Geschwisterkrieg – und warum er gut ist

Geschwisterbeziehungen prägen Kinder oft mehr, als diejenige zu den Eltern.

Geschwisterbeziehungen prägen Kinder oft mehr, als diejenigen zu den Eltern.

Als mich jüngst mein Sohn im Kinderzimmer abpasste, mich bei den Händen fasste, mir in die Augen sah und fragte: «Mama, weisst du, wer mir das liebste Wesen auf der ganzen Welt ist?», da schwoll meine Brust an und ging vor lauter Mütterlichkeit auf wie ein Soufflee. «Wer denn?», hauchte ich und er antwortete: «Die Schwester.» Die so Gehuldigte stand in der Zimmerecke und erwiderte auf die Huldigung des Kleinen: Mann, dieser Bruder nervt. Das Soufflee in meiner Brust sank ob dieser Grausamkeit in sich zusammen.

Kinder können grausam sein. Vor allem zueinander. Und je näher sie sich stehen, desto grausamer sind sie, so scheint es. Das hat System. Geschwister lehren uns die vielleicht wertvollste, aber auch bittere Lektion: Du bist nicht das wichtigste Wesen auf dieser Welt. Nicht zufällig findet sich die hochdramatische Geschichte von Kain und Abel in der Bibel gleich nach dem Sündenfall.

Im normalen Leben endet es selten so tragisch. Trotzdem prägen die Auseinandersetzungen mit dem nervigen kleinen Bruder oder der überheblichen grossen Schwester. Keine andere Beziehung, die wir im Laufe des Lebens erfahren, ist so irritierend komplex, konfliktbeladen und trotzdem dauerhaft, wie diejenige zu unseren Geschwistern. Geschwister sind der Massstab für jene Welt, in die Kinder hineinwachsen. Sie sind Konkurrenten und Schicksalsgefährten und ihre Hackordnung hat wahrscheinlich mehr Einfluss auf die Entwicklung des Kindes, als die Beziehung zu den Eltern. Für Eltern manifestiert sich diese in ständigem Geschrei, Tränen und Appellationen an die elterliche Aufsicht und ist ein stetiger Quell potenzieller Nervenzusammenbrüche ist.

Kinder wollen nicht nur geliebt, sondern vor allem auch in ihrer Persönlichkeit anerkannt werden. Diese, so die These der amerikanischen Psychologin Terri Apter in ihrem Buch «The Sister Knot», entwickeln sie aber weitgehend in Abgrenzung gegeneinander. Im Familienverbund hat jeder seine klar definierte Rolle; die Eine ist die Gewitzte, der Andere macht immer Ärger, die Dritte ist die Hübsche. Das bedeutet aber auch, dass Geschwister sich gegenseitig durch einen Mangel definieren: ist meine Schwester die Hübsche, kann ich es nicht auch noch sein. Weil Kinder im Wettbewerb um die Anerkennung von den Eltern ko-existieren müssen, sucht sich jeder seine Nische, in der er sich entfalten kann – oder sie überflügeln einander.

Eltern bemühen sich meist, keines ihrer Kinder zu bevorzugen, um die Rivalitäten nicht noch zu verschärfen. Dabei sehnen sich Geschwister nicht unbedingt nach identischer Behandlung – vielmehr wollen sie in ihrer je eigenen Persönlichkeit anerkannt und entsprechend behandelt werden.

Streitereien, so Apter, sind da vorprogrammiert. Aber auch nützlich. Sie sind eine Art soziales Trainingscamp. Geschwister lehren einen Konflikte auszutragen – und zwar in extremis. Im Gegensatz zu Freunden, bleiben sie einem erhalten. Zudem kennt man alle wunden Punkte seines Gegenübers, weshalb es oft ziemlich hart zur Sache geht. Und so lernt man durch Geschwister auch etwas über sich selbst – und oft sind das Dinge, die man gar nicht so genau wissen wollte. Für ihr Buch befragte Apter erwachsene Frauen über das Verhältnis zu ihren Schwestern über die Jahre. Sie fand heraus, dass sich die meisten nicht so sehr an die Grausamkeiten erinnerten, die ihnen von ihren Geschwistern zugefügt wurden, sondern dass sich ihnen vielmehr jene Grausamkeiten ins Gedächtnis gebrannt hatten, die sie an ihren Geschwistern begangen hatten. Ich kann das bestätigen: nie werde ich die letzte Ohrfeige vergessen, die ich meiner jüngeren Schwester gab und auch nie die brennende Scham, die ich danach empfand.

Das ist heute zum Glück vergessen. Meine Schwestern und ich trieben meine Mutter mit unserem dauernden Streit regelmässig zur Verzweiflung – doch wir sind uns bis heute verbunden und ich wage zu behaupten, dass gerade unsere heftigen Konflikte zu dieser Bindung beitrugen.

Wie geht es Ihnen? Haben Sie noch Kontakt zu ihren Geschwistern? Und wie gehen Sie mit den Streitereien unter ihren Kindern um?

75 Kommentare zu «Geschwisterkrieg – und warum er gut ist»

  • lusadusa sagt:

    wir waren trotzdem 5 jahre zusammen…

  • lusadusa sagt:

    mein erster Freund gefiehl ihr nicht zumindest der Altersunterschied zwischen mir und Ihm

  • lusadusa sagt:

    meine Schwester hat alles kontroliert was ich tat mit wem ich zu tun haben durfte (am besten mit niemandem)…wann ich mich wusch und was ich aß….es ging einfach nicht mehr.
    Das sie aber nicht mehr redet mit mir soll auch einen ganz anderen Grund haben…ich tat später etwas das sie nicht wollte…..

  • lusadusa sagt:

    …und dann nahm der Auszug seinen Lauf…
    meine schwester sagte als sie mitbekam das ich mit meiner Mutter meine Sachen packte…(wir waren im Urlaub)…und nach hause fahren wollten…ich solle da bleiben sie würde sich auch ändern….
    so eine situation gab es schon mal ein paar wochen davor, ohne meine hände um ihren hals und ohne das es anderen aufgefallen war…es ging eine zeitlang gut, wurde dann aber noch schlimmer….
    ich sagte zu ihr…das es eine zeitlang gut gehen würde, aber auf dauer nur zu ihren bedingungen….

  • lusadusa sagt:

    ich habe es nicht mehr ausgehalten und hätte meine Schwester tatsächlich fast umgebracht (es floss kein Blut!!! soweit ist es nicht gekommen…es kam auch keine Polizei, es musste auch kein fremder zur Hilfe eilen)…trotzdem lagen meine Hände um Ihren Hals…aber sie waren auch ganz schnell wieder von dort verschwunden..meine Schwester sagte daraufhin ich solle jetzt nach oben gehen und Geld in die Büchse werfen, die für meine „vergehen“ vorgesehen war .ich bin danach komplett zusammengebrochen und ins Haus gelaufen und habe alles zusammengeschrien mit den Worten das ich nicht mehr kann…

  • lusadusa sagt:

    dieser Umstand hat dazu geführt das ich nach dem Tod meines Vaters von regelrechten Hassatacken auf meine Mutter befallen war, weil sie in meinen Augen eigentlich immer „das Sagen“ hatte…und ich hatte auf einmal den Verdacht das es Ihr, also meiner Mutter, ganz gut gepasst hat, das ich damals gegangen bin und nicht meine Schwester. Meine Schwester hat noch mit fast 30 zu Hause gewohnt…Ich bin mit 14 in eine Ersatzfamilie in ein kleines Dorf gezogen…ich wollte weg, es war nicht so das meine mutter gesagt hat ich solle gehen…nein…es hat gekracht..

  • lusadusa sagt:

    es gibt immer und für alles Konsequenzen, für jeden schritt oder auch nichtschritt…. bis zum Tod meines Vaters dachte ich das sich das Verhältnis irgendwann kitten würde…aber die Erfahrungen des letzten Jahres zeigten mir , dass das unmöglich ist….Die Geburtstage, Meiner Eltern meiner Verwandten..alle ohne mich…weil ich die war, die gegangen ist, die man aber auch gehen ließ…und ich war die jüngere…

  • lusadusa sagt:

    ich bin mit 14 von zuhause ausgezogen wegen meiner überdominanten Schwester…und das ist eine sanfte Beschreibung für das was zu Hause passierte….da ging der Krieg eindeutig zu weit…Ich war eine Kriegsgefangene ohne Rechte (Sklave trifft es auch)…und habe mich mit 14 befreit…allerdings zu einem sehr hohem Preis…den man als Kind aber nicht kennt…aber es ist durchaus möglich das der Preis den ich gezahlt hätte wenn ich geblieben wäre noch sehr viel höher ausgefallen wäre….Aber es gibt immer nur Türen durch die man geht…den Inhalt des Zimmers sieht man erst danach..

  • lusadusa sagt:

    ich habe gar keinen kontakt mehr zu meiner Schwester und seit dem bin ich für sie gestorben…das ging soweit das sie zu einer freundin sagte, deren Bruder gestorben ist…“ich weiss genau wie du dich fühlst, meine schwester ist ja auch gestorben“…In den letzten 27 Jahren habe ich meine schwester maximal 8 mal gesehen. Letztes Jahr bei zwei Beerdigungen, der meines Vaters und der meiner Tante. Einer weiteren Beerdigung ist sie fern geblieben, wegen mir. Und mit den direkt Betroffenen (Tochter des verstorbenen) spricht sie seitdem nicht mehr, weil sie mich nicht von der Beerdigung fernhielt.

  • ralf becker sagt:

    mein bruder ist der ältere und schädigt chronisch, hatte ich 1986 an der uni essen ein antifaschistisches flugblatt verteilt ( in positiver form ) so behauptet er noch heute daß das flugblatt wort für wort absolut ernst gemeint sei, mein physikstudium mußte ich abbrechen und bin erwerbsunfähig statuiert, der wird immer grausamer und ist selber unternehmer mit millionenumsätze, obgleich er 17 semester wirtschaft und soziales studiert hat, der ist basisdemokratischer grüner und streitet neuerdings sogar ab mich jemals verleumdet zu haben, ich spreche sogar von schwerster tyrannei, das mein einzigstes geschwister ein despot ist, der hat auch schon als jugentlicher sehr viel hasch konsumiert und versucht mich zu verwickeln, hat hasch ständig mit alkohol assoziert und total verharmlost, mir schmeckt bier schon garnicht mehr, konnte damals meinen zivildienst nicht antreten weil er mich in seine häusliche schwerstgewalt rhetorisch verwickelte, er hätte nun auch den kriegsdienst verweigert, fürchterlich

  • Eremit sagt:

    „Geschwisterkrieg – und warum er gut ist“
    Ist Krieg gut? Ich behaupte Nein.
    Kinder können sehr grausam sein, nur liegt es dann nicht an jeder/m von uns Erwachsenen permanent ein gutes Vorbild zu sein und dann belehrend, ermahnend einzuschreiten, wenn ein Kind beginnt auf das andere rum zu hacken und so ggf. eine „Hackordnung“ zu erstellen? Wenn man mit einem Hacken auf etwas einschlägt, dann wird was verändert. Und dies nicht immer zum guten. In einem Fall wird nur die physische Oberfläche verändert. In anderen Fällen hingegen kann eine Hackordnung schwere psychische Narben verursachen. Solange man auf der „Gewinnerseite“ ist, der Seite die immer auf die anderen rum hackt kann man dies für gut befinden und so auch die Erziehung der Kinder ihnen selbst überlassen, hingegen wenn man auf der anderen Seite steht und immer zerhackt wurde/wird, dann ist ein hasserfülltes Leben vorprogrammiert. Böse Menschenhasser?
    Die Art der Erziehung bzw. die Philosophie der Eltern hat einen grösseren Einfluss auf das Kind als die Geschwister, denn es sind die Eltern welche die Hackordnung zulassen. Für was hat man als Kind Eltern, wenn man von diesen wissentlich und willentlich im Stich gelassen wird? Konflikte zwischen Kindern können später auch sehr die Beziehung zwischen Kind-Eltern belasten.

    Ebenfalls bedenklich ist, wenn die Eltern sich für die Hackordnung „missbrauchen“ lassen wie im folgenden Fall: Eine Familie mit einem Gast schaut fern. Ein Kind hält die Sendung für langweilig und versucht ein Gespräch mit ein Elternteil zu beginnen. Es dauert nicht lange und es wird mit erhobener Stimmer schroff gemahnt still zu sein wenn man fern sieht. Das Kind beginnt zu schweigen. Nach ein paar Minuten beginnt das ältere Geschwisterchen ein Gespräch mit einem Elternteil und dies auf auf eine raffinierte Art und Weise in dem es die Interessen, Neigungen und Schwächen des Elternteils (aus)nutzt. Das erste Kind beginnt da dann die Welt nicht mehr zu verstehen: Das ältere Geschwisterchen darf während dem fern sehen reden, es selbst aber nicht. Aus Protest verlässt es sprachlos den Raum und knallt die Türe zu, was den gesamten elterlichen Zorn auf sich zieht. „Es ist halt ein schwieriges Kind“. Selbst versteht man da für einen Moment die Welt auch nicht: Wie können Eltern Kinder so ungleichwertig/ungerecht behandeln?
    Einzelfall? Leider nicht. Das kommt in verschiedenen Familien vor.

    Mag sein, dass viele Frauen gleich sind und sich die Handlungen merken in denen sie ungerecht oder verletzend waren. Es gibt aber auch Ausnahmen. Und somancher Mann ist anders als eine durchschnittliche Frau.

  • Franziska sagt:

    Oh ja, ich mag mich noch sehr gut an Streitereien mit meinen Brüdern erinnern – auch die oben erwähnte Scham, was ich damals so alles angestellt habe um ihnen irgendwelche Gemeinheiten heimzuzahlen kenne ich nur allzu gut. Doch am schlimmsten war es als mein ältester Bruder in der Pubertät kam, da wollte er nicht mehr mit mir reden, da er seine kleine Schwester einfach nur doof fand. Inzwischen sind wir alle um die 30 und sprechen oft miteinander. Gerade heute hat mich der älteste Bruder angerufen. Es ist schön Geschwister zu haben und auch als Erwachsene Person immer noch mit ihnen streiten zu können -doch am Ende des Tages sind wir sind eine Familie und halten zusammen – wie Pech und Schwefel. Da ich noch keine Kinder habe, weiss ich nicht wie ich Geschwisterstreit irgendwann einmal (hoffentlich) handhaben werde – doch eins ist mir geblieben. Meine Mutter konnte machen was sie wollte, Streit unter Geschwistern zu verhindern, das geht nicht!

  • Kursi sagt:

    Ich glaube, dass es ein Fehler ist, wenn man sich als Eltern zu sehr auf „ERbsenzählen“ einlässt. Das macht den Streit nur noch schlimmer.

    Mir scheint die Taktik „ablenken“ und möglichst schnell dazu führen, dass die Kinder wieder miteinander spielen besser.

    Auch Kinder anschreien oder bestrafen, weil ein Geschwisterkind sie denunziert hat, finde ich nicht gut, denn es führt zu einem Rache-Kreislauf unter Geschwistern (sie hat mich denunziert, ich wurde bestraft, also gebe ich es ihr, also denunziert sie mich, also werde ich bestraft, etc).

    In gewissen Situationen (z.B wenn 2 Kinder da sind) führt auch „demokratie“ zu Streit, weil (oft das grössere Kind) ständig absichtlich Patt-Situationen herbeiführt. In diesen Fällen ist man besser beraten, von vornherein zu bestimmen, was gemacht wird, und keine Auswähl zu lassen.

  • heidi reiff sagt:

    Die engste Beziehung hatte ich zu meinem 1 1/2 jahre älteren Bruder, wir hielten zusammen wie Pech und Schwefel. Als erwachsene Menschen hat jeder sein Leben nach seiner Façon gelebt, nach Möglichkeiten haben wir uns teilweise gegenseitig unterstützt. Ich habe viel von meinem Bruder gelernt auch was Computer betrifft, er hat viele CDs gebrannt mit Musik aus div. Richtungen und sie mir gegeben, für mich war mein Bruder ein Genie, ein Alchemist. Leider ist mein Bruder vor 3 Jahren an Krebs verstorben. Er hatte ein eiergrosses Miom im Kopf das ihm auch in einer 5stündigen Operation entfernt wurde, kurz nach der Operation ist er verstorben, ich trag ihn in meinem Herzen und hab mittlerweilen gelernt mit diesem Verlust umzugehen.

    • Eni sagt:

      Das tut mir sehr leid, es muss furchtbar sein ein Geschwister zu verlieren.

    • Pippi Langstrumpf sagt:

      Heidi, ich kann Ihnen nachfühlen. Ich habe meine Schwester verloren, es ist schon viele Jahre her, aber ich werde sie immer vermissen, manchmal träume ich von ihr, da bin ich am andern Tag jeweils wieder zurückgeworfen. Der direkte Schmerz vergeht, aber die Längizyti nie.

  • deekay sagt:

    Ich bin die Jüngste von drei Schwestern – alle heute in den Dreissigern und mit einem Abstand von jeweils 3/4 Jahren. Und ich muss sagen: Wir sind nicht nur Schwestern, sondern beste Freundinnen! Klingt vielleicht komisch aber ich liebte und liebe sie abgöttisch und möchte niemals ohne sie sein. Vielleicht liegt das ja an meiner „Prinzessinnenrolle“?

  • Karin sagt:

    Schwierig, die Beziehung zwischen meinem Bruder und mir (beide über 40), sie war es immer und ist es immer noch. Allerdings ist mir kein Mensch so nah wie er, wir haben diesen gemeinsamen Hintergrund, die gleichen Gene und ein Selbstverständnis, das es sonst nirgends geben kann.. Eben: Schwierig.
    Aber auch: Ehrlich, schonungslos, wertvoll.

  • Eni sagt:

    Ich hatte mit meiner Schwester handgreiflichen Zoff, bis zu dem Tag an dem sie ausgezogen ist. Da war sie 19 und ich 17. Heute sind wir nach wie vor meist gegensätzlicher Meinung, was für sie grün ist, ist für mich blau. Auch bei der Kindererziehung haben wir verschiedene Ansichten. Meine Mutter ist meist gleicher Meinung wie meine Schwester.

    Das innigste verhältnis habe ich mit meinem grossem Bruder, da sehen wir gegenseitig auch hinter die Kulissen.

  • Biene sagt:

    Erst mal: toller Artikel!
    Auch ich bin der Meinung, streit unter Geschwistern kann schon mal von Nutzen für das spätere Leben und die Entwicklung sein.
    Was habe ich mich mit meinen 3Jüngeren Brüdern gestritten. Und weil ich bis ca. 16Jährig die Grösste war, waren die Jungs immer sehr solidarisch und gingen zu 3. auf mich los. Habe ich nun davon einen Schaden? NEIN!!!! Und ich mag meine 3Brüder, jeden auf seine Weise!

  • Palmenstrand sagt:

    Ich möchte mein Geschwister nicht missen. Sie ist mir unendlich wichtig, manchmal ganz nah und manchmal ganz fern – aber immer unendlich wichtig.
    Als Kinder waren wir schlimmer als Katz‘ und Maus und lachen heute herzlich drüber.

  • Pippi Langstrumpf sagt:

    Die Eltern können sehr viel bewirken, dass Geschwisterkriege nicht entstehen, wenn z.B. Kuchen aufgeteilt wird, darf derjenige, der teilt, erst zuletzt ein Stück nehmen, es ist ihm dann sehr daran gelegen, gleichmässig zu schneiden usw. Meine Kinder haben sich als kleine Buben auch gestritten, aber es blieb doch sehr im Rahmen. Mein älterer Sohn war nie eifersüchtig auf den Kleinen, sehr erstaunlich, aber auch heute noch bestätigt er dies, wenn man ihn fragt (der Altersunterschied von fast 6 Jahren spielt sicher auch mit). Er war äusserst fürsorglich mit ihm, auch gegen mich, wenn es ihm nötig erschien. Mir war es immer wichtig, dass meine Kinder sich gernhaben, dies ist mir wirklich gelungen. Mein jüngerer Sohn war ein sogenannt „betreuungsintensives“ Kind, es war oft schwierig. Es kam vor, dass er ohne Znacht ins Bett musste, wenn ich es mir dann vor dem Abendprogramm des TV gemütlich gemacht hatte, sah ich, wie ein Nachschatten in die Küche huschte und mit einem Joghurt zurück; sein Bruder sorgte dafür, dass der Kleine nicht „verhungern“ musste. Ich tat so, als bemerke ich das nicht und habe es bewusst geschehen lassen, weil ich fand, dass das eine gute Übung für Solidarität und Zivilcourage war. Der Kleine hat für seinen Bruder genau das Gleiche getan, wenn es ausnahmsweise mal nötig war. Heute wohnen sie zusammen, natürlich nicht immer konfliktfrei. Meine Söhne sind beide der Meinung: die Familie zuerst. Ich denke, mit diesen Voraussetzungen werden sie einmal gute Väter werden.

    • Auguste sagt:

      hmm…, die gute alte „rangers“ oder „marines“ regel (bin mir nicht mehr ganz sicher): ein mann ist kein mann! in praktischer anwendung. herrlich.

      • Pippi Langstrumpf sagt:

        Was ist das für eine Regel, kenne ich gar nicht? Was bedeutet sie?

      • Lea sagt:

        Entweder Robert Rogers‘ 28 „Rules of Ranging“

        „http://en.wikipedia.org/wiki/Robert_Rogers’_28_%22Rules_of_Ranging%22“

        oder dann „http://usmilitary.about.com/od/militaryhumor/a/milrules.htm“

        Vielleicht meint Auguste auch nur, dass im angedeuteten Kontext ein einzelner nutz und hilflos ist und das leben von der zusammenarbeit abhaengen kann.

      • Pippi Langstrumpf sagt:

        Lea, merci für deine Bemühungen, werde mal nachsehen 🙂

      • Auguste sagt:

        @ pippi

        hmm…, ich hatte einen militärischen ausbildner, der viele solcher regeln bei gelegenheit immer wieder mal einstreute. mit dieser unterstrich er, dass in der nacht bei zwei leuten einer schlafen kann und der andere wacht, oder dass einer voraus geht und der zweite den rücken abdeckt usw. die regel funktioniert auch beim bilder aufhängen. jemand bohrt und jemand hält das „schüfeli“ drunter. sie verhindert allerdings nicht immer, dass das bild nicht trotzdem schräg hängt. oder im fall ihrer söhne: einer hatte arrest, aber der andere konnte frei herum schleichen.

      • Pippi Langstrumpf sagt:

        @Auguste

        Ach so, natürlich……
        Wahrscheinlich ist das ein Überlebensinstinkt, der funktioniert, wenn er nicht sukzessive abtrainiert wird. Mir war einfach wichtig, dass sie ein Gespür dafür bekommen, wann sie selbstverantwortlich handeln dürfen/müssen, auch wenn es eine andere Direktive gibt. Ich habe mir zwar das Leben dadurch nicht erleichtert, aber ich war wohl glaubwürdiger, weil ich meinen inneren Überzeugungen folgte.

      • Eni sagt:

        @ Pippi Langstrumpf

        Ohne Znacht ins Bett finde ich eine krasse Erziehungsmethode

  • Felix sagt:

    Michèle Binswanger

    „Sie fand heraus, dass sich die meisten nicht so sehr an die Grausamkeiten erinnerten, die ihnen von ihren Geschwistern zugefügt wurden, sondern dass sich ihnen vielmehr jene Grausamkeiten ins Gedächtnis gebrannt hatten, die sie an ihren Geschwistern begangen hatten. Ich kann das bestätigen: nie werde ich die letzte Ohrfeige vergessen, die ich meiner jüngeren Schwester gab und auch nie die brennende Scham, die ich danach empfand.“

    Ich kann das ebenfalls bestätigen. Die Ohrfeige, die ich meiner zwei Jahre jüngeren, damals etwa 15-jährigen Schwester verpasst habe, weil sie so hysterisch wurde, nachdem mir irgend ein Schminckutensil zu Boden fiel und zerbrach, werde ich auch nie vergessen, auch nicht die Scham, die ich danach empfand.

    Nach dem Tod unseres Vaters und erst recht nach dem Tod unserer Mutter brach unsere Beziehung, wenn es denn je eine gab, auseinander. Heute sehen wir uns kaum noch, und wenn, sind wir höflich distanziert.

    Es ekelt mich vor ihrer Falschheit und Verlogenheit noch heute, aber heute empfinde ich keine Scham mehr, sondern sehe nur, wie sich das immer mal wieder bestätigt.

    So ist das Leben.

  • Meine Schwester und ich haben uns fortzu gestritten. Doch sie brachte es als Jüngere natürlich regelmässig fertig, mich solange zu prvpzieren, bis ich, weil älter, ohne Nachtessen ins Bett musste.

    Unser Kontakt heute ist spärlich, wir sind zwei unterschiedliche Menschen mit unterschiedlichen Interessen und unterschiedlichen Lebensbiografien. Zwischenzeitlich hat bei meiner Schwester noch der Feminismus in seiner allerschönsten Form gewütet- vor allem, wie ich annehmen muss, auch in Form einer stark feministisch geprägten Therapie (eher Infiltration) vor x Jahren (mit den allgemein bekannten Feindbildern)- worauf der Ofen dann fast endgültig ausging.

    Aber nur fast. Latent sind natürlich ständig Konflikte da- auch unausgesprochene.

    Ich habe Wichtigeres zu tun.

  • Einzelkind sagt:

    Wie? Was? Hab ich was verpasst?

    Wenn ich als Kind bei andern Familien zu Gast war und die Geschwister jeweils mit einander bzw. zusammen mit den Eltern streiten sah dachte ich stets immer: zum Glück bleibt mir das zuhause erspart…

    • Tanja sagt:

      Ich denke, schon die Kinder lernen bei den Auseinandersetzungen mit ihren Geschwistern viel für ihr späteres Leben. Auch die Erfahrung des Teilen müssens ist wichtig.

    • Cara Mia sagt:

      Naja, es gibt beides, es ist auch nicht toll, wenn man Geschwister hat, die dauernd bevorzugt werden, Aschenputtel. Ich denke, dass man auch ohne Geschwister lernen kann, worauf es im Leben ankommt, und dass es manche trotz Geschwister nie begreifen. Einfacher ist es wohl mit Geschwistern, weil einem da die Sparingpartner gleich ins Haus geliefert werden, aber nicht immer angenehmer.

  • Lea sagt:

    @Michele: Thumbs down für Ihre Bemerkung gegenüber Widerspenstige. Der ist weit, weit unter der Gürtellinie. – Ja ich weiß dass ich auch etwas South of the Border rutsche mit einigen meiner Einwürfe.

    Widerspenstige hat nun überhaupt keinen Kommentar in die Richtung geschrieben, die sie hier suggerierten.

    Zum Thema:

    Ich habe mit meinem 4 Jahre älteren Bruder seit 15 Jahren keinen Kontakt. Er weiss auch nicht wo ich wohne. (Ausser dem Land selber)
    Meine 6 Jahre ältere Schwester ist seit 15 Jahren nicht mehr mit uns.

    Bei uns wurden Geschwister gegeneinander ausgespielt. Vom man in the middle sozusagen.

    • Widerspenstige sagt:

      @Lea
      Ich danke Dir Lea für Dein Statement. Es zeigt mir ganz klar, dass Solidarität unter reifen Frauen funktioniert und nichts Negatives aussenden muss. Anscheinend habe ich einen wunden Punkt getroffen, der mir jedoch gar nicht so bewusst war. Da sind härtere Worte gefallen in letzter Zeit von Protagonisten, welche ständig die Autorinnen verbal angegriffen haben und ich habe sie noch zeitweise in Schutz genommen. Deswegen bin ich mehr als erstaunt über diese Reaktion heute.

      Das Thema heute wegen den Geschwistern schmerzt auch mich, deshalb habe ich so reagiert. Es ist tragisch, wenn die Geschwister sich aus den Augen verlieren und nicht mehr miteinander Kontakt haben. Über die Gründe möchte man hier nicht unbedingt sprechen, denn die Wunden sind noch nicht verheilt, welche für die Ursachen verantwortlich sind. Ich kann es Dir auf jeden Fall nachfühlen und wünsche Dir weiterhin viel Lebensfreude. Don’t worry, be happy!

  • Bubenmutter sagt:

    Meine Beziehung zu den Geschwistern: Ich hatte ein gutes Verhältnis zu meiner Schwester (2 Jahre jünger) – natürlich nicht ohne Streit – und sehr viel und laut Krach mit dem (6 Jahre jüngeren) Bruder. Interessanterweise ist heute der Kontakt zum Bruder intensiver als jener zur Schwester. These: Wir waren uns von der Persönlichkeit her zu ähnlich und stritten deshalb, heute verstehen wir uns dank der Ähnlichkeit gut?
    Meine Kinder streiten auch viel und nicht alle gleich „geschickt“;-). Was mich sehr nachdenklich stimmt, sind die Wortwahl der Jungs und die Gewaltbereitschaft. Ich habe meinen Bruder auch geschlagen und ihn angeschrien – aber so wie meine Kinder das tun? Nein. Ich versuche immer wieder, den Kindern zu helfen, die Aggressionen sonst wo raus zu lassen (z. B. Boxsack – und der darf in Gedanken gerne der Bruder sein), aber die Gewalt gegen die Brüder ist immer noch sehr gross. Manchmal frage ich mich, ob sie es soweit lernen, dass sie nicht zu gewaltbereiten Schlägertypen werden. Und ob sie es schaffen, ihre Wortwahl zu kontrollieren. Auf mich wirken sie manchmal wie Teenager, dabei ist noch keiner von ihnen zehn!

    • Auguste sagt:

      @ bubenmutter

      hmm…, als vater von zwei söhnen, weiss ich, dass manchmal die fetzen fliegen, aber so wie sie es beschreiben ist es dann doch nicht. der boxsack scheint mir ein eher ungeeignetes mittel zu sein, um agressionen und energie bei kindern abzubauen, ausser er hängt bei einem guten Trainer.

      raufereien gehören dazu – schlägereien ganz klar nicht. da muss man erzieherisch dagegen halten. wenn sie wirklich etwas beunruhigt sind, sollten sie vielleicht eher eine kampfsportart wie judo, wenn es den unbedingt kampfsport sein muss, ins auge fassen, damit ihre buben dampf ablassen können. die disziplinarischen anforderungen einiger dieser fernöstlichen kampfsportarten wirken auch, was die verbale seite anbelangt, wunder.

      • gargamel sagt:

        was bubenmutter beschreibt kenn ich von meinem sohn nur zu gut.

        bei ihm ist es so, dass er bei streitereien nicht über eine „flexible response“ strategie verfügt, sondern sich nur mit „massive retaliation“ zu helfen weiss. auf deutsch: er schnappt sich bei einem streit sofort den nächstgelegenen gegenstand und schlägt damit zu.

        sehr schwierig. auch, weil man ganz unbewusst davon auszugehen beginnt, dass immer er schuld ist am streit (was zwar oft, aber beileibe nicht immer der fall ist), weil die eskalation jeweils von ihm ausgeht.

        kampfsport, meinen sie, auguste? haben sie erfahrungen? was wäre denn da geeignet?

      • Pippi Langstrumpf sagt:

        Kung Fu! Mein Sohn betreibt es seit zwei Jahren mit Leidenschaft und macht mir Vorwürfe, dass ich ihn nicht schon als Kind ins Kung Fu liess. Er geht mit der Kung Fu Schule jedes Jahr nach China trainieren, die Lehrerin war mehrfache chinesische Meisterin, echt toll! Die Schule ist in Ostermundigen.

  • Tanja sagt:

    Als Kind habe ich mich wohl dauernd mit meinem Bruder gestritten, habe das elterliche „Ihr könntet so ein schönes Leben haben, wenn ihr euch nicht dauernd streiten würdet“ noch im Ohr…Dafür haben wir jetzt eine sehr harmonische Beziehung. Das einzige Konfliktpotential in unserer Beziehung kommt von unserem Vater, der es auch jetzt nicht lassen kann, seine beiden erwachsenen Kinder bei jeder Möglichkeit gegeneinander auszuspielen……

    • Kursi sagt:

      genau: ausspielen. Viele Eltern spielen Kinder gegeneinander aus (Schau wie gut x in der Schule ist, etc), und dann regen sie sich über den ständigen Streit auf…

  • StefanB sagt:

    Was habe ich als Kind nicht mit meinen beiden älteren Brüdern und meiner jüngeren Schwester gestritten! 🙂

    Ich denke, Streit unter Geschwistern dient auch dazu, Strategien zur Konfliktbewältigung zu finden, die eigenen Talente und Gaben anzunehmen und gegen andere zu behaupten. Ich meine eben nicht, dass sich Geschwister durch Mangel gegeneinander abgrenzen, sondern erkennen, dass jede und jeder ein Individuum ist, einzigartig in seinen Gaben und Talenten. Dass die eine Tochter die Hübschere ist, die andere aber intelligenter (oder kräftiger, oder was auch immer), ist ja nur dann eine Wertung, wenn denn nur diese eine Eigenschaft Schönheit massgebend ist.

    Das mag zutreffen, wenn das Ideal die Instant Celebrity ist, die 15 Minuten Weltruhm à la Warhol. Aber – und auch das merkt man in der Auseinandersetzung mit Geschwistern – ein Mensch ist wertvoll, weil er mehr als eine Dimension hat.

  • Beatrix sagt:

    Habe ich jetzt was in meinem Leben verpasst? Ich kann mich nicht an größere Auseinandersetzungen mit meiner (10 Jahre jüngeren) Schwester erinnern. Ich habe sie immer sehr geliebt und teilweise „bemuttert“. Wir haben auch jetzt ein enges Verhältnis zueinander.

    Meine eigenen Söhne dagegen (ebenfalls mehr als 10 Jahre auseinander) sind wie Hund und Katze…

    • gargamel sagt:

      ihre erste erfahrung dünkt mich logisch: mit 10 jahren altersdifferenz gibt’s wohl einfach zuwenig „kritische“ berührungspunkte für ernsthaftes dauergezanke…
      ihre zweite erfahrung erstaunt mich deshalb etwas… aber schlussendlich kommt’s ja auch auf die persönlichkeiten der kinder an… bei uns gehen die streitereien in etwa 2/3 der fälle vom sohnemann aus.

    • StefanB sagt:

      Liegt vielleicht auch daran, dass für Sie als „Erwachsene(re)“ dies gar keine Auseinandersetzungen waren?? Möglicherweise hat Ihre Schwester das anders emfpunden.
      Und wie war das, als die Schwester sich als Teenager von den Eltern, besonders von der Mutter löste? löste sie sich auch von Ihnen, ergriffen Sie ihre Partei, oder verhielten Sie sich neutral?

  • Cara Mia sagt:

    Hätte meinem Bruder jahrelang Gift geben können, der verpetzte mich immer, ich war das schwarze Schaf. Aber dann wurden wir erwachsen und seither vertragen wir uns gut. Meine Kinder kamen immer sehr gut aus. Ich habe mich bemüht, nie Partei zu ergreifen, wenn sie stritten. Sie mussten sich, beispielsweise, einigen, wer nun zuerst dies und jenes durfte, sonst verbot ich es einfach beiden.

    Aber ich masse mir nicht an, dass ich dieses gute Verhältnis bewirkt habe. Ich habe sie wohl nicht gegeneinander ausgespielt, wie das meine Mutter bei mir und meinem Brude tat, aber darüber hinaus muss auch die Chemie stimmen. Sie sind total unterschiedlich und mögen sich einfach. Das ist wohl einfach Glücksache. Man kann ja auch sonst im Leben manche riechen und manche definitiv nicht.

  • Auguste sagt:

    hmm…, bei meiner schwester und mir ging es in den scharmützeln des geschwisterkriegs oft um die wurst. und der funke der zur explosion führte kam mehr als einmal vom metzger. seine unfähigkeit oder nachlässigkeit bratwürste oder auch blut- und leberwürste nicht in identischer grösse herstellen zu können, führte regelmässig dazu, dass meine schwester am tisch laut mit dem säbel rasseln begann, wenn ihre aufklärung in meinem teller ergab, dass dort vermeintlich grösseres kaliber lag. die einzelheiten zu den „schnitzel-krisen“ erspare ich ihnen.

    • gargamel sagt:

      nicht schlecht als replik auf der widerspenstigen aversion gegen das wort „krieg“…
      🙂

    • StefanB sagt:

      Ach ja, das kenne ich 😐 O-Ton von unserem Familientisch: „Warum hät de ander meh?“ – „ich bin ja au scho grösser!“ – „ebe, ich muess no meh wachse!“ 🙂

  • gargamel sagt:

    es vergeht kaum eine stunde, in der sich meine goofen (4 und 6) nicht mehrmals gegenseitig an die gurgel gehen. sobald allerdings die „bedrohung“ von aussen kommt wirft sich jedes der beiden ohne zu zögern für das andere in die bresche.

    • Auguste sagt:

      hmm…, diese scheinbar zutiefst menschliche reaktion fasziniert mich auch immer wieder, zumal sie bis auf stufe staat immer wieder zu beobachten ist.

      • Widerspenstige sagt:

        Es scheint wirklich tiefgreifend zu sein und ich weigere mich noch ein wenig, darüber hier zu berichten. Erweise einfach meinem Nick mal wieder die Ehre und leiste Widerstand gegen dieses – ach mich so vom Haaransatz bis zu den Zehenspitzen berührende – Thema ‚Geschwisterzoff‘. Schon das Wort ‚Krieg‘ lässt mich erschauern und ich schlage vor, es lieber ‚Zoff‘ zu nennen. Anscheinend bin ich nicht alleine, die sich noch weigert, hier sich auszulassen…(?!!!?)

      • Michèle Binswanger sagt:

        @Widerspenstige: Wenn Sie sich vom Haaransatz bis zu den Zehenspitzen berühren lassen wollen, würde ich woanders als im Internet Befriedigung suchen. Ausserdem muss sich hier niemand auslassen. Interessante Erfahrungen und kluge Gedanken reichen vollauf.

      • Widerspenstige sagt:

        @Michèle Binswanger
        Schade, Sie drehen mir bewusst die Worte im Mund herum und nur, weil der teaser wieder mal so aggressiv tönt. Es haben übrigens schon viele BloggerInnen hier sich darüber aufgeregt und sind sehr persönlich geworden. Darunter auch viele Männer, wobei ich eine Reaktion von Ihnen äusserst selten gelesen habe. Anscheinend ist es nicht egal, ob eine Frau oder ein Mann hier etwas in Frage stellt.

      • gargamel sagt:

        ich hab‘ für eine freche bemerkung auch schon eins aufs dach bekommen von der werten frau binswanger… kommt wohl etwas auf ihre tagesform an… ich sag jetzt mal nichts von wegen pms…

        *duckundweg*

      • Oskar sagt:

        Also jetzt mal halb lang. Es gibt hier einige, die einfach nicht wissen, wann genug ist. Und ja, dazu gehören auch die beiden Protagonistinnen, ohne Frau Binswanger einzuschliessen.

        Dieses Forum gehört keinem, ausser den Autorinnen und dem Tagi. Ich wurde hier vor ein paar Wochen angefallen wie von einem Rudel Wölfen. Seit die Moderatorinnen Einspruch erhoben, nicht allzuweit abzuschweifen und die Kommentare nicht als Chat zu missbrauchen, werden hier punktuell Leute angegriffen.

        Das finde ich echt schade. Die Kommentare haben sich sehr verbessert, aber die Spitzen sind weniger geworden, aber umso persönlicher.

        Ich selbst kann zwar damit leben, aber viele die sich einbringen möchten, werden ganz einfach wie ein Schlag Tauben verscheucht.

        Jeder kann hier sprechen, und die „Zensur“ ist lange nicht so streng wie in den anderen Tagi-Foren. Aber ein gewisses Verständnis für den anderen ist mehr als angebracht.

        Meine Güte.

      • Widerspenstige sagt:

        @Oskar
        Ich bin jetzt jeden thread von Artikeln im Mai durchgegangen, habe versucht heraus zu finden, wo ich Dich verbal angegriffen haben könnte und finde einfach nichts in dieser Richtung. Darf ich erfahren, wo Du Dich durch meine Aussagen persönlich angegriffen gefühlt hast? Es geht mir nämlich hier wirklich nicht nur um Provokation, sondern um Lösungsfindung der anstehenden Probleme. Es kann absolut vorkommen, dass ich mich versteige, aber versuche jeweils nicht zu persönlich zu werden. Bin für jeden Hinweis offen. Danke!

      • Pippi Langstrumpf sagt:

        @Widerspenstige

        Ich weiss nicht, was für Probleme gewisse Leute haben, wenn Klartext geredet wird. Mir ist jedenfalls noch nie aufgefallen, dass du besonders angriffig schreibst.

      • Widerspenstige sagt:

        Danke Dir sehr, Pippi, für Deine solidarische Unterstützung. Ich bin doch schon einiges gewohnt aus meinem realen Leben, aber solche Angriffe kenne ich eigentlich nicht. Der Grund muss tiefer liegen und ich habe inzwischen eine gewisse Ahnung, aber das möchte ich noch für mich behalten. 😉

      • Pippi Langstrumpf sagt:

        Da bin ich aber gespannt, ich habe auch so meine Vermutungen……

      • Auguste sagt:

        @ pippi & widerspenstige

        hmm…, macht’s nicht so spannend sherlock & watson.

      • Pippi Langstrumpf sagt:

        Ich lasse natürlich der Widerspenstigen den Vortritt……

      • Widerspenstige sagt:

        lach…danke Pippi, aber ich warte noch ein bisschen, ob ich Antworten auf meine Fragen erhalte von den Betreffenden, ok? 😉

      • Auguste sagt:

        hmm…, ein altes peugeot cabrio, ein trenchcoat und ein kleiner notizblock. eine frage habe ich noch sir,…. – blitzsaubere ermittlungsarbeit. so ist es richtig, widerspenstige.

      • Lea sagt:

        columbo… genial. schade dass peter falk gesundheitlich gar nicht mehr auf der hoehe ist (alzheimersche krankheit). er macht(e?) recht gute skizzen und aquarelle. ich habe zwei und eine handsignierte foto von ihm als columbo. very nice man by the way.

        unbedingt in original english anschauen. der new yorker akzent spielt eine rolle.
        interessant: auch wenn er in columbo einen italo-new yorker mimt, stammt er von einem ungarn und einer russin ab.

      • Tanja sagt:

        Schade, jetzt haben Sie mir ihrer Bemerkung nämlich die ganze Aufmerksamkeit aller 😉

      • Eni sagt:

        Also Oskar, Pippi, Lea und ich haben Ihrer Mienung nach ein grosses Problem. Nun, ich bin selten einig mit Pippi und Lea ist halt einfach Lea, also lassen Sie sie in frieden.

        Ich kann mich nicht daran erinnern, dass Sie sich Themenbezogen geäussert haben, nein, Sie geben ja nur Kommentare ab um andere ans Bein zu schiessen.

        Wenn Sie etwas zu Thema beitragen möchten dann tun Sie es, oder haben Sie nichts gehaltvolles zu sagen?

      • Pippi Langstrumpf sagt:

        Was ist ihnen den über die Leber gekrochen? Ist es schlecht, wenn die Schreiber/Innen sich emotional berühren lassen? Sollten wir uns vielleicht über das beste Waschmittel austauschen?

      • gargamel sagt:

        da haben sie natürlich recht: bedrohung von aussen einigt gegen innen. das phänomen wird ja auch gerne von, sagen wir mal „nicht ganz demokratisch legitimierten“ regierungen verwendet.

        iat aber glaub’s nicht ganz dasselbe bei den kindern. das ist eher eine grundsätzliche loyalität zueinander nach dem motto „der einzige, der meinen bruder/meine schwester hauen darf, bin ich!“

  • elena sagt:

    Mein drei Jahre älterer Bruder und ich hatte nie viel Streit und haben den auch jetzt in den Vierzigern nicht. Wir sehen uns eher selten aber begegnen uns friedlich, wie liessen und lassen einander leben, so wie wir sind – wenn wer was braucht, dann telefonieren wir, mailen wir mal und schauen dann weiter, helfen, wenn es geht. Wir pflegen ein eher pragmatisches, vernünftiges Verhältnis – das war immer so. Meine drei Töchter leben ihr Verhältnis untereinander komplizierter aus, es gibt relativ viel Nervereien, aber sie hocken dann auch wieder abendelang zusammen in ihren Zimmern und reden miteinander oder schauen sich Filme an. Ich misch mich nicht ein in Streitereien meiner Kindert. Sie lassen mich folglich in Ruhe und regeln Auseinandersetzungen selber. Aber wir haben auch viel Platz und ich höre relativ wenig. Wenn ich ab und an bei Bekannten bin, die auf wenig Raum leben, denke ich, dass Konflikte auch mit Raum zu tun haben. Ich hätte dann vermutlich mehr Mühe mich nicht einzumischen, wenn ich oft hören müsste, was im oberen Stockwerk läuft oder gar im Nebenzimmer. Ob Geschwister mehr prägen als Eltern oder die Gesellschaft? Eine Frage ohne Antwort wohl. Oder glauben Sie im Ernst, es gibt ein objektives Prägbarometer? Und ob Krieg wirklich gut ist, ob ‚Geschwisterkrieg‘ oder sonst welcher?

  • Natascha sagt:

    Ich (24) habe einen zwei Jahre älteren Bruder. Wir haben früher auch sehr viel gestritten, aber trotzdem haben wir immer zusammengehalten, wenn es nötig war. Unsere Eltern liessen sich scheiden als wir Teenager waren. Ich weiss nicht, ob das unser Verhältnis noch zusätzlich geprägt hat, aber wir sind mittlerweile wie ein Herz und eine Seele. Wir denken gleich, wir haben die gleichen Ideale, ZIele, Wertvorstellungen und Interessen. Wir halten immer zusammen und sind füreinander da. WIr haben fast täglich Kontakt und er ist einer der wichtigsten Menschen in meinem Leben.
    Ich finde, dass das Streiten unter Geschwistern den eigenen Charakter stärkt und die Eltern so gut es geht nur „begrenzt“ eingreifen sollten. So sehr ich mich mit meinem älteren Bruder als Kind auch gestritten habe, ich habe ihn immer abgöttisch geliebt und angehimmelt ;-))

  • Hansueli sagt:

    Möchte mein Brüderchen nicht missen 🙂

    Apropos: Toller Artikel. Wirklich gut geschrieben.

  • Steve sagt:

    Meine Schwester (19) und ich (20) hatten lange Zeit sehr viel Streit, jedoch hat sich das vor etwa 5 Jahren schlagartig geändert.
    Seither haben wir das beste verhältnis, bin ausgezogen und sehe sie trotzdem noch ca. jeden 2ten Tag, wir helfen und unterstützen einander wo immer es geht.
    Sie ist für mich die wichtigste Person momentan in meinem Leben.
    Ich hoffe wir werden uns unser Leben lang so vertragen wie im moment.
    Natürlich haben die Konflikte der Kindheit viel zu unserer heutigen Freundschaft beigetragen, und nicht negativ. zudem hat uns die Scheidung der Eltern zusätzlich noch näher zusammengebracht.

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