Archiv für die Kategorie ‘Nachtleben & Freizeit’

Häbi Songs zur vorgezogenen Meisterfeier

Frau Götti am Samstag den 15. März 2008

Vorher waren die da auf dem Feld:

Nachher die da:

…und dazwischen im Corner die:

Einige Stimmen zum heutigen Abend:

Kuno: “Als chlyne Gieu han i scho gwüsst, dass ig hie mal spiele – nume han i dänkt, es werdi de im ne geube Liebli und schwarze Hose si.”

Häberli: “Ihr sind alles geili Sieche, ich bin jetzt ganz überforderet da vorne.”

Gut unterrichtete Quelle: “Dr Häbi, dä wird ds einte oder ds andere Bierli scho gha ha, dass är sich jetzt uf d Bühni trout het, das isch ned so sis Ding.”

Mein liebster YB-Fan: “So wird d Meischterfier de o usgseh.”

Fritz-es-längt-jetz: “Musst übers Sicherheitskonzept schreiben, das hätte heute doch die Feuerprobe für den Juni sein sollen.”

Ok, ok, ich schreibe ja schon: Es wurde auf dem Rasen vor der Bühne ein herzig kleines Tuch ausgebreitet, wo das Publikum hätte hin dürfen. Das Publikum fand das aber zu klein und drängte nach und nach aufs ganze Feld. Die ersten rannten wie Flitzer in gestrecktem Galopp über die Rasenfläche, verfolgt von Sicherheitsleuten, dies zu den Klängen von “Johnny&Mary“: “Dr Johnny secklet immrt drvo, immer drvo.”

Wasserwerk bleibt – vorläufig

christian pauli am Dienstag den 26. Februar 2008

CoolGute Nachricht für die ultraurbanen Clubber dieser Kleintstadt. Das Wasserwerk bleibt – bis mindestens Ende Juli. Vertragslos zwar, aber mit einem «punkigen Agreement». Dies haben die Betreiber des Clubs in der Matte heute dem Kulturblogger erzählt. Gut so. Die Hoffnung, dass Party und Avantgarde tumultartige Urstände feiern, stirbt zuletzt. Was danach kommt, kommt. Oder was meinen die Kulturbeflissenen?

Seien Sie freiwillig

Manuel Gnos am Mittwoch den 9. Januar 2008

Folgende Mitteilung ist vor kurzem bei uns eingegangen. Vielleicht sind Sie, liebe KSB-LeserInnen, an ihrem Inhalt interessiert. Ansonsten dürfen Sie gerne zurück an die Arbeit oder ins Bett. Ganz wie Ihnen beliebt.

Antivasella, Tour de Lorraine. (zvg)«Die Tour de Lorraine verbindet auch dieses Jahr Globalisierungskritik mit einem reichhaltigen Programm an Bands, DJs, informativen Filmen und einer Infoveranstaltung in zehn verschiedenen Lokalen. Mit dem Gewinn der Tour de Lorraine werden politische und soziale Projekte unterstützt.

Damit wir diesen Anlass mit gegen 3000 BesucherInnen durchführen können brauchen wir viele freiwillige HelferInnen.

Neu gibt es drei zentrale Kassen bei der Reitschule, im Progr und beim Q-Hof (neben dem Café Kairo), an denen Bändeli verkauft werden. Bei den Lokalen gibt es nur noch eine Eintrittskontrolle.

Wenn du Zeit und Lust hast, eine Schicht von zirka zwei Stunden an einer Kasse oder beim Eingang zu einem bestimmten Lokal zu übernehmen, kannst du dich auf folgender Webseite melden: http://www.tourdelorraine.ch/einschreiben/index.html

Als Gegenleistung gibt es den Eintritt für die Tour de Lorraine gratis und einen Gutschein für das ‘Katzen- und Katerfrühstück’ um 5:30 Uhr im Sous le Pont.

Herzlichen Dank, Verein Tour de Lorraine»

Abdampfen ins neue Jahr

Grazia Pergoletti am Dienstag den 1. Januar 2008

Tiger Lillies

So klingt ein schwieriges Jahr bodenständig aus: Nicht mit Cervelat, sondern mit einer goldenen Wurst aus dem Schlachthaus Theater. Am letzten Abend zum 10-Jahre-Schlachthaus-Festival, das gleichzeitig auch ein dickes Dankeschön an den Leiter Sandro Lunin war, der uns gen Zürich verlässt, traten verschiedene freie Truppen auf, die dieses Haus geprägt haben.

Ein Glanzlicht setzten dabei Nils Torpus und Herwig Ursin mit einer pyromanischen Show, die in einem imaginären Feuerwerk gipfelte. Herrn Andreani dabei zuzusehen, wie er einen Polstersessel erlegt, ist auch immer wieder schön, genauso wie Pedro Lenz als trauriger Mexikaner nie verkehrt ist. Und auch die Popeye-Einlage des Club 111 gefiel, darf ich mal so sagen, obwohl ich diese nicht von vorne gesehen habe.

Dann, kurz vor zwölf spazierte man Richtung Dampfzentrale zu den Tiger Lillies. Glanzvoll und souverän, mit einem Falsett-Sänger als Frontmann, der abgründig und komisch zugleich, bestes Entertainement bot. Ich weiss noch, wie vor etwa 15 Jahren ebendiese Tiger Lillies unangemeldet im Sous le Pont auftauchten und darum baten, auf Kollekte spielen zu dürfen. Obwohl sie heute Grosserfolge am Broadway feiern, spürt man diesen Hintergrund immernoch, und das ist schön.

Die Dampfzentrale war voll, das Publikum gemischt, die Räume feierlich, die neue Programmzeitung der Dampfere schön gemacht, und Beatmans Schellack-Platten-Disko wunderbar, wenn auch leider zu leise, um zu tanzen. Trotzdem: So beginnt ein goldenes Jahr. Das wünsch ich Ihnen jedenfalls, und mir auch.

Frohe Weihnachten

Grazia Pergoletti am Samstag den 22. Dezember 2007

frohe weihnachtenDen schönsten Weihnachtsbaum habe ich dieses Jahr im Les Amis entdeckt, von der Decke hängend. Ob er dazu dienen soll, auf allfällige Vampire der Nacht zu stürzen, um mit der Silberspitze deren wildes Herz zu durchboren, wie der Herr rechts im Bild vermutete, lässt sich nicht definitiv beantworten. Jedenfalls eine gute Idee von Künstler Christian Stattmann.

Gestern fanden sich die Vampire der Nacht im Wohnzimmer unten ein, zum 60ies Garagenpunk-Konzert mit den Monofones. Besonders die Sängerin hat es mir angetan, sieht aus wie Francoise Cactus und klingt wie X-Ray-Spex. Und was sie mit dem Gitarristen – den man, wenns mir recht ist, von den Fuckadies her kennt – zwischen den kurzen, knackigen Songs rumgequasselt hat, war recht amüsant. Danach gabs Punk- und Hardrockdisco, lustig wars.

Beschlagene Scheiben im Parterre

Daniel Gaberell am Freitag den 26. Oktober 2007

Chef Jaune links, Toni Peperoni recht (Funkbild des Sonderkorrespondenten) Sie waren angekündigt, die DJs Chef Jaune und Toni Peperoni. Keine Disko, kein Tanzbeinschwingen, sondern einfach nur die Musik ein Spürchen lauter also sonst und natürlich abwechslungsreicher. Und so war es auch.

Fast, jedenfalls. Ich trank ein Glas Rotwein, liess den Tag ausklingen und wollte eigentlich grad nach Hause fahren, da ging die Türe auf und es betrat die Bühne: mein Sonderkorrespondent. «Hei» sage ich, «was für ein Zufall. Du hier?», «Hallo Chef» sagt er und erklärt mir, noch gestern sei er im Einsatz im fernen Schottland gestanden, jetzt komme er direkt vom Bahnhof und müsse dringend ein helles Bier haben. Kurz darauf verliess ich das Parterre. Allerdings entging mir nicht, dass die allgemeine Stimmung merklich ausgelassener war als noch zu Beginn des Abends…

SMS 0.43 Uhr: «Hallo Chef, hier nun doch noch richtig Disko mit Tanzen und so. Wollte dir nur sagen, du bist zu früh nach Hause gegangen».

SMS 1.51 Uhr: «Ha, ha, ha. Unglaublich Chef! Hier schwitzen wir uns das helle Bier aus dem Körper. Spitzensport weil Marathon-Disko mit Balkanbeats.»

SMS 2.33 Uhr: «Chef, komm her, das musst du dir anschauen. Die Leute tanzen auf den Tischen, auf der Bar, Gläser gehen kaputt, erste Betrunkene können sich nicht mehr auf den Beinen halten. Schottland ist einen Scheiss dagegen! Hier totales Chaos.»

SMS 4.11 Uhr: «Noch ein helles Bierchen, Chef? Die Scheiben sind beschlagen, ist es bereits hell draussen? Tollhaus Parterre! sage ich nur. Uff, muss mein Hemd und mein Unterleibchen suchen gehen. Chef, die Nacht ist noch jung! Alles paletti hier, Disko am Laufmeter.»

Am Morgen bei Tee entschloss ich mich, auf meinem Arbeitsweg einen kurzen Schwenker ins Parterre zu machen. Die Alk-Leichen und das verwüstete Café wollte ich mir persönlich anschauen. Ich betrete die Bar: fünf Menschen sitzen hintern ihrem Kaffees und Tee, klassische Musik im Hintergrund, aufgetürmte Gipfelis, hie und da übertönt das Milchschäumen das Blättern der Zeitungen – alles ruhig.

Nochmals lese ich die SMS meines Sonderkorrespondenten, schüttle immer mehr den Kopf und nehme mir vor, beim Mitarbeitergespräch im Dezember mit dem Sonderkorrespondenten ein ernsthaftes Wörtchen zu reden.

Stimmiges von lebendigen und ausgestopften Viechern

Frau Götti am Mittwoch den 19. September 2007

Sehr schön wars gestern im Naturhistorischen, wenn auch der Saal so kühl war wie der in einem Kirchgemeindehaus. Dafür gabs aber warme Klänge.

Balts Nill war zwar nicht da, der scheint auch ausnahmsweise nicht mehr mit Stiller Has zu spielen.

Aber dafür spielte die satte Vierer-Besetzung der letzten CD “Geisterbahn” auf, mit natürlich Endo Anaconda, dem grossartigen ex-Rumpelstilz-Gitarristen Schifer Schafer, Samuel Jungen (Kontrabass, Orgel) und Martin Silfverberg am Schlagzeug (der früher bei Züri West trommelte).

Gesponsert war das Gratis-Konzert von der Burgergemeinde, was Endo zu einem Kalauer mit “Hamburger” veranlasste und zur Bemerkung, die Burger seien die einzigen Kulturförderer hier: “Die Stadt hat schon genug zu tun mit Paul Klee.

Sehr stimmig waren im Kirchgemeindehaus-Saal nicht nur die lebendigen Hasen auf der Bühne, sondern auch die ausgestopften Viecher im Hintergrund.

Weitere Konzerte von Stiller Has gibts heute und morgen im Museum.

Doppel-T-Trägerinnen

Manuel Gnos am Freitag den 14. September 2007

KULTURNEWS AKTUELL: Der Thuner Künstler Heinrich Gartentor wird mit dem diesjährigen Preis der Stadtberner Kunstkommission ausgezeichnet. Er wird unter anderem für sein Engagement als erster virtueller Kulturminister der Schweiz geehrt.


Gestern Abend lud das Tojo in der Reitschule zur Saisoneröffnung. Auf dem Programm stand die dritte Ausgabe von «Tittanic». Das Doppel-T ist in diesem Fall kein zweideutiger Verschreiber des Autoren dieser Zeilen. Vielmehr ist das, was mit dem Doppel-T beschrieben wird, Programm: Menschen mit Brüsten tragen auf einer Bühne Texte (und anderes) vor. Es waren dies gestern: Sibylle Aeberli, Milena Moser, Susi Stühlinger und Sandra Künzi.

Susi Stühlinger und Sandra Künzi im Tojo. (Bild Manuel Gnos)

Der Star des Abends – zumindest auf dem Papier – war die Schriftstellerin Milena Moser. Jedoch war ich einigermassen enttäuscht von ihrem Auftritt. Grossartig waren dagegen die Beiträge der Slämmerin Susi Stühlinger, die in ihren Texten Banales mit Schmutzigem vermischte und scheinbar bösartig-berechnend eine Unschuldserotik ausstrahlte, die nachhaltig Verwirrung stiftete.

Auch die Texte und Lieder von Sandra Künzi gefielen. Sie fasste die Qual, eine Hundebesitzerin zu sein, in Worte. Sie imitierte den Monolog der Siegerin eines Modelwettbewerbs. Und sie sang auf eine Art, die die Posen der Popmusik süffig lächelnd aufnahm.

Der Höhepunkt des Abends war Sibylle Aeberlis Auftritt als Martin Müller alias Chaos: Ein hemdsärmliger Typ mit der Art Humor, die weh tut, erzählt über seine Erfahrungen mit der «Pille für den Mann». Grandios! [Nun hofft Aeberli lediglich, dass derjenige aus ihrer Verwandtschaft, der als Vorbild für diese Rolle diente, ihr Programm nicht besuchen wird…]

Buebetröim

Benedikt Sartorius am Sonntag den 9. September 2007

Auch wenn ich ein bisschen neutraler sein sollte, das schönste Bild des diesjährigen Progr-Fests ist für mich schlichtweg dies:

Bueb am Super Mario Bros. zuschauen

Und natürlich war der Progr auch am heutigen Abend, vor allem in den Kellern, ein notwendiger Raum voller Möglichkeiten. Nur: Wie lange noch?!

Zieh den Hut

Grazia Pergoletti am Samstag den 11. August 2007

Auch wenn ich keine Gaukler-Freundin in dem Sinne bin: Das Buskers Strassenmusikfestvial ist eine richtig schöne Veranstaltung. Die Strassen sind voll interessierter Leute jeden Alters: Teenies, Familien, RentnerInnen und solche, wie Du und ich. Die Kids können einen Abend lang Livesounds feiern, ohne einem Veranstalter gleich das ganze Monatstaschengeld in den Rachen zu pfeffern. Und es ist nicht körperverletzend laut.

Meine Favorites sind bis jetzt (aber ich habe noch lange nicht alles gesehen!): Die charmante und virtuose Hip-Hop-Crew aus Langenthal Knackeboul. Eine absolute Entdeckung! Weiter die deutsche Gipsy-Brassband Kein Vorspiel – auch wenn man vielleicht ständig darauf wartet, dass jetzt gleich die Elefanten in die Manege tanzen: Mir gefällts.

Ohrbooten am Zytglogge

Und natürlich die von Herrn Pwei angesagten Ohrbooten! Ich war zufällig mit einer Berliner Freundin unterwegs, die ganz verblüfft war, diese Band hier auf der Strasse sehen zu können – wo doch ihre letzten Konzerte in Berlin offenbar immer ausverkauft waren. Wer JAN DELAY schätzt und auch SEEED nicht hasst, sollte unbedingt ein Ohr voll nehmen.

Zu empfehlen ist auch der Bizaar auf der Münsterplattform. Etwa wie dereinst der Bazar Bizar im Blauen Saal in Zürich. Dort kann man sich zum Beispiel verheiraten, oder Beichten und seine Sünden durch den Schredder schicken, in welcher Reihenfolge auch immer.

Vor den Initiantinnen des Buskers, den Schwestern Christine und Lisette Wyss, ziehe ich ohne Umschweife den Hut. Und wenn wir schon beim Thema sind: Seien Sie grosszügig, legen Sie was rein!