Sich vernehmen lassen!

Roland Fischer am Mittwoch, den 6. Juni 2018 um 9:48 Uhr

Die Zahlen allein sind ja wirklich beeindruckend:

So steht es am Schluss der Vernehmlassungsvorlage städtische Kulturförderung 2020-2023, die von der Präsidialdirektion unlängst präsentiert worden ist. Da wird so einiges Spannendes vorgeschlagen, das Mutterschiff hatte sich das schon mal en detail angeschaut. Ein grosses Stichwort ist die Teilhabe, und so handhaben wir es hierzulande ja auch mit politischen Prozessen (auf dem Papier zumindest). Kurz, was da von behördlicher Seite vorgeschlagen wird ist noch lange nicht in Stein gemeisselt. Bis Anfang Juli darf man sich einmischen, der Stadtpräsident persönlich hat dazu eingeladen:

Wo im einzelnen mehr Geld ausgegeben werden und wie sich das Verhältnis der Mittelzuweisung zwischen Institutionen und direkter Förderung verändern soll, darüber gibt die vorliegende Vierjahresplanung Auskunft. Die Präsidialdirektion schickt sie in eine breite Vernehmlassung, um Ihre Meinung zu hören.
Ich freue mich auf alle Rückmeldungen und auf die Diskussion mit Ihnen.

Also sorgen wir dafür, dass sich da nicht nur die Miesepeter zu Wort melden, die das Papier (und Kulturausgaben) aus Prinzip zerpflücken. Dass mehr Geld für die Kultur zur Verfügung gestellt werden soll: wunderbar! Aber wo soll es hin, wer soll wie profitieren vom Geldsegen? Hier kann man sich ganz einfach online äussern.

Freche Beobachter des Weltgeschehens

Gisela Feuz am Dienstag, den 5. Juni 2018 um 6:20 Uhr

Da haben sich zwei gefunden. Kritische, freche und genaue Beobachter des Weltgeschehens sind sie beide, wenn auch die eine der getreuen Recherche und faktischen Wiedergabe verpflichtet ist und der andere die Fantasie walten lassen darf. Die Rede ist von der Wochenzeitung WOZ und von Ruedi Widmer, seines Zeichens begnadeter Cartoonist, der regelmässig für mehrere Print- und Onlinemedien zeichnet, so auch für die Geizkrägen unsere Tamedia-Chefs in Züri oben. WOZ und Widmer sind einander freundschaftlich verbunden – letzterer schreibt und zeichnet seit 15 Jahren für erstere –  und beide sind sie mit neuen Büchern auf gemeinsamer Lesetour.

Als die WOZ 1981 erstmals erschien, war Ruedi Widmer gerade mal achtjährig und dürfte sich noch herzlich wenig um den selbstverwalteten Alternativbetrieb ohne ChefInnen mit Einheitslohn geschert haben. Sowieso glaubte damals niemand so recht daran, dass sich die bekennend linke Wochenzeitung so lange würde halten können. Dies und mehr berichtet Stefan Howald in seinem neuen Buch Links und bündig, in welchem er die Geschichte der WOZ aufarbeitet und journalistische Erfolgsgeschichten noch einmal aufgreift.

Als Erfolgsgeschichte können auch die Kolumnen und Cartoons des Ruedi Widmer bezeichnet werden, der einst beim Satire-Magazin Titanic in die Humor-Lehre ging. In seinem fünften Buch Widmers Weltausstellung versammelt der gebürtige Winterthurer Kolumnen aus den letzten acht Jahren, in denen er Themen aus Wirtschaft, Politik und Gesellschaft aufs Korn nimmt. So bekommen Nationalstölzler ebenso ihr Fett weg wie Carl Hirschmann (was macht der eigentlich?!), fantasielose Werber oder «heterosexuelle, weisse Mannesmänner». Vor allem aber besticht Widmers Weltausstellung durch die unverkennbaren Zeichnungen, in denen der Cartoonist pointiert bis bitterbös gesellschaftliche Phänomene und Entwicklungen aufgreift und dabei einer offensichtlichen Vorliebe fürs Absurde und Lächerliche frönt.

Liebe WOZ, lieber Ruedi Widmer, danke, dass ihr uns hintersinnig immer wieder den Spiegel vorhaltet. Auf dass wir noch viel von euch lesen und sehen werden!

Live zu sehen gibts Stefan Howald und Ruedi Widmer heute Abend im Kairo, beide präsentieren sie dort ihre Bücher Links und bündig sowie Widmers Weltausstellung.

Kulturbeutel 23/18

Urs Rihs am Montag, den 4. Juni 2018 um 5:47 Uhr

Der Urs empfiehlt:
Wolken, diese wichtigtuerischen oben am Zelt.
Unerreichbaren.
Ab Mittwoch trotzdem im TOJO Theater der Reitschule, eine ultra Produktion. Freitag und Samstag stabile Wetterlage, jeweils ab 20:30 Uhr – «WOLKEN» das Stück. Join the cloud.

Frau Feuz empfiehlt:
Donnerstag bis Samstag läuft im Kino Rex die Fussballfilreihe Match Cut, dabei gibts nicht nur Filme wie etwa die Todeself, El Otro Futbol oder Meisterträume zu sehen, sondern auch Podiumsdiskussionen, Musik und natürlich: Bier. Ebenfalls ab Donnerstag läuft in der Heiteren Fahne Teil zwei von Dr Blöffer. Im Schwank des verehrten Sprachakrobaten Timmermahn wird dieses Mal geheiratet und wir hoffen dass es dabei wieder gleich fantastisch unsinnig zu und her geht wie im ersten Teil.

Fischer empfiehlt:
In die Dampfere für eine Doppelladung Kurzfutter – die Veranstalter gehen offensichtlich mit der Zeit, Aufmerksamkeitsspanne und so. Am Freitag und Samstag gibt es also gleich zweimal Kurzstücke von jungen Tanzschaffenden, zunächst ist der Tanzfaktor mit neuen Stücken aus der ganzen Schweiz zu Gast und in der Folge versucht sich noch die lokale Szene, hoffentlich in der Bilanz mit mehr trial als error.

Die Krstic empfiehlt:
Ich hatte letztes Jahr am Kugelfest so einen geilen, dass ich nur wärmstens empfehlen kann, sich beim Soli-Tanzen im Frauenraum schon mal einzustimmen auf die zweite Ausgabe dieses kulturpolitischen Festivals, das wieder in pretty Signau stattfinden wird.

Schwab empfiehlt:
Tanzen mit Hirn und Gerät, aber Tanzen! Das Rössli tischt feinste Selektor-Fingerfertigkeit auf: Kwasiba Savage straight outta London Town und die Bois von Frank Spirit schauen, dass der Musiktrip freigeistig und keine Arschritze trocken bleibt. Rumstehenrauchen ist nicht. Donnerstag.

Where the hell ….

Urs Rihs am Sonntag, den 3. Juni 2018 um 16:23 Uhr

Is BAD BONN – die Kilbi 2018 ist durch und der KSB zurück in bella Berna.
Noch ein zwei Gedanken zum gestrig letzten Weihnachtstag 2018 in Düdingen.

Es bewegten vor allem zarte Momentchen und Dinge –

Der Soundcheck zu AHMED NEW JAZZ IMAGINATION, noch quasi niemand auf Platz, dafür ein Flügel auf der Bühne.
Dieser wird mitunter wie ein Bongo traktiert, mit ganzen Handflächen drischt Pianist Pat Thomas auf die Klaviatur und meint dazu schmunzelnd zum Tontechniker: «Is the tune right?» [sic]

Die Stimme von NADAH EL SHAHZLY und als während ihrem Konzert der Hausmeister Deux höchstpersönlich zweien dionysierten Labertaschen per Jedi-Handbewegung das Gschnorr abstellte.
Das Wichtigste an der Kilbi: zuhören.

Die Stimmung am See bei MELISSA KASSAB – Wes Anderson hätte seine Freude gehabt, das Licht so warm, der Wasserspiegel so glitzrig, dass einem die Kitschtränen kamen.

Das Ad hoc Interview mit den HORSE LORDS aus Baltimore, weil der vorgesehene Interviewer wohl lieber eine Bildstrecke für nau knipste (?)
Angesprochen auf den Country-Twang ihres Gitarrenspiels – selten bei avant-garde Rockbands, die sonst soundästhetisch meist den Grunge Spazierenführen, so gehört – verweist Saitenmann Owen Gardner auf die oftmals ignorierten afroamerikanischen Wurzeln des Genres.
Country sei nicht so weiss wie der Hauptstrom meine. Man denke an DeFord Bailey beispielsweise, einem Begründer der Sparte und einer seiner Lieblingsmusiker.
Dieses Bewusstsein und die Zärtlichkeit mit welcher die Buben über ihre Musik reden, konterkariert ihre Ratlosigkeit, sprechen sie auch über die sozialen Verhältnisse ihrer Heimatstadt.

Baltimore hat so viel Morde wie das Jahr Tage und ist noch immer hochgradig segregiert – 2018 …
HORSE LORDS, die Band welche vor ihrem Konzert nichts vom Bonn und der Kilbi wusste und sich dafür auf den ersten Blick verliebte, hat mir versprochen, etwas von diesem Gefühl über den grossen Teich zu retten, nach Hause.

Und dann noch das Gewitter der beiden Bristol-Tech-Punk-Frickler GIANT SWAN. War zwar alles andere als zart, aber was rundete eine Kilbi versöhnlicher ab, als sich von einstürzenden Soundwänden und brechenden Synthzunamis eindecken zu lassen? Hart am Leben!

GIANT SWAN – B wie: brachial, Bristol & BOOM!

Bern auf Probe: Frag die Zuschauer*innen! Vierter Teil

Anna Papst am Sonntag, den 3. Juni 2018 um 13:05 Uhr

Vor einer Woche ging das AUAWIRLEBEN Festival 2018 zu Ende. In einer Nachlese fragen wir noch einmal die Zuschauer*innen. Heute: Claire Dessimoz.

Wer soll hier Platz nehmen? Die Teilnehmer*innen des Lab diskutierten über das Theater und sein Publikum

Claire hat einmal Achitektur studiert. Inzwischen erforscht sie als Tänzerin und Choreographin Wandel und gesellschaftliche Wahrnehmung. Claire war eine von acht Teilnehmer*innen am Lab How do you do?, bei dem Tanz- und Theaterschaffende das AUAWIRLEBEN Festival begleitet und unter einem bestimmten Gesichtspunkt reflektiert haben. Die Gruppe hat sich mit der Frage nach dem Publikum auseinandergesetzt: Für wen machen wir Künstler*innen unsere Arbeiten und wie bewusst denken wir beim Machen schon an die Zuschauer*innen?

“Für uns wurde die Frage der Vermittlung zentral. Die Künstler*innen sollten in ihrer Arbeit frei sein, zu tun, was immer ihnen einfällt. Wenn man Neues, Ungewohntes ausprobiert, Konventionen unterläuft, Sehgewohnheiten in Frage stellt, wäre ein Heranführen des Publikums an die künstlerische Arbeit aber nicht verkehrt.

Wenn alles bei den Theaterschaffenden selbst liegt: Die Kreation, die Analyse der eigenen Arbeit und die Veranschaulichung derselben, wird das zu einem in sich geschlossenes System. Wo bleibt da die Luft für ein Publikum, andere Perspektiven einzunehmen, als der*die Künstler*in selbst?

Früher hat Vermittlung teilweise auch durch die Medien stattgefunden, indem ein*e Theaterkritiker*in, die die Szene gut kannte, eine künstlerische Arbeit in einen Kontext zu stellen wusste und aus seiner*ihrer Sicht zu deuten vermochte. Aber gerade in der Freien Szene fehlt diese Form der intensiven Berichterstattung oft.

In unseren Gesprächen ist uns auch klar geworden, welche Wissenslücke zwischen der Deutschschweiz und der Romandie besteht. Die Produktionen jenseits des Röschtigrabens kennt man kaum. Wir hatten eher bei international bekannten Künstler*innen einen gemeinsamen Nenner, als bei Schweizer Theaterschaffenden.

Kill the Röschtigraben! ist deshalb unsere interne Überschrift zur Förderung des Austauschs zwischen den Theaterschaffenden aus den verschiedenen Sprachregionen. Wir haben angedacht, dass man Residenzen an Theatern aus der ganzen Schweiz organisieren könnte, um die jeweilige Szene besser kennenzulernen, dass man sich in Workshops austauscht oder im kleinen Rahmen anfängt, gemeinsame Projekte zu entwicklen. Das ist alles noch nicht spruchreif. Aber schön wär’s.”

Das Lab How do you do?#3  fand während des ganzen AUWIRLEBEN Festivals 2018 statt. Die Teilnehmer*innen waren Dennis Schwabenland, Emma Murray, Lucie Eidenbenz, Marcel Schwald, Diana Rojas, Susanne Abelein, Leja Jurisic und Claire Dessimoz.

Where the hell …

Urs Rihs am Samstag, den 2. Juni 2018 um 17:42 Uhr

Is BAD BONN – die Kilbi 2018 läuft. Der KSB ist auf Platz und lässt ab und an mal blicken was so spielt und dröhnt.

Körper ist scheisse.
Der Rücken dieser Sauhund.
Aber der Geist agil – sind wir nicht mal weggekommen von diesen Dualismen?

Weg kommt man hier, aber nicht weg – dritter Tag Kilbi.
Den Bodenkontakt einige Male verloren gestern, weggetreten.

CATERINA BARBIERI verführte mit feingliedrigen Phasings auf modularen Synths und bewies damit, dass modular nicht bloss Marketing und Modelleisenbahn für Erwachsene sein kann.
Maximales Kunsthandwerk an den Schaltkreisen. Selten während einer Setlänge so bittersüss zerrüttet gefühlt.

Weiter gespürt:
VAGABON – erfrischend jung, aber etwas altbacken kratzig.
HARVEY RUSHMORE & THE OCTOPUS – die neuen Tracks ein My weniger verschliffen, nicht minder griffig.
REVEREND BEAT-MAN & THE NEW WAVE – Familienfest, am Katzentisch ist’s am schönsten.
JAMES HOLDEN & THE ANIMAL SPIRITS – Naturgeister mal digital.
KHRUANBIN – Sampling funktioniert auch live, aber die Erwartung war trotzdem etwas zu hoch.
SAVAGE GROUNDS – Filmriss.

Heute erwacht am See, schöne Sonne, schönes kaltes Wasser.

KILBI spirit.

Where the hell ..

Urs Rihs am Freitag, den 1. Juni 2018 um 15:16 Uhr

Is BAD BONN – die Kilbi 2018 läuft. Der KSB ist auf Platz und lässt ab und an mal blicken was so spielt und dröhnt.

Erste Nacht durchgerauscht. Gestartet mit ESTER POLY im Haus. Serious action die beiden Frauen. Grunge und vorgespielte Orgasmen, einigen Männern wurd’s merklich unwohl. Sehr intim für so laut.

GOLDEN DAWN ARKESTRA im Zelt dann. Etwas zu sehr Fifa-Soundtrack, das Riesenaufgebot auf der Bühne vermag nicht aus sehr metrischen Diskotakten auszubrechen. Schade, hübsch anzusehen ist’s allemal.

WARMDUSCHER überstolpert, erste Auszeit am Schiffenensee. Nach dem Wolkenbruch.

EXPLODED VIEW, man war gespannt, nach den Auflösungserscheinungen letztes Jahr. Frisch aufpolierter Banshees-Sound, Goth-Revival. Das muss mit etwas Attitüde, aber grad so derbe?
Frontfrau Anika Henderson, puppengleich, lässt nichts heran und so kommt auch wenig zurück.

NICK HAKIM buttert dafür richtig dick auf, zielt mit seinem Soul auf Herzen und rührte damit wohl auch schwärzeste Nihilistenseelen. Solche sind zum Glück nicht in Sichtweite, nicht an der Kilbi.

TSHEGE ballert dann wieder wach, nach der Schmusenummer mit Nick kommt das gut an. Faty Sy Savanet handfüttert uns mit Afropunk – wie Ziegen mit Salz. Die Menge dürstet nach Ekstase. Stark programmiert, perfekter Zeitpunkt.

Danach der Indie-Hexenmeister JON MAUS – er dreht durch, wir drehen mit. Und zu NIHILOXICA weiter … Der Schlusspunkt für Donnerstag. Gottverdammt, das muss Sünde sein. Wird schwer diese Live-Hypnose zu toppen. Drums, Drums, Drums, Drums, Drums und Synth. Archaisch, roh und heftig. Fertig.

Nick Hakim’s Tastenmann. Hübsche Buben alles.

 

 

Jessica Jurassica #13

Mirko Schwab am Freitag, den 1. Juni 2018 um 11:34 Uhr

beim libanesen an der theke freut sich jemand nach zwei monaten pasta aglio olio auf den bestellten falafel / der boy mit anker bier kann sich nicht einmal die 10 fürs konzert leisten / kino liegt schon lange nicht mehr drin / und ich weiss sehr genau wann wo irgendetwas reduziert ist / meistens irgendein kohl gemüse / überall dieselben struggles bei den gut ausgebildeten grundsätzlich ambitionierten / aber verloren und abgelöscht und null bock in diesem system zu partizipieren / irgendwie will man diese lowlife lohnarbeitsscheisse nicht machen aber muss dann doch / dann steht man halt im stadion in der bierfabrik / oder in irgendeinem gastro betrieb / oder in der tankstelle an der kasse / oder etwas besser bezahlt im büro / die arbeit fickt einen und am ende des monats reichts doch nie / bis man merkt dass fünf bio lauch gleich viel kosten wie 1g amphetamin und man mit 1g viele tage nicht essen muss //

eigentlich hätte man ambitionen / aber keine zeit und kein geld und meistens noch eine an sich harmlose aber längerfristig zermürbende depression / oder eine leichte psychose wegen dem 1g / und suchtprobleme / man macht gigs bei denen man drauf zahlt / man schreibt texte für gar kein oder zu wenig geld / man stellt aus weil man ausstellen muss und wenn man glück hat werden wenigstens die spesen gedeckt / immer zwischen leidenschaft und partizipation im kapitalistischen system driften und den kleinen zeh in den arbeitsmarkt dippen / aber auch wir nur privilegierte arschlöcher mit diesen unangenehm belanglosen first world problemen und ständig kompromisse / und halbmotivierte kultur prekariatsrebellion

Jessica Jurassica ist unsere bissige Gastautorin, die in unregelmässigen Abständen aus dem bernischen Prekariat berichtet. Zur Erinnerung: Boy Schwab hat hier ausführlich introduced.

Where the hell

Urs Rihs am Donnerstag, den 31. Mai 2018 um 15:56 Uhr

Is BAD BONN – die Kilbi 2018 geht los. Der KSB ist auf Platz und lässt ab und an mal blicken was so spielt und dröhnt.

Die Wiesen sind gemäht und Ane vom Mutterschiff hat mit dem Deux – Tätschmeister der Programmierung – vorab gequatscht. Die Stimmung auf dem Camping ist gut – ein Autosalon gut abgehangenem Blech – und die Sache ist also gerichtet.

Um vier schallen die ersten Wellen, das LAUTSPRECHER ORCHESTER FREIBURG verspricht Klänge aus allen Ecken des Geländes. Und der erste Live-Höhepunkt ist schon dabei Klimperkästen aufzustellen: GOLDEN DAWN ARKESTRA – obwohl es wohl nichts wird mit güldner Dämmerung, denn die Wolken hängen tief. Umso höher die Erwartungen.

Der Fuhrpark an der Kilbi, ein haufen ehrlich stinkender Karossen.

News following up tomorrow …

Bitches, we’re hiring

Mirko Schwab am Donnerstag, den 31. Mai 2018 um 5:55 Uhr

Die KSB-Gang sucht Kanonenfutter. Are you willing to play?

Ganz so schlimm ist es natürlich nicht. Aber wir sind wenigstens ehrlich: Für knapp zweihundert Stutz im Monat (herzliche Grüsse nach Zureich) wird hier ganz schön geballert.

Wer wir sind, was wir wollen
(KSB is not dead. It just smells funny.)

KSB will streiten und streicheln. Wir wollen guter Kultur Nährboden sein, uns an der mal aufregenden, bald provinziellen Sandsteinstadt aufreiben und den abgeranzten Routinen des Lokaljournalismus ein Schnippchen schlagen. Wir wollen berichten, worüber im Print kein Tropfen Tinte verloren wird und werden dabei gerne auch politisch, literarisch oder satirisch. An der Peripherie, im Hinter- und im Untergrund, an der Oberfläche zwischen Abo+ und fucking Mamablog leisten wir uns eine Meinung.

Du so?
(Zeitgirl, Zeitboy)

Lust auf Kritik und Kontrapunkt? Wir suchen einen neuen Querkopf, der sich in Berns Kulturdebatten einmischen will. Jemand, der Bock hat, auf der Matte zu stehen, wann immer eine Platte getauft, aus einem Buch gelesen, sich im Performativen verrenkt oder ein Spiel gespielt wird. Jemand, der sprachliches Feingefühl (und / oder Kompromisslosigkeit) mitbringt und das alte Affenhaus KSB still rolling lebendig hält, schöngeistig auch und manchmal mühsam. Und im Idealfall mehr von Interpunktion versteht als Jessica Jurassica.

Macht Laune? Deinen Liebesbrief mitsamt einer kurzen Erklärung, wieso es dich hier braucht, deponierst Du hier.

Viel Liebe.
Die Gang