Auf ein Gläschen Me-Time!

MAMABLOG-ME-TIME

Eine geradezu idealtypische «Me Time»-Situation: Schwangere beim Entspannungsbad.

Ein paar Strassen vom Strandhaus entfernt, das wir in Amerika zusammen mit Schwestern, Onkeln, Grosseltern, Cousinen, Schwägerinnen und Schwagern gemietet hatten, gab es eine kleine Apéro-Bar, in der man vorzügliche Margaritas geniessen konnte. Die Bar war stets voll und ganz nach meinem Geschmack. Bis auf den Namen: Sie hiess «Me Time».

Nicht, dass ich etwas gegen die Zeit auszusetzen hätte, die man sich für sich selber nimmt. Im Gegenteil. Die Vorzüge der Me-Time sind nicht zu überschätzen. Vorab für Eltern. Doch die Karriere des Wortes verhält sich leider umgekehrt proportional zur Me-Time, die Menschen sich heute auch tatsächlich noch gönnen. Vorab Eltern. Vorab in den USA.

Das Me-Time- Glaubensbekenntnis hat mich die letzten drei Wochen in Amerika auf Schritt und Tritt verfolgt. Die Werbewelt und vorab die Babyindustrie hat den Terminus vollkommen vereinnahmt und ihn bis zur  Sinnlosigkeit entleert:

Ein Stück Me-Time für jeden Tag – verspricht die Werbung für ein Duschgel. Ein Glas Grüntee ist neuerdings nichts weniger als koffein- und kalorienfreie Me-Time. Das Zeitungsabo wird zur Me-Time, die sich jeder leisten sollte. Das richtige Babybett verspricht den Eltern geruhsamere Me-Time in der Nacht. Und nach der Snuggle Time mit Baby darf Mama ihren müden Beinen in einem Bad die wohlverdiente Me-Time angedeihen lassen. Fehlt eigentlich nur noch der ungestörte Gang auf die Toilette! Me-Time par excellence!

Seit wann, fragte ich mich, sind ganz normale  Tätigkeiten wie Lesen, Duschen, Teetrinken oder Baden zur Freizeitaktivität geworden? Zu Auszeiten, die man sich bewusst gönnen muss, wenn die Kinder grad bei Oma sind oder bereits schlafen? Ist die tägliche Dusche oder das Lesen einer Tageszeitung wirklich so ungeheuer, dass wir dafür unsere Freizeit oder Me-Time dafür opfern müssen? Hat uns der Nachwuchs so sehr im Griff, dass eine Margarita den fast schon verwegenen Höhepunkt eines Erwachsenenurlaubs darstellt? Haben Eltern irgendwann im letzten Jahrzehnt Aufzucht mit Selbstaufgabe verwechselt?

Offenbar. Am Strand  vor dem Haus jedenfalls wurden die  Sandburgen von einem metergrossen Alleinherrscher regiert und von mindestens drei erwachsenen Sklaven jeden Alters gebaut. Mütter fütterten ununterbrochen, mahnten, putzten, lobten und rieben ihre Jungschar mit Sunblocker ein. Bücher lesen sah man ausschliesslich Kinder oder Kinderlose. Und mich. Ich gönnte mir doch tatsächlich 455 Seiten Me-Time und fühlte mich kein bisschen asozial.

Ich glaube nämlich nicht, dass meine Töchter verdursten, wenn ich ihnen nicht permanent mit einer Wasserflasche nachspringe. Ich glaube nicht, dass ich den Bau jeder einzelnen Sandburg begleiten und auf Video dokumentieren muss, damit die Kinder sich dereinst an die Ferien erinnern. Ich glaube, dass Ferien auch für Mütter und Väter  tatsächlich und wirklich Auszeit bedeuten, und nicht bloss auf ein Gläschen Margarita und ein Bikini-Waxing rationierte Me-Time. Und ich glaube, dass sich Kinder allein beschäftigen können und ab einem gewissen Alter, das doch beträchtlich unter der Volljährigkeit liegt, auch mal aus dem elterlichen Blickfeld verschwinden dürfen.

Das liegt wohl daran, dass ich Europäerin bin, dachte ich. Bis ich gestern abend den Stapel Post öffnete, der sich in unserer Abwesenheit auf dem Tisch angesammelt hatte. Darunter eine Werbebroschüre eines neuen Coiffeurgeschäfts. Am Zürichsee. «Kinderhaarschnitt – Cüpli und ein paar ruhige Minuten fürs Mami inklusive», stand da.

Jetzt macht mal Pause, bitte!  Aber keine, die in einem Glas serviert wird.

74 Kommentare zu «Auf ein Gläschen Me-Time!»

  • Pat sagt:

    Eine permanente durchgängige 24stündige und nur auf die Bedürfnisse der Kinder ausgerichtete Aufmerksamkeit, züchtet alles kleine Narzissten heran…

    • *sigh* sagt:

      …deren Unfähigkeit in einer Gesellschaft zu leben dann mit super-teuren was-weiss-ich-Massnahmen kompensiert werden muss, die wir alle bezahlen dürfen – jene die keine Kinder haben anteilsmässig sogar mehr als jene mit Kindern.
      Das gilt natürlich nur für den Steuer/Krankenkassen/etc-Aspekt, der zeitliche Mehraufwand wird vermutlich schon eher bei den Eltern und dem Umfeld hängenbleiben.

  • Katharina sagt:

    ‚Me Time‘ en Agosto:

    Bienaventurados los pobres de espíritu, porque de ellos es el reino de los cielos.
    Bienaventurados, por tanto, los simples, porque ellos serán los primeros.

    Y yo quería seguir siendo simple. Sentir fascinación.

    So. Und ich mach jetzt eine simple Me-Time mit einem erfrischenden Mojito. Vielleicht knabbere ich etwas an übriggebliebenem fufu de plátano und lese ein bisschen de amor y casualidad.

    „http://letras.terra.com.br/jorge-drexler/209738/“

  • maia sagt:

    Ich habe zwar keine Kinder. Aber da ich einem Beruf nachgehe ist: Duschen, Lesen, Teetrinken, selbst Wohnung putzen und Wäsche waschen usw. usf. Freizeit – oder gibt es hier jemand, der dies während der Arbeitszeit tun kan? Schön, dass das offenbar für Mütter anders ist.

    • Cara Mia sagt:

      Naja, Maja, da hast Du wohl halt keine Ahnung wie das ist. Mit kleinen Kindern ist es die pure Erholung, mal an einem Schreibtisch sitzen zu können und in Ruhe einen Fall durcharbeiten. Schon alleine waschen, wenn man, wie die meisten, die Waschmaschine im Keller und auch nur ein einjähriges Kind hat, ist alles andere, als geruhsam. Kommt noch ein Dreijähriges dazu… Ich war manchmal unsäglich froh, wirklich mal zwei Stunden sitzenbleiben zu können!

      • maia sagt:

        Naja, Cara Mia, sie haben wohl keine Ahnung wie das ist:Es gibt Menchen, die müssen bei der Arbeit arbeiten. Man kann nie zwei Stunden an etwas ruhig arbeiten, weil immer wieder jemand stört, weil das Telefon klingelt, weil jemand etwas von einem will. Trotzdem mussaAbends alles fehlerfrei abgearbeitet sein. Am morgen steht man um fünf auf, damit man noch rasch eine Maschine Wäsche füllen kann bevor es zur Arbeit geht und nach der Arbeit wird nach Haus gestresst, damit fertig gewachen werden kann. Natürlich muss auch noch eingekauft, gekocht, geputzt, geduscht etc. werden. Ich weiss nicht, wann ich mal zwei Stunden einfach sitzen bleiben konnte (ausser jetzt, wo ich Ferien habe). Und so ist dann eben das „Seit wann, fragte ich mich, sind ganz normale Tätigkeiten wie Lesen, Duschen, Teetrinken oder Baden zur Freizeitaktivität geworden?“ für mich schon immer Freizeit.

  • Hans Mustermann sagt:

    Gibts eigentlich schon Kinder Grossziehen für Dummies?
    Wer will kann ja sonst seine Me-Time dafür aufwenden 🙂
    Und sonst:
    # Kinder für Anfänger
    Reinhart Lempp, Loriot

    # Kinder können nerven
    Ein Handbuch für gestresste Eltern
    Reinhart Lempp

    hehe und einen schönen Abend noch

  • Stefan W sagt:

    Ich neige dazu, Leuten ein herzliches „Selber Schuld“ an den Kopf zu werfen, die sich in erster Linie als Kindergrosszieher verstehen und „für sich selber“ keine Zeit mehr haben. Kinder kann man nicht grossziehen, die werden selber gross. Man kann sie höchstens daran hindern, zu sich-selbst-beschäftigen-könnenden-und-sich-selber-auch-was-zutrauenden Individuen zu werden. Sollte man aber nicht. In halbwegs kindgerechter (also nicht allzu gefährlicher) Umgebung kann man sie ab etwa 4-5 Jahren ohne weiteres einige Zeit sich selbst überlassen, wenn man erreichbar bleibt.

    Ja, man muss lernen, den Ausspruch „Mir ist sooooo langeweilig“ kühl an sich abperlen zu lassen, ohne Schuldgefühle zu entwickeln. Nein, es schadet dem Kind nichts, wenn es lernen muss, selber etwas gegen Langeweile zu tun. Es wird deswegen später nicht zu Drogen greifen und auch nicht zum Verbrecher. Jedenfalls nicht nur deswegen. Kinderspiele sind toll für Kinder. Die Kinder sollen sie miteinander spielen. Was hab ich damit zu tun? Das heisst nicht, dass ich nie was mit ihnen spiele, aber wenn, dann doch eher etwas, was mir auch Spass macht. Und dann ist es ja wieder me-time, nicht?

    Damit zum Thema: Wenn man spezielle Me-Time braucht, dann hat man vermutlich irgendwas im Leben falsch eingerichtet und sollte sich überlegen, wieso Arbeitszeit, Kinderzeit oder Spielzeit nicht me-time ist oder wenigstens enthält. Zugegeben: Ein 0-4-jähriges Kind ist ein Fulltimejob mit wenig me-time. Aber danach sollte man m.E. langsam anfangen loszulassen, damit es dann mit der Entwicklung zur Mündigkeit klappt 🙂

    • heidi reiff sagt:

      Fatal finde ich, dass Rabenmütter nach wie vor idealisiert werden. Als kleines naives Mädchen habe ich meiner Mutter immer einen Blumenstrauss aus einer Wiese gepflückt, ein schnippisches Dankeschön war die Antwort, die Blumen hat sie überhaupt nicht wahrgenommen, meine Mutter hat nie gespielt mit mir, das wichtigste für sie war, dass ich jeden Sonntag den Gottesdienst besuche. Im Winter ging ich oft schlitteln allein, kam nach Hause mit Frostbeulen am ganzen Körper, meine Mutter hat nichts gemerkt, die letzten Jahre, die sie im Altersheim verbracht, Betreuer haben es mir erzählt, beim Essen musste sie immer an einen separaten Tisch gesetzt werden, weil sie GIFT UND GALLE gespritzt hat. Zum Glück hat sie vor Jahren das zeitliche gesegnet, das Grab habe ich nie besucht, das tue ich mir nicht an.Mein Grosskind hat mir spontan immer Blumen geschenkt, ich hatte grosse Freude, hab die Blumen nach Hause genommen, gehegt und gepflegt. Rabenmütter Pfui Teufel ……………..

      • Jürg. sagt:

        Meine Erfahrung von den Ferien ist auch gegenteilig, kaum Mütter die mit den Kindern gesändelt haben. Vielleicht geht es den Autorinnen nur darum noch mehr Me-Time zu haben..

      • Stefan W sagt:

        Ich kann den zwingenden Zusammenhang zwischen Kinderliebe und Selbstaufgabe nicht erkennen. Man kann einen liebevollen Umgang mit den Kindern pflegen und ihnen TROTZDEM zumuten, sich selber mit dem Phänomen Langeweile auseinanderzusetzen.

  • Katharina sagt:

    Sie haben etwas Wesentliches vergessen, liebe Autorin: Nämlich, dass bei einem Mangel an Me Time unweigerlich die Depression sich einstelle, für die dann mit den unablässig angepriesenen Zolofts, Cymbaltas, Prozacs und und und die Erlösung kommt. Inklusive Booster wenn die Erlösung nachlässt.

    Werbemässig ist Amerika schon längst im post-orwellianischen Zeitalter. Pharmazeutisch sind sehr viele Einwohner auch längst im Gagaland und bemerken ihr obsessiv-kompulsives Verplanen der letzten Sekunden ihrer Tage gar nicht mehr.

    • Cara Mia sagt:

      Unsere Mütter und Grossmütter und so weiter wären nie auf diese Bieridee einer Me-Time gekommen und brauchten auch keine Medis.

      • Katharina sagt:

        Stimmt wohl. Sie wurden auch nicht ständig mit – übrigens sehr gut gemachten – Werbespots für Antidepressiva berieselt. Diese Werbungen nehmen hier wirklich überhand. Schlimm ist es auch, weil ansonsten mangels Geld die Werbebudgets heruntergefahren werden, dafür aber die Pillen für welche Stimmungsflaute auch immer werden umso mehr rausposaunt werden. Lustig ist dann, wenn der nächste Spot der der Anwaltsfirma ist, die die wegen all der Nebenwirkungen einklagen will.

        Aber ehrlich gesagt weiss ich nicht, woher diese Besessenheit kommt, jede Minute des Tagesablaufs für sich und die Familie voll zu planen. Das tut doch einem Kind, das ansonsten eher seiner Neugierde freien Lauf lassen will, nicht gut.

    • Soma von Novartis, GlaxoSmithKline, Roche u. a. heisst einfach nicht Soma, sondern zum Beispiel Serotonin, Temesta, Seresta oder Seroquel- dabei sind Benzodiazepine und Barbiturate im Grunde genommen nichts anderes- aus Sicht des Verbrauchers zumindest (man nimmt sie ja nicht, um gesund zu werden, sondern um funktionstüchtig zu bleiben)- als Somatabletten frei nach Huxley.

      Auf die pränatale Selektion der sozialen Klassen müssen wir allerdings noch ein Weilchen warten. Doch ich bin da ausgesprochen zuversichtlich, Huxley hat uns den richtigen Weg gewiesen- schliesslich entstammte er ja einer Biologenfamilie…

  • Cara Mia sagt:

    Das sind doch die, die ihre Kinder „managen“. Dauerfokus unabdingbar, es könnte sonst zu einer unerwünschten Beeinflussung durch feindliche Elemente (= andere Kinder/Eltern) kommen. Da braucht halt Mami ab und zu Cüpli, Valium oder andere little helpers. Nur im Kindesalter kann man die Kinder formen, also keine Zeit verlieren, jede Sekunde zählt. Bloss dass Kinder nicht Knet sind, auch wenn die Eltern Knete haben.

  • looney sagt:

    Zeit für mich ist das Beste! Geht aber auch mit einem guten Kaffee!

  • Pippi Langstrumpf sagt:

    Der Tanz ums goldene Kalb, den leider immer mehr Eltern veranstalten, geht mir schon lange auf den Wecker, Kindern mit der Wasserflasche nachzuhüpfen ist nur ein weiterer, kranker Auswuchs. Gesunde Kinder merken, wenn sie Durst haben, Hunger haben, aufs Hüsli müssen, heiss haben, kalt haben etc. Leider scheint es Mütter zu geben, die sekündlich ihre Daseinsberechtigung spüren müssen, indem sie sich zum Affen machen, degenerierte Einstellung zur Elternschaft.

    • Hans Mustermann sagt:

      @Pipi
      *lach* Die „sekündliche Daseinsberechtigung“ gefällt mir. Zu viel Kontrolle kann ja auch kontraproduktiv sein bei kindlicher Entwicklung. Aber ich kann mich trotzdem an blaue Lippen und gefrorene Finger erinnern, wenn die Schneeballschlacht tobte. Hat aber gereicht wenn meine Mutter nachher da war um sie wieder aufzutauen.

      • Eni sagt:

        Was das Trinken betrift muss ich da leider widersprechen (schreibt man das mit ie?): vor allem mein Kleiner trinkt eher wenig. Oft muss ich ihn schon am Morgen dazu „zwingen“ etwas zu trinken. Damit dass er auch wenig isst habe ich weniger Mühe, kein Kind verhungert freiwilllig. Ansonsten ist es schon so, dass man die Kinder nîcht ständig bespielen muss und auch blaue Lippen beim Baden sind ok.

  • Gigi sagt:

    Ein bisschen gesunde Gleichgültigkeit im richtigen Moment erspart einem das Hereinfallen auf solch leere Thesen und die krampfhafte Suche, um diesen Verkaufsförderungsmassnahmen zu entsprechen.

  • Anja sagt:

    Sehr schön und wahr! Ab wann können Kinder eigentlich alleine Sandburgen bauen bzw. darf ich auf erholsame Ferien hoffen?

    • Hans Mustermann sagt:

      Kommt darauf an was du unter „erholsamen“ Ferien verstehst. Sonst gibts ja immer noch Frühkindergarten und ein Besuch im Hamam 🙂 oder liegt dir der Sinn gerade nach IKEA und Kinderparadies? 😉

  • „Ich glaube nämlich nicht, dass meine Töchter verdursten, wenn ich ihnen nicht permanent mit einer Wasserflasche nachspringe. Ich glaube nicht, dass ich den Bau jeder einzelnen Sandburg begleiten und auf Video dokumentieren muss, damit die Kinder sich dereinst an die Ferien erinnern. Ich glaube, dass Ferien auch für Mütter und Väter tatsächlich und wirklich Auszeit bedeuten, und nicht bloss auf ein Gläschen Margarita und ein Bikini-Waxing rationierte Me-Time. Und ich glaube, dass sich Kinder allein beschäftigen können und ab einem gewissen Alter, das doch beträchtlich unter der Volljährigkeit liegt, auch mal aus dem elterlichen Blickfeld verschwinden dürfen.“

    Genau so, ganz genau so- und nichts anderes! Eltern sind keine Vollzeit-Entertainer, keine Beschäftigungs- oder Ergo-Therapeuten… sondern Menschen, die auch Ferien verdient haben, in denen sie Zeit für sich selber haben können, dürfen und müssen! In Frankreich zählt das Fernhalten von Aglizismen übrigens zu den Aufgaben des Kulturministeriums, deshalb erspare ich mir jetzt dieses …-Wort.

    • Wobei, und das ist mir während meiner diesjährigen Sommerferien in Südostasien wieder einmal ganz speziell aufgefallen: Das Problem mit der Zeit für uns selber hatten meine Frau und ich nicht eine Sekunde lang- aus einem ganz einfachen Grund: Es hatte soviele Kinder da unten, aus der eigenen, riesengrossen Famile und auch andere- wir wussten eigentlich meistens nicht, wo sich unsere Tochter jeweils aufhielt. Worauf ich hinaus will: Aus Sicht von Ergo- und Beschäftigungstherapie haben Eltern in kinderreichen Kulturen für ihre Kinder eigentlich kaum eine Bedeutung. Es sind ja soviele Kinder da zum Spielen! Hier hingegen mutieren die Eltern mangels genügend Kindern zu eben jenen Entertainern, die ihrem Nachwuchs zu jeder neu gebauten Sandburg, zu jeder Schwimmbewegung und zu jedem Sprung ins Wasser frenetisch Beifall (also Aufmerksamkeit) spenden müssen- und im Falle der leichtesten Rötung der Haut oder wegen irgendeinem klitzekleinen Boboli sofort den Notarzt spielen. Und wenn sie am Verdursten sind- was kaum je vorkommen dürfte- rennen sie ihren Kindern mit dem Wassertank nach, wenn sie Hunger haben, ist selbstverständlich immer schon ein Sandwich zur Hand, natürlich genau das, dass die Kleinen gerne haben und kein anderes etc. etc.

      Also ich weiss nicht, aber schon in meiner Kindheit- ich bin ein Kind der Babyboomergeneration, ich weiss- hatte es jeweils immer genug Kinder da zum Spielen, sowohl Zuhause als auch in den Ferien: Man hatte einfach mehr Kinder damals.

      Heute können wir dann dafür nach den Ferien mit unserem einzigen Spross (genauer: mit unseren durchschnittlich 1,46 Kindern) in einen BMW steigen und ab nachhause düsen…

      • mira sagt:

        So war es bei uns auch. Wir waren 4 Kinder und meistens mit uns selbst beschäftigt. Eine Ausnahme sind natürlich die ganz Kleinen…!

        Eine Lösung für Einzelkind-Familien wäre Ferien zusammen mit anderen Familien. Da könnte man/kind sich gerade etwas in sozialem Verhalten üben und die Eltern könnten vielleicht auch eher mal loslassen.

        Das Problem liegt aber nicht nur an der Anzahl Kinder, sondern auch an der Lebenseinstellung der Eltern. Ich könnte mir vorstellen, dass in gewissen asiatischen Kulturen Kinder einfach dazugehören. Das primäre Ziel der Eltern ist es nicht, das Kind glücklich zu machen, sondern es einfach gross zu ziehen. Die starke Konzentration auf das Glück in der Kindheit ist ein Wohlstandsphänomen des Westens.

      • „Das primäre Ziel der Eltern ist es nicht, das Kind glücklich zu machen, sondern es einfach gross zu ziehen. Die starke Konzentration auf das Glück in der Kindheit ist ein Wohlstandsphänomen des Westens.“

        Genau, absolut richtig, mira, sehe ich auch so. Sehr treffend formuliert. Ja, Kinder gehören in Asien einfach dazu- genau so, wie bei und der BMW und der i-Pod, die Eigentumswohnung, das Chalet in den Bergen, die Skiferien, die Wellness-Woche in Österreich, das Week-end-shopping in New York und der Hund.

      • *sigh* sagt:

        Den Kindern ein möglichst beschwerdefreies Aufwachsen zu ermöglichen empfinde ich nicht als falsch. Das Abschaffen sämtlicher Herausforderungen an denen das Kind wachsen könnte (z.B. ein Sandwich essen zu müssen dass das Kind nicht wirklich gern hat) ist aber natürlich zuviel des Guten.

        Nur, um die Gegenfrage zu formulieren, wer von uns ist tatsächlich bereit auf all die Dinge, die das Leben erst lebenswert machen, zu verzichten? Einfach so, weil weniger mehr ist? Eben..
        Ohne Hype (Werbung in all ihren Ausprägungen und die entsprechenden Folgen) ist nichts nachahmens/erstrebenswert, dafür haben wir schon zuviel von allem und sind zu beschäftigt diese Dinge irgendwie sinnvoll (nebeneinander) zu gebrauchen.
        Die Kunst, die Balance zwischen all dem Kurzweil und Plänen im Leben und den anderen Plänen im Leben zu halten, ist eine Meisterprüfung wie sie nur das Leben bieten kann.
        Ein Luxusproblem in der Tat, aber dennoch ein Problem mit dem sich „die Industrienationen“ auseinandersetzen müssten.

        Sich selbst (hier: und seine Kinder) nicht so super-ernst zu nehmen ist mE kein schlechter Ansatz dieses Problem anzugehen, ist allerdings in Sachen Karriere etc. nicht unbedingt hilfreich.. Da beginnen sie schon, die Probleme mit dem Problem.. 😀

  • Anina Kornfelder sagt:

    Passt jetzt nicht unbedingt in diesen Post aber trotzdem: Warum in aller Welt sollte man Kinder haben!!??

  • Nii sagt:

    Ich werde jetzt wohl alleine da stehen mit meiner Interpretation, da sich hier alle schrecklich darüber aufregen. Aber könnte es nicht auch sein, dass diese „Me Time“ schlicht und ergreifend bedeuten soll, dass man den Moment bewusster wahrnehmen soll. Und geht auch darum jeden Moment so gut wie möglich zu geniessen und sich sogar mit Kleinigkeiten der manchmal doch gar weit entfernten Glückseeligkeit näher zu fühlen? Vielleicht hat diese „Me Time“ Marketing Ding einen Kommerzstatus erreicht. Aber ich finde das nicht grundschlecht. Wenn dadurch Menschen bewusster Kleinigkeiten erleben und sie nicht einfach abhandeln werden sie bestimmt nicht unglücklicher. Bewusst leben ist bestimmt nicht schlecht.

    Eine schon beinahe buddhistische Interpretation des „Lebe im Moment“. Egal ob bei einem Margaritha oder Grüntee oder beim Waxxing?

    • Cara Mia sagt:

      Schon möglich, dass sich manche Leute in ihrem überbordenden Perfektionismus selber kaputt hampeln und Auszeiten benötigen oder benötigen würden. Aber eine philosophische oder gar buddhistische Interpretation ist das sicher nicht, denn für meditative Augenblicke braucht es keine Alkoholika oder andere Angebote. Nur Ruhe.

    • Daniela H sagt:

      Nene, für „Lebe im Moment, geniesse den Tag“ Momente gibts Carpe Diem, Kumbucha, ein anderes Marketing Getränk 🙂

  • Long John Silver sagt:

    „Selbstbewusstseinaufputsch- und Schuldgefühlwegwischmittel“. Schön gesagt.

    Was man nicht tue/mache/sei/habe, das man kaufe.

  • Cara Mia sagt:

    Selbstbewusstseinaufputsch- und Schuldgefühlwegwischmittel: Weil ich es mir Wert bin. Für mich und Dich. Das gönn ich mir. Du darfst. „my“ phone, „my“ facebook, „my“ google, „my“ weiss-der-Geier.

    Bref: Werbeschrott. So lange es wirkt….

    • Wenn die breite Masse wissen würde, wer Werbung und Meinungen macht… ich empfehle diese Doku: http://en.wikipedia.org/wiki/The_Century_of_the_Self Episode 1: „His most notorious coup was breaking the taboo on women smoking by persuading them that cigarettes were a symbol of independence and freedom. But Bernays was convinced that this was more than just a way of selling consumer goods. It was a new political idea of how to control the masses. By satisfying the inner irrational desires that his uncle had identified, people could be made happy and thus docile.“

  • Karthago sagt:

    Im Uebrigen bin ich der Meinung, dass sich beim Bikini-Waxing nur bei Masochistinnen ein angenehmes Me-Time Gefühl einstellt.

    • also ich finde das waxing wird hierzulande unterschätzt! lesen sie dazu die schrift des luzerner svp politikers: „Zurück zur Frau – Weg mit den Mannsweibern und Vogelscheuchen, ein Tabubruch“. das wäre die geeignete lektüre für me-time, ein quell für zoten und gesprächsthemen

  • Hans Mustermann sagt:

    Me Time „Würg“ Kommerz lässt grüssen.
    Da lass ich mich ja noch lieber von meinem IceTea in einen Tanzaffen verwandeln

  • Peter Meierhans sagt:

    „Ein Glas Grüntee ist neuerdings nichts weniger als koffein- und kalorienfreie Me-Time.“

    Wer kommt darauf, Grüntee sei koffeinfrei?

  • Ein echt amerikanisches Problem mit echt amerikanischer Werbeindustrie….
    Bei einem meiner USA-Aufenthalte war cholesterinarme Ernährung grosse Mode (ist eine zeitlang her). Da wurden sogar Haferflocken als „cholesterinfrei“ angepriesen. Für die Laien: Cholesterin ist Bestandteil ausschliesslich tierischer Zellmembranen.

    Mamablog zählt fröhlich weiter mit 3 Kommentare zu einem Nicht-Thema und übt sich in Zensur missliebiger Beitragschreiber.

  • mira sagt:

    Man geht auch nicht nach Amerika in die Ferien *lächel

    • Hans Mustermann sagt:

      Oh doch. Mit genügend Geld ist es ein wunderbares Land 😉

      • mira sagt:

        Ich war schon zweimal kostenfrei da, einmal privat, einmal beruflich. Beide Male hat es mich nicht überzeugt. Ist wohl Stilsache 🙂

      • Peter sagt:

        Ja, ein Land das auf Lügen Kriege geführt, andere Länder infiltriert, Menschenrechte mit Füssen tritt und Mordanschläge in Auftrag gegeben hat. Ein Land, dass andere Länder erpresst und Spitzenreiter in Sachen CO2-Ausstoss ist. Ein Land, dass einerseits prüde und fundamentalistisch ist, auf der anderen Seite die grösste Pornoindustrie beinhaltet. Ein echt wunderbares Land!

      • Hans Mustermann sagt:

        @Peter
        Na ja das Land kann ja schliesslich nichts dafür das die derzeitigen „Besitzer“ eine für unsere Verhältinisse etwas „imperialistische“ Gesinnung haben. Aber mal ehrlich, die europäische Geschichte der letzten 4000 Jahre ist ja auch nicht besonders friedfertig oder?
        Landschaftlich aber wirklich sehenswert, besonders mit viel Zeit und auch mal abseits der Touristenpfade.

    • Karthago sagt:

      @ Peter

      Im Uebrigen bin ich der Meinung, dass sie mit ihrer kleingeistigen Tirade der Bedeutung der USA in keinster Weise gerecht werden. Dass Sie hier munter anklagen können, verdanken Sie nicht zuletzt dem Eintreten dieser grossartigen Nation für Frieden und Freiheit – ganz besonders in Europa. Gratis ist das nicht zu haben. Gehen Sie über die Bücher.

      • Pippi Langstrumpf sagt:

        Genau. Ohne die USA und ihre Bereitschaft, die Werte des Westens, die auch unsere sind, immer wieder zu verteidigen, sähen wir alle alt aus.

      • Katharina sagt:

        Ihnen ist sicher klar, dass Karthago vielleicht augusteisch ist, und an anderem Orte Einwürfe ceterum censeo las.

        Item.

        Die USA verteidigt nicht die Werte des Westens, sondern ihre eigenen. Da wir die grösste Militärmaschine des Planeten haben, ist es für andere etwas schwierig, da gegen zu halten oder uns zu stoppen.
        Wenn Europa meint, dass bei der wahrscheinlich bei Euch kommenden Phase eines Aufschwungs des Faschismus unsere Boys und Girls wieder einspringen, dann träumt ihr. Europa ist für die Interessen Amerikas inzwischen…wie sagt man…marginal. geworden.
        Dumm ist auch, dass die Kosten dermaßen ins Groteske gewachsen sind, dass uns das gleiche Schicksal wie der UdSSR beschert sein könnte. Eine ökonomische Implosion. Was dann? Wo stünde Europa ohne NATO-Basen und, ohne Nato, auch ohne gemeinsame Verteidigung?

        Interessant, nicht? Vielleicht wird das absichtliche Ausbluten Amerikas eben deshalb getan. Ist der Leitstier am Boden, sind die Vasallen leichter zu nehmen. Ist DAS das Ziel des Hauptgläubigers der USA? Vielleicht, denn das Land denkt weit langfristiger als hierzulande.

        Es ist auch so, dass genaugenommen die Werte nicht so kongruent sind wie oft gesagt. Ein Studium der Amerikanischen Verfassung würde das zeigen.

      • Pippi Langstrumpf sagt:

        @Katharina

        Das könnte sein, Karthago=Auguste. Ach, ich vermisse ihn so…… ;(

      • Evi sagt:

        @Pippi & Karthago: Das ein Kommentar von euch ausbleibt spricht Bände! Tja, grosse Sprüche klopfen und dann den Schwanz einziehen…. das ist mir schon ein paar mal aufgefallen.

        @Katharina: Ich denke, Europa stünde ohne Basen besser da zumal Europa endlich mal lernen muss, auf eigenen Beinen zu stehen. Der amerikanische Imperialismus hat sehr viel schlechtes angerichtet und die Dankbarkeit betreffend 2.WK, die hier einige ansprechen ist im Grunde berechtigt. Nur das Problem dabei ist,
        a) hat jede Dankbarkeit Grenzen, auch zeitliche und
        b) war Amerika damals ein anderes Amerika als heute und
        c) widerspricht die USA ihren eigenen Werten in dem sie im Namen „Krieg gegen den Terror“ die Grundwerte einer Demokratie und eines Rechtsstaats einfach übergeht.
        d) sie anderen Ländern suggeriert, dass sie die Werte und Interessen westlicher Länder vertritt, dabei im Grunde nur an sich selber denkt. Beispiele dafür gibt es wie Sand am Meer.

      • Karthago sagt:

        Im Uebrigen bin ich der Meinung, dass sich der erwähnte Körperteil definitiv nicht im eingezogenen Zustand befindet, Evi.

        Es ist gar nicht nötig, so weit im Geschichtsbuch zurück zu blättern. Als sich die europäischen „Mächte“ nicht im Stande sahen, dem Völkermord auf dem Balkan Einhalt zu gebieten, waren es einmal mehr die USA, die auf eurpäischem Boden diesen enthemmten, menschenverachtenden, nationalistischen Schergen unmissverständlich die Grenzen aufzeigen mussten. In Afghanistan sterben ISAF-Soldaten, weil die zivilisierte Welt unter Führung der USA verhindern will, dass ein ganzes Land von den Taliban zurück in die humanistische Steinzeit terrorisiert wird und wieder als Hort von Extremisten zur Bedrohung der westlichen Zivilisation werden könnte. Glauben Sie wirklich, dass die Terroranschläge im Westen weniger geworden sind, weil die Islamisten auch mal „Betriebsferien“ machen? Ziehen Sie mal den Kopf aus dem warmen Sand.

        Natürlich verfolgen die USA mit ihrem Eingreifen auch eine eigene Agenda und ureigenste, nationale Interessen – aber welches Land tut das nicht? Ihre kritische Sicht über die USA in Ehren, aber versuchen Sie doch, sie mit den geopolitischen und geschichtlichen Realitäten in Einklang zu bringen. Der Blick auf den Horizont wird dann noch viel interessanter und möglicherweise etwas weniger beschränkt.

      • Ferrauguste sagt:

        hmm…, er sie auch, pippi
        😉

      • Katharina sagt:

        @Evi 11. August 2010 um 10:08 und andere:

        a) hat jede Dankbarkeit Grenzen, auch zeitliche.

        Die USA erwarte nicht Dankbarkeit. Der Einsatz im WW2 war damals im Interesse beider. In der Nachkriegszeit entstand daraus ein sehr erfolgreicher Wirtschaftsraum – mit Vorteilen für beide Seiten. Ohne Marshall Plan, Wirtschaftsförderung usw. hätte es das nicht gegeben. Wegen dem Kalten Krieg war die Präsenz der Amerikaner länger als geplant.
        Die ‚zeitliche’ Grenze wird dann erreicht sein, wenn die Gelder aus dem Marshall Plan zurückgezahlt sind.

        b) war Amerika damals ein anderes Amerika als heute.

        Stimmt. So auch Europa. Einerseits gibt es nun das Konstrukt EU, andererseits ein anderes Kräfteverhältnis zum russischen Raum und da neue Abhängigkeiten betreffend Energie. Meiner Meinung nach ein strategischer Fehler.

        c) widerspricht die USA ihren eigenen Werten in dem sie im Namen „Krieg gegen den Terror“ die Grundwerte einer Demokratie und eines Rechtsstaats einfach übergeht.

        Das stimmt völkerrechtlich absolut nicht. Weshalb: 9/11 war ein kriegerischer Akt gegen und auf dem Territorium der USA. Jedes Land hat völkerrechtlich das Recht, sein Territorium zu verteidigen und auf einen Akt des Krieges mit Militär zu antworten. Das wir die Logistik haben, dieses Recht auf jedem Punkt dieses Planeten zu verteidigen, spricht uns das Recht selber nicht ab. Dass Afghanistan eine harte Nuss ist, mussten auch die Russen lernen und andere vor denen. Da widerspreche ich auch Karthago, dass die amerikanische Motivation die sei, dass die Taliban ein Land in die Steinzeit zurück terrorisieren. Dies geschieht anderswo leider auch sehr oft, ohne dass sich die USA einmischt. Weshalb nicht: siehe oben Völkerrecht. Wir sind nun mal nicht die Weltpolizei.

        Aber die Intervention in Afghanistan ist völkerrechtlich legitim. Sehr viele Leute hier dachten bei Intervention an die weitaus billigere nukleare Methode. Die klassische Entgegnung dazu: das könnt ihr doch nicht machen. Die Antwort: niemand könnte uns stoppen. Die Methode wäre billiger und wirkt, siehe Japan. Dass das moralisch eben sehr bedenklich ist, auch siehe Japan. Also soll jetzt niemand von Legitimation und Unrechtsstaat schwafeln

        Nun denn. Beim Irak kann umgekehrt die Intervention völkerrechtlich kritisiert werden, das stimmt.

        Aber:

        Es gibt vertragliche Verpflichtungen (ähnlich wie bei Ex-Jugoslawien).
        Es gibt die vitalen Interessen (Oel in Kuwait und Saudi-Arabien).
        Es gibt strategische Interessen der Nachbarn, die es ganz gerne sahen, dass Bush da vorsprang. Und denen war es anscheinend egal, dass der Plan ohne Exit-Strategie und ohne angemessene militärische Mittel sehr riskant ist. Da wurde hier ja nicht auf die eigenen Militärs gehört.
        Es gab aber auch Interessen der Gegner in Europa. Nämlich Wirtschaftsbeziehungen, die trotz Embargo weiter unterhalten wurden. Und genau diese Länder zeigten mit dem Finger gegen die USA. Weshalb? Weil ihr ihre hinterrücks getätigten Geschäftchen mit dem Saddam in die Steinzeit gebombt würden.
        Also wer ist da nun Verräter an Rechtsstaat und Demokratie?

        d) sie anderen Ländern suggeriert, dass sie die Werte und Interessen westlicher Länder vertritt, dabei im Grunde nur an sich selber denkt.

        Das stimmt nicht. Es ist eher so, dass viele da sehr viel in die USA projizieren. Das ist oft amüsant zu lesen. Es war immer so, dass Amerika klar sagte wir haben Interessen und ihre und unsere überdecken sich, also machen wir doch einen Handel, ein Abkommen. Gemeinsame Interessen, gegenseitige Interessen, Quid pro Quo.

    • Evi sagt:

      @Kathargo: Wurde Ihre Ansicht doktriniert oder sind sie einfach ein „Standard“ Amerikaner? Schon nur das Ausblenden der Tatsache, wer eigentlich für den ganzen Schlamassel verantwortlich ist, sagt doch schon alles! Würde die Aussenpolitik der Amerikaner eine andere sein, hätten wir sehr viele Probleme gar nicht!

      • Peter sagt:

        @Evi: Komm runter Evi! Manche Menschen habe einfach eine sehr einfach Denkweise und plappern alles nach, was in den Medien verbreitet wird. Karthago hat eben seine „Standart“ Sichtweise. Er kann nichts dafür, dass er so labil und somit beeinflussbar ist.

      • Ferrauguste sagt:

        Im Uebrigen bin ich ein Durchschnittsschweizer, der wenig zum Doktor geht.

        Alles was auf der Welt schief läuft auf den lieben Gott abzuschieben, ist mir etwas zu einfach. Tatsächlich ist die amerikanische Aussenpolitik nicht über alle Zweifel erhaben, aber denken sie nicht, dass sich die Amerikaner eigentlich, wie Katharina bereits einwarf, am liebsten um ihre eigenen Angelegenheiten kümmern würden, wenn sie es sich einfach aussuchen könnten.

        Nur so als Denkanstoss – halten sie unsere Aussenpolitik für besser? Die Aussenpolitik einer Nation, die sich, bis vor kurzem, einbildete es sich immer einfach so aussuchen zu können.

    • marcus sagt:

      die usa sind doof.

      • Katharina sagt:

        dann muessen sie dort leben, so doof wie ihre bemerkung ist.

      • Jonas sagt:

        @Katharina: (alle Beiträge betr. USA) Sorry aber glauben Sie das wirklich was Sie da geschrieben haben oder sind Sie evtl. Brainwashed? Ich habe beruflich aussenpolitisch mit den USA zu tun und kann Ihnen versichern, dass die USA:

        – Weder Verträge einhalten noch sich an Abmachungen halten, wenn es ihnen zuwider ist.
        – Sehrwohl geltendes Recht und vor allem Völkerrecht verstossen.
        – Oftmals gegen ausländische Firmen regelrechte Schlammschlachten geführt werden.
        – Ihre Interessen global ansehen und dies als ihr Territorium betrachten. Dafür ziehen sie fast jedes Jahr in ein Krieg! Egal welche Ansicht ein anderes Land hat. Ist das die gute feine Art als Verbreiter der Demokratie? Eher der Diktatur und Imerialismus.

        In Übrigen finde ich Ihre Verteidigungsversuche bezüglich den USA nach all den 10jährigen Fakten für widerwärtig. Würde ich die 60 und 70 miteinbeziehen, ich müsste ein neues Schandwort dafür erfinden.
        Verlangen Sie jetzt bitte nicht Beispiele von mir. Es sind so viele, ich wüsste nicht einmal wo anfangen.

        @Karthago: Schön gesagt, nur nicht weit gedacht! Sie sollten die Ursache für den Afghanistan-Konflikt suchen. Ich hoffe Sie finden ihn, ansonsten wandern Sie bitte in die USA aus. Dort hat es Mio. andere, die nicht über den Tellerrand sehen und denken können.

  • *sigh* sagt:

    Kein Wunder wird bei Kindern heutzutage so oft ADHS „diagnostiziert“ wenn nicht mal die Eltern die Beine baumeln lassen können..
    Vorbildsfunktion??

    • Franziska sagt:

      Genau so sehe ich das auch! Die Eltern können nicht mehr entspannen und sind andauernd mit ihren Smartphones und Laptops beschäftigt und springen ihren Kindern nach… Was hier meiner Meinung nach jedoch nötig wäre ist Präsenz. Doch leider wird Präsent sein oft mit Aufmerksamkeit verwechselt, obwohl dies m.E. nicht dasselbe ist. Präsent sein heisst schlicht und einfach richtig da zu sein für das Kind wenn es nötig ist resp. wenn das Kind es braucht. Das Buch/Phone etc. wegzulegen wenn das Kind etwas braucht – aber nicht jeden kleinen *gugus* mitzumachen und das Kind mit Aufmerksamkeit zu überschütten und selbst nicht mehr entspannen zu können. Danke für einen guten Artikel der meines Erachtens die Gesellschaft ziemlich gut wiederspiegelt.

      • Insel sagt:

        Die Unterscheidung zwischen Präsenz und Aufmerksamkeit finde ich hochinteressant. Präsenz hat noch niemandem geschadet – im Gegenteil. Mit zu viel Aufmerksamkeit jedoch werden verzogene Goofen gezüchtet. Der Umgang mit Kindern wie auch Erwachsenen, die einem übermässig viel Aufmerksamkeit schenken oder sehr viel Aufmerksamkeit verlangen, ist anstrengend.
        Führt zu der Frage, ob wir denn ständig Feedback sammeln und verteilen müssen? Ich glaube, viele Menschen können nicht mehr ohne Publikum geniessen, einfach für sich selbst und ohne es zu begründen.

  • rabenmutter sagt:

    Jetzt hast du in ein paar Sätzen den Familienhotels die Existenzberechtigung genommen… Denn da gibt es fast ausschliesslich Me Time für die Eltern, die ihre Kinder den ganzen Tag nicht zu Gesicht kriegen, wenn sie das wollen. Da liegen gaaaanz viele Cüplis und Margeritas drin.

    Und wieso gibt’s das Cüpli beim Haarschnitt ausdrücklich für s’Mami? Bei uns geht immer der Papi mit dem Kleinen zum Coiffeur und der hätte wenn schon lieber ein Bier!

    • Tommaso sagt:

      In ein „Familienhotel“ würde ich nie. In den Ferien will ich mit den Kindern sein, wann denn sonst? Aber meine Frau und ich schenken uns jedes Jahr ein paar Tage Solo-Ferien. Und mittlerweile sind die Jungs genug alt, um auch mal in ein Ferienlager zu gehen. Das sind dann immerhin 5 freie Abende…

    • Philipp sagt:

      Genau, wenn sie das wollen. Das Angebot gibt es zwar in vielen Familienhotels, aber das heisst nicht, das ich davon Gebrauch machen muss. Die Existenzberechtiung eines Familienhotels ist aber immer noch da: Bspw. eine lockere Atmosphäre im Speisesaal bieten, in welcher ein unruhiges Kind nicht auffällt… wie würden die Gäste im noblen (Nicht-Familien)Hotel reagieren?
      Im Familienhotel ist alles auf Kinder zugeschnitten, das geniessen wir und haben erst recht Zeit gemeinsam mit den Kindern etwas zu unternehmen.

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