Archiv für die Kategorie ‘Nachtleben & Freizeit’

Reitschul-Vorplatz, so gegen halb zwei

Roland Fischer am Samstag den 30. April 2011

Ein kurzes Wort zur Berner-Seelenerkundung im Magazin. Neben aller Geld- und Machterörterung wird auch die Reitschule (immerhin, könnte man sagen) zweimal gestreift, leidigerweise allerdings schön dem Klischee entsprechend (wie sich überhaupt fast der ganze Text an Klischees abarbeitet, aber Bern bietet dafür wohl einfach eine allzu gute Projektionsfläche). Im Magazin wird übrigens konsequent von Reithalle gesprochen – ist das ein Zürich-Zentrismus? Weil es da nämlich ein bekanntes Restaurant selbigen Namens gibt.

Zunächst einmal darf Beda Stadler in bewährter Polterer-Manier den Abriss des «Schandflecks» fordern, um daselbst ein mutiges architektonisches Zeichen zu setzen (das «grösste Haus der Schweiz», als wäre Grösse in der Architektur gleichbedeutend mit Gewicht). Und zum Schluss meint dann Annemarie Lanker noch so nebenbei, es gebe Orte in Bern, wo sie nachts nicht hingehen würde. «Zum Beispiel in die Reithalle.»

vorplatz, halb zwei

Nun, da sei wieder mal dagegengehalten: Gestern abend, auf dem Heimweg noch rasch haltgemacht auf dem Vorplatz. Unter der Bahnviadukt brettert eine Punkband, im Dachstock tut sich auch was, und so tummelt sich eine lustige Meute vor der Reitschule. Die Dealer sind wohl auch irgendwo, aber gefährlich kommt einem das nun wirklich nicht vor. Sondern frisch und frech und sehr lebendig – so gar nicht bernerisch, wie es im Magazin-Artikel daherkommt. Bern hat Freiräume, Bern hat Leute, die etwas probieren, wenn sie denn dürfen. Und es passiert an prominenter Stelle – vielleicht ist das überhaupt das Problem der Reitschule: dass sie so unverfroren und vor aller Augen am Bild kratzt, das man sich gern macht von dieser Stadt.

Jubiläumsdisco, News und Gerüchte

Roland Fischer am Sonntag den 3. April 2011

Ganz exklusiv: Bilder und die erste Hälfte der Playlist von gestern abend:

Guided By Voices: A Salty Salute
Matthew Dear:
Beck: Black Tambourine
TV on the Radio:
Deerhunter: Revival

Cake: Short Skirt, Long Jacket
School Of Zuversicht: Die wunderlichen Träume des Herrn Candide
Knarf Rellöm: Goldenboy’s LBC
Urban Junior: E-Bomb
Neoangin: This Town Ain’t Real
Prince: Musicology
disco
Talking Heads: Once in a lifetime
Breeders: Canonball
Credit to the Nation: Teenage sensation
Jovanotti: Voglio di piu
Ray Barreto: Deeper Shade of Soul

Hard-Fi: Hard to Beat
Franz Ferdinand: Take me out
Gossip: Standing in the way of control
La Roux: In for the Kill

Teddybears: Cobrastyle
Systema Solar: Sin Oficio
Shirley Ellis: The Clapping Song
Brave Combo: People are strange

Madness: Wings of a doveder chef am mischpult
Tavares: heaven must be missing an angel
Indigo Girls: closer to fine
Texas : Summer Son

Hot Chip: I Feel Better
Liquid Liquid: Optimo
Rapture:
Talking Heads: Road to Nowhere
Caribou: Odessa

John Spencer Blues Explosion: Calvin
Verena von Horsten: Last One Standing
Admiral James T.: Start A Riot
Guz: Weltraummüll
Züri West: Sensibel
King Pepe: Büssi

Eddie Jefferson: Psychedelic Sally
The Clash: Should I stay or …
Bob Dylan: Subterranean homesick Blues
Creatures: Right Now
Mo Horizons: Hit the Road Jack

Das war die Jubiläumsdisco

Roland Fischer am Sonntag den 3. April 2011

Ein erstes Stimmungsbild vom Kairo-Tanzboden, gestern, so gegen Mitternacht:

disco

Mehr zum gestrigen Abend (Exklusivbilder und brisante Hintergrundinfos) bald auf diesem Kanal.

Das kleine runde Schwarze

Grazia Pergoletti am Sonntag den 6. Februar 2011

Man muss schon etwas vorsichtig sein, wenn man Leute dazu einlädt, meine Freundin jedenfalls war letztes mal leicht irritiert und dachte sich wohl: So weit ist es also schon, dass meine Freunde mich an Single-Partys schleppen wollen? Dabei geht es bei der Singles-Night im Foyer der Dampfzentrale nicht in erster Linie um einsame Herzen auf der Suche nach einem passenden Gegenüber für den Zmorgetisch, sondern um die kleinen runden, meist schwarzen Dinger mit einem Loch in der Mitte, die einem zwar nicht ein ganzes Leben, aber doch immerhin gute drei Minuten lang grosse Freude bereiten können.

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Das Konzept von DJ Mifume,
der einst eng mit dem legendären Plattenladen Bamyasi verbunden war, ist bestechend: Wer möchte, kann Singles mitbringen, beim DJ-Pult liegt eine Liste, dort schreibt man sich ein und darf dann jeweils drei Stücke auflegen. Das hat mehrere Vorteile: Die Musik wechselt ständig und über abrupte Übergänge ärgert sich eh niemand. Zweitens haben die vielen DJ’s ihre Freunde dabei, es tanzt also zumindest immer ein kleines Grüppchen von Fans. Drittens harren die meisten lange aus, weil sie, wenn es viele Anwärter auf den Platz hinter dem Pult gibt, lange warten müssen, bis sie ein zweites Mal in die Kränze kommen. Und letztlich ist die Musik Klasse, da Singlesbesitzerinnen und – besitzer in der Regel Liebhaber sind.

Die wunderbare Lady Feuz hatte an dieser Stelle schon einmal auf den echt lustigen, regelmässig stattfindenden Anlass hingewiesen, wenns mir recht ist, ich will es aber gerne nochmals tun. Überlaufen war die Bude gestern jetzt noch nicht gerade, wenn auch ganz gut besucht, von einem tanzfreudigen und im besten Sinne etwas nerdigen Publikum à la High Fidelity . Und ab und zu kommen auch ein paar Paarungswillige dazu, die ihrerseits etwas irritiert sind über das grosse Interesse, das hier vor allem diesen kleinen runden schwarzen Dingern entgegengebracht wird.

Rückblick auf den Science Slam

Manuel Gnos am Mittwoch den 15. Dezember 2010

Letzte Woche fand im Berner Ono der erste Schweizer Science Slam statt. Das war in unseren Kommentarspalten schon kurz Thema. Nun hat Vjiitv ein kurzes Video zu diesem Anlass veröffentlicht. Schauen Sie rein:

Herrgott unter der Discokugel

Grazia Pergoletti am Sonntag den 14. November 2010

PB140115 Hier sehen (vielmehr: erahnen) sie Michael Röhrenbach, den umtriebigen Co-Leiter des TOJO-Theaters, wie er heute Morgen um 5 seinem wohlverdienten Feierabend entgegenfiebert, sofern um diese Uhrzeit von Fiebern noch die Rede sein kann.

Die Disco war voll und ausgelassen, jedenfalls soweit ich das mitbekommen habe (mein DJ-Pult war sehr weit weg vom Tanzboden, was den Vorteil hatte, dass den Tanzenden weniger aufgefallen ist, dass die DJane altersmässig ungefähr ihre Mutter sein könnte. Höchstens von der Musik her, haha!). No Means No habe ich leider verpasst. Dafür habe ich noch feststellen dürfen, dass Herr Lars L. und ich denselben Lieblingshit 2010 haben, nämlich diesen hier. Soweit mein Reitschulfest.

Michael Röhrenbach ist übrigens vor vielen Jahren von Hamburg hergekommen, wo er Mitverantwortlicher war im «Westwerk», einem kleinen feinen Kulturbetrieb, in welchem auch so lustige Leute wie zum Beispiel Rocko Schamoni wohnten. In Bern war er damals allerdings schon bekannt, zum Beispiel durch seine unnachahmliche Interpretation des Herrgotts in «Spaceboard Galuga». Herr Röhrenbach ist auch Verfasser der genialen Grüsse am Ende jeder Tojo-Mail, alleine deswegen lohnt es sich übrigens, diese Newsletter zu abonnieren!

Sonntagnachmittag in der Schweiz

Benedikt Sartorius am Montag den 20. September 2010

Bad Bonn mit CD-Auslage
Bad Bonn, Düdingen, 19. September 2010.
Soundtrack (u.a.): Teenage Fanclub, Time Stops.

C'est la Fête au Village!

Grazia Pergoletti am Sonntag den 18. Juli 2010

Den Anfang des Café-Kairo-Gartenprogramms machten gestern The Sixtyniners aus Holland und es war noch taghell, als sie die ersten Country- und Südstaatenrock-Tunes ins Hinterhöfli bretterten. Dies liess mich irgendwie an die Fêtes au Village denken, die im Sommer in jedem südfranzösischen Dörfchen die Landbevölkerung erfreuen, mit dem Unterschied, dass in der Lorraine die Musik viel überraschender ist und am Ende nicht zwangsläufig geprügelt wird.

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Obwohl ich kein Fan von Südstaatenrock à la Lynyrd Skynyrd bin, fand ich die 69er super, der Sänger klang ein bisschen wie Neil Young und seine Gattin am Schlagzeug war eine Klasse für sich. Sehr hübsch das alles!

Irgendwann war es dann auch dunkel und das blutjunge und ziemlich schräge Grand Pocket Orchestra verwirrte und erfreute uns mit kurzen, schnellen und verspielten Punkpopsongs. Von der Kleidung bis hin zu den Instrumenten ein irrer Mix von Styles und Referenzen. Absolut knackig und schön unkonventionell.

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Zu Dr. Farfisa aus Winterthur kann ich nicht allzuviel sagen, da ich nicht so lange mit dabei war. Die richtige Brille, der richtige Anzug, die richtige Orgel – aber zu einem bewegenden Auftritt fehlte mir trotzdem etwas. Womöglich war ich einfach schon satt, vom leckeren Essen, den fröhlichen Konzerten und dem entspannten Palavern.

Pack die Badetasche voll

Grazia Pergoletti am Freitag den 9. Juli 2010

CB_webbanner_cote Ich gebe zu, ich finde es superchic, ein Bonsoir-Top-Friend zu sein! Zum Beispiel, wenn man dann irgendwann ein Couvert im Briefkasten stecken hat, mit nichts drin, als einer bedruckten Badetasche. Und auf dem Couvert wird einem per Stempel noch so en passant mitgeteilt, dass jetzt die Côte Bonsoir eröffnet hat, vom 1. Juli bis zum 28. August. Das Bonsoir kümmert sich wirklich auf äusserst charmante Weise um seine Klientel, da gibts echt gar nichts zu meckern!

IMG_0428 Den besagten Badetaschen mit Tiki-Aufdruck begegnet man nun natürlich vermehrt im Ausgang,
was zu einer Art konspirativer Cliquenbildung führt. Und am kommenden Samstag wird an der Côte Bonsoir übrigens das brandneue Video zur EP der Round Table Knights feat. Reverend Beatman gefeiert. Also auf gehts, an den Strand!

«Vom 1. Juli bis am 28. August geht es im Club Bonsoir sommerlich zu und her. Das Thema der Côte Bonsoir ist dieses Jahr die Südsee bzw. das polynesische Dreieck und die moderne Tiki-Kultur, die in den 1950er Jahren von Hawaii aus die USA eroberte. Im Club – vorallem in der Lounge-Bar – sind dezente Tiki-Deko-Akzente gesetzt, exotische Cocktails werden als Specials angeboten und die Eintrittspreise sind reduziert.»

Das Buskers sucht noch Freiwillige

Manuel Gnos am Mittwoch den 7. Juli 2010

185 Leute haben sich bis heute gemeldet, um am Buskers Bern vom 12. bis zum 14. August 2010 in irgendeiner Form mitzuhelfen. 250 werden es am Ende insgesamt sein. Es hat also noch freie Plätze, für die Sie sich bis am 16. Juli 2010 noch anmelden können. Am einfachsten gleich über das Formular im Web.

Das ist vielleicht gar keine schlechte Strategie, um sich dem Berner Strassenmusikfestival wieder etwas anzunähern. Denn spätestens seit dem letzten Jahr scheint es ein Opfer seines eigenen Erfolges zu werden.

Helferin am Berner Buskers. (zvg, Buskers Bern, andreasvongunten.ch)

Helferin am Berner Buskers. (zvg, Buskers Bern, andreasvongunten.ch)

Im Programm hat es einige Namen, die gar dem Schreibenden bekannt sind: das Traktorkestar beispielsweise, oder die grandiose Rock’n’Roll Combo Theo’s Fried Chicken Store. Vielleicht können Sie mir in den Kommentaren noch andere Formationen empfehlen? Weil eben, so einfach drauflos kann man ja eigentlich nicht mehr hingehen…