Archiv für die Kategorie ‘Nachtleben & Freizeit’

Very Hot trotz Kälte

Grazia Pergoletti am Sonntag den 19. Juli 2009

Der zweite Abend im Garten am Festival im Kairo war trockener. Jedenfalls was die Berieselung von oben anging. Obwohl mich das Klima immer noch empfindlich an ein ungemütliches Herbstlager in Porrentruy erinnerte, kam richtig Sommerstimmung auf, so dankbar war man, nicht über regenzeitartige Schauer hinweg schreien zu müssen.

Attwenger fotografiert von Herrn Pauli

Attwenger fotografiert von Herrn Pauli

Zur Beschallung von vorne: Grey Mole habe ich leider nicht gesehen. Cheap and Cheerful waren richtig super. Tolle Sängerin! Attwenger sind nicht so sehr mein Ding, musste ich feststellen. Vielleicht verstehe ich sie nicht ganz, ob sprachlich oder aber als Typen an und für sich – ich kann es nicht beantworten. Zuviel Dum-Tschagg- Dum-Tschagg für meinen Geschmack.

Meine Favoriten waren eindeutig The Calorifer Is Very Hot! aus Italien: Umwerfend! Verspielt und doch kraftvoll, mit hübschen Harmonie-Chörchen und prima Halftime-Tempiwechsel. Ich dachte an Dinosaur Jr. mit nur einer Gitarre oder Vampire Weekend ohne Afro. Vor allem aber sind sie auch etwas eigenes, schönes, interessantes. Also flugs die CD gekauft, an der ich mich heute auch schon erfreuen durfte.

Der Sänger der Italo-Combo, der einen VW-Bus auf seinen Oberarm tätowiert hat, ist übrigens der Neffe von Adriano Celentano. Aber er schämt sich für seinen Onkel, wie er mir gestand. Warum denn? Wollte ich ihn fragen, kam aber leider nicht dazu, weil ich am Auflegen war. Und in dem Zusammenhang muss ich jetzt noch sagen: Rauchverbot Rocks! Genau wie das ganze Gartenfestival.

Pilgerfahrt ins blaue Wunder

Grazia Pergoletti am Freitag den 24. April 2009

Gestern wurde in der Dampfzentrale das renommierte Theaterfestival AUA wir leben eröffnet. Wie jedes Jahr glänzt das Programm mit Highlights aus der Freien Szene, aber auch mit Produktionen von festen Häusern, wie zum Beispiel «Bagdad brennt» des Theater Freiburg, das auf einem Blog basiert und grandios sein soll.

Eine persönliche Empfehlung: «Der Bus» von Lukas Bärfuss – obwohl zugegebenermassen nicht gerade das Stück, mit dem mich die allerschönsten Erinnerungen meiner Theaterlaufbahn verbinden. Es wurde schon einmal aufgeführt am AUA-Theaterfestival, 2005 im Stadttheater. Damals stakste ich selbst durch den Styroporwald und hielt in der Rolle der Jasmin verquere Reden zum Thema Würde.

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Letztes Jahr habe ich das Stück in Zürich gesehen, in der Inszenierung von Samuel Schwarz und seinen 400asa. Und war komplett versöhnt! 400asa führen das Publikum in einen richtigen Wald und erschaffen eine Atmosphäre, die in einem Theatersaal kaum herzustellen ist. Abgesehen davon ist Schwarz vielleicht ohnehin der beste Bärfuss-Regisseur: Als alter Freund aus Teenie-Tagen hat er viel Respekt vor dem Autor – aber nicht zuviel.

Die Aufführung ist gruselig, grotesk, komisch, unterhaltend, einmalig und sehr, sehr sinnlich. Also auf nach Tschenstochau, lassen Sie sich diese unheimelige Pilgerfahrt auf keinen Fall entgehen! Im Bus sind noch ein paar Plätze frei. Am 29./30. April und 1. Mai ab Bern und Thun.

Wiedergeburt des Wasserwerks

Manuel Gnos am Dienstag den 31. März 2009

Vor dem Eingang zum Wasserwerk im Berner Mattequartier. (Bild Adrian Moser)

Die ehemaligen Wasserwerk-Betreiber Arci Friede und Dave Marshal sind jetzt beim Bonsoir beschäftigt. Sie warfen vor einer Weile nach 400 Veranstaltungen den Bettel hin: «Unser Konzept ist gescheitert», sagten sie damals dem «Bund». Der Club litt an chronischem Publikumsmangel.

Schon bei der Schliessung des Clubs war aber klar: Neue Betreiber stehen bereit, nur der Öffentlichkeit mochten sie sich noch nicht präsentieren. «Es geht um den Club, nicht um uns», sagt nun Dominique Wittwer, einer der sechs neuen Betreiber. Mit dabei sind Dominiques Bruder Ives, sowie Demian Bürki, Fabio Calcio-Gandino, Urs Imhof und Joel Winkler.

Die sechs sind alle Mitte Zwanzig und stammen aus Hinterkappelen. Sie sind neue Gesichter in der Berner Clublandschaft und werden das Wasserwerk als aufwändiges Hobby betreiben. Die Gruppe will als Kollektiv funktionieren: Intern sind die Aufgaben wie Booking und Werbung verteilt, werden aber auch im Plenum besprochen.

Zurzeit wird im Wasserwerk umgebaut. Das Interieur wird nach Abschluss der Umbauarbeiten nur zum Teil wiederzuerkennen sein. So befindet sich die Garderobe direkt im Clubraum und neu gibt es eine abgetrennte Lounge.

Im Programm werden in erster Linie DJs figurieren; aber auch Live-Konzerte sind geplant. Irgendwie kommt uns das bekannt vor… Am 24. April gehts los.

Wir sagen jedenfalls: Herzlich willkommen und gutes Gelingen!

Im «Bund» von heute gibts mehr dazu.

Strippen mit dem Unterhosenjesus

Gisela Feuz am Sonntag den 15. März 2009

Gut angezogen waren nicht nur die Herrschaften im Bonsoir, sondern gestern Abend auch die Damen an der Bad Taste Burlesque Party von Mister Panti-Christ. Zumindest jeweils am Anfang.

Lou Lou Bon Bon, Zora la Viperine, Clea Cuttthroat, Mademoiselle la Plume und wie die Schönheiten alle hiessen, entledigten sich auf dem Laufsteg im ELF Club aufreizend und gekonnt ihren Hausfrauenschürzen, Strapsen, Pelz- und Tüllwolken. Dazu wurde mit Feuer gespielt, mit Gewehren gewedelt, Pseudo-Bibeln zerrissen und mit Kunstblut und Klebeband mit Snuff-Chic koketiert.

Eines der Highlights stellte für die Schreiberin die Dame im Schneeköniginnenkostüm dar, welches in erster Linie aus einer riesigen Pelzmütze und zwei Schneeflocken bestand (Nein, nicht über den Augen). Ein anwesender Fachmann klärte mich dann allerdings auf, dass es sich hierbei keineswegs um die Schneekönigin, sondern um ein Huhn handeln würde. Aha.

Weswegen der Funke trotzdem nicht richtig springen wollte, ist schwer zu sagen. Lags an den langen Wartezeiten an der Bar? Daran, dass man zwischen den Stripeinlagen immer sehr viel Zeit verstreichen liess oder lag es an der Lokalität selber? Die Tatsache, dass im Anschluss DJ John Player Elektro auflegte, und sich der Club je später die Stunde um so mehr mit den wohl üblichen, an ungesundem Aktionismus leidenden ELF-Stammgästen zu füllen begann, machte die ganze Angelegenheit dann irgendwie auch nicht besser. Also nichts gegen Elektro. So richtig nicht. Aber an einem solchen Anlass hätte man sich schon eher gute alte Garagenmusik ab verkratzen Vinylplatten gewünscht.

«Sehr gut angezogen»

christian pauli am Freitag den 13. März 2009

«Bonsoir» heisst das Zauberwort der Stunde. Und mit ihm soll das Berner Clubleben einen Aufschwung erleben. Heute abend ist die Eröffnung tief unten an der Aarbergergasse. Unsere Reporterin Signora Pergoletti war aber schon gestern dort. Unser Herr Pauli hat ihr ein paar Fragen gestellt.

Club im Schaufenster

Werte Signora, Sie gehören zu den Auserwählten, die gestern schon un peux «Bonsoir» schnuppern konnten. Wie hats Ihnen geschmeckt?

Unerwarteterweise war der Club gestern Abend alles andere als überfüllt, dementsprechend war die Luft ganz in Ordnung. Aber auch für den Fall, dass es richtig verschwitzt wird, ist vorgesorgt: Am Eingang kann ein Deodorant erstanden werden. Das ist sehr weitsichtig von den Betreibern.

French chic an der Aarbergergasse: Was für eine Stilnote geben Sie der Jeunesse dorée de Berne?

Oh, es gab einige sehr gut angezogene junge Damen. Und auch Herren: Bei diesen auffallend viele karierte Hemden – ob man das Ihnen abgeschaut hat, Herr Pauli? Und Herr Friede ist mit Scheitel und Halstuch immer ein Gewinn.

Erlöst das Bonsoir unsere darbende Provinzseele?

Das bleibt abzuwarten. Möglicherweise. Jedenfalls ist das Bonsoir der erste Club, der Stylemässig ans Komfort anschliesst, wenn auch geputzter und anonymer.

Um den neuen Club wurde ein regelrechtes Hype entfacht. Was bleibt, wenn der Rauch sich verzogen hat?

Der Blick auf das wirklich gelungene Interieur. Bloss der Boden ist hässlich.

Sagen Sie, Signora, wie ist für ältere Semester wie unsereins, dürfen wir uns im Bonsoir zuhause fühlen?

Die Beleuchtung ist spärlich, von dem her fällt man nicht auf. Einfach bloss nicht mit einer jungen Verehrerin raus ans Licht gehen, Herr Pauli! Gemütlich ein Glas Wein trinken werd ich wohl nach wie vor im Sous Soul, aber auch ins Bonsoir kann unsereiner ohne Hemmungen, denk ich mal.

Und die Musik? Darf im «Bonsoir» auch mal gerockt werden?

Da bin ich überzeugt. Gestern wars mir zu Housig, aber das Programm wird glaub ich recht breit.

Signora Pergoletti, ich danke Ihnen für das aufmerksame Gespräch.

Do The Voodoo

Gisela Feuz am Samstag den 14. Februar 2009

The Monsters

Es stellt sich die Frage, ob es überhaupt nötig ist, hier von der gestrigen Voodoo-Rhythm-Benefiz-Veranstaltung im Dachstock zu berichten, weil offensichtlich sowieso ganz Bern inklusive Cervelat-Prominenz und Agglomeration da war. Wenn der Voodoo-Master Beat-Man zum nächtlichen Reigen ruft, dann kommen sie nämlich alle, und zwar nicht nur die bleichen, tätowierten und beringten Kinder der Nacht, sondern auch die etwas weniger auffällig dekorierten Zeitgenossen.

Was geboten wurde, war denn auch grosser Voodoo-Zauber: Die unverwüstlichen Seniles punkrockten wie eh und je, wobei Sänger Alain eigentlich auch gleich den sexiest-man-alive-Award verdient hätte, denn selten wurden Bauarbeiter-Dekoltee* und veritable Bierwampe inklusive Tätowierungen der Marke «Selbstgestochen» mit so viel Stolz präsentiert. Respekt!

Respekt verdienen denn auch die «Mammelifigger» von Allschwil Posse. Die beiden Rap-Lümmel Horny und Folio sind wahrscheinlich die einzigen, die es sich erlauben können, das anwesende Publikum zu beschimpfen und zu beleidigen, um dafür auch noch johlenden Applaus einzustecken. Innerhalb kürzestes Zeit hatten die «Mier sind Allschwil, wär sind ier?»-Herren dank ihren Rumpel-Reimen mit äusserst unterhaltsamem Inhalt das Publikum im Sack. Respekt zum Zweiten, ihr «Kanarievogelfigger»! Schade bloss, wars so kurz.

Der Voodoo-Chef selber liess es sich im Anschluss nicht nehmen, mit seinen Mannen eine Zeremonie erster Güte zu veranstalten und seine Anhänger in extatische Zuckungen zu versetzen. Laut und ruppig wars, eben genau so, wie es sein soll. Und wer die Monsters kennt, der weiss, dass die Herren dank adretten roten Dinner-Jackets auch optisch stets eine gute Falle machen. Respekt zum Dritten!

*Als Bauarbeiter-Dekoltee wird gemeinhin der Spalt bezeichnet,welcher bei tiefsitzenden Hosen hinten oben rauslugt. Ich bedanke mich an dieser Stelle beim Herrn Hühnerbrater für diese doch eminent wichtige Erweiterung meines Wortschatzes.

Schlager on Ice

Gisela Feuz am Dienstag den 13. Januar 2009

Henry Ebener«… und dann spielen sie da immer Schlager», so am Sonntag die Aussage einer Bekannten in Bezug auf die musikalische Beschallung am Egelsee während der Zeit, in der sich dieser in ein Eislauf-Paradies verwandelt.

Als alter Schlager-Fan bin ich dann natürlich sofort an besagten Egelsee gepilgert. Unterhaltsam wars. Vor allem weil Kinder im Winter wegen der dicken Winterkleidung ja immer aussehen wie Cipollatas mit Armen. Im Egelseetreff, welcher einmal pro Monat auch zum Konzertlokal umfunktioniert wird, roch es nach Kafi fertig und nassen Socken, draussen kreischten die Kinderlein und Jung und Alt kämpfte auf wackligen Kuven mit der Gravitation.

Bloss Schlager klang nicht aus den Boxen, sondern irgendetwas, was nach einer Mischung aus Quincy Jones, 70er-Jahre-Filmsoundtrack und Fahrstuhlmusik klang. Meine Enttäuschung darüber hielt sich allerdings in Grenzen und den Cipollatas schien das sowieso Wurst zu sein.

Themenkomplex Frauenschicksale

Manuel Gnos am Samstag den 20. Dezember 2008

Tittanic, die Fünfte (von links): Frances Belser, Tania Kummer und Sandra Künzi. (Bild Manuel Gnos)Langsam wird es mir zur Gewohnheit: Jedes Mal, wenn die Tittanic im Tojo der Reitschule anlegt, begebe ich mich in ihr Fahrwasser und leihe den «besten Titten des Landes» mein Ohr. Aber was soll man tun? Die von Sandra Künzi kuratierte Wort- und Tonreihe mit Akteurinnen aus der ganzen Schweiz macht einfach Freude.

Gestern Freitag waren Tania Kummer und Frances Belser zu Gast. Die beiden Autorinnen aus Zürich vermochten mich zwar nicht restlos zu überzeugen, doch boten ihre Texte genügend Stoff zum Weiterdenken. So Kummers Werk darüber, dass man immer weniger sieht, weil es immer mehr gibt. Und das, wie ich feststellen musste, gleich in zweifacher Hinsicht: Einerseits sieht man vor lauter Bäumen den Wald nicht mehr; andrerseits aber sieht man auch anteilmässig immer weniger – eben weil es so viel mehr gibt.

Textlicher Höhepunkt des Abends war Tania Kummers Versuch über konjugierte Linolsäuren in einem Milchmodegetränk. Wild konjugierend hetzte sie sich darin durch die Migros-Filiale, von dort nach Hause und zurück in den Laden, um sich eine Überdosis dieses Teufelszeugs einzuverleiben.

Vollkommen hingerissen war ich einmal mehr von Suzanne Zahnd und Sibylle Aeberli, den beiden Menopausen-Weibern aus Zürich. Als Mann fühlt man sich geradewegs geehrt, von den beiden auf die Schippe genommen zu werden, weil sie dasselbige derart inbrünstig auch mit sich selbst tun. Göttlich war das gesangliche Divenduell um den heissbegehrten Liebhaber, köstlich die «everlasting menopause» als Beitrag zum Themenkomplex Frauenschicksale und rührend die «Purple Rain»-Coverversion zum Abschluss des Abends.

Diese Reihe wird hoffentlich noch lange weitergehen. Für den kommenden Frühling jedenfalls ist mit «Beast of Tittanic» eine CD angekündigt. Wir werden bei Gelegenheit darauf zurückkommen.

Tittanic auf Tour: Café Bar Mokka, Thun, 29. Januar 2009.

Feiern, bis wir aufs Gesicht fallen

Grazia Pergoletti am Sonntag den 14. Dezember 2008

Kurzer Bericht eines arbeitsreichen Wochenendes: Nach einem vergnüglichen Probentag ging ich am Freitag Abend an die 10-Jahres-Jubiläumsparty von Passive Attack und Bewegungsmelder in die Dampfzentrale, um zu moderieren. Geboten wurde ein köstliches Buffet, eine tolle Ausstellung, Jazzmusik und ein sympathisches Gespräch mit einigen P.A.s und B.M.s.

Ausserdem wurden die Best on Wall- Preise vergeben, der Preis für ein Einzelplakat an den Berner Grafiker Thöni, der Preis für die Serie an das Duo FLAG, für ihre Stadttheaterplakate von vor zwei, drei Jahren. Was mich natürlich besonders freute; als damaliges Ensemblemitglied habe ich ihre Plakate immer geliiiiebt!

Danach gings für mich in den PROGR ans Fest, zum Auflegen. Knapp hab ich noch den fulminanten Schluss von Chica Torpedo miterlebt, danach das interessante DJ-Set von Kunsthallechef Philippe Pirotte, bevor ich selbst zum Einsatz kam.

Sie sehen, von beiden Anlässen habe ich nicht allzuviel mitgekriegt. Leider musste ich gestern auch bei der Passive Attack/Bewegungsmelder-Party passen, da ich nach erneuter Probe am Samstag ab elf und Theaterbesuch in Aarau – ein Stück des Hamburger Punksängers Jens Rachut (Dackelblut) – drohte, vor Übermüdung am Bürgersteig festzufrieren.

Vielleicht können Sie ja mit einem Statement oder Bild zu den beiden schönen Anlässen aushelfen?

Es fehlen die Kneipen

Manuel Gnos am Mittwoch den 19. November 2008

Mit etwas Verspätung habe ich es letzte Woche zum ersten Mal ins neue «Du Nord» geschafft. Der Schweinebraten mit Nüdeli und Bohnen war lecker, der Preis dafür mit 19.50 Franken in Ordnung, die Bedienung zügig, aber auch ein bisschen angestrengt. Ein durchaus positiver erster Eindruck also.

Der Eingang zum neuen Restaurant «Du Nord» in Bern, 19.11.2008. (Bild Manuel Gnos)

Nach dem Essen schaute ich mich etwas genauer in den renovierten Räumen um. Und da wurde mir bewusst: Mit dem Besitzerwechsel im «Du Nord» ist mir eine Kneipe abhanden gekommen.

Mit Kneipe meine ich ein Restaurant, in das man nach Feierabend auf ein Bier hingeht, etwas länger bleibt, kurzfristig entscheidet, einen Teller Teigwaren zu essen, noch etwas länger bleibt, zwei oder drei weitere Stangen bestellt etc etc.

Als ich dies realisierte, begann ich nach Alternativen zu suchen. Und ich stellte fest: Die gibt es nicht! Natürlich gibt es weiterhin die «Brasserie Lorraine», die fällt aber je nach Klientel dann gleich wieder weg. Und es gibt auch das «Café Kairo», aber dort arbeite ich.

Weiter gäbe es das «Luna Llena». Aber nachdem ich dort Zeuge zweier Schlägereien geworden bin und diverse Male dumm angemacht wurde, geh ich dort nicht mehr hin (es sei denn, das Wetter erlaube es, im Garten zu sitzen). Bleibt noch das «Vetter Herzog», das ich sehr schätze – jedoch viele andere auch, so dass man oft keinen Platz findet. Und das «Im Juli» ist sowieso immer voll.

Deshalb hier der Aufruf an genau Sie: Machen Sie eine Kneipe auf! Am besten irgendwo im Nordquartier. Dann muss ich nach der Arbeit nicht allzu weit gehen.

Dieses «Du Nord» ist übrigens explizit nicht gemeint.