Schule-Spezial: Das verflixte 6. Schuljahr

Der sechste Beitrag der Expertenwoche «Schule-Spezial» stammt aus der Feder von Andrea Schafroth. Die Autorin des Erziehungsratgebers «Cool down» wendet sich gegen die Selektionshysterie beim Übertritt in die Gymnasialstufe.

SCHWEIZ MISS SCHWEIZ 2008

Das Gymnasium als Mass aller Dinge: Schülerinnen und Schüler des Gymnasiums Yverdon im Jahr 2008, unter ihnen die damals gerade zur Miss Schweiz gewählte Whitney Toyloy – sie machte ihre Matura infolge des freudigen Ereignisses ein Jahr später. (Bild: Keystone)

Nach den Sommerferien dreht sich jeweils alles um den ersten Schultag der Erstklässler – fünf Jahre danach hat der Ernst des Schullebens die Eltern eingeholt – und mit ihnen deren Kinder. Dann nämlich steht in der sechsten Klasse der erste Entscheid über die weitere schulische Laufbahn des Kindes an, es geht um die harte Währung Selektion: Reicht es in die Sekundarschule, in Stufe A oder B oder, wo es eins gibt, aufs Frühgymnasium? Geld, Einfluss, Einsatz: Alle möglichen Hebel werden nun in Bewegung gesetzt, um das Optimum, sprich die höchst mögliche Stufe, für das Kind herauszuholen.

Die Cleveren beginnen schon in der fünften Klasse, schliesslich zählt dann das Zeugnis oft bereits für die Einstufungsempfehlung oder die Erfahrungsnote, mit der das Kind dereinst an die Gymiprüfung muss. Dank gut getimtem Nachhilfeunterricht vermag manch ein hoch geschossener Leon, eine weiblich gewordene Laura seinen oder ihren Mathischnitt im zweiten Semester der fünften Klasse wundersam um eine ganze Note zu steigern. Ein anderer Trick: Vor dem Übertrittsjahr wechselt das Kind kurzerhand an eine Privatschule, an der Empfehlungen leichter zu bekommen sein sollen. Jene Eltern, die über weniger Raffinesse und Geld verfügen, behelfen sich mit Reklamieren und Feilschen – um ungerechte Noten, schlechte Unterrichtsmethoden und falsche Einschätzungen. Kein Wunder unterrichten junge Primarlehrer oft um einiges lieber an der Unterstufe als sich die Eltern der Fünft- und Sechstklässler anzutun.

Es ist aber auch kein Wunder, dass der Smalltalk unter Eltern im sechsten Schuljahr definitiv von den Pausenplatzquerelen auf Prüfungsvorbereitungskurse oder die Orthographie-Defizite der eigenen Kinder schwenkt. Denn sogar die überzeugtesten Kindheitsnostalgiker und unbekümmerten Seelen unter den Eltern können sich der Selektionshysterie kaum entziehen. Von allen Seiten werden sie mit der Frage bombardiert, was sie in diesem entscheidenden Jahr im Interesse ihres Kindes zu unternehmen gedenken, und mit freudig mitleidiger Miene werden sie gewarnt vor dem verflixten sechsten Stressschuljahr. Ausserdem hängen in Zürichs Trams bereits vor Beginn dieses Schuljahres Werbeplakate der Vorbereitungskurse für die «Gymiprüfung 2011» (die ersten von ihnen sind am ersten Schultag bereits ausgebucht). Es handelt sich dabei ja auch nicht um irgendwelche Kürslein, sondern um «drei aufbauende Kursteile», die sich «schulbegleitend» oder in den Ferien über ein halbes Jahr erstrecken und die insgesamt mit Frühbucherrabatt 1270 (statt 1550) Franken kosten.

Vergleichsweise spät folgen die offiziellen Informationsabende zum Übertritt von Schulbehörden und Klassenlehrerin. Und in Zürichs Buchhandlungen werden an zentraler Lage stapelweise Ratgeber und Übungsbücher für die Prüfungsvorbereitungen platziert. «Ich will ans Gymi» heisst der absolute Bestseller eines pensionierten Lehrers, der ganz genau weiss, welche neuen Hürden die Kantonsschulen aushecken angesichts der immer besser gewappneten Eltern und Kinder – und der darum drohenden höheren Erfolgsquote an der Prüfung.

Noch nie fürchteten Eltern mehr, die schulischen Weichen ihrer Kinder könnten falsch gestellt werden. Obwohl gleichzeitig die Möglichkeiten, diese Weichen auch später und andersrum richtig zu stellen nie zuvor so vielfältig waren: Berufsmatur, Passerelle, Fachhochschulen, Weiterbildungs- und Umschulungsangebote… Doch bedenklich am Theater ums sechste Schuljahr ist nicht nur, dass es eigentlich nicht nötig wäre, sondern auch, wie seine Auswirkungen die soziale Schere dokumentieren: In Zürich schaffen in einem Quartier mit hohem Ausländeranteil 1 bis 3 Schüler pro Klasse die Gymiprüfungen, in anderen Quartier mit vorwiegend bildungsnahen Eltern sind es 20 (von 25). Ob diesen 20 mit ihrem Erfolg auch wirklich wohl wird, scheint eine naiv-nostalgische Frage zu sein, die zum ersten Schultag, aber nicht zum sechsten Schuljahr passt. Ebenso wenig steht zur Debatte, wie es bei alledem um die Chancen der 20 Nichtgymnasiasten mit «bildungsfernen» Eltern aus der anderen Klasse steht.

MAMABLOG-SCHAFTROTH-150-01Andrea Schafroth ist Journalistin und Co-Geschäftsführerin eines Büros für Journalismus und Design. Sie lebt in Zürich, ist Mutter von drei Kindern im Alter von 3, 7 und 14 Jahren. Vor kurzem ist ihr Buch «Cool down – Wider den Erziehungswahn» erschienen, das sie mit dem Psychoanalytiker Peter Schneider geschrieben hat.

Die Sommerferien sind vorbei, auf den Trottoirs tragen ABC-Schützen stolz ihre neuen Theks in die Schule, die Grossen wechseln in die Oberstufe, einige fahren zum ersten Mal mit dem Zug ans Gymi. Jeder hat eigene Erinnerungen an die Schulzeit, gute und schlechte. Die Volksschule geht uns alle an. Nicht zuletzt, weil sie derzeit reformiert und umgebaut wird. Der Mamablog begleitet deshalb den Schulstart mit einer Expertenwoche zur Volksschule. Das Schule-Spezial lässt Lehrer, Künstler, Politikerinnen, Psychologen und Wissenschaftler zu Wort kommen.

Zum Abschluss der Expertenserie wird die Zürcher Regierungsrätin und Bildungsdirektorin Regine Aeppli Fragen und Diskussionspunkte von Ihnen, liebe Leserinnen und Leser, in einem Blogbeitrag beantworten. Fragen und Anliegen können Sie während der ganzen Woche direkt in einem Kommentar zum jeweiligen Tagesthema mit dem Vermerk @Aeppli formulieren. Die Redaktion wird die Fragen sichten, auswählen und der Regierungsrätin vorlegen.

84 Kommentare zu «Schule-Spezial: Das verflixte 6. Schuljahr»

  • Clemens Hoegl sagt:

    @Aeppli

    Sehr geehrte Frau Aeppli
    mein Sohn geht ins Gymnasium. Wir verstehen nicht, warum wir fuer seine Buecher selbst bezahlen muessen, wohingegen die Buecher fuer die Sek fuer die Schueler kostenfrei sind.
    Mit freundlichen Gruessen, Clemens Hoegl

  • Corinne Roy sagt:

    @Aeppli
    Sehr geehrte Frau Aeppli
    gerne moechte ich erfahren, ab wann Franzoesisch kein Pruefungsfach fuer die Lang-Gymi Aufnahmepruefung sein wird.
    Mit freundlichen Gruessen, Corinne Roy

  • markus meyer sagt:

    …der Most wirkt offenbar auf Mostindianer ziemlich heftig. Vielleicht mit Mineralwasser verdünnen. Schizophrenie und Klapsmühle scheinen mir eine etwas zu schräge Würdigung, jedenfalls in der Sache eher unangemessen. Das System ist intellektuell gewollt und bewusst so, nämlich leistungsfeindlich, ausgestaltet, aber nur bis zu den Aufnahmeprüfungen am Ende der Primarschule. Fraglich scheint es jedoch, alles auf die ganze Schweiz zu beziehen. Zürich ist wohl nur wirtschaftlich die Schweiz, nicht per se auch im ganzen Bildungsbereich. Ist es es nicht ein charakterisierendes Merkmal der Bürokratie, – und am meisten kostet und wächst im Bildungsberich nicht der Unterricht, sondern die Schulbürokraie – solche „Flickenteppiche“ zu generieren, um die Ineffizienz zu optimieren, übrigens keineswegs nur auf die Schulbürokratie bezogen?

    Und warum lässt man die Erziehung nicht bei den Eltern? Warum schickt man einen Schüler, der stört, nicht vor die Türe bzw. in einen andern Raum, wo er einen Aufsatz zu seinen Störungshandlungen/Verhalten abfasst anstatt ihn via Psychologen zu wichtig machen zu lassen?

  • mostindianer sagt:

    Realität ist das, was man selbst erlebt, nicht das, was einem zu einem Thema durch den Kopf geht.

    Sie hören sich an wie ein Bildungspolitiker, weshalb kandidieren Sie nicht für den Regierungsrat und lösen Frau Aeppli ab?

    „1. Die Primarschule erfüllt den Leistungsauftrag nicht schlecht, sondern sie erfüllt ihn weitgehend nicht mehr. Sie erreicht die Leistungsziele, nämlich Lesen, Schreiben/Formulieren, Rechnen nicht.“

    Aha. Ja genau. Das ist wahrscheinlich auch der Grund für die hohe Jugendarbeitslosigkeit.

    „2. Leistung bringt ein Erfolgserlebnis, auch wenn sie anscheinend den Mostindianer nur frustriert. Kann man früh genug lernen, dass im Leben letztlich Leistung zwar sicher nicht der einzige Wert ist, aber ein ganz wesentlicher?

    Ich bin nicht frustriert, ich gebe Ihnen sogar recht.

    „3. Müssen die Lehrer Erziehung übernehmen?“

    Ja sie müssen. Da es viele Eltern offenbar nicht mehr können. Dazu gehört auch zum Beispiel, dass Eltern ihren Kinder mit Eifer jeden ach so kleinen Stein aus dem Weg rollen. Kinder lernen zu Hause nicht mehr, aus Misserfolgen zu lernen.

    „Oder führt der Umstand dazu, dass die Schule Disziplin nicht durchsetzt, dass die Erziehung für die Eltern durch die Schule auch erschwert wird, wenn die Schule es geflissentilch unterlässt die eigenen Regeln durchzusetzen? Oder frustriert Leute wie den Mostindianer dieser Umstand?“

    Da ich Disziplin verlange und durchsetze, bin ich nicht gefrustet.

    „4. Möchte der Mostindianer bestreiten, dass in aller Regel die Primarschule nicht auf das Gymnasium vorbereitet?“

    Ich bestreite das nicht. Ich führe selbst solche Kurse (die nichts kosten) durch.

    „Wie erklärt sich der Indianer denn den Umstand, dass praktisch alle Schüler, die ans Gymnasium gehen, zusätzliche Kurse benötigen? “

    Dazu fällt mir genau ein Wort ein: Eltern.

    „5. Möchte der Mostindianer bestreiten, dass für eine Lehrstelle gute Deutschkenntnisse und gute Mathematikkenntnisse notwendig sind? Gerade für einen erfolgreichen Lehrabschluss ist eine gute Basis wichtig. Ziel ist nicht allein das Gymnasium. Aber der Schüler muss sich wirklich gut ausdrücken können. Mathematik ist für sehr vieles eine ganz wesentliche Grundlage.“

    Ich bestreite das nicht. Im Gegenteil: Ich setze das seit elf Jahren eins zu eins um.

    „6. Möchte der Mostindianer bestreiten, dass Diktate, Aufsätze etc. nicht mehr geübt werden?“

    Ich bestreite auch dies nicht. Im Gegenteil: Ich setze es eins zu ein um (Seit elf Jahren).

    „7. Die Schule ist leistungsfeindlich. Sie ist Resultat der 68ziger, die sich teilweise der Leistung verweigert, und sich teilweise im öffentlichen Dienst zulasten der arbeitenden Bevölkerung selbst verwirklicht.“

    68er sind schon längst im Pensionsalter, wann merken das die Leute endlich…

    Und was mich ständig immer wütender macht, ist dass es immer noch Leute gibt, die alle in einen Topf werfen.
    Aber auch das ist wohl eine direkte Ursache von Frust.

    • Laura TI sagt:

      Es ist interessant, wie schwer sich die Eltern da in der Deutschschweiz tun. Bei uns im Tessin gibt es kein Frühgymnasium, man macht die Oberstufe fertig und tritt dann ins Gymi ein, die guten Schüler ohne Prüfung, die etwas schlechteren mit Prüfung. Die Eltern hier haben auch wenig Einfluss auf die Schule, was in meinen Augen ein grosses Glück ist. Die Lehrer sind hier noch Autoritätspersonen, die Schule wird von einem Schuldirektor geleitet und das schon ab der ersten Grundstufe. Also keine Laien die sich Hobbymässig mit der Schule beschäftigen, sondern Fachleute, die das als Vollzeitjob machen. Es gibt kein Reinreden, kein mit dem Anwalt auftreten, im Allgemeinen ist man zufrieden mit der Schule, die seit eh und je in den Händen der PLR ist.
      Es wird immer vom Blick über den Tellerrand geredet, das finnische, schwedische, französische Modell angepriesen, man könnte auch mal das Tessiner Modell anschauen, das klappt nämlich ganz gut. Einziger Nachteil: Naturwissenschaftliche Fächer werden nicht in Italienischer Sprache an den Unis gelehrt, will ein Tessiner also in die Richtung studieren, bleibt ihm nur der Gang an eine Italienische Uni.

      • Eni sagt:

        @ Laura TI

        Ich komme auch ins Tessin wohnen, da sind die Schüler dann wenigstens reif für das Gymi so dass auch die Buben bessere Chancen haben dazu.

      • Patrick Tigri sagt:

        Tessiner lernen deutsch und französisch (und englisch), und wenn sie studieren wollen, haben sie in der Schweiz einige gute Adressen. Viele meiner Kommilitonen in Zürich waren Tessiner.

      • adlerauge sagt:

        ich kann ehrlich gesagt auch nicht nachvollziehen, wieso es denn ums verrecken das langzeitgymi sein muss. damit sich die kids nicht weitere 2-3 jahre mit allen möglichen bevölkerungsschlichten rumschlagen müssen? ich denke, ohne diese frühe entmischung wäre das problem schon etwas entschärft. nicht zu sprechen von verbesserter sozialkompetenz der späteren gymi-schüler.

        ja, das 7. und 8. schuljahr war kein zuckerschlecken und auseinandersetzungen mit bestimmten realschülern (bei uns gabs die aufteilung in sek und real) waren durchaus mal handgreiflich. geschadet hat’s nicht und ich hab trotz „kurzzeit“-gymi einen eth-abschluss im sack und verkehre heute noch mühelos mit nicht-akademikern.

    • markus meyer sagt:

      … , Resultat der 68ziger, die mittlerweile überwiegend in Pension sind. Aber eben: Die Realität Primarschule ist eben nicht mit den 68zigern pensioniert worden, sondern überdauert mit all den Epigonen jede Pensionierung … und da mag es zutreffen, dass in Mostindien noch nicht alle Auswüchse angekommen sind.

      • mostindianer sagt:

        Realität ist aber auch, dass es beispielsweise in der Sprache, bzw. in der Sprachmethodik einen riesigen Flickenteppich an Methoden gibt, an welchen alle drei Jahre ein neues Stück drangenäht wird. Wegen dieser Schizophrenie ist grundsätzlich das System Volksschule Schweiz eigentlich reif für die Klapsmühle…

    • Laura TI sagt:

      @Patrick Tigri
      ich habe in meinem Bekanntenkreis ganz viele junge Leute, die sich ein Studium in einer Fremdsprache einfach nicht zutrauen. Viele die sich trotzdem für ein Studium in der Schweiz entschieden haben, müssen repetieren, schlicht weil sie mit der Deutschen Sprache nicht zurecht kommen.

      • Patrick Tigri sagt:

        ja, das chas gitz. Die Hürden für ticinesi sind höher, stimmt. Aber wer sich hier durchbeisst, hat dafür dann auch Biss… Leider sprechen viele Tessiner so ungern deutsch. Wobei, so schlecht war das für mich nicht, mein tessiner Kollege (auch diplomiert an der ETH in Zürich) hat immer italienisch mit mir geredet statt deutsch… deswegen kann ich so gut italienisch 😉

  • Eremit sagt:

    Wenn man den Text von Frau Schafroth liegt, muss man sich fragen zu was für eine elitäte Gymi-Zweiklassengesellschaft wir uns entwickelt haben und ob es nicht besser wäre wie zur Zeit der DDR studierten einen tieferen Lohn zu zahlen als Handwerker?

    • Cara Mia sagt:

      Dazu kam, dass immer nur jede zweite Generation studieren durfte (musste) und jede zweite ins Handwerk durfte (musste). So dass garantiert keine Familie ihr Wissen von Generation zu Generation weitergeben konnte und Talente vollkommen egal waren. Das Resultat hat man ja gesehen.

  • markus meyer sagt:

    Das Problem liegt woanders: Die Primarschule verachtet alles, was nach Leistung riecht. Gelernt wird nicht systematisch, z.B. Lesen: L, Le, Les, Les, Lesen. Nein, das macht man irgendwie Wort für Wort.
    Dikate sind nicht in Mode. Grammatik büffeln ist out. Rechtschreibung wird nicht systematisch gelernt. Kurz: Die Primarschule will aus politischen Gründen gar nicht das Leistungsprinzip anerkennen. Eine wirkliche Vorbereitung auf das Gymnasium bietet die Primarschule aus ideologischen Gründen heute nicht.
    Die Schüler kommen ins KV. Sie können kaum richtig Deutsch. Deklinieren, Konjugieren, Consecutio temporum, Satzbau, etc. sind nicht Mode. Die wissen in der Regel weder was ein Subjekt ist, noch was ein Prädikat oder Prädikativ ist (die deutschen Ausdrücke reichen auch). Die Regeln der Gross – und Kleinschreibung sind offenbar nicht im Trend.
    Auf die Strecke bleiben vor allem jene Kinder, deren Eltern sich private Vorbereitung nicht leisten können, und meist nicht leisten wollen, und solche, welche die Funktionsweise der Zürcher Primarschule nicht durchschauen. Der Markt hat reagiert: Die Eltern müssen von Anfang an, die Bildung durch den Beizug von Lehrkräften, besondere Kurse etc. selber übernehmen. Die Schule ist weitgehend ein sagenhaft teurer Leerlauf.
    Die Lehrer werden – systemimmanent konsequent – nicht nach Leistung entlöhnt. Im Schulhaus x kamen in den Jahren -1, – 2, – 3 im Durchschnitt 10% der Schuler in das Gymnasium. Bringt er eine entsprechende höhere Quote zustande, erhält er einen Bonus. Nein. Mitnichten.
    In der Schule fehlt das Lernklima: jeder Schüler redet, wann er gleich Lust hat. Disziplin ist nicht trendig.
    Ab erster Klasse lernt ein Schüler bereits: Wenn die Eltern beide in Teilzeit arbeiten, spart man sich nicht nur die Krankenkassenprämie, Steuern. Nein. Die Schule drillt das Kind bereits darauf, dass Leistung schlecht ist, und seine Eltern, die voll arbeiten, die Krankenkassenprämie voll bezahlen, hohe Steuern entrichten, werden sofort bestraft, indem sie massiv höhere Beiträge für den Hort oder das Schilager bezahlen müssen, wenn sie so blöd sind, diesen Klassenkampf von oben mitzumachen. Message: Leistung muss bestraft werden.
    Die Schule hat nicht zu wenig Geld, sondern viel zu viel. Da karrt man mit dem Taxi Schüler (z.B. autistisch behindert) aus einem in einen andern Schulhaus, am Morgen hin und am Abend zurück. Dazu muss eine besondere Lehrkraft für dieses eine Kind her. Damit alle weniger lernen. Ab erster Klasse braucht es spezielle Lehrer fürs Turnen, fürs Schwimmen, fürs Singen/Musizieren. Dazu kommen Hilfslehrer.
    Die Leistung der Primarschule kann man nur steigern, indem das Leistungsprinzip einführt, und die Mittel für sog. Bildung abbaut. Die Leitplanken der Primarschule: Missachtung des Leistungsprinzips, Disziplinlosigkeit und Respektlosigkeit müssen verschwinden.

    • mostindianer sagt:

      @markus meyer (Ist ja alles klein geschrieben. Ist Nomen gross schreiben auch out?)
      Sie waren offenbar schon länger nicht mehr in der Schule. Denn was Sie da so rauslassen entbehrt jedem Realitätsbezug.
      Bonus für eine höhere Gymiquote: Was für ein Blödsinn. Eltern, die Bildung übernehmen müssen? Umgekehrt ist es wohl eher so, dass Lehrpersonen Erziehung übernehmen müssen.
      Die Schule steht unter ständigem Druck, immer und überall die Leistung schon früh einzufordern.
      Was passiert ist das, was offenbar Sie erlebt haben: Kinder sind bereits vor der vierten Klasse gefrustet gehen nicht mehr gern zur Schule, Lernen wird ein Krampf und als Erwachsene finden sie, die Schule solle das Leistungsprinzip abschaffen… oder muss man es jetzt einführen…? Nur Widersprüchliches Geschwafel.

      • markus meyer sagt:

        Natürlich, man kann auch Realtäten als Geschwafel abtun.

        1. Die Primarschule erfüllt den Leistungsauftrag nicht schlecht, sondern sie erfüllt ihn weitgehend nicht mehr. Sie erreicht die Leistungsziele, nämlich Lesen, Schreiben/Formulieren, Rechnen nicht. Vielmehr ist ein ausserschulisches Prüfungstraining notwendig. Der finanzielle Aufwand für die Primarschule steht in keinem Verhältnis zum Resultat. Ist das viele Psychologisieren wirklich immer eine Hilfe?

        2. Leistung bringt ein Erfolgserlebnis, auch wenn sie anscheinend den Mostindianer nur frustriert. Kann man früh genug lernen, dass im Leben letztlich Leistung zwar sicher nicht der einzige Wert ist, aber ein ganz wesentlicher? Im Berufsleben gibt es – ausserhalb der geschützen staatlichen Werkstätten – harte Konkurrenz.

        3. Müssen die Lehrer Erziehung übernehmen? Oder führt der Umstand dazu, dass die Schule Disziplin nicht durchsetzt, dass die Erziehung für die Eltern durch die Schule auch erschwert wird, wenn die Schule es geflissentilch unterlässt die eigenen Regeln durchzusetzen? Oder frustriert Leute wie den Mostindianer dieser Umstand?

        4. Möchte der Mostindianer bestreiten, dass in aller Regel die Primarschule nicht auf das Gymnasium vorbereitet? Wie erklärt sich der Indianer denn den Umstand, dass praktisch alle Schüler, die ans Gymnasium gehen, zusätzliche Kurse benötigen? Weil die Primarschule auf diese Prüfung wirklich gut vorbereitet? Das Positive dieser Privatindustrie ist der Umstand, dass Lehrer damit ihr Einkommen aufbessern können. Das ist nicht negativ. Aber eigentlich sollte der Stoff für das Gymnasium etc. in der Primarschule erarbeitet werden.

        5. Möchte der Mostindianer bestreiten, dass für eine Lehrstelle gute Deutschkenntnisse und gute Mathematikkenntnisse notwendig sind? Gerade für einen erfolgreichen Lehrabschluss ist eine gute Basis wichtig. Ziel ist nicht allein das Gymnasium. Aber der Schüler muss sich wirklich gut ausdrücken können. Mathematik ist für sehr vieles eine ganz wesentliche Grundlage.

        6. Möchte der Mostindianer bestreiten, dass Diktate, Aufsätze etc. nicht mehr geübt werden?

        7. Die Schule ist leistungsfeindlich. Sie ist Resultat der 68ziger, die sich teilweise der Leistung verweigert, und sich teilweise im öffentlichen Dienst zulasten der arbeitenden Bevölkerung selbst verwirklicht. Aber es hat beim Staat nicht für alle Platz, so dass eben nicht alle zulasten der Steuerzahler leben können, vgl. Griechenland.

  • Cara Mia sagt:

    Ueberall ist Wettbewerb, Schwingerkönige, Schönheitsmissen, was weiss ich, bloss ich der Schule darf das nicht sein. Ja kein Druck. Warum gebt Ihr nicht gleich jedem einfach einen Doktortitel in die Hand und fertig? Wenn jede Schulstufe die Selektion einfach an die nächsthöhere delegiert und die Uni das dann auch noch macht – na dann prost. Wir haben jetzt schon unglaublich leistungsschwache Maturanden, das Niveau sinkt und sinkt – wollen wir das wirklich?

    • Michael Wirtschlecht sagt:

      Nein, wir wollen Schönheitsmissen an der Schwule. Buben verdienen sich ihren Titel mit einer zünftigen Schwingete. Die Missen dann beim Melken. Die Zuschauer können dann anrufen wer wen besser schwingt und melkt. Das ist dann der Obermaker der die Miss Helvetia und damit die Nation auf den rechten Weg weißt.

    • Σαπφώ sagt:

      Nein, wir wollen Schönheitsmissen an der Schwule. Buben verdienen sich ihren Titel mit einer zünftigen Schwingete. Die Missen dann beim Melken. Die Zuschauer können dann anrufen wer wen besser schwingt und melkt. Das ist dann der Obermaker der die Miss Helvetia und damit die Nation auf den rechten Weg weißt.

      • Cara Mia sagt:

        Aha, noch so einer der im Intercity durch die Schule raste?

      • Katharina sagt:

        Nein, ich glaube das war ein Marsch durch den Pfadfinderwald. Rot angemalte Bäume mussten dann stramm angepinkelt werden. Es ertönten faschistische Parolen aus den Lautsprechern. Wie ferngesteuerte Zombies fielen sie im Nachtlager in den Schlaf.
        Da sie psychologisches als Exkrement betrachten, ist Heilung fern.
        Es gibt Bildungsferne, aber leider auch jene fern von psychologischem ….Einfühlungsvermögen?

  • Eva sagt:

    Das 6. Primarschuljahr ist ein Spaziergang im Vergleich zur Probezeit im Gymnasium…

  • Eleonore sagt:

    Soviel ich weiss werden Noten/Empfehlungen von Privatschulen in Zürich nicht anerkannt.

    Wenn man also zu einer Privatschule wechselt, muss man sich ganz auf die Prüfung verlassen…

  • Katharina sagt:

    Was soll falsch sein an Nachhilfeunterricht? Der Ton dieses Artikels ist so, als ob das etwas Schlechtes sei.

    Was IST falsch an folgender Aussage: „In Zürich schaffen in einem Quartier mit hohem Ausländeranteil nur“? Heißt das nicht, dass Kinder aus dem Englischviertel absolut keine Chance haben, ins Gymnasium zu kommen?

    Wie steht es mit Durchlässigkeit?

    Welches Kind weiß im sechsten Schuljahr, also etwa mit 12, was es nach der dann beginnenden Periode der Hormonstürme mit seinem Leben machen will?
    Schul- und Berufslaufbahn in dem Alter endgültig aufzugleisen scheint mir der ungünstigste Zeitpunkt zu sein.

    Weshalb nicht Aufnahmeprüfungen an die höheren Bildungsinstitute? Weshalb nicht ein System, wo abgeschlossene Kurse als Credits bei einer anderen Schule angerechnet werden?

    Wie ist das in einer Situation, wo ins Ausland oder vom Ausland reloziert wird? Oder noch extremer von Kanton zu Kanton?
    Berechtigt der Abschluss der Highschool von Hicksville zum Eintritt in die Hochschule?
    Oder der Abschluss beim Kollegium „roter Tiger auf dem flammenden Drachen“ in Shanghai zum Eintritt ins Institut für Sozialwissenschaften?

    • Brunhild Steiner sagt:

      1) weil das kein eigentlicher Nachhilfeunterricht für ein Fach im laufenden Schuljahr ist, sondern ein Trainingsprogramm um eine Prüfung für die höchste Schulstufe zu bestehen, in die man eigentlich aufgrund seiner normaler Schulleistung sowieso kommen sollte wenn man über diese verfügt, und nicht weil einfach auf den Tag X gepaukt worden ist.

      2) Ausländerquartier (ausgeschlossen sind Strassenzüge voller Ausländerkinder deren Eltern an Unis oder in Hightechbürotürmen arbeiten…;-), (nicht als Putzkraft) ) Die aus dem Englischviertel sind sowieso an der internationen Schule oder im alpinen Internat… .

      3) am Schluss der Sek A, Möglichkeit ins 3jährige Kurzzeitgymi überzutreten. (oder auch schon früher?)
      Ebenfalls Möglichkeit von Sek B in Sek A zu wechseln.

      4) deswegen lob ich mir die Erwachsenenmatur, und ganz viel andere Berufs/Entwicklungsweichen die da noch kommen werden.

      6) willst Du das wirklich wissen…? Es ist NICHT lustig!

      • Katharina sagt:

        Wieso nicht?

      • Brunhild Steiner sagt:

        unterschiedliche Stoffpläne, komplett andere Lehrmittel (wobei das auch bei einem Umzug innerhalb des Kantons passieren kann) andere Namen und Begriffe für diesselben Dinge, (und nicht jedem Lehrer ist bewusst dass das Kind bloss den Namen nicht versteht, die Sache aber schon), andere Leistungsvorgaben usw usf,nicht umsonst wäre es dringend an der Zeit ein einigermassen einheitliches System einzuführen.

  • Rum Tum Tugger sagt:

    Kleine Zwischenfrage: Gibt es noch andere Diskussionsthemen? Schule, Schule, Schule, es ödet an, macht mal einen Punkt!

    • Katharina sagt:

      „macht mal einen Punkt!“

      hier:

      [ ] dies ist ein akademischer punkt (leer)

      . dies ist ein linker punkt (rot)

      dies ist ein rechter punkt . (schwarz)

      ich liebe mein pinkes puenktchen (.)(.) oops das sind ja zwei

  • Speeedy sagt:

    Ich, Studentin der Sozialen Arbeit, nächste Woche diplomiert, spreche aus eigener Erfahrung über die Kluft zwischen Matura/Gymi und Lehre. Ich als älteste dreier Schwestern hatte nie Mühe in der Schule. Dennoch wollte ich nach der 6. Klasse nicht ans Gymnasium, weil ich dann den ganzen Tag von meiner Familie weg gewesen wäre. Von meiner damaligen Klasse versuchten 10 Kinder die Gymiprüfung – zwei davon freiwillig, der Rest auf Wunsch der Eltern. Heute studieren „nur“ die zwei Freiwilligen, die anderen machten eine Berufslehre und sind jetzt ebenfalls glücklich. Ähnlich die Situation nach der zweiten Oberstufe: 10 Kinder machen die Gymiprüfung, zwei ohne Lernstudio (dazu zählte auch ich), der Rest besucht wöchentlich mind. zwei Mal das Lernstudio. Während der Probezeit fliegt eine Person raus, während der Schule zwei weitere und der Rest hatte grosse Schwierigkeiten dem Schulstoff zu folgen, sich zu motivieren und bestand die Matura nur ser knapp. Bei dem letzten Klassentreffen haben sie mir erzählt, dass sie jetzt – nach der Matura – noch eine Lehre machen, durch die Welt reisen und sich das Leben mit Gelgenheitsjobs verdienen, jedoch keine Motivation für ein Studium haben.
    Ich frage mich, warum Eltern ihre Kinder zwingen eine Matura zu machen, wenn diese keine Motivation dafür zeigen? Damit sie nachher genau so demotiviert ein Studium durchlaufen? Oder mit 21 noch eine Lehre beginnen müssen um ihren Lebenstraum zu verwirklichen? Oder sich von den Eltern ihre Arbeitslosigkeit finanzieren lassen?!?

    Meine jüngere Schwester bekundete schon immer Mühe mit dem lernen, sie arbeitet lieber praktisch. Meine Eltern (beide Lehrer) hatten zu beginn Mühe zu akzeptieren, dass ihr Kind nicht ans Gymi geht. Besonders meine Mutter tat sich schwer damit zu akzeptieren, dass meine Schwester, nachdem ich in die Kanti ging, mir nicht folgte. Meine Schwester machte jedoch eine Lehre als FaGe und besucht jetzt die HF (da leider die bereits angesprochene Akademisierung auch im Pflegebereich keinen Halt macht…) und ist glücklich damit! Für was also die Schulbank drücken, wenn man sich lieber praktisch betätigt?

    Liebe Eltern: In der Schweiz gibt es soooo viele Möglichkeiten auch ohne Matur zu arbeiten. Lasst eure Kinder entscheiden, was sie wollen und was gut für sie ist (in einem gesunden Masse natürlich…). Ist es nicht besser ein glücklichen, „nicht-maturisiertes“ aber motiviertes Kinde zu haben, als ein überfordertes, unglückliches und demotiviertes Nervenbündel, das Angst vor dem Nichtbestehen einer Prüfung hat?!?

  • Bruno Renggli sagt:

    Ich kann nicht verstehen, wie es heute noch immer Eltern geben kann, welche nicht versuchen ihren Kindern die beste Ausbildung zu ermöglichen. Meine Erfahrungen aus dem Ausland zeigen: Im Rest der Welt ist es völlig selbstverständlich, darauf zu zielen, dass das eigene Kind eine bessere Ausbildung erhält als die Eltern selbst.

    Nur in der Schweiz sehe ich dieses Verhalten, das Gymnasium immer wieder herunterzureden und den Handwerkerberuf so zu glorifizieren.
    Offenbar haben viele die Zeichen der Zeit nicht erkannt: Unsere Gesellschaft wird Kopflastiger.

    Es gibt viele Handwerkerberufe, welche bereits heute schon nicht mehr ohne eine höhere fachtechnischen Ausbildung auskommen. Den klassischen Schreiner gibt es bald nicht mehr: Da wird die Bedienung von High-Tech-Fräsmaschienen verlangt – das braucht einen Fachhochschulabschluss; einfach eine Lehre reicht nicht. Die Montagearbeit auf dem Bau machen Ausländer, welche für 3500 im Monat arbeiten.
    Elektriker: Einen einfachen Haushalt an den Strom anschliessen kann jeder 3. Lehrjahrstift (auch der Do-it-Yourself-Typ oder der Saisonier für 3500 im Monat). Aber die Verkabelung eines Bürogebäudes oder Fabrik mit Telekommunikation etc. braucht einen Telematiker – ein Elektriker mit fachtechnischer Ausbildung.
    Selbst Fabrikarbeiter in Stahlverarbeitung, Hightech-Güter, oder egal was bisschen Industrie noch übrig ist: Überall wird mit Hightech-Geräten/Maschinen gearbeitet und überall benötigt es eine höhere Ausbildung.
    Und das Märchen vom KV-Lehrling, welcher Bankdirektor wird, sollte auch endlich begraben werden. Heute wird man bei einer Bank ohne Fachhochschulabschluss noch nicht einmal als Sekretärin (perdon Assistentin) eingestellt.

    In der Schweiz fehlen offenbar Informatiker, Elektroingenieure, Bauingenieure, Chemiker, Ärzte etc. Das sind alles Jobs, welche einen Uniabschluss erfordern. Es wundert nicht, dass diese Leute fehlen – hat doch die Schweiz europaweit den kleinsten Prozentanteil an Uniabsolventen. Und wenn es die Leute hier nicht gibt, holt man sie aus dem Ausland – grösstenteils aus Deutschland. Soll mir dann niemand kommen mit: Die sind billiger. Sind sie nämlich nicht. Billiger sind nur Handlanger für Arbeiten ohne hohe Anforderungen, welche auch Analphabeten machen können.

    Das Problem ist nicht das Gymnasium per se, sondern die mangelnde Durchlässigkeit im Schweizer Bildungswesen. Wer das Gymnasium nicht hat, wird nie ein Studium geschweige denn einen einzigen Fachkurs belegen können. Wer es nicht ins Gymnasium schafft, ist dazu verdonnert, ausschliesslich auf dem Fachhochschul-Sektor fündig zu werden. Und da bahnt sich eine eigentliche Bildungsinflation an. Jeder der kann, macht einen FH-Abschluss. In einigen Branchen ist der FH-Abschluss bereits Grundanforderung. Aber hier lauern aufgrund der Internationalisierung Gefahren. Der FH-Abschluss ist auch hierzulande nur ein Bachelor-Abschluss. Ein 3-jähriges Uni-Vorstudium. Im Ausland gilt der Bachelor rein gar nichts, zeugt einfach von nicht abgeschlossenem Unistudium. Schon die Jobinserate von den vielen Auslandsfirmen, welche sich hier niederlassen zeigen dies. Selbst für mittlere Bürofunktionen wird ein MBA verlangt, weil ausländische Manager den FH nicht kennen. Auch der vielgerühmte Praxisbezug bei FH-Ausbildungen ist ein Mythos. Den Praxisbezug gibt es so nicht. Oder was glaubt den jeder, dass im FH-Studium keine blanke Theorie gebüffelt werden muss? FH ist ein abgespecktes Unistudium mit weniger Wissensinhalt. Die Praxis ist dann so, dass der FH-Absolvent nie der Topchef wird, wenn es daneben noch jemanden gibt mit Uniabschluss.

    Fazit: Die Welt wird Kopflastiger und der Menschheit fehlt es an Wissen. Dummheit und Ignoranz herrschen vor und Mittelmass regiert; vor allem in der Schweiz. Also tut euch einen Gefallen: Setzt alles daran, unseren Kindern den besten Schulabschluss zu ermöglichen. Ein Uniabgänger kann noch immer Handlanger werden, umgekehrt geht das nicht.

    • lara sagt:

      ui ui so was darf man in der schweiz nicht laut sagen…

      • Rita sagt:

        Und ich frage mich, weshalb muss jeder studieren? Weshalb wird eine Berufslehre immer schlecht gemacht? Ich habe „nur“ einen KV-Abschluss und hätte nie studieren wollen – das wäre der grösste Horror gewesen! Ich habe heute einen 3stelligen Jahreslohn und das auch ohne Uni-Abschluss, weiterführende Hochschule, höherer Berufsprüfung o.ä! Ich finde es äusserst bedenklich, dass für viele eine Lehre als Auslaufmodell betrachtet wird (was du willst Handwerker werden???????) Mir ist ein gut ausgebildeter Arbeiter lieber als ein studierter Theoretiker, der keine Ahnung davon hat, wie gearbeitet wird.

      • Katharina sagt:

        „Ich habe heute einen 3stelligen Jahreslohn“ eben. das ist weniger als tausend Franken im Jahr.

      • *sigh* sagt:

        @Katharina: sollte das jetzt irgendwie lustig sein? Für den Bildungstand, den ich Ihnen anhand ihrer bisherigen Posts attestiere, ist das aber ein sehr dünner Witz..

      • Katharina sagt:

        @*sigh* 30. August 2010 um 16:49:

        Nein. es ist mathematische Tatsache, dass eine dreistellige Zahl weniger als 1000 sein muss. 999 oder weniger.

        was Rita meint ist das Einkommen in Kilofranken. dann schwankt ihr Einkommen von 100’000 bis 999’000, bei einer ganzzahligen Menge.

        Im binären System wäre es dann ein Betrag zwischen 4 und 7.

        Hexadezimal dann 256 bis 4095.

        der Witz ist so dünn wie die Idee, ein Universitätsabschluss garantiere ein Einkommen von knapp einer Million.

        oder Schüler, die Nachhilfeunterricht, besuchen seien Trittbrettfahrer.
        oder eine Berufslehre degradiere Menschen zu homunculi in irgendeinem Sweatshop.

        es ist aber so, dass auf vielen Stellenbeschrieben steht, Bachelor sei Mindestanforderung. Daraus ergibt sich dann, dass ein Bachelor gemacht werden muss, nur damit die Chance für ein Stelleninterview besteht, auch wenn die Anforderungen der Stelle wenig mit akademischem Wissen zu tun haben.

        Vielleicht sind die Schweizer Zahlen (mit weniger Personen mit akademischen Titeln als das Ausland) nur ehrlicher.

    • *sigh* sagt:

      Ich kann nicht verstehen, wie es heute noch immer Eltern geben kann, welche nicht versuchen ihren Kindern die beste Ausbildung zu ermöglichen. Meine Erfahrungen aus dem Ausland zeigen: Im Rest der Welt ist es völlig selbstverständlich, darauf zu zielen, dass das eigene Kind eine bessere Ausbildung erhält als die Eltern selbst.
      Ist in der Schweiz nicht nötig, eine gleich gute Ausbildung wie sie die Eltern hatten ist hier im Regelfall ausreichend um ein „normales“ Leben zu leben (kommt mir jetzt bitte nicht mit der Rede vom Kreis-4-Ausländer-Stereotyp-Problemkind, wir reden hier über den DURCHSCHNITT).

      Nur in der Schweiz sehe ich dieses Verhalten, das Gymnasium immer wieder herunterzureden und den Handwerkerberuf so zu glorifizieren.
      Das Gegenteil ist der Fall, wer eine Lehre macht gilt bereits als dumm.

      Es gibt viele Handwerkerberufe, welche bereits heute schon nicht mehr ohne eine höhere fachtechnischen Ausbildung auskommen. Den klassischen Schreiner gibt es bald nicht mehr: Da wird die Bedienung von High-Tech-Fräsmaschienen verlangt – das braucht einen Fachhochschulabschluss; einfach eine Lehre reicht nicht.
      Das ist schlichtweg gelogen. Schon mal davon gehört dass ein Mensch auch nach Abschluss der Lehre noch Ausbildungen/Zertifizierungen machen kann? Bzw. dass sich auch die Lehrpläne der Lehrlinge der Zeit anpassen?
      Einzig, wer sich auf seiner Lehre ausruhen will, der hat verloren, richtig. Aber mehr auch nicht.

    • *sigh* sagt:

      @Katharina:
      Wo bleibt das oktale System? 😉

      Zur Erklärung:
      Was Rita sagt ist hierzulande umgangsprachlich absolut korrekt und sagt dabei sinngemäss nichts weiter als, dass auch der Einstieg ins Berufsleben via KV-Lehre dann später zu einem Salär von über 100’000 CHF / Jahr führen kann.

      Intelligenz//Einsatzleistung=Leistungsfähigkeit ist nunmal nicht vom Besuch einer Uni abhängig. Punkt.

      • Katharina sagt:

        nein, den mit dreistelligem jahreseinkommen hatte ich in der schweiz nie gehoert. bei einem dreistelligen stundeneinkommen macht das dann schon sinn.
        dass die annahme, dass nur ein uni abschluss zu hohem einkommen fuehre habe ich und andere ja gesagt. das war von der sache her aus ritas einwurf schon klar.

        es scheint sogar so zu sein, dass bei den ganz grossen verdienern sehr viele studienabbrecher sind.

        noch was zur formel Intelligenz//Einsatzleistung… Einsatzleistung heisst auch fleiss. das wuerde heissen dass viel fleiss eher mindernd wirkt. zynisch gesagt durchschnittlich belichtete fleissige leute kriegen wenig geld.

        mein eindruck ist aber eher, dass fleiss mehr zum erfolg beitraegt als intelligenz. jemand kann extrem intelligent sein aber lahm bis faul (evt wegen unterforderung) und serbelt dann ab.

        da wundere ich mich ueber leute wie Leonard Susskind, der „String theory landscape“ entwicklet hat. der war mal klempner und heute einer der fuehrenden theoretischen physiker.

      • *sigh* sagt:

        „Intelligenz/Einsatzleistung=Leistungsfähigkeit“ war nicht im mathematischen Kontext gemeint, sondern zur Herstellung eines Zusammenhangs der beiden Eigenschaften – entsprechend stimme ich Ihren Ableitungen davon so nicht zu: Fleiss kann fehlende Intelligenz oft wettmachen, dasselbe gilt umgekehrt.
        Wenn es als Formel formuliert werden soll, müsste es schon eine Multiplikation sein: Intelligenz*Einsatzleistung=Leistungsfähigkeit.

        …wobei „Intelligenz“ mal wieder ein äusserst schwammiger Begriff ist…

  • heidi reiff sagt:

    Ein häufiges Muster ist, dass Eltern, die selstbst die Matur nicht geschafft haben, es delegieren an ihre Nachkommenschaft. Ansehen, nach aussen steigt das Prestige, wenn man bluffen kann. Sohn oder Tochter hat Matur gemacht.
    Es gibt auch Berufsberatungen. Jeder Mensch hat ja seinen eigenen Rhytmus. Der äussere Druck geht meist von Eltern aus

    • Tobe or not Tobe sagt:

      Schön gesagt Heidi… ist das nicht der Ursprung dieses Übels? Viele Eltern die in den 60, 70 und80ern aufgewachsen sind, wurde bereits unter diesen Druck gesetzt. Nun möchten sie natürlich keinen Sohn als Maurer der nix verdient und mit 40 Rückenschaden hat. Lieber dem Nachbarn erzählen können, mein Kind ist an der UNI und studiert. Glaube mancher Nachwuchs weis gar nicht wieso es studiert.

      Natürlich ist es auch undankbar nach Jahren des Studiums keinen Job zu finden. So ergeht es vielen Leuten im Ausland, die als Asylanten zbsp in die Schweiz kommen und vom Uniprofessor zum tellerwascher „degradiert“ werden. Amerikanisches Systen lässt grüssen.

    • A. Schafroth sagt:

      Wobei mich immer wieder erstaunt, wie sich die Kinder/Jugendlichen auch selbst unter Druck setzen.

  • Stuzzicadenti sagt:

    Gesamtschulen bis 18, danach Eintrittsprüfungen an den Unis und FH. Problem gelöst…

  • zuversicht sagt:

    an „sigh“

    Gute Zeilen, jede Arbeit verdient Respekt.
    Doch werden in unserer Gesellschaft immer wieder die gleichen Werte vermittelt.
    Erfolg und der damit verbundene Geldsegen und die gesellschaftliche Achtung.

    Warum die Menschen nicht lassen, was sie machen wollen ohne immer zu werten.
    Ein guter und fähiger Handwerker ist goldwert, und es wäre schön, wenn auch Eltern stolz zeigen würden, dass Ihre
    Sprösslinge diesen Weg einschlagen. Man müsste sich auch Gedanken machen, dieses Lohngefälle zwischen Handwerkerberufen und den sogenannten „intelektuellen“ Berufen in einer gewissen Art und Weise anzugleichen.

    Warum soll ein Manager xMal mehr verdienen? Warum ist „Hirntätigkeit“ so viel besser bezahlt als ehrliche Handarbeit,
    ich denke, auch der Handwerker hat sein „Hirn“ bei seiner Tätigkeit nicht ausgeschaltet.

    Alles ist gut, solange derjenige oder diejenige damit zufrieden ist.

    Das Geld ein wichtiger Faktor ist unumstösslich, aber wie sagte auch schon Henrik Ibsen, es geht um das richtige Mass.

  • *sigh* sagt:

    @Redaktion: bitte prüfen ob das so publiziert werden darf oder ob da dann irgendwelche Rechte verletzt würden, danke.

    Zum Thema „Erfolg“ hier ein Auszug aus dem Song von Samy Deluxe’s Lied „Musik um durch den Tag zu kommen“ vom Album „Dis wo ich herkomm“:

    Hook:
    Dies hier ist einfach nur Musik, um durch den Tag zu komm,
    Dein morgens-frühaufsteh-auf-dem-Weg-zur-Arbeit-Song,
    Dies hier ist einfach nur Musik, um gut durch’s Jahr zu komm,
    Immer nur am rätseln, wann wir endlich an das Bare komm,

    Es ist egal, was du machst oder tust,
    Was Wichtig ist, ist das du, was du machst, wirklich gut machst,
    Viele versuchen nie ihr Bestes zu geben,
    Und stehen jeden Morgen auf, nur für ein besseres Leben,
    Vom Busfahrer bis hin zum Bäcker,
    Vom Tischler bis hin zum Klempner,
    Vom Lehrer hin zum Professor,
    Klassenclown zum Klassensprecher,
    An alle Leute auf’em Bau, an alle Leute im Büro,
    Alle Leute in Uniform oder komischen Trikots,
    Ohne Moos, nichts los, deswegen steh’n wir auf, packen unsere Sachen,
    Gehen zur Arbeit, gehen schaffen, ums zu schaffen (yeah),
    Und viele Leute müssen hustlen, ums zu schaffen,
    Manche Leute brauchen Waffen, ums zu schaffen,
    Es ist tragisch, aber die Motivation ist immer die gleiche,
    Es gibt zu viele Arme, zu wenige Reiche,
    Und die Armen versuchen meistens, wie die Reichen zu werden,
    Häufig vergebens, bis sie irgendwann im Altersheim sterben, doch dies hier:

    –> Hook

    Und ich weiß, viele geh’n gepisst, zur Arbeit,
    Mit ’nem grimmigen Gesicht und denken: „Fick die Arbeit!“,
    Und kommen jeden Tag zu spät zur Arbeit,
    Doch auch Bill Gates steht morgens auf und geht zur Arbeit,
    Und wahrscheinlich ist er sogar noch der Erste im Büro,
    Und wenn du das nicht verstehst, dann erklär ich dir wieso, wiesoo,
    Das Wort des Tages lautet: Ehrgeiz,
    Denn zuerst will man reich sein und wenn man reich ist mehr reich,
    Denn mit den Einnahmen steigen auch die Ausgaben,
    Steigern sich die Ansprüche, steigern sich die Ausmaße,
    Und es ist egal welche Religion und Hautfarbe,
    Menschen ändern sich durch Geld, das ist ne wahre Aussage,
    Und echte Arbeit, die ist meistens hart,
    Es macht keinen Unterschied: legal, illegal, scheißegal,
    Frühschicht, Spätschicht, glaub mir, schlimmer geht’s nicht,
    Scheiße Leute, ich weiß, ihr versteht mich, dies hier ist für euch!

    –> Hook

    Ey, und manche Jobs sind hart für’n Körper, andere hart für dein kopf,
    Manche haben mehrere und manche haben kein Job (kein job),
    Dies geht an euch, wenn ihr im Arbeitsamt hockt,
    Euer Geld kassiert und denkt: „Zum Glück hab ich kein Job!“,
    Doch ich bin glücklich, denn ich habe ein Job,
    Der mir wirklich Spaß macht und das ist wahrer Erfolg, jaa,
    Denn viele machen Cash, doch haben kein Bock,
    Jeden morgen aufzustehen, denn sie haben den falschen Job,
    Und es hat viele um den Verstand gebracht,
    Doch ich persönlich glaub’, unsere Eltern haben keinen hier umsonst gemacht,
    Jeder hat irgendein Talent und ne Berufung,
    Nur setzen leider wenige diese in ihren Beruf um,
    Denn durch die Fernsehsender hat vieles sich verändert,
    Heute wird man statt dem Klempner lieber Tänzer,
    Oder Gangster, es ist wichtig, dass es ’n cooler Job ist,
    Alle Mädels wünschen sich plötzlich, sie wären Supermodel,
    Der Bäcker wird Rapper, doch wer backt ihm ein Brot,
    Und wo’s der Klempner bei der nächsten Überschwemmung im Klo,
    Man jeder Beruf hier ist wichtig, sonst würd’ es ihn gar nicht geben,
    Man muss sich für gar nichts schämen,
    Vor allem nicht Leute, die pflegen,
    Und die Müllabfuhr, Putzkräfte, so genannte Drecksjobs,
    Brauch dieses Land genauso gut, wie Manager an sei’m Laptop,
    Den Chefkoch, die Sportler, Verkäufer in den Läden,
    Wie den Postmann, wie den Doktor, alle Leute die hier leben, Eyyo

    –> Hook

  • Grasshüpfer sagt:

    Jessas Gott, wieder mal Akademiker-Bashing angesagt ?

    Jeder soll sich doch seinen Job, den er gerne machen will, selbst aussuchen und dann den dazugehörenden Weg gehen. Ich wusste schon mit 14 Jahren, dass ich Anwalt werden will und hab mich deshalb für den dazugehörenden Weg entschieden (inklusive dem damals noch obligatorischen Latein, das ich gehasst habe…). Wenn jemand gerne Maurer oder Bauer werden will, dann gibts auch dazu den dazugehörenden Weg.

    Nur ist es halt so, dass dieser Weg sich über die Jahre ändert, und zwar als Resultat von Angebot und Nachfrage. Heute werden bereits für gewisse Lehren bevorzugt Maturanden genommen, wo früher ein Sek-Abschluss (oder wie das im jeweiligen Kanton auch immer heisst) gereicht hat.

    Und wieso ist das so ? Zwei Varianten:

    1. Weil die Sek-Schüler heute nicht mehr Rechnen oder einen geraden deutschen Satz hinbekommen (siehe die weithin publizierten Beschwerden der Lehrmeister).

    2. Because they can… Ich seh das heute in der Juristerei: früher reichte ein lic.iur. um in einem Unternehmen in der Rechtsabteilung zu arbeiten. Heute wird quasi überall ein Anwaltspatent und ein LL.M. verlangt. Den LL.M. kann ich ja noch verstehen, aber für was denn ein Anwaltspatent ? Die betreffenden Leute vertreten die Firma ja meist eh nicht selbst vor Gericht. Aber es gibt heute eben so viele, die den Anwalt machen, da kann der Arbeitgeber ja gleich noch das Anwaltspatent verlangen wenn er eine Stelle ausschreibt.

    Ist zwar keine gesunde Entwicklung, aber wenn man einen bestimmten Beruf ergreifen will, hat man schlicht keine andere Wahl.

    • Tobe or not Tobe sagt:

      @Grasshüpfer: Wieso das so ist? Sie hatten das Glück zu wissen was sie werden möchten, doch die meisten wissen nur 1 Sache ganz sicher: Sie möchten nicht einen Job, von dem sie ende Monat nix mehr an $ übrig haben. D.h. geh studieren und werde reich???!!! Oder lieg ich hier so falsch?

      1. Weil die Wirtschaft uns diktiert welche Jobs benötigt werden und welche Jobs wie bezahlt werden. D.h. solange unsere Baumogule Ihre Arbeiter und Lehrlinge durch Dumbinglöhne zu Working poor machen, wird auch ein Handwerksjob nicht interessanter werden.

      2. „Papierlipolitik“ führt dazu das nicht mehr Wissen sondern Fleiss gefragt ist. ..

      Ganz klar ist dieses System nicht zu umgehenn und man mus Mitspielen wenn man den Beruf haben will denn man möchte.

      Anfang 90ern sagte man uns noch das KV ein super JOb ist und gut bezahlt. Heute? Heute reicht das KV längst nichmehr. Der Beruf wird mittlerweile mit der damaligen Bürolehre gleichgestellt.

      Es ist die WIRTSCHAFT, die Ihre Ansprüche Jahr für Jahr raufschraubt. Doch wenn wir in der Schweiz nicht mitmachen, werden wir von auswärtigen HOchstudierten Akademikern abgelöst. Globalisierung sei dank…..

      • Adi sagt:

        „Weil die Wirtschaft uns diktiert welche Jobs benötigt werden und welche Jobs wie bezahlt werden.“

        Klar, schliesslich gilt ja Angebot und Nachfrage. Wenn es dereinst einen Mangen an Handwerkern gibt, dann steigen die Löhne automatisch. Du magst von Hochschulabschlüssen nicht viel halten, und es mag auch stimmen, dass es unter den Akademikern einige Halschuhe gibt (Herrensöhnchen und so).
        Aber am Schluss ist es eben so, dass es viel mehr Leute gibt auf dem Arbeitsmarkt, welche ein Regal einräumen oder auf dem Bau arbeiten können, als es Leute gibt, die in einem grossen Konzert die IT Probleme lösen oder die nächste Generation Medikamente entwickeln können. Daher die Lohndifferenzen.

        Klar, es gibt überal „Jöbli“ wo man gut verdienen kann und nicht viel können muss – und einfach durch Vitamin B rankommt. Aber deswegen gleich alles zu dissen was einen Hochschulabschluss hat finde ich falsch.

  • Argonaut sagt:

    Wann wird endlich begriffen, dass das Gymnasium eine völlig überholte Schulform ist.
    Diese Bildungsruinen produzieren Homunculi. Aber wie die Schmeissfliegen ins elektrische Licht (und in ihren Untergang) oder auf intensive Duftstoffe lassen sich die meisten blenden.

  • Joseph Müller sagt:

    Das Problem ist, dass die Volksschule im Kanton Zürich ein Eigenleben führt und sich überhaupt nicht verpflichtet fühlt, den Anschluss an das Gymnasium sicherzustellen. Mit dem Stoff, der in den Fächern Mathe und Deutsch vermittel wird, würden auch intelligente Kinder die Gymi-Prüfung kaum bestehen. In der 6. Klasse meines Sohnes waren alle, mit Ausnahme meines Sohnes, im Lernstudio. Meine Frau (Primarlehrerin im Kt. Zürich, vorher in zwei anderen Kantonen) hat ihn aber ab Januar jede Woche einen Aufsatz schreiben lassen und ich habe mit ihm eine Mathe-Aufnahmeprüfung durchgarbeitet. Man glaubt es kaum, aber in den sechs Jahren Primarschule hat mein Sohn keine fünf Aufsätze und kein einziges Diktat schreiben müssen!!

  • Rolf Schumacher sagt:

    @Bob Jene die wollen, kommen durchs Gymnasium und auch durchs Studium. Die Zeit hat uns gelehrt, dass „diplomierte Akademiker“ selten die echten Weisen sind. Es geht oft um Prestige, Macht und darum viel Geld zu verdienen. In Osteuropa und Italien kann man sich deshalb als Politiker einen akademischen Titel kaufen. Ich finde das gar nicht schlecht, denn ein Titel bedeutet noch lange nicht, dass der Träger wirklich ehrlich und gut arbeitet, es bedeutet einfach, dass man einen hat (basta). Bereits Paracelsus hat sich sehr schwer getan mit der damaligen Bildungskaste. Es hat sich in der Zwischenzeit nur wenig geändert.
    Nachtrag. Ein einigermassen vernünftiger (intelligenter) Mensch hält die Machtkämpfe, welche unter Akademikern herrschen nicht aus. Diese Tatsache ist bereits eine sehr einschneidende Selektion.
    Welcher ehrliche, vife Geist ist bereit seine Ueberzeugung für Politik und Wirtschaft zu opfern? Genau deshalb wird man die gescheitesten Köpfe nie an der Spitze antreffen. Sollen doch hysterische Eltern ihre Kinderchen mit Stützunterricht, Ritalin, Psychologen und Psychiatern in den „Unihimmel?“ katapultieren, der Welt, dem Kosmos und meinem Gewissen ist das PIEPEGAL.

    • lara sagt:

      „Es geht oft um Prestige, Macht und darum viel Geld zu verdienen“ vielleicht bei den Juristen und Ökonomen. Alle anderen und vorallem die Phil-1er werden weder Prestige noch Macht und schon gar nie viel Geld verdienen!

  • Irene sagt:

    Als ich damals noch zur Schule ging gab’s nach der 6. Klasse die Oberstufe, dann die Realschule und die Sekundarschule. Und für die ganz Intelligenten (ich war gutes Mittelmass) das Gymnasium. Bei uns gab es – wenn überhaupt – die Hysterie, in die Sek zu kommen – Gymnasium war schon mit dem „boeee“-Effekt verbunden. Klar, mein Vater hätte auch gerne eine Gymi-Schülerin gehabt – ich wollte aber nie eine sein und bin heute sehr froh darüber, dass ich mir das nicht angetan habe. Ich habe – seit ich nach dem KV arbeite – immer ausgezeichnete Arbeitszeugnisse (weil mir meine Jobs Spass machen) und komme damit mehr oder weniger problemlos an die Jobs die ich gerne möchte.

    Heutzutage heisst Oberschule, Realschule und Sekundarschule alles „Sek“ … klar mit dem A, B oder C drangehängt. Aber ich habe ehrlicherweise das Gefühl, dass da schon fast das Gefühl aufkommt „Sek ist gleich Sek“. Ich kann mich täuschen – oder wie sehen Sie das??? Und wenn man sich von der Sek-Gemeinschaft abheben will, tja, dann kommt halt nur noch Gymnasium in Frage. Ich persönlich halte die Namensvereinheitlichung „Sek“ einfach für falsch und für Augenwischerei.

    Und wenn ich meinen Stiefsohn sehe der während der 1. Sek (A) nach Norddeutschland gewechselt hat und dort die niveaugleiche Realschule beendet hat, so kann er heute mit 17 Jahren keine normale Lehre machen wenn er nicht irgend einen Job machen möchte … Abi ist Pflicht wenn man die Lehrstelle bekommen möchte die man möchte. Mein Stiefsohn wird 20 sein wenn er Abi hat und fängt dann seine Lehre an … hat sicher auch seine gute Seiten. Aber ehrlich, ich bin froh, war ich mit 19 fertig und mit der Volljährigkeit bereit, mir mein eigenes Leben zu leisten …

    Aber wie gesagt, das ist alles Ansichtssache …

    Liebe Grüsse an alle Schulabgänger, egal welche Stufe und egal wie sie heissen mag 🙂

  • Rene Baron sagt:

    Wer es nur mit (Nach)hilfe zu einem genügend schafft ist und bleibt ungenügend. Somit schafft Nachhilfe zwar bei den knapp Genügenden einen Vorteil für Kinder besserverdienender Eltern, was aber in der Praxis schon ok ist, weil ja dann hoffentlich auch noch genügend Geld da ist, um den arbeitslosen Knapp-Studi auch nach seinem Abschluss noch durchfuttern zu können.

  • Rene Baron sagt:

    Zusätzliche Nachhilfestunden für den eh schon in Breite und praktischer Relevanz beschränkten Gymistoff behindern die Bildung von im Erwerbsleben weit wichtigeren Sozial- und Problemlösungskompetenzen.
    Was die Wirtschaft braucht, sind nicht noch mehr Kopien des immer gleichen, auch im Internet abrufbaren Schulwissens, sondern primär kommunikativ kreative, neugierige und hoch motivierte Köpfe mit dem Willen und der Passion sich möglichst breites, interdisziplinären Wissen aufgabengerecht durch lebenslanges Lernen und die Bildung von entsprechenden Netzwerken anzueignen. Im Vergleich dazu ist das in Gymnasien angeeignete Faktenwissen mit oder ohne Nachhilfe Pipifax.
    So muss man sich wirklich fragen, was sich Eltern dabei denken, ihren Sprösslingen durch Nachhilfestunden für wenig relevanten Gymnasialstoff, die weit wichtigeren Erfahrungsforen wie Sport, Reisen, Ausflüge, Demos, Partys etc. vorzuenthalten, um den dadurch vielleicht gerade noch knapp Promovierten dann genau mangels dieser Kompetenzen hoffnungslos im realen Leben stranden zu lassen.
    Fazit: Hat der Filius oder die Filia wegen der Spezialförderung keine Zeit mehr, um sich fürs wirkliche Leben hochzurüsten, schafft diese unweigerlich gescheiterte Existenzen – auch wenn eine immer hemmungsloser mit dem Lebensglück junger Menschen spekulierende Ausbildungsindustrie das Gegenteil behauptet.
    Nachhilfestunden sind im Moment einfach ein blühendes Geschäftsmodell, sonst nichts. Und dieses „Bildungsbusiness“ wird so lange prächtig weiterschnurren, bis die Mehrheit der Eltern endlich realisiert, dass Globalisierung, Homeworking, Wissensdemokratisierung und zunehmende reale und virtuelle Vernetzung Investitionen in sogenannte „Papierchen“ überflüssig machen.
    In einer Welt wo zunehmend die aktuell abrufbare, in der Praxis anwendbare, wirkliche Leistung, Sozial und Vernetzungskompetenz zählt, ist der Nachweis von in der Praxis selber Geleistetem weitaus bedeutender, als nur gerade mal der Umstand, es als weitere, gesichtslose Nummer in den Pool tausender gleich geschalteter, profilloser und deshalb beliebig austauschbarer Hochschulabsolventen geschafft zu haben.

    • *sigh* sagt:

      Ich gebe Ihnen recht – einen „auf-dem-Papier-siehts-so-und-so-aus-Spezialisten“ mit Doktortitel der im richtigen Leben sofort überfordert ist wenns mal nicht nach DIN-Norm XY läuft braucht niemand. Dennoch sind die Seilschaften, die eben fast nur in diesen Pools gschlossen werden können, sehr wohl von Belang und für den beruflichen Erfolg in Sachen Karriere unerlässlich.

      • Tommaso sagt:

        Ich habe auch einen Doktortitel und lebe trotzdem seit 21 vom eigenen Geld (minus ein paar kümmerliche Stipendien, die ich längst zurück“gesteuert“ habe). Tja, als Werkstudent ist das Leben halt ein Schleck (während meine nicht-akademischen Bekannten das Pensionskassen-Konto äufneten und in Ostasien Ferien machten)…Im richtigen Leben sofort überfordert? Blöde Akademiker-Klischees…

      • *sigh* sagt:

        @Tomaso:
        ..im richtigen Leben sofort überfordert ist wenns mal nicht nach DIN-Norm XY läuft…
        Diesen Typus Akademiker gibt es definitiv – habe ich am eigenen Leibe erlebt:
        Neue, junge, top-ausgebildete Führungskraft kommt, hat viel Ahnung von der Materie und was theoretisch alles möglich ware aber leider *keine* Ahnung vom Daily Business der Firma/des Teams und verhindert das Arbeiten (im Büro wohlgemerkt) mehr, als das es erleichtert, sprich geführt, würde. Resultat? Ein knappes Dreivierteljahr später ist die Arbeitsmoral im Keller, zwei „Arbeiter“ (von 8) sind weg (hatten genügend private monetäre Ressourcen), der „mit dieser Belegschaft und diesen Prozessen kann/will ja niemand arbeiten das Handtuch werfende Chef“ hat eine neue Stelle und reitet die nächste Bude zugrunde. Zum Glück war sein Nachfolger das pure Gegenteil.

    • Rene Baron sagt:

      Achtung Kollegen: Bitte nicht verallgemeinern.
      Die wenigsten Akademiker haben Mühen im realen Leben. Was ich meine ist, dass von denjenigen Akademikern, welche dann tatsächlich gestrandet sind, dies hauptsächlich diejenigen, in der Regel verwöhnten Schnösel sind, welche die Hürden der Schule nur mit Nachhilfe und entsprechend gut betuchtem Elternhaus gemeistert haben.
      Eine akademische Ausbildung halte ich persönlich nach wie vor, wenn auch nicht für eine sehr effektive, aber doch für eine sinnvolle Variante für den Berufseinstieg.
      Was MICH stört ist die NACHHILFE (darum geht es ja bei diesem Thema glaubs) und nicht die akademische Laufbahn an und für sich!
      Meine Meinung ist die, dass wir keine, nur von Besserverdienenden finanzierbare Nachhilfe fördern sollten, da diese bei den knapp Genügenden einerseits die Selektion der REICHEN vor den BESTEN begünstigt und zweitens die Zeit für die lebenswichtigeren Dinge beschneidet, welche gerade für diejenigen wichtig wäre, welche das grösste Risiko tragen, von der Bildungsmaschine ohne Titel und Job vorzeitigt wieder ins praktische Leben gespuckt zu werden.

  • Sandra sagt:

    @alle und vor allem Tobe or not Tobe:

    Diese ganze Diskussion wird durch alles noch mehr geschürt…..Freunde, Bekannte, Familie….

    Mein Sohn will auch nicht in den Gymer, sondern eine Lehre machen, danach BMS und dann FH…und jedem, dem ich das erzähle: Ahhhhhh….tja schade, dass er nicht ins Gymi will !!!!!!

    Muss ich jetzt ein schlechtes Gewissen haben, weil ich ihn das lassen mache, was er gerne möchte und nicht, was in meinem Kopf war…?????

    Sandra

    • Stefan W sagt:

      Nein, ich denke, wenn mein Sohn nächstes Jahr erklärt, dass er die-und-die Lehre machen möchte, dann unterstütze ich das. Wenn die Kinder aber nicht so recht wissen, welche Art von Beruf ihnen gefallen würde (Was in diesem Alter ja noch relativ oft der Fall ist), dann würde ich im Zweifel eher für die Matur plädieren. Aus den weiter oben angeführten Gründen.

      • Tobe or not Tobe sagt:

        Super lassen sie ihren Sohn genau das machen was er will.

        Im heutigen Weiterbildungsdschungel, findet sich für jeden was, ob es dann bestand hat im System ist die andere Frage.

        Gymer ist für die Wirtschaft nur noch halb so interessant wie Fachhochschüler. Doch seit 10 Jahren hat diese Tendenz dazu geführt, dass alle FH Schüler Wirtschaft studieren wollen. Wirtschaft=$$$ mehr Lohn???

        Mehr und mehr finden diese Studierten keine richtigen Stellen mehr, in dem ihr Wissen auch entsprechend bezahlt wird.

        Meiner Meinung hat ein Handwerklicher Beruf noch mehr Berufsstolz als ein Analytiker, oder besser gesagt einer der auswechselbaren Wirtschaftsinformatikern FH.

  • Pippi Langstrumpf sagt:

    Verglichen mit dem Ausland, ist die Maturitätsquote bei uns immer noch tief, es gibt also keinen Grund, sich über zu viele Gymnasiasten zu sorgen. Das duale System ist sehr gut, vor allem auch für Kinder, die erst später „den Knopf auftun“, dennoch verstehe ich alle Eltern, die versuchen, ihre Kinder auf dem direkten Weg zur Matur zu führen. Was wir brauchen, sind einheitliche Lehrpläne für die ganze Schweiz. Es scheint, dass in den welschen Kantonen und in Basel Stadt eine Matur leichter zu erreichen ist als in der übrigen Schweiz.

    • Tobe or not Tobe sagt:

      Ja im Ausland studiert jeder…. Und wenns nur ein Sprachkurs ist…

      Braucht es den soviele Maturanten ? Braucht es wirklich soviel studierte? Parallel zu der momentanen rechtsgerichteten Politik, geht mir einiges nicht auf:

      Wer genau macht den die unbeliebten Jobs? Meine Meinung sollten alle SVP Wähler Ihre Kinder auf Baustellen und ind Fabriken etc. schicken. Da ja keine Ausländer erwünscht sind, oder nur um den eigenen Nachwus nicht in die Fabrik schicken zu müssen und diese Ausländer dann in ihren Quartieren für sich leben und ja nicht die Umgangsprache und Verhaltensweise ihrer Kinder beeinflussen. Wäre doch mal ein Lösungsansatz. Würde mich wundernehmen wielangs ginge bis unsere konservativen, Herrenrassen-Eltern sturm laufen würden. !

      Ich sags ja verwöhnte Kinder züchtet ihr euch.

      Mein Vorwurf gilt unseren Wirtschaftsvertretern die unser Schulsystem massgeben mitbeeinflussen. Der Kniefall vor dem kapitalistischen System ist schon lange passiert und schreitet vorwärts.

      Aber nicht desto trotz haben wir wenigstens alle die Möglichkeit diesen Weg zu geheh. zu studieren was zu lernen etc.

  • J_Randi sagt:

    Der Artikel ist eigentlich ein einziges, grosses Lamentieren. Viel interessanter wäre es gewesen, wenn Frau Schafroth ihre eigene Erfahrung eingebracht hätte, als über die Allgemeinheit der Eltern herzuziehen. FAIL.

    • A. Schafroth sagt:

      Es war gewiss nicht meine Absicht, über die Allgemeinheit der Eltern herzuziehen (zu der ich selbst gehöre), sondern vielmehr, den Eltern vielleicht etwas Mut zu machen, sich in dieser Zeit nicht dermassen ins Boxhorn jagen zu lassen, dieses sechste Selektionsschulljahr insbesondern in Bezug aufs Langzeitgymnasium etwas gelassener anzugehen.

  • Tobe or not Tobe sagt:

    Ja schickt euche Kinder in die Gymi, den Handwerkliche Berufe sind ja nur halb soviel wert und wenn Mann und Frau als Wirschaftsanalytiker tätigen werden kann(vielleicht mal mit 30 oder so) ist man ja wirtschlaftlich abgesichert.

    Bin auch in der Generation aufgewachsen, wo uns von den Eltern suggeriert wurde, nur studiert verdient man Geld ansonsten bleibt mans Leben lang ein Hilfsarbeiter???!!!

    Doch wenn ich heute sehe, jeder 2 studiert irgendwas um ja nicht zu früh mit Arbeit zu beginnen, kommt mir das kotzen. Doch ich selber arbeitet seit ich 16 bin und die Leute beginnen 10 Jahre später??!!! Ja schlussendlich stellen diese Leute unsere Politik und Firmenführung… Doch in der Arbeitswelt, treffe ich selten einen studierten der belastbar ist. Eher im Gegenteil, steigt ihnen das studium zu Kopf.

    Natürlich würde kein Schweizer Mittelständer sein Kind einfach so als Handwerker durchgehen lassen, für das haben sie die letzen 50 Jahre gekrampft und sich einen Basis geschaffen (Häuschen, 2 Autos, 3 mal Auslandferien und 2 Kinder die auf jeden Fall studieren müssen, sonst wär die Mühe ja umsonst gewesen..

    EIN VOLK VON VERWÖHNTEN „SCHNUDERGOOFEN“ HABEN WIR GEZÜCHTET:::::::

    • lara sagt:

      wie glauben sie eigentlich habe ich mein studium finanziert?

      die meiste studenten arbeiten während des studiums. die verwöhnten „schnudergoofen“-studenten machen einen verschwinden kleinen anteil an der studentenschaft aus.

      also bitte nicht gleich allen studenten vorwerfen sie seien faul…. solche pauschal aussagen sind genauso falsch, wie „alle nicht studierten sind dumm“. diese blöden vorurteile vertiefen den graben zwischen den studierten und nicht studierten umso mehr.

      was wir in der schweiz brauchen ist eine annäherung der zwei gruppen, weil beide enorm viel von einander profitieren könnte! wenn es ihr ego zulassen würde.

      • Tobe or not Tobe sagt:

        Ja wollte dies auch nicht als pauschalisierung ansehen. Gemeint sind ehr die Kinder die von ihren Eltern umbedingt zum Studium gebracht werden müssen, koste es was es wolle. Eventuell hat das Kind gar nicht die Intelligenz oder den Willen dies alles zu lernen oder ein Prof.Dipl. etc zu werden.

        Wieviele studierende kennen sie zwischen 20-30 die sich keine Sorgen um die Existenz machen müssen.? ich kenne genug deren.

        Ich weis, dass es nicht allen gleich ergeht. Viel müssen ihr Studium mit irgendwelchen Studijobs finanzieren. In Deutschland ist zum Beispiel der Anteil an Studierenden Frauen die sich prostituieren erschreckend gestiegen, seit auch dort die Studigebühren gestiegen sind. Leider bittere Wahrheit. Ganz klar nicht immer ein Zuckerschlecken.

        Doch viele haben immernoch ein Back-up bei ihren Eltern, seis um zu wohnen oder finanzielle Hilfe zu erhalten.

        Der Graben zwischen den Gruppen und die Vermischung des Wissens wäre ideal und eine Bereicherung für Alle, ganz klar.

  • Stefan W sagt:

    IM Prinzip stimmt es schon, dass die praxisnahe Ausbildung richtig und wichtig ist. Auf der anderen Seite haben wir aber zwei Trends, die dagegen sprechen, seinem Kind eine Berufslehere schmackhaft zu machen:

    1. Immer mehr berufe werden akademisiert. Man kann heute ja nicht mehr in der qualifizierten Krankenpflege oder als Kindergärtnerin, Primarlehrer usw,. arbeiten, ohne Matur zu haben. Die Auswahl der Berufe ohne Maturpflicht wird immer kleiner. Gleichzeitig steigt der Bedarf an Leuten mit Matur für die zu besetzenden Stellen. Die werden dann im Ausland rekrutiert.

    2. Die Grenzen sind weit offen für Leute aus Ländern, in denen die Matur bzw. deren Aequivalent leicht zu haben ist. Und wenn der Schweizer ohne Matur gegen einen Deutschen mit Abitur um eine Stelle konkurriert, dann hat der mit Abitur eindeutig oft die besseren Chancen.

    Wir haben also in der Schweiz erstens einen steigenden Bedarf für Maturanden, weil wir unsere Berufsausbildungswege immer mehr auf Maturanden ausrichten, und zweitens keine steigende Maturandentzahl, weil wir die aus ideologischen Gründen künstlich limitieren. Als Resultat importieren wir Fachleute aus dem Ausland und sehen machtlos zu, wie unsere Jugendarbeitslosigkeit steigt. Das kann ja wohl nicht sinnvoll sein!

  • Olga Baumgartner sagt:

    Warum können Eltern nicht gelassen darauf warten, was aus den Kindern werden wird! – Wir brauchen doch auch ganz gute Handwerker , oder zum Beispiel sehr begabtes Pflegepersonal, das mit dem Herzen besser arbeitet, als “ NUR “ mit dem Hirn !

    • Eremit sagt:

      Auch schon mal versucht als Handwerker eine Familie mit zehn Kinder durch zu bringen, ohne als assozial betitelt zu werden?
      Zumal, wieviele Frauen wollen sich mit einem Mann liieren und Kinder haben, der 4’000.- im Montag heim bringt, wenn frau als Alternative jemanden mit 7’000.- pro Monat haben kann?

      Des weitern, wenn ich rumhöre wie somanche Akademiker abwertend über Handwerker und ihre Arbeit reden mit „das kann jeder Idot von der Strasse“ oder „ich bin gebildeter als er oder bin somit wichtiger als er“ und das Unterbewusstsein des betreffenden Handwerker nimmt dies auf, ohne dass die Worte in seiner Gegewart fielen, dann ist es nicht motivierend für Handwerker diese Arbeit aus zu führen.

  • Patrik Sigrist sagt:

    Dem dualen Bildungssystem den Rücken zu stärken tut aus meiner Sicht not. Meine Laufbahn hat sich auch tellerwäscherartig verhalten, nun arbeite ich mit ALLEN zusammen. Sicher, manchmal beneide ich die, welche einen sog. geraden Weg vorweisen, meiner hat doch mehr dem Flug eines Akrobatikpiloten während seiner ersten Flugstunde geglichen. Der Flieger war danach trotz allem reparierbar. Nichtsdestotrotz bin ich im Hier und Jetzt, wichtige, falsche und richtige Erfahrungen lassen mich heute gelassen auf das alltägliche Tohuwabohu blicken.

  • janoliver sagt:

    Ich bin auch ins gimi und dann auf eigenen wunsch in der probezeit raus. war nicht einfach, da meine eltern schon ein bisschen erschrocken sind. denke jeder jugendliche muss sich selber entscheiden können, ob es ihm im gimi behagt oder nicht.

    was mich jedoch an den vorherigen aussagen erstaunt – scheint es beim studium nur um das geldverdienen zu gehen. wo bleibt der spass, die interlektuelle herausforderung?

    wohlmöglich sind das die falschen worte aus meiner feder, ich der auf der bank gelandet bin.

  • Dank dem dualen Bildungssystem geht ein rechter Teil dieser Hysterie spurlos an mir vorbei. Trotzdem schaue ich meiner Tochter genauer auf die Finger. Sie soll schlussendlich die Wahl haben, was sie später tin will. Jetzt entscheidet sich noch lange nicht alles. Vieles, ja, aber sicher nicht alles.

  • Bob sagt:

    Wessen Kind nur Dank Nachhilfe den Eintritt ins Gymnasium schafft, der darf später, umso schmerzlicher, den vorzeitigen Abschied nach der 1., spätestens 2. Gymiklasse erleben. Entweder das Kind hat es im Kopf, oder nicht. Bei uns waren wir 25 Primarschüler, davon gingen 3 direkt ans Gymnasium (davon ich), 2 kamen später. Irgendwann machten alle 5 die Matura. Ich, das Migrantenkind aus dem Balkan, sogar als erster! Die anderen Fälle, wo der Primarlehrer zu gute Noten vergab (davon 1x der eigene Vater eine 5,7!), flogen zwischen 1. und 5. Klasse raus (der 5,7-Schüler wiederholte die 1. Klasse und flog raus).

    Gymnasialabschluss- und ETH-Abschluss (in Informatik) später kam jedoch Ernüchterung: Ein Studium lohnt sich nicht! Besonders finanziell. Ich hätte lieber an die FH gehen sollen, oder gar nach den obligatorischen 9. Jahre eine Lehre anfangen sollen, dann hätte jetzt mehr Berufserfahrung, und demzufolge ein höheres Gehalt. Vom akkumulierten Vermögen gar zu schweigen!

    Der Stoff am Gymnasium war oft interessant, an der ETH noch mehr. Alles, was ich gelernt habe, war technisch richtig, damit Software funktioniert. Nur bin ich müde geworden, dies anderen beizubringen. Es herrscht Anti-Akademismus in der Schweiz, und Egalität vom Analphabet bis zum Akademiker! Man kämpft gegen Windmühlen! Nun ja, der Kommunismus fand auch sein Ende.

    Sollte ich mal Kinder haben (passende Frauen bitte melden!), so werde ich KEINEN Nachhilfeunterricht bezahlen, und wenn Studium, dann Wirtschaft, BWL oder Management. Oder Pornodarsteller. Keine MINT-Fächer. Ausser die Zeiten ändern sich.

    • Rebecca sagt:

      Genau, Bob! Lieber obenauf schwimmen in der schulischen und beruflichen Mittelschicht als Mittelmass in der oberben Etage. Bei mir auch – Gymnasiastin, Physio, Pilotin – hat sich alles nicht ausbezahlt, ohne Matur Bankdirektor werden, wie mein Kollege aus der Primarschule, wäre doch auch was gewesen. Ganz zu schweigen davon, dass gewisse Akademikerjobs – nicht alle, wohlverstanden, aber z.Bsp Pilot schon – von einer alleinerziehenden Mutter nicht ausgeübt werden können. Da sind meine Arbeitgeber in meinen zwei „einfachen“ Bürojobs doch viel kulanter und entgegenkommender, und so viel weniger verdienen tu ich auch nicht.

    • Anton Keller sagt:

      Informatik ist ein JEKAMI Fach. Ein Informatiker-Kollege hat nach dem Informatikstudium Arbeitsangebote bekommen zu tieferen Ansätzen. Von da betont er nicht mehr, dass er an der ETH studiert hat.

      Wirtschaft und Mangement Studien sind noch viel schlechter. Da hat man NICHTS in der Hand. Den Beruf lernt man in den ersten Berufsjahren, etwa bei einer Unternehmensberatunsfirma. Das kostetet nach dem Studium nochmals 5 Jahre zu Praktikantenlohn und 90 Std. / Woche.

      Die heute einfachste Art Karriere zu machen ist über Beziehungen und bei Frauen mit dem richtigen Freund.

    • Eremit sagt:

      „Gymnasialabschluss- und ETH-Abschluss (in Informatik) später kam jedoch Ernüchterung: Ein Studium lohnt sich nicht! Besonders finanziell. Ich hätte lieber an die FH gehen sollen, …“
      Das zwitschern schon längst die Spatzen von den Dächern … in technischen Berufen verdient man schlecht, zuman diese „Dienstleistung“ gerne in andere Länder outgesoureced werden. Wesentlich mehr verdient man wenn man BWL oder Spezialarzt ist.

      „Es herrscht Anti-Akademismus in der Schweiz“
      Das kommt auf die Region und Firma an: Mancherorts werden Akademiker „vergöttert“, andern Orts verteufelt.

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