Entspannung am Esstisch

Den Baby-Ernährungsratgeber von letztem Jahr können Sie getrost in die Altpapiersammlung werfen. Jetzt ist nämlich plötzlich alles ganz anders: Verbotene Nahrungsmittel gibts fast keine mehr, die Kleinen dürfen schon früh winzige Häppchen vom Tisch mitessen. Die Deutsche Gesellschaft für Allergologie hat zusammen mit weiteren Gesundheitsverbänden 217 Studien zum Thema «Kindliches Allergierisiko» ausgewertet – und dabei Erstaunliches herausgefunden: Die bisher propagierte konsequente Meidung von potentiellen Allergieauslösern verhindert Hautausschläge und Asthma nicht. Das Baby sollte ganz im Gegenteil schon früh mit möglichst vielen verschiedenen Nahrungsmitteln in Kontakt kommen, um sein Immunsystem zu trainieren.

MAMABLOG-BABY-EATING

Essen soll auch Spass machen: Acht Monate Alter Junge mit einem Schokoladenkeks. (Bild: Pink Sherbet Photography/flickr.com)

Kurz zusammengefasst lauten die neuen Empfehlungen:

  • Stillen bleibt wichtig, vier Monate lang voll zu stillen reicht aber. Es gibt keine Beweise dafür, dass eine sechsmonatige Vollstillzeit – so die bisherige Richtlinie – Allergien verhindert.
  • Beikost und Probierportionen von Mamas Teller dürfen folglich zu Beginn des fünften Monats eingeführt werden.
  • Fisch, bisher als Allergen verteufelt, schadet dem Baby keineswegs. Er soll vielmehr Allergien vorbeugen.
  • Kuhmilch in ganz kleinen Mengen ist erlaubt. Allerdings bis zum ersten Geburtstag nur als Breizutat, nicht als Getränk. Dies deshalb, weil der Brei vom Darm langsamer aufgenommen wird.
  • Glutenhaltiges Getreide (Weizen, Roggen, Hafer, Gerste, Dinkel), zwischen dem fünften und siebten Lebensmonat in kleinen Mengen gefüttert, wirkt wie eine Impfung gegen Zöliakie.
  • Hypoallergene Säuglingsmilch ist nur für Risikokinder (mindestens ein Elternteil ist Allergiker) empfohlen.

Natürlich stellt sich bei aktuellen Studienergebnissen stets die Frage, wann diese ihrerseits wieder überholt sein werden. Soll ich meinem Baby also aufgrund dieser neuen Richtlinien wirklich schon vor dem ersten Geburtstag von allem zu essen geben? Aufs Risiko hin, dass mir der Kinderarzt in drei Jahren erklärt, meine Kleine habe genau deswegen eine Allergie entwickelt? Oder lasse ich die Nahrungsmittel-Alarmglocke im Hinterkopf auf Stand-by und esse mein Joghurt im Versteckten, damit meine Tochter gar nicht erst auf die Idee kommt, lauthals ein Löffelchen davon zu verlangen?

Mein Bauch – und der ist schliesslich Experte in Sachen Essen – sagt mir, dass ich die neue Freiheit geniessen soll. Will heissen, mein Kind darf nach Lust und Laune von meinem Essen probieren. Wobei ich natürlich meinen gesunden Mamaverstand nicht einfach ausschalte: Scharf gewürzt, stark gesalzen und gezuckert ist nach wie vor verboten.

Am Ende geht es beim Essen nicht nur darum, den Hunger zu stillen, sondern ebenso sehr um den Genuss. Meine Tochter soll die verschiedenen Geschmacksrichtungen und Texturen mit Freude kennenlernen, das Essen am Familientisch als gemütliches Beisammensein erfahren. Und die Ernährung nicht mit Verboten assoziieren. Denn dieser verkrampfte Umgang mit dem Essen mag vielleicht keine Allergien auslösen, ein gesundes Essverhalten fördert er sicher auch nicht.

112 Kommentare zu «Entspannung am Esstisch»

  • Regula Berger sagt:

    Wir haben unserem Kind spät Milchprodukte, Fleisch und Süsses gegeben und sind damit sehr gut gefahren. Die meisten Allergien kommen sowiso vom Impfen!

  • Schurke sagt:

    Ich vertraue auf das eigene Geschmacksempfinden – was gut schmeckt, tut gut (Ausnahme Zucker, Kohlenhydrate). Kinder + Babys sollen selber entscheiden, wieviel sie von dem und dem essen. Haben sie Spinat nicht gern, dann ist es in dieser Phase wohl ich nicht gut für sie. Unsere Kinder probierten immer von allem, auch Oliven, Wein, Meeresfrüchte, … .

  • Maja sagt:

    Meine Kinder haben keine Allergien entwickelt. Ich habe natülich auch keine Gläschen gegeben. Den Gemüsebrei mit Fleisch
    immer selber gemacht. Milch gabe es vor dem 1. Jahr. Fisch die allseits beliebten Fischstäbchen aber erst später, schon wegen den Gräten. Ich hatte auch nie Probleme mit das mag ich nicht.

  • Eremit sagt:

    „Oder lasse ich die Nahrungsmittel-Alarmglocke im Hinterkopf auf Stand-by und esse mein Joghurt im Versteckten, damit meine Tochter gar nicht erst auf die Idee kommt, lauthals ein Löffelchen davon zu verlangen?“

    In den ersten sechs Monaten ist m.E. das Kind froh, wenn es das Essen, den Shoppen für sich alleine hat. Danach hat es m.E. durch wegs Sinn in der Gegenwart des Kindes nur das zu sich zu nehmen, was mach auch das Kind verträgt.

  • Kim sagt:

    Früher gab man das Wissen über Kinderpflege von Grossmutter zu Mutter zu Tochter usw. weiter. Und man hat auf sein Bauchgefühl gehört. Und es funktionierte. Ich habe es bei meinen beiden, inzwischen 3 und 1,5 Jahre alt, auch so gehalten. Leider konnte ich nur je drei bzw. vier Monate stillen, bin aber überzeugt, dass es ihnen nicht geschadet hat (sicher aber auch ein wenig Gewissensberuhigung meinerseits 😉 ). Ab dem vierten Monat gabs dann Brei, der sehr schnell, alle paar Tage, mit neuem Gemüse, Pasta, Reis und rasch auch mit Fleisch ergänzt wurde. Mit acht Monaten wollten beide vom Tisch mitessen und so durften sie sich an das gewöhnen, was die Grossen assen. Ab dem ersten Geburtstag gab es keine Einschränkungen mehr. Heute sind die beiden nicht wählerisch, sie essen wirklich alles und auch gerne. Ich muss mir keine Gedanken machen, wenn wir mal irgendwo eingeladen sind. Ein bekanntes Elternpaar bringt regelmässig, wenn sie bei uns zum Essen eingeladen sind, ihrem 3-Jährigen das Hipp- oder Alete-Gläschen mit, weil er nichts anderes nimmt. Da stehen mir die Haare zu Berge. Aber immerhin geben die beiden zu, dass sie es schlichtweg verpasst haben, ihn vom Tisch mitessen zu lassen. Jetzt sei es schwierig, ihn umzugewöhnen.

  • heidi reiff sagt:

    Zentral ist doch, dass wir unsere Kinder integrieren in die Gemeinschaft. Bin etwas skeptisch auf Friede, Freude Eierkuchen. Nicht alle Menschen sind bereit, eine Familie zu gründen, und ständig nur Karrierefrauen in diesem Zusammenhang an den Pranger zu stellen ist echt unkritisch und unreflektiert , es gibt auch Männer, die sich entscheiden keine Familie zu gründen, diese Gesellschaftscliches gehen mir echt auf den Wecker. Hollywood, Ballywood, ??? Ist nicht mein Ding.

  • Pippi Langstrumpf sagt:

    …bei der „Leihmutterschaft“.

  • Pippi Langstrumpf sagt:

    HP, ich habe dir übrigens am Sonntag noch etwas geschrieben auf deinen Post vom:

    Hotel Papa sagt:
    10. September 2010 um 14:50

    Es ist etwas weiter unten, eine Frage.

  • Jeanne sagt:

    Pippi, du weisst aber schon, das in dir ca. 2 kg lebende Organismen wohnen (Bakterien etc….)

    • Pippi Langstrumpf sagt:

      Ja Jeanne, das weiss ich doch, keine Angst, ich habe keine Phobie 😉

      • Jeanne sagt:

        Ok, freut mich. Na ja, ich verstehe schon, das du nicht alle Käfer haben willst… Es sind auch so hunderte von Krankheitserregern die pro Tag unser Immunsystem traktieren. Öffentliche Toiletten, Restaurants, Spitäler, Trams-alles Orte des Grauens. Nein im Ernst! Man könnte schon etwas ins Grübeln kommen, angesichts der Bakterien die von Hand zu Hand übertragen werden. Aber seit ich vor Jahren auf Reisen war und die Vorstellungen von Hygiene in Indien und SO-Asien gesehen habe, bin ich irgendwie etwas lockerer geworden. Dieser enorme Graben zwischen jenem Grossteil der Menschheit, der nicht einmal Zugang zu sauberem Wasser hat, geschweige denn HA-Produkten und uns ist beinahe schon unvorstellbar. Und bei uns gibt es soooo viele Ratgeber, Philosophien, ich habs mit meinen Kindern einfach so gemacht, wie ich es für richtig gehalten habe. Die haben immer alles gegessen. Die Lust am Essen, das war bei mir schon wichtiger zur Zeit, als alle voll in Allergiepanik lebten. Sie Essen gerne, kochen gerne mit, dekorieren den Tisch, geniessen. Alles Privilegien, die sich vor allem die neunjährige schon langsam bewusst wird. Dem kleinem ist’s egal.

  • nicht-mutter25 sagt:

    Ich bin 25 Jahre alt und meine einzige Allergie ist gegen Hausstaubmilben. Diese ist jedoch auch am verschwinden. Ich war ein äusserst gesundes Kind. Bin auf dem Land aufgewachsen, habe Regenwürmer und Dreck gegessen und habe eine Grossmutter die mir als Kleinkind verschiedenste Dinge zum probieren gegeben hat. Unter denen viele Dinge die man als Kleinkind theoretischerweise nicht essen soll. IIch habe es dann jeweils wieder ausgespuckt, wenn ich es nicht mochte. Und siehe da: Ich bin gesund und habe keine Nahrungsmittelallergien entwickelt. Darum liebe Mütter und Väter, aus der Sicht einer 25jährigen die auch vorhat einmal Kinder zu haben: relaxt!!!! Ich habe das Gefühl, dass meine Generation noch am gesundsten aufgewachsen ist, da dieser Allergie und Hygiene Hype noch nicht so ausgeprägt war wie heutzutage. Und wir sind ja trotzdem gut herausgekommen. Die meisten meiner Freunde in meinem Alter haben keine Allergien und sind so aufgewachsen wie ich.
    Ich wünsche euch alle Gute bei euren Entscheidungen und lasst euch doch von gesundem Menschenverstand leiten und denkt ein wenig zurück wie eure Kindheit war und wie es euch jetzt geht. Vielleicht sind die traditionellen Methoden immer noch die besseren…

  • Marcus Müller sagt:

    Ich habe den Artikel mit Interesse gelesen. Leider vermisse ich eine ausreichend genaue Quellenangabe um die grob zusammengefassten Resultate der erwaehnten Studie im Detail nachzulesen.

  • Andy sagt:

    Scharfes Essen ist immer ansichtssache. In Indien uns Sri l
    Lanka gibt es milde Speisen die sind für Europäer immer noch sehr scharf. Currys usw. . Das ist alles Hans wie Heiri. Die gewöhnung an die Art der Speisen ist einzig und allein Wichtig. In diesen Ländern ist selten ein Kind verhungert wegen schärfe. Mein kleiner ein Jähriger will alles essen und isst es auch. Wehe er kann von Mammas Essen nicht probieren, dann ist die Hölle los. Ab ein Jährig alles zum probieren geben was wenig Zucker hat wegen schwarzer Zähne. Beachtet auch ob es Krankheiten in der Familie gibt. Mit einem Rüebli spielen kann schön sein. Thats all

  • Katharina sagt:

    Ein weltbewegend tiefgründiges Thema heute.

    General Stiller hat die ERLAUBTE Stillzeit von 6 auf 4 Monate reduziert.
    Fisch ist vom Index Allergicus entfernt,

    Gut. Ich darf also vor dem Munchen Sushi Munchen. Oder gleich dort und während.

    Yummie.

    Entspannung AUF dem Esstisch also.

    • lara sagt:

      ich bin erstaunt, dass die hardcore still fraktion sich noch nicht gemeldet hat. 4 monate ist denen ja eindeutig viiiiiel zu kurz.

    • StefanB sagt:

      In München Sushi munchen??
      Abgesehen davon, dass ich das erste Mal, dass ich Sushi verspeiste, mir später eine Pizza in den Ofen schob, weil ich immer noch Hunger hatte… 🙂

      • Katharina sagt:

        Stefan…München? to munch….essen
        Ladies who munch. pink ladies (who like ladies).

        die variante nigiri-sushi (ohne den reis) entsprechend plaziert , also unweit des oefeli, macht das munchen des sushi ein spiel vor dem munchen.

        und ja das oefeli wird dabei warm 🙂

      • Rotkäppchen sagt:

        Die pink Katharina bereits den Vollmond spürt?

      • Katharina sagt:

        Ich glaube es ist häufiger Vollmond als ich dachte.

      • Pippi Langstrumpf sagt:

        Warum soll ich rohen Fisch essen, wenn er gebraten, gegrillt oder gekocht so viel besser ist?

        Da es in Japan kaum Bäume gab, waren die Menschen gezwungen, Methoden der Zubereitung zu erfinden, für die es kein Feuer brauchte, deshalb wurde Fisch gesäuert. Diese Zubereitungsart entstand also aus einem Mangel heraus. Solange ich hier genügend Feuer zum Kochen habe, werde ich darauf gerne verzichten. Ausserdem mag ich es nicht, wenn mein Essen hundertmal „gfingerlet“ worden ist und nicht noch anschliessend gekocht. Auch sind viele Fische von Würmern befallen, was kein Problem ist, wenn der Fisch gekocht ist, sonst aber schon. Also noch lieber Fischstäbchen, als dieses unappetitliche Designfood-Zeugs.

      • Hotel Papa sagt:

        Du rationalisiert. Es reicht doch: „schmeckt mir nicht!“

        Vielen schmeckt es, mir auch. Habe es allerdings in Japan kennengelernt. (Und der Fisch ist nicht gesäuert; der Reis wird mit Essig aromatisiert.)

      • Katharina sagt:

        Pippi, ich liebe Sushi.

      • Katharina sagt:

        „unappetitliche Designfood-Zeugs“…..hinter Sushi ist eine ganze Tradition und Kultur. Nix mit Designfood. Die japaner koennen nichts dafuer, dass bald jede bessere U-Bahn Station auf sushi-bar macht.

      • Pippi Langstrumpf sagt:

        Kurz vor dem Hungertod würde ich das wohl auch essen, genauso wie spanische Nierli, Blut- und Leberwürste, Innereien und Haiaugen, ah und die 1000 jährigen Eier, oder nein, die nicht, was zu viel ist ist zuviel. Ich weiss, ich bin eine Banausin, aber ich lebe gut damit 😉

      • Pippi Langstrumpf sagt:

        HP, du hast natürlich recht, es würde völlig reichen, zu sagen „schmeckt mir nicht“.

      • Katharina sagt:

        …besides, she loves playing sushi plate and is fond of the chop sticks.

      • StefanB sagt:

        @Katharina: Ja, es gibt Leute, die spüren den Vollmond, von denen gibt es Leute, die spüren den Vollmond länger. Und bei ganz wenigen dauerts vierzehn Tage vor bis vierzehn Tage nach dem Vollmond 😀

        And btw, don’t think I don’t understand…
        Und @Pippi: Ich esse auch lieber unbefingerte Speisen. Andrerseits verhält sich unser Immunsystem wie ein Muskel: Wird er nicht regelmässig trainiert, wird er schlapp. Hat das Immunsystem keine Feinde zum Abwehren, verlernt es, Freund und Feind zu unterscheiden, und greift jedes noch so gering abweichende Zellhäufchen an, und reagiert im falschen Moment übermässig.

      • Pippi Langstrumpf sagt:

        Stefan, ich trainiere gern mein Immunsystem mit ein bisschen Sand im Salat, alles andere graust mir. Ich finde es auch unnötig, wenn Köche beim Anrichten immer alles mit den Fingern büschelen müssen, dafür gibt es Werkzeug, ich kann gern auf die Kolibakterien des Kochs verzichten, auch wenn es Chefbakterien sind.

      • StefanB sagt:

        Schmeckt nicht? wer sagt das? ich habs ja auch genossen, aber IMHO ist sushi eine Vorspeise, und dann kommt was Rechtes auf den Teller. 🙂 aber nun ja, ich sehe ja auch nicht aus wie ein Durchschnittsjapaner, eher wie ein Sumoringer.

        Übrigens: wenn denn die Japaner wirklich kaum Holz hatten für ein Kochfeuer, wie kommt es dann, dass sie eine ausgedehnte Teezeremonie entwickelten?

      • Pippi Langstrumpf sagt:

        Katharina, mach dir nichts draus, ich spüre den Vollmond auch, manchmal ziemlich heftig…..

      • Rotkäppchen sagt:

        Also ich liebe Sushi in allen Variationen – wenn es dann noch andere pikante Häppchen hat…und Vollmond…that’s perfect! ;-

      • Hotel Papa sagt:

        Pippi, ich finde es traurig, das heute alles, was ein anderer Mensch berührt hat, schon „gruusig“ ist. Wir sind aber bereits da. Unsere Toleranz fürs Du ist nahe Null.

        Es wird zwar, siehe oben, rationalisiert „bis an bach abe“, der Kern bleibt aber derselbe. Wir wollen uns nicht physisch berühren lassen. Woher kommt das? Und, viel wichtiger: Wohin führt das, und ist es gesund?

      • Pippi Langstrumpf sagt:

        Gute Frage, Stefan. Das weiss ich leider nicht, das andere hab ich mal irgendwo gelesen, es schien mir einleuchtend, wohl weil ich mir nicht vorstellen kann, dass jemand freiwillig, ohne Not, rohen Fisch oder auch rohes Fleisch ist. Ja, auch mit Tatar kannst du mich jagen, lieber eine Röschti.

      • Jeanne sagt:

        Mich nähme noch wunder was die Würmer im Sushi mit mir anstellen? Haben alle Japaner Würmer? Ich weiss eigentlich nur von den Würmern, die die Kinder kriegen vom Dreck essen. Und auch die sind ja schon ein paar Jahrzehntausende unsere Begleiter…So what?

      • Pippi Langstrumpf sagt:

        Also HP, das ist jetzt doch etwas übertrieben, ich lass‘ mich sehr gerne berühren, sowohl physisch als auch psychisch. Aber sogar bei meinen Kindern verlange ich, dass sie die Finger waschen, bevor sie sich an den Lebensmitteln zu schaffen machen. Es ist nicht der Mensch, der mir graust, sondern der Dreck, der vielleicht an ihm klebt. Wenn man weiss, wieviele Menschen das Händewaschen auslassen nach dem Toilettengang, wird man etwas heikel, wenn sie in Küchen arbeiten. Sonst bin ich gar nicht zimperlich, menschliches kann mich nicht schrecken.

      • StefanB sagt:

        Röschti? nein danke! Komischerweise kann ich unserem Nationalgericht nun nichts abgewinnen – und nein, auch das zweite, das Fondue, ist meine Sache nicht! Aber „Gschwellti mit chäs“ oder Raclette, da könnte ich essen, bis ich platze!

      • StefanB sagt:

        @Jeanne: Die meisten dieser Würmer sind harmlos, einige können sich aber im Darm einnisten, oder als Larven über die Blutbahn an lebenswichtige Organe (bis ins Hirn!) gelangen, wo sie sich vom Körper ernähren und vermehren.
        Aber wie gesagt, das ist sehr selten, und meistens ist unser Immunsystem gewappnet und wird damit fertig.

      • Hotel Papa sagt:

        Das ist sicher jetzt wieder für einige zuviel, aber ein Japaner hat seine Allergie erfolgreich mit einem Bandwurm bekämpft. Mit Wurm gehts ihm besser als ohne. Erfolgreiche Symbiose.

      • Katharina sagt:

        Parasiten, die ueber Sushi uebertrage werden: es gibt weniger als 40 faelle pro kahr in den usa. also extrem wenig.
        Zudem ist es vorschrift, dass der fisch mindestens 24 std unter -20 C gekuehlt ist.
        die sushi chefs benutzen wegwerf handschuhe, also ein paar pro bestellung.

        die chance, zb. e.coli von schlechtem rindfleisch zu kriegen ist extrem hoeher.

      • Jeanne sagt:

        @StefanB

        Merci für Info. Also dann sind wir für Fischparasiten auch ein Zwischenwirt? Was mich wirklich wundernimmt: werden wir durch diese überaus hygienefanatische, hyperallergen ernährte Gesellschaft wieder kränker oder doch gesünder? Wo ist das Gleichgewicht, denn es starben und sterben heute noch viele Menschen, vor allem Kinder, an den Folgen mangelnder Hygiene. Und gleichzeitig erkranken wir hier immer häufiger an Allergien und weiss der Henker für „Zivilisationskrankheiten“. Die Frage ist doch, womit muss unser Immunsystem trainingshalber als Baby konfrontiert werden, was ist zuviel, zuwenig…Also, welche Gesellschaft hat am wenigsten Allergien, ist gesund und warum? Was verfüttern die ihren Babies?

      • Lara Kraft sagt:

        ihr habt echt einen an der klatsche.

      • Katharina sagt:

        nein lara, das mit der klatsche ist nicht teil dieses spiels.
        das waere dann ein anderes spiel aber das lassen wir fuer heute.

  • heidi reiff sagt:

    Wir Menschen haben doch alle unsere Hintergründe, es gibt so viele Geschichten wie es Menschen gibt gleich aus welchem Land, ich habe meine Leichen aus dem eigenen Keller geholt , hatte Begleitung von Menschen die mich ernstgenommen haben ohne MORALPREDIGTEN UND SANKTIONEN, AUCH ALS KIND, ES WAREN FUER MICH RETTENDE ZEUGEN, DIE NICHT LIEBGOTT GESPIELT HABEN. Meine Aengste konnte ich dadurch etwas relativieren. Die Aengste, die ich damals als Kind hatte wurden wegrationalisiert. Meine Aussage als Kind war immer , ich sterbe, ich sterbe, so habe ich mich als Kind als hilfloses Kind ausgedrückt, ich wurde einfach verspottet und nicht ernst genommen, Jesus am Kreuz wurde verspottet, gequält, etc. So wurde Rache, Häme und Sadismus an schwachen Menschen ausagiert, die Bilder sind noch präsent live aus diesem Szenerio, ich nehme meinen inneren Photoapparat ernst, der lügt nicht, Zusammenhänge eruieren ist noch spannend, alte Menschen die mit Trottinett rumfahren die gibts auch, zum Glück, Fakire auf Nagelbrettern sind nicht so mein Ding, auch Askese nicht.

  • Dani sagt:

    Auch wenn 4 Monate stillen angeblich reicht findet das mein Sohn gar nicht obwohl er schon 10 Monate alt ist. Ich finde das Stillen sehr wertvoll ist und eben bei weitem nicht nur Nahrungsaufnahme. Wenn ich meinem Sohn beim stillen zuschaue habe ich oft das Gefühl er befände sich im Zustand absoluter Glückseligkeit. Er geniesst das unglaublich und er ist wunderschön anzusehen. Aber in unserer Kultur muss ja alles ein Nutzen haben sonst ist es nutzlos und damit wertlos… Ausserdem ist es ja hip sich möglichst schnell auf dem Arbeitsmarkt als Sklave zu verdingen, sonst ist an ja noch an sein Kind gebunden und unfrei….!
    Ach ja essen tut mein Sohn auch und zwar fast alles was auf dem Tisch ist. Aber nur war er selber mit Händen essen kann. Er hat nie Brei akzeptiert und nie Schoppen und er hat auch keinen Nuggi. Sonst ist er fit wie ein Turnschuh und oft sehr fröhlich.

  • kaugel sagt:

    meine tochter trinkt seit dem 5. monat kuhmilch, mal vollmilch aus dem supermarkt, mal vollfette rohmilch, wenn wir bei den grosseltern auf dem bauernhof sind. natürlich kriegt sie sie nicht gleich schoppenweise, aber 1-3 dl zwei, dreimal die woche sicher. und bisher hat ihr das nichts getan. im frühstücksbrei ist ebenfalls immer genau die milch drin, die meine frau und ich am morgen in unseren kaffee leeren, und wenn anderes essen mal zu dick gekommen ist, wird ebenfalls mit milch nachgeholfen. absolut kein problem.

    ebenfalls seit dem 5. monat bekommt sie eigentlich alles, was wir auch essen – halt einfach ohne gewürze. salz, das ja, solange nicht zu viel, kräuter mittlerweilen langsam (sie ist bald ein jahr alt), pfeffer bisher keinen. poulet, kalbfleisch, rindfleisch, schwein, leber, ist sie alles. letzthin ist sie selber hinter den kühlschrank, hat einen zweig rohe tomaten rausgeholt und gleich zwei kleine gegessen.

    und bisher war das schlimmste, was wir hatten, ein paar tage fieber – und das seit ihrer geburt auch nur zwei mal. haben wir einfach glück? 😀

  • Yves sagt:

    Es scheint so, dass sich diese unglaubliche Unsicherheit sich quer durch das Zusammenleben Eltern/Kind zieht.

    Ich finde es immer wieder erstaunlich, wie sich Menschen so von Studien abhängig machen lassen, die von der Industrie bezahlt werden oder einem Autor glauben, der mal einen Ratgeber schreibt. Einzelmeinungen also.

    Jeder der nur mal kurz nachdenkt, muss doch darauf kommen können, dass kleine Portionen „normalen“ Essens bei Babies keine schlechten Effekte erzielen. Logisch, mit Austern, tausendjährigen Eiern oder Schafskopf würde ich mein Kind nicht füttern. Aber ein bisschen Saucisson mit Lauch, einen Löffel des Artischocken-Risottos oder auch ein bisschen Kapern schadet bestimmt nicht.

    Ich bin starker Asthmatiker, sehr behütet aufgewachsen und nur das Beste zu futtern bekommen. Sehr vorsichtige Eltern. Meine zwei Kinder ab Waldrand augewachsen, ungewaschenes HImbeeren, brackiges Wasser und Katzen und Hunde in der Wohnung, Bärlauch aus dem Wald, Buchennüsse von der Strasse, auch gerne mal rohe Hagebutten essend, beide völlig unbelastet, und sie sind 14 und 16.

    Genau so kenne ich aber auch Familien mit umgekehrten Realitäten.

    Wer soll da was ableiten?

    • Hotel Papa sagt:

      Für mich ist zumindest einsichtig, dass ein Immunsystem, das keine Arbeit bekommt, sich diese sucht.

      „Eat dirt!“ hat ein amerikanischer Freund seine Strategie gegen Allergiene beschrieben, und ich bin einig.

      • Yves sagt:

        Na ja, da bin ich eigentlich auch ein Verfechter von. Aber ich kenne auch Kinder, Dreckspatzen in einem positiven Sinn, völlig im Fuchsbau aufgewachsen, die können allerdings nicht ohne ihr Ventolin (Asthmaspray) aus dem Haus.

        Mir erschliesst sich da kein schlüssiger Zusammenhang.

    • Katharina sagt:

      ich finde, die steigende haeufigkeit von Allergien ist auf umweltbelastende Stoffe zurueckzufuehren. Bei den Essensallergien dann all die bei- und hilfsstoffe der chemie, um das zeug haltbar, farbiger, duftender usw zu machen.

  • StefanB sagt:

    Die Ernährungswissenschaft ist ja eine Lotterie: je nachdem, in welchem Jahr man steckt, gelten wieder andere „Erkenntnisse“. Und bis dann diese Weisheiten zu den breiten Massen getragen werden, vergehen noch etliche Jahre. Das gilt nicht nur für die Ernährung von Kindern; auch für uns Erwachsene gelten immer wieder andere Ernährungsrichtlinien.
    Eigentlich erstaunlich, dass unsere Politiker uns nun vorschreiben wollen, welchen BMI wir noch haben dürfen; dass dieser schlicht falsch ist, hat noch gar keiner dieser hohen Herren und Damen im BA für Gesundheit sowie unseren Räten gemerkt. Und dabei sitzt genau dort doch mindestens ein Präventivmediziner, der es besser wissen müsste…

    • Pascal sagt:

      Naja, ich weiss was du damit sagen willst, „schlicht falsch“ ist der BMI aber bei weitem nicht. Er ist noch immer ein gutes Mass, um bei Durchschnittsmenschen die Fettleibigkeit einzuschätzen. Dass ein Bodybuilder mit einem BMI von 30 nicht fettleibig ist ist ja klar, bei der Schwiegermutter kann man bei diesem BMI aber schon davon ausgehen, dass sie nicht mehr die Fitteste ist. 😉

      • StefanB sagt:

        Aber Pascal, ob die Schwiegermutter nun einen BMI von 20, 25 oder 30 hat, so wird sie sowieso nicht mehr die fitteste sein. Wobei ich zugeben muss, dass eine Schwiegermutter mit BMI 20 sicher fitter ist als ein Schwiegersohn mit BMI 30.

        Das Dumme ist aber, dass in der gegenwärtigen Diskussion (soweit ich sie mitbekomme) der BMI als das einzige Kriterium diskutiert wird – und dann bewegt sich die Sache auf Brigitte-Diät-Niveau! Aussagekräftiger sind da Körperfettanteil- und Blutfettmessungen, aber die sind eben kostspieliger, als kurz Grösse und Gewicht zu messen.

      • lara sagt:

        zum glück wird ja heute vorallem der bauchumfang angeschaut und nicht mehr nur der bmi.

  • ursula sagt:

    Meine Mutter ist Süditalienerin und soweit sie sich erinnern kann, gabs für uns Kinder sehr früh Futter vom Tisch. Sie hat sich einfach auf ihren Menschenverstand und das von ihrer Mutter und Grossmutter Beigebrachte verlassen. Ebenfalls ihren Enkelnkindern hat sie die feine „klassische“ Pastina bereits mit 4 Monaten zugemutet. Wir Töchter und Enkel haben uns alle prächtig entwickelt. Das Dogma mit dem absoluten Stillen war mir ehrlich gesagt auch schon immer suspekt. Ich habe mein Kind nur bis 5 Monaten ausschliesslich gestillt, danach gabs schon feine Breie, denn ich wurde das Gefühl nicht los, dass mein Kleiner immer gieriger aufs richtige Essen wurde. Ab einem Jahr kriegte er statt Milchpulver nur noch Kuhmilch–Schoppen – günstiger und bequemer. Und auch das hat ihm im Magen und Gaumen gemundet.

    • studimutter sagt:

      ein Paar war mit seinem Kind (5 Monate) in Süditalien in einem Restaurant und baten den Koch den Rüeblibrei aufzuwärmen.
      Das Kind ass zum ersten Mal das ganze Breichen auf und wollte mehr. Sie fragten aus Witz den Koch, was er da reingemischt hätte.
      Die Antwort: Salz, Olivenöl und Parmesan und ein wenig Pfeffer, das Breichen sei ja ungenießbar gewesen.

    • Pippi Langstrumpf sagt:

      So hielt ich das auch, ab etwa 6 Monaten gab es langsam immer mehr Futter vom Erwachsenentisch, vieles mochten sie, einiges nicht, Fleisch gab es erst, als sie Zähne hatten. Kuhmilch als Getränk ab etwas einem Jahr, aber Yoghurt und Quark schon mit 6 Monaten. Ich habe immer alles frisch zubereitet, auch die Breie, es war kein grosser Aufwand, ich hab das sehr gern gemacht, was gibt es Schöneres, als für das Liebste Essen zuzubereiten! Und viel schmackhafter und billiger als Gläschenkost war es auch. Diese Gläschen sind unappetitlich, schon nur die Farbe, undefinierbar zwischen beige und grau, tschuder! Heute würde ich darauf achten, Biogemüse zu kaufen, das gab es damals kaum, jedenfalls nicht im Grossverteiler.

      • studimutter sagt:

        Das mit dem selber Kochen habe ich bei Kind 1 auch so gehalten, bei Kind 2 fehlt mir die Zeit dazu. Das fängt jetzt so langsam an Breichen zu essen, die sind aber gekauft. Ist halt so. Ich denke aber, dass Kind 2 sowieso schneller am Familientisch mitisst. Die Breichen-Zeit ist ja eigentlich von kurzer Dauer.

      • mira sagt:

        „studimutter

        Wir haben jeweils grössere Portionen Gemüse etc gekocht (im Dampfgarer), daraus 3-4 verschiedene Breie gemixt und diese dann portionenweise eingefroren. Vom Abpumpen hatte ich noch ca. 70 Aventbecher. Schmeckte köstlich, war frisch und bio. Jeden Tag zu kochen wäre auch für uns unmöglich gewesen, aber Gläschenfood wollten wir auf den Notfall beschränken.

      • studimutter sagt:

        @mira
        stimmt ja :-)! Beim Ersten habe ich auch stets für eine Woche vorgekocht (je 1 Schwung Gemüsebrei und Früchtebrei). Ich schau mal wie es aussieht, wenn die Uni wieder anfängt und wie es dann mit der Zeit so steht.

    • Eri sagt:

      einfach unglaublich genial!

  • heidi reiff sagt:

    Was Essen betrifft gehe ich heute nach dem Lustprinzip endlich, ich bekoche mich meist selbst und esse, wenn ich Lust habe, immer kleine Portionen. Mein Guru ist nach wie vor der Suppenkaspar mit der Aussage „ich esse diese Suppe nicht“.

  • riisnagel sagt:

    Danke für den tollen Text! Bei meinem ersten Kind habe ich noch die totale antiallergiker Schiene gefahren, alles verbotene gemieden. Als das Mädel dann sehr früh vom Tisch essen wollte, gab es für uns Eltern nur noch glutenfreie Teigwaren, ungewürzte Saucen und ihr Zusatzschoppen wurde mit Reismilch und Mandelmus zubereitet.
    Zum Glück war ich beim zweiten Kind hellhöriger und merkte grad, dass alles am kippen war. Und wie ich es genoss, das zweite probieren zu lassen wo es will! Und auch er war natürlich sehr glücklich darüber, wollte er doch noch früher als meine Tochter nur vom Tisch essen. Nun, er hatte dann mit 9 Monaten schon Pizza und Co und geschadet hat es ihm bis jetzt überhaupt nicht.
    Rechtfertigen musste ich mich aber für meinen Ernährungsstil doch ziemlich oft, deshalb bin ich froh um diesen Text, ich hoffe, viele sehen ihn und können nun auch gelassener die Kinder entdecken lassen

  • Hotel Papa sagt:

    Wird Zeit, dass sich diese Haltung auch auf andere Bereiche der „Gesundheits“-Lehre ausbreitet. Wir können den Pathogenen (ob das jetzt Allergene sind, Bakterien, Viren, anderen reizenden Medien) nicht immer ausweichen. Müssen auch nicht. In der Regel wird ein gesunder Körper mit ihnen fertig.

    Den Köper (und Seele, und Geist) gesund zu machen und zu halten, das muss das Ziel sein.

  • Nicolita sagt:

    Während der Schwangerschaft habe ich, abgesehen von Rohfleisch, alles gegessen… weshalb auch nicht während der Stillzeit? Ich esse auf was ich Lust habe – in die Salatsauce gehören Zwiebel und Knoblauch, meine Pizza geniesse ich mit Peperoncino und als Beilage darf es auch mal Brokkoli sein… jedes Kind ist individuell, so auch im Essverhalten. Also Ausprobieren geht übers Studieren! Und wenn etwas mal nicht gut bekommt, meldet sich die / der Kleine bestimmt 🙂
    Den Kids darf man ruhig auch die Sache mit dem Essen anvertrauen, generell traut man ihnen zu wenig zu, doch sie wissen immer noch am Besten wies dann funktionieren soll… ein Hoch auf die Intuition! Nur Mut Mamas und Papas!

  • Wüstenfuchs sagt:

    Ich wurde nicht gestillt, weil Muttermilch gerade mal wieder schädlich war. 30 Jahre später ist Muttermilch das Beste, das für ein Baby gibt, etc…. Ich habe mich ebenfalls nicht mit Elternratgebern aufgehalten, sondern Pi-mal-Daumen auf die Anforderungen des Lebens reagiert und versucht das Beste für mein Kind und mich zu tun. So wie’s aussieht, ist es mit dem Essverhalten und der Allergiefreiheit des Söhnchens gut rausgekommen. Kann also nicht ganz falsch gewesen sein.

  • Rahel sagt:

    Dem gesunden Menschenverstand folgen und ja nicht zu viel von all diesen Ratgebern lesen- die verunsichern nur!
    Meine grosse Tochter wollte nie Brei und ass nur, was sie selbst in der Hand halten konnte- ebenso meine juengere Tochter- die sogar par tout nut das will, was auch wir essen. Da schaue ich nur darauf, dass die Dinge nicht zu hart sind und ich gebe auch moeglichst wenig Suesses. Ansonsten gibt es das, was auch wir essen… und ja- es wandern auch mal Erde, Sand, Ameisen, Staub und andere Dinge in den Mund. Und- oh schreck, oh graus- ich sterilisiere auch keine Schoppenflaschen- wir leben ja auch nicht in einer sterilen Welt.

  • Eri sagt:

    Gesunder Menschenverstand einsetzen, dann kommts schon gut – weil eben: alle paar Jahre sind die Empfehlungen und Ratschläge wieder anders…

  • Ob es nun ums Essen geht, ums (nicht-)Baden eines Babys gleich nach der Geburt, ums Schlafen im Elternbett, überall lässt sich das Gleiche feststellen: Experten stossen auf eine neue Erkenntnis, die Eltern versuchen krampfhaft, sich alte, „falsche“ Verhaltensweisen abzugewöhnen und die Grosseltern schütteln entsetzt die Köpfe, weil man zu ihren Zeiten alles noch ganz anders und natürlich „richtig“ gemacht hat.
    Ich bin der Meinung, dass das Bauchgefühl nicht alleine beim Essen, sondern im Leben mit Babys und Kindern im Allgemeinen wieder mehr zu sagen haben sollte als all die Empfehlungen, die drei Jahre später schon wieder passée sind.

  • Momo sagt:

    So sind alle meine 4 Kinder groß geworden! Allergiefrei und sie haben alle ein erhöhtes Risiko Allergien zu bekommen.
    Auch bin ich der Meinung, dass unsere heute klinisch gereinigten Wohnungen kein Segen sind für unsere Kinder. Bakterien braucht es für das Imunsystem. Wenn die Kleinen in einer klinisch reinen Umgebung aufwachsen, schadet das mehr als es nützt. Schädlich sind in meinen Augen Nahrungsmittel, die gespickt sind mit E- Zusätzen ohne Ende! Früher gab es weniger Richtlinien dies betreffend und komischerweise auch viel weniger Allergien.

  • Martin A. sagt:

    Die Sache mit den Allergien im Zusammenhang mit Babies ist eine Modeströmung. Alle 10-20 Jahre gibt es etwas Neues, welches in den Fokus rückt. Das bestätigt Ihnen jeder Kinderarzt mit mehr als 30 Jahren Berufserfahrung. Ausserdem ist Nahrungsaufnahme/Verdauung etc. – im Grunde die ganze Ernährung – noch ein nahezu unbekanntes Feld. Keiner weiss genau wie es im Körper abläuft. Daher kann man die meisten Empfehlung getrost beiseite lassen.

    Eine Frage habe ich aber noch. Warum sollte man nicht scharf würzen. Essen dann Babies in gewissen asiatischen Regionen nur fades Zeugs und die Eltern kochen für sich scharf? Auch beim Stillen. Ich kann mir kaum vorstellen, dass die Ernhärungsgewohnheiten nur wegen einem Baby komplett über den Haufen geworfen werden. Wer weiss da mehr?

    • Cybot sagt:

      Ich denke, die grösste Gefahr bei scharfem Essen ist, dass der Nachwuchs es wieder ausspuckt. Etwas wirklich scharfes werden die wenigsten Kleinkinder wohl überhaupt schlucken – oder nur einmal. Zu viel Zucker oder Salz ist wohl die grössere Gefahr, da sich das Kind daran gewöhnen könnte.

    • mira sagt:

      Ich habe schon gehört, dass Kinder in Indien langsam an das Essen gewöhnt werden und schon sehr bald keine Probleme damit haben.
      Unsere Tochter hat von Anfang an gerne gewürzte Speisen gehabt und auch eine gewisse Schärfe machte ihr überhaupt nichts aus. Ich habe während der Schwangerschaft auch oft scharf gegessen.

      • Tanja sagt:

        Meine beste Freundin hat einen Koreaner geheiratet. Ihre eineinhalbjährige Tocher isst auch das schärfste Kimchi vom Tisch…….was beweist, dass es mehr um Gewöhnung geht als irgendetwas anderes.

      • Widerspenstige sagt:

        Es kommt wirklich auf die Dosierung darauf an beim Würzen und darf ruhig je nach Alter des Kindes erhöht werden. Nicht zu verwechseln mit Salz, Zucker, Aromat etc. sondern würzen mit Kräutermischungen auf Meersalzbasis (zB Trocomare, Herbamare etc.), frischen Küchenkräutern! Das Beispiel mit indischer oder asiatischer Küche trifft es sehr gut. Dort wird ziemlich rasch während der Stillzeit die Alltagskost vom Tisch Stückchenweise in das Mündchen geschoben mit dem Finger von Papa oder Mama. Aber immer mit viel völlig ungewürztem Reis (entwässernde Wirkung auf den Stoffwechsel) zum Neutralisieren der pickanten Speisen gereicht. Das ist schon fast eine Überlebensstrategie vor tropischen Krankheiten und die beste ‚Immunitätskeule‘. Es ist ja inzwischen erwiesen, dass vorallem Chili und die diversen Currygerichte den Bakterien den Garaus machen und Kleinkinder ruhig davon – in abgeschwächter und/oder verdünnter Form notabene! – naschen dürfen. Es gewöhnt sich so am Besten an verschiedene Geschmacksrichtungen und isst so automatisch ausgewogen.

      • adlerauge sagt:

        wobei anzumerken ist, dass salz salz ist und salz bleibt, egal was für einen gesundheits- oder lifestyle-zusatz (oder gar eso-zusatz) es im namen trägt. es darf also ruhig auch stinknormales kochsalz zu 1 franken irgendwas pro kilo verwendet werden, das ist nicht böser oder weniger böse als irgend ein anderes salz. die dosis macht’s aus.

        anmerkung: es geht mir hier nicht um den geschmack, den weiteren zutaten in kräutersalzen durchaus verbessern können.

      • Widerspenstige sagt:

        @adlerauge
        Ja natürlich bleibt Salz wahllos überall reingeworfen schädlich, danke für Deinen wichtigen Hinweis, den ich anscheinend zu wenig prägnant rübergebracht habe. Aber viele junge Eltern wissen da wirklich nicht genau, wie die Dosierung aussehen sollte, damit sie noch würzt, aber nicht schädigend ist für das Kleinkind. Ich habe den Brei (ob Reisbrei oder Kartoffel-/Rüeblibrei) bei meinen Kindern so ab ca. 4 – 6 Monaten halt immer etwas weniger abgeschmeckt, als es für mich gepasst hätte.Zusätze wie Rahm, Butter, Küchenkräuter, ein Ei etc. helfen da bei den ersten Versuchen enorm. Auf die Dosierung kommt’s an, richtig!

        Aber: ob es ’stinknormales Kochsalz‘ oder irgendein anderes Salz ist, ist schon von Bedeutung. Also da kann ich Dir nicht zustimmen. Kochsalz ist jodiert und der Natriumgehalt ist wesentlich erhöht und beim Meersalz tönt ja schon der Name nach mehr Gesundheit. Das hat nicht nur mit einem feinen Geschmacksempfinden oder gar Lifestyle zu tun, nein, das hat mit Wissen um die Herstellung und Wirkung im Körper zu tun. Also Kochsalz gibt es für uns nur im Winter zum Eisflächen salzen und auch das nur, wenn nichts anderes mehr hilft um nicht schon am Eingang ‚auf die Nase zu fallen‘.

      • Nemo sagt:

        @Widerspenstige
        Kochsalz = Steinsalz = Meersalz, nur dass das Meer halt vor ein paar Jährchen verdunstete. Es gibt auch Kochsalz ohne Jod.
        Das heutige Mehrsalz ist zu 94.95% identisch mit dem Steinsalz. 5% der Differenz ist Restflüssigkeit im Meersalz H20. Die restlichen Unterschiede sind zu vernachlässigen, da bei normalen Salzverbrauch diese keine wesentlichen Auswirkungen auf den menschlichen Körper haben. Geschmacklich mag es Unterschiede geben, ich merke die aber nicht heraus, vielleicht sind die auch nur psychologisch. Ach ja es gibt noch einen wesentlicheren Unterschied der Preis, dieser würde aber dann für Steinsalz sprechen.

      • Hotel Papa sagt:

        Nemo, schon allein die sinnliche Empfindung wenn Du als Koch Fleur du Sel über eine Gericht sprenkelst macht den Preisunterschied meer 😉 als wett. Ernährung ist mehr als Chemie.

      • Katharina sagt:

        „Ernährung ist mehr als Chemie.“

        Stimmt. Kochen ist Alchemie. und Kunst.

      • Hotel Papa sagt:

        Und Seelenfutter. Für Koch und Bekochte.

        Ausserdem gilt Mephistos Spruch:

        „Wer will was Lebendigs erkennen und beschreiben
        Sucht erst den Geist herauszutreiben,
        Dann hat er die Teile in seiner Hand,
        Fehlt, leider! nur das geistige Band“

        Wer Ernährung auf Inhaltsstoffe reduziert, wird dem Thema nicht gerecht. Der Mensch will mehr.

      • Nemo sagt:

        Na gut Hotel Papa aber fleur du sel ist nicht einfach Meersalz, denn hier hat es auch effektiv einen chemischen Unterschied, da es praktisch unbehandelt in den Handel gelangt. Ich nehme aber mal an, Du kochst Deine Nudeln nicht mit fleur du sel.

      • Widerspenstige sagt:

        So schön Hotel Papa und Katharina, danke!! Da kommt mir grad in den Sinn, dass das Buch von Martin Suter ‚Der Koch‘ ja nicht umsonst auf der Bestsellerliste thront – es geht darin um genau diese Sinnlichkeit des Zubereitens, der aphrosisierenden Zutaten und….muss es sofort noch bestellen!;-)

        Und das weiss sogar H.R.H. Dalai Lama: Widme dich der Liebe und dem Kochen mit deinem ganzen Herzen.

      • Hotel Papa sagt:

        Nein, im Moment versuche ich Biomaris, Salz aus Meerestiefenwasser. Hat einen erheblichen Anteil an Magnesiumsazen und einen einigermassen gewöhnungsbedürftigen Geschmack und tendiert zu Klumpigwerden. In den Nudeln (und anderen gekochten Gerichten) fällt es aber nicht auf.

      • Katharina sagt:

        Sehr schön, der Mephisto, Hotel Papa.

        „Seelenfutter. Für Koch und Bekochte“ lässt mich erinnern an schöne Abende, wo das zelebrieren des Essens zu einem Spiel von Liebenden wurde, deren Seelen danach sehr glücklich waren – Eine Alchemie der Sinne.

        Dazu noch als praktischer Tipp, da von scharfen Gewürzen gesprochen wurde:
        Do not insert the Chili pepper.
        .

      • Hotel Papa sagt:

        Ja ja, die einzige Art, Oliven zu essen…

      • Katharina sagt:

        Oliven…Du weisst mehr als ich dachte.

        Olive’s Olive
        had a tart sweetness
        I never tasted before.
        She was an intriguing experience.
        Her nectar so dense and luscious.

      • Widerspenstige sagt:

        …Ihr Beitrag wartet auf Freischaltung 16.49…also so erotisch ist mein Beitrag jetzt auch wieder nicht…hmmm

      • Katharina sagt:

        @Widerspenstige …oops, habe ich etwas ueber die straenge gehauen?

      • Hotel Papa sagt:

        Oi. Offenbar ist der Dalai Lama auf dem Index von Newsnetz…

    • Katharina sagt:

      Chipotles sind wohl des Teufels,,,,,

    • Moi sagt:

      Ich weiss von einer Kollegin von mir die ein Jahr in Guatamala war. Sie hat mir erzählt, dass sie immer das Gericht für die Kinder gegessen hat, weil ihr das andere zu scharf war. Es werden also unterschiedlich scharfe Speisen für die Kinder und die Erwachsenen zubereitet. Auch wenn das Kinderessen für unseren Geschmack immer noch sehr scharf sein soll.

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