Ist Gender-Pädagogik sinnvoll?

Pink Brain, blue Brain - sollten Buben dazu angehalten werden, mit Puppen zu spielen - auch wenn sie dem nichts abgewinnen können?

Pink Brain, blue Brain – sollen Buben dazu angehalten werden, mit Puppen zu spielen, auch wenn sie dem nichts abgewinnen können?

Vor einiger Zeit verkündeten wir an dieser Stelle «Die Wahrheit über das männliche Gehirn» – worunter wir die Forschungsergebnisse der Berkeley-Professorin Louann Brizendine zusammenfassten, welche die Unterschiede zwischen den Geschlechtern in der Biologie ihrer Gehirne ortet. Doch ist Biologie wirklich das Königsmodell, um die Unterschiede zwischen Mann und Frau zu erklären?

Nein, behauptet die Neurobiologin Lise Eliot in ihrem neuen Buch «Pink Brain – Blue Brain» und grenzt sich damit insbesondere gegen Forscherinnen wie Brizendine und ihre Kolleginnen ab. Denn wohl gebe es angeborene Unterschiede zwischen männlichen und weiblichen Gehirnen, sagte Eliot, doch viele populärwissenschaftlichen Bücher würden diese krass überinterpretieren. Ausserdem griffen alle immer wieder auf dieselbe Studie von Simon Baron Cohen (ja, das ist der Bruder von Borat) zurück, deren Ergebnisse zweifelhaft und auch nicht wiederholt worden seien.

Die unterschiedliche «Natur» der Geschlechter werde vor allem vom soziokulturellen Umfeld geprägt, so Eliots These aus unseren Annahmen und Vorstellungen über die unterschiedlichen Rollen von Mann und Frau. Schliesslich reagieren wir vom ersten Atemzug an auf das Geschlecht unserer Kinder und drängen sie, mit Schützenhilfe der Medien und der Werbung, unbewusst in die Rollenklischees, so Eliot. Der Untertitel ihres Buches lautet denn auch: «Wie kleine Unterschiede sich zu beunruhigenden Gräben auswachsen, und was wir dagegen tun können.»

Früher hätte mich das überzeugt. Aber seit ich selber zwei Kinder unterschiedlichen Geschlechts grossziehe, zweifle ich daran, ob wirklich die Gesellschaft dafür verantwortlich ist, dass Frauen schlecht parkieren und Männer immer nur das Eine wollen. Ich würde den Verdacht, meine Tochter unbewusst in weibliche Rollenklischees zu drängen, weit von mir weisen – zumal ich als Kind selber immer ein Junge sein wollte und mich im weiblichen Geschlechterstereotyp nie besonders heimisch fühlte. Ähnlich liegt der Fall beim Sohn, obschon die Gefahr, Geschlechterstereotypen zu vermitteln, beim andern Geschlecht, das man nicht so gut kennt, vielleicht grösser ist.

Trotzdem verhielten sich meine Kinder, teilweise zu meinem Schrecken, von Anfang an ganz «typisch» – und das, obschon sie in den ersten Jahren weder Medien noch Werbung konsumierten. Die Tochter interessierte sich zu Beginn vor allem für Puppen und rosa Kleider. Der Sohn hingegen stöberte, sobald er kriechen konnte, inmitten all dieser Puppen, Wiegen und Stofftiere zielsicher das einzige Spielzeugauto im Kinderzimmer auf, um es mit leidenschaftlichem Ernst und Brummbrumm über den Boden zu schieben. Oder dann gab es da den Besuch bei meiner Schwester, um ihr neugeborenes Baby zu bewundern. Die Nichte lag in einer speziellen Wiege, die mit Klammern und Gummizügen am Türrahmen befestigt war. Die damals fünfjährige Tochter und der dreijährige Sohn stellten sich vor die Wiege. Während das Mädchen eingehend das Baby betrachtete, studierte der Sohn die Konstruktion der Wiege.

Persönlich halte ich sowohl den reinen Biologismus, wie auch den Versuch, alles auf das soziokulturelle Umfeld zu schieben, für dumm. Ich gehe mit den meisten einig, dass die Ausprägung der Geschlechter in einem vielfachen Wechselspiel zwischen Veranlagung und Umwelt stattfinden (wofür auch spricht, dass meine Tochter sich inzwischen vehement gegen «Tussis» abgrenzt und lieber Fussball als Popstar spielt). Hier setzt auch Eliot an. Statt die Unterschiede zwischen den Geschlechtern zu betonen, macht sie sich dafür stark, die Gräben mit gezielter Förderung aufzuschütten. Sie ermuntert dazu, mit den Söhnen ganz besonders viel zu reden, die Töchter dagegen zu ein wenig mehr Risikobereitschaft und offener Konkurrenz zu ermuntern.

Das tönt schön und gut – solange es als Empfehlung für die Eltern gedacht ist. Tatsächlich ist es ja für viele Frauen so, dass sie erst mit der Mutterschaft weibliche Rollenklischees zu umarmen beginnen und sicherlich ist es sinnvoll, diese Tendenz zu hinterfragen. Schwierig wird es allerdings in der Schule. Diese steht ja heute ohnehin unter dem Generalverdacht, vor allem «weibliche» Eigenschaften wie Sozialkompetenz und so weiter zu fördern und «männliche» Eigenschaften wegerziehen zu wollen.

Was meinen Sie? Ist komplementäre Gender-Pädagogik sinnvoll und wenn ja, wie müsste diese im Einzelnen aussehen?

120 Kommentare zu «Ist Gender-Pädagogik sinnvoll?»

  • Adi sagt:

    GOTT SCHUF DEN MENSCHEN ALS MANN UND FRAU!!!

  • Rahel sagt:

    @ hugentobler erika

    Nothing 🙂

    Auch ich habe im Verlauf unseres Umbaus handwerkliches Geschick erlangt. Es gibt aber doch noch einige Sachen, die ich gerne meinem Mann überlasse da er es einfach besser kann ( resp. ich KANN gewisse Sachen schlicht und einfach nicht, obwohl ich vieles davon schon ausprobiert habe. Drum ist besser, er macht diese Sachen gleich selber da es A) schneller geht, B) es gleich richtig ist resp. ich nichts verbocke und er’s dann richten muss und C) falls was doch nicht hinhaut kann er auf sich selber knatschigm sein 🙂 )

  • hugentobler erika sagt:

    nachtrag:

    habe als kind alle erreichbaren bäume unsicher gemacht und kann heute mit hammer, bohrmaschine UND kochlöffel umgehen, kann elektrische leitungen und teppiche verlegen und habe einen sehr liebevollen partner. what’s wrong?

    • stef sagt:

      @erika Ich auch, nur hats bei mir bei Partner noch ein in dran.
      Schön, dass du weisst, für was man die Hände noch brauchen kann. Ist bei meiner Frau auch so, nur wenn es was zu murksen gibt, ist der Fall klar, dafür macht sie die Steuereklärung.

  • hugentobler erika sagt:

    hey leute, enspannt euch mal!

    mein sohn zeigte im alter von 10 monaten eine derartige affinität zu puppen, dass ich ihm zum ersten geburtstag eine schenkte.
    ein jahr später lief an der weihnachtströdelmesse mit einem babykorbwagen, darin ein rotes auto (beides auf seinen wunsch hin dort erworben) durch die gänge.
    noch später trug er meine königsblaue kappe mit gestickten blümchen drauf und schob besagten babywagen durch den zoo. auf die bemerkung einer älteren dame: „du bisch aber äs herzigs meitli“ reagierte er stolz und mit unüberhörbarem triumph in der stimme: „ich bin än bueb!“

    erst in der schule verzichtete er schweren herzens auf seine bis anhin lieblingsfarbe pink, weil die kollegen ihm einflüsterten, das sei „ä meitlifarb“.

    inzwischen ist er erwachsen, hat einen ziemlich „männlichen“ beruf, eine phantastische freundin und ich werde bald grossmutter…

    ich selbst war ein „wildes kind“, trug lederhosen (sehr praktisch, da unverwüstlich!) wie die buben, war die meiste zeit mit ihnen unterwegs und verstand mich auch oft besser mit ihnen als mit den mädchen. mit puppen habe ich nur auf deren drängen gespielt, ich selbst besass ausschliesslich teddybären…
    ich bin eine sehr weibliche frau geworden, was mein umfeld gerne bestätigt.

    fazit: enthaltet euch diesbezüglich jeglichem formungswillen, lasst die kinder spielen und anziehen, was ihnen gefällt. no problem at all!

  • Tronje sagt:

    In der Defensive. Solange das männliche Element im Sozialen- und insbesondere im Ausbildungsbereich überwiegend negativ gesehen und bekämpft wird und der Beruf sowie der Berufstand feminisiert wird, wird es eng für „richtige“ Männer. Gebt uns Sicherheit, gebt uns Anreize, schenkt uns Raum, Vertrauen und eine Rolle die man als Mann leben kann und leben will und Schwups, sind wieder genügend Männer motiviert, solche Aufgaben zu übernehmen.

  • Eremit sagt:

    „Doch ist Biologie wirklich das Königsmodell, um die Unterschiede zwischen Mann und Frau zu erklären?“
    Wenn man betrachtet, dass Frauen an ihren Tagen nicht hinaus in die Natur gehen sollten zu Wölfen und Bären, dann ja ist die Biologie das Königsmodell. (http://www.stern.de/panorama/taylor-mitchell-19-jaehrige-saengerin-von-kojoten-getoetet-1517876.html)
    Und nicht ohne Grund gibt es Pillen mit unterschiedlichem Östrogenniveau.
    Die Natur brachte meines Wissens uns Menschen (noch) nicht als Zwitter hervor. Es braucht jedes Geschlecht und jedes hat seine Stärken und Schwächen.
    Es gibt wie in der Mode gewisse Tendenzen ein Geschlecht in ein Klischee/ in einer Rolle zu drängen in dem die Gesellschaft z.B. ein Geschlecht grundsätzlich für das bessere betrachtet, ähnlich wie vor einigen Jahren es einige mit den „Ariern“ versuchten.

    Hinzugehen und alle „Gräben“ zwischen Männer und Frauen auf zuschütten führt zu einer entmännlichung der Männer und entweiblichung der Frauen. Letztendlich muss in sich fragen ob solch eine Gesellschaft überhaupt noch fortpflanzungsfähig ist, bzw. noch genügend Kinder geboren werden können um nicht von einer „klassischen“ Gesellschaft verdrängt zu werden. Wenn man die Geburtenquoten von heute betrachtet, dann werden wir heute bereits von einer „klassischen“ Gesellschaft verdrängt. Damit habe ich kein Problem, andere schon.

    „Sie ermuntert dazu, mit den Söhnen ganz besonders viel zu reden, die Töchter dagegen zu ein wenig mehr Risikobereitschaft und offener Konkurrenz zu ermuntern.“
    Sorry, das klingt wie „zukünftige Männer mit vielen Worten dermassen zu überfluten, dass sie nicht mehr ein und aus wissen. Und zukünftige Frauen sollen ruhig mal das Risiko eingehen und mit 15 ohne Verhütungsmittel Sex haben.“
    :-/

    „Ist komplementäre Gender-Pädagogik sinnvoll und wenn ja, wie müsste diese im Einzelnen aussehen?“
    In einigen islamischen Länder werden Jungs und Mädchen getrennt unterrichtet. Das ist hier bei uns in einigen konservativen Kreisen auch der Fall, wo vor der Pubertät ab dem siebten Schuljahr Jungs und Mädchen getrennt unterrichtet werden. Als völlig falsche würde ich es nicht bezeichnen. Nur, warum geht man nicht hin und macht zwei Klassen: Die eine Klasse mit dem Lerntypus Mädchen, für Mädchen und Jungs, in dem z.B. das Gruppenbewusstsein, Integrieren und viel über Gefühlereden alltag ist. Die andere Klasse mit dem Lerntypus Jungs, für Jungs und Mädchen, in dem z.B. „Zweierwettkämpfe“, messbare physische Leistungsbelohnung und vieles zum Anfassen alltag ist. Wenn beide Konzepte richtig umgesetzt werden, sollten dann nicht beide Klassen die selben Leistungsergebnisse liefern?

    • *sigh* sagt:

      @Eremit: Die Wettkampf-Jungs werden den Gefühls-Jungs das Leben dann ja auch bestimmt nicht zur Hölle machen oder? Zumal sie ja seitens Schule auch nicht darin bestärkt wurden.. *ironie off*

      Finde die Überlegung betr. Lernmodell nicht generell schlecht, aber hätte das lieber mit Fokus auf die Lerntypen „visuell“, „auditiv“, „kommunikativ“ und „motorisch“ umgesetzt als irgendwelche geschlechter-typischen Modelle zu entwickeln.

      • Widerspenstige sagt:

        Finde ich wirklich gute Denkanstösse vorallem die aufgeteilten Lernmodelle je nach Typus. Mir fehlt da noch eine dritte Variante mit getrenntem Unterricht für Jungs und Mädchen für naturwissenschafte Fächer wie Mathematik, Chemie, Physik und evtl. Geometrie. Dass Jungs vermehrt experimentierfreudige und bewegungsreiche Fächer wie Sport / Workshops / Haushalten belegen sollten steht wohl ebenso im Zentrum der Diskussion. Die eher kommunikativen Fächer wie Sprachen, Mensch und Umwelt, Philosophie/Ethik etc. sollten gemeinsam besucht werden – unbedingt. Und es fehlt an allen Ecken und Enden an guten männlichen (Ausbilder-)Vorbildern – wo steckt ihr denn bloss?

      • Eremit sagt:

        @Widerspenstige
        „Und es fehlt an allen Ecken und Enden an guten männlichen (Ausbilder-)Vorbildern – wo steckt ihr denn bloss?“
        Na wo wohl? Die Gesellschaft verändert sich. Heute gelten gemäss GSW Menschen die Lügen als sehr sozialkompetente, „bessere“ Mensche im Vergleich zu ehrliche Menschen, welche sich rülpelhaft erlauben die unschöne Wahrheit auszusprechen, sprich assozial sind. Ebenso gilt Intrigieren und Mobbing heute als was legitimes frei nach dem gaga-Sprichwort „der [egoistische] Zweck heiligt die Mittel“. Das ganze führt schleichend zu einer gesellschaftlichen Veränderung, die hin zu einer Ego-Gesellschaft führt. Eine Ego-Gesellschaft ohne irgend welche konstruktive Ideale kann man einfacher manipulieren und „führen“. Ebenso schaut man in einer Ego-Gesellschaft nur für sich und wieso sollte man sich da für das Wohlergehen der Kinder anderer Menschen sorgen, sprich ihnen Wissen vermitteln?
        Dem entsprechend sag mal als Sek Lehrer einem Kind unter vier Augen, um es vor anderen nicht blos zu stellen, dass es sich völlig daneben benommen hat. Als Lehrerin kannst man dies tun. Hingegen als Lehrer öffnet man(n) dann gleich die Tür für Intrigen wie „Mann hat sich am Kind vergangen“ usw.
        Man ist heute als Lehrer sehr der Willkür der Eltern und der Schulkomission ausgeliefert. Und ich behaupte: Männer ist es nicht so sehr gegeben sich zu „prostituieren“ wie Frauen.

      • Widerspenstige sagt:

        @Eremit
        ‚Man ist heute als Lehrer sehr der Willkür der Eltern und der Schulkomission ausgeliefert. Und ich behaupte: Männer ist es nicht so sehr gegeben sich zu “prostituieren” wie Frauen.‘

        Lehrerinnen sind es ebenso, nämlich der Willkür der Eltern und Schulkomission ausgeliefert – hier muss der Riegel geschoben werden. Was meinst Du genau mit dieser provokanten letzten Aussage und es tönt so abwertend?

  • heidi reiff sagt:

    Bekannt ist ja , dass sog. Weicheier wenn es ich um Männer handelt zynisch verspottet werden . Heldentum wird nach wie vor idealisiert, stramm in schritt und tritt, Dispoten haben nach wie vor das sagen, traurig aber wahr.

    • Cara Mia sagt:

      Nein, das ist nicht wahr Heidi, ich halte die heutige Jugend für total anders. Man darf nicht von denjenigen, die ausrasten, den Chaoten, auf alle schliessen.

  • elena sagt:

    @marcel, 20.40: mögliche lösung des rätsels – was ist es? die grammatikalische zeitform. und warum? weil die autorin, der autor über eine mittelmässige schulbildung verfügt?

    @marcel, 20.58:dreckige ärsche putzen, darmspühlungen machen. infusionen legen, fieber messen, tabletten verabreichen vorwiegend männer.

    treppenhäuser, krankenzimmer, hotelzimmer, büros, toiletten werden alle von männern aufgewischt, gereinigt und auf hochglanz poliert

    wer bedient die gäste in den kaffees, bars, restaurants, die kundinnen und kunden in den shopping centers, fitnesscenters?männer!

    an den theaterkassen sind mehr als die hälfte aller eingesetzten personen männer.

    als hauswirtschaftslehrkräfte arbeiten mehr als 30 prozent männer.

    in den weltkriegen wurden nur männer vergewaltigt.

    im bordell arbeiten ca. 10 prozent männer

    auf dem strassenstrich sowieso.

    mehr als die hälte aller vollzeithausfrauen sind männer.

    und nun beantworte mir noch folgende fragen:

    – wer räumt die zigaretten im kiosk morgens um 5 unbezahlt in die regale?
    – wer wischt abends die aschenbecher vor den beizen aus?
    – wer bringt anschliessend den müll der gäste weg?
    – wer überwacht die hausaufgaben der kinder?
    -wer sorgt zu hause für ordnung?
    – wer schüft nach kartoffeln, rüben und gürklein?
    – wer kocht das alles für die brut?
    – wer sorgt sich ums fressen für die welt?

    …..und das alles für 20-25% weniger lohn (du bis der statistiker, gell?) – da würden wir wenigstens gerne aussuchen, wofür wir weniger verdienen, aber eben.

    • Pippi Langstrumpf sagt:

      Merci Elena, dass du die Herausforderung angenommen hast, ich war ehrlich gesagt zu faul dazu……

      Ich muss zugeben, dass es ein Gebiet gibt, wofür ich die Männer gnadenlos bewundere: Es ist die Ingenieurskunst im Brückenbau. Jedesmal wenn ich eine aussergewöhnliche Brücke sehe oder darüber fahre, bin ich zugegebenermassen tief beeindruckt. Vor zwei Jahren fuhr ich über den Viaduc de Millau, die Brückenpfeiler mit einer Höhe von 343 Metern sind weltweit die Höchsten. Die Brücke ist ein Kunstwerk, wunderschön, ein tolles Gefühl, darüber zu fahren. Ich sah mal einen Film, wie die Brücke entstand, die Elemente wurde in der Mitte zusammengefügt, von beiden Seiten des Tals aus, es war gewaltig, am Schluss hat es genau gepasst. Ein solches Gebilde zu konstruieren ist höchste Kunst, soviel ich weiss, gibt es in diesem Gebiet tatsächlich keine Frauen, leider.

      • Und nun, Elena, erklärst Du mir bitte noch en détail den Unterschied zwischen dem adjusted gender pay gap und dem unajusted gender pay gap (20 bis 25 Prozent, remeber?). Mal schauen, was Du so drauf hast.

      • zeitungsleser sagt:

        @zufferey: gehört nicht direkt zum thema, aber vielleicht können Sie mir das erklären. ich frage mich nämlich immer, ob diese rechnereien stimmen. wie rechnet man da externe faktoren raus, resp. wie weiss man, welcher teil des gehaltsunterschieds „direkt diskriminierend“ ist und nicht auf bildung, karriereweg, etc. beruht? wie weiss man, was „indirekt diskriminierend“ wirkt (wie kinderpause)? ist das überhaupt statistisch machbar? gibt es eine aufschlüsselung nach altersgruppen (das wäre interessant, weil die generation der heute 60jährigen ganz anders lebte, als sagen wir die heute 35jährigen) – es geht ja um vergleichbarkeit der arbeit. bei lohngleichheitsklagen macht man komplizierte gutachten und funktionsgleichwertigkeitsvergleiche – bei der erhebung für statiskik der daten wird das kaum möglich sein, da fragt man einfach per fragebogen (was arbeiten Sie, wo? etc.)

      • @zeitungsleser: ja statistisch lässt sich relativ viel herausrechnen. Folgendes, ich weiss, off-topic, trotzdem:

        Studie (habe ich nur auf der Festplatte): Geschlechtsspezifische Lohndifferenzen nach Berufsstart und in der ersten Berufsphase, eine Analyse von Einkommensdaten auf Basis der WSI-LohnSpiegel-Datenbank in Deutschland und im europäischen Vergleich, Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend in Zusammenarbeit mit der Hans Böcklerstiftung und WSI, Wirtschfts- und sozialwissenschaftliches Institut, Düsseldorf im Dezember 2008, Seite 7, Zitat:

        „Die multivariate Analyse prüft den Einfluss folgender Faktoren: personenbezogene (Geschlecht, Alter, Ausbildung, Berufserfahrung, Kinder), betriebsbezogene (Wirtschaftszweig, Betriebsgröße, Frauenanteil, Tarifbindung), funktionale Faktoren (Vorgesetztenposition, Voll-/Teilzeit), regionale Faktoren (Ost/West).

        Im Gesamtsample erklären diese Faktoren rund 60 % der Lohndifferenz zwischen Frauen und Männern, d. h. 40 % bleiben unerklärt. Bei den Berufsanfängerinnen und Berufsanfängern erklären diese Faktoren knapp 57 % der Differenz.

        Den stärksten Erklärungsbeitrag liefern die personenbezogenen, gefolgt von den betriebsbezogenen Faktoren. Sie erklären im Gesamtsample rund 44 % und bei den Berufsanfängerinnen und Berufsanfängern sogar 54 % der Lohndifferenz. (…)”

        Das statistische Amt vom Kanton Zürich kommt übereinstimmend zum selben Anteil erklärbarer Faktoren:

        “In der Zürcher Privatwirtschaft erhalten Frauen im Schnitt immer noch einen deutlich tieferen Lohn als Männer. Dies ist mehrheitlich darauf zurückzuführen, dass Männer im Schnitt besser ausgebildet sind, anforderungsreichere Stellen besetzen, mehr Leitungsfunktionen auf Kaderstufe ausüben und in den Hochlohnbranchen stärker vertreten sind als Frauen. Nicht der gesamte Lohnunterschied kann jedoch mit diesen und anderen Faktoren erklärt werden. Selbst wenn man berücksichtigt, dass sich Frauen und Männer hinsichtlich ihres Humankapitals und ihrer Anstellungen unterscheiden, bleibt ein Rest von 38 Prozent des Lohnunterschiedes, der mit den vorliegenden Informationen nicht erklärt werden kann. (…)”

        Die entsprechende Studie kann bequemerweise gleich auf der rechten Seite des Links heruntergeladen und studiert werden: http://www.statistik.zh.ch/themenportal/themen/analyse_detail.php?id=488

        Weitere Studien und Statistiken habe ich zuhause, die allerdings von absolut vergleichbaren Erklärungsansätzen ausgehen. Die o. erw. Studien liefern aber noch lange nicht alles zutage, was es zu diesem Thema zu sagen gibt, da müssen schon noch weitere Faktoren miteingerechnet werden!

      • zeitungsleser sagt:

        @ zufferey. danke! dann ist also ca. ein drittel des unterschieds nicht erklärbar. der unterschied ist im schnitt ca. 29%, womit der nicht erklärbare anteil ca. 11% beträgt (tabelle 3, s. 25, Dein link). richtig?

        der nicht erklärbare teil kann sich aus allem möglichen zusammensetzen, eigentlich heisst „unerklärbar“ ja nur: nicht einer der berücksichtigten faktoren. richtig(er) wäre dann die aussage: der diskriminierungsunterschied beträgt im mittel wohl etwas um die 10%.

        nicht verstehen kann man dann, dass im abstract immer diese 38% kommen, das ist ja total missverständlich.

        interessant auch: v.a. die geschlechtersegregierung macht den unterschied.

      • @zeitungsleser: Wenn wir schon rum-off topicen: In den erw. Studien kommen wesentliche Faktoren wie Überstunden, Kindergeld (beziehen hauptsächlich die Haupternährer im Falle von Kindern, Doppelbezüger ausgeschlossen) und die zeitliche Länge einer normalen Arbeitswoche hinzu. Und, natürlich ganz wichtig: Ich persönlich habe auch schon erlebt, dass Männer unter den absolut gleichen Voraussetzungen bis zu 5+ Prozent mehr Lohn verdient haben, als ihre Kollegen… Die einen haben sich halt bei der Einstellung besser verkauft, als die anderen.

        Wenn wir all das hineinrechnen, dann kommen wir noch auf einen Bruchteil des offiziell kommunizierten Lohnunterschiedes (wieviel: so etwa zwischen drei und fünf Prozent, wenn überhaupt).

      • Hotel Papa sagt:

        Die individuellen Lohnunterschiede taugen als Argument nicht, denn in einem statistisch relevanten Sample müssen sie sich kompensieren. Tun sie das nicht, handelt es sich eben doch um einen geschlechtsbedingten Faktor, weil es eben z.B. für ein Frau schwieriger ist, sich gut zu verkaufen, resp. der Verhandlungspartner ihre Argumente anders gewichtet.

      • zeitungsleser sagt:

        @ zufferey, merci nochmal, das war jetzt mal erhellend. fazit: diskriminierungsunterschied jedenfalls sicher unter 10%.
        @ hotel papa: stimmt wohl, falls es nicht bei den männern eine gruppe der überbezahlten gibt (was vorstellbar wäre). jedenfalls ändert ändert es nichts daran, dass die oft kolportierte aussage, frauen verdienten 30% weniger (unterstellend: wegen diskriminierung) nicht ganz zutrifft.

        so. aber jetzt reichts mit offtopic. sammelt Euch: sonnengruss!

    • Als Statistiker, Elena, kann ich Dir nur zweierlei sagen:

      a) 20-25 Prozent weniger Lohn sind Pustekuchen
      b) die wirtschaftliche Gesamtleistung wird bis dato falsch gemessen, die Gratisarbeit geht aussen vor.

      Beides lässt sich lösen:

      a) mittels mehr Frauen in MINT-Fächern (Germanistik ist interessant, IT hingegen wird viel besser bezahlt)
      b) Abschied nehmen von den BIP-Statistiken.

      • Rahel sagt:

        Also 20-25% sind Pustekuchen? Interessant, interessant! Glaube mir wird schlecht…………

      • Also, Rahel, ich glaube eher, mir wird schlecht- ausser Du kannst mir den Unterschied zwischen dem adjusted gender pay gap und dem >i>unajusted gender pay gap erklären. Aber en détail bitte. Und wenn Du das nicht kannst, dann empfehle ich Dir, beim Gleichstellungsbüro des Kantons Zürich nachzufragen, die können Dir da Bescheid geben. Natürlich klingt der unajusted gender pay gap immer besser- und riecht erst noch nach einem politischen Skandal. Aber er zeigt eben nicht die ganze Wahrheit auf.

        Jänu, so spielt das Leben eben.

    • Abgesehen davon, Elena, fürchte ich, dass Du- wenn man schon im Kleinsten verweilen will- in Deutsch ebenfalls einen Fensterplatz belegt hast: Bitte Deinen letzten Beitrag nochmal neu schreiben!

      • Rahel sagt:

        Unterhalte mich wieder mit Dir wenn Du von Deinem permanenten „von-oben-herab“-Trip wieder runter bist! Kotzt mich echt an! Bye Bye 🙂

      • Inhaltlich ist das eine ausgesprochen starke Antwort, Kompliment, Rahel! Ich reagiere im allgemeinen auf Behauptungen so, wie ich es für angemessen halte. Dito auf Frechheiten. Und das Aufrechterhalten der 24 Prozent Lohndifferenz halte ich nicht nur für einen politischen Skandal, sondern auch für eine Frechheit.

      • Rahel sagt:

        Kann das sein, dass ich Dich falsch verstanden habe? Dann Sorry 🙂

      • Lömmer foifi grad schtah, Rahel 😉

      • Rahel sagt:

        Okay 🙂
        Aber doch noch mal Sorry, ist bei mir in dem Fall echt falsch rübergekommen ( halt das Problem von diesen Online-Unterhaltungen dass es schnell mal zu Missverständnissen kommt ) So gesehen bin ich nun absolut Deiner Meinung! 🙂
        (Und auch das mit dem „von-oben-herab“ nehme ich an dieser Stelle zurück, also nicht böse sein, gell 🙂 ) Jetzt bin ich wieder brav

      • @rahel: Nur dass es in dieser ganzen Argumentation bzgl. des nicht vorhandenen Lohnunterschiedes eine Lücke gibt- und so selbstkritisch bin ich- die auf eine ganz wesentliche Schwäche unseres Wirtschafts- und Gesellschaftsmodelles hinweist. Doch da wiederum muss einschränkend gesagt werden, dass… weil… ergo…

        …mehr dazu schpäter hier.

      • Tronje sagt:

        @: Marcel Zufferey: Ich kenne die Zahlen. Ich kenne die Fakten. Deshalb bedanke ich mich bei Ihnen, dass Sie erneut die richtigen Zahlen aufbereitet und erklärt haben und absichtliche Missverständnisse der angeblichen „massiven“ Lohnungleichheit klargestellt haben! Danke!

    • Tronje sagt:

      @: Sie fragen wer, jemand, aber Sie sicher nicht!

      • Rahel sagt:

        @ Marcel Zufferey

        Okay, bin schon gespannt auf Deine weiteren Ausführungen ( Gischpel, Nägelkau……:-) )

        Also bis schpäter 😉

  • maria sagt:

    Auch mein Sohn hatte eine pinke Phase. Die wurde ihm aber im Kindergarten ausgetrieben. Noch bis zum 2. Weltkrieg war rosa die Buben- und hellblau die Mädchenfarbe. Denke also nicht, dass hier eine genetische Veranlagung vorliegt.
    Pink gilt heute übrigens als beruhigend und als die Farbe der Anpassung. Früher galt sie eher als stark und männlich. Tja…

    Sicher sind Jungs und Mädchen nicht gleich. Aber normalerweise fördert man ein Kind doch in seinen Schwächen, oder? Ein Kind das gut lesen kann aber nicht gut rechnen bekommt doch Nachhilfe in Mathematik, oder liege ich da falsch?
    Also muss man ja die Kinder auch nicht in irgendwelche Rollen hinein erziehen. Und dem Mächen auch mal einen Bagger sowie dem Jungen eine Puppe schenken. Und wenn die Kinder noch nicht ganz ‚verdorben‘ sind von äusseren Einflüssen (Papi der Puppen doof findet und Mami die meint sie könne nicht mal einen Nagel einschlagen), dann werden sie das auch nicht seltsam finden sondern ganz normal.

    Übrigens: man darf die Vorbild-Wirkung von Geschichten nicht vergessen, also nicht nur Bücher kaufen die die Klischees zementieren!

    • Cara Mia sagt:

      Grins, in den alten Basler Kreisen werden Geburtsanzeigen von Buben noch immer mit rosa Schleife angekündigt, und Mädchen mit hellblau…

  • Cara Mia sagt:

    Und dann kommt die Pubertät, und es ist aus-ge-gendert, denn die Mädels versorgen ihre Einräder und stehen, sich neckisch mmit der Hand durch die Haare fahrend, am Strassenrand, und bewundern die gleichaltrigen Jungs, wie die mit ihren Döffli Ponystarts machen…

    • Laura TI sagt:

      Interessant dabei ist ja, dass sich anscheinend das Bild der Mädchen in den letzten Jahren gewandelt hat, heute kann ein Mädchen problemlos Fussball spielen, Karate kämpfen, mit kurzen Haaren rumlaufen, sich kleiden wie ein Junge auch Berufe ausüben wie ein Junge. Aber wo sind die Buben? Bäbelen dürfen sie vielleicht im Kinderzimmer hinter verschlossener Tür, aber sicher nicht auf der Strasse, will der junge Mann Ballett Unterricht, wird er von seinem Klassenkameraden angemacht, lange Haare, wenn möglich hübsch geflochten ist ein absolutes no-go, rosa T’shirt kann ja vielleicht noch durchgehen, aber wehe der Bub möchte ein rosa Röckli haben und will er Kindergärtner oder so was werden, dann ist er grad ganz unten durch. Unsere Gesellschaft hat zwar die Vermännlichung der Frauen langsam akzeptiert aber die Verweiblichung der Männer überhaupt nicht.

      • Brunhild Steiner sagt:

        Laura TI: das müsste jetzt aber noch gendertechnisch korrekt formuliert werden, ich glaube nicht dass so etwas wie Vermännlichung oder Verweiblichung im genderischen Universum existiert, da gibts mit Sicherheit irgendeinen eindruckmachenden Begriff der uns in halber Ehrfurcht erstarren lässt.

      • Pippi Langstrumpf sagt:

        Laura, du kommst der Sache langsam näher, jetzt musst du dich nur noch fragen, warum das so ist…… 😉

      • Neulich, als es gebrannt hat, ein hübsches Industrieensemble, ca. 100-jährig, waren lauter Feuerwehrfrauen während Stunden damit beschäftigt, den Brand zu löschen.

        Moment: Etwas stimmt nicht an diesem Satz.

        Was ist es?

        Und warum?

      • Liebe Pipi, bitte mach‘ ein Kreuzchen da, wo Du glaubst, dass etwas nicht stimmt:

        O Autobahnen, Strassen, Verkehrswege, Bürgersteige, Brücken, Tunnels bauen, teeren, meisseln, hämmern vorwiegend Frauen

        O Schiffe, Autos, Hubschrauber, Verkehrsflugzeuge, U-Boote etc. werden alle von Frauen entwickelt, entworfen & zusammengebaut

        O Wer baut Häuser, Mauern, Stege, Wände? Wer zieht mondäne Shopping-Center, Fitness-Center, Tiefgaragen hoch? Frauen!

        O Bei der Feuerwehr sind mehr als die Hälfte aller Einsatzkräfte Frauen.

        O In der Armee gibt es mehr als 30 Prozent Frauen.

        O In Afghanistan sterben nur Soldaten.

        O Bei der Müllabfuhr arbeiten ca. 10 Prozent Frauen.

        O In den übriggebliebenen Kohleminen des Ruhrgebietes sowieso.

        O Mehr als die Hälfte aller Hochsee-Offiziere sind Frauen.

        Und nun beantworte mir bitte noch einige Fragen:

        – Wer pumpt das Oel aus dem Boden?

        – Wer raffiniert das Oel?

        – Wer bringt es dann zu den Tankstellen?

        – Wer bewacht die Grenzen der Länder?

        – Wer sorgt in den Städten für Ordnung?

        – Wer schürft nach Gold, Eisen, Bauxit, Phosphor & Mineralien?

        – Wer sät Kartoffeln, Rüben und Gürklein an?

        – Wer karrt das Fressen um die Welt?

        – …

        – …

      • adlerauge sagt:

        wer räumt die öl-schweinerei wieder auf, wenn’s mal daneben geht?

      • Cara Mia sagt:

        @Laura TI: ich sehe das nicht so, da hat sich auch bei den Jungs sehr viel verändert. Im Umfeld meiner heute ja fast volljährigen Töchter hat es bunte Vögel, charmante Boys und auch welche, von denen klar ist, dass sie schwul sind und das äusserlich auch dokumentieren, und die deswegen in der Schule überhaupt nicht runtergemacht wurden. Auch Heteros machen sich pinkfarbene Stränchen und manchmal Kajal unter die Augen, piercen sich, stylen sich und sie haben sehr viel Spass. Daneben hat es natürlich auch Mädchen, die Fussball spielen, und so weiter. Im Grossen und Ganzen denke ich, dass die Jungend von heute sehr viel mehr Sozialkompetenz hat, als dies bei uns der Fall war.

      • Eremit sagt:

        @ Marcel Zufferey 16. Juni 2010 um 20:58
        Das ist eine sehr gute Liste.
        Losgelöst von der Genderthematik: Ist ein Symptom für eine machtsüchtige Minderheit der Mehrheit vor zu Schreiben was sie zu tun hat?

        Ist es ein Zufall, dass seit der Frauenförderungsthematik in der Industrie Basismitarbeiter oftmals nur Chefs haben, die fachlich kein Vorbild sind? Das ist bei Mitarbeitergesprächen witzig wenn diese dann immer nur am Verhalten der Mitarbeiter was kritisieren wollen und können, weil sie selbst fachlich die Arbeiten nicht beurteilen können.

  • michi sagt:

    Wenn Digital Natives auf Gender Pädagogik treffen, sozusagen…

    Ich habe vor ca. 30 Jahren in der Schule „lismen“ gelernt, darüber bin ich jetzt noch wahnsinnig froh. Welcher Mann träumt nicht heimlich vom stricken?

    • elena sagt:

      ich hab vor 30 jahren ‚rechnen‘ gelernt in der schule und darüber bin ich jetzt noch wahnsinnig froh – welche frau träumnt nicht heimlich von mathematik? und ich hab drei töchter, die weder an der strasse noch auf jungs mit töffli stehen – darüber bin ich auch wahnsinnig froh. das könnte an der mutter liegen, die ist selber töffli gefahren und der vater nie. kaum fahrrad, weil er auch immer rosa hosen trug und die mutter jeans und lederjacke. extra – weil die gesellschaft hat keinen einfluss, niemals. gendrepädagogik? das kann es nicht sein. schon gar nicht hier in diesem hochmodernen innovativen blog mit den vielen visionärinnen und ihren visionären partnern, oder expartnern. die nur zahlen müssen die armen. wo sie sich doch eigentlich so engagieren wollen zu hause, wenn sie doch nur etwas weniger verdienen würden….. oder aber nach der trennung. und die damen wieder arbeiten müssen, die armen, spätestens nach der trennung. obwohl das im gendreprogramm doch gar nicht vorgesehen ist, ist doch wider der natur! drum sollen die auch weniger verdienen. zum glück gibt es noch ein paar priviligierte, die sich ein einfamilienhaus, ein auto und eine frau zu hause leisten – da ist die welt dann doch noch in ordnung und da wird die gendrepädagogik auch nichts ausrichten. da schau ich lieber – gendreuntypisch? – fussball. zu hause. während mein mann strickt. zu hause. dann sieht uns niemand. bevor mama da war, war mama da – frei nach hans arp. gute nacht.

      • michi sagt:

        Ihren strickenden Mann in allen Ehren, aber halten Sie’s wirklich für sinnvoll in der Schule etwas zu lernen, wovon dann nur der allerkleinste Bruchteil davon profitiert? Vom rechnen profitieren Sie nämlich im täglichen Leben, ob Sie das nun wollen oder nicht. Sonst könnten Sie z.B. nicht mal die Fussball Ergebnisse richtig interpretieren. Nähen in der Oberstufe ok, da kann Mann z.B. wenigstens mal selbst seine Jeans kürzen, aber stricken?!

  • Chris Chrass sagt:

    „Ist Gender-Pädagogik sinnvoll?“

    Ist Pädagogik überhaupt sinnvoll? Ohne „gemein“ gegen die studierten oder anderweitig gelehrten Pädagogen sein zu wollen – man darf seine Zweifel haben. Selbst unter Facheluten der verschiedenen pädagogischen und psychologischen Zünfte macht sich, nüchtern betrachtet, der Blues breit. Die Pädagogik ist nämlich tief in der Krise. Die Fakten dazu sind: Eine einheitliche und umfassende Lerntheorie gibt es nicht. Was Lernen erfolgreich macht, kann man bestenfalls mit Schlagworten beantworten; die Umsetzung in die Praxis scheitert dann häufig. Pädagogik ist mehr Glaubenssache als bewiesene oder beweisbare Wissenschaft. Selbst die neuesten „Spielzeuge“, wie etwa Neurodidaktik, belegen allenfalls pädagogisches Grundwissen, das schon seit 200 Jahren bekannt ist.

    Mit anderen Worten: Wie ein Kind lernt und wie ein Mensch zu dem wird, was er ist, das ist heute grad so schwierig zu beantworten wie ehedem. Und neue pädagogische Ideen machen noch lange keine besseren Menschen, wie die Skandale an der bekannten deutschen Odenwaldschule zeigen.

  • Lea sagt:

    The Brain: Pinky, are you pondering what I’m pondering?
    Pinky: I think so Brain, but pants with horizontal stripes make me look chubby.

    • mikkesch sagt:

      Porzelanproblem.

      @Lea. Haben sie schon bemerkt, dass hier in deutsch geschrieben wird.
      Sie haben wirklich ein Prozelanproblem. Nicht alle Tassen im Schrank.
      Soviel zu ihrem würde gern intellektuellen geschnatter.

      • Rahel sagt:

        Tja, es gibt die mit dem Porzellanproblem ( ja, so schreibt man es richtig 🙂 ) und dann gibt es die mit dem Rechtschreibproblem 🙂

      • Auguste sagt:

        hmm…, meine damen, bitte vertreibt mir den mikkesch nicht. seine deutsch-stilblüten würden mir entsetzlich fehlen.

      • Lea sagt:

        und seine trollerei gegen mich findest du dann aber cool hae?

      • Lea sagt:

        aber du, auguste bist ja wohl auch eienr dieser sadisten, die so gerne mit meinem kopf spielen. let’s just fuck her brains up a little more. it is so nice to watch. nicht?

        she’s so messed up that the few more fake nicks won’t do much more damage to her.

    • Lea sagt:

      es wurde doch die genderisierung von farben im artikle erwaehnt.

      pink -> pinky
      farben -> ahrnehmen -> gehinr -. brain.

      pinky and the brain ist ein cartoon von steven spielberg. sehr witzig gemacht.

      das zitat ist so lachhaft wie genderisierung von farben. oder frauen haettens nicht so mit bohrmschinen.

      dass ich nicht alle tassen im schrank ahbe, bzw einige davon zerbrochen sind, hab ich an anderen orten schon erwaehnt.

      fantasie ist kann auc eine maennliche qualitaet sein, kater mikkesch.

      Miau!

    • Auguste sagt:

      @ lea

      hmm…, solange sich trolle nicht sicher sind, ob sie sich selber mit einem „l“ oder zwei „ll“ schreiben, handelt es sich wohl eher um einen „sprach-troll“ als um einen „anti-lea-troll“. sie müssen sich schon ein bisschen mehr anstrengen, dass ich sie von meiner christmas-card liste streiche.

      • Stef sagt:

        Mir sind meine Vertipper nicht peinlich, solange ich beim Tagi lesen soviele Fehler finde, darf ich als selten Schreiber wohl auch noch ein paar (oder auch mal viele) machen.
        Ich versuche auch bei anderen raus zu finden, was sie geschrieben haben und nicht wie sie es geschrieben haben.
        Die dümmsten Kommentare haben meist keine Schreibfehler.

      • michi sagt:

        Fragt sich jetzt wer der grössere Troll ist, derjenige der in einem deutschsprachigen Blog englisch schreibt, oder derjenige der sich darüber aufregt?

  • Morgenstunde sagt:

    Genderpädagogik ist einer der grössten Witze der Menschheitsgeschichte.
    Die Bildungskatastrophe, geschaffen durch das intelektuell-gemütliche Schulsytem der heutigen Zeit, in dem den Heranwachsenden nur „Vorverdautes“ vorgesetzt wird, ist durch die Gender-Vorstellungen doch massiv vergrösstert worden.
    Ich würde meinen Sohn niemals den Vertreterinnen der Gender-Ansichten im Erziehungs- und Unterrichtswesen überlassen.

  • Maximilian sagt:

    Gender-Pädagogik ist einer der grössten Witze der Menschheitsgeschichte.
    Die intellektuel-gemütliche Schulbildung der heutigen Zeit führt uns in eine immer grössere Bildungskatastrophe hinein, die durch die Gender-Vorstellungen leider noch verstärkt wird. Meinen Sohn würde ich den Gender-Vertreterinnen niemals in die Hände geben.

  • Pippi Langstrumpf sagt:

    „44-jährige ETH-Professorin gewinnt Millionen-Preis
    Fünf Millionen Euro: So viel Wert hat der höchstdotierte internationale Forschungspreis Deutschlands. Gewonnen hat ihn die 44-jährige Ulrike Kutay…..“

    Solche Nachrichten stellen die altbackenen Rollenmodelle mehr in Frage als jedes gendergerechte Lesebuch, aber ohne das Lesebuch wären solche Karrieren nicht denkbar……

    • …bis auf Marie Currie (1867- 1934).

      • Pippi Langstrumpf sagt:

        An die habe ich auch gedacht. Marie Curie ist übrigens nach wie vor der einzige Mensch, der je für zwei verschiedene naturwissenschaftliche Gebiete den Nobelpreis bekam, für Physik und Chemie. Eine ganz aussergewöhnliche Frau.

  • Wenn die Genderpädagogik dazu führt, dass Frauen mit 30 Jahren solche Texte schreiben:
    http://dasmagazin.ch/index.php/schwanger-kommt-von-schwierig/
    Dann muss ich sagen, verzichte ich gern auf Genderpädagogik.

  • Luise sagt:

    Als Feministin in den 70er-Jahren war mir die Gender-Pädagogik wichtig. Ich schenkte meiner Tochter (geb 1979) Autos und Bären, sie war meist in Latzhosen gekleidet – wie ich. Ob es die Erziehung oder die Gene waren? Sie ist heute 30 und entzieht sich recht erfolgreich den Rollenklischees. Beim Sohn (geb. 1986) war ich überrascht, dass er fast auss chliesslich männliche Interessen hatte: Technik, Prügeln… heute ist er ein männlicher, aber doch sanfter Mann.

    Fazit: Erziehung ist wohl unbedeutender als wir gerne glauben möchten.

    • Auguste sagt:

      hmm…, hätten sie nicht ein paar photos ihrer tochter, die ihr gesicht zeigen, wenn sie ein auto geschenkt bekam? und nur nebenbei, latzhosen sind total frauenfeindlich. zwei träger lösen und schon sind die dinger unten an den knöcheln, dagegen sind strumpfhosen ein rechter chrampf. immer wieder amüsant, die hard-liner.

      • Luise sagt:

        Frauenfeindliche Latzhosen;-) Stimmt tatsächlich. Aber damals trug die emanzipierte Frauenwelt Latzhosen;-)

        Fotos hab ich leider keine. Aber meine Tochter ist heute 30 und repariert locker Motorsägen und Rasenmäher. Heute wünschte ich, dass sie ein bisschen „weiblicher“ wäre im Bezug auf ihre Aufmachung. Sie pflegt immer noch das Punkerinnenimage. Ob das wegen der Erziehung ist?

      • Auguste sagt:

        @ luise

        hmm…, das tut „pink“ ja auch und so unweiblich kommt die keinesweg rüber. (möglicherweise der eleganteste umweg zurück zum thema, der mir je eingefallen ist.)

    • Tronje sagt:

      Zum Glück ist Erziehung unbedeutender, als wir gerne glauben möchten. So besteht wenigstens noch Hoffnung.

  • Lena sagt:

    Das Rosa-zeugs auf jedenfall ist nurture (anerzogen) und nicht nature, vor ca. 1920 war rosa nämlich noch gar keine speziell weibliche Farbe. Rot war vor der Neuzeit eine eher männliche Farbe, blau eine eher weibliche (z.B. blauer Mantel der Maria . Wenn also Rosa anerzogen und nicht genetisch bedingt ist wundert man sich schon was alles andere vielleicht unbewusst anerzogen wird.

    • mira sagt:

      Als ich Kind war, habe ich immer blau getragen (die damals typische Mädchenfarbe) und mein älterer Bruder rot (die damals typische Jungenfarbe). Noch heute ist blau meine Lieblingsfarbe…. Rosa war da noch nicht so in….

      • StefanB sagt:

        naja, die Farben selbst sind vielleicht Nurture (Elvis besang doch irgendwann mal seinen Pink Cadillac)

        Rot selbst ist männlich, weil rot eine agressive Farbe ist (die Linken gehen mit roten Fahnen in den Klassenkampf, die Nazis mit roten Fahnen [inkl. Hakenkreuzsymbol] in den Rassenwahn 🙁 )

        Blau ist eher kühl, und war in den Zeiten des Ancienne Régime den Königshäusern vorbehalten; Maria trägt deshalb einen blauen Mantel, weil es der Mantel der Königin des Himmels ist.

      • Pippi Langstrumpf sagt:

        Das war bei uns auch so, ich hatte ein einziges Mal ein zartrosa Sommerkleidchen als Kind. Nichts geht über Blau, auch für mich die schönste Farbe bei Kleidern.

        Dieser ganze Barbiekitschplunder ist sowieso eine relativ neue Erfindung, für die Mädchen peinlichen Kitsch, für die Jungs peinliche Master of the Universe Toggle. Am besten, man schmeisst das Zeug in den Müll.

  • Auguste sagt:

    hmm…, dass frauen-fussball immer wieder als gendertechnische errungenschaft angesehen wird, ist eine völlige verklärung.
    die mädels brauchten einfach länger, um heraus zu finden, was für ein grossartiges spiel es ist, das runde ins eckige zu befördern. aber ich bin zuversichtlich, dass auch sie noch die kameradschaftliche wärme entdecken werden, die wir beim in der gruppe herumstehen und iphone apps bewundern empfinden oder diese sinnliche begeisterung, die wir für alu-felgen und breite reifen entwickeln können. und wenn sie dann auch noch die letzte bastion erobert haben, nämlich das perfekte, einhändige und mit links bierbalancierende „extremly well done“ grillieren von fleischwaren auf kugelgrills, dann sind sie definitiv und total ebenbürtig im maskulinen nirvana angekommen. dieser tag wäre dann wohl auch das ende der gender-themen im mamablog – gut sind wir davon noch ein stück enfernt.

    • mira sagt:

      Also, wenn meine Tochter Fussball spielen wollte, dann hätte ich glaub tatsächlich ein Problem… Mein Verstand sagt mir zwar, dass das ok ist, aber mein Bauch rumort schon nur bei dem Gedanken…

      • StefanB sagt:

        Mira, ich muss bekennen: in meiner Jugend gabs einige Mädchen, die waren im Fussball und auch sonst im Sport besser als ich – nun gut, ich bekenne, ich war damals nicht eine Flasche, eher ein ganzer Harrass 🙁

        Und ja, das Fach Turnen (wie der Schulsport damals bei uns noch hiess) hätte meiner damaligen Meinung nach abgeschafft gehört.

  • heidi reiff sagt:

    Ich habe mich als Kind an der Fasnacht immer als BUB verkleidet. Ich bin zwischen 2 Brüdern aufgewachsen. Wir sind sicher auch geprägt von unseren Geschwister, ich habe viel gelernt von meinem älteren Bruder in jeder Beziehung.

    • StefanB sagt:

      An der Fasnacht – also nur einmal im Jahr, und an den anderen 364 Tagen das brave rosa Mädchen? Sorry, das zählt nicht – an der Fasnacht sieht man ja auch gestandene Männer, die Frauenkleider tragen! Einige gehen sogar soweit, dass sie dabei das Gesichtsrasieren weglassen.

  • StefanB sagt:

    Gender-Pädagogik? Was für ein Schwachsinn! Darauf können auch nur die Amis kommen… 🙂

    Nun mal im Ernst (oder sollte es nicht besser: in der Ernestine – nein, da kann mannch einer auf ein falsches Bild kommen 🙂 )

    Also seriös: Es kommt doch nicht drauf an, was die Kids machen, ob sich ein Mädchen nun eher wie ein Junge verhält, oder umgekehrt. Wichtiger ist IMHO, dass die Kinder gelehrt werden, dass es völlig in Orndung ist, wenn sich ein Junge nun nicht ganz wie ein „richtiger“ Junge, oder ein Mädchen nicht als Pre-Teenie-Tussi verhält! Nicht der Fakt, sondern die Wertung des Faktes in den Augen der Anderen ist es, der verändert werden muss.

    Kurz gesagt: Wir müssen die Kinder wieder einmal Toleranz lernen: der/die andere ist anders, aber genauso wertvoll wie der/die „Normale“.

    • Pascal Sutter sagt:

      Gender Pädagogik ist etwas für Sitzpinkler und Mannweiber

    • StefanB sagt:

      Nein, Herr Sutter, Gender Pädagogik ist einer jener vielen psychofeministislchen und pseudowissenschaftlichen Verirrungen, die auf den Müll der Geschichte gehört – wie das Ptolemäische Weltbild der Antike oder die diversen Rassentheorien, die soviel Unheil über die Menschen brachten.

  • mira sagt:

    Warum ist das schlimm, wenn sich Kinder „geschlechter-typisch“ verhalten? Ich sehe absolut keinen Grund, meine Tochter nicht bevorzugt mit Puppen spielen zu lassen. Anbieten sollte man von allem etwas, und dann das Kind wählen lassen, was es interessiert. Ich halte mehr davon, die Stärken auszubilden, als sich auf die Schwächen zu konzentrieren. Das kommt doch in der Schule noch schnell genug…

    Was mich jedoch aufregt, ist, dass Eltern stolz sind, wenn sich die Tochter „wie ein Junge benimmt“. Solche Verhaltensweisen sind doch nicht erstrebenswert, (aber auch nicht unterdrückenswert), sondern gehören einfach zum grossen Sortiment, welche uns die Natur mitgegeben hat. Jede Kind hat seine eigene Mischung, und das ist auch gut so!

  • mensch sagt:

    die allgmeine pädagogik von menschen für menschen gemacht…….

    die perpetierten intellektuellen-mobiles sind anscheinend der zeitvertrieb in unserer epoche

  • Rahel S sagt:

    Lustig, dass es als durchaus normal, ja vielleicht sogar „cool“ angesehen wird, wenn Maedchen nicht nur mit Puppen spielen, sondern auch mit Autos und Werkzeug (was unsere Tochter auch ganz gerne macht- zugleich liebt sie alles glitzerige und rosarote)- aber wie steht es umgekehrt? Wenn ein Junge gerne mit Puppen spielt, sich schoen frisieren moechte und gerne kocht? Maedchen ziehen blaue und oliv-farbene T-Shirts an, aber Buben rosarote? Ich glaube, dass die Gesellschaft da immer noch weniger offen ist…

    • simone sagt:

      das sehe ich auch so. schon zweimal ist mir passiert, dass sich jungs das rosarote prinzessinenkostuem der schwestern angezogen haben und die eltern dann wahnsinnig peinlich beruehrt waren uns sich fast schon rechtfertigten. ein junge, der eine rosarote jacke will bekommt sie wohl kaum je. da lernt er seine rolle schnell.

      • Pippi Langstrumpf sagt:

        Ich schickte meinen Jüngsten mit fünf Jahren ins klassische Ballett, wo es ihm sehr gefiel. Er war der einzige Bub, die Lehrerin, eine Russin, die in jungen Jahren eine gefeierte Tänzerin war, war entzückt, endlich einen kleinen Jungen unterrichten zu können. Die Sache entwickelte sich sehr erfreulich, bis ihm sein grosser Bruder einredete, Ballett sei etwas für Mädchen oder für Schwule, da war es vorbei, ich konnte sagen, was ich wollte, er ging nicht mehr hin. Die Höchststrafe für einen Jungen ist immer noch, wenn man ihm unterstellt, ein Mädchen zu sein. In unserem Kulturkreis ist Tanz etwas für Mädchen, also ist der Fall klar. Schade……

  • zeitungsleser sagt:

    genderpädagogik sinnvoll? zweifelhaft, jedenfalls in ihrer mir bekannten real existierenden form:

    „Tritt ein geschlechtertypisches Problem auf, wird es auch als solches benannt: Keine Scheu z.B. davor, den allgemeinen Begriff «Jugendgewalt» als «Knabengewalt» zu benennen. (…)“ (s. 7)

    „Bei der Klassenbildung wird das quantitative Verhältnis von Mädchen zu Knaben beachtet. Wenn möglich, sollten Mädchen in der Mehrheit sein“ (s. 9)

    für den deutschunterricht: „«Schreibe in geschlechtergerechter Sprache!» Jeder Aufsatzauftrag enthält diese Anweisung.“
    (s. 14)

    speziell für den französischunterricht: „lente-lentement/lente-lent: Bei der Einführung der Adjektive wird (…) von der weiblichen Form ausgegangen. Von ihr – als umfassender Grundform – können das Adverb und die männliche «Schwundform» abgeleitet werden (…)“ (s. 15)

    (gretel und hänsel, hg. frauenrat baselland, 2000, vorwort von aRR Schmid, gemäss einleitung qualitätssicherungshilfe für die volksschule, vgl. http://www.baselland.ch/fileadmin/baselland/files/docs/fkd/gleich/publi/gretel-haensel.pdf ).

    • zeitungsleser sagt:

      ah ja. der leitfaden wurde von fünf frauen hergestellt. gleichzeitig befürwortet er abstimmungsresutlate nach geschlechtern zu interpretieren. (s. 11)

    • Hotel Papa sagt:

      Heh. Besonders nett, wie ein offen sexistisches Machwerk wie dieses Sexismus anprangert.

      Aber eben, Frauen die nach offensichtlicher Gehirnwäsche in diesem Dunstkreis arbeiten, können eine ander Welt offenbar gar nicht mehr wahrnehmen.

    • Ich nehme an, dass es in Basel auch Privatschulen gibt.

      • seronegativ sagt:

        Ob Gender-Pädagogik sinnvoll ist oder nicht (empirisch beobachtbar, falls es einen Unterschied gibt) sollte von der Frage getrennt werden, wer dazu geeignet ist, die entsprechenden Methoden zu entwickeln.

        Es wird von verschiedenen Protagonisten postuliert, dass es einen Unterschied zu gebe, wie Mädchen und Buben lernen – insofern scheint die vormals progressive Koedukation in Wahrheit ein Rückschritt gewesen zu sein. Allerdings scheinen die Lernstil-Grenzen zwischen den Geschlechtern weniger scharf zu sein als Unterscheidungsmöglichkeit aufgrund des ‚kleinen Unterschieds‘.

        Nicht nur bei diesem Thema ist man versucht, zu vermuten, dass 80 % der staatlichen und parastaatlichen ‚Fachstellen‘ einzig dazu dienen, arbeitslosen GeisteswissenschafterInnen eine Beschäftigung zu verschaffen. Umso schlimmer, dass diese Leute auch noch die Mittel von diesem Staat in die Hand kriegen, Steuergelder mit unsinnigen Pamphleten und Projekten zu verprassen und uns mit ihrem wirren Gedankengut zu terrorisieren.

        Der Hinweis, dass es in Basel auch Privatschulen gäbe, empfinde ich als sarkastisches Vergnügen eines gehobenen Mittelständlers, der weniger bemittelten Eltern zu verstehen geben will, dass sie selber schuld seien, wenn sie ihre Kinder aus wirtschaftlichen Gründen der Gender-Streamlining-Gehirnwäsche in der Volksschule aussetzen müssen – und als Bürger möchte ich meine Steuergelder nicht für eine ‚Sekten-Schule‘ ausgegeben wissen.

    • StefanB sagt:

      Jugendgewalt ist Knabengewalt? in den meisten Fällen vielleicht. Aber was ist mit der nach einigen Medienberichten zunehmenden Zahl weiblicher jugendlicher Gewalttäter?

      Was den Französischunterricht angeht: in jedem, wirklich jedem Dictionnaire der mir bekannten Europäischen Sprachen sind die Adjektive danach aufgeführt, dass zuerst die (meist) kürzere männliche Form genannt wird. Alles andere ist schlicht sprachfeministischer Unsinn!

    • StefanB sagt:

      @zeitungsleser: War dieser Schwachsinn eigentlich verbindlich, oder nur ein Vorschlag zu Handen des Regierungsrates?

      • zeitungsleser sagt:

        wohl nicht verbindlich, da der frauenrat (heute: gleichstellungkommission, bestehend aus 6 damen und einer sekretärin) ein den regierungsrat beratendes gremium ist. der leitfaden wurde in einer auflage von 5’000 stück gedruckt und an die schulen im kanton verteilt (vgl. einleitung betr. adressaten)

    • Als Elter von zwei weiblichen Kindern habe ich der Genderpädadogik viel zu verdanken. Meine Töchter dürfen ungeniert sich handgreiflich zur Wehr setzen auch gegen Knaben, sie werden fast ausschliesslich von Frauen erzogen, sie haben mit 10 Jahren im Präventionskurs gelernt, dass man streichelnden Onkeln in die Eier treten soll und sie wurden extra in Naturwissenschaften gefördert. Natürlich spielen sie nach wie vor fleissiger ein Instrument als die meisten männlichen Kindern, bei denen man heute froh ist, wenn sie früh zu gamen beginnen, denn Gutsein in der Schule, Sport oder Musik, Reiten und Fechten ist heute alles „Maitlizügs“.
      Was mich aber trotz allem immer wieder erstaunt: wie lange sie vor dem Spiegel die Zeit verbringen und ihre Inbrunst für lackierte Nägel: irgendetwas scheint immer noch nicht zu klappen mit dem „gendern“.

    • Lea sagt:

      Ein Beispiel des ehmm der

      Real Existierenden Gender Pädagogik.

  • Auguste sagt:

    hmm…, wie wäre das gender-pädagogisch einzustufen? man gibt seinem sohn eine barbie-puppe zum spielen, um ihn seine „feminine seite“ entdecken zu lassen, und er findet: an der puppe ist aber alles dran!

  • Diana sagt:

    Dass es geschlechtspezifische Unterschiede gibt, die von Natur aus so sind resp. sich evolutionär so etabliert haben, ist eine Tatsache und lässt sich sogar in der anatomischen Hirnstruktur ablesen. Vorallem der Einfluss des Hormonsystems hinterlässt deutliche Spuren. Insofern halte ich es für sinnvoll, dass an Schulen auch darüber gelernt wird, dass Jungs und Mädels nicht ganz gleich ticken. Wichtig dabei ist aber, dass diese Unterschiede nicht in Stein gemeisselt sind und dementsprechend darf man Kinder auch nicht in Geschlechtsstereotypen zwängen.

  • Benjamin Hitz sagt:

    Eigentlich interessiert mich Gender-Pädagogik kaum bis überhaupt nicht, aber ich finde die Bemerkung, dass Ihr Kind mangels Werbung oder Medien (was ich ohnehin bezweifle, denn das hiesse, dass im Haushalt dieser Kinder NIE Fernsehen oder Radio lief und ausserhalb des Haushaltes auf eine absolut reizfreie Umgebung geachtet wurde) eigentlich keiner Beeinflussung ausgesetzt waren, erstaunlich naiv. Ich nehme an, es gab auch Kontakte mit anderen Leuten, Kindern, es gab Spaziergänge in der Stadt und was weiss ich noch, was alles für Reize. Was die Kinder sich daraus aussuchen, kann man weder steuern noch gross beeinflussen.
    Übrigens: Ich kenne zwei dreijährige Mädchen, die ausserordentlich gerne mit Spiezlzeug-Bohrmaschinen spielen. Kann ich daraus jetzt auch schon eine soziologisch wertvolle Ableitung draus basteln?

    • Jutta sagt:

      „Übrigens: Ich kenne zwei dreijährige Mädchen, die ausserordentlich gerne mit Spiezlzeug-Bohrmaschinen spielen. Kann ich daraus jetzt auch schon eine soziologisch wertvolle Ableitung draus basteln?“
      Nein, eben NICHT – genau das ist auch die Aussage dieses wunderbaren Blogs!
      Mein Sohn: scheu, ziemlich ängstlich, tollpatschig, liebt babys, meidet jeden Streit mit anderen Kindern etc. ABER, wenn’s ums Kämfen geht, da wird plötzlich alles ganz, ganz anders – und dies ist uns aufgefallen lange bevor er sich irgendwo ein soziokulturelles „Model“ holen konnte.
      Es ist sehr wohl ein gewisses „etwas“ in den Genen. In der Biologie, mit der dieser Text anfängt. Sonst wäre das Artikulieren und Steuern der „soziologischen Ableitungen“ sooo einfach, nicht wahr? 🙂

      • simone sagt:

        …da bei uns zuhause immer ich handwerke finden es meine toechter normal, zu bohren, …. was soll denn DARAN maennlich sein??? bei allen texten kommt doch nur durch, wie sehr die schreiber und schreiberinnen selber ganz klare vorstellungen haben, was gender-spezifisch sei.
        oder wie mein bruder einmal sagte als er mit der puppe unterwegs war und jemand einen bloeden kommentar abgab: „warum soll ich nicht baebele, der papi hat ja auch uns kinder?“

  • In der Interpretation einzelner Interessensgruppen verkommt die Gendertheorie zweifellos zu einer Fortsetzung des Machbarkeitswahns mit anderen Mitteln. Natürlich ist irgendwie nachvollziehbar, dass man als Andersartige(r) den vorherrschenden Geschlechterverhältnissen kritisch und bisweilen sogar abweisend gegenübersteht- doch die Lösung der eigenen Problematik lässt sich nun einmal nicht einfach mit dem Begriff Dekonstruktion herbeiführen. Ich glaube, nichts hat der Gender-Theorie mehr geschadet, als ihre sofortige Vereinnahmung durch erwähnte Gruppen. Nicht die Gendertheorie ist das Problem, sondern ihre (radikale) Interpretation durch diese Gruppen. Judith Butler gehört für mich zum Beispiel zu einer dieser Gruppen.

    Meine Tochter versuche ich als Elternteil (vulgo das Elter *Ironiemodus on*) männlicher Prägung (huch: warum plötzlich politisch so korrekt?) möglichst offen zu erziehen. Sie darf also genauso fluchen, rülpsen und sich zur Wehr setzen, wie ein Junge, auch wenn meine Mutter jeweils sagt, dass sich das für ein Mädchen nicht geziemt. So kam es, dass sich meine Tochter als allererstes Mädchen in der ganzen Gegend an einem Samstag dafür entschieden hat, mitzuhelfen beim Altpapier einsammeln- was bis dahin ausschliesslich eine Bubendomäne war. Ich konnte es vor Stolz kaum fassen. Trotzdem hat sie mittlerweile eine ausserordentlich hohe Affinität zu Schminkartikeln und ausgesprochen weiblichen Kleidungsstilen entwickelt. Aber Boxen kann sie auch und Fussball gehört natürlich zu ihren allerersten Interessen. Ich glaube, noch vor wenigen Jahrzehnten wäre dieses Verhalten bei einem Mädchen- wie meine Mutter beweist- noch nicht als positiv durchgegangen. Und das ist zweifellos ein Fortschritt, der nicht zuletzt auch auf das Einwirken der Gendertheorie zurückzuführen sein dürfte.

    Genderpädagogik an den Schulen ja, aber nicht im Imperativ- was sie in der Interpretation erw. Gruppen zweifellos ist.

    • Cara Mia sagt:

      Iich mag es auch an Jungs nicht, wenn wie gorpsen und fluchen, das ist nichts anderes als schlechte Erziehung…, sorry. Aber mit dem Rest bin ich einverstanden, meine Mädels packen auch zu.

  • Cara Mia sagt:

    Ach nein, nicht auch noch. Die Kinder lesen sich von alleine aus, was ihnen entspricht. Meine Töchter liessen die ganze Rosa-Phase, die andere Mädchen so haben, vollständig aus und Barbie lag meist verlassen in der Gegend rum, die waren viel draussen und bauten, wenn es regnete, im Haus ihre Hütten und spielten mit allem Möglichen. Diese Gender-Pädagogik ist ein kopfgesteuertes Bürotischding, jedes Kind ist anders und vor der Pubertät ist vieles offen. Mädcheneltern können problemlos Jungs anderer Familien hüten, sie spielen miteinander, kein Thema. Danach trennen sich die Wege von Jungs und Mädchen allerdings brutal plötzlich, aber das signalisieren sie selber zur Genüge.

  • Pascal Sutter sagt:

    Naja. Wenn ich jetzt auch noch beginne, zusätzlich noch die Genderthematik bei der Erziehung zu berücksichtigen brauche ich bald mal einen wissensschaftlichen Beistand. Ich glaube dass die wichtigsten Charaktereigenschaften/Tugenden vorgelebt werden müssen.

    http://www.otto-friedrich-bollnow.de/doc/Tugenden0.pdf
    http://www.schulfach-ethik.de/ethik/download/Jungen_Maedchen.pdf

  • Rahel sagt:

    Unsere beiden Mädchen haben auch beiderlei Spielzeug kennengelernt, typisch mädchenhaftes wie Puppen und Schminke etc. aber auch Werkzeugköfferli und ferngesteuerte Fahrzeuge.

  • Juhee sagt:

    lesen sie (als philosophin doch ein leichtes) die butler mal SORGFÄLTIG, dann karrikieren sie die soziale position vielleicht nicht länger…

  • Hotel Papa sagt:

    Es hat halt alles seine Zeit. In den Nach-Achtundsechzigern war Nurture alles und Nature nichts. Heute schlägt unter dem Gen-Hype das Pendel (zu weit?) zurück.

    Jedenfalls habe ich bei meinen Kindern ähnliche Erfahrungen gemacht: Das ‚geschlechtertypische‘ Verhalten war klar zu beobachten, und wir haben ganz sicher keine extremen Gender-Erwartungen auf unsere Kinder projiziert.

    Komplementäre Gender Padagogik? Bitte nicht. Das kann gar nicht anders herauskommen als als dogmatische Zwängerei. Wie wäre es mit einem breiten Angebot an Möglichkeiten? (z.b. das eine Spielzeugauto unter den Puppen.)

    Dann kann ein Kind alles kennenlernen und für sich das herauspicken, was es braucht.

    Noch ein Nachtrag zum Thema Nature: Habe mal den Kommentar einer Frau gelesen (die vorher schon durchaus tough war), die aus medizinischen Gründen mit Testosteron behandelt wurde: „Wenn das das ist, womit die Kerle tagein tagaus heurumlaufen müssen, dann verstehe ich ihr Verhalten heute einiges besser!“

Die Redaktion behält sich vor, Kommentare nicht zu publizieren. Dies gilt insbesondere für ehrverletzende, rassistische, unsachliche, themenfremde Kommentare oder solche in Mundart oder Fremdsprachen. Kommentare mit Fantasienamen oder mit ganz offensichtlich falschen Namen werden ebenfalls nicht veröffentlicht. Über die Entscheide der Redaktion wird keine Korrespondenz geführt.