblume“ von Waris Dirie und „Tausen strahlende Sonnen“ vorallem, von Khaled Hosseini, sind genau zum Thema und extrem lesenswert. Spätestens wenn man das liest, kann einem das nicht mehr gleichgültig sein. Das hat nichts mit Kultur zu tun, das ist einfach eine hässliche Fratze von mittelalterlichen Wertvorstellungen und eine Überbewertung einer patriarchalen Religion. Nicht einmischen? Du bist lustig…

  • Brunhild Steiner sagt:

    Den gravierendsten Punkt hab ich noch gar nicht erwähnt, vermutlich ist dieses „Angebot“, falls das in den USA tatsächlich so unkompliziert abläuft, wohl ausschliesslich den Wohlhabenderen vorbehalten.
    Denken Sie an die ganzen Kosten für den juristischen Aufwand falls die Leihmutter tatsächlich juristisch gesehen wasserdicht geschützt wird (und wird sie das wirklich, sind das wirklich mehrheitlich Frauen aus dem guten Mittelstand, eingebettet in ein friedliches Familienleben?),
    die vermutlich intensiveren Schwangerschaftskontrollen, den Stundensatz vom begleitenden Psychologenteam… .

    Und was, wenn das Kind aller ausgefeilter Pänataldiagnostik zum Trotz dennoch behindert zur Welt kommt, vermutlich über Sectio? Gibt es in den USA schon Mehrfachleihmütter (gibt es eine Limite?) bei denen Komplikationen im späteren Lebensalter, zum Beispiel aufgrund übermässig hoher Sectioanzahl, wirklich ausgeschlossen werden können? Und falls so eine Leihmutter dann mal im Rentneralter wirklich Probleme bekäme aufgrund der zahlreichen Bauchschnitte, wer wäre „haftbar“?

    Was ist mit den eigenen Kinder der Leihmutter, ist bekannt wie diese mit der Schwangerschaft ihrer Mutter umgehen, was für Auswirkungen es auf sie hat, zu wissen, dass das nicht ihr Geschwister ist, in der Schule usw. dies auch erklären zu müssen?

  • maia sagt:

    Ich kann mich Brunhild Steiner nur anschliessen. Ausserdem: Die „Eltern“ (wer das dann auch immer ist bei einer Leihmuttershaft) können entscheiden, aber wer denkt an das Kind?

    • Ursula sagt:

      Das Kind ist froh, auf der Welt zu sein, denn die Alternative ist, dass es gar nie geboren worden wäre! Durch die Leihmutterschaft jedoch hat es Eltern, die einen langen, unbequemen Weg gegangen sind, keine Strapazen gescheut haben, damit dieses Kind auf der Welt sein kann. Warum soll das Kind darunter leiden, dass es von einer Leihmutter ausgetragen wurde?

      • Hotel Papa sagt:

        Du gehst davon aus, dass jeder Mensch seine Existenz der Nicht-Existenz vorzieht. Das dürfte in der Form unzulässig sein. (Ich sage nur Suizid. Wobei viele Menschen durch ihr Verantwortungsgeführ gegenüber den Hinterbleibenden daran gehindert werden dürften.)

        Und Identitätsfindung ist komplex. So eine einfache rationale Kausalitätskette, wie Du sie aufbaust, ist leider auch nicht, wie unsere Psyche funktioniert.

  • Ich kann nur von meiner Warte aus reden: In der Schweiz sind wir wesentlich näher aufeinander als in den USA. Die soziale Verantwortung in der Gemeinschaft gilt vielerorts noch etwas. Mit solchem Murks werden die Verhältnisse in einer Gemeinschaft strapaziert.

    Zudem: Wir reden von 10 ode 20 Leihmüttern pro Jahr. Daneben werden jährlich 11’000 Schwangerschaften mit Gewalt beendet, nur in 1000 Fällen aus medizinischen Gründen.

    Diese 10 kinderlosen Paare könnten also bequem ein Kind zur Adoption bekommen, wenn man die Abtreibungen nicht einfach nach Belieben als billiges Konsumgut jeder Frau antragen würde.

    Solange Jahr für Jahr sich in der Schweiz 10’000 verantwortungslose, kindische, oberflächliche, leichtsinnige Frauen finden, die ein ungeborenes Leben zum Wegwerfgut machen, solange sehe ich keine Notwendigkeit, eine grosse politische Diskussion zu führen über 10 oder 20 Fremdgebärerinnen.

    • Jürg. sagt:

      ich finde es verantwortungslos 10000 Frauen pauschal zu verurteilen!
      Es ist davon auszugehen das die Frauen sich bewusst sind dass sie diese Entscheidung für den Rest ihres Lebens begleitet. Ausserdem gibt es nicht nur medizinische Aspekte für das Wohl eines Kindes.

      • @Jürg.

        Eine Verallgemeinerung ist nicht dasselbe wie eine Vorverurteilung und noch einmal etwas anderes als eine Paushalisierung. Diese pauschale Gleichsetzung machen nur Bubimänner, die sich der Verantwortung und den schwierigen Realitäten des Lebens verweigern.

        Es mag bequem für Sie sein, lange und vielfältige Lebenserfahrung und eine Vielzahl von Beobachtungen mit dummen Sprüchen und peinlichem sozialkompetenten linkem Gerede zu diffamieren.

        Abtreigungen sind für jede Frau in der Schweiz nach Belieben frei zugänglich und reine Formsache. Jede achte Schwangerschaft wird mit Gewalt beendet. Viele Hebammen verweigern den Dienst und steigen aus dem Beruf aus, weil sie diese Sauerei nicht mehr mitmachen. Das notwendige Personal muss aus dem Ausland rekrutiert werden.

        Unter diesen Umständen ist eine politische Diskussion um 20 Leihmütter pro Jahr müssig.

        Wenn den jungen Frauen Mut zur Schwangerschaft und Geburt gemacht würde, statt ihnen den Weg des geringsten Widerstandes anzubieten, dann gäbe es auch diese 20 Kinder zur Adoption.

    • StefanB sagt:

      10’000 verantwortungslose, kindische, oberflächliche, leichtsinnige Frauen? Mag ja in gewissen Fällen zutreffen, vergessen gehen dabei aber die 10’000 verantwortungslosen, kindischen oberflächlichen und leichtsinnigen Männer, die die Frauen nur zum persönlichen sexuellen Vergnügen missbrauchen.

      • Pippi Langstrumpf sagt:

        Einen Armvoll 🙂 🙂 für dich, lieber StefanB

      • @StefanB

        Sage ich doch immer wieder, wenn ich über die Bubimänner berichte.

        Nur ein fünftel der Männer in der Schweiz werden je im Leben erwachsen. Die anderen bleiben infantile Bubis, die beim leichtesten Windstoss umfallen.

      • Piero Grande sagt:

        Ehm, missbrauchen? Erst wollen die Frauen die Pille um auch sexuell frei zu sein und jetzt sind doch wieder die Männer an „unerwünschten Schwangerschaften“ schuld?
        Was für ein Krampf, das Modernefrausein!
        Lassen Sie es sich jedesmal schriftlich geben, dass die Frau ein Kontrazeptivum nimmt?

      • Widerspenstige sagt:

        Lieber StefanB, danke für diese reifen Worte aus dem Mund eines verantwortungsvollen Mannes, wow! Mir gefallen Deine starken Statements übrigens sehr, Chapeau! 🙂

  • Brunhild Steiner sagt:

    Vielen Dank für den engagierten Text!

    „Warum wird ein unerfüllter Kinderwunsch nicht als eine Erkrankung betrachtet, sondern als eine Lifestyle-Frage?“
    Es wäre mir neu dass die CH-er Ethikkommission die Frage der Kinderlosigkeit bloss unter dem Etikett „Lifestyle“ abgehandelt hat. Kinderlosigkeit wiegt schwer, das steht ausser Frage!
    Noch schwerer wiegt sie, wenn/weil in unserer durchtechnisierter Komfortzonenwelt, die manchmal jede Bodenhaftung verloren hat, allen suggeriert wird dass alles möglich sei und wir auf alles Anspruch hätten.
    Denn bis jetzt gibt es eben kein „Recht auf Kinder“, so wie es auch kein Recht auf körperliche Unversehrtheit gibt.

    Kinderlosigkeit kann Folge einer Krankheit sein, wird aber zu Recht nicht als Krankheit, die ohne medizinische Hilfe zu sehr eingeschränktem Leben und/oder Tode führt, betrachtet.
    Was das Leid von betroffenen Paaren nicht schmälert.
    Die meisten von uns werden in ihrem Leben Grenzen erfahren, wo Dinge welche wir uns sehnlichst wünschen,- und die auch absolut legitim sind-, nicht in Erfüllung gehen. Was uns manchmal fehlt, ist das Verständnis, dass nicht alles in Erfüllung gehen wird, wir Alternativszenarien im Hinterkopf haben, uns von einem Wunsch nicht bis zum Äussersten treiben lassen müssen.
    Wir in einer innerlichen Freiheit leben, sodass uns grosse unerfüllte Wünsche, und den Kinderwunsch stufe ich als sehr gross und prägend ein, nicht den Frieden und die Lebensfreude rauben, sondern uns den Blick für anderes öffnen können/könnten.

    Mir ist sehr klar dass sich dies als Frau mit erfülltem Kinderwunsch sehr leicht sagen lässt,
    und dennoch denke ich, dass es wichtige Aspekte sind.

    Nicht angesprochen werden noch ganz viele Fragen wie, was ist wenn der Leihmutter während der Schwangerschaft etwas zustösst? Wie frei ist sie in ihren Entscheidungen den Alltag zu gestalten? Was, wenn sie medizinische Hilfe braucht, die aber schädigend fürs Kind sein könnte? Und was, wenn sie plötzlich, trotz alles psychologischer Begleitung „überschnappt“ und das werdende Kind plötzlich für sich beansprucht?

    • Sara sagt:

      Weil sich das schlicht und einfach nicht auch noch von der Krankenkasse finanzieren lässt, ausser wir wollen alle pro Monat 500.- und mehr für eine KK zahlen.
      Krass gesagt: Heute wollen die jungen fruchtbaren Frauen mit dem Kinderkriegen warten, dazu gibt es viele Gründe, wenn es dann mit Mitte 30 aufwärts nicht mehr klappt ist das dann ein Schock und andere sollen dafür Zahlen? Nein, jeder entscheidet sich für den Zeitpunkt fürs Kinderkriegen, jeder soll sich auch dafür entscheiden was für Massnahmen er für einen unerfüllten Kinderwunsch ergreifen will, da gibt es viele und die gehen auch rasch an mehrere 10’000 .-.

      Natürlich gibt es auch die organische Unfruchtbarkeit, aber ein unerfüllter Kinderwunsch ist für mich keine körperliche Krankheit, sondern ein unerfülltes Verlangen.

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