Mythos Familientisch

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Wonach Kinder wirklich hungern: Pädagogisch nicht ganz korrekter TV-Dinner.

Ich bin eine Vorreiterin in Sachen Familientisch. Bereits vor bald 14 Jahren, als meine älteste Tochter zur Welt kam, war mein sehnlichster Wunsch, dass sich bei einem täglichen gemeinsamen Abendessen Genuss und Austausch zu einem angeregt-anregenden Moment familiärer Zusammengehörigkeit verbinden. Inzwischen haben Ratgeber, Experten und hilfreiche Zeitungsartikel diesen Wunsch zur pädagogischen Pflicht erhoben, sie betrauern lautstark den Verlust der Essrituale in der modernen Familie und zeichnen dramatisch ihr Schreckensszenario an die Wand: Jeder hockt vereinzelt vor dem Fernseher und verdrückt seine Gefrierpizza.

Was sie verschweigen, ich mir aber in den 14 Jahren redlicher Bemühungen längst eingestehen musste: Der hochgelobte traute Familientisch ist ein Mythos, der in der Realität vor allem zum Quell täglicher Nervenproben und Frustrationen mutiert. Meine Erkenntnisse mit drei Kindern zwischen 14 und 3 Jahren:

1. Kinder teilen unsere Lust am gemeinsamen Abendessen kein bisschen. Sie tun alles Mögliche, um ihr Erscheinen (und die damit verbundenen Erwartungen wie Händewaschen etc.) so lange als möglich hinauszuzögern – «Ich kooommme ja gleich!» Und wenn sie endlich am Tisch sitzen, möchten sie ihn nach fünf Minuten und drei Gabeln voll möglichst rasch wieder verlassen: «Kann ich jetzt eeendlich vom Tisch?!»

2. Der kindliche Verdauungsapparat wird offenbar vom ersten Biss Essen derart angeregt, dass kleinere Kinder meist mitten im Essen plötzlich dringend auf die Toilette müssen.

3. Das Interesse von Kindern am liebevoll gekochten Menü beschränkt sich auf die Frage «was giiibts?» und die leider allzu oft darauf folgende Bemerkung «wäähh, mag ich nicht!»

4. Unser täglich Kampf ist, dass Kinder bei Tisch möglichst wenig Gesundes (Salat, Gemüse usw.) und möglichst viel weniger Gesundes (Pasta, Pizza, Pommes Frites) essen wollen, wir aber im Gesundheitszeitalter möglichst das Gegenteil erreichen sollten.

5. Kinder schätzen es bekanntlich kaum, wenn wir uns Mühe geben, wieder einmal richtig schön zu kochen, aber leider ebenso wenig, wenn wir Ihnen dreimal hintereinander Penne mit Tomatensauce servieren.

6. Kleine Kinder möchten alles selber machen, was sie noch nicht können. Sie schmieren sich und alles rundum voll, hantieren mit spitzen Gabeln und scharfen Messern. Grössere Kinder, die alles selbst könnten, wollen möglichst wenig davon tun: Sie benutzen partout lieber ihre Finger als das Besteck und würden sich am liebsten füttern lassen, von ihrer Lustlosigkeit am Mithelfen (Tisch decken, wegräumen etc.) nicht zu reden, ebenso wenig von umgeschmissenen vollen Gläsern und Tomatenflecken auf dem frisch gewaschenen Kleid.

7. Ein Kapitel für sich wäre der anzustrebende Austausch, sprich das Tischgespräch. Man solle einander erzählen, zuhören, sich ausreden lassen, heisst es. Nur funktioniert es nicht. Kinder haben nämlich viel eher Lust, von ihrem Tag zu erzählen, wenn sie im Bett liegen und endlich schlafen sollten, als wenn wir sie bei Tisch danach fragen. Und Geschwister wollen in der Regel nicht miteinander reden, sondern viel lieber jedes für sich die uneingeschränkte Aufmerksamkeit der Eltern erringen – was viel effizienter mit Geschrei als mit Reden zu erreichen ist.

8. Generell ist zu beobachten, dass Kinder genau dann, wenn ihre Eltern einen schönen Familientisch mit ihnen zelebrieren möchten, schlagartig in schlechte Laune verfallen und besonders nervig werden.

Kurzum, das Konfliktpotenzial des Familientisches ist um einiges höher als sein Harmoniepotenzial. Was nicht heisst, dass ich aufhören würde vom munteren Candlelight-Dinner mit meinen Kindern zu träumen. Aber ich halte reichlich wenig von all den grossen Worten und Predigten rund um die Bedeutung des Familientisches. Und ich weiss bestens, dass ich dessen Gelingen kaum beeinflussen kann, sondern mich ganz einfach freuen sollte (und am besten sofort die Kamera zücken), wenn so ein Abendessen ganz unerwarteterweise doch mal zu einem Quell der gemeinsamen Freude wird.

PS. Einen todsicheren Erfolgstipp hätte ich übrigens doch, er heisst «TV-Dinner» und funktioniert folgendermassen: Wir sitzen – gemeinsam – vor dem Fernseher, essen dazu Pizza vom Pizzakurier. Das ist zwar nicht pädagogisch korrekt, aber der Begriff «TV-Dinner»lässt Kinder jubeln, macht sie zu folgsamen Engeln und garantiert den Eltern ein entspanntes Familienessen voller Harmonie.

Lesen Sie zum Thema auch: Mahlzeit!

MAMABLOG-SCHAFTROTH-150-01Andrea Schafroth ist Journalistin und Co-Geschäftsführerin eines Büros für Journalismus und Design. Sie lebt in Zürich, ist Mutter von drei Kindern im Alter von 3, 7 und 14 Jahren. Vor kurzem ist ihr Buch «Cool down – Wider den Erziehungswahn» erschienen, das sie mit dem Psychoanalytiker Peter Schneider geschrieben hat.

129 Kommentare zu «Mythos Familientisch»

  • Hermann sagt:

    Wir hatten Zmorge und Znacht mit unseren Kindern, genauso wie wir es mit unseren Eltern hatten. Heute sind die Kinder erwachsen und erinnern sich gerne daran, wie schoen es war, zusammen zu kommen und seine Probleme und Erlebnisse am Familientisch zu diskutieren. Wir waren Einwanderer aus der Schweiz mit Anpassungsproblemen (unser Vierjahriger wurde wegen seinem Schweizerdeustch regelmaessig verpruegelt), und da war der abendliche Familientisch sehr schoen. Vielleicht nicht vergleichbar mit der heutigen Schweiz. Ach ja, und auswandern mussten wir, weil wir als gemischtrassige Familie in der Schweiz taetlich bedroht wurden…. (heute wohl kaum mehr der Fall).

  • sunflyer sagt:

    Ach, wie bin ich froh wenn ich diese Erkenntnisse lese. Genau so geht es bei uns jeden Mittag und Abend zu und her. Und ich denk immer, irgendetwas mach ich falsch…. Wenigstens kann ich jetzt gut schlafen und muss meine Erziehung nicht gross hinterfragen.

  • heidi reiff sagt:

    Ich bin eine Kulturbanausin, der Kotau von Chinesinnen ist nicht mein Ding, vor mir muss niemand einen Knicks oder Kniebeuge machen. Tischmanieren sind destruktiv, einem Kind auf die Finger zu hauen ist destruktiv, wenn es mal den Löffel nicht gerade hält brrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrr. Ich schmeisse nicht alle in den gleichen Topf, mein Cousin hat eine Vietnamesin geheiratet inkl. erwachsener Tochter, kann ja sein, dass sie sich in der CH wöhler fühlt, ich schätze einfach ihre herzliche Art, wie sie mir begegnet, spontan umarmt sie mich bei Zufallsbegegnungen passiert einfach, alles hängt mit allem zusammen vermutlich gibt es keine Zufälle, ich weiss es nicht.

  • Hermann sagt:

    @ mira und Mathias: Ich kenne keine Asiaten, die sich verbeugen (ausser gelegentlichen japanischen Geschaeftsbesuchen). In der Schweiz kennt man offensichtlich nur Tamilen (die sind nun 25 Jahre in der Schweiz, hier haben sie sich in wenigen Jahren angepasst, in der Schweiz ist das offensichtlich nicht moeglich, bei wem liegt der Fehler?). Im Rest der Welt sind Asiaten hoch angesehen wegen ihrer Intelligenz, ihrer Kultur und wegen ihrem grossen wirtschaftlichen Erfolg. Ich kenne auch keine asiatischen Familien, die nicht Tischdisziplin haben. Diese Haltung ist nicht auf Tischsitten beschraenkt, sondern gehoert zum ganzen Denken. Asiaten als unkreativ zu beurteilen ist milde gesagt beschraenkt. Aber sie widerspiegelt die Selbstherrlichkeit der Schweizer. Um zum Thema zu bleiben: Es gibt Kulturen, wo Tischdisziplin herrscht und das nicht zum Nachsehen der Kinder.

  • Magdalena sagt:

    Grundsaetzlich kommt es mir vor, als muesste man den Familientisch pflegen, weil es die einzige moegliche Zeit ist, um sich zu unterhalten.
    Aber unterhalten tut man sich dann eh nicht, v.a. wenn die Familienmitglieder noch sehr jung sind.

    Dabei hat man doch angefangen beim Fruehstueckskaffe (oder -Schoko) bis zum Gutenachtkuss genuegend Minuten, um sich nahe zu sein und sich zu unterhalten bzw. einfach beisammen zu sein (ob nun aktiv oder passiv). Am Tisch soll doch einfach gegessen werden. danach kann man wieder beim Kaffee und Dessert schwatzen.

    Wenn die Kinder fertig gespiesen haben, dann duerfen sie auch sofort vom Tisch und ihrer eigenen Sache nachgehen. Danach haben mein Mann und ich unsere 10 Minuten fuer ein ruhiges Gespraech… Und wenn sie nicht essen wollen, muessen sie auch nicht, da renn ich nicht hinterher oder verdonnere sie zum Essen. Es hat sich wohl noch nie ein Kind selbst verhungern lassen!!!

    Good night!

    • Laura TI sagt:

      Nun, wenn die Kinder klein sind, mag es ja so sein, dass man den ganzen Tag über Zeit hat, nur meistens ist ja der eine oder andere bei der Arbeit, deshalb ist es doch schön, wenn man einen Fixpunkt bestimmen kann, wo alle zugegen sind und alle sich Zeit nehmen können um zu erzählen. Spätestens wenn die Kinder in den Kindergarten oder in die Schule gehen, wollen sie von ihrem Tag ausserhalb erzählen. Bei einem gemeinsamen Mahl, kann so jeder auf den aktuellsten Stand gebracht werden. Als meine Kinder noch klein waren, haben wir uns auch immer viel Zeit gelassen beim Essen, damit die Kinder eben merkten, dass das gemeinsame Essen nicht nur eine Kalorienaufnahme war, sondern mehr, eine Oase, ein Happening, man lacht zusammen, scherzt zusammen, sitzt zusammen, hilft beim rüsten, kochen, auftischen, abräumen, abwaschen, setzt sich nach getaner Arbeit noch mal alle hin und macht ein Spiel zusammen, oder erzählt eine Geschichte. Klar geht das heute mit Teenagern im Haus nicht mehr, aber immerhin das Zusammenspiel von einander helfen, einander zuhören, miteinander lachen und einander auf den aktuellsten Stand bringen, das klappt auch heute noch täglich..

  • Franzi sagt:

    hmm.. ans essen am tisch habe ich nicht wirklich gute erinnerungen. bei uns gabs unter anderem für zu langsames essen ohrfeigen und es wurde gegessen, was auf den tisch kam, auch wenn es einem dabei „lupfte“. dann liessen sich meine eltern scheiden. muttern ging arbeiten und somit war das essen am tisch vom tisch… heute geniesse ich es, wenn mal alle zusammen (oder auch bei freunden daheim mit der familie) am tisch zu sitzen und zusammen zu essen… sowas kommt wohl erst mit dem alter..es ist ja dann auch kein „müssen“ mehr.. 😉

  • tante hilda sagt:

    so cool – das ist ein superguter beitrag, der querdenken erlaubt! ich finde der frische wind, der aus diesem text durch die pädagogigschen dogmen weht, einfach herrlich. weiter so!

  • Daniel sagt:

    Der Artikel schreibt mir aus der Seele. Genau so ist es. Jedenfalls wenn man jüngere Kinder hat wie wir momentan (2/4/7).

    • Hotel Papa sagt:

      Könnte das evtl. mit Deinem letzten Post in einem anderen Thema zusammenhängen? Meinjanur.

      Hier Zusammengehörigkeit und da Individualimus. Könnte ja evtl. sein, dass sich das ausschliesst.

      • Daniel sagt:

        Grundsätzlich bin ich nicht für oder gegen den Familientisch. Aber es ist schon immer ein Kampf bis 5 Personen am Tisch sind. Und eine schlacht wähend dem Essen. manchmal bleinen meine Frau und ich völlig verstört nach dem Essen zurück…:) (alles mit Relativität zu geniessen)….

  • Daniel Matter sagt:

    Liebe Frau Schafroth, essen Sie mit Ihren Kindern, wo Sie oder sie wollen, das geht mich nichts an, aber bitte sorgen Sie dafür, denn das geht mich etwas an, dass Ihr Nachwuchs dort, wo ich ihm begegne, anständig isst. Ich meine damit, dass er nicht frisst wie eine Rotte Wildschweine. Vielen Dank.

    • Auguste sagt:

      hmm…, gratuliere, sie haben einen weg und ort gefunden, wie sie „rotte wildschweine“ in einen text einbauen konnten. dass sie dabei selbst wie ein eber rüberkommen, soll sie nicht weiter stören.

    • Eremit sagt:

      Wozu anständig essen? Bzw. wozu Anstand?
      Sorry für die etwas ketzerische Frage …

  • Ein Trick: ich habe eine Weile zu wenig Gemüse gekocht. Zuerst hat sich mein Mann bedient, dann ich, dann kamen die Kinder dran. Jedes der Kinder bekam ein wenig vom Gemüse. Mit der Zeit protestierten sie und wollten auch so viel wie Papa und Mama. „Seufzend“ habe ich gesagt: also koche ich halt das nächste Mal mehr vom Gemüse. Gemüse war Mangelware und heftig umkämpft. Der Trick funktionierte wunderbar. Heute essen alle meine vier Kinder supergerne jedes Gemüse. Es war ganz einfach!

  • Mephisto sagt:

    Ich stelle fest dass die Blogerin offensichtlich unfähig war gewisse Strukturen und Rituale zu schaffen zuhause. Wir haben auch Kinder die gewisse Marotten angefangen haben. Doch die haben wir ihnen ganz schnell ausgetrieben. Und zwar mit positiven Anreizen und sanfter Erpressung. Wenn man von Anfang an Einfluss nimmt und gewisse negative Dinge nicht einreissen lässt, läufts fast wie von selbst. Vor allem später wenn die Kinder älter sind werden die Kämpfe selten vorkommen. Aber wie gesagt, Voraussetzung ist, dass man von klein auf Rituale, Regeln und Strukturen einführt.

  • heidi reiff sagt:

    @ Andrea Schafroth

    Ich schätze Ihre Beiträge hab einige Kurse besucht, wo das Gorpsen, Niesen etc. erlaubt war, ohne sich dafür zu entschuldigen, natürliche Prozesse werden im Keim erstickt, „Am Anfang war Erziehung“, ich bin jetzt noch am üben, mir selbst treu zu bleiben, erlaube mir endlich zu gorpsen ohne Entschuldigung zu sagen. Letzhin bei einem gemeinsamen Essen hab ich einfach „wäh pfui ausgerufen ein abwertender böser Blick kam mir von einem Teilnehmer in der Runde entgegen, na und…. vermutlich einer der auch autoritär erzogen wurde. Einmal wäh pfui zu sagen ist legitim und erlaubt.

    • Daniela sagt:

      Ich glaube man kann ohne sich gross zu verbiegen sagen, das mag ich nicht. Tönt freundlicher, höflicher und gewährleistet, dass der andere auch in Zukunft noch kochen wird. Selbstverwirklichung in Ehren, aber Anstand muss dabei kein Fremdwort bleiben und das kann man problemlos auch Kindern beibringen.

  • suha sagt:

    Meine damals heiklen Kinder-Töchter sind jetzt erwachsen und ernähren sich sehr gesund, kochen selbst und experimentieren gern am Herd – gefühlte Jahre nur mit Gerichten wie Käsnudeln, Fischstäbli und Bratkartoffeln und Tomatenspaghetti waren also doch nicht umsonstene Liebesmüh, da es meist zu jeder Mahlzeit noch was „Gesundes“ (für die Eltern wenigstens) gab, das allerdings nicht gegessen werden musste sondern probiert werden durfte – und „wäh, das isch grusig“ habe ich nie geduldet, sondern nur „das han ich nöd gern“.

  • lisi sagt:

    Man kann aber auch aus jeder alltäglichen Handlung eine riesen Geschichte machen. Etwas mehr Gelassenheit würde so manchem nicht schaden. Essen gehört nun mal zum Leben, genauso wie schlafen, trinken, Musik hören, Geschichten erzählen, sich zanken, träumen, spielen, arbeiten und vieles mehr. Das nennt man LEBEN 🙂

    Bei uns gibt es den Familientisch, wir haben ihn aber nicht zu etwas besonderem erklärt, sondern es ist etwas normales, so ist die Erwartungshaltung nicht so unheimlich hoch, dass es eh nicht klappt. An manchen Tagen streiten sich die Kinder, an manchen erzählen sie ganz viel von sich und von dem was sie erlebt haben. Auch mein Mann und ich erzählen von unserem Tag. Manchmal lachen wir alle zusammen, manchmal sind wir ernst, je nachdem wie es uns halt geht. Trotzdem sind alle so erzogen, dass sie auch mal im Restaurant essen können, ohne dass ich deswegen vor Verlegenheit im Boden versinken müsste.

    Interessanterweise ist es so, dass je mehr Kinder am Tisch sind umso lustiger und entspannter ist es, trotzdem ist es gesittet. Ich habe jeden Tag meine fünf am Tisch und an manchen Tagen wächst die Kinderschar auf 7-8 Kinder. Es gibt auch Tage wo mein Mann und ich die Teller schnappen und separat in der Küche essen. Einfach weil wir etwas Ruhe wollen und die Kinder aber lieber lebhaft sind.

    Wirklich empfehlen kann ich ein bis zweimal im Jahr den „Räuberznacht“, da setzt man sich auf eine Picknickdecke (im Winter ruhig auch mal im Wohnzimmer) und da wird so gegessen wie es sich eben nicht gehört. Es darf mit den Fingern gegessen werden, Mayo mit Pommes Chips, Rübli mit Nutella, über alles Ketchup usw. Bedingung die „Sauerei“ bleibt auf der Decke. So ist flugs wieder aufgeräumt und alle hatten ihren Spass.

    Tja und betreffend Gemüse, Süssgetränke, Manieren etc. Hier gilt, wie für so vieles im Leben:

    Wir sind immer Vorbild, auch wenn wir gerade keines sind!

    In diesem Sinne allen en guete!

  • heidi reiff sagt:

    Ich lebe schon seit längerer Zeit als Single-Frau, esse und bekoche mich selbst, habe meine Leichen im Keller ausgegraben, ich esse, was mir schmeckt, jeder Mensch hat doch seine eigenen Gelüste, Mein Guru ist der Suppekaspar, ich esse diese Suppe nicht.

    • marcus sagt:

      leichen im keller ausgegraben? dann müsste es heissen ‚ich hesse, wer mir schmeckt‘? ja, jeder hat seine eigenen gelüste. en guete!

  • Regula sagt:

    Genaus so habe ich die Malzeiten mit meiner Familie in Erinnerung, als die Kinder noch kleiner waren. Nun im fast erwachsenen Alter wird zwar nicht mehr gestritten und nicht mehr gemotzt. Und über Tischgespräche, so selten sie zu Stande kommen, darf ich mich immerhin doch ab und zu freuen.

    TV dinners habe ich mit meiner Homestay Mom letzten Sommer in Kanada einmal pro Woche sehr genossen. 🙂

    • Katharina sagt:

      Homestay in Kanada? kennen Sie vielleicht People to People „www.peopletopeople.com“ ?

      • Regula sagt:

        Nein, kenne ich nicht. Ich war in Halifax am CLLC und habe den Homestay über die Schule gebucht. Es war beides wunderbarstens.

      • Katharina sagt:

        Ich finde die Idee der Homestays genial. Ein sehr guter Weg, Menschen in anderen Ländern kennenzulernen und ihren Alltag ein Stück weit mitzuerleben. People to People wurde von Dwight D. Eisenhower 1956 gegründet.

        Über People to People sagte John F. Kennedy:

        “The nature of People to People activities is as varied as the individuals involved. The housewife whose recipe contains the yeast of kindness, the soldier whose arms embrace homeless waifs, the doctor who heals with humility, all assert a single theme—the power of people, acting as individuals, to respond imaginatively to the world’s need for peace.”

    • Stefanie sagt:

      Ich war als Au pair in Neuseeland. Super Kinder, auch beim Essen. Da gabs am Anfang auch mal eines auf die Finger, wenn sie mir nicht gehorchten und meinten, sich bei den Eltern am Abend beschweren zu müssen. Doch den TV abzustellen schaffte ich bis am Schluss nicht 🙁 Das scheint dort einfach dazuzugehören.

  • Katharina sagt:

    TV Dinners gibt es bei Euch ja gar nicht. Erstens sind Mikrowellen-Geräte verboten, Jawoll! denn wegen böse auf dem Index! und zweitens gibt es die Segnung des nuklearen Zeitalters, also der Fünfzigerjahre, auf die die Autorin ja referenziert, nicht: Microwaveable Meals!

    Ginge ja auch nicht, wenn statt des hier üblichen Gefrierschrankes (das Wort ist Schrank, mit entsprechenden Ausmaßen) ein Gefrierfächlein Standart ist.

    Unglaublich. Als Lösung dafür, dass die Kinder vielleicht zu energiereich sind, um jeden Tag die Hauptmahlzeit als Zelebration der selbstbeweihräucherten Mama erdulden zu müssen, wird tatsächlich der TV Dinner der Kernfamilie des nuklearen Zeitalters der fünfziger angepriesen. Das ist so seicht wie die am TV dann laufende Sitcom.

    Well. nach den Fünfzigern kamen diverse Bewegungen der Befreiung und Erweiterung des Bewusstseins, sodass der illusionäre Kern eine beschleunigte Halbwertszeit hat. Das ist gut so, aber der akuten Enge der Schweiz wohl nicht zuträglich.

    Eigentlich geht es um zwei Dinge: etwas Struktur in den Tagesablauf zu bringen und gegenseitigen Respekt. Zudem ist das gemeinsame mahl am Abend eine gute Gelegenheit, sich über den vergangenen Tag informell auszutauschen. Eine Gelegenheit sowohl für Eltern als auch für Kinder. Die Struktur hilft den Kindern auch sich selbst zu orientieren.

    Ich schätzte die Tradition des Leil Schabbat in meiner Pflegefamilie sehr. Es ist der Freitagabend vor Schabat, wenn die ganze Familie zusammenkommt und gemeinsam die Woche abschließt. Darauf freute ich mich manchmal die ganze Woche und wollte es nie verpassen, denn alle berichteten darüber, wie die Woche so verging. Ich hatte dies nie als Zwang empfunden, aber eine Art feiern der Familiengemeinschaft war es schon.
    Da war übrigens kein diktatorischer Patriarch am Kopf des Tisches, nur seine Witwe.

    Ich finde es wichtig, dass eben jede Familie ihre eigenen Traditionen pflegt und fördert. Schlussendlich sind das dann auch Bestandteile der eigenen Identität und Seins.

  • Thomas1 sagt:

    Upps. Ich sollte mich wohl etwas an die Leine nehmen.

  • karl sagt:

    Liebe Frau Schafroth. Man könnte meinen, Sie hätten noch nie etwas von Erziehung gehört. Die oft mühselige Phase und die damit verbundenen Frustrationen lohnen sich eben später. Siehe Kommentar von Hermann.

  • Matthias sagt:

    Wenn ich den Blog lese, krieg ich den Eindruck, es ginge beim Essen nur um die Fütterung der Raubtiere. Als ginge es nur darum zu lernen den Primärinstinkten zu gehorchen. Als ginge es nur um Lust und Laune. Eine ziemlich schlichte Vorstellung von Ernährung, meiner Meinung nach. Eine etwas dürre Variante des familiären Zusammenlebens, eine etwas klägliche Version von ernst nehmen und Respekt.Mir scheint das insgesamt etwas resigniert.

    Es wundert mich nicht, wenn nach diesen Maximen gross gewordene Kinder nur ihre eigenen Bedürfnisse anerkennen und gelten lassen wollen. Na dann, wohlan, du Volk von Egoisten! Es lebe der Generationenvertrag! Wenn Kinder nie gefordert waren, Rücksicht zu nehmen, Dankbarkeit zu erlernen (die ja ganz offenkundig keine angeborene Tugend ist), zu warten und auch anzunehmen, was ihnen gegeben wird, Respekt zu erlernen, und wenn ihre Forderungen immer das Mass er elterlichen Entscheidungen darstellen, wie sollen diese Kinder jemals altersgemäss reif werden?

    Wenn wir immer den Weg des geringsten Widerstands gehen und es uns und den Kindern möglichst leicht machen wollen, nehmen wir den Kindern die Möglichkeit, sich an uns zu reiben und an uns zu wachsen. Und wir nehmen uns die Möglichkeit, an den Kindern zu wachsen, womöglich über uns selbst hinaus. In diesem Sinne: En Guete 🙂

  • Richi sagt:

    Liebe Frau Andrea Schafroth, bitte ersetzen sie „Kinder“ mit „meine Kinder“ – Danke!

    Den „Familientisch“ gibt es vielleicht bei Ihnen nicht (keine Wunder, wenn ich Ihre Erwartungen an eben diesen lese), aber das heisst noch lange nicht, dass er ein Mythos ist. Ist Ihr neues Buch einfach die Entschuldigung für mangelnde Strukturen und Rituale in Ihrer eigenen Familie, oder dient diese Kolumne einfach der Promotion Ihres Buches?

    Und was schauen Sie beim TV-Dinner? Irgendeine Soap über eine glückliche Familie? Ich bedaure Sie, ehrlich!

    • Alexandra A. sagt:

      Danke, Richi – du sprichst mir aus dem Herzen. Dieser Blog hat mich auch grausam genervt!

      Ich habe zwar erst eine Tochter (2 1/2) und ein zweites Kind kommt bald – aber ich habe noch nie solche Erfahrungen beim Familientisch gemacht, bei uns nicht, bei meinen Eltern nicht (und ich bin eins von fünf Kindern), und auch bei meinen Geschwistern nicht und deren Familien. Ich finde auch, dass es einfach ein Mangel an Struktur und Ritual ist. Und vielleicht dass auch schlecht gekocht wird, haha! 🙂

  • Hermann sagt:

    Meine aelteren zwei hatten viele asiatische Freunde, bei denen strikte Essens- und andere Rituale galten. Wir gaben unseren mehr Freiheiten, so wie das bei den meisten europaeischen Familien der Fall ist. Ihre asiatischen Freunde absolvierten ihr Studium schneller und erfolgreicher als die meisten Nichtasiaten. Kinder aus freiheitlich strukturierten Familien scheinen Probleme zu haben, sich spaeter ins Erwerbsleben einzugliedern, wo der Boss selten fragt, moechtest du dieses tun, oder darfs was anderes sein.

    • mira sagt:

      Was für Asiaten waren das? Chinesen? Tamilen bestimmt nicht…

    • Matthias sagt:

      Das ist wahr. Zumindest für Fliessbandarbeiter und Tellerwäscher.

      Die meisten Europäer schätzen unterwürfige Arschkriecher nicht besonders, daher kommt auch der Händedruck und das in die Augensehen (als Beweis von Stärke) anstatt das verbeugen und auf dem Boden rumkriechen (als Beweis von Unterwürfigkeit) wie es in fernöstlichen Kulturen üblich ist.

      Schliesslich ist es ganz einfach, nur wer sich gewohnt ist frei und auf eigenverantwortung zu leben kann auch mal selbst Boss werden. Was nützt ihnen ein Boss der nur gelernt hat Befehle zu befolgen, wie soll der jemals selber Entscheidungen treffen oder gar Befehle erteilen?

      Beides hat seine Vorteile. Strenge Erziehung erstickt auch kreativität, was heute in der Wirtschaft auch oft gefragt ist.

  • Auguste sagt:

    hmm…, „wäähh mag ich nicht!“, allzu oft hören zu müssen, lässt sie uralt aussehen, frau schafroth. eine mutter, die es nicht fertig bringt, genügend gerichte aus dem ärmel zu schütteln, die der familie schmecken, ich rede nicht von kulinarischen höhenflügen, ist wie ein auto, dem ein rad fehlt – das muss behoben werden, wenn’s was werden soll. investieren sie ihren ersten mamablog-gehaltsscheck sinnvoll – gehen sie in einen kochkurs oder kaufen sie sich ein buch, lebensmittel und fangen sie an zu üben. es lohnt sich. nebenbei, kochen für den hausgebrauch ist ungefähr so schwierig, wie malen nach zahlen. kali orexi, allerseits.

    • mira sagt:

      So einfach ist das nicht. Gerade wenn man mehr Kinder hat. Kind eins mag vorallem SchniPo, Kind zwei hat am liebsten Gemüsegratin und Kind drei mag eigentlich alles, ausser xyz und nmo und def……….. Und dann kommt dazu noch der Geschmack des Ehemannes, der weder Gemüse noch Salat noch Früchte isst. Aber die Kinder gesund ernährt haben will… Da kann es Mutter noch so gut meinen, mindestens einer wird geschmacklich immer zu kurz kommen. Meine Grossmutter hat daher einfach angefangen, sich selber zu loben. Damit es wenigstens einer tut.

      • Auguste sagt:

        hmm…, zugegeben, mira, die geschmäcker können ganz schön verschieden sein. dafür hat aber jemand mal „das lieblingsgericht“ erfunden. es ist erstaunlich, wie die akzeptanz eines menus steigt, wenn es sich dabei um das „total liebschte ässe“ eines familienmitglieds handelt – vorausgesetzt, dass auch die andern in ziemlich regelmässigem turnus in den genuss ihrer „super beschte ässe“ kommen. nebst grossmütterlicher weisheiten (die war sehr schön) sind austricksen und überlisten erziehungsmethoden, die sich immer wieder als recht hilfreich erweisen.

      • mira sagt:

        @Auguste
        Ja, das ist eine gute Idee. Werde das in ein paar Jahren dann selber ausprobieren.

    • Regula sagt:

      Nicht alle Kinder sind gute Esser. Bei meiner Freundin wurde alles rübis und stübis aufgegessen, egal was auf den Tisch kam. Sie waren kugelrund.

      Von meinen Jungs (vier) hat der Jüngst ausser Reis und Guetzli gar nichts gerne gehabt, der zweitjüngste ass alles und liebte alle grünen Gemüse.

      Das hat nichts mit der Köchin zu tun.

      • Auguste sagt:

        hmm…, milchreis mit zimetsternä – tönt wie der neuste hit von „stärnefoifi“. was wohl bevorzugt auf dem menuplan stehen wird im u2-alter?

      • Regula sagt:

        @Auguste

        Milchreis hat er wirklich immer noch gerne. Aber alles andere mittlerweile auch. Also, nur kein Stress beim Essen.

      • Auguste sagt:

        hmm…, sehe ich genauso, regula. warum spaghetti zeitweise nur weiss oder nur rot, aber keinesfalls grün sein dürfen, habe ich nie hinterfragt, das musste einfach so sein, pasta.

      • Gabri sagt:

        Und ich kenne jemand, der hat als Kind ewigkeiten nur Teigwaren ohne etwas gegessen. Da halfen sämtlichen Erziehungsversuche der Eltern und allen super schlauen die es besser als die Eltern wussten, nichts.
        Inzwischen ist es ein gesunder junger Mann und gelernter Koch. Das wäre er wohl auch geworden, hätte man die erfolglosen Erziehungsversuche einfach sein lassen.

        Ich koche meist das was ich gerne esse, da reut es mich dann wenigstens nicht, wenn der Rest am Tisch die Nase rümpft und mal wieder nur Beilagen ohne etwas isst.
        Und wenn ich will, dass sich die lieben Kleinen über das essen freuen, mache ich Büchsenravioli. Ich hasse die zwar, kann mich aber daran erinnern, dass ich mich als Kind ebenfalls immer darüber gefreut habe. Und sogar meine Mutter erzählt, dass es die immer gab wenn meine Grossmutter Waschtag hatta und dass sie die als Kinder geliebt haben. Keine Ahnung was an diesem Büchsenfutter so besonders ist 🙂

  • Auguste sagt:

    hmm…, wo der familientisch eine oase des friedens, der harmonie und der eintracht ist, sitzt meist irgendwo ein diktator/in mit an der tafel. auch wenn es zuweilen ungemütlich sein kann, einen besseren platz, wo sich alle familienmitglieder plus zugewandte begegen und formlos austauschen können, gibt es in keinem haus. und dass es zwingende gründe gibt, eine mahlzeit vor dem fernseher einzunehmen, dafür sorgten vreni schneider, pirmin zurbriggen, erika hess, peter müller und die fis schon vor jahren, als pizza noch nicht in jedem „chrachen* pünktlich zum start nach hause geliefert wurde. wähe zu essen, ohne das jemand sagt: pscht, jetzt chunnt…. fühlt sich für mich manchmal immer noch komisch an.

    • zysi sagt:

      interessant ist ihre aussage in bezug auf das autorisierte „P.S:“ wo doch die harmonie aus todsicherem erfolgstipp TV-dinner zu erwarten ist.

      ja, was nun – einen todsicheren harmonietipp aus psychoanalytischer feder oder von einem diktator?

  • Sim sagt:

    einfach nur köstlich dieser Blog 🙂

    spricht mir als zweifache Mutter aus der Seele; mit einem Augenzwickern geht doch alles vieeeeeeeel einfacher…. Nehmt nicht alles sooooo ernst 😉
    TV-Dinner tönt fantastisch *lach* – mit Spass und Humor lässt es sich viel einfacher erziehen und zusammenleben…

  • Christian sagt:

    Mir persönlich ist es viel wichtiger, meine Kinder lernen schon früh auf sich und ihren Hunger zu hören und ich möchte sie nicht blind darauf konditionieren, um – Punkt – 12 und um 18 Uhr essen zu müssen.

    Und ich kann auch nicht ohne Hunger essen, also ist es für mich und meine Frau klar, dass unsere Kinder auch den Wunsch äussern dürfen und sollen, sie seien heute nicht so hungrig und würden lieber nur Brot, Käse und Gurken essen, und nicht die Lasagne. Das ist völlig ok und sie dürfen sich auch ein Picknick einpacken und draussen mit ihren Freunden zu essen.

    Meiner Meinung nach ist dieses blinde bestehen auf den Familientisch nichts als die Möglichkeit für die Eltern, die Kinder einfach fix bei sich zu haben. Und in der Pubertät wird dann besonders auf diesem Ritual bestanden, weil die Kinder sonst nicht mehr so oft mit den Eltern sprechen wollen, was auch normal ist.

    Also eher eine Krücke für die Eltern, als eine Vorbereitung aufs Leben.

    • Christian sagt:

      Was ich noch ergänzen sollte, ich koche sehr oft gemeinsam mit den Kindern und sie geniessen dann auch das gute Essen. Meine Kinder essen gerne mit uns, aber manchmal eben auch nicht. Wenn wir kochen, dann verbringen wir gegen 2 Stunden gemeinsam in der Küche, schneiden und kochen. Und dann noch gemeinsam essen und abwaschen.

      Aber eben, sie müssen nicht. Nicht jeden Tag. Und ja, unsere Kinder sind schon beide um die 10. Da ist das wohl einfacher als wenn sie 2 sind, ist mir schon bewusst.

    • Cara Mia sagt:

      Na, dann hoffe ich mal, dass die in ihrem späteren Leben auch so einen Chef haben, der sie mal arbeiten lässt, mal nicht, nach Lust und Laune, und wie machen die das dann mit eigenen Kindern, heute mag ich nicht kochen, und jetzt machen wir einen auf Jamie Oliver??

      Das Leben ist nun halt einmal kein Freizeitangebot und was wir den Kindern nicht beibringen, müssen sie mühsam später lernen, und ecken überall an. Das ist viel schmerzhafter, als Zuhause liebevoll eine gewisse Ordnung beigebracht zu erhalten.

      • Christian sagt:

        Essen ist für sie also Arbeit? Oder wie soll ich das verstehen?

        Und wie jetzt, nicht kochen und dann einen auf Jamie Oliver machen? Das verstehe ich nicht. Lesen sie bitte nochmals meine Posts. Ihre Antwort liegt da leider sehr weit daneben.

        Und meine 4 Mitarbeiter sind sehr gute Leute und arbeiten toll, und stellen sie sich vor, sie entscheiden täglich wie viel Hunger sie haben und was genau sie essen möchten. Ungeheuerlich, aber wahr.

      • Christian sagt:

        Sich vergaloppieren kenne ich gut, passiert mir auch des öfteren. Aber nicht hier und jetzt. Und ich schätze ihre Einsicht.

  • Home-Worker-Grosi sagt:

    Wahrscheinlich mache auch ich alles falsch. Meine eigenen Kinder sind erwachsen und leben noch und haben selbst eine Familie gegründet, trotzdem wir den gemeinsamen Familientisch mit den Ritualen Anfang und Ende, Tischgebet, Singen und Anstand und Ordnung gepflegt haben.
    Seit drei Jahren nehmen bei uns zwei Schweizer Kinder das Mittagessen 3 mal pro Woche ein, deren Eltern unabdingbar über den Mittag arbeiten müssen. Die beiden Kinder waren an eine gemeinsam eingenommene Mahlzeit nicht gewohnt .“Husch, husch, Snacks hier, Snacks da!“ … … Jetzt geniessen sie das ungezwungene, gemeinsame Essen an einem Familientisch bei uns, den wir im ähnlichen Rahmen, wie bei unseren eigenen Kindern gestalten. Endlich findet jemand Zeit zum Zuhören und Sprechen!

  • hugi sagt:

    gibt’s denn irgendwo noch ein paar langweilige klischees mehr über kinder und familie, hat nicht noch jemand das gefühl, dass so langsam aber sicher alles gesagt ist, oder halt, da soll ja noch ein dümmliches büchlein verkauft werden, alles klar …

  • Monika sagt:

    Merci, merci, merci für diesen Blogbeitrag! Bei uns ist es mit nur einem Kind (3) genau gleich. Und da ich das Essen nicht zum alles dominierenden Thema unseres Lebens machen will, esse ich halt ab und zu alleine, wenn mein Sohnemann lieber spielen will. Und der gute alte Spruch der Grossmütter „Die Kinder fragen dann schon nach Essen, wenn sie hunger haben“ finde ich gesünder als irgendwelche forsierten Familienessen.
    Etwas mehr Gelassenheit und weniger Zwang bei der Kindererziehung reduziert das Frustpotential bei allen Beteiligten. Und die liebevollen Momente, welche anstelle von zwanghaften Ritualen entstehende können, finde ich um ein mehrfaches „pädagogisch sinnvoll“.

    • Sportpapi sagt:

      Das geht mir dann doch zu weit. Ich möchte ja nicht ein zweites Mal an den Tisch sitzen, nur weil der Sohnemann halt 30min später mehr Lust auf Essen hat. Aber ja, essen soll man, wenn der Hunger da ist. Und das kann man über Zwischenverpflegungen (falls überhaupt nötig) etwas steuern.

  • Pippi Langstrumpf sagt:

    Wir hatten auch oft Auseinandersetzungen, aber das gemeinsame Abendessen war eigentlich immer eine entspannte Angelegenheit, die Jungs mochten, von kleinen Ausnahmen abgesehen, alles, was ich kochte. Wir assen am Tisch oder auch mal vor dem TV, der in vielen Familien fast so etwas wie das moderne Lagerfeuer ist. Oft lief gerade die Tagesschau, meine Kinder waren dadurch schon früh politisch interessiert, wir konnten endlos diskutieren, auch heute noch.

  • Wir träumen noch vom Familientisch – im Moment ist es eher ein Schweinetisch bei uns…

    • Thomas1 sagt:

      Vielleicht hilft dies: ich hatte immer Mühe, betreffend Tischmanieren den Polizisten spielen zu müssen und sie in ein Schema zu zwängen – auf der anderen Seite will ich dennoch, dass sie die gängigen Tischmanieren lernen. Ich habe das dann so gelöst: ich habe meinen Buben erläutert, dass es meine Aufgabe ist, ihnen die allgemein vereinbarten Regeln zu lehren. Dann haben wir die über eine Woche ziemlich streng eingeübt und wir haben uns gegenseitig aufs Schärfste überwacht. Das war schon mal ziemlich lustig. Von da an, also ich wusste, die Aufgabe ist erfüllt (sie kennen die Regeln) durften sie ZU HAUSE essen, wie sie wollten. Einzige Bedingung: sie mussten vorher fragen und damit bestätigen, dass es ihnen bewusst ist, dass sie die Regel nach ihren Gusto abändern. Z.b. darf ich heute meinen Kopf abstützen während ich die Suppe schlürfe? Antwort: Ja. Sobald das Regel brechen jedoch zur UNBEWUSSTEN Gewohnheit wurde (= sie vergessen zu fragen) weise ich sie darauf hin, dass sie vergessen haben zu fragen und sie setzen sich wieder „Tischregelkonform“ hin. Wenn wir auswärts sind, genügt es, dass ich ihnen beim Betreten des Restaurants ins Ohr flüstere, dass es hier keine Ausnahmen gibt. Dann wissen sie, was zu tun ist. Das klappt dann alles in allem in 90% der Fälle wunderbar.

  • Lara Kraft sagt:

    Wenn sich jemand schon im ersten Satz als Vorreiterin des Mittagstisch vor 15 Jahren bezeichnet, dann sagt das schon einiges aus. Wie ass denn mein Ur-Grossvater mit seiner Familie? Am Mittagsfensterbrett?

    Aber zurück zum Thema. Oft ist es doch so, dass dieser Familientisch den Eltern als Spender des guten Gewissens dient. Da sitzen dann alle zusammen und Mama und Papa unterhalten sich über ihre Sachen und die Kinder sollen ruhig sein, weil sich da gerade zwei Erwachsene unterhalten. Die einzigen Gespräche zwischen den Generationen beschränken sich dann auf gerade sitzen, anständig essen und noch Salat nehmen. Da kann man dann von einem Teenager nicht erwarten, sich dann wochenlang auf diesen Termin zu freuen.

    • Sportpapi sagt:

      Richtig. Ist für die Eltern ja vielleicht auch enspannender, noch ein paar Minuten alleine zu verbringen. Aber ich gehe davon aus, dass die Kinder richtig Hunger an den Tisch mitbringen und sich auf das Essen freuen. Das darf ja dann doch mehr als 5min dauern.

    • Laura TI sagt:

      @Lara Kraft
      in Ihrem beschriebenen Beispiel müssten sich die Eltner vielleicht mal fragen, ob sie ihre Unterhaltung nicht auch auf einen Zeitpunkt verschieben könnten, an dem die Kinder anderweitig beschäftigt sind. Essen ist bei uns mehr als ein Hineinstopfen von Lebensmitteln, es ist ein sozialer Event, jeder kann erzählen, jeder hört zu, jeder kann kommentieren auch mit ganz kleinen Kindern oder gerade mit kleinen Kindern, wenn die das nicht lernen, dass der Mittagstisch oder der Abendtisch zu einer gemütlichen Runde werden kann, einer Runde, wo sich jeder einbringen kann, dann werden diese Kinder das auch nicht vermissen und es auch als Teenager nicht suchen.

  • tilleul sagt:

    Herzliches Beileid. Pizza vor dem Fernseher und dann sind alle zufrieden? Das kann’s ja wohl nicht sein. Vielleicht sollten Sie doch eher ihre Ansprüche an ein Essen mit der Familie senken, dann können die Kinder sich vielleicht auch wieder entspannen… (Weniger Perfektionismus und mehr Freude am Zusammensein. – Ich meine, wenn Sie es nicht leben, wie sollen die Kinder es dann können?)

  • Daniel sagt:

    TV-Dinner ist nun wirklich das letzte. Noch mehr Fremd-Beeinflussung nach der Schule. Da kreieren wir ja eine tolle manipulierte Gesellschaft…

  • Doris sagt:

    Ich muss mich Laura anschliessen.. schon wieder mach ich alles falsch.. gopfnomau.
    Meine Kinder lieben die gemeinsamen Essen und sie erzählen viel und gerne von ihrem Tag, was sie getan haben, was sie geärgert hat oder auch was besonders viel Spass machte. Es ist keine Pflichtübung, wir geniessen die Zeit zusammen. Und.. ohh Wunder.. sie schätzen, was gekocht wird, sie essen Salat und am schönsten ist es, wenn wir Zeit haben, gemeinsam zu kochen und anschliessend zu essen.

    Liebe Autorin dieses Artikels, nein die Haltung ihrer Kinder möchte ich nicht als Massstab für andere Kinder nehmen. Logisch auch meine Kinder lieben mal Pizza vor dem Fernseher. Das passiert jedoch so selten, dass es nicht Gewohnheit ist und wird und es für sie jedesmal ein kleines Festessen ist, etwas Spezielles, das man in dem Moment auch speziell zusammen geniesst.. aneinander gekuschelt auf der Couch… Flecken hin oder her.. die kann man putzen, Kleidung waschen…

    Wenn ich lese, wie die Autorin Mühe hat damit, dass kleine Kinder Dinge ausprobieren wollen, die sie noch nicht können (gehört das nicht zum Kindsein und lernen dazu??) und sie scheinbar die älteren Kinder nicht soweit erzogen bekommen hat, dass sie Messer und Gabel benutzen, wenn kein Fingerfood auf dem Tisch steht.. es tut mir leid, das klingt mir nach überforderter Mutter. Vielleicht sollte ich doch auch mal ein Buch schreiben…..

    • Auguste sagt:

      hmm…, auch wenn es ihr weltbild ins wanken bringt, doris. salat, insbesondere das hier übliche grünzeug, besteht fast ausschliesslich aus wasser. kopfsalat und seine freunde sind, unter ernährungstechnischen gesichtspunkten gesehen, eigentlich herausgeworfenes geld und wenn man sie darüber hinaus auch noch nicht mag – die totale kulinarische einfalt. bei sonst ausgewogener ernährung würde jemand, der nie grünen salat isst, absolut keinen mangel erleiden. es sei den, er wäre gemüsebauer.

  • Daniel sagt:

    Vielleicht ist es ja ein Mythos dass der Familientisch „schön“ und „gemütlich“ ist. Aber meiner Meinung nach ist er trotzdem sehr wichtig. Irgendwann müssen die Kinder ja auch mal lernen was Tischmanieren sind, dass man am Tisch sitzen bleibt bis der letzte fertig ist, usw.

    Wer das als Kind nie gelernt hat hat’s dann später umso schwieriger…

  • Bitta sagt:

    Regeln setzen und durchziehen, möglichst früh: Gegessen wird zu einer fixen Zeit. Wer zu spät kommt, isst kalt oder gar nicht. Gegessen wird, was auf den Tisch kommt. Hat man sie den älteren Kindern beigebracht, machen die jüngeren automatisch mit. Taschengeld gibt’s nicht für Junk Food. TV-Dinner gibt’s nur in Ausnahmefälle. Wer später noch Regeln diskutieren will, hat verloren.

    • Sportpapi sagt:

      Taschengeld gibts zur freien Verwendung. Oder wird das auch vorgegeben?

      • 2mann sagt:

        ups ….. – so strenge eltern hatte nicht mal ich vor 40 jahren ….
        also ich sehe hier meine positive erfahrung zum familientisch gerade in umgekehrter richtung: ich koche abwechslungsreich und gesund, aber so wie es mein kind in seinen unterschiedlichsten phasen auch mochte. beispiel: er ass eine zeitlang nichts „grünes“, darunter fielen alle gewürze wie majoran, basilikum usw. … – ausgewichen bin ich ganz einfach: man nehme das gewürz in pulverform. – stimmt: nicht so hip wie das frischgewürz. aber ich konnte die saucen und speisen immer noch für alle schmackhaft zubereiten, egal ob erwachsene oder kind. das „grün“ bezog sich nämlich nur aufs visuelle, nicht auf den geschmack 🙂
        und ganz generell: ein gelungener familientisch ist nicht nur abhägig vo den aufgetischten speisen, sondern von einer atmosphäre. – wir haben immer sehr lustige und gute gespräche. themen, die die kinder interessieren und sie inhaltlich ansprechen/betreffen. – so kommt es, dass bis heute sohnemann auch im alter 14 noch super gerne kommt, wenn gemeinsames essen angesagt wird und dafür auch gerne alles andere stehen und liegen lässt.
        übrigens: selbstverständlich isst er heute uneingeschränkt praktisch alles, frisch, grün, gemüsig, salatig …. – gesund.

      • Bitta sagt:

        Ich führe eine Familienkantine und kein Gourmettempel.

    • Cara Mia sagt:

      @Bitte: wie alt sind Ihre Kinder? Könnte ins Auge gehen, dieser Drill. Ich bin zwar auch relativ konsequent, aber ich halte viel von einer demokratischen Art der Erziehung.

      • Bitta sagt:

        7 und 9, dazu kommen noch gelegentlich die Nachbarskinder. Nein, diskutiert wird wirklich nicht, sonst käme ich nie durch mit meinem Programm.

  • Thomas1 sagt:

    @ Andrea Schafroth: Ihnen und allen mit ähnlichen Schwierigkeiten könnte das Buch „WARUM KINDER TYRANNEN WERDEN“ vielleicht weiterhelfen. Vielleicht versuchen Sie’s mal damit, dass das gemeinsame Mal nicht einem vorgegebenen Bild entsprechen soll. Dann kann das gemeinsame Essen auch in einem anderen Rahmen stattfinden. In den wenigen Fällen, in denen meine Kinder nicht recht dabei sind, motiviere ich sie zum mitmachen indem ich sie z.B. mitkochen lasse, in dem wir „heute mal nur mit den Händen“ essen (vom Salat bis hin zur Spaghetti), mal mit verbundenen Augen „Essen raten“, mal schaun was passiert, wenn wir beim Essen die Nase zuhalten, das Besteck links und rechts vertasuchen, mal mit Stäbchen etc. etc. Auch unser Tischsprüchlein, das nichts anderes als ein ritueller Startschuss fürs gemeinsame Essen ist, wird mal rückwärts aufgesagt, mal ohne Vokale, mal jedes folgende Wort doppelt, mal mit französischem Akzent etc. Mit der Zeit bringen die Kinder auch eigene Ideen ein. Und gesund muss das Essen übrigens immer sein. Das ist eine Maxime, die ich vorleben will. Ich lasse SIE immer auch Ausnahmen (auswärts) machen, aber wenn ICH koche, kommt nicht’s Ungesundes auf den Tisch. VIelleicht muss ich noch dazusagen, dass ich selbst gerne koche. Und dass ich keineswegs den Anschein des Superpapis erwecken will, ich hab‘ dafür andere Dinge weniger im Griff.

  • Jackie sagt:

    Bis zum 14. Jahr ass unser Sohn sehr gerne mit uns am Tisch. Dann schlichen sich plötzlich immer mehr Ausreden ein, wieso er nun nicht mit uns Nachtessen kann. Wenn er am Tisch sass, fand er es ätzend, soooooo lange zusammen zu sitzen. Wie ein Phantom schlich er sich davon oder musste noch schnell dies und das erledigen. Natürlich kann man von einem 16/17-jährigen nicht mehr erwarten, dass er ständig mit seinen Eltern am Tisch sitzt. Wir haben nun abgemacht, dass wir zweimal unter der Woche und am Sonntagabend zusammen Nachtessen; und wir Eltern geniessen wieder die anderen Essen „stressfrei“ zu zweit und können uns so lange unterhalten.

    • Cara Mia sagt:

      Oh doch, das kann man erwarten und muss man auch. Das hat mit guten Manieren und Anstand zu tun. Sie haben schliesslich kein Hotel. Tut mir Leid.

      • Lara Kraft sagt:

        Sie, Cara Mia, urteilen gerne absolut über das Leben anderer. Das ist nicht richtig. Haben sie einen 17jährigen Jungen oder ein Mädchen? Eben.

      • Daniel Matter sagt:

        Lara Kraft, man/frau braucht keinen 17-jährigen zuhause zu haben, um zu wissen, was gutes Benehmen ist. Man muss auch keine Eier legen können, um zu wissen, was ein gutes Ei ist. Und wenn man einen 17-jährigen zuhause hat, hat man ihm schon vor Jahren beigebracht, dass bei Tisch Regeln gelten. Hierzulande andere als in China. Bei Rüpeln andere als bei Nichtrüpeln.

  • Sportpapi sagt:

    Ich hoffe schon, dass es einen Unterschied gibt zwischen Kinden von 3 und 14 Jahren. Was dem 3jährigen noch schwer fällt, sollte vom 14jährigen sicher erwartet werden dürfen. Und: ich habe Glück: meine beiden Jungs (1/3) essen fast alles, vor allem auch Salat. Und gerne rohes Gemüse, wenn sie es dippen dürfen. Aber nur, wenn es nicht gerade etwas besseres gibt. Deshalb wird manchmal halt eins ums andere aufgetischt. Aber natürlich halten sie es nicht gleich lange am Tisch aus wie die Eltern, die nach einem anstrengenden Tag gerne mal zur Ruhe kommen möchten. Pizza vor dem Fernseher gibt es bei uns nur, wenn jemand allein zuhause ist. Aber gesund muss das Essen auch nicht immer sein (ein ständiger Streitpunkt mit der Mutter…), solange die Kinder sich so intensiv bewegen den ganzen Tag…

  • Cara Mia sagt:

    Lassen Sie die Kinder kochen. Das gibt dann zwar mal Tomatensauce mit Nesquick, aber einmal reicht dann schon, und sie lernen rasch. Natürlich muss man sie langsam einbeziehen, das Dreijährige darf aber auch schon auf dem Hocker am Herd stehen und rühren, die Mama steht dahinter und passt auf. Aber etwa mit 8, 10 Jahren geht das schon gut, und die Pfannen wäscht die Mutter, denn die sind schwer. Wer die Salatsauce selber anrührt, der probiert auch eher vom Salat, dito Gemüse etc.. Heute sind meine Teenager bald volljährig und wir kochen abwechselnd, allen ist das gemeinsame Abendessen ein Bedürfnis, wenn denn alle da sind. Und wer kocht, gibt sich besonders Mühe, und keiner meckert mehr. TV zum Essen – kommt nicht in Frage, da war und bin ich konsequent.

    • Daniel sagt:

      Da meine Eltern geschieden sind (seit ich 10 bin) und meine Mutter wieder eine Vollzeitstelle hatte war das für uns (8, 10, 11) ganz normal dass jeder an einem Wochentag die Küche schmeisst (also: Einkaufen, Kochen und Aufräumen…).

      Mal abgesehen von kleineren Ausrutschern hat’s ganz gut funktioniert.

  • Eremit sagt:

    Ja, so sind nun ein mal Kinder. Sind sie nicht toll!

    Punkt 5 widerspiegelt wie Dankbar die Gesellschaft von Morgen sein wird und heute teilweise leider schon ist.

    Wenn Kinder sagen «wäähh, mag ich nicht!», dann wirft dies doch automatisch die Frage auf; von wem haben sie das?
    Die selbe Frage muss man m.E. auch beim Durcheinanderreden stellen. In vielen Firmen herrscht heute leider die Unkultur, dass wenn jemand redet, er/sie(?) die ganze Zeit redet und alle anderen praktisch nie zu Wort kommen und er/sie(?) dabei Sachverhalte ausspricht die nicht stimmen oder irrelevant sind. Und wenn man wartet bis man mal was sagen kann kommt man nie zu Wort, oder hat eine extrem lange Liste von Korrekturen, die sich kaum jemand merken kann. Diese Unsitten beim Reden übertragen sich dann daheim m.E. auch auf die Kinder und dann von Kind zu Kind.

    Manche Unsitten übertragen such auch von Erwachsene zu Erwachsene ober leider gerade auch nicht. So wenn Kinder nicht gerne gesund essen, dann liegt es vielleicht auch am Rezept des Kochs, bzw. der Köchin? Da essen Kinder zuhause nicht gerne Spinat und Mais, aber bei der Grossmutter welche diese Speisen etwas anders zubereitet essen sie dies gerne.

    Und wenn man schon bei Speisen ist, Tomatenflecken auf dem frisch gewaschenen Kleid mögen m. E. nur ältere weibliche Wesen und „Tunten“ nicht. Dem normalen Büezer ist’s egal ob die Kinder Tomatenflecken auf den Kleidern haben oder nicht: Es gibt wichtigeres im Leben.

    Das Abendessen für eine „Familienzusammenkunft“ zu gebrauchen ist m.E. nicht passend, da es bekanntlich heisst „iss abends wie ein Bettler“. Und die Kinder welche dies befolgen leben dem entsprechend gesund. Viel besser erscheint mir da das gemeinsame Mittagessen für eine kleine „Familienzusammenkunft“ zu gebrauchen, wenn auch bei familienfeindlichen Arbeitgebern nur Samstags und Sonntags.

    • Cara Mia sagt:

      Das ist ja nett, aber mittags kommen viele Kinder gar nicht mehr heim, da bliebe dann nur das Wochenende… Man darf halt nicht zu spät essen, theoretisch, und schwer kochen sollte man ohnehin nicht.

      • Eremit sagt:

        Das mit dem „da bliebe dann nur das Wochenende“ ist m.E. ein Problem der modernen Familie.

      • Widerspenstige sagt:

        Ja Eremit, dort wo Du anscheinend in Gedanken leben möchtest, ist die tradtitionelle Familienstruktur noch intakt oder sehe ich das verkehrt? Wir leben in der modernen Zeitepoche und es darf natürlich in Frage gestellt werden, ob wir uns alle nicht einfach in die verkehrte Richtung ent-wickelt haben. Wie soll das Rad denn nach Deiner Meinung gedreht werden? Zurück in die ‚guten alten Zeiten‘ (20. Jh, 19. Jh. oder doch 18. Jh.?) oder soll es stagnieren und sich im Leerlauf drehen (heutiger Zustand anfangs 21. Jh.) oder doch in die Zukunft rollen? Wer gibt die Richtung bekannt, wem dürfen wir noch glauben und wer gibt noch Hoffnung? Ja, Fragen über Fragen…

    • Schafroth sagt:

      Das Problem bei Tomatenflecken ist halt: Irgendjemand muss irgendwann wieder aus dem Kleid rausbringen, was oft eine höchst mühsame Angelegenheit sein kann.

      Andrea Schafroth

      • Sportpapi sagt:

        Ich glaube, gemeint war: ein paar flecken auf dem Leibchen stören beim spielenden Kind überhaupt nicht. Wieso soll es immer so sauber aussehen, als müsste es gerade zur (Büro-) Arbeit oder in die Kirche?

      • Eremit sagt:

        Ja kann. Früher gab es noch nach dem Heimkommen ein „als erstes Kleider wechseln und dann …“. Jemand, der den ganzen Tag in der Werkstatt arbeitet, sitzt abends auch nicht mit den Arbeitskleidern zu Tisch. Warum solle dies nicht auch auch für Kinder und Bürolebewesen gelten?

    • Daniel Matter sagt:

      Ich bin meines Wissens weder ein älteres weibliches Wesen noch ein Tunte, wie das der Herr Eremit auszudrücken beliebt, und es gibt Wichtigeres im Leben als Tomatenflecken auf den Kleidern, aber dennoch finde ich, man kann Kindern beibringen, sich nicht die Tomatensauce über die Kleider zu kleckern. Es gibt so was wie Tischsitten und Servietten. Irgendwann werden Ihre Sprösslinge es Ihnen danken, dass sie sie von Ihnen gelernt haben, die Sitten.

      • Eremit sagt:

        Meines Erachtens wollten in dem Fall die Kinder nicht absichtlich Tomatensauce über die Kleider zu kleckern. Und ein Malheur ist jedem von uns sicher schon einmal passiert. Haben wir deswegen keine Sitten? Wenn man Kindern m. E. glaubwürdig Sitten beibringen will, dann muss man begründen können warum dies und jenes so ist, auch wenn sie es am Anfang nicht verstehen. Wenn man das nicht kann, warum braucht man dann Sitten beim Essen? Etwa zur Machtmanifestation?
        Ja, dankbare Sprösslinge werden es eines Tages danken.

        Wenn ein Kind absichtlich absichtlich Tomatensauce über die Kleider zu kleckert, dann gilt nach wie vor „mit Essewaren spielt man nicht“.

    • Laura TI sagt:

      @Eremit
      nein, das kommt mit dem Alter der Kinder, Mittagspausen sind oft zu kurz um nach Hause zu fahren für die Kinder, Abends haben sie manchmal Training, manchmal Vereinsleben und manchmal, grad an Wochenenden, sind sie eingeladen bei Freunden in den Bergen, das ist alles kein Zeichen einer modernen Familie, vielmehr ein Zeichen, dass unsere Kinder flügge weden, wir Eltern alt werden und uns wieder vermehr der trauten Zweisam- oder Einsamkeit widmen können.

  • Laura TI sagt:

    Ich habe schon wieder alles falsch gemacht.
    Meine Kinder lieben den Mittagstisch, wenn sie denn die Zeit haben, nach Hause zu kommen, sie lieben meine Gemüsegratins und meine Salatkreationen, sie kennen kein Dosenfutter und keine Tiefkühlpizza. Das Abendessen wird meisten stundenlang zelebriert, mit gemeinsamen Zubereiten der Speisen, Tischdecken und natürlich den endlosen Diskussionen und Erzählungen des Tagesablaufs, oft , sehr oft haben wir Klassenkameraden zum Essen, weil die es auch mögen, dass bei uns ein lebendiges Abendessen abgehalten wird und nicht ein möglichst schnelles und anonymes. Zeit haben, Zeit geben, das ist wohl das wichtigste innerhalb der Familie, zuhören aufeinander eingehen, voneinander lernen. Meine beiden Teenager und ihr Freunde geniessen diese Zeit miteinander, vor allem jetzt, wo sie tagsüber an einem anderen Ort zur Schule gehen. Nach wir vor können wir dem angepriesene TV- Dinner nicht frönen, da wir immer noch fernsehlos sind, aber ob wir da wirklich etwas verpassen, wage ich zu bezweifeln.

    • Martin sagt:

      Tönt fast zu schön um wahr zu sein – Bei uns (Kids 3/5/7) ist das Szenario von Andrea Schafroth halt auch (noch) die Regel, aber die Hoffnung auf Besserung stirbt ja bekanntlich zuletzt..

    • Schafroth sagt:

      Sie haben bestimmt nichts falsch gemacht, sondern, wenn schon, dann alles richtig. Nur funktioniert es halt nicht bei allen immer, auch wenn sie versuchen, alles richtig zu machen.
      Andrea Schafroth

      • Laura TI sagt:

        @mira
        ich habe alles falsch gemacht im Sinne von, ich kann nicht mitheulen mit dem Rudel. Wenn ich diesen Blog verfolge, hab ich sehr oft das Gefühl, dass ich auf einem anderen Stern lebe, wobei mir das auch auffällt, wenn ich mich mit Frauen aus der Deutschschweiz unterhalte. Hier sind die Kinder einfach viel weniger unter einem Gruppendruck als bei Euch, hier herrscht noch ein Stück heile Welt, die wenigsten Klassenkameraden meiner Kinder haben getrenntlebende oder gar geschiedene Eltern, bei den meisten ist die Mutter Hausfrau und geht keiner Erwerbstätigkeit nach. Ein paar der Mütter machen Volentariatsarbeiten im Spital, im Weltladen, ich glaube, man ist allgemein hier mit weniger zufrieden als im Norden, man hat weniger Ansprüche an sich und an das Leben. Das erleichtert die Erziehungsarbeit ungemein.

        @Pippi
        Ich mag keine Blumentöpfe und meine Kinder haben sich bis jetzt noch nicht bedankt, dass sie eine solche Mutter haben, aber das kann ja noch kommen. Ich werde Sie auf dem Laufenden halten.

      • mira sagt:

        @Laura TI
        „Heile Welt“

        Das mag für Dich eine heile Welt sein und das ist auch gut so. Ich möchte hier nicht provozieren und Dir etwas unterstellen, das ich gar nicht wissen kann. Für mich tönt es einfach nicht authentisch, sondern romantisch schön-gefärbt.

    • mira sagt:

      „Ich habe schon wieder alles falsch gemacht.“

      Sind Sie grad auf der Suche nach Bestätigung? Wenn ja: Alles tiptop bei Ihnen. Wie im Bilderbuch. Weiter so! Wenn nein: warum fällt es mir so schwer, Ihren Zeilen zu glauben…?

      • Christian sagt:

        Danke, Mira.

        Kokettieren kommt irgendwie nicht so gut, finde ich. Schlimmer als Suggestivfragen mit eigener Antwort dazu. Es fehlt nur noch von sich in der 3. Person zu sprechen.

      • Pippi Langstrumpf sagt:

        Laura TI befindet sich ständig im Wettbewerb, das ist nur ein weiteres Beispiel dafür. Vielleicht ist ihr wohl dabei, ich weiss einfach, dass ich mich als Kind bedankt hätte, wenn meine Mutter so gewesen wäre. Sie sollte sich bewerben als Mutter des Jahres, Präsidentin der Mütterpolizei, jawoll….

        Komm doch etwas runter, Laura, es gilt nicht, 24 h pro Tag einen Blumentopf gewinnen zu müssen. Man kann alles übertreiben, findest du nicht?

    • zysi sagt:

      ich werde auch versuchen so viel wie möglich falsch zu machen, dann gelingts!
      gueti wuche laura TI

    • Ginola sagt:

      @Mira und Pipi

      Nun ja, ich finde es echt bereichernd, dass man auch mal davon hört, wenn etwas eben gut läuft.

      Weshalb sollte es denn nicht so sein? Ich glaube doch, dass die Mentalität eben sehr viel ausmacht. Grad in den südlichen Ländern ist dieses Kollegen können auch kommen und mitessen, mitreden etc. absolut normal. Zumindest was ich erlebt habe: „Mi casa es tu casa..“ , heisst dies im Spanischen..
      Zudem pflegt man nicht den Individualismus wie in anderen Ländern: Zusammensitzen, diskutieren, ein Spiel zusammen machen etc.

      @Laura TI

      Weiterhinf viel Spass beim Essen!

      • mira sagt:

        @Ginola
        Ja, ich mag es auch, wenn jemand was Positives schreibt. Aber bei Laura TI ist es immer perfekt, harmonisch, liebevoll, etc. etc. Das tönt für mich nach Realitätsverlust und Schönfärberei. Ob sie das bewusst oder unbewusst macht, sei dahingestellt. Und wenn sie dann dafür noch Lob heischen geht, dann finde ich das irgendwie etwas komisch… ABER: ich mag mich irren. Ist bei mir einfach so ein Bauchgefühl…

      • Ginola sagt:

        @mira; 15:51

        Na ja, schlussendlich wissen wir ja beide nicht, was der Realität entspricht. Ich halte mich einfach an den Grundsatz „Not guilty until proven otherwise!“

        Ich habe nicht alle Posts von Laura TI gelesen. Aber das mit „..perfekt, harmonisch, liebevoll…“ musst Du mir noch ein wenig erklären: Gemäss frühere Beiträgen hat sie ein Kind verloren und danach brannte ihr Ehemann mit einer anderen durch. Also perfekt, harmonisch und liebevoll ist anders..-

        Worin sie sich womöglich von anderen unterscheidet ist, dass sie diese Situation akzeptiert hat unter den gegeben Umständen einfach das Beste gemacht hat. Menschen, welche solche oder ähnliche Schicksalsschläge überwinden, können und sollen auch Stolz darauf sein.

      • mira sagt:

        @Ginola
        Ich dachte dabei nicht an Laura TIs Geschichte, welche ich nicht präsent hatte, sondern an viele Beschreibungen von ihrer Familie und ihren Kindern. Wobei ihre Geschichte eine gute Erklärung für ihren (von mir unterstellten) Romantizismus sein könnte. Was auch immer.. Mir sind diejenigen Menschen lieber, die zugeben können, dass nicht alles perfekt läuft.

      • Laura TI sagt:

        @mira
        perfekt wäre, wenn ich meine drei Kinder am Tisch hätte zusammen mit ihrem Vater, wenn ich es geschafft hätte, die Familie zu bewahren. Ich glaube, es tönt deswegen für Sie perfekt, weil ich selber nicht den Anspruch habe, etwas perfekt zu machen, ich erlaube mir und meinen Kindern Fehler zu machen und auch dazu zu stehen. Bei uns ist der Zusammenhalt eben anders, meine Kinder haben viel zu früh lernen müssen, wie es ist, wenn ein Mitglied der Familie plötzlich fehlt, das hat unseren Umgang und unsere Wertschätzung für den anderen extrem geprägt.

      • Widerspenstige sagt:

        Oh du meine Güte, wo ist denn hier wieder mal die Toleranz anderen gegenüber geblieben? Wieso sollte Laura TI uns hier irgendein Märchen erzählen wollen und Zeit dafür als Alleinerziehende investieren? Und auch wenn es so wäre – was ich jedoch stark bezweifle – ist das allein ihre Sache und sie wird ihre Gründe dafür haben. Ich bin Deiner Meinung, Ginola, und sehe es eher als Mentalitätsrealität ebenso was die Esskultur anbelangt. Bei uns Zuhause läuft es nämlich ähnlich und dem gemeinsamen Kochen und Essen und Diskutieren wird ganz besonders Wert gelegt. Wenn noch Freunde und Freundin der Kinder am Tisch sind kann dies Stunden dauern – jedoch auf das Wochenende verlegt. Das hat einfach mit Lebensqualität zu tun und ob südländisch oder asiatisch angehauchte – sie unterscheidet sich wesentlich von der typisch Deutschschweizerischen! Kann das jemand hier nachvollziehen, ausser Dir natürlich, oder gerate ich mit dieser Aussage ebenso in Verdacht? ;-

      • marcus sagt:

        wenn wir schon persönlich sind hier: warum nennen sie sich eigentlich ‚widerspenstige‘, wogegen, aus prinzip? einfach aus wunder.

      • Katharina sagt:

        Laura hat nie gesagt, ihr Leben sei vorbildhaft. Sie hat nur darauf hingewiesen, dass die Schweizer in der Nebelzone eben so engstirnig wie ihre Täler und offensichtlich wegen dem Nebel auch in ihrer Klarsicht behindert sind.

        Whining judgemental hypocrites.

        Subtrahiert man den Richter und den Hypokraten, ergeben sich jammernde irre (whining mentals).

        Zudem war ihr Einwurf Zynismus über den ausufernden right-speak . Aber das hat wohl niemand erkannt.

      • marcus sagt:

        schlecht gelaunt, was?

      • Widerspenstige sagt:

        Marcus, wir können uns einfach Du sagen. Ich bin Querdenkerin seit ich denken kann und falle immer wieder aus der Rolle, wenn’s mir zu bunt wird. Und ich hasse Klischees, Verallgemeinerungen, Mainstreamdenken etc.Aus Prinzip bestimmt nicht lege ich mich quer, sondern weil ich mich nicht unnötig verbiegen will bei wichtigen Lebensfragen und ja, auch weil es Spass macht. Zufrieden mit meiner Definition? So, und jetzt muss ich zu einem dringenden Termin. Schreib doch auch Deine Vorliebe zum Familientisch hier und lass uns Deine Meinung wissen. :-

      • mira sagt:

        @Laura TI
        Manchmal kommen Dinge anders rüber, als man es geplant hat. Manchmal liegt es am Sender, manchmal am Empfänger. Ich will Ihnen nichts Böses unterstellen und wünsche Ihnen noch einen schönen Abend 🙂

      • Laura TI sagt:

        @mira
        Danke, ich werden den Abend nach dem Training mit selbergemachten Sushi ausklingen lassen und mir anhören, was meine beiden heute alles erlebt haben. Ich freue mich darauf.
        Ich Wünsche Ihnen auch einen schönen Abend.

      • marcus sagt:

        widerspenstig aus spass und also doch quasi aus prinzip. hmm… interessant. war ich auch mal, hat sich dann aber gelegt. sorry, zum familientisch gibt’s von mir aus naheliegenden gründen wenig hochstehendes. nehmen sie’s als letztes widerstandsnest eines alten legionärs.

      • Widerspenstige sagt:

        @marcus
        ‚…nehmen sie’s als letztes widerstandsnest eines alten legionärs…‘

        Ein sooo hochverehrter Begriff wie ‚Legionär‘ wird hier einfach so reinplaziert…das bedarf einer umfangreicheren Erklärung, wenn ich bitten darf. Und aus welchen Gründen hast Du Deine Widerspenstigkeit sozusagen ad acta gelegt? War es der Mühe nicht mehr Wert oder einfach ermüdet nach langem ‚Kampf‘ und dann sich der Aussichtslosigkeit deretwegen sich so ins Zeug zu legen zu bewusst? Das würde mich jetzt doch ziemlich interessieren, doch!

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