Schule-Spezial: «Unserem Land in unseren Schulzimmern dienen»

Im fünften Beitrag der Expertenwoche «Schule-Spezial» fordert der oberste Schweizer Lehrer Beat W. Zemp, endlich aktiv gegen den Lehrermangel vorzugehen. Er nimmt Politik und Eltern in die Pflicht, die sich gemeinsam bemühen sollten, den Lehrerberuf aufzuwerten.

MAMABLOG-Hilary-Swank

Diese so sympathische Frau Lehrerin, der das Wort Burnout so fremd ist wie Berufsverdrossenheit, unterrichtet leider nicht in einem hiesigen Schulzimmer. Sie entstammt vielmehr einem Produkt der Filmfabrik Hollywood (Hilary Swank in «Freedom Writers», 2007)

Lange, zu lange, hat es gedauert, bis die Politik die Warnungen der Lehrerverbände endlich ernst genommen hat und etwas gegen den Lehrermangel tun will. Dabei sind die Ursachen für den heutigen Lehrermangel seit längerem bekannt. Waren 1998 erst 20 Prozent der Schweizer Lehrerschaft älter als 50 Jahre, so sind es heute bereits 35 Prozent. Bis 2020 werden gegen 30’000 Lehrpersonen pensioniert. Das Bundesamt für Statistik rechnet zudem ab 2014 mit einem weiteren Anstieg der Schülerzahlen auf der Primarschulstufe. Zwar gab es Lehrermangel und Lehrerüberfluss je nach Konjunkturlage schon immer. Aber diesmal haben wir es wegen der kommenden Pensionierungswelle nicht mit einem konjunkturellen sondern mit einem strukturellen Lehrermangel zu tun.

Einfach auf den Markt zu hoffen, der das Problem von Angebot und Nachfrage schon irgendwie lösen wird, wäre nicht nur naiv, sondern fahrlässig. Die Bundesverfassung garantiert in Artikel 62 allen Eltern, dass ihre Kinder einen ausreichenden Schulunterricht erhalten. Gefordert sind daher in erster Linie die Kantone, die für die allgemeinbildenden Schulen zuständig sind.

Für einmal sind sich Lehrerverbände, Bildungspolitiker, Schulleitungen und Elternorganisationen einig: Die Attraktivität des Lehrerberufs muss erhöht werden. Wo aber soll man ansetzen? Eine Salärvergleichsstudie hat gezeigt, dass vor allem die Einstiegslöhne bei den Lehrerberufen nicht mehr konkurrenzfähig sind gegenüber den Löhnen entsprechender Berufe in der Privatwirtschaft. Verbessert werden muss aber auch die Zusammenarbeit mit den Eltern und den schulischen Spezialdiensten, um schwierigen Kindern und Jugendlichen zu helfen, ihren Bildungsweg zu finden. Das geht nur mit genügend Zeit. Daher müssen die viel zu hohen Pflichtpensen reduziert werden, die sich seit 150 Jahren nicht verändert haben. Schliesslich muss auch der Kernauftrag der Schule neu definiert werden. Die Schule kann nicht immer mehr Nacherziehungsaufgaben und gesellschaftliche «Reparaturaufträge» übernehmen.

In seiner ersten bildungspolitischen Grundsatzrede hat US-Präsident Obama seine Landsleute eindringlich dazu aufgerufen, Lehrer zu werden: «Ich appelliere heute an eine neue Generation von Amerikanern, unserem Land in unseren Schulzimmern zu dienen. Wenn Sie einen Unterschied machen möchten im Leben unserer Nation, wenn Sie das Beste aus Ihrer Hingabe und Ihren Talenten machen möchten, wenn Sie sich einen Namen machen möchten mit einem Vermächtnis, das von Dauer ist, dann werden Sie Lehrer. Amerika braucht Sie!» Diesen Appell wünsche ich mir auch von Schweizer Politikern und von Eltern. Doch eine Univox-Umfrage der Universität Genf zeigt ein völlig anderes Bild: Immer mehr Eltern raten nämlich vor allem ihren Söhnen davon ab, den Lehrerberuf zu erlernen, wenn diese vor der Berufswahl stehen. Neun von zehn Befragten glauben zudem, dass der Lehrerberuf in den letzten Jahren schwieriger geworden sei. Es braucht daher auch bei Eltern und bei der Politik ein Umdenken und vor allem mehr Wertschätzung gegenüber dem Lehrerberuf. Nur so werden wir auch in Zukunft wieder genügend gute Lehrpersonen bekommen.

MAMABLOG-BEAT-ZEMPBeat W. Zemp ist Präsident des Dachverbandes der Schweizer Lehrerinnen und Lehrer (LCH)

Die Sommerferien sind vorbei, auf den Trottoirs tragen ABC-Schützen stolz ihre neuen Theks in die Schule, die Grossen wechseln in die Oberstufe, einige fahren zum ersten Mal mit dem Zug ans Gymi. Jeder hat eigene Erinnerungen an die Schulzeit, gute und schlechte. Die Volksschule geht uns alle an. Nicht zuletzt, weil sie derzeit reformiert und umgebaut wird. Der Mamablog begleitet deshalb den Schulstart mit einer Expertenwoche zur Volksschule. Das Schule-Spezial lässt Lehrer, Künstler, Politikerinnen, Psychologen und Wissenschaftler zu Wort kommen.

Zum Abschluss der Expertenserie wird die Zürcher Regierungsrätin und Bildungsdirektorin Regine Aeppli Fragen und Diskussionspunkte von Ihnen, liebe Leserinnen und Leser, in einem Blogbeitrag beantworten. Fragen und Anliegen können Sie während der ganzen Woche direkt in einem Kommentar zum jeweiligen Tagesthema mit dem Vermerk @Aeppli formulieren. Die Redaktion wird die Fragen sichten, auswählen und der Regierungsrätin vorlegen.

212 Kommentare zu «Schule-Spezial: «Unserem Land in unseren Schulzimmern dienen»»

  • 4DP sagt:

    rcfa ist ohne Wenn und Aber zuzustimmen. Als Nicht-Lehrer und Ökonom haben seine Aussagen auch entsprechendes Gewicht. Ich habe vor 35 Jahren als Lehrer angefangen. Damals genoss ich sogar so etwas wie Achtung, wenn ich meinen Beruf nannte. Heute ist der Spott entweder implizit spürbar oder wird unverblümt zum Ausdruck gebracht. Das ist z.B. in Finnland nicht so! Vor und während dieser Zeit waren 10 Jahre Ausbildungen platziert. In dieser Zeit verdient eine Person mit einer Berufslehre als Abschluss über CHF 500’000.-. Andern Absolventen einer Fachhochschule gesteht man deshalb eine höhere Entlöhnung nach dem späteren Berufsabschluss ohne Einwände zu sofern sie nicht Lehrer sind. Das nennt man Abgeltung für die Opportunitätskosten. Der Markt gebietet das auch. Ausserdem musste man sich in zahlreichen Prüfungen qualifizieren. Viele Mitbewerber scheiden auf diesem Weg aus. Bis zum Abschluss wird das Leben vor allem durch zwei Aspekte geprägt: 1. Verzicht auf Freizeit; 2. Verzicht auf Konsum. Wenn sich das später nicht irgendwie rechnet, dann fehlt auch der Nachwuchs. Logisch, nicht? Ausserdem: Es gibt keine Fringe Benefits, keine Boni für herausragende Leistungen und keinen einzigen unversteuerten Franken!

    Die Arbeitszeit wurde in diesem Beruf systematisch hochgefahren. Nicht nur durch Bürokratie, vor allem auch durch höhere Schülerzahlen. Vor 10 Jahren unterrichtete ich 100 Schüler. Heute sind es 140! Das bedeutet 40 % mehr Korrekturen, Administration, Gespräche, Kontakte mit Dritten und und überproportional mehr Verschleiss. Nicht genug damit! Uns wurde auch noch Konzeption, Durchführung und Auswertung des Qualifikationsverfahrens aufgetragen.Das sind gut 200 Stunden pro Jahr zusätzlich. Zum Nulltarif! Gleichzeitig sanken die Löhne real und nominal.

    Die von vielen Beklagten Reformen erachte ich zum Teil für notwendig. Was einfach nicht stimmt, sind die Rahmenbedingungen, unter denen sie vollzogen werden. Hier wird in hirnrissiger Weise gespart. Damit erzeugt man bei den Durchführenden Abwehr gegenüber an sich berechtigten Vorhaben.

    Ich würde meinen Töchtern dringend davon abraten, den Lehrerberuf zu ergreifen. Das ist aber nicht nötig. Sie haben das abschreckende Beispiel zu Hause. Kein Tag, kein Abend, an welchem die Berufsarbeit ruht. Dafür gehen sie nicht aufs Gymnasium und verzichten auf Ausgang, Fun und schicke Klamotten. Für sie ist das also ohnehin keine Lebensperspektive.

    Ein bisschen Wertschätzung von Behörden, Politik und Zivilgesellschaft für die objektiv erbrachten Leistungen (und Strenge bei Nachlässigkeit!!!) wäre wirklich wünschenswert. Wer keine Scheuklappen trägt und denken kann und will, weiss genau: Eine engagierte Lehrperson erbringt konstant massiv überdurchschnittliche Leistung und Einsatz. So lange Lehrpersonen aber im Generalverdacht des Tagediebes stehen, wird sich der Zustand der öffentlichen Schulen weiter verschlechtern. Verheerend kommt hinzu, dass unfähige Lehrpersonen seit etwa Mitte der Neunzigerjahre nicht mehr entfernt werden, auch wenn sie mehrfach hochgradig versagt haben. Das ist Teil des Teufelskreises. Wenn sich Schulbehörden einer solchen Lehrperson entledigen, haben sie zum hinlänglich bekannten Problem ein neues, Unberechenbares: Was kommt nach? Möglicherweise nichts besseres, oder, noch wahrscheinlicher: gar niemand! Es ist extrem frustrierend für Gewissenhafte, zusehen und zuhören zu müssen, wie sie mit Nieten in denselben Topf geworfen werden.

    Der Markt ist seit 1992 mit völlig berechenbaren Massnahmen schrittweise ausgetrocknet worden, die Krise ist deshalb eine geplante. Ich habe damals geglaubt, nach ein paar Jahren würden wieder vernunftbegabte Politiker nötige Korrekturen einleiten und habe eine dritte – sehr teure – Lehrerausbildung begonnen und abgeschlossen. Das war der folgenschwerste Irrtum meines Lebens. Mit den investierten CHF 160’000.-, dem jahrelangen Verzicht und dem enormen Einsatz hätte ich einen weit besseren *Return on Investment“ generieren können. Zumal man mir in der Zwischenzeit noch mit der grossen Schaufel in die Pensionskasse gelangt hat. CHF 126’000.- wurden einfach abgeschrieben. Das darf der Staat bei seinen Angestellten, weil er die gesetzliche Grundlage dafür selbst schaffen kann. Einem privaten Arbeitgeber ist dies verboten.

    Solche Überlegungen machen sich natürlich auch Jüngere in ähnlicher Situation. Seltsam, im Bereich des Lehrberufes ist einfach die Tatsache, dass der Markt hier nicht Grundlage der Planung durch die Führung ist. Hier operiert man mit pauschalen Verunglimpfungen derjeniger, welche ihre Arbeit engagiert und professionell ausüben und glaubt, das würde Nachwuchs anziehen. Das ist entweder naiv oder verlogen! Aber leider die Realität! Zuerst traf es die Primarschule, dann die Sekundarschule. In rund fünf Jahren ist die Berufsschule dran. Bis dann werden zahllose Lehrpersonen auf dieser Stufe in den Ruhestand übertreten. Man wird dort nicht Studenten und Kantischüler für das Füllen der Lücken einsetzen können. dafür braucht es z.B. Ingenieure. Diese halten sich aber angesichts der Anstellungs- und Arbeitsbedingungen an Berufsschulen vor Lachen den Bauch. Auch diese Krise ist geplant. In einem Mittellandkanton hat man vor 6 Jahren die Einstiegslöhne für Berufsschullehrpersonen um CHF 14’000.- pro Jahr gesenkt. Wer da noch anbeisst, bei deutlich höherer Arbeitszeit und einem ramponierten Prestige …

  • rcfa sagt:

    Ich möchte mal wissen warum ein Lehrer sich mit Berufung abspeisen lassen soll, und ein oft deutlich weniger gebildeter Banker mit Bonus abgespiesen wird. Beide Worte beginnen mit einem B, aber da hört sich’s dann schon auf.

    Reden wir mal Klartext: wir sind soziale Tiere, und somit spielt nicht nur der gesellschaftliche Status fürs Ego, sondern auch für die Zukunft der Familie eine Rolle. Lehrer, die sich um das Fortkommen fremder Kinder kümmern sollen daher die Zukunft der eigenen Kinder, v.a. deren Zukunftsaussichten vernachlässigen?

    Ja, und da dreht sich’s ums Geld. In zunehmend wirtschaftlich turbulenten Zeiten ist die Fähigkeit ein Privatvermögen aufzubauen relevant. Es mag diversen Konsumsüchtigen noch nicht aufgefallen sein dass es beim Verdienen nicht nur darum geht wie viel Geld man beim Ausgang verschleudern kann, sondern auch darum ob man z.B. seine Kinder im Eigenheim oder in einer Mietskaserne hochziehen kann. Ob man es sich leisten kann hochbegabte Kinder an eine Eliteuni zu schicken ohne dass sie dann Sklaven der Studienkredite werden, oder ob man es sich leisten kann ein, oder zwei oder gar drei Kinder hochzuziehen.

    Es geht in einer kapitalistischen Marktwirtschaft, in der alles einen Preis und nichts einen Wert hat letztlich doch um’s Geld.
    Denn wer am Schluss sich für einen freundlichen Händedruck, einen freundlichen Klaps auf die Schulter, und eine Lobrede unter dem Marktwert verkauft, wird hinter verschlossenen Türen halt belächelt oder ausgelacht.

    Der Grund weshalb immer weniger Eltern ihren Kindern raten Lehrer zu werden ist einfach: „Da wärst Du schön blöd für so wenig so viel zu arbeiten!“

    Und die lieben Freundinnen, bzw. Ehefrauen haben’s auch satt wenn die eigenen Ehe- und Elternpflichten einer immer höheren Belastung geopfert werden, ohne dass dabei wenigstens was rausschaut. Wen wird sich wohl Fräulein X als Partner aussuchen, wenn alle anderen Variablen gleich sind: den armen Lehrer, oder den Banker mit Bonus und Karrierechancen?

    Mal realistisch bleiben: Geld regiert die Welt (leider). Davon abzulenken mit Phrasen wie „Berufung“ ist entweder naiv, oder der bewusste Versuch die Löhne/Steuern tief zu halten so dass mehr in der eigenen Tasche hängen bleibt statt an Lehrer transferiert zu werden.

    (Nein, ich bin kein Lehrer, sonder ein in der Medienbranche aktiver Informatiker und Ökonom, aber ich weiss was läuft…)

  • Paul Jud sagt:

    Das Gegeifer hüben und drüben, dafür und dagegen (wogegen eigentlich?). Das ganze hysterische Getue um den Lehrerberuf – Armando hat da wohl den Vogel abgeschossen – zeigt jungen Leuten ganz klar: Versuche dich zuerst einmal in einem anderen Beruf! Du lebst länger!

  • maria sagt:

    In der Schule ist nicht alles gut, aber auch nicht alles schlecht. Ich habe zwei erwachsene Kinder, möchte aber in der heutigen Zeit nur noch Kinder haben, wenn ich im Notfall genügend Geld für eine Privatschule hätte.

  • Armando sagt:

    Die Lehrer- und Bildungslobby hat den aktuellen Lehrermangel weitgehend selber verursacht, indem der Zugang zum Lehrerberuf immer mehr eingeschränkt wurde durch immer höhere Hürden. Ich habe schon an einer Berufsschule unterrichtet, spreche und schreibe fliessend sechs Sprachen plus Latein plus Griechisch, aber wegen fehlender pädagogischer Grundausbildung darf ich nicht mal Französisch oder Englisch an der Primarschule unterrichten. Die Kartellpolitik des Lehrerverbandes ist natürlich sehr daran interessiert, dass das so bleibt und möglichst wenige Quereinsteiger unterrichten dürfen. Gleichzeitig wird über angeblich zu tiefe Löhne gejammert. Erinnert irgendwie an den Bauernverband, der auch nicht genug jammern kann. Vor 30 Jahren konnte jeder der eine Matura hatte, Stellvertretungen an einer Primarschule übernehmen…

    • Patrick Tigri sagt:

      Wie kommst ein Hallodri wie Du mit dürftiger Ausbildung nur auf die wilde Idee, dass Du unterrichten dürfen solltest? Ein Englischlehrer hat gefälligst Englisch studiert zu haben, und nichts weiter. Desgleichen mit Franz und Mathematik. Polyvalente Lehrer sind gefährliche Subjekte, und sie kommen nur auf umstürzlerische Ideen! Neinein.

      Für eine Schule wie vor 100 Jahren. Ihre SVP.

      • Armando sagt:

        Ihr Anstand scheint im Kindergarten verloren gegangen zu sein. Das mal als objektive Feststellung. Zudem sind wir nicht per du. Ein weiterer Beweis fehlenden Anstandes. Wirklich primitiv.
        Vielleicht dürfte es Sie interessieren, dass ich als Übersetzer, Sprachlehrer und Berufsschullehrer Erfahrung habe. Und dann kommen Typen wie Sie und sprechen von dürftiger Ausbildung. Das ist doch einfach lächerlich und spricht voll gegen Sie. Aber eben, Sie sind ja ein dummer SVP-Löli, der Demagogen wie Blocher, Schlüer, Mörgeli, Amstutz und primitiven Konsorten hinterher läuft. Ein eigenes Gehirn haben Sie ja wohl nicht. Wir brauchen keine völkische Schule im Sinn der SVP, wie Ihnen das offensichtlich vorschwebt. Da war ja Gotthelf noch besser.

      • Brunhild Steiner sagt:

        @Armando: ja diese Ironie, die kommt einfach nicht immer richtig an, aber ich bin mir sicher dass Ihnen Tiger’s Flankenschutz gewiss wäre, jedenfalls was die Quereinsteiger betrifft.

  • einsa sagt:

    Dazu kommt, dass die fünf Jahre PHZH keine schöne Zeit ist, sondern man schon da extrem unter Druck steht und das gänzlich ohne Bezahlung, im Gegenteil, man bezahlt ja Semestergebühren und Arbeitsmaterial. Ich würde im Moment niemandem empfehlen, diese Ausbildung in Angriff zu nehmen, und das, obwohl der Job, den man anschliessend ausführen darf, absolut genial ist. Tragisch, nicht? Da wird die „Berufung“ schwerstens getestet.

  • was mich wundert wie lange herr beat w.zemp sich an der spitze des lehrerverbandes haelt.noch vor kurzem vertrat er neben regierungsrat huber aus dem aargau vehement harmos.jede neue „reform“wurde von ihm lautstark begruesst.dass diese reformittis mit schuld am gegenwaertigen lehrermangel ist verdraengt er grosszuegig.dass junge lehrer schlecht bezahlt sind ist leider eine tatsache,aber erklaert den mangel an paedagogen nicht.ich bin ueberzeugt dass dem lehrer die freude an der arbeit vemiesst wird von besserwissenden eltern.von inkompetenten schulbehoerden,von theoretikern ,die vom schulalltag keine ahnung haben und von politikern die der schule immer mehr aufbuerden.die wertschaetzung des lehres ist im keller.er ist der depp der nation.kein wunder ,dass junge menschen es sich gut ueberlegen lehre zu werden.

  • Vielleicht sollten sich doch mehr Leute ein Herkunftswörterbuch anschaffen und einmal nachschauen, was LERNEN & LEHREN bedeutet. Beide Worte kommen von germ- LAISTI = FÄHRTE. Man LERNT indem man FÄHRten des Lebens verfolgt und ErFAHRungen sammelt. Und wenn einen das so fasziniert, dass andere einem freiwillig und von sich aus FOLGEN wollen, hat man sich zum LEHRER gemausert. So sagt es die neue Ich-kann-Schule, basierend auf dem Herkunftswörterbuch.
    In der LEBENS-PRAXIS bedeutet das, dass jeder immer wieder LEHRER ist, auch kleine Kinder schon. Wenn wir das zu würdigen wüsste, hätteN LERNEN & LEHREN nicht nur die Würde, die wir zunichte gemacht haben, sondern wir wären alle nicht mehr BLIND für die tatsächlichen LERNprozesse des Lebens, die – aus Überlebensgründen – immer wieder den konstruierten sog. Lernprozessen zuwider laufen müssen.
    Dann wäre m.E. der dadurch verursachte künstliche Stress zu vermeiden und die WAHRnehmung würde bis in die schwindelnden Höhen der päd. Organisation soweit regeneriert, dass eine wenigstens zeitlich angemessene Reaktion auf die Realität zu erwarten wäre. Wenn wir aber nur weiter alles immer auf dem Papier perfekter ausarbeiten und dem Wahn fröhnen, die Realität des Lebens hätte nichts Interessanteres vor als sich dem zu fügen, nun dann werden wir weiter das produzieren, wovon wir doch endlich einmal genug haben sollten: Probleme.
    Ich grüße freundlich.
    Franz Josef Neffe

  • Leider weiss ich nicht mehr genau, wieviele Milionen CHF von Politikern, Räten, Behörden, Politischen Parteien, … der Bildung zugesprochen oder nur aus Werbeeffekten zugesagt wurden.
    Ob sie je in der Bildung je angekommen sind, oder wo sie sich verflüchtigt haben, ist ungewiss?
    Das Tragische ist nur, dass seither immer mehr Lehrer davonlaufen oder den Beruf nach der Ausbildung an der PH gar nicht ergreiffen, oder ihn nach kurzer Zeit wieder verlassen und weiterstudieren.

  • Tschannen Werner sagt:

    das gerade bei dieser Art von Tätigkeit das Geld in den Vordergrund stellt zeigt das es viele Leute gibt die in der Lebensvorbereitung von Kindern eien Job sehen nicht eine Berufung. Ein jeder Lehrer der nach mehr Lohn krächzt: Such dir nen Job!

    • Eni sagt:

      Ich glaube, dass Sie den Lehrern unrecht tun. Klar sollte einem die Arbeit spass machen, aber die Lohnfrage ist nicht so nebensächlich. Auch Lehrer müssen für das Brot bezahlen, oder glauben Sie, dass diese das gratis erhalten?

      Viele Lehrer sind doch berufen, aber nach wenigen Jahren werfen sie den Bettel hin, weil sie sich nicht mehr aufreiben wollen an all den Knüppeln die man ihnen zwischen die Beine wirft. Da denken doch viele, dass sie in der Wirtschaft unter besseren Bedinungen arbeiten können und mit besserem Image.

      • Trucker sagt:

        Die lieben Lehrer brauchen den grossen Lohn, irgendwie müssen sie ja die vielen Ferien finanzieren…

        Nach 15 Jahren Schultätigkeit als Reallehrer habe ich mich entschlossen, mein Hobby zum Beruf zu machen. Immer im Wissen, ich kann wieder zurück, und ohne Angst, bei der Lohneinbusse Probleme zu bekommen. Wir haben keine Kinder meine Frau verdient gleich gut wie eine Lehrkraft nach einigen Jahren.
        So wurde ich Lastwagenchauffeur – daraus folgt: Hälfte des Lohnes, weniger arbeitsfreie Zeit. Positive Effekte: ich konnte die Wochenenden wieder geniessen, richtig abschalten. Was fehlt mir? Meine Schüler und Schülerinnen!!! Es gibt einfach nichts schöneres als zu unterrichten! Auf was kann ich verzichten? Auf die ständige Reformitis – ich finde ich zB die Wandtafel immer noch „saucool“, warum soll man Bewährtes nicht einfach mal so lassen. Auch Teamsitzungen mit Blabla brauchts nicht wirklich, va wenn sie aus Angst, die Lehrkräfte könnten ja zuwenig tun, abgehalten werden – lieber mal ein Wochende mit der ganzen Belegschaft auf die Alp und gemeinsam kochen, wandern, plaudern…

        Ich freue mich, bald wieder unterrichten zu können, werde aber kaum je wieder ein Vollpensum annehmen, denn unsere Berufung benötigt auch zeitliche Freiräume – wäre es doch in anderen Berufen auch so!

        Ein letztes Wort an die Eltern: bleibt immer im Gespräch mit der Lehrperson, wohlwollend – in den meisten Fällen werden so schwierige Situationen gemeistert.

    • Gaëlle sagt:

      Uiui, dann hätten wir bald aber gar keine Lehrer mehr. Möchten Sie, Herr Tschannen, dass unser Nachwuchs ausschliesslich von „berufenen“ ostdeutschen Lehrern unterrichtet wird?

      Was ist daran so schlecht, im Lehrerberuf einen JOB zu sehen, den es einwandfrei und nach seinem besten Gewissen zu bestreiten gilt? So wie ein JOB bei Google oder Novartis, die ja echt geile Arbeitgeber sind? Einen seiner erbrachten Leistung angemessenen Lohn einzufordern bedeutet, sich seines eigenen (immateriellen) Wertes bewusst zu sein. Meine Bereitschaft einer „Berufung“, also auch mal privat zu Schülern nach Hause zu gehen und mit ihnen familiäre Probleme zu besprechen, die definitiv NICHT in den Leistungskatalog eines Lehrers gehören, stieg automatisch mit dem Lohn, den ich erhielt. Da existiert ganz klar ein Zusammenhang.

      • Tschannen Werner sagt:

        Zusammenhang sieht man da nur wenn man alles mit Geld aufwiegt. Zu meiner Zeit haben die Lehrer auch Hausbesuche gemacht, und nebenbei noch private Musikstunden gegeben und Schnitzereien verkauft um über die Runde zu kommen. Ferien kannte der Mann nicht, war er selbst dann für seine Schüler da wenn diese ein Problem mit den Ferienhausaufgaben hatten. Schon nur das sie einen Leistungskatalog haben zeigt das sie eher eine Ware sind die sich verkauft als ein Mensch der sich für seine Umwelt einsetzt.

  • Elias sagt:

    Was ich bei Zemp und seinem Geplauder vor allem nicht verstehe, ist folgendes: Die Lehrer verdienen heute schon – sagen wir mal – nicht schlecht beim Staat. Sie haben den Steuerzahler als Lohnschuldner, was bereits eine sehr komfortable Ausgangslage bedeutet. Sozial sind sie bestens abgesichert, haben Altersteilzeitmodelle und weiss der Herr was alles. Nun sollen also die Löhne angepasst werden, weil die Staatslehrer so lange schon immer leer ausgingen. Ausserdem verdient man in der Wirtschaft auch besser. Was ist denn der Referenzlohn in der Wirtschaft? – Personalleiter? – Irgendein Manager? – ein IT-Spezialist? Und ausserdem, was ist denn das für eine groteske Situation: Ein Absolvent der Universität überlegt sich, was er werden will und studiert die Lohnlisten… „Lehrer,…“, murmelt er, „nein, kommt nicht infrage, da verdiene ich zuwenig… Hier CEO beim Unternehmen xy, da stimmt die Lohntüte.“ Als ich mir vornahm Lehrer zu werden, haben alle durchs Band weg abgewinkt. Auch die Studienberatung. „Da gibt’s viel zu viele. Keine Chance.“ Heute suchen sie laut Zemp massenweise. Lohnerhöhungen bringen bestenfalls Wanderungsbewegungen in Gang: Also, Lehrer aus anderen Ländern werden abgezogen und fehlen dann dort. Oder Leute, die ohnehin immer schon mit dem Gedanken gespielt haben, Lehrer zu werden, werden dann welche. Auch weil das Thema in den Medien behandelt wird und in das Bewusstsein der Leute gerückt wird und klar wird, dass der Lehrer eine sichere (sozial abgefederte, etc.) Stelle im Vergleich zur derzeitigen Stelle in der Wirtschaft bedeutet.

    @Marco: Nein, so ist es nicht. Es gibt aber viele Leute, die ihr Geld damit verdienen, anderen Leuten zu sagen, wie man etwas besser machen könnte. So auch in der Schule. Das führt dann zu der Situation, dass Leute mit fünf Jahren Berufserfahrung (wenn überhaupt) Leuten mit 30 Jahren Berufserfahrung erklärt, was guter Unterricht sei. Das ist grundsätzlich nicht falsch, dennoch seltsam. Der Nutzen ist dann oft fraglich, weil man ja nicht in die Zukunft blicken kann (was ist morgen?). Aber bis dahin sind diese Experten mit ihrem Honorar wieder weit weg und die Lehrer wieder alleine im Schulzimmer. Sie müssen dann einfach die Reform tragen, in guten wie in schlechten Zeiten.

    • Roland Mühlemann sagt:

      Als Referenzlohn wird bei Lehrpersonen mit einem Hochschulabschluss auf Sekundarstufe II ein mittlerer Kaderlohn angenommen. Es gibt durchaus viele Menschen, die bei der Berufswahl finanzielle Gründe in der Fordergrund stellen. Die Banken z. B. argumentarien ja offen auf diese Weise: Wenn die Boni auch nur halbiert würden, hätten sie weniger qualifizierte Arbeitskräfte – ich halte dies zwar für einen totalen Unsinn und für politische Stimmungsmache. Aber wenn oben ein Kolllege von 4000 CHF Nettolohn spricht, muss man schon bemerken, dass man dieses Geld in der Privatwirtschaft deutlich einfacher verdienen kann.
      Der Lehrerlohn ist gut gesichert, die Altersvorsorge gut geregelt (wenn die Wirtschaft nicht zusammenbricht, was heute kein Ding der Unmöglichkeit mehr ist), Teilzeitlösungen sind gut möglich. Auf der anderen Seite gibt es keine nennenswerte Aufstiegsmöglichkeiten (Rektoren verdienen nur gerade 10-20% mehr, haben aber eine massiv grössere Belastung, alles in allem nicht besonders Attraktiv, ausser man tritt in die Falle des Sozialprestiges oder ist ein unverbesserlicher Idealist), es gibt auch kaum Möglichkeiten wirtschaftlich richtig zu wachsen – wie bei Privatunternehmen.
      Entscheidend ist natürlich immer die Vergleichsklasse: Wenn sie Lehrer in der Schweiz mit italienischen Lehrern vergleichen, so leben wir im Paradies. Wenn Sie Lehrer mit Hochschulabschluss mit Anwälten im Staatsdienst vergleichen, die einen ähnlichen Ausbildungsaufwand haben, ist das Gehalt hingegen läppisch… Aber so ist es immer, die Vergleichskategorie ist entscheiden.

      Ich persönlich sehe das Problem auch nicht in der Entlöhnung. Wenn wir aber schon über die Lehrerentlöhnung reden, müssten wir dies gleichzeitig auch bei anderen Berufen tun. Lastwagenchauffeure brauchten dringender mehr Lohn als Lehrer, Verkäuferinnen auch. Anwälte und Banker verdienen deutlich zu viel. Und dann müssten wir die Lehrer einmal im Gesamtgefüge einordnen, mit einem realistischen Bild auf ihre Tätigkeiten – was hier ja rumgeistern sind nichts als persönliche Phantasmen, generiert aus eigener Frustration, persönlichem Neid, selbst erlebtem schulischem Trauma… Und der Tagi freut sich über die Klicks, die der Boulvard-Journalismus für ihn generiert: Lehrerlohn, wer möchte sich da nicht gerne empören. Jetzt wo die Bankenlöhnen aus dem medialen Interesse verschwunden sind. Zemp vom Lehrerverband gab Steilvorlage…

  • Marco sagt:

    EIgentlich eine komische Situation mit der heutigen Schulreformen. Wurden wir früher (vor 30Jahren) nicht richtig unterrichtet, dass heute alles auf den Haufen geschossen wird?

    • Cara Mia sagt:

      Es geht nicht mehr, wie früher. Sie haben 25 Kinder in einer Klasse, beispielsweise, aus zehn verschiedenen Nationen, wovon drei Schweizer. Alle unterschiedlichst erzogen, die wenigsten, wie wir früher. Sie müssen Christen, Atheisten, Muslime und Juden unter einen Hut kriegen und Kulturen, die unterschiedlicher nicht sein könnten.

      Früher übernahm die Schule Kinder, die einigermassen homogen erzogen worden waren, die die gleiche Sprache sprachen und höchstens katholisch oder protestantisch waren, vielleicht noch jüdisch.

  • VB sagt:

    Alles Blödsinn – es ilegt einzig und allein an der Erziehung der Eltern…..Mach ich alles ab dem Gebrutstag des Kindes einigermasen richtig, kann ich alles weitere beeinflussen, ansonsten suche ich die Schuld bei allen anderen

  • Cara Mia sagt:

    Man kann nur auch hier wieder sagen: die Schule ist der Spiegel der Gesellschaft. Überall sparen, und dann meckern. Es ist so bei der Polizei, es ist so bei der Post, bei der Strassenreinigung – alle sollen sie den Service Public bringen wie eh und je, bloss unter massiv erschwerten Bedingungen. Muss doch keinen wundern, wenn das irgendwann kolabiert. Allerdings geht es bei der Bidlung um die Zukunft unserer Jugend, und da ist es besonders schlimm. 68 Milliarden für die UBS, aber eigentlich hat man kein Geld…

    • Tim sagt:

      Tja, das Geld ist halt nicht im Überfluss da. Die Schweiz gibt verglichen mit anderen Ländern, gemessen am BIP, sehr viel für Bildung aus. Und wer bezahlt diese Geld? Unter anderem auch Angestellte der UBS….
      Die UBS hat übrigens keinen Check über 68Mrd erhalten. Die Nationalbank hat sozusagen das Risiko über diese 68Mrd übernommen und macht damit jetzt Gewinne.
      Das Problem beim Verteil“kampf“ ist halt immer, dass das eine gegen das andere ausgespielt wird/werden muss.

  • webbie.smartass sagt:

    Man glaubt gar nicht, welche administrativen Schaumschlägereien sich die Bildungsverwaltung erlauben. Beispiel gefällig?
    So wird an einer Berufsschule nach durchgeführter externer Evaluation, schliesslich hat man einen Leistungsauftrag, vom Kanton noch eine Evaluation der Evaluation durchgeführt!! Totale Kontrollfreaks, Nutzen = null!

  • Elias sagt:

    Zemp ist ein Plauderer, der nur für seine Clientèle redet. Ich bin Lehrer an einer Privatschule und verdiene bei einem Vollpensum – Kindergeld für ein Kind bereits eingerechnet – netto unter dem Strich 4000 Franken. Ohne Aussicht auf Besserung – es gibt keine Lohnstufen an dieser Schule. Wer’s nicht glaubt – ich stelle meinen Lohnausweis gerne dem Mamablog zur Verfügung. Angenommen, die Steuerzahler böten den vom Staat bezahlten Lehrern ein Einstiegsgehalt von 8000 Franken netto – das wäre doppelt soviel, wie ich derzeit verdiene, wären dann die Lehrer plötzlich motivierter? Ich glaube kaum. Neinsagen würde selbstverständlich kein Lehrer gegen mehr Geld.

    Ich habe mich in BS/BL an jeder Schule beworben und nur Absagen bekommen. An meinen Zensuren und meiner Berufserfahrung kann es nicht liegen; die sind beide mehr als in Ordnung. – Soviel zum Lehrermangel, den Herr Zemp gerne herbeiredet. Früher redete man noch von der Lehrerschwemme. Dann von den sinkenden Schülerzahlen. Heute sind die Schülerzahlen steigend und die Lehrerzahlen scheinbar am Sinken. Auch die ganze Reformitis: Was heute eingeführt wird, hatten wir bereits schon mal. Das ist doch alles ein Witz.

    Was es dem Lehrer schwer macht, sind die administrativen Aufgaben. Dass er alles und jedes dokumentieren muss. Sonst kommt nämlich plötzlich der Manager-Papi, der sich sonst überhaupt nicht um sein Söhnchen/Töchterchen kümmert mit dem Anwalt vorbei und würde die besseren Noten am liebsten per Gerichtsbeschluss einfordern. Soziales Ansehen eines Berufes kann man nicht politisch einfordern. Das geht auch nicht über die Lohntüte. Das ist eine gesellschaftliche Entwicklung und damit muss man sich als Lehrer eben abfinden: Es gibt weniger Lohn und man steht weiter unten in der Hackordnung. So ist es eben.

    • Eni sagt:

      Hut ab, dass Siefür diesen Lohn täglich den Wecker stellen!

      Eine Freundin von mir hat ihren hochbegabten Sohn ebenfalls auf einer Privatschule untergeracht und bezahlt monatlich um die 1500 oder 1600. Wie kann es sein, dass man als Lehrer dann so wenig verdient? Ich bin sprachlos.

      • Gaëlle sagt:

        In Privat- sowie Montessori, Rudolf-Steiner bzw. Nicht-Staatlichen Schulen sind die Löhne immer so niedrig (ich glaube sogar an Eliteschulen am Genfersee). Beim Staat zahlens ja die Steuerzahler. Privatwirtschaftlich geht die Bilanz nicht auf, darum müssen die Lehrerlöhne dran glauben.

        @ Elias:
        Ganz ehrlich, seit ich an der Berufsschule mit einem massiv höheren Gehalt als an der Volksschule unterrichte, bin ich auch massiv motivierter 🙂 Einstiegslohn 8000.-? Da würde ich an der Primar aber „anders“ meinen Arsch aufreissen!!!

  • Hansli sagt:

    Ich bin kein Lehrer und könnte auch nie einer sein. Jedoch kenne ich viele Lehrer und da beklagt sich keiner über den Lohn und die Arbeitszeiten. Aber jeder beklagt sich über den zu grossen Einfluss der Eltern. Deswegen haben auch mehrere die ich kenne aufgehört. Die Kinder können noch so frech sein. Falls der Lehrer eingreift, kommen die Eltern mit dem Anwalt. Da ja ihr Nachwuchs so lieb und nett ist, kann der Lehrer ja nur Lügen. Ein Bekannter hat einmal einer Schulklasse auf Exkursion etwas gezeigt. Dabei haben einige Schüler nur Blödsinn gemacht. Er hat die diese Schüler erst höflich zurechtgewiesen, aber nichts änderte sich. Dann folgte eine Zurechtweisung mit hier nicht zitierbaren Ausdrücken. Das wirkte. Danach hat sich die Lehrerin bedankt. Da ihr die Hände gebunden sind, kann sie nichts gegen diese Schüler machen. Auf eine nette Zurechtweisung reagieren die nicht, grob darf sie nicht und Strafen sind unmöglich. Respektive die Eltern kommen mit dem Anwalt oder üben über die Schulpflege druck auf die sie aus. Hier meine Vorschläge:
    – Schulpflege abschaffen (dafür professionelle Kontrollen, wie in anderen Ländern üblich)
    – Strafen ohne irgendeine „Einsprachemöglichkeit der Eltern“

    • twehrli sagt:

      Rekurse gegen Entscheidungen der Lehrpersonen sollten möglich sein, sollten aber bei Entscheidungen im Sinne der Lehrperson ganz klar etwas kosten. Im Moment kann man gegen alles gratis Rekurs einlegen und beschäftigt Schulleitungen und Schulpflegen zusätzlich.

    • Anton Keller sagt:

      Lehrer sollten die Möglichkeiten haben, ohne wenn und aber Schüler aus der Klasse auszuschliessen (ohne Rekurs etc.). Wenn das Kind bei keiner anderen Klasse Aufnahme findet, sollte es in eine spezielle Intensivschule kommen. So lösen wir das Problem mit nicht kooperierenden Schüler und Eltern effizient. Das heutige System zwingt Lehrer sich mit Schüler und Eltern abgeben zu müssen.

  • Lehrerin sagt:

    Mit einem Lächeln auf den Lippen, verärgert, amüsiert und Kopf schüttelnd habe ich mir die Kommentare zum Thema „Lehrer“ durchgelesen. Ich bin immer wieder erstaunt, wie viele Nicht-Lehrer glauben, unseren Beruf beurteilen und kritisieren zu können.
    Grundsätzlich möchte ich einmal festhalten: JEDE(R) kann diesen Beruf erlernen, 13 Wochen Ferien, Arbeitszeiten von 8 bis 16 Uhr und dieses Gehalt geniessen! Es herrscht Lehrermangel. Infos zur Ausbildung unter http://www.phzh.ch ! Vergessen Sie aber nicht die Unterrichtsvor- und Nachbereitung, die verschiedenen Arbeitsgruppen, in welchen man mitarbeitet, die Hausämter, Elterngespräche, Elternabende, Räbeliechtliumzug, Erzählnacht, Lager, Sitzungen usw…!
    Ich liebe meinen Beruf und beklage mich weder über meinen Lohn noch über die anfallenden Aufgaben. Ich weiss, worauf ich mich eingelassen habe und mich täglich einlasse.
    Was uns Lehrpersonen zu schaffen macht, sind zum Beispiel Leute, die während ihrer Arbeitszeit nichts Besseres zu tun haben, als alles besser zu wissen und dies in Foren, wie diesen, Kund zu tun. Kein anderer Beruf wird so stark kritisiert wie der unserer – ob zu Recht oder nicht überlasse ich jedem selbst. Alle wissen es besser und doch will keiner dieser Kritiker in den Beruf einsteigen. Warum wohl?
    Das Schwierige am Unterrichten sind nicht die Kinder, sondern die Eltern. Dies ist meines Erachtens auch der Grund, warum es viele Lehrpersonen in unserem Land gibt, die den Beruf nach bereits wenigen Jahren wieder an den Nagel hängen und sich etwas Neues suchen. Vielleicht müssen die lautesten und schärfsten Kritiker sich zuerst selber einmal an der Nase nehmen und bei sich anfangen…Kümmern sie sich doch erst um die Erziehung ihrer Kinder, als um die Erziehung der Lehrpersonen.

    • mostindianer sagt:

      Danke.
      Copy/Paste.

    • Cara Mia sagt:

      @Lehrerin: haben Sie Kinder in einer öffentlichen Schule?

      • mostindianer sagt:

        Das ist eine typische Frage einer Mutter und Nicht-Lehrerin.
        Warum vertrauen sie nicht einfach auf die Kompetenz einer Lehrerin?

      • Brunhild Steiner sagt:

        Es ist übrigens die Frage einer Mutter, welcher Abteilungen des Staatsdienstes geraten haben,
        ihr Kind aus der öffentlichen Schule rauszunehmen,
        und zwar nicht weil das Kind sonst der Schule schaden würde,
        sondern die Schule dem Kind!

      • Lehrerin sagt:

        @Cara Mia: Ich bin Lehrerin in einer öffentlichen Schule.

      • Lehrerin sagt:

        Ich habe (noch) keine Kinder!

    • Widerspenstige sagt:

      @Lehrerin
      Ich bin da echt im Zwispalt der Fronten, da ich mich nicht in den Fachbereich der Kindergärtnerin, GrundschullehrerIn etc. bis ins Gymi einmischen wollte aus Profilierungssucht oder Langeweile, da ich dafür schlicht keine Zeit hatte als Geschäftsinhaberin. Das wollte ich eben dem Fachpersonal überlassen so wie ich es meiner Coiffeuse überlasse, wie sie meine Haare schneiden darf. Jede/r macht seinen Job so gut er/sie es gelernt hat und vorallem, so gut man sie machen lässt. Also ich habe mich nicht darum gekümmert, bis der Tag x kam und ich mich kümmern musste weil mein Kind zu leiden begann und nicht mehr zur Schule gehen wollte.

      • Lehrerin sagt:

        @Widerspenstige: Ich kann nur für mich sprechen und ich weiss sehr wohl, dass es auch in unserem Beruf „schwarze Schafe“ gibt – wie wohl in jedem Beruf. Ich unterrichte mit grossem Engagement und grosser Freue und versuche, meinen Beruf nach bestem Gewissen auszuführen – wie Sie das auch tun werden. Oberstes Gebot dabei ist es meines Erachtens, dass die Kinder sich wohl fühlen. Nur wer sich wohl fühlt kann lernen. Wenn ein Kind, so wie es bei Ihrem Kind scheint, zu leiden beginnt und nicht mehr in die Schule gehen möchte, muss gehandelt werden – das ist keine Frage. Ich weiss nicht, welches die Gründe für das Leiden Ihres Kindes sind. Ich vermute, dass Sie von der Lehrperson Ihres Kindes enttäuscht wurden und dies eine Narbe bei Ihnen hinterlassen hat. Ich finde es wichtig, dass man in solchen Fällen dann nicht verallgemeinert und alle Lehrer in den gleichen Topf wirft, was ich Ihnen aber nicht unterstelle. Glauben Sie mir, ich war in meiner noch nicht allzu langen Lehrerkarriere schon öfters damit konfroniert und habe viel daran gesetzt (Gepsräche mit Schülern, Eltern, Schulpsychologe,…) die Situation ins Positive zu lenken – manchmal mit mehr, manchmal leider auch mit weniger Erfolg. Ich hoffe, dass es Ihrem Kind heute besser geht und eine gute Lösungen gefunden werden konnte.

    • Cara Mia sagt:

      Weil ich über zehn Jahre lang eine Lehrerfrau war und damals keine Kinder hatte. Mein Mann und ich wussten genau, wie man hätte erziehen sollen… ich kam schwer auf die Welt, als ich schliesslich selber Mutter war!

      Und: ich halte den Lehrern durchs Band die Stange, weil alles andere für die Kinder schädlich ist. Sie haben in der Schule zu parieren und fertig. Ich stelle aus Prinzip keine falschen Entschuldigungen aus und tue wirklich alles, damit die Lehrer mit meinen Kindern, die auch keine Heiligen sind, arbeiten kann. Wenn aber krasse Ungerechtigkeiten geschehen, kann ich ja dem Kind nicht in den Rücken fallen. Das war aber bei uns zum Glück praktisch nie der Fall.

      Und: die meisten Lehrer, die ich erleben durfte, waren grossartig. Zwei waren eine Katastrophe, und die unterrichten noch immer unbehelligt. Leider richtet ein katastrophaler Lehrer mehr Unheil an, als ein guter Lehrer Wohltaten bewirken kann.

      Wir haben es ja hier davon, weshalb der Lehrerberuf unattraktiv geworden ist, und da werden immer die bösen Eltern genannt. Mein Exmann hat es allerdings immer geschafft, auch mühsame Eltern auf die Reihe zu kriegen, und das müsste den jungen Lehrern unbedingt beigebracht werden. Auch wir, die wir andere Berufe haben, müssen uns zuweilen mit unglaublich böden Leuten rumschlagen.

      Für mich sind die Klassen heute zu gross. Mehr als 15 Schüler sollte man nicht unterrichten müssen, bei der heutigen Heterogenität, die wir haben. Man kann das nicht mit früher vergleichen. Wir waren in der Primarschule 35 Schüler, aber alle hatten Zuhause mehr oder weniger den gleichen Drill verpasst erhalten, so dass dies ging. Das ist vorbei.

      • Cara Mia sagt:

        P.S. das war auf die Frage vom Mostindianer, warum ich nicht einfach vertraue in die Fähigkeiten.

      • mostindianer sagt:

        @ Cara Mia:
        Sie vertrauen nicht auf die Kompetenz einer Lehrperson, weil sie „über 10 Jahre lang“ die Frau eines Lehrers waren?
        Das verstehe ich nicht…

        „Leider richtet ein katastrophaler Lehrer mehr Unheil an, als ein guter Lehrer Wohltaten bewirken kann.“

        Da haben sie leider recht. Und ja: leider geben immer noch solche Lehrer Schule…

        Worum es mir aber tatsächlich ging ist auch gleichzeitig und wahrhaftig die Frage, die sie wieder angedeutet haben:

        „Wir haben es ja hier davon, weshalb der Lehrerberuf unattraktiv geworden ist“

        Meine Meinung ist, dass grundsätzlich einer Lehrperson nicht erst Vertrauen geschenkt wird (Im Sinne von: „Der/Die macht das bestimmt gut.“). Nein, heutzutage wird als erstes offen Misstrauen gegenüber einer Lehrperson geäussert. Und genau dieses Misstrauen bringt immer mehr junge LP dazu, früh aufzuhören, oder gar nicht erst anzufangen.

        „und da werden immer die bösen Eltern genannt.“

        Genau so ist es doch. Die Lehrperson ist eine Person des öffentlichen Lebens und deshalb von jeder Seite kritisierbar und angreifbar. Logisch, kommt das zuerst von der Seite der Eltern.

        „Mein Exmann hat es allerdings immer geschafft, auch mühsame Eltern auf die Reihe zu kriegen, und das müsste den jungen Lehrern unbedingt beigebracht werden.“

        Wunderbar! Aber soll ich ihnen was sagen? Das kommt dank der immer akademischeren Ausbildung immer weniger zum Zug. (Endlich mal etwas, das nicht gegen Eltern gerichtet ist 😉 Aber es ist auch eine Fähigkeit, die aus der Erfahrung heraus wächst. Wenn eine Junglehrerin nach zwei Jahren kündigt und in die Privatwirtschaft abwandert, hatte sie wohl keine Chance, diese Erfahrungen zu sammeln. Es war im Gegenteil sehr wahrscheinlich der Hauptgrund: Man hat ihr gar nicht die Chance gegeben.

        „Für mich sind die Klassen heute zu gross. Mehr als 15 Schüler sollte man nicht unterrichten müssen“

        Vielen Dank für diese Forderung. Sie haben völlig recht. Das ist ein weiterer Grund für die sinkende Attraktivität des Lehrerberufs in der Schweiz.

        Was sind übrigens „krasse Ungerechtigkeiten“?

      • Cara Mia sagt:

        @mostindianer: die Begründung war so gemeint, dass Pädagogen, die selber keine Kinder haben, dazu neigen, besserwisserisch zu sein, so wie ich damals. Wird man selber Eltern, relativiert sich so manches. Das heisst nicht, dass ich an der Kompetenz von Lehrerin zweifle.

        Ich kann ja nur von mir reden, und ich bringe primär jeder LP Wohlwollen entgegen und Vertrauen. Wir, Eltern und Lehrer, haben ja das gleiche Ziel, nämlich die Brut lebenstüchtig zu kriegen. Ohne gegenseitige Unterstützung geht es nicht. Die Kinder müssen spüren, dass sie der Schule anvertraut werden, und dass die Eltern da dahinter stecken.

        Leider ging es meiner jüngeren Tochter dann so schlecht, dass meine ganzen heeren Ziele halt dahin schmolzen, vor allem, als der SPD dann noch sagte, mit diesem Lehrer und dieser Klasse sei sie gefährdet. Was halten denn Sie von dieser Aussage? Wie wäre es denn für Sie, wenn Ihr Kind depressiv wird, dank (einem!) Hauptlehrer?

        Ich finde es jammerschade, wenn junge, engagierte Lehrer aufgeben und ich unterstütze die Lehrer meiner Tochter nach wie vor, wenn sie dumm tut. Wichtig wäre, dass man sie irgendwie stärkt. Denken Sie mal an meinen Beruf, ich bin ursprünglich bekanntlich Rechtsanwältin. Was meinen Sie, wie man da fertiggemacht wird, das gehört ja nachgerade zum Beruf. Der Gegenanwalt entblösst jede Schwäche grausamer, als es eine Klasse je tun kann, und die Gegenpartei hasst Sie lebenslänglich. Das ist halt so, da können wir kein Burnout geltend machen!

        Krasse Ungerechtigkeiten: wenn ein Kind, wie meins beispielsweise, vom Lehrer fertiggemacht und vor der ganzen Klasse blossgestellt wird, weil es übersprungen hat (hahaha, DU willst hochbegabt sein, und dabei weisst Du nicht einmal die Antwort auf DIESE Frage, hahaha). Das macht der auch bei andern, zynische Bemerkungen, Auslachen und dergleichen. Und ja: der unterrichtet noch immer, obwohl die Eltern an ihm verzweifeln und die Kollegen ebenfalls.

  • Roland Mühlemann sagt:

    Gibts in dieser Debatte eigentlich irgendwelche Fakten?

    Ich schlage folgende vor:

    1. Die Löhne der Lehrpersonen sind in den letzten 30 Jahren deutlich gesunken. Aber es ist nicht die einzige Branche, in der die Löhne gesunekn sind.

    2. Wesentliche Bildungsinnovationen brauchen 20 Jahre von ihrer ersten Einbringung bis zu ihrer etablierten, erfolgreichen Umsetzung. Das Zeigt die historische Bildungsforschung. Das hat damit zu tun, dass die Schule immer die Gesellschaft als Ganze betrifft und daher nicht nur ein Lehrer technisch etwas anderes tun muss, sondern ein ganzes System sowohl auf technishcer als auch auf mentaler sich verändern muss.

    3. Es finden heute im Bildungsbereich sehr viel Reformen statt. Viele Reformideen sind gut. Die Qualität der Ideen und Ziele ist in der Regel auch nicht das Problem. Oft stammen sie von Pädagogen selber.

    4. Es gibt im Arbeitsrecht einen Grundsatz: Für geleistete Arbeit werde ich entsprechend entlöhnt. Im Lehrerberuf gilt dieser Grundsatz oft nicht: Für neue, zusätzliche Arbeiten wird oft keine Entlöhung entrichtet. Sie wird vom Regierungsrat beschlossen. Oder z. T. in einer Abstimmung entschieden und dann von den Verwaltungen umgesetzt. Dieser Mechanismus löst bei Angestellten ein Ohnmachtsgefühl und ein Gefühl des Ausgeliefertseins aus. In anderen Branchen wird es analoge Probleme geben.

    5. Obwohl der der Lehrerlohn gut ist und die Gesellschaft immer wieder das Bild des lockeren Jobs zelebriert, gibt es immer weniger Leute die Lehrer werden wollen, und es gibt immer weniger die als Lehrer eine Vollzeitstelle haben wollen. Und die meisten, die von den Vorzögen des Lehrers reden, winken schnell ab, wenn man ihnen vorschlägt, diesen lukrativen Beruf dann wegen der vielen Vorteile doch zu ergreifen.

    6. Es stimmt nicht, dass Lehrer kein Ansehen geniessen. Mir sind Eltern und Schüler immer mit Respekt begegnet. Und ich kenne nur wenige Fälle, bei denen das anders. Gewisse politische Parteien haben die Tendenz Lehrer, in der Regel aber Intellektuelle im Allgemeinen, schlecht zu machen.

    7. Die Bürokratie hat im Lehrerberuf deutlich zugenommen. Es gibt neu bzs. verstärkt: Datenerhebungen für Evaluationen, stärkeres Controlling dadruch ein administrativer Controlllingapparat, Protokollierung von Arbeitssitzungen, Protokollierung von Abläufen zur Rechtssicherung der eigenen Arbeit etc.. Für die Datenerhebung und die Evaluation werden in anderen Branchen eigens Abteilungen errichtet und professionell eingebildete Leute eingestellt, an Schulen machen das in der Regel die Lehrpersonen – die in sozialiwissenschaftlicher Datenerhebung und Statistik in der Regel nicht ausgebildet sind – zusätzlich selber.

    8. Unterricht lebt vom Engagement der Lehrpersonen. Engagement kann man nicht verdnen und konrtollieren. Controlling entbindet die Lehrperson zunehmend von seiner Eigenverantwortung. Wenn er die Papiere xy termingerecht und korrekt ausgefüllt abgibt, ist er ein guter Lehrer. Dieser Mechanismus führt bei einem Teil der Lehrer zu einem Rückgang der Motivation. Was aber schlimmer ist: zu einer Schmälerung der Eigenverantwortung. Heute müssen Schulleitungen Selbstverständlichkeiten konrollieren.

    9. Viele Lehrer jammern. Richtig. Viele jammern nicht. Richtig. In vielen Branchen jammern die Angestellten. Auch richtig. Was solls? Jammern ist der Ausdruck von irgendetwas. Reden wir lieber über die Sachen als übers Jammern.

    10. Lehrer seien Ineffizient. Manche, manchmal. Privatunternehmen seien effizient. Manche, manchmal. Ich kann nur sagen, dass ich das so nicht erlebe. Unsere privaten Partner, die für uns Aufgaben übernehmen, bewegen ihre Arme keinen Milimeter über das Hinaus, was mit ihnen vertraglich abgemacht ist. Wenn das ein Lehrer machen würde, würden Schulen per sofort nicht mehr funktionieren. Was beim Effizientvorwurf nicht auf geht ist Folgendes: Privatunternehmen sollen ja effizient sein, weil der Martk sie dazu zwingt. Weil aber eine Lehrperson offene Arbeitszeiten hat, hat er es in der eigenen Hand mehr oder weniger zu arbeiten. Wenn ich meine Aufträge und Aufgaben inneffizient erledigte, habe ich gut und gerne 80 Stunden-Wochen, wenn ich effizient bin eine 50 Stunden-Woche. Was den Lehrberuf für Aussenstehende scheinbar inneffizient macht ist Folgendes: Viele Menschen mit Gefühlen, Engagement, Karrierevorstellungen, Ansprüche an der Arbeitgeber, eine mehr oder weniger hohen Berufsethos müssen sich in einer Schule täglich genau über diese Themen unterhalten, streiten, sich einigen, verhandeln – Lehrer, Vorgesetzte, Schüler, Eltern. Diese sozialen Prozesse gehören zum Kern des Lehrerberufs. Das ist anstrengend und braucht viel Zeit. Als Vergleich: Studien gehen davon aus, dass in der Privatwirtschaft 30% der Arbeitszeit in persönlichen Auseinandersetzungen, Gesprächen und Nettigkeiten mit Kollegen und Vorgesetzten „verloren“ gehen. Und dabei geht es dort oft „nur“ darum, ein materielles Produkt zu produzieren. In der Schule ist Bildung oder Ausbildung der Kern. Gespräche, die wirklich etwas bewegen brauche Zeit und Kraft. Alle Menschen verlängern gerne ihre Kaffeepause – wenn sie können. Beim Lehrer lohnt sich das letztlich für ihn selber nicht.

    • Cara Mia sagt:

      Schön zusammengestellt. Was mir aufgefallen ist während der Schulkarriere meiner Kinder – die neigt sich dem Ende zu:

      Es gibt keinen Leistungsansatz bei den Lehrkräften. Sie haben keinen „Chef“ und können machen, was sie wollen. Manche verteilen seit Generationen die gleichen Blätter, haben eine Kaffeemaschine in ihrem Zimmer, einen Eisschrank, und verköstigen sich, während dem die Kinder Aufgaben zu lösen haben. Das habe ich genau so erlebt, sollte das einer hier nicht glauben. Die Klassenzimmer wurden abgeschafft, es gibt jetzt nur noch Lehrerzimmer, dIe Kinder müssen teilweise innert fünf Minuten mit dem ganzen Gepäck, Mänteln und Turnzeug von einem Zimmer ins nächste. Wehe, man hat noch Turnen…

      Mir scheint, dadurch hat sich die Schere zwischen guten und schlechten Lehrern stark geöffnet, die einen haben ihr eigenes Reich geschaffen und machen einen leichten Job, die andern engagieren sich nach wie vor So oder so: Konsequenzen hat es nicht. Haben die schlechten Lehrkräfte mit einer Klasse zuviel Probleme und die Eltern werden aktiv, wird einfach umgeteilt bis die neue Klasse am selben Punkt ist.

      Für die Motivation hat das verheerende Folgen, denn der engagierteste Lehrer kommt sich so vermutlich irgendwann blöd vor. Denn belohnt wird sein Engagement nicht, die Klassen kommen und gehen über die Jahre und man fängt immer wieder von vorne an. Perpetuum mobile bis zur Pensionierung.

      In der Privatschule, in der ich ein Kind eine zeitlang hatte, war das vollkommen anders. Die Lehrer mussten sich bewähren, der Erfolg der Klasse wurde ihnen zugerechnet und wenn es nicht klappte. wurde ihnen gekündigt. Ich traf AUSNAHMSLOS motivierte Lehrkräfte an. Dies äusserte sich im Übrigen auch in der Kleidung: anders als in der Staatsschule erschienen die Lehrkräfte im Unterricht, am Elterngespräch und so weiter durchs Band gut gekleidet, sauber und rasiert. In der Staatsschule riskiert man, vor einem stinkenden, unrasierten Menschen in vergammeltem Outfit zu sitzen und fragt sich halt, was die Kinder von dem denken mögen, bringt man denen doch bei, sich anständig zu benehmen, wozu Manieren und Kleidung halt einmal gehören.

      Kurzum: die Privatwirtschaft beurteilt die Mitarbeitenden auch, wer gute Leistung erbringt, kann etwas erreichen. Dieser Anreiz fehlt hier vollkommen und sollte wohl geschaffen werden. Andernfalls fehlt ein Ansporn, und viele motivierte junge Leute verzichten lieber, denn was können sie schon erreichen? Der Lehrerberuf ist derzeit ein einsamer Beruf.

      • mostindianer sagt:

        Im Lehrerberuf gibt es sehr wohl lohnwirksame Beurteilungen und (abhängig von der Gemeinde) sogar Leistungsprämien. Die sogenannte Mitrbeiterbeurteilung (Mab) des Kantons Zürich wird aber zu einem nicht unerheblichen Teil von einer Laienschulbehörde durchgeführt; sprich: vom Volk gewählte Kaufleute, Landwirte, Schuhverkäufer, Hairstylisten, Architekten, Juristen, Ladenbesitzer (die Liste ist endlos) BEURTEILEN LOHNWIRKSAM die Arbeit eines Lehrers. Dies ist in Europa einzigartig.

        Mein Chef ist übrigens der Schulleiter, der mich jährlich (zwar nicht lohnwirksam aber in intensiver Zusammenarbeit und mit differenzierten Zielvereinbarungen) beurteilt. Er ist die Schnittstelle zwischen Lehrperson und Schulbehörde.
        Ich kann also nicht „machen was ich will“.

        @ Cara Mia: Gewisse Aussagen sind doch eher sehr schubladisierend und pauschal. Privatschullehrer sind besser angezogen und besser gepflegt als Lehrpersonen an der Volksschule…? Ganz ein übles Statement.
        Mich nähme es wunder, warum Eltern sich entscheiden, ihr Kind weg von der Staats- hin zur Privatschule schicken… Da kenne ich auch sehr viel pauschale Aussagen dazu.

      • Cara Mia sagt:

        @mostindianer: in Basel ist es nicht so. Wir sind mit einigen engagierten Lehrern befreudet, und die regen sich total darüber auf, dass sie Kollegen nicht loswerden können, die dem Schulbetrieb auf die beschriebene Art schaden. Es gibt höchstens eine Supervision, eine moderierte Aussprache mit den Eltern und dergleichen. Mehr kann man hier nicht machen.

        Natürlich gäbe es Vorgaben, aber wenn sich einer nicht dran hält, geschieht hier praktisch nichts.

        Kleidung: sorry, die ist häufig oberlausig, aber natürlich gibt es auch gepflegte Lehrer. Ich höre dann auch die Bemerkungen Zuhause, die Kinder beobachten den Lehrer ja eine Stunde lang und haben ein unglaubliches Erinnerungsvermögen (der hat dieses Hemd schon die zweite Woche an, der ist doch ein Säuli, haha).

        Und ja, die Privatschule, in die wir unsere eine Tochter schickten, die hatte wirklich Stil. Weshalb wir sie da hin schicken mussten: weil das baslerische Konzept einer Gesamtschule über die ersten sieben Jahre für ein cleveres Kind der Untergang ist. Sie langweilte sich depressiv und wurde dann auf dringende Empfehlung des Schulpsychischologischen Dienstes solange aus der öffentlichen Schule genommen und in eine Privatschule geschickt, bis sie ins öffentlich Gymnasium gehen konnte. In der Privatschule ist sie richtiggehend aufgeblüht und im Gym ist sie jetzt auch happy.

        Pauschalisier Du mal schön, Mostindianer, aber wenn der Staat selber empfiehlt, ein Kind müsse umgehend aus der Staatsschule genommen werden, weil es sonst ernsthaft Schaden nimmt, dann stimmt doch was nicht an diesem System.

      • Roland Mühlemann sagt:

        Ich würde auch meinen, dass das nicht ganz stimmt (ich sage nicht, überhaupt nicht):

        Der Leistungsansatz wird auf mehreren Ebenen durchgesetzt:

        – Elternmitsprache (Eltern hören über ihre Kinder, was im Unterricht geschieht. Sie können sich bei Missfallen an die entsprechende LP oder an die Vorgesetzten wenden. Mängel, die wirklich belegt werden können und gegen allgemeine Grundsätze der Pädagogik, der Didaktik oder der Wissenschaft verstossen, werden in der Regel korrigiert). Eltern können zudem den Unterricht besuchen und dann gegebenenfalls Einwände vorbringen.
        – Schülermitsprache: Ein einigermassen integerer Lehrer reagiert auf seine Klasse(n). Es gibt nichts Unangenehmeres, als vor Menschen zu referieren, die gelangweilt sind, desinterssiert sind, die einen am liebsten auf den Mond schiessen wollen. Ich kenne keinen Kollegen, den es kalt lässst, wenn Schüler seine Arbeit schlecht finden.
        – Controlling durch Vorgesetzte wie die Schulleitung, Schulkommission, Prüfungskomission. Sie findet periodisch statt.
        – Mechanismen des Qualitätsmanagements: Evaluation der Arbeit, die heute an fast allen höheren Schulen Standard ist.
        – Bei groben Verstössen ist ein Disziplinarverfahren möglich, sogar Entlassung. Dieser Mechanismus ist schwierig, weil Leistung nicht so einfach messbar ist und juristisch derartige Verfahren ziemlich anspruchsvoll sind.
        – Lehrpersonen werden bei uns in der Regel zu Beginn nicht unbefristet eingestellt. Erst wenn nach 1-2 Jahre keine wesentlichen Beschwerden seitens Schülern und Eltern eingegangen sind, wird eine Lehrperson in einem Wahlverfahren richtig verpflichtet.
        – Abschlussprüfungen sind ein Leistungsausweis jeder Lehrperson. Schaffen die Schüler den Abschluss, ist das einmal ein Zeichen, dass er seine Arbeit einigermassen ordentlich gemacht hat. In diesem Zusammenhang sind sogenannte Abgängerbefragungen sinnvoll, die der Schule zeigen, ob die Schüler auch tatsächlich erfolgreich sind, nachdem sie die Schule verlassen haben.

        Leistungslohn hat sich an allen Orten, wo er eingeführt wurde, nicht als sinnvoll erwiesen. Erstens ist Leistung nur sehr schwer zu messen. Es gibt zwar anerkannte Kriterien, was guter Unterricht ist, seine Evaluierung ist aber nicht in 45 Minuten möglich (ausser bei grober Unfähigkeit). Es gibt viele Formen guten Unterichts – das eine der wenigen eindeutigen Resultate der Bildungsforschung. Zweitens ist es schwierig, den Leistungsmesser zu bestimmen. Drittens braucht es Leistungslohn nicht, wenn es um wirklich schlechte Leistungen geht – dort müsste es möglich sein Lehrpersonen nach einem erfolglosen Coaching zu entlassen. Viertens ist Unterricht eine sensible Zone – weil ein Lehrer auch einen Teil seiner Seele verkauft, damit wird Leistungslohn für viele ein sehr emotionales Thema. Die Praxiserfahrungen im Kt. Zürich mit Leistungslohn sind sehr ernüchtern. Schliesslich: Es gibt keine Studien, keine Untersuchungen, dass Leistungslohn irgendetwas bringen würde. Die Gefahr ist, dass ein Lehrer schliesslich nur noch die Leistung abgibt, die mit dem Leistungslohn gemessen wird – dann bleibt von seiner Leistung nicht mehr viel übrig, und alles lässt sich nicht kontrollieren und bewerten, der Lehrerjop ist zu umfassend.

      • Pumuckl sagt:

        Hoppla. Das klingt ja spannend. In der Privatschule wird also der Lehrer für den Erfolg der Klasse verantwortlich gemacht. Das heisst also, dass die Kinder bloss mal ein bisschen „dumm tun“ müssen, schon fliegt der Lehrer? Wie kann er sich wehren – ganz einfach. Er senkt die Anforderungen so lange, bis alle Schüler und Eltern ihn mögen (weil die lieben kleinen dann ja sooooooo tolle Noten haben. Viel besser als früher in der Regelschule). Na das sind ja tolle Aussichten.
        Es ist doch logisch, dass schulische Erfolge IMMER auf die Genialität der Kinder und ihrer tollen Eltern zurückzuführen sind, wohingegen Misserfolge durch den Lehrer zu verantworten sind. Iin diesem Zusammenhang sollte man sich mal die Frage stellen, was eigentlich den Erfolg einer Schule / eines Lehrers ausmacht. Ist es die gute Note im Zeugnis, ist es die Tatsache, dass das Kind eine weiterführende Schule besuchen kann bzw. einen Ausbiludngsplatz bekommt, oder ist es nicht vielmehr so, dass der eigentliche Erfolg der Schule überhaupt erst nach 20 – 30 Jahren zu messen wäre? Dann nämlich wenn sich einigermassen abschätzen lässt, ob das Kind von damals in der Schule das notwendige Rüstzeug erhalten hat, um sein Leben zu meistern?

    • Widerspenstige sagt:

      @Roland Mühlemann

      Ich finde Ihre Auflistung sehr gut besonders für Nicht-LehrerInnen und Eltern, die einen mehr oder weniger frustrierenden Marathon mit ihren Kindern durchlaufen sind, danke sehr!

      1. Die Löhne der Lehrpersonen sind in den letzten 30 Jahren deutlich gesunken. Aber es ist nicht die einzige Branche, in der die Löhne gesunekn sind.
      6. Es stimmt nicht, dass Lehrer kein Ansehen geniessen. Mir sind Eltern und Schüler immer mit Respekt begegnet. Und ich kenne nur wenige Fälle, bei denen das anders. Gewisse politische Parteien haben die Tendenz Lehrer, in der Regel aber Intellektuelle im Allgemeinen, schlecht zu machen.

      Und was genau sind die Gründe, wieso die Löhne gesunken sind?
      Dazu dürfte Ihr Punkt 6 die Erklärung abgeben, dass ‚gewisse politische Parteien‘ sprich allen voran die ach so volksnahe SVP das Bildungsbudget rigoros zugunsten von Wirtschaftsinteressen zusammen gestrichen haben – jetzt sind die Konsequenzen dieser unüberlegten Sparwut sichtbar! Aber diese Kreise wollen keine Verantwortung dafür übernehmen und das ist tragisch und die Leidtragenden sind LehrerInnen UND SchülerInnen. Und da gebe ich @mostindianer Recht, dass es überall wimmelt von Laien – im Parlament angefangen bis zu den Schulbehörden – die Leistungsbeurteilungen durchführen, die ihre Fachkompetenz sprengen. Das darf nicht länger toleriert werden und es muss ein Umdenken bei den Entscheidungsträgern stattfinden und endlich längerfristig Bildungsmodelle anderer Länder adaptiert – nicht übergestülpt! – werden. Das Erfolgsmodell aus Finnland ist weltweit anerkannt und dafür absolut geeignet, denn in den Volksschulen wird meines Wissens dreisprachig unterrichtet. Dies würde unserer Vielsprachigkeit genau entgegen kommen und die Röstigräben endlich ein bisschen mehr zuschauffeln. Dass die Pflichtpensen seit 150 Jahren! nicht mehr geändert worden sind, spricht Bände über den Stand unserer Entwicklung oder besser gesagt Unter-Entwicklung im Bildungswesen gemessen an anderen ähnlich mehrsprachigen Ländern. Hier in der Themen-Woche wird anscheinend nur von der Deutschschweiz gesprochen, die Suisse Romands, das Tessin und das Engadin sind da noch gar nicht enthalten oder?

      • Brunhild Steiner sagt:

        Dabei sollte aber nicht übersehen werden dass eine Schule, in der fast alle Kinder die eigene Muttersprache-, welche zugleich die Landessprache ist, tadellos sprechen,
        ganz anders aufgebaut werden kann.
        Bei uns lernen Zweitklässler (oder exakter gesagt „sollten lernen“), welche das Deutsch nicht wirklich intus haben,
        auf Deutsch das Frühenglisch.

      • Roland Mühlemann sagt:

        Nun, das ist unser System. Laienpolitker entscheiden über Sachfragen. Das ist zum Teil sehr ärgerlich und auch fatal, andererseits hat es auch seine Vorteile. Fatal ist ja eigentlich nicht, dass die SVP das Geld streicht. Wirklich fatal ist, dass – während die SVP das Geld streicht – die SP und die FDP die Bildungsbürokratie ankubeln. Meistens bringen letztere die Vorschläge als Regierungsräte und letztere verweigern in den Parlamenten das dafür notwendige Geld. Und… das Projekt wird ausgeführt.

      • mostindianer sagt:

        @Widerspenstige
        In Finnland gibt es drei Landessprachen: Finnisch, Schwedisch und Samisch. In Gebieten, wo der prozentuale Anteil der finnischsprachigen Menschen höher ist, ist Schwedisch die erste Fremdsprache und umgekehrt. Die Stadt Turku ist das beste Beispiel, dort reden etwa die Hälfte der Einwohner finnisch und die andere schwedisch. (Etwa vergleichbar mit Biel, Kanton BE)

        Ein finnisches Schulsystem in die Schweiz zu transferieren ist aber trotzdem sehr schwierig, da die kulturellen Unterschiede doch sehr gross sind.
        Dazu kommt, dass die Schweiz noch viel mehrsprachiger ist, als eine Zehnernote verrät: Der Anteil an fremdsprachigen Kindern in Finnland liegt (mal abgesehen von den Ballungszentren wie Helsinki oder Turku) unter 10%.
        In Finnland evaluieren sich die Schulen selbst. Der Lehrmittelmarkt ist weitgehend liberalisiert. Es gibt keine obligatorischen Lehrmittel, der (einzige) Lehrplan ist dafür gültig für den ganzen Staat….
        Schweiz – Finnland in vielerlei Hinsicht: schlicht nicht vergleichbar.

      • Brunhild Steiner sagt:

        Danke mostindianer, ich ändere also auf:
        …dass eine Schule, in der fast alle Kinder die eigene Muttersprache-,
        welche zugleich in ihrer Region die Landessprache ist, tadellos sprechen,
        ganz anders aufgebaut werden kann.

  • Berufseinsteigerin sagt:

    Ich wage mal zu behaupten, dass bei der Erziehung von Kindern bei vielen Erwachsenen eine grosse Unsicherheit vorliegt. Die Bandbreite der Erziehungsstile ist gross – nach der superautoritären Erziehung des letzten Jh. kam der antiautoritäre und der laissez faire Stil, heutzutage werden Kinder oftmals überbehütet u. ihnen wird jeder Wunsch von den Augen abgelesen. Es gibt keinen allgemein gültigen Erziehungsstil mehr. Erziehung hat mit gesundem Menschenverstand zu tun, die Grundbedürfnisse des Kindes gilt es zu erfüllen. Dazu gehört auch Grenzen setzen.
    Am einfachsten ist es, auf der Lehrerschaft herumzuhacken, da man zu seiner eigenen Unsicherheit ja nicht stehen will.

  • oma sagt:

    was mir an diesen diskussionen immer wieder auffällt, ist die tatsache das sich selten mehr einer sich zu einem beruf berufen fühlt, sondern immer/oft/meist finanzielle überlegungen ausschlaggebende argumente für die ergreifung eines bestimmten berufes sind.. ist mir klar, dass es wichtig ist vom gehalt für seine arbeit leben zu können, seine eigene familie ernährem zu können. aber wo bleibt die berufung, wo der ehrgeiz etwas zu tun um der allgemeinheit zu dienen, wo der einsatz für unsere jugend, wo das zurückstellen der eignen bedürfnisse? in all den berufen wo früher menschen tätig waren die in erster linie dem allgemeinwohl dienten, wie z.b. hausärzte, seelsorger und ganz speziell lehrer.
    ich stelle mir vor, dass es für einen lehrer etwas grandioses sein muss, jungen menschen auf den rechten weg zu helfen, ihre neugier zu wecken und ihnen ethische begriffe nahe zu bringen. oder einem seelsorger, der einem menschen aus einer krise heraushelfen kann ohne rücksicht auf seine sprechstunden, einem hausarzt der in erster linie den vor ihm sitzenden menschen sieht und nicht die rechnungskopie vor augen hat.
    ich bin mir bewusst, dss diese meine ansichten sehr veraltet und nicht mehr geläufig sind, vielleicht aber wäre die rückkehr zu solchen berufsentscheidungen ein guter weg.
    zum thema lehermangel; es kann doch nicht sein, dass diese tatsache so überraschend gekommen ist. pensionierungen sind absehbar, gespräche mit betroffenen hätten schon lange klären können ob ihnen ein weiterarbeiten eine option wäre. wenn aber zuständige politikerInnen in der lage sind ihre kinder auf privatschulen wo kein lehrermangel herrscht zu schicken und dies auch tun ist doch irgendwo der wurm drin.
    müsste man die alarmlampen doch bei allen zuständigen stellen, blinken sehen.
    lehrer sein ist heute vermutlich einer der anspruchvollsten berufe die man ergreifen kann und durch die akademisierung ein mühseliger und steiniger. lehrer haben heute einen sehr schweren stand da auch im elternhaus eine grosse anspruchshaltung gegebüber dem lehrpersonal herrscht. immer mehr erziehungsaufgaben werden von den famiien „ausgelagert“ und den leher zugeordnet. früher waren leher nicht respektspersonen und hatten meistens die volle unterstützung der eltern, heute isz die sehr selten der fall. mit all den quasi alternativen erziehungsmethoden, werden verantwortung für vieles was eigentlich im elternhaus geschehen sollte, den lehrer aufgebürdet. das ist eine aufgabe der nur wenige gerecht werden können und vielleicht ein weiterer grund für den nwillen vieler, lehrer zu werden.
    ich weiss, dass meine nsichten sehr verstaubt sind, aber ich wollte sie doch mal in die runde „werfen“!

    • Pumuckl sagt:

      Viele junge Menschen entscheiden sich aufgrund ihrer „Berufung“ dazu, Lehrerin, bzw. Lehrer zu werden und sie üben diesen Beruf auch eine Zeitlang mit aller Hingabe aus. Dann nach einigen Jahren sind sie allerdings massiv verschlissen. Verschlissen von Eltern, von Politikern, von Behörden, von Umständen die nicht beeinflusst werden können und auch verschlissen von Kindern und Jugendlichen, die sich im schulischen Umfeld völlig anders gebärden können, als sich dies die Eltern vorstellen.
      Wenn man dann nach einem 12 Stunden (Stunden, nicht Lektionen!) Tag mit einem „nicht – Lehrer“ spricht, darf man sich noch vorwerfen lassen, dass man doch bitte schön nicht so jammern solle, habe man doch den lockersten Beruf der Welt. 12 Wochen Ferien, mörderisch hoher Lohn und kürzest mögliche Arbetistage. Und als Sahnehäubchen noch das Vergnügen, sich immer mit hochmotivierten und inspirierenden jungen Menschen auseinandersetzen zu können. – Komisch, will bei dieser öffentlichen Meinung keiner mehr den Beruf ausüben …..
      Nein. Es liegt nicht nur am Geld. Ich bin mir sicher, dass die meisten Lehrer das mehr an Geld umgehend in ein weniger an Lektionen ummünzen werden – was die Stellensituation noch einmal zusätzlich verschärfen wird. Es liegt vielmehr daran, dass man sich nach einigen Jahren sagt, dass man mit weniger Einsatz und Leistung, weniger Stress und Ärger und noch dazu weniger Angriffen auf die Persönlichkeit, in der Wirtschaft wesentlich mehr erreichen und vor allem bekommen kann. Und das ist eine Tatsache. Meine Arbeitstage dauern dann nur noch 8 – 10 Stunden (anstelle von 12 bis 16 Stunden als Schulleiter), kein Mensch rechnet mir mehr vor, dass meine Arbeitsstunden ja nur 45 min lang seien (welcher Arbeitnehmer – vom Lehrer mal abgesehen – wird nur für die tatsächlich geleistete Arbeit bezahlt? Müssen Sekretärinnen für den Weg zum Kopierer und zurück ihre Pausen einziehen, da sie dann ja nicht arbeiten???…), die Wochenenden gehören wieder nur mir und der Familiie und werden nicht durch Korrekturen und Vorbereitungen zerstört und – und das ist auch ein nicht zu vernachlässigender Punkt – ich bekomme umgehend mindestens 20% mehr Lohn.

      Ich denke, dass sind genügend Argumente für den Wechsel.

      Dagegen spricht einzig die Tatsache, dass Lehrer tatsächlich ein toller Beruf war – und sein könnte.

      • michi sagt:

        „dass man mit weniger Einsatz und Leistung, weniger Stress und Ärger und noch dazu weniger Angriffen auf die Persönlichkeit, in der Wirtschaft wesentlich mehr erreichen und vor allem bekommen kann“

        Ahja… und das haben Sie vermutlich auch ausprobiert, dass Sie das als Tatsache hinstellen können?!

      • Pumuckl sagt:

        Aber hallo habe ich das.

  • Eremit sagt:

    «Ich appelliere heute an eine neue Generation von Amerikanern, unserem Land in unseren Schulzimmern zu dienen. Wenn Sie einen Unterschied machen möchten im Leben unserer Nation, wenn Sie das Beste aus Ihrer Hingabe und Ihren Talenten machen möchten, wenn Sie sich einen Namen machen möchten mit einem Vermächtnis, das von Dauer ist, dann werden Sie Lehrer. Amerika braucht Sie!»

    Was nützt es Lehrer werden zu wollen, wenn man z.B. an der Willkür der Dozenten im Lehrersemi scheitert?
    Oder angenommen man wäre Lehrer, aber irgend jemand Mutter oder Kind streut das Gerücht man sei pädophil?

    • Regula sagt:

      Im Lehrersemi gab es damals noch Lehrer.

      Heute gibt’s nur noch die PH. Am akademischen Weg scheitern scheitern auch einige, nicht die unfähgsten.

      • Markus sagt:

        Regula sagt es genau richtig. Zb. Mathematik; in der Fachdidaktik wird gesagt, dass das wichtigste sei , „eine angstfreie Atmosphäre her zu stellen“. Im Mathe Unterricht an der PH Bern herrscht aber genau das Angstklima. Die Prüfungen selektinionieren die Kandidaten über irgendwelche abstrusen Theorien eines Prof. Kleins! Nicht mal der Dozent selber konnte erklären, wozu diese Theorien in der Praxis zu gebrauchen seien. Da liegt meines Erachtens eines der Probleme der Lehrerausbildung. ( Ich habe die PH aufgegeben und und arbeite längst wieder in meinem alten Beruf!)

  • Widerspenstige sagt:

    Wo ist denn mein etwas umfangreicher Beitrag und Frage an Frau Aeppli gelandet, den ich um 17.00h abgeschickt und ins Nirwana entschwunden ist? Bitte liebe R, den möchte ich nicht nochmals schreiben, danke sehr!

    • Brunhild Steiner sagt:

      @Widerspenstige: immer alles vor abschicken kopieren, das erspart wenigstens den nochmals schreiben-Ärger.
      Eine Nirvanageschädigte 😉

      • Widerspenstige sagt:

        Ja, Brunhild, das habe ich dann mit der Rückwärtstaste nochmals holen können, da ich es nicht kopiert hatte. Aber dann kam die frustrierende Antwort, dass es ein Doppeleintrag sei etc. Es ist für mich unerklärbar, da ich keine Unwörter oder Beleidigungen oder sontiges Unflätiges wie andere es ungeniert tun geschrieben habe, gopf! Aber dankevielmohl für’s beruhigen. 🙂

      • Brunhild Steiner sagt:

        Tja, die Wege des Netzes sind unergründlich…, schönes Woe

  • Widerspenstige sagt:

    Ja, da kann sogar ich nichts dagegen haben und würde die Forderung nach freier Schulwahl und die staatliche Unterstützung für Reformschulen befürworten. Diese beiden Modelle müssen in Zukunft eng zusammenarbeiten und voneinander profitieren. Dass das Lehrerseminar abgeschafft wurde auch an unserer regionalen Kantonsschule und an die Pädagogische Hochschule weit weg für alle Seminaristen verlegt wurde, war mE ein grosser Fehler und es gab einen ziemlichen Aufstand hier von Seiten der Seminarlehrer! Hat aber leider nicht viel genützt, denn das Bologna-Modell wurde 1:1 übernommen dh EU-kompatibel gemacht – wie schon die Sommerzeit und X-Tausend Anpassungen…Aber dies nur am Rande vermerkt, könnten wir schon längstens in der EU drin sein.

    Die Schule wurde somit zu sehr akademisiert und jetzt zeigen sich bereits die ersten Probleme mit dieser distanzierten Pädagogik. Wenn der Lehrkörper seinen Schulstoff zuwenig mag und seine Schüler damit zuwenig motivieren und lernbereiter machen kann, dann hat nicht nur der Lehrkörper versagt sondern das Schulsystem. Hier muss dringend eine Kehrtwende in Angriff genommen werden. Die/der SchülerIn müssen ganzheitlicher wahrgenommen werden wie ein Neurobiologe schön erklärt hat. Das können auch höhere Löhne nicht wettmachen – menschliches unterrichten setzt voraus, dass der Lehrkörper seine Schüler mag und sie als Individuum wahrnimmt (mein Link ‚Jungs, das schwache Geschlecht…‘ dazu ist irgendwo gestern im thread). Das bedingt jedoch kleinere Klassengrössen bis max. 20 Schüler, Blockzeiten, Tagesschulen, mehr Teilzeitstellen.

    Bei den Teilzeitstellen würde ich vorschlagen, dass LehrerInnen mit Teilzeitstellen-Wunsch vom Morgen bis über Mittag beim gemeinsamen Mittagessen anwesend wären und ab 13.30h erfolgt der Abtausch mit einem anderen Lehrkörper mit Teilzeitstellen-Wunsch. Diesen Stundenplan mit weniger Pflichtpensen – wie im Artikel von Herrn Zemp verfürwortet – könnten die betroffenen Teilzeit-LehrerInnen selber im Turnus (pro Semester?) aufstellen. Das lässt sich sicherlich mit Vernunft und Organisation hinkriegen. Alle würden profitieren: die SchülerInnen, die Eltern, die LehrerInnen, die Sozialleiter etc. Bei dieser Gelegenheit würde der in den meisten Schulen verdrängte Haushaltsunterricht bequem in den Alltag integriert und Jungs wie Mädchen dürfen mal Einkaufen/Vorbereiten/Kochen/Abwaschen und lernen Sozialkompetenz auf ganz normale Art.

    Ein kleiner Exkurs aus meiner Praxis: Dies war übrigens mal ein Thema an unserer Sek-Schule meines ältesten Sohnes vor ca. 12 Jahren, als ich mit Lehrern, Schulleiter, Schulräten und betroffenen Eltern wegen Einführung einer Prüfungsvorbereitung an Sek-Schulen an die Kantonsschule einen Marathon an Besprechungen hinlegte. Diese Prüfungsvorbereitungen waren sehr dürftig gemacht worden und meine Umfrage bei Eltern, Schulbehörden in den umliegenden Orten ergab ein ganz anderes Bild, sodass es notwendig wurde. Bei diesen schulinternen Besprechungen wurde dann auch die Aufgabenhilfe und ein Mittagessen in der Schule (Abkürzung der Mittagszeit für Pendlerschüler von weit her da wir auf dem Land wohnen) angesprochen und wer kocht. Dabei würde der Haushaltunterricht von 11.00 – 13.00h gelegt und es müsste nichts von extern organisiert werden. Aber der Weg bis zu einem Mittagstisch hier war noch weit…meine Kinder haben nicht mehr davon profitiert übrigens aber das war mir nie das Wichtigste am ganzen. Mir ging und geht es immer zuerst um die Sache und wie kann unsere Gesellschaftsstruktur verbessert werden – idealerweise nach skandinavischem Vorbild.

    @ Frau Aeppli

    Werden Stundenpläne entsprechend den LehrerInnen-Bedürfnissen angepasst – also Teilzeitwunsch – oder müssen Pflichtpensen diesen Wünschen weichen? Wie gross ist der Unterschied im Lohngefälle zwischen konventionellem Schulsystem und Reformschulen sprich Rudolf Steiner Schulen? Werden die Forderungen der Eltern nach freier Schulwahl und staatliche Unterstützung für Reformschulen oder ähnlich geführter Privatschulen beachtet und umgesetzt, auch in allen 26 Kantonen? Werden auch skandinavische Schulmodelle in die zukünftigen Entscheide miteinbezogen?

    • Piero Grande sagt:

      was ist mit staatlichen geldern für „reformschulen“ di ihnen nicht in den kram passen: religiöse, leistungsoriertierte, sport&musik-schulen, schulen für hochbegabte, für kinder, wie früh gefördert werden sollen.

      Äh, wieso skandinavische Modelle? Wieso nicht japanische oder guatemaltekische?

    • Sportpapi sagt:

      Kann die Volksschule im Falle der freien Schulwahl auch einfach dicht machen, wie eine Privatschule? Oder die Anzahl Klassen/Schüler beschränken, weil kein Platz ist? Heute muss in meiner Gemeinde für zig Millionen ein neues Schulhaus gebaut werden, weil es halt ein paar Schüler mehr gibt. Billiger wäre es, diese Schüler einfach abzuweisen…

  • Cara Mia sagt:

    Die Schule wehrt sich gegen „Nacherziehung“ und das ist auch verständlich bei den Klassengrössen und dem Druck, den Stoff zu vermitteln.

    Tatsache ist aber, dass viele Schüler nacherzogen werden müssen, weil das Elternhaus versagt. Wer soll das also machen? Zudem: die Eltern, die ihre Kinder erziehen, kommen sich zuweilen ziemlich einsam vor, wenn sie so beobachten, mit welcher Non-Chalance gewisse Eltern ihre KInder problemlos auf die Menschheit loslassen können. Wir wünschen uns Unterstützung durch die Lehrer, denn wie sollen wir den Kindern glaubhaft Werte vermitteln und Grenzen setzen, wenn in der Schule alles durchgeht?

    Es geht ja heute problemlos, dass man schwatzt während dem Unterricht, aufs Klo geht (durch alle Schulstufen), schwänzt, und so weiter. Da hat man dann echt Probleme, dem eigenen Nachwuchs klarzumachen, weshalb er das nicht tun soll.

    • Brunhild Steiner sagt:

      Unter anderem genau deshalb hab ich mich beim Bullyblog dafür eingesetzt dass man eben hinsieht und hingeht,
      und es nicht nur den Kindern überlässt wie sie sich da wehren sollen. Ich finde es ganz wichtig, dass Kinder erleben dass sie sich auf die Mitmenschen verlassen können, dass nicht einfach weggeschaut wird, oder bloss mit ihnen geredet, aber nie mit den wirklich über die Grenzen gehenden der Dialog (oder meinetwegen die Konfrontation) gesucht wird. Oft in der Hoffnung, spätestens die Schule würde es dann schon richten…
      Klar gibt es das vorschnelle Eingreifen, aber ich bin mir eigentlich sicher dass heute eher zuoft weggeschaut wird als vorschnell eingegriffen.

  • Eni sagt:

    Mein Vorschlag an alle die hier über die Lehrer motzen, dass sie faul und überbezahlt sind: Werden Sie Lehrer und beweisen Sie dass Sie es besser können. Sie werden bald sehen, dass Sie mit Ihren Vorwürfen völlig falsch liegen. Nix da mit 25 Stunden Woche und 12 Wochen Ferien für 100’000.-/ Jahr. Was glauben Sie eigentlich warum es überall zuwenig Lehrer hat? Weil es ein Schoggi-Job ist? Wohl kaum. Diese Vorwürfe sind alle einfach nur unermesslich dumm und zeugen von Respektlosigkeit gegenüber diesem Berufsstand. Glauben Sie mir: Alle Lehrer hätten es lieber dass Sie Ihre Kinder zu Hause unterrichten, keiner ist scharf auf Kinder von solchen Eltern.

    • StefanB sagt:

      Eni, da gebe ich Ihnen recht: Jede(r), der/die rumklönt, wie leicht diese Lehrer ihr Geld erhalten, wie viele Ferien, wie überbezahlt, der soll doch mal drei Monate hinstehen und selbst unterrichten.

      Ich weiss aus eigener Erfahrung, Unterricht funktioniert nur, wenn es im Klassenzimmer nur einen Chef gibt, und der muss vorne an der Tafel stehen. Und dies weiss ich aus meiner Erfahrung als Erwachsenenbildner, wo man ja meinen könnte, das seien alle erwachsene und somit intelligente Menschen.

      Und jene, die den Stuss von zwölf Wochen Ferien und kaum 30 Stunden Arbeit glauben, gebe ich zu bedenken: Ein Lehrer muss auch vorbereiten, muss Prüfungen korrigieren, muss auch den Formularquatsch der Behörden erledigen. Dazu kommt noch die individuelle Betreuung der Eltern, die Koordinationssitzungen, Fachlehrerkonferenzen, Weiterbildungen, und und und.

      Wenn ein Schreiner um 17 Uhr seine Werkstatt zumacht, hat er Feierabend. Wenn ein Lehrer seine Schüler am Nachmittag entlässt, dann arbeitet er noch lange weiter.

    • lara sagt:

      es ist ein unterschied ob man über lehrer motzt oder ob man sich ärgert ab dem ewigen ‚wir verdienen nicht genug‘ geklöne der lehrer.

      ich möchte keinen einzigen tag als lehrerin arbeiten. denn ja, es ist ein harter job und kaum jemand ist ihnen dankbar für ihre leistungen. dennoch ist es – vorallem im vergleich zur privatwirtschaft (kmus und nicht die finanzbranche) – ein gut bezahlter job. ich sehe viel verbesserungspotential überall in der schule, die löhne sind aber definitiv schon hoch genug.

      • Eni sagt:

        @ lara

        Die Höhe der Löhne ist wohl kaum überall gleich. Wie kommt es sonst, dass in vielen Kantonen Lehrermangel herrscht, während an anderen Orten sich für eine Stelle 30 oder mehr bewerben? Wahrscheinlich ist es doch schon so, dass da wo die Löhne besser sind weniger Mangel an motiviertem Lehrpersonal besteht oder meinen Sie nicht? Da aber an so vielen Orten eben einen Mangel besteht, ist wohl die Diskussion über „zu hohe“ Löhne müssig.

      • Brunhild Steiner sagt:

        @lara: „die löhne sind aber definitiv schon hoch genug.“
        sind sie eben nicht wenn Sie die tatsächlichen Arbeitsstunden, auch zuhause, die Gespräche mit Eltern, Sitzungen und Weiterbildungen (auch am Samstag) etc. miteinberechnen. Da schrumpft dann dieser tolle Lohn ganz schnell zusammen, so wie in anderen Branchen des öffentlichen Dienstes, wo unentschädigte Überzeit zur Regel gehört.

      • lara sagt:

        @eni, gut das mag stimmen. es gibt wohl recht grosse unterschiede bei den löhnen.

        @brunhilde steiner, bei jedem job über 80-90’000 salär sind die überstunden, wocheenden, ausbildungen im grundlohn inbegriffen. wer soviel verdient, arbeitet auch entsprechend. ich kenne keinen job in der privatwirtschaft bei welchen man locker flockig 90’000 verdient und 17 uhr nach hause geht. diese zeiten sind definitiv vorbei.

      • Brunhild Steiner sagt:

        @lara: sind Sie wirklich sicher,
        dass bei einem Monatslohn von 6158.85 die Überstunden als inbegriffen gelten?
        Beginnt das nicht erst bei einer höheren Zahl?
        (Diese Tabelle ist inklusive 13.)
        Und für Wochenendarbeit gibt es eigentlich eine Feiertagsentschädigungsregel.
        Vorallem sagt diese Tabelle überhaupt nichts darüber aus, wieviele von den Lehrern wo anzusiedeln sind.
        Die Bedingungen und das selbstverständliche Überzeitenarbeiten etc gelten nämlich für alle.

      • lara sagt:

        meine antwort beziehte sich die privatwirtschaft. wie das praktisch bei den lehrern läuft weiss ich nicht.

        ich kann nur sagen, dass bei jedem führungsjob (und mit denen vergleichen die lehrer sich ja immer) überstunden inklusive sind. ich habe bei zwei sehr grossen firmen und einer kleiner gearbeitet. nur die unteren funktionsstuffen (d.h. auszubildende, assistenten, ohne führung) bekamen die wochenenden und überstunden bezahlt. wir reden hier nicht von hohen oder mittleren kader sondern nur schon bei einer teamleitung mit 4-5 leuten, werden überstunden vorausgesetzt. man sagt nicht immer umsonst, dass sich das arbeitsklima verschlechert hat und die belastung am arbeitsplatz in den letzten zehn jahren massiv zugenommen haben.

        mein punkt ist nur: uns geht es allen so. ich hätte auch lieber meine überstunden bezahlt oder möchte um 17 uhr aus dem büro laufen. nur das ist heutzutage leider wunschdenken. auch bei den lehrern.

      • Dinosaurier sagt:

        Und wie holt man dann fähige Personen in den Lehrberuf? Es fehlt an Lehrern (und Lehrerinnen selbstverständlich) und anscheinend sind berufene Lehrpersonen selten.
        Ich sehe (kurzfristig) keine andere Lösung, als den Beruf über die Entlohnung wieder attraktiver zu machen. Geld regiert die Welt…

      • Eni sagt:

        @ Dinosauriaer

        Die Lösung ist ganz einfach: man muss die PH wieder abschaffen und ermöglichen dass die Berufenen wieder aufs Semi können und schon wäre das Problem um vieles kleiner.

      • Henri sagt:

        @Eni, Brunhild Steiner

        Ich glaube auch, dass die Löhne (zumindest in ZH) hoch genug sind.

        Die Arbeitszeit – da müsste man sicher mal diskutieren.

        Als ehemaliger Partner einer Lehrerin habe ich da eine etwas andere Sicht auf die ach so hohen Arbeitszeiten der ach so armen Lehrer, denn es ist so, dass diese ach so hohen Arbeitszeiten nicht registriert sind – es sind allesamt Behauptungen der Lehrer, welche mal stimmen, mal übertrieben sind, mal zu hoch sind (weil ineffizient gearbeitet wird), mal niederiger sind (infolge hoher Effizienz) – und immer müsste man das auf den einzelnen Leher betrachten – das geht aber nicht.

        Schon damals war ich der Meinung, dass Lehrer Präsenzzeiten erfüllen sollten, so wie der ganze Rest der Arbeitswelt, und dass sie ihre Arbeiten (Prüfungen korrigieren, Vrobereitungen usw) während diesen Präsenzzeiten im Büro (!!) erledigen müssten.

        Und diese Präsenzzeiten oder Soll-Arbeitszeiten wären dann so etwa 8h pro Tag, das heisst der Lehrer kommt also am Morgen 07:00 in die Schule, 1h mittag und geht um 16h nach Hause.

        Heute ist es aber so, dass ein Leher nach den Schulstunden sein Ding packen kann und danach machen kann, was er will – er kann die Prüfungen auch in der Badi korrigieren – zumindest damals hatten erstaunlich viele Lehrer erstaunlich viele Stunden auf den Vormittag konzentriert – mehrere Nachmittage waren dadurch zufällig ziemlich frei …. ob das heute noch immer so ist, weiss ich nicht, aber ich denke, das Gerangel um günstige Stundenpläne ist heute so wie damals (natürlcih hatten dann nicht alle Lehrer freie Nachmittage – die Neulinge bekamen dann meist die Randstunden….)

        Jedenfalls, diese ganze Nicht-Erfassung und Nicht-Regelung der Arbeitszeit verträgt sich schlecht mit den Ansichen und Auffassungen, welche im grossen Teil der restlichen Arbeiznehmer herrscht zum Thema Präsenz und Arbeitszeit.

        Daneben möchte ich gerne noch anfügen, dass in Salären über CHF 7’000 auf jeden Fall flexibler Einsatz und Zusatzarbeit beinhaltet – in der Privatwirtschaft war das schon immer so, und es ist nicht einzusehen, warum das für Lehrer mit einem Salär über CHF 7000 nicht auch gelten soll.

        Beipflichen würde ich jedoch, dass es nicht Aufgabe der Lehrer sein kann, alle paar Wochen irgendwelche Elternabende und Gespräche zu führen, bzw. dass 1 Elternabend pro Jahr reichen müsste, und Elterngespräche während der Arbeitszeit stattfinden müssten (indem die Lehrer beispielsweise jeden Dienstag bis 19h Präsenz haben ……)

      • Brunhild Steiner sagt:

        @Henri: beantwortet noch nicht die Frage was mit den Löhne von 6158.- und darunter sein soll,
        welche unter den genau gleichen Bedingungen arbeiten müssen.
        Und, das Schulzimmer ist nicht automatisch das private Büro vom darin arbeitenden Lehrer, so einfach ist das also nicht mit dem Vorschlag alles in der Schule zu erledigen.
        Zudem ist der Lohnaspekt bloss einer von vielen, die Bedingungen sind an der ganzen Front immer schlechter.

      • Dinosaurier sagt:

        @Eni: Ich habe gerade die PH abgeschlossen. Hat jemand das Ziel Lehrer zu werden und ist dafür auch geeignet, wird ihm die PH keine Steine in den Weg legen. Zudem hörte ich von vielen Ex-Seminaristen, dass die PHs Studenten besser auf den Schulalltag vorbereitet.

  • Knut N. sagt:

    StefanB mag zwar recht haben, aber wenn dann die hier herinnen schreibenden Dummschwätzer unterrichten, kanns ja nur noch bergab gehen, ihr mehr oder weniger befähigten, studierten, vom Neid, Missgunst und Unwissenheit „Geplagten“.

  • StefanB sagt:

    Fakt ist: Wer will schon einen Beruf ausüben, der von links wie rechts schlecht gemacht, von den Vorgesetzten mit berufsfremden Tätigkeiten überhäuft wird, der von (einem Teil) der Klientel gemobbt wird?

    Hinzu kommt, dass ca. 50% der möglichen Berufstätigen unterschwellig psychopathologische Auffälligkeiten unterstellt wird.

    Da gibts nur eins: die Flucht nach vorn ergreifen und in einer anderen Branche Unterschlupf finden.

  • Fritz Nägeli sagt:

    Ich unterrichte an einer Privatschule und verdiene fix 4000 Franken netto bei einem Vollpensum. Wer es nicht glaubt, kann gerne eine Kopie meines Lohnausweises haben. Ich mache den Job aber gerne, obwohl er anstrengend ist. Ich habe mich in BS/BL rauf- und runter beworben und überall nur Absagen kassiert. Soviel zum Lehrermangel. Ich habe Berufserfahrung und habe anständige Zensuren. Zemp ist einfach ein Plauderer. Früher wurde ein Absinken der Schülerzahlen befürchtet (Lehrerschwemme!), aktuell steigen die Schülerzahlen wieder. Und die ganze Reformitis ist ja auch ein Déjà-vu; 1968 war das ja alles schon da. Also werden hier auf mehreren Ebenen einfach die Leute verrückt gemacht. Das Problem ist nämlich, dass durch dieses Gerede von Kompetenzen der Verwaltungsaufwand für die Lehrer dermassen steigt (alles muss dokumentiert werden, damit der Lehrer – falls der böse Papa, oder die böse Mama mit dem Anwalt vorbeischaut, alles paletti ist), dass er kaum mehr Zeit hat für den eigentlichen Unterricht. Auch die Leistungsdifferenzierung innerhalb der Klasse ist ein Schreibtischprojekt: Ich habe Schüler, die kein Französisch können und solche, die schon jahrelang Französisch haben. Die muss ich jetzt unter einen Hut bekommen.

  • heidi reiff sagt:

    Es gibt noch engagierte Lehrer, viele Menschen erzählen von sadistischen Lehrern und Lehrerinnen denen mit solchen Mustern das lernen kathegorisch kaputt gemacht wurde. Die pechschwarze Pädagogik lässt grüssen. Kinder und Schüler werden zu Sündenböcken gemacht, eine Beziehungsperson die Wissen vermittelt muss das kindgerecht tun oder nicht ?

    • StefanB sagt:

      Sicher soll der Unterricht altersgerecht gestaltet werden. Aber, liebe Heidi, jedes Elternpaar dieser Horde von 20 bis 25 Lümmeln hegt doch heute die Erwartung, dass gerade ihr Kind, da ja sooo begabt, vom Lehrer indivuduell und allerbestens gefördert wird.

      Frage: sollen sich die 25 Kinder nach der Lehrperson, die die Lehrperson nach den 25 Kindern richten? Wenn das zweite: nach welchem der 25 Kinder?

  • Michael Wirtschlecht sagt:

    Noch etwas zu den statistischen Angaben von Herrn Zemp:

    Er schreibt ein Drittel der Lehrer sei über 50-jährig und werde demzufolge in den nächsten Jahren pensioniert. Das sei wegen dem Lehrermangel und weil zuwenig Lehrer ausgebildet werden.

    Die Wahrheit ist, dass in den 80er und 90er und auch anfangs 00er Jahre nicht weniger Lehrer ausgebildet wurden als in den 70ern. Der Unterschied ist, dass über 50-jährige den Absprung in die Privatwirtschaft und in das geschützte Beamtenwesen bei der Bildungsplanung vergessen können. Die jüngeren sind gegangen. Die älteren warten jetzt halt auf die Pensionierung.

    Schon vor 10 Jahren konnte man absehen, dass die gesellschafts- und einwanderungspolitischen Experimente der Sozialistischen Internationalen scheitern. Man hat einfach weitergefahren. Die roten, die grünen und die Gewerkschafter haben gezielt und wissentlich die Volksschulen kaputtgemacht.

    Das war aber nicht genug. Vor 10 Jahren wurde mit der Abschaffung der Lehrerseminare begonnen und diese vor 5 Jahren vollstreckt. Es gibt ganz einfach keine Schulen mehr, wo junge Menschen zu Lehrern ausgebildet werden. Was an den pädagogischen Hochschulen unterrichtet wird, das ist einfach EU-kompatibles Bologna-Chaos. Zum Unterrichten befähigt dieser poltisch vergiftete Besserwisser-Murks nicht.

    Ich sage es deshalb noch einmal an die Adresse von Herrn Zemp:

    Es hat bei weitem genug Lehrer in diesem Land. Hingegen fehlen die Schulen, wo Lehrer auch die Erlaubnis zum ordentlichen und ungestörten Unterrichten bekommen!

    Die Konsequenz ist die Forderung nach freier Schulwahl und die staatliche Taggelder für Kinder in Privatschulen!

    • Nemo sagt:

      Ich wünschte mir Du würdest zusammen mit der Globetrotterin öffentlich auftreten. Ich würde mich köstlich amüsieren. Euch wäre der Erfolg und die Einnahmen gewiss.

    • Katharina sagt:

      „Die Konsequenz ist die Forderung nach freier Schulwahl und die staatliche Taggelder für Kinder in Privatschulen!“

      Was ist daran falsch?
      oder:
      Wieso nicht?

      • Winnie-the pooh sagt:

        Katharina die frei Schulwahl existiert und der antikommunistische botanisch Ökologe sollte glücklich darüber sein, dass die Selektion über den Geldbeutel erfolgt. Eine staatliche Subventionierung von Privatschulen bedeutet auch eine indirekte Subventionierung des Privaten Gewinnes, d.h. mit anderen Worten würde ich mit meinen Steuern den Gewinn der Eigner der Privatschulen finanzieren, sorry dazu habe ich keinen Bock.

      • Katharina sagt:

        Ich verstand das Wort Taggelder für Kinder anders:

        Es ist eine tasache, dass oeffentiche Schulen aus Steuern finanziert werden (hier in den USA ueber die Grundeigentumssteuer – Property tax). Entscheiden sich eltern nun aber fuer eine privatschule, so bezahlen sie doppelt. einerseits das oeffentliche system ueber die steuern und andererseits die gebuheren der privaten schule. weiter wird die private schule wie jedes andere unternehmen besteuert, eine oeffentliche schule jedoch nicht. diejenigen die sich fuer private schule entscheiden, werden also doppelt besteuert.

        genaugenommen wird damit die freie wahl eingeschraenkt und durch die doppelbesteuerung zu einem privileg der hoehern einkommen.

        um dem entgegenzuwikren, kam die idee der vouchers auf. der staat gibt den unteren einkommen so etwas aus dem steuerfundus fuer schulen zurueck, damit sie ihre freie wahl tatsaechlich ausuben koennen.
        eltern koennen diese beantragen, wenn das einkommen es schwierig macht, eine private schule zu bezahlen. die vouchers werden dann von der schule als zahlungsmittel fuer die gebuehren genommen, und das mit diesen vouchern erziehlte einkommen steuerlich besser behandelt.

        ich finde das ein faires und vernueftuges system. ich finde es auch besser als direkte taggeldzahlungen zwischen staat und schule, da in dem fall nicht direkt den unteren einkommen geholfen wird, sondern einfach die gebuehren selber hoffentlich dank subvention gesenkt.

        es ist also umgekehrt als was sie sagen, Winnie. die begueterten subventionieren ein system, das sie nicht beanspruchen.

        privater gewinn wird oft indierkt ueber steuern ’sunventioniert‘. so taetigt ein staat oft imvestitionen in die infrastruktur und erst diese infrastruktur ermoeglicht erst, unternehmen zu gruenden.

        oder: 70% des US-BIP wird von kleinunternehmen erbracht. dazu gibt es die small business administration, die solchen unternehmen zinsverguenstigte dahrlehen bereitstellt oder als alternative ein dahrlehen bei einer privaten institution garantiert.

      • Henri sagt:

        Ich bin grundsätzlich gegen die freie Schulwahl – sie würde dafür sorgen, dass ländliche Kreise und bestimmte Stadtkreise sehr schlechte Schulen haben, in welchen nur noch die Unterschicht verkehren würde.

        Ich bestehe darauf, dass die Kinder meiner Kinder (altesmässig gesehen) eine ebenso gute Volkssschule besuchen können wie ich das konnte.

        Um das zu erreichen, muss man aber einfach mal aufhören, die Schule zu Tode zu reformieren: all der Mist, dh. Früh-Englisch, Früh-weiss-ich-was, all das muss abgestellt werden, und die Leher sollten vor allem wieder Lehrer sein, und nix anderes, mit normalen Arbeitszeiten, normalen Salären – pro Jahr 1 Elternabend, der Rest der Zeit sollen sie unterrichten, und basta.

        Klingt rabiat, aber ein Automech soll ja auch Autos reparieren und nicht noch zugleich Verkäufer und Sachbearbeiter (Administration) sein – warum also müssen Lehrer alles zugleich sein (die berühmte eierlegende Wollmilchsau)?

      • Martin Gutknecht sagt:

        @Henri

        Ich wäre mit Ihrer Radikal-Reduktion auf die Kernkompetenzen einverstanden, wenn nicht:

        Die kantonalen Erziehungsdirektionen von einem überbordenden Schwachsinns-Bürokraten-Apparat beherrscht würden. Diese geschützen Werkstätten für akademisch gebildete Besserwisser und für ausrangierte Lehrer müssen ihre Existenz rechtfertigen.

        Sogar eine solche Radikal-Reduktion täten die mit Formularen, Reglementen, Evaluationen, Modellschulen, obligatorischen Lehrersitzungen und -weiterbildungen, Spezial-Lehrstühlen an den pädagogischen Hochschulen auskosten.

        Der einzige Weg, schlanke, den Bedürfnissen angepasste Strukturen zu schaffen, sind die Privatschulen. In der Realität setzen sich alle Eltern, die das nur irgendwie können von den öffentlichen Schulen ab. So schicken nahezu flächendeckend die rot-grünen Erziehungsdirektorinnen ihre Kinder in die Privatschulen. Einzige mir bekannte Ausnahme ist der grüne Erziehungsdirektor des Kantons Bern, der ist bekennender Schwuler und hat keinen Nachwuchs.

        Das wird insbesondere in Quartieren mit Fürsorgeabhängigen besonders krass, die SP wählen und ihre Kinder in die Rudolf-Steiner-Schule schicken und das Schulgeld mit Schwarzarbeit bezahlen. Das heisst dort „Elternarbeit“ oder so. Lismen und Tortenbacken für den Basar ist Schwarzarbeit, Steuerhinterziehung und Sozialhilfebetrug.

        Einen Weg zurück gibt es nicht mehr. Die Volksschule ist auf dem Abstellgleis. Die Eltern werden sich weigern, für diesen Mist Steuern zu zahlen und werden in der einen oder anderen Form die staatliche Finanzierung der Privatschulen durchsetzen. Das ist eine Frage von 10 bis 15 Jahren.

        Im Kanton Bern geht der Vorwurf auch han die SVP Parlamentarier, die 10 Jahre lang desinteressiert jeden Mist im Grossrat durchgenickt haben.

      • Brunhild Steiner sagt:

        @Henri: bin mit fast allem absolut einverstanden!!!
        Kommt noch dazu, dass gerade in grösseren Gebieten auch darauf geachtet werden muss, dass in einem Schulhauseinzugsgebiet die verschiedensten Schichten leben können, und sich nicht rein vom Wohnort her ein höheres oder tieferes Ghetto entwickelt.
        Denn das ist unsere riesen Chance für ein funktionierendes Zusammenleben, dass unsere Kinder nicht von Beginn weg in komplett unterschiedlichen Kreisen aufwachsen, ohne die geringste Erfahrung von anderen Lebensrealitäten.

      • Katharina sagt:

        @Henri: „Ich bin grundsätzlich gegen die freie Schulwahl “ das gibt Ihnen nicht das Recht, mir mein Recht auf freie Schulwahl abzusprechen.

        Zudem ist die Realität eben genau so, dass bestimmte Stadtkreise sehr schlechte Schulen haben, in welchen nur noch die Unterschicht verkehrt. Was Sie sich wünschen oder eben anderen aufzwingen wollen ist so etwa folgendes ECHTES Szenario:

        Sagen wir mal sie sind obere mittelklasse (wie Sie früher gesagt haben, besitzen Sie einige Mietobjekte).

        Per Dekret der Schulverwaltung müssen ihre Kinder nun ins Schulhaus ‚Huerecool’ in Ghettikon ob der Limmat.

        Der Schulbus holt ihre Kleinen um 6:30 vor ihrem Haus ab.
        um 6:45 hat der Oberbulli den Schulranzen schon verschlissen und das Znüni ihrer kleinen behändigt. Das Sackgeld für den Tag hat er auch schon. Ist ja dieselbe Routine wie jeden Morgen, aber Ihre kleinen sagen Ihnen das aus Angst nicht.
        um 7:00 fährt der Schulbus im Quartier „Unter – den – grünen – Küchenschaben“ ein.
        Es erfolgt das übliche Steinewerfen und Fingerzeigen gegen den Bus.

        7:05 anstehen beim Schuleingang.
        7:25 ihre kleinen schaffen es durch den Metalldetektor – unbeschadet.

        7:45 die Durchsuchung des Schulranzens und die Leibesvisitation ist beendet.
        8:00 der Rektor betritt das Klassenzimmer und sagt der Lehrer hätte es nicht geschafft, weil sein Auto im Quartier „Auch Sprayer bekommen ein Happy Ending“ demoliert wurde. Die Klasse werde zwecks Zeugeneinvernahme festgehalten

        So etwa.

        Sie wollen also erzwingen, dass Kinder einer solchen disfunktionalen Umgebung ausgesetzt werden.

      • Katharina sagt:

        @Brunhild: „Kommt noch dazu, dass gerade in größeren Gebieten auch darauf geachtet werden muss, dass in einem Schulhauseinzugsgebiet die verschiedensten Schichten leben können“

        Wie wollen Sie verhindern, dass ein Quartier nicht ein Abbild der Einkommensgruppen ist?
        Zollikon als Teil der Zürcher Agglomeration ist fast ausschließlich von hohen Einkommen bewohnt. die Innenstadt (Kreise 4 und 5) lange nur von tieferen Einkommen.
        Das war doch immer schon so und hat sich wegen der Vergrößerung der Stadt nur etwas klarer herauskristallisiert. Wenn Szenarien wie oben skizziert nicht früh Einhalt geboten wird, verstärkt sich diese Tendenz, weil Leute es schlicht und einfach nicht akzeptieren, wenn die innere Sicherheit nicht mehr gewährleistet ist – oder eben Bullying und Bandentum unter den Schülern überhand nimmt.

        Entgegengewirkt könnte etwa über eine Kontrolle der Grundstückspreise und/oder eine Regulierung der Mieten.
        Oder über eine Zonierung, die gemischte Nutzung (Kleingewerbe/Wohnzone als Beispiel) vorsieht.
        Oder über eine Zonierung, die Quoten über die Eigentumsform vorschreibt, also als Beispiel 20% direktes Eigentum zu Eigenbedarf, 20% Genossenschaften, 20% Investorengruppen (z.B. Pensionskassen), 20% private Investoren, 20% öffentliche Gebietskörperschaft.

        Die staatliche Kontrolle der Grundstückspreise würde de facto Sozialismus einführen.

      • Brunhild Steiner sagt:

        @Katharina:
        „Wie wollen Sie verhindern, dass ein Quartier nicht ein Abbild der Einkommensgruppen ist?“
        unter anderem genau so:

        „Entgegengewirkt könnte etwa über eine Kontrolle der Grundstückspreise und/oder eine Regulierung der Mieten.
        Oder über eine Zonierung, die gemischte Nutzung (Kleingewerbe/Wohnzone als Beispiel) vorsieht.
        Oder über eine Zonierung, die Quoten über die Eigentumsform vorschreibt, also als Beispiel 20% direktes Eigentum zu Eigenbedarf, 20% Genossenschaften, 20% Investorengruppen (z.B. Pensionskassen), 20% private Investoren, 20% öffentliche Gebietskörperschaft.“

        „Die staatliche Kontrolle der Grundstückspreise würde de facto Sozialismus einführen.“
        Immer noch besser als das schleichende Geräumtwerden der durchschnittlichen Mietwohnungen, und dadurch Umgestaltung ganzer Quartiere welche bisher sehr gut in sich funktioniert haben mit Nachbarschaftshilfe etc., denn die Neuzüger sind dann oft Menschen die nach einer absehbaren Zeit wieder weiterziehen und sich deshalb schon gar nicht vor Ort mit Hand und Herz einleben, oder auch nicht dran interessiert, weil sie sich all die Leistungen (einer Nachbarschaftshilfe etc.) auch locker einkaufen können.

      • Henri sagt:

        Katharina, 28. August 2010 um 15:55

        Ich bin dennoch gegen die freie Schulwahl – auch wenn ich Sie und Ihre Freiheit damit beeinträchtige (meines Erachtens wiegt Ihre Freiheit bedeutend weniger als das Wohl unseres Schulsystems. Ich war mir übrigend gar nicht bewusst, welche Macht alleine meine Worte haben …..)

        Im übrigen stamme ich aus der klassischen Unterschicht des Industriequartiers: Vater Lagerist, Mutter Putzfrau, permanent zuwenig Geld, es reichte für vieles nicht.
        Meine Karriere war Kindergarten, Primarschule, Sekundarschule, insgesamt eine Klasse wiederholt, dann Lehre, Weiterbildung, und heute bin ich gemäss Ihrem messerscharfen Schluss Grossgrundbesitzer.

        Ob ich das jetzt bin oder nicht, ich verdanke den gesamten Grundstock meiner Ausbildung der Volksschule und einigen sehr guten (und mit mir sehr geduldigen, aber auch strengen) Lehrerinnen und Lehrern.

        Meine Eltern könnten mich (auf das heutige finanzielle Umfeld transformiert) heutzutage niemals in eine Privatschule schicken – ich würde in der lokalen, dannzumal vermutlich qualitativ sehr schlechten Schule verbleiben müssen.

        Aber es macht auch keinen Sinn, dass alle Eltern bei freier Schulwahl ihre Kinder in die öffentliche Schule XY senden wollen, welche (so dann die Latrinenparole) die beste aller besten öffentlichen Schulen wäre – so ein Humbug.

        Und die Mütter dürften dann die Kinder noch mehr in der Weltgeschichte herumkarren – aus dem Ort A zur Schule B im Ort C, dann später in den Sportklub D im Ort E? Oder sollen sie dazu dann den ÖV nehmen …..

        So oder so: Schwachsinn hoch 3!

      • Henri sagt:

        Brunhild Steiner 28. August 2010 um 18:52

        Schade, schade – einen Moment war es ein gutes Gefühl, mit Ihnen einer Meinung zu sein …… wie gewonnen, so zerronnen ….

        Ich sehe das ganz anders.

        – Es gibt kein Menschenrecht, an einem bestimmten Ort zu wohnen, beispielsweise in der Stadt
        .
        – Es ist der bare Unsinn, immer mehr Arbeitsplätze in der Stadt zu konzentrieren – die Raumplanung versagt hier vollkommen – was meinen Sie, wird geschehen, wenn beispielsweise der unsägliche Prime-Tower an der Hardbrücke sein Büro’s öffnet? Wieviele Arbeitsplätze und damit Pendler werden damit generiert (bei 40’000m2 Mietfläche!)? Bedenken Sie auch: ein Pendler ist bereits, wer in Wollishofen wohnt und in Örlikon arbeitet.

        – Der ÖV ist am Anschlag, er ist zu billig, und er ist eine Umweltsünde sondergleichen – fragen Sie mal diejenigen, welche entlang der Bahnlienien der S-Bahnen wohnen – ein Weiterausbau kommt aus finanziellen Gründen derzeit nicht in Frage, und in der Zukunft wird sich, genau wie bei Strassenausbauten, immer mehr Widerstand regen, und das zu recht.
        Im übrigen ist auf der ÖV in der Stadt ein Molog und eine Umweltsünde sondergleichen – schauen Sie sich mal den Bahnhofplatz Richtung See an – bis 4 parallele Tramgleise – eine richtige Industriewüste.

        – Die Konzentration der Menschen in den Städten tut den Menschen nicht gut – sie sind zu nahe aufeinander und werden dabei immer aggressiver – man kann dies in der Stadt Zürich gut beobachten

        – Der einzig nachhaltige Weg ist die Dekonzentration, dh. Auslagerung von Arbeitsplätzen in die Region, in andere (noch kleinere) Zentren, und ein Umbau des ÖV, sodass nicht alle Wege nach Zürich führen (wir enden sonst in einer zentralistischen Infrastruktur a la France), sondern dann die regionalen Zentren besser untereinander vernetzt werden, sodass die Leute wieder in der Nähe ihres Arbeitsortes wohnen können.

        Gruss vom Lande, wo noch Raum ist,
        und die Leute auch bemerken, dass ich noch lebe.

      • Katharina sagt:

        @Henri 28. August 2010 um 19:05:

        „Ich bin dennoch gegen die freie Schulwahl “ – können Sie sein, es berechtigt Sie nicht, meine durch die Verfassung garantierten Rechte streitig zu machen, das war mein Argument.

        „So oder so: Schwachsinn hoch 3!“

        Das von mir skizzierte Szenario entspricht der Wirklichkeit. solcher Unsinn entstand eben durch Affirmative Action und Schüler wurden meilenweit umhergekarrt. Affirmative Action ist in etwa was nun in Ihrem Land mit den Integrations-Übungen in den Schulen anfängt. mit genau dem Effekt, den ich schon beschrieb, nämlich dass das Gegenteil passiert und die Leute wegziehen bzw. ihre Kinder in Privatschulen senden. Wenn Sie für eine Ein-System Volksschule plädieren, dann müssen sie sicherstellen, dass die innere Sicherheit gewährt bleibt. Ist diese nicht mehr garantiert, dann ist es unzumutbar, Kinder in ein solches Umfeld zu zwingen.

        die Situation mit den Sicherheitskontrollen ist Tatsache in jeder Inner City in meinem Land. Was ich hier über die Sitation von Gewalt und Bandentum in Schweizer Schulen lese, lässt mich vermuten, dass Ihr Land ein zwei Jahre von dem entfernt ist, oder anders gesagt die Situation auch nicht mehr im Griff hat.

        „Meine Eltern könnten mich (auf das heutige finanzielle Umfeld transformiert) heutzutage niemals in eine Privatschule schicken“

        Genau deshalb beschrieb ich das System der Voucher, das eben auch niedrigeren Einkommen DIREKT unter die Arme greift, damit deren Recht auf freie Schulwahl garantiert bleibt.
        DIREKT, nicht über „staatliche Taggelder für …Privatschulen“ als Subventionen im Gießkannenverfahren.

        „“bei freier Schulwahl ihre Kinder in die öffentliche Schule XY “ – da unterschlagen Sie einen Hauptaspekt: Denn es geht mehr um private Schulen gegenüber öffentlichen Schulen. Die Wahlfreiheit zwischen öffentlichen Schulen ist doch so: die Eltern ziehen in das Schulbezirk um, wo die Schulen besser sind. Ist heutige Tatsache und bewirkt genau das, was Brunhild kritisiert: nämlich die Entmischung der Quartiere.

        Sie reden davon, wie zu Ihrer Schulzeit die Volksschule Ihnen das mitgab, was Ihnen zu einem erfolgreichen Leben verhalf. Ich entgegne dem, dass in der Zeit damals die Schweizer Gesellschaft weitaus homogener war als heute. In einer homogenen Gesellschaft sind meine Überlegungen etwas müßig. Es ist nun aber so, dass einerseits die Gesellschaft weitaus heterogener geworden ist und andererseits wegen falsch verstandener Integrations-Bemühungen die Situation so ist, dass in den Klassenzimmer nun Schüler sitzen, die der Orts-Sprache dermaßen unmächtig sind, dass ein Unterricht in einem angemessenen Tempo und Lern-Fortschritt für die Mehrheit der Schüler, die der der Orts-Sprache mächtig sind, nicht mehr gewährleistet ist.

        „So oder so: Schwachsinn hoch 3!“ ist ein unsachliches Argument – auch wenn auf dem Etikett Katharina und Amerikanisch steht. Was ich hier Beitragen kann, ist eben durch die Schilderungen zu zeigen, was in Extremo geschehen kann – und wird. Die Trends sind unübersehbar, auch wenn das Schweizer und das US System große Unterschiede hat.

        Etwas Off-Topic: In Ihrem Land scheint es so zu sein, dass zwar nachgeschaut wird, was hier geschieht, dann aber werden die gleichen Rezepte kopiert, ohne die hier inzwischen erfahrenen Fehler zu berücksichtigen – aus dem Trugschluss heraus, die Systeme seien derart verschieden, dass die Fehler gar nicht auftreten können. Das Resultat war aber immer etwa das gleiche. So etwa affirmative Action, das 40 Jahre zurückliegt und dessen Fehler immer noch wirken.
        Anderes Beispiel ist sozialer Wohnbau, der die Gettoisierung verstärkte. Neuere Maßnahmen – so etwa die rechtlich relativ einfach und vor allem sehr lokalisiert einführbaren Maßnahmen des Zonenplans (z.b mixed/dual use) die hier Erfolg hatten, scheinen bei euch ignoriert zu werden. Generell scheint das Schweizer Geschäftsklima gegen Kleinunternehmer zu sein. Kleinunternehmer und dual/mixed use scheinen ein gutes Duett gegen Suburbanisierung mit langen Arbeitswegen in Hochturm Büro und Fabrikgettos zu sein, die abends dann mangels Bewohner unsicher werden.

        Merke: die glitzernde Skyline von Manhattan kopieren heißt auch, die Probleme kopieren.

      • Brunhild Steiner sagt:

        @Henri:
        „Schade, schade – einen Moment war es ein gutes Gefühl, mit Ihnen einer Meinung zu sein ……
        wie gewonnen, so zerronnen ….“
        ja, ja… so gehts mir mit Ihnen ja auch…;-), bin trotzdem sehr erfreut dass Sie wieder dabei sind

        „- Es gibt kein Menschenrecht, an einem bestimmten Ort zu wohnen, beispielsweise in der Stadt“
        nun ja, diese Diskussion wurde schon andernorts heftig geführt,
        es ist vielleicht kein Recht im harten Wortsinn, aber ich gewichte Verwurzelung und Beziehungen, welche sich dann auch positiv auf die Gesamtgesellschaft auswirken, viel höher.

        „- Es ist der bare Unsinn, immer mehr Arbeitsplätze in der Stadt zu konzentrieren…“
        Klar ist es das, und noch mehr Unsinn finde ich es, wenn sich grosse Unternehmungen quer durch die Schweiz verlagern und es von ihren Arbeitnehmern als selbstverständlich erachten, dass diese dann entweder lange Pendlerzeiten auf sich nehmen (sehr positiv fürs Familienleben und allfälligem Sozialengagement am Wohnort) oder gleich die privaten Zelte mitabbrechen.

        „- Der ÖV ist am Anschlag, er ist zu billig, und er ist eine Umweltsünde sondergleichen –“
        für diejenigen, die obengenannte Entscheidungen einfach schlucken müssen, trotz Arbeitssuche in der Nähe keine Alternative finden, für die ist er nicht zu billig!

        „- Die Konzentration der Menschen in den Städten tut den Menschen nicht gut – sie sind zu nahe aufeinander und werden dabei immer aggressiver – man kann dies in der Stadt Zürich gut beobachten“
        deshalb sollte das Quartierleben viel höher gewichtet werden, inklusive der Faktoren die zu einem ausgewogenen Verhältnis führen! Diejenigen welche uns die Aggressionen bringen sind ua auch hereinpendelndes Freizeitpublikum… und die Motorisierten am Morgen und Abend… . (Ich weiss, es gibt auch friedfertige Exemplare)

        „- Der einzig nachhaltige Weg ist die Dekonzentration, dh. Auslagerung von Arbeitsplätzen in die Region,“
        und dann pendlets einfach umgekehrt falls dort Stadtzürcher arbeiten? Aber ich wär einverstanden damit, dass z.Bsp. gar nicht mehr soviel Bürofläche angeboten werden dürfte, sondern die in Planung befindlichen in die Region müssten.

        „Gruss vom Lande, wo noch Raum ist,
        und die Leute auch bemerken, dass ich noch lebe.“
        Das freut mich sehr für Sie! Gottseidank leb ich in einem Haus wo ebenfalls „am Menschen Interessierte“ wohnen, ein Schicksal des Vergammelns sollte mir ebenso nicht drohen…;-)

      • Katharina sagt:

        @Brunhild Steiner 28. August 2010 um 18:52: Ich meinte, dass ich alle vorgeschlagenen Maßnahmen als vernünftig sehe – außer der direkten Kontrolle der Grundstückspreise. Sozialismus ist vielleicht ein übertriebenes Wort, denn der Besitz des Grundstückes selber wird ja nicht dem Staat übergeben – was bei Sozialismus der Fall wäre.

        ein Marktspiel der Grundstückspreise kann eben, so wie jetzt, auch vorteilhaft sein, indem die gegenwärtigen Preise (in den USA) etwa 20% unter dem Wert sind.

        mir kam da eine Idee, denn ich vermute Dein anliegen ist nicht, dass irgendeine Stadtkommission sagt, der Katharina ihre Klapse soll jetzt nur noch 500 pro m2 sein, sondern dass der Spekulation als Preistreiber für Grundstücke ein Riegel geschoben wird.

        Das würde ich über die Kapitalgewinnsteuer machen:

        Ist Grundeigentum NICHT für Eigenbedarf, dann wird bei Verkauf eine Steuer auf den Gewinn erhoben. diese Steuer wird progressiv berechnet. dabei würde von einem langjährigen durchschnittlichen Preisanstieg (USA: 7 – 10 %) pro Jahr ausgegangen. es würde die Investitionsdauer mitberücksichtigt und je kürzer, desto höher die Progression, bzw. je länger je tiefer der Steuersatz. damit würden langfristige Investoren bevorzugt und schnelllebige ‚houes-flip’ investoren durch höhere Besteuerung abgebremst.
        Das hätte auch den Vorteil, dass Boom-Jahre wegen höheren Gewinnen etwas stärker besteuert würden und sich solche Effekte damit dämpfen.

        Oder eben, die Zonenvorschrift dahin erweitern, dass die Gesellschaftsformen für Grundeigentum über Quoten geregelt werden – in der Annahme, dass die juristische Form der Eignergesellschaft Einfluss auf die Mietpreise hat, da denke ich konkret an Genossenschaften und formen, wo die Miete dem Prinzip ‚rent to own’ folgt, also ein Anteil der Miete als Kapital-Rückzahlung verwendet wird und somit ein langjähriger Mieter Eigentümer wird.

        Falls Mieten an die Hypothekarzinse gekoppelt sind (weiß nicht ob das bei Euch so ist), dann müsste eine Zinssenkung zwingend auf die Miete überschlagen werden, genau wie eine Erhöhung mit Zinserhöhung gerechtfertigt wird. Eine solche Koppelung würde eigentlich auch nur zulässig sein, wenn auf der Liegenschaft tatsächlich eine Hypothek ist.

      • Katharina sagt:

        „Es gibt kein Menschenrecht, an einem bestimmten Ort zu wohnen“ -doch das recht gibt es. meines wissens ist in der schweizer bundesverfassung festgehalten, dass jede/r buerger/in das recht hat, den wohnsitz frei zu waehlen.
        ob dies in der menshcnerechtskonvention auch so drim steht, weis ich nicht. zumindest nach schweizer verfasung ist es aber ein grundrecht.

        so koennte eigentlich argumentiert werden, dass gewisse entwicklungen im immobilienmarkt (z.B. die vertreibung von alteingesessenen ueber die grundstueckspreise und den daraus folgenden eigentumssteuern) schon eine verletzung dieses grundrechts sind. ditto die ’nach marktpreisen‘ erhoehten mieten von langjaehrigen mietern, die wahrscheinlich den anteil der kapitalamortisation ihres woehnigli schon laengst abgegolten.

        hmm. interessanter gedanke…vieleicht liest hier ein anwalt mit und hat so ideen fuer den naechsten mieterrechte streitfall.

      • Brunhild Steiner sagt:

        Zur Abwechslung läuft mal der Wohnungs/Geschäftsmarkt- und nicht der Geschlechterkrieg 😉
        Mir gefällt eine sehr restriktive Zonenordnung, welche auch diverse Mietlimiten pro Strassenzug/Quartier vorsetzen würde. Nicht nur die alteingesessenen Wohnungsmieter werden vertrieben, auch die KMU’s und dadurch verändert sich langfristig eine ganze Stadt. Wir leben hier auf begrenztem Raum, auch die Stadt kann nicht uferlos wachsen. Ich finde es sehr wichtig, dass die nicht so Zahlungskräftigen (und das sind nicht einfach nur die Ausländer! Da hat es mehr von unseren Landsleuten dabei als wir vielleicht denken) einfach an den Rand, oder darüber hinaus, weggespült werden. Zürich als Klein-Manhatten, da kommt mir grad das z’morge hoch.
        Das Recht auf freien Wohnsitz wird schon lange durch die Mietentwicklung in einem nicht mehr gesunden Ausmass beschnitten.

      • Pippi Langstrumpf sagt:

        @Brunhild

        Das sehe ich leider auch so, überall sind die Mieten steigend, aber in den Städten explodieren sie geradezu. Die Miete in der Stadt könnte ich mir momentan gar nicht leisten, auch wenn ich die Kosten für das Pendeln dazurechne, komme ich in der weiteren Agglomeration immer noch günstiger weg. Ausserdem ist es mittlerweile sehr komfortabel, grosszügigste Einkaufsmöglichkeiten direkt vor der Tür, da sind die Wege in der Stadt bedeutend weiter.

      • Brunhild Steiner sagt:

        @Pippi Langstrumpf: dann setz ich mich nun neben Sie in Schützengraben
        und geniesse die gefechtsfreie Pause, schönen Sonntag! 😉

      • Pippi Langstrumpf sagt:

        Danke, gleichfalls, Brunhilde…..

      • @Brunhild Steiner

        Sie haben etwas wesentliches Übersehen: Die grössten Immobilienbesitzer in der Schweiz sind die Pensionskassen. Dieser Wahnsinn wurde vor 20 Jahren von den Gewerkschaften erzwängt gegen sämtliche Warnungen. Einerseits ist es nämlich so, dass die Pensionskassen immer mehr Geld in Immobilien anlegen müssen und so die Preise in die Höhe treiben. Andererseits haben wir noch das dreckig billige Geld bei den Hypotheken, die zusätzlich den Kauf von Immobilien anheizen.

        Mit den hohen Miete bezahlen Sie die überhöhten Renten der Pensionäre. Wer daran etwas ändern will bekommt ein weiteres mal von den Pensionskassen aufs Dach, weil die dann von „Rentenklau“ schwafeln.

        Man merke: Das Linke Gesindel, die Gewerkschaften und die SP schüren künstlich die Konflikte in der Schweiz. Ziel ist, die Gesellschaft zu destabilisieren und die Schweizer in die sozialistische Internationale zu prügeln.

      • Katharina sagt:

        @Brunhild

        „Zürich als Klein-Manhatten, da kommt mir grad das Z’Morge hoch.“
        Also das wollte ich dann nicht.

        Ich sagte ja wenn die Zürcher jetzt nach Jahrzehnten einer eher dörflichen Baupolitik auf Metropolitan machen mit ‚Millionen Zürich“, alles in englisch benamsen und sogar in Oerlikon ein World Trade Center haben müssen, dann kopieren sie eben nicht nur den Glitz, sondern auch die Probleme. Es gibt auf dem Hoenggerberg ein Institut für Städteplanung, das ganze Archive über das Thema hat. da sind diverse Fehlplanungen gut dokumentiert, auch, welche politischen Maßnahmen Erfolg hatten und welche nicht. Also entweder schielen nun die Zürcher Stadtplaner an dem vorbei oder das Institut ist nichts wert. Ich wette eher auf das daran vorbei schielen.
        New York ist meines Erachtens auch nicht ein Vorbild, sondern eher abschreckende Ikone.

        „Zur Abwechslung läuft mal der Wohnungs/Geschäftsmarkt- und nicht der Geschlechterkrieg“
        Wirklich?

        So wie ich es lese, sind wir darin einig, dass ein Problem besteht.
        wir sind uns auch einig, dass eine gemischte Nutzung und die Präsenz von kleinen und mittleren Betrieben in einem Quartier die Lebensqualität fördert und der sozialen Ausgrenzung über die Mietpreise entgegenwirkt.
        Wir sind und auch darüber einig, dass Spekulation eine treibende Kraft ist, die die Mietpreise in die Höhe treibt.
        ich nehme auch an, dass wir einig sind, dass das schweizerische Umfeld KMU’s nicht zuträglich ist – einerseits wegen der zu hohen Mieten, andererseits auch wegen der Art und Weise, wie Geschäftskredite an Kleinunternehmer (nicht) vergeben werden.

        Fragt sich nun, wie dem bestehenden Trend entgegengewirkt werden kann.

        Wegen der Spekulation kam ich auf die Idee, dem über die Kapitalgewinnsteuer entgegen zu wirken. Das würde bedeuten, dass zwar private Investoren nicht außen vor gehalten werden, aber exzessives spekulieren über die Progression beschränkt wird. einerseits indem ein weit über dem langjährigen durchschnitt liegender Spekulationsgewinn aus An/Verkauf straf besteuert wird, andererseits indem langjähriges Investieren steuerlich belohnt wird. Theoretisch könnte so weit gegangen werden, dass Spekulation vollkommen unterbunden wird, in dem Verkaufspreise jenseits des langjährigen mittleren Preisanstiegs nicht erlaubt wären. Dies würde heißen, dass die preise vollständig von Angebot/Nachfrage entkoppelt wären und mehr oder weniger nur noch kostenbasierend gebildet werden. Mein Vorschlag geht eher in Richtung Dämpfung, und zwar so, dass die Steuersätze dynamisch anpassbar sind. Sprich die Bremse fester oder lockerer zu haben, um über diese Maßnahme kapital einfließen lassen zu können falls nötig oder eben wieder fester anzuziehen.

        Dies sind Maßnahmen, die aus der heutigen Situation heraus machbar sind. Es gibt schon Besteuerung auf Immobilien-Verkäufe. Meine Idee ist, statt der heutigen flat rate eine progressive Besteuerung einzuführen.
        Weiter gibt es schon Zonenpläne. Das bedeutet, dass die Gebietskörperschaft das rechtliche Instrument zur Gestaltung der Quartiere schon hat. Weiter ist es so, dass Zonenpläne periodisch angepasst werden. Dazu gibt es also auch schon die gesetzlich verankerten Prozesse. Änderungen dazu sind einfacher einzuführen als neue gesetzliche Instrumente.

        Meine andere Idee, die form des Eigentums zu durchmischen kam mir, weil ich davon ausgehe, dass die rechtliche form der Eigentumspartei einen Einfluss auf die Kauf- oder Mietkosten hat. Wird über eine Quotenregelung bewirkt, dass in einem Quartier eine Durchmischung dieser Eigentumsformen erfolgt, ergibt sich eine Durchmischung der sozialen Schichten – genau was hier als Situation der Schweiz in früheren Jahren beschrieben und als positiv bewertet wurde.

        Du sagst, direkte Kontrolle der Mietpreise über den Zonenplan würde nützen: „Mir gefällt eine sehr restriktive Zonenordnung, welche auch diverse Mietlimiten pro Straßenzug/Quartier vorsetzen würde.“
        Das hieße doch folgendes: nehmen wir eine Wohnung von 90 m2 , also etwa eine drei- bis vier Zimmer-Wohnung. Sagen wir eine Miete von 2000 / Monat ist für ein solches Objekt in Zürich günstig. (ich weiß es nicht). Das ergibt 22 Franken pro Monat und m2.

        Der Zonenplan würde also vorschreiben, dass die Mieten für die Straße, wo das Objekt steht, 22 CHF/Mt plus die vom Statistikamt jährlich festgelegte Teuerungsrate pro Jahr seit Festsetzung nicht überschreiten dürfen. Das bewirkte eine Homogenisierung der Anwohner, nicht eine Durchmischung. – außer der Preis würde direkt pro Liegenschaft festgesetzt. Dies wiederum wäre sehr aufwendig. So ist doch etwa, auf welchem Stockwerk eine Wohnung ist, in der Miete reflektiert. Oder Nord- / Südseite usw. all das müsste in so eine Verordnung rein. Außer ich verstehe deine Idee falsch.

        Diese Lösung setzt auch nicht direkt am wahren Problem an: den Kosten. Diese ergeben sich aus den Bodenpreisen, den Baukosten und später aus Angebot/Nachfrage.
        Sie ergeben sich auch aus spekulativen Investitionen:
        So werden etwa billige Objekte aufgekauft, dann an prominenter Stelle ein Projekt gebaut/renoviert, um die Attraktivität zu steigern, dadurch die Nachfrage erhöht und das Projekt inkl. die restlichen Objekte mit höherem Preis dann abgestoßen.
        Ein anders Beispiel sind die als Sanierungen / Renovationen getarnten Luxus-Upgrades.

        Mein Vorschlag setzt eben gerade dort an, indem solcher Preistreiberei der Riegel geschoben wird.

        Für Mieten sehe ich ein rein kostenbasiertes Modell. D.h. dem Vermieter wird vorgeschrieben, dass nur die effektiven Kosten auf die Miete abgewälzt werden. D.h. auch, dass die effektiven Kapitalkosten aus der konkreten Hypothek auf dem Objekt einfließen, nicht ein von einer Staatsbank jährlich festgelegter Hypozins, der dann alle Mieten beeinflusst. Für den Eigenkapitaleinsatz des Vermieters erfolgt dann der ortsübliche Hypozins als Zuschlag auf die Miete.

        Was kann weiter getan werden?

        Vergabe von Land im Baurecht statt Verkauf.
        Wird Land verkauft, zieht wieder die Regelung über die Gewinnsteuer.
        Grundsätzlich evt. eine Begrenzung der Handänderungen / Zeiteinheit. Z.B. Handänderungen nur alle zwei Jahre oder länger.

        Förderungsmassnahmen für Wohneigentum zum Eigenbedarf. Die Idee dahinter ist, dass Leute meist zu dingen die sie besitzen mehr sorge tragen als zu gemieteten/entlehnten Sachen.
        Eine Idee da, eine Mietform, wo die Kapital-Rückzahlung Teil der Miete ist und damit über die Zeit das Mietobjekt Besitztum des Mieters wird. Dies fördert Langzeit-Anwohner. Dasselbe dann für Betriebe.

        Förderungsmassnahmen, um Kleinbetriebe wieder in Quartieren anzusiedeln. Da sehe ich Staatsgarantien für Geschäftskredite und einen Steuervorteil für Vermieter von Betriebs-Lokalitäten.

      • Brunhild Steiner sagt:

        @Katharina: die Kampfaussage bezog sich mehr allgemein auf den Mietschlagabtausch, keine Sorge, hab Dich schon richtig verstanden…;-)
        „Mir gefällt eine sehr restriktive Zonenordnung“ hab ich eigentlich im Sinn von „alles was das nun herrschende Ver-luxus-sieren (trotz schon existierenden Zonenplänen) stoppen kann, ist mir recht.
        Wärst Du hier eine Mieterverbandpolitikerin, meine Stimme hättest Du…, guten Tag noch, hier beginnt die Nacht.

      • Katharina sagt:

        „guten Tag noch, hier beginnt die Nacht.“ ich hab es gesehen. Das Abendrot scheint es dem rotlinks Terminator angetan zu haben. Sternenklaren Nachthimmel mit ein paar zünfigen Blitzen wünsche ich 🙂

      • Brunhild Steiner sagt:

        @MG: mag sein, aber im privaten Wohnungswesen finde ich zur Genüge Private/normale Wohnungsverwaltungsfirmen die den eigenen Über-profit im Visier haben, deshalb teuer verkaufen oder luxussanieren und die Quartierveränderungen vorantreiben.
        Das ewige rechts-links find ich genauso ermüdend wie das Mann gegen Frau und umgekehrt.
        Als ob sich die Bürgerlichen/Rechten in der Mehrheit für ein gutes und gerechtes Mieterschutzgesetz in der Vergangenheit eingesetzt hätten oder heute würden! … .

  • Tom sagt:

    Hallo Herr Heinzer

    Lehrer sind „Führungskräfte“ mit 30 Unterstellten (bei 21 Kindern in der durchschnittlichen Klasse). Also wollen sie so viel wie der Chef von meinem Chef.

  • Tom sagt:

    Ich habe gerade die Liste der freien Tage der lehrer bekommen und muss suchen wie ich meine Drei Grazien unterbringe, weil Weiterbildung wie es scheint nur in der Schulzeit geht.

    • primarlehrerin sagt:

      @Tom: Die Weiterbildung der Lehrpersonen findet nur zur Hälfte während der Schulzeit statt. An meiner Schule sind jeweils bereits in der letzten Sommerferienwoche obligatorische Teamweiterbildungen.

    • Juri sagt:

      Das sind die Fakten, für die ewiggestrigen Besserwisser:

      § 3 Recht und Pflicht

      1 Die Weiterbildung gehört zu den Rechten und Pflichten jeder Lehrperson.

      2 Sie soll im mehrjährigen Mittel fünf Prozent der Arbeitszeit einer Lehrperson umfassen und je nach Angebot während der Unterrichtszeit oder während der unterrichtsfreien Zeit stattfinden. Die interne Weiterbildung findet ausserhalb der Unterrichtszeit statt.[5]

      Quelle: http://lu.lexspider.com/pdfcontent/497-www_796_4396.2.1.pdf

  • Peter Gysin sagt:

    Die Zerstörung der Volksschule ist in vollem Gange. Die Mächtigen wollen keine Untertanen, die selber denken, sondern Zombies, die sich leicht lenken lassen. Duch die systematische Ausschaltung der demokratischen Strukturen, wird die Schweiz vorsätzlich ihrer Souveränität beraubt. Die Verantwortung dafür tragen die Verwaltungsfunktionäre, welche alle ihren gut bezahlten Job behalten wollen. Sogar von den Bundesrichtern können keine fairen Urteile mehr erwartet werden!

  • Cara Mia sagt:

    P.S. … und dann wird man auch wieder mit Freude Lehrer sein können.

  • Peter Heinzer sagt:

    Also,

    nur damit das Gejammere mal aufhört. Die Volksschule ist heute einiges moderner und besser also noch vor 20 oder 30 Jahren. Abgänger der Volksschule sind in der Regel gut ausgebildet. Dass man sich immer auf die Versager im System fokussiert ist natürlich – gibt ja auch die beste Story ab.

    Zum Lohn. Ein von der PH abgehender Lehrer, sorry, Lehrerin verdient also Anfangslohn ca. 6000 CHF, plus/minus (Primarlehrer). Für eine 24 jährige Person ist das eine schöne Stange Geld und ein guter Einstiegslohn. Vielleicht sollte der Lehrerverband nächstes Mal für seinen Lohnvergleich nicht die Finanzbranche als Benchmark nehmen, sondern die Durchschnittslöhne in den KMU (die, nur so nebenbei mehr als 95% der Schweizer Firmen ausmachen). Bei uns arbeiten Ingenieure mit Fachhochschulabschluss, 15 Jahren Berufserfahrung, führen mehrere Abteilungen und bekommen knapp 7500 CHF.
    Wegen dem Geld sollen die Lehrer wirklich nicht jammern, zumal die Gehälter gerade bei Sek- und Gymnasiallehrern sehr hoch sind im Vergleich zur Privatwirtschaft. Bis jemand heute in der Privatwirtschaft auf ein Gehalt von 10-12’000 CHF/Mt kommt, muss er doch einiges leisten (Finanzbranche ausgenommen) und trägt auch genug Verantwortung.

    Und bitte auch nicht immer Rumjammern von wegen Abnahme des Sozialprestiges der Lehrer. Grundsätzlich liegt das an den Lehrern selbst, dies zu verbessern und jeder Beruf erlebt Änderungen im Prestige. Oder jammern etwa Offsetdrucker, Maurer oder Gärnter wegen einem zu geringen Sozialprestige rum? Es scheint so, wie wenn nach den Bauern und Ärzten jetzt auch noch die Lehrer rumjammern wollen.

      • Peter Heinzer sagt:

        danke für den Link!

        Die gezeigten Löhne von 100’000+ pro Jahr in der Industrie sind aus den Wolken gegriffen. Ich arbeite in einem guten KMU in der Ostschweiz und von ca. 150 Mitarbeitenden haben ca. 5-10 Leute einen Lohn in dieser Grössenordnung. Der Rest, auch mit Fachhochschul – oder sogar Hochschulausbildung ist drunter. Die Zeiten, in denen Akademikern super Löhne gezahlt wurden, v.a. bei Berufseinstieg, sind schon seit 20 Jahren vorbei (Finanzindustrie ausgenommen, mein Lieblingsspruch:)). Bei uns beginnen auch Akademiker, frisch von der Uni oder FH ca. 6000 CHF.
        Ich halte die Untersuchung des Lehrerverbandes für ziemlich gefakt. Aber ist ja auch logisch, sie gehen ja kaum mit einem Papier raus, dass sie verdienstmässig gar nicht mal so schlecht darstellt.

      • Walter sagt:

        Interessant ist, dass auf allen Stufen (Primar-, Sek- Gmylehrer) immer der gleiche Vergleichswert dient. Warum verdienen die Lehrer so unterschiedlich, wenn scheinbar alle die gleiche Funktion haben?

      • Cyril Beritkov sagt:

        Herr Zemp macht einen Fehler, wenn er den Lohn ins Spiel bringt. Es ist die unmögliche Arbeitssituation, die die Leute vertreibt. Jeder redet drein und weiss es besser, Grenzen dürfen keine gesetzt werden, die Ansprüche an einen „guten“ Lehrer sind absurd! Alle Kinder müssen integriert werden, 25 und mehr Schüler wollen individualisiert unterrichtet sein. Und kommt dann ein Lehrer an seine Grenzen, wird ihm schnippisch vorgehalten, es mangle ihm eben an Professionalität. Hier sind die Gründe zu suchen.
        Aber der Lohn ist halt das einfachere und griffigere Argument und Herr Zemp ist letztlich auch nichs anderes als ein Politiker, der in der Öffentlichkeit Entschlossenheit signalisieren will. Sorgfältige Analysen waren noch nie das Ding solcher Leute.

    • Juri sagt:

      Von wegen Einstiegslohn von 6000.- vielleicht nach 10 Jahren Brutto auf der Sek. Stieg 1999 als Primallp ein und verdiente mit 100% 4200.- Netto (Kt. Luzern)

      • urs sagt:

        Vielleicht sollte man auch mal erwähnen, dass bspw. ein Sportlehrer/-in in einer Kantonsschule (ZH), mit 15 Jahren Berufserfahrung ein Gehalt von geschätzten 150‘000.- oder noch höher bezieht. Sollten also die Einstiegslöhne ein Problem darstellen, könnten ja auch masslos übertriebene Spitzensätze (Die Sprossenwand wird ja auch nicht jedes Semester neu erfunden…) umverteilt werden, um „unterbezahlte“ Berufseinsteiger besser zu stellen??

        Traue keiner Studie, die Du nicht selber manipuliert hast….bin absolut einig mit Hr. Heinzer. Würden wir bei PWC eine Studie in Auftrag geben, stünde mit umgekehrten Vorzeichen wohl dasselbe drin….. zu Gunsten Auftraggeber selbstredend.

        Hier noch der Link zur Grundlohntabelle der Lehrer des Kt. ZH (ohne Gymnasien)

        http://www.vsa.zh.ch/content/internet/bi/vsa/de/personelles/Bedingungen/Grundlohn.html

      • lara sagt:

        merci für den link!

        ich bin immer noch sprachlos ab den zahlen…

      • twehrli sagt:

        Der Einstiegslohn ist sicher zu unattraktiv. Der Schlusslohn zu hoch. Jedenfalls im Kt BL.

  • Cara Mia sagt:

    Fangen wir hinten an: warum soll hier ein Umdenken stattfinden? Ich bin zwar Mutter und nicht Lehrerin, aber ich sehe doch an den Besuchstagen, wie man heute unterrichtet, oder besser gesagt, versucht diese Horde einigermassen in Griff zu halten. In den Basisstufen ist es doch bloss noch ein „Beschäftigen“. Die Schüler machen, was sie wollen, und das verwundert ja auch niemanden, denn Konsequenzen hat es nie, und diese Schüler sind eh ganz unten und haben nichts zu verlieren. Perspektive Arbeitsamt. Egal, ob sie Abfall auf den Boden werfen, rauchen mit 12 Jahren, Bier trinken mit 14 – kümmert doch keinen. Ein paar Sozialarbeiter laufen auf der Gasse herum und geben sich eine Riesenmühe und vielleicht erreichen sie den einen oder andern, aber das Gros? Kiffen verboten? Dass ich nicht lache.

    Man labert und redet und ist präventiv bis zum Abwinken. Dabei ist doch eines völlig klar: die Jugend sucht Grenzen, und die schulden wir ihnen. Klar, unmissverständlich und direkt. Diese Grenzen kriegen sie häufig Zuhause nicht mehr, also suchen sie sie draussen. Und da geht es weiter, wie von Hause aus gewohnt: man appelliert und redet und keiner hört doch zu. Es ist sattsam bekannt, dass Jugendliche nur bis zu einem bestimmten Punkt zuhören, ich meine, ich habe mal von 20 Sekunden gehört. Aber man redet hierzulande, so lange, bis sie irgendwie nicken und sagen, jaja, ich höre auf. Dann lässt man sie gehen und sie lachen sich ins Fäustchen und machen weiter.

    Je länger man wartet, desto brutaler müssen die Grenzen ausfallen, denn desto brutaler sind ja auch die Taten, und irgendwann landen die Jugendlichen im Knast, weil es anders nicht geht. Das Sprichwort „wehret den Anfängen“ hat seinen Grund, und wenn man dauernd noch eine und noch eine Chance hat und nichts ausbaden muss – wozu soll man sein Verhalten denn ändern? Schule, Lehrer? Pah!

    Erzieht endlich die Jugendlichen, und hier sind nicht die Eltern gemeint, denn die, die sie nicht erziehen, sind eh nicht in diesem Forum, sondern halt auch die Schulen, die Polizeiorgane, die Jugendarbeiter. Fehlverhalten muss unmittelbare Konsequenzen haben. Respekt, der fehlt, muss anerzogen werden. Je früher, desto besser.

    Dann wird man auch wieder unterrichten können.

    • Anita sagt:

      Grenzen setzen: je früher desto besser? da bin ich auch der meinung

      Aber das heisst, es geschieht schon bevor die Kleinen in den Kindergarten und die Schule kommen.
      Hier sind also meiner Meinung nach in erster Instanz die Eltern gefordert!

      Später auch Lehrer und andere Respektpersonen, aber die können nur einhaken, wenn die Eltern im frühen Kindesalter schon Grenzen gesetzt haben!

      • Cara Mia sagt:

        Natürlich, aber was, wenn gewisse Eltern das halt eben nicht machen? Dann muss die Umgebung die Grenzen setzen, die Nachbarn, die Kindergärtnerin, die Lehrer. Die Allgemeinheit eben, und dort happert es heute. Es hat schon früher unfähige Eltern gegeben, aber haben halt die andern den Kindern den Tarif durchgegeben.

    • Henri sagt:

      Dem ist zuzustimmen.

      Aber, wer A sagt, muss auch B sagen, und das heisst, jemand muss die markigen Worte auch in Taten umsetzen, muss also dafür sorgen, dass (in diesem Fall die Kinder und Jugendlichen) Grenzen erfahren, auch wenn die Eltern heutzutage im Regelfall dazu nicht in der Lage sind.

      Aber wer sollte das sein – die Polizei?
      Wohl kaum.

      Wir alle rundherum?
      Schon eher.

      Nur, dazu müsste in der Gesellschaft ein Konsens darüber vorhanden sein, wie Kinder erzogen werden sollten und wo Grenzen gesetzt werden müssen – und da liegt ja schon der (ungezogene) Hase im Pfeffer!
      Denn wir haben heute leider keinen Konsens mehr darüber, wie Kinder erzogen werden sollen:
      – die einen finden, man könne mit den Kindern alles diskutieren wie mit dem besten Kumpel,
      – andere verwenden die Kinder gleich als Partnerersatz,

      insgesamt aber scheint es doch so zu sein, dass die Eltern sich mehr und mehr vom Urteil der Kinder abhängig machen, ihnen gefallen möchten und sich wünschen, im Urteil ihrer Kinder die besten Eltern zu sein.
      Der Preis dafür ist Willfährigkeit und das permanente Überschreiten der Generationengrenzen (sieht man ja auch exemplarisch daran, dass 40-jährige Eltern so gekleided rumlaufen wie Halbstarke…)

      Kurzum: das Ende der Fahnenstange ist längst nicht erreicht – unsere Gesellschaft wird noch weiter auseinanderklaffen, die Leistungsfähigkeit der kommenden Generation weiter reduziert werden, die Ressourcen, welche unsere Eltern bis 1980 erarbeitet haben, werden weiter verzehrt, bis wir endgültig auf der Stufe eines Drittweltlandes landen werden – parallel dazu wirtschaftlich attakiert vom enorm leistungshungrigen Asien.

      Und dann, aber erst dann, wird unsere Gesellschaft wohl aus ihrem lange währenden süssen Traum erwachen, die Zügel anziehen, das Ruder herumreissen, das Pendel derart in die andere Richtung schwingen lassen, dass es uns allen wieder auch wieder weh tun wird.

      Ich sage jetzt nicht, aus welcher politischen Richtung der süsse Traum stammt – das weiss jeder, der mit eigenen Augen sehen kann – das ist aber auch nicht so entscheidend.
      Wichtig wird sein, dass unsere Gesellschaft irgendwann endlich aufwacht.

  • Martin Frey sagt:

    Wenn ich so den Ton eines Teils der Kommentare verfolge, so ist eines klar: in ein paar Jahren haben wir in der Schweiz einen noch wesentlich höheren Lehrermangel. Man kann wohl keinem einzigen anderen Berufsstand dermassen öffentlich ans Bein pinkeln.

    • Georg sagt:

      Banker? Richter? Strafverteidiger? Beamte? Politiker?

      • Martin Frey sagt:

        Nicht mal Bankern, Richtern, Strafverteidigern, Beamten und Politikern. Einfach deshalb: Es gibt bei diesen Berufen keine Probleme mit immer dringender fehlendem Personal.

  • lara sagt:

    @aeppli: wieviele lehrer arbeiten mit einem minipensum (20-30%)? warum kann man kein mindest pensum von 40% einführen?

    • Tim sagt:

      Teilzeitarbeit wird in allen Berereichen gefördert.
      Gerade im Mamablog müsste das ja auf Verständnis stossen.
      Warum also nur bei LehrerInnen eine Ausnahme machen?

      • Toni Jäggi sagt:

        Was heisst da wir in allen Bereichen gefördert???

      • Tim sagt:

        @Toni Jäggi
        Entschuldige, es müsste gefordert heissen.

      • lara sagt:

        es geht nicht um teilzeit ja / nein. ich bin eine grosse teilzeitbefürworterin!

        ich finde nur 20% stellen bringen nur der arbeitnehmerin was. im extrem fall hast du dann 5 mal 20% um eine Stelle zu besetzen. das kann doch nicht sein? der koordinationsaufwand wird immens.

        daher würde es mich wunder nehmen wieviele dieser kleinstpensen es gibt (denn ich kenne in meinem umfeld mehrere lehrerinnen, die nur noch 20% arbeiten)

    • Regula sagt:

      Es gibt kleine Gemeinden, wo es einfach nicht mehr Lektionen gibt als ein Teilpensum. Es sind also nicht immer die Lehrkräfte, die teilzeit arbeiten wollen.

      • Ursula sagt:

        Ich bin mit Lara einverstanden, und übrigens auch mit Frau Aeppli, die ja die Mindestteilpensen aufheben will. 40% oder besser noch 50% erscheinen mir für alle Beteiligten realistisch. Für die Schüler und Schülerinnen, die aufgrund des höheren Pensums einen intensiveren Kontakt zu ihrer Lehrerin haben, für die Lehrerin, die mit 20% einen viel zu grossen Vorbereitungsaufwand betreibt und ja meist doch ein etliche Sitzungen muss und für die Arbeitgebenseite, sprich Koordinationsaufwand.

  • Gianin May sagt:

    Also in der CH will ich kein Lehrer sein. Schon vor 20 Jahren war es so, wenn einer der Lehrer zu recht gesagt hat: „Eure Elternhäuser stinken bis zum Himmel“! haben sich nur die Eltern beschwert, welche diese Aussage auch betroffen hat, die mit den Saugoofen, und heute hat ja jede 2te Mutter das Gefühl sie und ihre Kinder seien was besonders. Mit solchen Dummen Leuten würde ich mich nicht rumschlagen wollen.

  • Tomas sagt:

    Schweizer Schulsystem funktioniert nach den Vorstellungen der „Vorwärtsgerichteten“ als alles gleichschaltende, den Problemen aus dem Weg flüchtende Kuschelunterricht. Probleme werden nicht angepackt, sondern totdiskutiert.
    Trotz unglaublich gut bezahlten Lehrerschaft, bester Infrastruktur und Möglichkeiten, die in umliegenden Ländern utopisch wirken.

    „Früher war der Herr Lehrer wer“ hängt zum grossen Teil mit der Tatsache zusammen, dass „der Herr Lehrer“ keine Angst haben musste, Sachen beim Namen zu nennen. Dank political corectness darf man einem dummen, faulen oder ausfälligen Schüler nicht mehr sagen dass er dumm und faul ist, man darf nicht jemanden, der ganze Klasse an der Arbeit hindert und dem Lehrer auf der Nase tanzt nach zwei Verwarnungen aus der Schule kippen – denn es gibt keine Möglichkeit wohin mit so jemanden. Man macht kein Unterschied zwischen Leistungsstarken und Leistungsschwachen, Mitmachenden und Störenfrieden, alles wird in einen Topf gerührt und dann wundert man sich, dass sich alles auf dem tiefsten gemeinsamen Nenner wiederfindet – leistungsmässig wie auch respektmässig. Ein gutes Schulsystem sollte jedem gleiche Chancen bieten, aber es sollte auch diejenigen, die sie nicht ergreifen, aussortieren können und sie nicht als Hindernis für alle anderen wirken lassen.
    Ich durfte zwanzig Jahre lang miterleben, wie es ist mit einer Lehrerin verheiratet zu sein. Kein Wunder dass niemand mehr 100% schaffen will, dass die Lehrer ausgebrannt und psychotisch werden. Sie und das System sind selber Schuld. Solange sie nicht die Angst verlieren, sich den Tatsachen zu stellen, sehe ich keine Verbesserung. Wenn man aber bedenkt, dass bereits bei der Ausbildung der Lehrer der heutige antiautoritäre Umgang als einzige mögliche Unterrichtsform anerkannt wird und alles andere als „rückwärtsorientiert“ abgestempelt wird, muss noch viel mehr passieren bis es besser wird.
    Die Lehrer tun mir nicht Leid, nur die Kinder.

  • maker sagt:

    jeder schüler der hier mitliest wird dazu beitragen, dass das level nochmals nach unten gedrückt wird und die achtung vor lehrpersonen(innen) weiter sinkt nur weiter so…

  • Nemo sagt:

    Und sonst hast Du keine Probleme im Leben?

  • Georg sagt:

    Als mehrfacher Begleiter eines Schullagers (als Skilehrer) und als U30 orte ich das Problem der mangelnden Attraktivität dieses Jobs vornehmlich bei den Lehrern selbst.

    Diejenigen die jetzt Lehrer werden sollten und in der Vergangenheit auch wurden, haben während ihrer Schulzeit halt eben oft ganz besondere Exemplare dieser Gattung erlebt. Beispiele aus meiner persönlichen Erfahrung, heute und damals;

    -Dauernd In Selbstmitleid versinkendes Scheidungsopfer. Kleidung zu ca. 90% – Trainerhosen und zu enges Shirt.
    -Handarbeitslehrerin mit stark mangelnder Körperhygiene
    -Luschen, die jegliche Konfrontation scheuen und stattdessen bei Disputen (im normalen Rahmen für männliche Teenager, nie körperlich) sofort die Mobbing-Keule schwingen
    -Selbstverliebte junge Lehrerinnen die alles besser wissen. Alles.
    -Alt-68er die selbst mit gewalttätigen Typen nur ein touch-me-feel-me Gespräch führen können – sind als Secondos ja Opfer, klar.
    -Leute mit „Emotional-Issues“. Z.B. Lehrperson die Aufgrund des plötzlichen Todes des Hundes das Sportlager (also Arbeitsplatz) unangekündigt verlässt um 4 Tage Zeit zum Trauern zu haben. (Wenn mein Grossvater stirbt gibts nur einen Tag gem. Reglement)
    -Kurz vor der Pension stehende Alkoholiker, die von der Schulleitung noch ein paar Jahre durchgezogen werden. Ist ja aber auch ein treuer Genosse und man kann ja nicht so fies sein. Dass ebendieser Lehrer während seiner Projektwoche teilweise mit Schülern per Auto unterwegs ist – nevermind.

    Wer möchte schon solche Arbeitskollegen haben, resp. sich in diesen Reigen einreihen?

    Es gibt auch viele gute Lehrer, möchte das hier festhalten. Aber wenn der Anteil obengenannter Freaks gegen 50% tendiert, wie das meiner Erfahrung entspricht, und die anderen 50% sich damit abzufinden haben dann wird sich kaum jemand für diesen Beruf entscheiden.

    • Pippi Langstrumpf sagt:

      @Georg, wenn es nicht so traurig wäre, könnte ich lachen. Sie beschreiben sehr treffend, was ich auch immer wieder feststellte. Dass solches Personal von Jugendlichen, die auf der Suche sind nach Vorbildern, nicht akzeptiert wird, versteht sich von selbst. Jungs sprechen dann von Flachzangen, die sie weder ernst nehmen können noch sich von ihnen etwas sagen lassen. Für ausländische Jugendliche aus einer andern Kultur, die von zu Hause nur das Machomännerbild kennen, bieten solche Modelle natürlich keinen Anreiz, die lachen nur und sind erst recht nicht bereit, das archaische Modell in Frage zu stellen. Wenn das Gegenmodell zum Macho der Schwächling ist, ist ihre Wahl klar. Es ist eine echte Misere. Umso mehr möchte ich hier den engagierten Lehrerinnen und Lehrern ein Kränzchen winden, jeden Tag mit solchen Kollegen klar zu kommen ist eine echte Herausforderung, neben all den andern Aufgaben.

      • Georg sagt:

        @Pippi
        Genau, diesen Lehrern kann man nicht genug dankbar sein. Die dürfen von mir aus auch gerne mehr verdienen aber ich befürchte ein leistungsabhängiger Lohn wäre nicht umsetzbar.
        Ich fürchte zudem, dass nicht wenige irgendwann resignieren. Denn das Problem liegt eigentlich ganz klar bei der Schulleitung, resp. der politisch zuständigen Behörde (i.R. Schulkommission), denn wer oben genanntes Verhalten duldet, schwächt das ganze System. Wer sich nicht getraut, auch einen langjährigen Kollegen auf sein Fehlverhalten anzusprechen (unter vier Augen), der ist in einer Führungsposition schlicht fehl am Platz.

    • Michael Wirtschlecht sagt:

      @Georg

      Das heisst, im Schuldienst harren die Lehrer aus, die den Absprung in die Privatwirtschaft nicht schaffen, ganz einfach weil sie dort nicht angestellt, bzw. hinausgeworfen würden. Schlimm.

  • sportpapi sagt:

    @Aeppli: Wie kommt es eigentlich, dass immer wieder befristete Pilotversuche durchgeführt werden, bei denen man unabhängig vom Resultat nach Abschluss nicht mehr zurück kann oder will. Weil beispielsweise bereits die Ausbildung umgestellt wurde oder neue Lehrmittel erstellt wurden. Aktuelles Beispiel die Grundstufen, zuvor neue Sek, Frühenglisch, etc…

  • Was man gerne vergisst: Es ist nicht nur schwer, LehrerInnen zu finden, sondern auch Polizisten, Vollzugsbeamte, Strassenwischer, Müllmänner, Juristen, Verwaltungsangestellte etc. Die LehrerInnen sollen nicht so tun, als ob sie die einzigen wären, die an Mangelerscheinungen leiden! Beim Staat will heute niemand mehr arbeiten, da nützt alles Politisieren und Lamentieren nichts- da liegt der Hase im Pfeffer und der Hund begraben!

    • sportpapi sagt:

      Dabei sind doch diese Staats-/“Beamten“-Jobs so easy, verglichen mit der Privatwirtschaft…

    • Pippi Langstrumpf sagt:

      Oft ein Jammern auf hohem Niveau, keiner ist gezwungen, beim Staat zu arbeiten!

      Ich kenne beides, in sehr grossen Firmen ist es ähnlich wie beim Staat, alles reglementiert, aber auch sehr professionell.

  • Obelix sagt:

    Ich finde es interessant: In der Bonusdiskussion über Banker wird immer gesagt, Motivation und Ehrlichkeit kann man nicht mit mehr Geld erkaufen. Und bei den Lehrern heisst es, man muss ihnen mehr zahlen damit sie motiviert sind. Wenn ich die Lohntabellen der Lehrer anschaue, die sich irgendwo um 100’000 bei erfahrenen Lehrern in meinem Alter bewegen, wundere ich mich, warum sie dafür weniger als meine 10 Std. täglich arbeiten sollten.

    • lara sagt:

      nicht nur das… auch das lamentieren bei den einstiegslöhnen ist völlig aus der luft gegriffen. nach einem bachelor (beachte BACHELOR) wollen die genauso viel verdienen wie juristen und ökonomen mit einem masterabschluss, wo ein durschnittseinstiegslohn bei 7’000 (für 10 stunden am tag notabene) liegt. niemand sonst mit master (phil 1 oder 2, einfach jeder anderen fachrichtung) kommt auf idee solche forderungen zu stellen!

      noch zur vergleichbarkeit von löhnen… die lehrer vergleichen sich ja mit mittlerem kader also führungspositionen. dann sollen sie aber auch bitte stundenmässig (und ferien) gleich viel arbeiten! man kann doch nicht denn gleichen lohn verlangen aber nicht gleich viel leisten!

      • isabel sagt:

        „dann sollen sie aber auch bitte stundenmässig (und ferien) gleich viel arbeiten!“
        mein einstiegslohn als lehrperson vor acht jahren für 100% betrug 3’800.– (brutto).
        zählt man alle geleistete arbeit genau auf, kommt man auf eine 45 stundenwoche, sowie viereinhalb wochen ferien im jahr.
        ich finde ihre aussage frech und respektlos. und bitte, denken sie doch über ihren tellerrand hinaus…

      • lara sagt:

        @isabel…

        die lehrerinnen in meinem umfeld (kt. zh, einstieg zwischen 5-8 jahren her, primar- und oberstufe) haben alle bei mind. 6200 pro monat angefangen.

        da frage ich mich, wie sie bei 100% auf ein monatslohn von 3’800 kommen.

      • lara sagt:

        also… jetzt haben wir es …

        einstiegslohn für kindergärtner 65’476, für primarlehrer 80’047

        vgl. http://www.vsa.zh.ch/content/internet/bi/vsa/de/personelles/Bedingungen/Grundlohn.html

        ihr einstiegslohn von 49’400 kann ich mir jetzt noch viel weniger erklären…

    • primarlehrerin sagt:

      @Obelix: Ich denke, ich bin mit 17 Jahren 100%iger Tätigkeit als Primarlehrerin eine erfahrene Lehrperson. Meine tägliche Arbeitszeit (Unterrichtszeit, Vorbereitungen, Sitzungen, Elterngespräche…) beträgt oft auch mehr als 10Std. und an den Wochenenden arbeite ich immer mal wieder für die Schule. Über meinen Lohn will ich als Frau ohne familiäre Verpflichtungen nicht jammern. Er reicht. Hätte ich eine Familie würde ich mich mehr sorgen.
      Dennoch ärgere ich mich immer wieder über die Leute, welche behaupten, dass ich gemäss den veröffentlichten Lohntabellen locker über 100’000.- verdiene und dafür ja nur 28 Lektionen arbeiten müsse. Mein Lohn ist bei weitem nicht so hoch. In meinen ersten Arbeitsjahren wurde gespart, gespart und nochmals gespart, der Lohn blieb über viele Jahre gleich. Das Lohnmaximum einer Primarlehrerin werde ich darum gar nie erreichen können…

      • urs sagt:

        @primarlehrerin
        Zum Verständnis für uns Nichtlehrkräfte: Welches sind die Kriterien, um von Stufe 1 auf Maximalstufe zu gelangen? Dienstjahre? Beurteilungen?

      • urs sagt:

        @primarlehrerin: Bitte um Aufklärung für uns Nichtlehrkräfte. Was sind die Kriterien um von Stufe 1 auf Maximalstufe zu kommen? Dienstjahre? Beurteilungen? Willkür?

      • primarlehrerin sagt:

        @Urs. So ist es im Kanton Zürich:
        „Lehrpersonen in den Stufen 1 bis 3 erhalten in jedem Kalenderjahr einen Stufenerhöhung. Dazu ist keine Mitarbeiterbeurteilung notwendig. 
Bei Lehrpersonen in den Stufen 4 bis 17 wird bei einem allgemeinen Stufenaufstieg oder bei einer Beförderung um eine Stufe erhöht. Voraussetzung dazu ist eine gültige Mitarbeiterbeurteilung mit der Gesamtwürdigung I (= „Sehr gut“) oder II (= „Gut“). 
Bei Lehrpersonen ab Stufe 18 können Stufenerhöhungen nur im Rahmen von Beförderungen stattfinden. Voraussetzung dazu ist eine gültige Mitarbeiterbeurteilung mit der Gesamtwürdigung I (= „Sehr gut“).
        Der Regierungsrat kann – wenn der gesetzlich vorgeschriebene mittelfristige Ausgleich der Laufenden Rechnung dies gebietet – den Stufenaufstieg und Beförderungen aufschieben oder ganz aussetzen. Die Bildungsdirektion regelt die Aufteilung der Lohnsumme, die für Stufenaufstiege und Beförderungen zur Verfügung steht. Der erfolgreiche Abschluss der Mitarbeiterbeurteilung ist zwar Voraussetzung, um innerhalb der nächsten vier Jahre in den Genuss der vom Regierungsrat allfällig gewährten Stufenaufstiege und Beförderungen zu gelangen, führt jedoch nicht zu einem automatischen Anspruch auf solche Leistungen.“

        Ich nehme meinen Beruf sehr ernst und habe fast immer eine sehr gute Beurteilung erhalten (selten nur eine gute). Aufgrund leerer Kassen ist meine Beförderung allerdings über mehrere Jahre sistiert worden. Dieses Aussetzen kann später nicht mehr aufgeholt werden. Darum „hinke“ ich in der Lohntabelle um Jahre hinten nach und bin mit meinen 17 Jahren Berufserfahrung heute in der Lohnstufe 7. Wenn im Schnitt weiterhin jedes zweite Jahr mein Lohnanstieg aufgrund von Sparmassnahmen sistiert wird, werde ich zu meiner Pensionierung die Lohnstufe 18 (von 30 möglichen) erreichen…

  • lara sagt:

    warum führt man nicht ein minimumspensum ein? man muss mind. 50% arbeiten. wir hätten auf einen schlag genügend lehrer und der lehrerberuf wäre nicht mehr so eine frauenbastion…

  • Fritz Nussbaumer sagt:

    Wann wird man endlich begreifen, dass die Schule aus den Händen der Staatsbeamten weggenommen werden muss. Die Lehrer und die Eltern müssen die Schule tragen. Der Staat hat nur die rechtliche Einhaltung der demokratischen Gesetze zu überwachen und die Finazen bereit zu stellen.
    Die Schule muss sich endlich an den Kindern orientieren können und nicht an einem politischen Credo.
    Warum denn bezahlen Leute, die es sich leisten können, ihren Kindern eine Privatschule?
    Ich wünsche freie Lehrer, die Kinder zur Freiheit erziehen. Diese Staatslehrer, die vor jedem Politiker ihre Bücklinge machen (müssen?) sind mir langsam zuwider.

    • anja sagt:

      vielen dank herr nussbaumer, ich wünschte es gäbe mehr menschen die so denken wie sie!
      lesen sie rudolf steiner?

  • webbie.smartass sagt:

    Fussballer haben es noch viel schöner als Lehrer: Die arbeiten nur an Wochenenden!

  • Cyril Beritkov sagt:

    @Aeppli:
    Warum geht es so furchtbar lang, bis der Kanton Zürich endlilch eine Ausbildung für Quereinsteiger anbietet? Ausser einer Warteliste ist bis jetzt nichts passiert. Wollen Sie warten, bis die Schule komplett auseinandergebrochen ist?

    @Aeppli:
    Warum werden so viele Ressourcen in Qualitätsmanagement, Schulevaluation und Mitarbeiterbeurteilung gesteckt? Und warum hat sich parallel dazu die Personalsituation in der Schule dramatisch verschlechtert?

    • StefanB sagt:

      Aber Cyril!
      1. Das Anbieten einer Ausbildung ist Sache der Pädagogischen Hochschulen; die müssten aber endlich einmal wissen: a) was sind die Zulassungsvoraussetzungen? b) Was soll eigentlich unterrichtet werden?

      2. Der bekannte, aber leider viel zu wenig beherzigte Spruch: „You can’t test quality into a product“ gilt insbesondere auch bei Dienstleistungen. Da träumen junge Menschen davon, Kindern ihr Wissen vermitteln zu können; statt dessen werden sie zu Gehilfen eines Verwaltungsapparats degradiert.

      Frau Äppli selbst kann an der Personalsituation direkt nichts tun, da die Schulträger der Volksschule die Gemeinden sind.

      • Cyril Beritkov sagt:

        Ich bin bisher davon ausgegangen, dass Bildungspolitiker Einfluss darauf haben, was in ihren Kantonen bezüglich Ausrichtung der Schulen passiert. Jedenfalls haben sie es problemlos hinbekommen, dass die Bologna-Reform durchgezogen, Harmos auf den Weg gebracht, eine externe Schulevaluation eingerichtet, Schulleitungen installiert und flächendeckende Integration eingeführt wurde. Warum sollte Frau Aeppli also nicht auch etwas zu den problematischen Seiten ihrer Turbo-Reformen zu sagen haben?

  • Regula sagt:

    Von meinen Söhnen wählte keiner den Lehrerberuf. Grund: Wer will denn schon das Arschloch sein. Letzteres ist ein Zitat.

  • higgs sagt:

    die schweizer lehrer sind klar überbezahlt. wer bei einer 25h
    woche und bei zwölf wochen ferien jammert hat hat nie in
    der privatwirtschaft gearbeitet.

    probleme sind:

    1) die grund- und sekunarschullehrer sind miserabel ausgebildet (zumindest
    im mathematischen naturwissenschaftlichen bereich) und sind mit dem stoff überfordert.

    2) die von den lehrern erstellten unterrichtsunterlagen werden als eigentum betrachtet.
    aus diesem grund wird xmal die selbe arbeit geleistet.

    3) die schulbücher sind oft von miseraber qualität.

    4) die selbstverwaltung der primar und sekundarschulen funktioniert nicht einmal
    ansatzweise.

    • Cyril Beritkov sagt:

      So ein Chabis.
      1. Lehrer haben 5 Wochen Ferien.
      2. Der Stoff ist nicht das Problem. Es sind Klassengrössen von 25 und mehr Kindern, verbunden mit der Forderung nach individualisiertem Unterricht, die den Job zur Herkulesaufgabe machen.
      3. Material ist nie die Ursache für Lernversagen. Oft hingegen ist mangelnde (Selbst-) Disziplin, völlig falsche Vorstellungen von den eigenen Möglichkeiten, mangelnder Durchhaltewille oder eine ungünstige persönliche Einstellung der Schule und dem Lernen gegenüber als Grund zu nennen.
      4. Selbstverwaltung ist eine Phantasie der Bildungspolitiker, nicht der Lehrer. Man hoffte, damit Geld zu sparen. Das ging in die Hose,

      Sie bestätiten mit Ihrem Beitrag leider, dass tatsächlich die Einstellung der Öffentlichkeit einen wichtigen Beitrag an die aktuelle Schulproblematik liefert. Hauptsache, jemand anderer ist Schuld am eigenen Schulversagen, nicht wahr? Genau das ist die Haltung zahlreicher Eltern heute. Die Schule braucht unsere Unterstützung. Melden Sie sich als Lehrer!

    • Orlando sagt:

      Lieber Higgs

      Leider falle ich darauf herein, überhaupt auf Ihre Behauptungen zu reagieren. Irgendwie kann ich es aber nicht lassen.
      Als einer, der zuerst zehn Jahre in der Privatwirtschaft seine Brötchen verdiente und heute im Lehrerberuf tätig ist, wage ich zu behaupten, ein klein wenig zu wissen, wovon Sie zu wissen glauben …

      Wenn man Ihre 25 h noch durch 4 dividiert und anschliessend mit 3 multipliziert (es sind ja schliesslich nur 3/4 h), kommt man noch auf knappe 19 h die Woche. Meine Rechnung ist: zusätzlich: 12 Wochen Ferien, ein paar Feiertage und Wochenenden dazu, dann ist das Berufsleben doch eine wahre Freizeitbeschäftigung. Wiiiiiiiirklich nicht zu vergleichen mit der harten, bösen Wirtschaftswelt. Und das Geld wird einem richtiggehend nachgeworfen!

      Verstehen Sie dies als herzliche Einladung: Machen Sie mit, wir Lehrer sind gefragte Leute!

      Herzliche Grüsse aus den Ferien,
      Orlando

      • Roland Mühlemann sagt:

        Es kommt schon sehr darauf an, und es gibt eben verschiedene Fälle, verschiedene Schulen und Schulstufen. Und es gibt verschiedene Menschen mit unterschiedlichen Analgen. Ich würde weiss Gott nicht jedem den Lehrerberuf empfehlen. Geld lässt sich an anderen Orten einfacher und mit weniger Aufwand – und vor allem persönlichem Engagement, ohne das ein Lehrer nichts taugt, verdienen.

        Bei uns sind es vielleicht 50-60 Arbeitsstunden pro Woche mit circa noch 8 Wochen Ferien.

        Was viele hier auch verkennen, ist, dass Arbeit nicht gleich Arbeit ist. Es ist eine komplett andere Intensität der Tätigkeit z. B. 6 Stunden vor 20 jungnen Menschen zu stehen, zu führen, zu referienren, zu reagieren, zu unterhalten – als vor einem Computer zu sitzen und ein Konzept zu entwickeln oder E-Mails zu beantowrten, als in einer Sitzung zu dritt irgend eine Aufgabe zu bearbeiten. Letztere Tätigkeiten, auch wenn ich erste lieber habe, sind wie Ferien im Unterschied zur ersten.

        Ein Kollege, der die Schule wieder verlassen hatte, war vor dem Einstieg bei uns Im mittleren Kader einer grossen Bank. Er sagte bei uns als Lehrer, er hätte noch nie so viel für so wenig Geld gearbeitet, obwohl ich persönlich den Lohn nicht schlecht finde, auch wen er 15% tiefer ist als noch vor 20 Jahren.

      • Eni sagt:

        @ Higgs

        Nennen Sie mir einen Lehrer mit einer 25 Stunden Woche und 12 Wochen Ferrien. Was glauben Sie, wann die Lehrer den Unterricht vorbereiten oder Arbeiten korrigieren?

        Die Lehrer die ich kenne, gehen um 6.30 aus dem Haus und kehren um frühenstens 17h nach Hause bei einem Arbeitsweg von max 15 Minuten. Man rechne.

    • twehrli sagt:

      Es ist ja nicht das Problem, dass die bestehenden Lehrpersonen jammern, sondern, dass zuwenig neue Lehrpersonen ausgebildet werden.
      Wieso ist also dieser ach so überbezahlter Schoggijob nur so unbeliebt?

      • mostindianer sagt:

        Unbliebt?

        Beispiel 1:
        Sonntag-Abend 20.30 Uhr: Halbstündiges Elterntelefon, Thema: zwei Punkte bei der letzten Matheprüfung.

        Beispiel 2:
        Übertrittsgespräch 6. Klasse -> Oberstufe, Ort: Schulzimmer, Vorfall: Eltern tauchen ohne Vorwarnung und vorheriger Absprache mit einem Anwalt beim Gespräch auf.

        Beispiel 3:
        Mathestunde am Dienstagmorgen, Schüler flippt aus, weil Lehrperson aufgrund von vergessenen Hausaufgaben einen EIntrag im Klassenbuch macht, Ein Stuhl (Holz- und Stahlgebilde) fliegt gegen die Schulzimmertür.

        (Selbst erlebt in einer 5. Klasse im Kanton Zürich)

        Meine Arbeitszeitberechnung letztes Jahr hat übrigens eine Stundenzahl (nicht LEKTIONEN, STUNDEN) von 2130 ergeben.
        Rechnet man das durch 40 (12 Wochen Ferien), ergibt das eine 53-Stunden-Woche, rechnet man das durch 48 (4 Wochen Ferien), erhält man immer noch eine 44einhalb-Stunden-Woche.

        Und noch ein kleines Statement:
        Ich behaupte, Lehrer, die versuchen, zu erklären wie viel sie arbeiten, werden immer als Jammeris abgestempelt.

      • Eni sagt:

        @ mostindianer

        Lösungsvorschläge:

        Beispiel 1 Alle Telefonnummern von Eltern der Schüler speichern und zu Unzeiten den Höhrer nicht abnehemen

        Beispiel 2 Das Gespräch als beendet erklären bevor es angefangen hat

        Beispiel 3 Schüler durch die Direktion von der Schule weisen lassen

      • Katharina sagt:

        @Eni:

        beispiel 1: Hoehrer abnehmen, dann ohne zu unterbechen auf dem tisch ablegen. einfach weitermachen damit, was man vorher tat. andere variante: den telefonanschluss an den kompi anschliessen und eine dieser voicecomputer kundendienst software downloaden. die eltern hoeren dann eine abfolge von bitte druecken sie 1 fuer usw und aufzugsmusik (elevator music). ich finde die erste variante lustiger und wende die bei den marketing-befragungsanrufen oft an. lustig ist dann, wenn ich so tue wie wenn ich mit denen rede waehrend meine partnerin auf abknutschen macht. Ich fragte einen dieser frechdachse mal geradeheraus: „welche unterwaesche tragen sie gerade jetzt“ – klick und aufgehaengt. als leherin waere wohl das erste am angebrachtesten.

        beispiel 2: eltern sagen, dass sie 1 minute haben, die sitzung zu verlassen, da nicht eingeladen. allerdings ist es ein grenzfall, da wahrcheinlich die eltern ein recht haben, bei einem uebertritssgespraech anwesend zu sein. sie nicht dazu einzuladen, koennte somit ein verfahrensfehler des lehrers sein. ich bezweifle, dass die eltern dazu einen anwallt brauchen.

        beispiel 3: polizei oder internen sicherheitsdienst anrufen/schueler aus dem schulzimmer entfernen lassen.

  • Lehrer sein ist ein Löli-Job, denn bei Schwierigkeiten ist immer der Lehrer Schuld, oder zumindest meistens. Es macht den Schulleitern auch oft Spass, Lehrer zu „spicken“, also zu entlassen. Ich habe es selber erlebt. Und so lange die Schweiz in militärischen Strukturen verhaftet bleibt und die Schulleiter eben oft Militaristen sind, so lange wird der Lehrerberuf NICHT attraktiver werden, sondern immer destruktiver. Gleichzeitig sind Lehrpersonen auch immer mehr Opfer von Schüler-Mobbing und Eltern-Mobbing und sind dem meist schutzlos ausgeliefert. Dies schreckt immer mehr ab, denn die Taktik gegen den Schulleiter und auch gegen Eltern und sogar gegen die Kinder steht dann im Vordergrund und nicht mehr die schöpferische Arbeit mit dem Kind. Aber diese Ursachen zu nennen ist den „Sozialwissenschaftlern“ nicht gestattet, weil sie sonst ihren Job verlieren würden, weil man das Militär angegriffen habe. Nein, Lehrer in der Schweiz zu sein ist ein Löli-Job, und die Entlassung nach schöpferischer Arbeit muss man gleich miteinplanen, also Plan B schon vorbereiten, bevor Plan A überhaupt anfängt. Da kann man doch gleich auf Plan A verzichten.

  • Michael Wirtschlecht sagt:

    Vor drei Wochen telefoniert mit einer langjährigen Freundin. Schauspielerin im dritten Beruf, Pantomime im zweiten, Primarlehrerin im ersten. Von fünf Lehrerinnen und zwei Lehrern in meinem Freundeskreis ist sie die allereinzige, die noch Schule gibt.

    Ich bin ganz erstaunt und erkundige mich, wie sie dazu komme, noch als Lehrerin zu arbeiten.

    Erklärung: Sie gibt Deutsch-Spezialunterricht für Ausländerkinder. Dort darf sie unterrichten, kann sich um die Kinder und die Unterrichtsvorbereitung kümmern.

    Sie sei Lehrerin geworden, um Kinder zu unterrichten. Sie habe eine der ganz wenigen privilegierten Stellen, wo sie das noch tun dürfe.

    Der ganze bürokratische Schwachsinn, die Formularausfüllerei, die ewigen Sitzungen mit dem Lehrerteam, all die überflüssigen Elterngespräche, all das kann sie weglassen in dieser Stelle. Andernfalls würde sie ihren Beruf nicht aushalten und hätte schon lange etwas anderes gefunden.

    Der Lehrerberuf werde zugemauert mit all dem Bürokraten-Schwachsinn, den Formularen, den immer neuen Vorschriften.

    ANTWORT an Herrn Zemp:
    Dieses Land hat mehr als genug Lehrer. Es hat keine Schulen, die den Lehrern das Unterrichten erlaubt!

    • Michael Wirtschlecht sagt:

      @Michael, 03:03

      ..erlauben!

      So geht es, wenn man mitten in der Nacht eifrig aber schlaftrunken in ein online Formular tippt.

    • adlerauge sagt:

      das deckt sich so ziemlich 1:1 mit den erfahrungen in meinem (zürcher) umfeld. die ganze bürokratie, der wasserkopf von einer bildungsdirektion und der speckgürtel von externen beratern fressen den lehrern und lehrerinnen heute so viel zeit weg, dass ich es verstehen kann, wenn sie immer häufiger das handtuch werfen.

      qualitätssicherung in ehren, aber wenn sie schon in privatunternehmen oft eine alibiübung sind, wieso sollte das in der schule besser laufen?

  • Bernhard Nater sagt:

    Diese Lehrerin ist nicht nur ein Produkt aus Hollywood, nein sie gibt es wirklich und heisst im wahen Leben ERIN GRUWELL oder „Miss G“. Auch im wirklichen Leben ist Erin Gruwell eine begeisterte Lehrerin der Berufsverdrossenheit fremd ist, genauso wie Hilary Swank die diese Figur im Film darstellen muss.

  • Integration = fail sagt:

    Der Lohn muss rauf, die Pflichtlektionen runter… und dann?

    Was ist mit den 1000den Reformen, die überall in der Schweiz am passieren sind?
    Was ist mit Kindern, die von anderen Kantonen kommen und die „falsche Fremdsprache gelernt haben“
    Was ist mit Kindern von Ausländern, die beide arbeiten und vor Abends NICHT ZUHAUSE sind?
    Was ist mit den vielen schwer „zu integrierenden“ Kindern, die nervtötend sein und eine ganze Klasse ausbremsen können?
    Was ist mit den vielen Fachkräften, die den Lehrern helfen sollen und SCHLICHTWEG FEHLEN?
    Was ist mit den Schulleitungen, die Sitzungen einberufen, um ihr Dasein zu rechtfertigen vor sich selber?
    Was ist mit dem Papierkrieg?
    Was ist mit NEULEHRERN, die nicht mal eine umfassende AUSBILDUNG bekommen? (können nur Teilzeit arbeiten oder auf dem Buckel der Kollegen Stunden abgraben!)
    Was ist mit den Eltern, die alles besser zu wissen glauben?
    Was ist mit den Schulen, die teilweise nicht einmal ein Lehrerzimmer haben?!
    Was ist mit Schülern, die den Lehrern mit den Anwälten des Vaters kommen? Primarschule!!!!

    Wir wissen, was IST.

    Die Frage ist… was WIRD?

    • sportpapi sagt:

      Genau. Meiner Meinung nach ist der Lohn genug, die Jahresarbeitszeit aber deutlich zu hoch. Zudem führen immer neue Reformen (Integration…) zu immer grösseren Belastungen. Vor allem aber muss in Bezug auf Ansehen und Respekt wieder einmal etwas gehen. Bedingt auch, dass man die Eltern (ob sie nun die Kinder vernachlässigen oder übermässig pushen) verbindlich in die Pflicht nimmt.

  • Katharina sagt:

    Der mit Obama haette vor zwei jahren funktioniert. heute wissen alle, dass ausser hooooooooohle Worte nichts ist, die oeffentliche Kasse leer und daher die lehrer unbezahlt. ein obama ist das letzte was die schweiz braucht.

    is ja huebsch, das cute froilein soll jetzt bitte so ergeben dienst tun an der neishonnn. waehrend das mannsche folk experte im gutbezahlten kaderbuero schpeelt.

    ja wo isses den wo, das weibsche expert? nirgendwo die ganze wuch!
    isch wohl a hehres richt’ges weibsbild, dass zuhouse den balgern nachrennen muss wie’s sich ghoert fuer a fesche frau!

    jo mei, so isses wohl.

    🙂

    • mira sagt:

      Östereicherisch?

    • Katharina sagt:

      Österreicherisch? – Bayerisch? Ein Mischmasch von beidem. Ich kenne beide Dialekte so vom Hörensagen her. Das ganze fiel mir spontan ein.

      Was mir aufgefallen ist, ist eben, dass hier Experten der Pädagogik und des Schulwesens schreiben. die ganze Woche fehlt da die Sicht einer ExpertIN. Und dann nun dieser Artikel, der in seiner Ikonographie sexistisch ist. erinnert an die Kampagnen, als im WWII die Boys drüben in the old country die Braunen klopften und die Frauschaft dann in die Fabriken arbeiten ging, als ‚Dienst an der Nation‘.

      Dann kamen die Boys giggerig nach Hause und der nächste Dienst an der Nation war dann das flachgelegt werden und die Babyboomer Generation zu gebären. Und zurück heim an den Herd in Suburbia.

      Eben ein klassisches Schulbuch-Beispiel von Sexismus.

      Immer wenn es brenzlig wird kommt so ein Meschuggener und quasselt vom Dienst an der Nation. Sicher, wenn es gut geht, effen die uns BürgerInnen hinten und vorne und jetzt sollen wir wieder einmal hinhalten für die Nation? Als ehrenamtliche Freiwillige sogar?

      Kiss my big fat white butt and pick up your own trash.

      • Piero Grande sagt:

        das ist rassistisch! hahaha Rassismus im Zeichen des „Antisexismus“. „Frag nicht was deine Nation für dich tun kann, frage, was du für deine Nation tun kannst“ (John Fitzgerald Kennedy der Erschossene). Viel Spass bei der Tee Party morgen.

  • Nomadin sagt:

    Das spricht mir aus dem Herzen: der Anstieg der Belastung fuer Lehrer kommt hauptsaechlich durch Nacherziehungsaufgaben und gesellschaftliche „Reparaturauftraege“ zustande. Immer weniger Kinder werden in ihrem Elternhaus erzogen – in der urspruenglichen Meinung des Wortes. Gesellschaftsfaehigkeit durch Anstand, Respekt und Ruecksichtnahme wird in der Schweiz immer mehr zur Mangelware.

  • Winnie-the pooh sagt:

    Ich fass zusammen:
    – Salärerhöhung
    – Reduktion der Pflichtzeiten zugunsten Koordinationsarbeiten

    Und das genügt?

    Ich glaube es liegt doch vieles auch am Image des Berufs. Vor noch nicht allzu langer Zeit war der Herr Lehrer noch jemand heute ist er nur noch an allem Schuld.

    • mostindianer sagt:

      Warum leidet das Image? Weil immer mehr Leute „wissen“ wie’s geht und das den Lehrern auf die Nase binden, oder herummäkeln und motzen, anstatt Vertrauen in die Arbeit der Lehrpersonen zu haben.
      Aber wie soll man Vertrauen in Lehrpersonen haben, die so jung („22 Jahre alt, selber keine Kinder“) auf Kinder losgelassen werden?
      WIe soll man Vertrauen in Lehrpersonen haben, deren Ausbildung immer akademischer wird?
      Wie soll man Vertrauen in Lehrpersonen haben, die sich nicht mehr aufs sogenannte Kerngeschäft „Unterricht“ konzentrieren können?

  • Martin Brunner sagt:

    Ich begreife nicht, wie sich eine Volksschule, 40 Jahre nachdem ich ein Zwangsmitglied war, noch immer auf demselben tiefen Niveau bewegt. Essentielle Verbesserungen scheinen nicht stattgefunden zu haben. Es macht mich zornig, nicht nur hinsichtlich darauf, dass meine Steuergelder irgendwie verlocht wurden, sondern auch zu sehen, wie meine Kinder von demselben alten, negativ geprägten, neuerdings auch sehr beamtenhaften Unterricht drangsaliert und zugerichtet werden.
    BITTE tut etwas um motivierte JunglehrerInnen (männliche Lehrer sind vermehrt gesucht!) auszubilden und ihnen die Vermittlung von Unternehmertum, Freiheit und Innovation zu übergeben. Unsere Kids werden heute sehr oft (nicht alleinig) von BeamtenlehrerInnen geprägt, die sich ausschliesslich auf die kleinliche Erfüllung der Stoffvorgaben konzentrieren und es gar nie gelernt haben, grosszügig die eigenen Werte zu vermitteln.

    • Pippi Langstrumpf sagt:

      @Martin Brunner

      Etwas drastisch formuliert, aber im Kern genau getroffen. Ich vermisse bei den Lehrer/Innen die Leidenschaft, die Liebe zum Beruf und zu den Kindern. Wenn Nachmittags die Glocke schlägt, ist 15 Minuten später das Schulhaus menschenleer, fluchtartig verlassen die Lehrer die ungeliebte Stätte des Wirkens. Schauen wir nach Finnland, dort sind die Lehrer ganztags in der Schule anzutreffen, einer sagte in einem Interview, das sei normal, die Schule sei sein Arbeitsort, vorbereitet und korrigiert wird in der Schule. Jedes Kind hat die Möglichkeit, seine Anliegen nach Schulschluss vorzutragen, der Lehrer ist da und nimmt sich Zeit. Schule findet von 8 h bis 17 h statt, jeden Tag. Natürlich sind Teilpensen möglich mit entsprechender Aufteilung.

      In Finnland geniessen die Lehrer/Innen nach wie vor Respekt und Ansehen, weil sie es verdienen. Obschon sie lohnmässig schlechter gestellt sind als bei uns.

      • sportpapi sagt:

        Also wenn ich ins Schulhaus gehe, ist unabhängig von der Tageszeit das Schulhaus voll von Lehrern, die hier ihren Unterricht vorbereiten – oder die unzähligen Eltengespräche, die alle einzel am Abend stattfinden. Aber ich gebe Pippi auch recht: Es fehlt den Lehrern in der Schweiz zunehmend an Respekt und Ansehen.

      • ThomasR sagt:

        Man stellt sich das immer so einfach vor. Tatsache ist: Wenn die Lehrer zu freimütig sind, verlieren sie sofort den Respekt der Schüler. Im Angesicht aggressiver Schüler die sich nichts mehr sagen lassen und auch Strafen „einfach nicht mehr ausführen“ und einer Schulpflege die lieber kuscht statt hart durchzugreifen, sind Lehrer chancenlos. Wenn sie härter werden, wieder mehr auf Respekt und Autorität pochen, haben sie innert Tagesfrist ereiferte Eltern im Schulzimmer, denen es gar nicht gefällt, dass der Lehrer jegliche autoritäre Haltung gegenüber den Schülern zeigt. Wenn’s dann aber um Jugendgewalt geht, heisst es von denselben Eltern wieder: „Die Lehrer muss man stärker in die Pflicht nehmen!“
        Als ich zur Schule ging, hat man zwar auch hintenrum über den Lehrer gewitzelt – man war ja Kind – aber offiziell hatte der Lehrer was zu sagen und war Autoritätsperson. Ich habe meine Lehrer respektiert, auch meine Mitschüler in der Sek (heute Sek A). Im Gymi war dieses Problem massiv kleiner – wer sich dort nicht benimmt, fliegt nach maximal zwei Semestern einfach raus, fertig. Man muss ja auch eine Prüfung ablegen um reinzukommen. Dort war die Atmosphäre leider besser …

        Ich wollte vor dem Studium Lehrer werden. Schülern Wissen vermitteln und sie auf ihr Leben vorbereiten, das war mein Traum. Irgendwann dachte ich, „schau Dir das Chaos mal an – wenn, dann höchstens Mittelschullehrer für Englisch oder so.“ Mittlerweile verfolge ich eine ganz andere Richtung.

        Quintessenz: Unbegründet ist der Lehrermangel nicht. Wer will schon freiwillig ständig immer nur das A…loch sein, egal was er/sie tut?

      • mostindianer sagt:

        Im Jahr 2008 bewarben sich auf 100 Ausbildungsplätze „Erziehungswissenschaften“ an der Universität Helsinki über 1200 Personen. Diese Leute werden in einem mehrstufigen Auswahlverfahren auf Herz und Nieren geprüft. Warum ist dieser Beruf dort so angesehen? (In jährlichen Statistiken immer in den ersten fünf Rängen). Und ja es stimmt: eine finnische Lehrperson verdient nach zehn Jahren im Schuldienst etwa 2500 – 3000 Euro brutto, Lebenskosten in Finnland sind aber gleich hoch wie in der Schweiz.
        In Finnland herrscht grundsätzlich eine andere Kommunikationskultur: Man weiss einfach, dass jemand, der seinen Beruf ausübt, diesen auch gelernt hat und in diesem Beruf kompetent ist. Deshalb rufen finnische Eltern zum Beispiel nicht wegen einem halben Punkt in der Matheprüfung beim Lehrer zu Hause an oder kritisieren öffentlich Lehrpersonen oder Schulleitungen in methodischen oder didaktischen Angelegenheiten. Lehrpersonen wissen, dass zu Hause Erziehung stattfindet. Finnische Schulleiter sind in erster Linie verantwortlich für die Administration. In Finnland gibt es keine Laienbehörden, die Lehrpersonen bewerten (schon gar nicht lohnwirksam).
        Das Grundprinzip der schulischen Kommunikation in Finnland basiert auf gegenseitigem Vertrauen: Der andere macht seinen Job gut! In der Schweiz herrscht das gegenseitige Misstrauen vor. Ist es möglich, diese mitteleuropäische Kultur durch die nordeuropäische Kultur zu ersetzen? Schwerlich.

      • Widerspenstige sagt:

        @Pippi und @mostindianer

        Ich unterschreibe das ohne lange zu überlegen und stimme mit ein in das heere Lied der skandinavischen Gesellschaftsstruktur und Kultur! Endlich können ein paar Fakten belegbar hier veröffentlicht werden und sei es ’nur‘ aus Finnland. Wieso nicht das Gute darin heraus kristallisieren und an unser Schulsystem adaptieren – nicht überstülpen! Das ist ein Unterschied für alle, die jetzt ihr Veto laut hier anbringen möchten. Danke sehr für die guten Beispiele! 🙂

      • Widerspenstige sagt:

        @mostindianer…

        Aber das mit den Lebenskosten, welche etwa gleich hoch seien wie in der Schweiz muss ich ein wenig korrigieren. Der öV und die KK-Prämien sind im Vergleich zu hier viel niedriger, da in den höheren Steuern bereits enthalten. Ebenso sind Tagesschulen und Krippenplätze am Arbeitsort sowie viele Vergünstigungen für Familien ebenfalls vom Sozialstaat durch erhöhte Steuern finanziert und flächendeckend nicht nur in den Städten vorhanden. Dies ist eine enorme Erleichterung für alle BewohnerInnen und dies erhöht auch den Respekt dem Mitmensch gegenüber. Jede/r kann übrigens die Löhne via Internet vom Nachbar ersehen denn die sind nach einem genauen System nach Alter, Ausbildung etc. strukturiert und fairer transparent gemacht, was weniger Neid und Missgunst verursacht. Das sind nicht zu übersehende Werte, die so ein verantwortungsvoller Sozialstaat bewirkt. Die erhöhte MwSt ist übrigens nur für Konsumgüter und die Lohnnebenkosten – die bei uns so hoch anfallen und den Nettolohn für den Normalbürger so schmälern – sind bescheiden. Hier wird nicht die Arbeit exorbitant besteuert sondern die Unternehmer müssen u.a. via MwSt mehr an den Staat abgeben. Deshalb sind unsere Wirtschaftskapitäne so dagegen, dass wir die MwSt erhöhen! Dies dürfen brave KonsumentInnen natürlich nicht wissen.

      • Winnie-the pooh sagt:

        @Widerspenstige sagt:
        27. August 2010 um 17:25
        Mit vielem einverstanden, aber das mit der MWST stimmt so nicht ganz, leider. MWST zahlt immer der Endkonsument. Unsere Exportindustrie würde noch so gern die MWST zu Gunsten der DBST erhöhen.

    • Brunhild Steiner sagt:

      @Pippi Langstrumpf: vielleicht liegt das auch an der Schulhausbauweise?
      Hier haben die Lehrer oft gar nicht den Platz um quasi an ihrem Arbeitsplatz auch die entsprechenden Vorbereitungen zu erledigen, denn bloss weil ihre Lektion am Nachmittag zu Ende ist, heisst noch lange nicht dass sie ihr „Zimmer“ ausschliesslich für sich selber nutzen könnten.
      Und zu den Kindern in den finnischen Klassen gilt es zu bedenken, dass diese Klassen auch viel homogener sind als bei uns, und von daher vielleicht auch viel stressfreier den ganzen Tag mit diesen Kindern zusammenzusein…;-)

      • mostindianer sagt:

        EIn finnischer Schulleiter hat mir erklärt: „DIe Lehrpersonen an unserer Schule haben Vertrauen in die Fähigkeiten unserer Schüler. Jeder Schüler und jede Schülerin wird die neun obligatorischen Schuljahre erfolgreich beenden.“
        Ich frage mich, ob bei uns die Lehrpersonen auch alle so optimistisch an die Schulkarriere eines Kindes denken…

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