Archiv für die Kategorie ‘Film & Fotografie’

Spass mit Schund

Gisela Feuz am Dienstag den 13. Februar 2018

Man solle doch bitte beim Verlassen des Saales ein paar Löffel mitnehmen, weil jetzt komme dann das normale Kinopublikum. Die Ansage des Kultmoviegang-Chefs am Sonntag nach der Vorführung von The Room im Ciné Club Bern machte deutlich: bei den Screenings dieser Gang ist alles ein bisschen anders.

Während bei gewöhnlichen Filmvorführungen jeder Mucks und jedes Rascheln mit der Popcorntüte mit einem giftigen Seitenblick quittiert wird, ist bei den Screenings der Kulturmoviegang explizit mitmachen gefragt. So fliegen am Sonntag haufenweise Plastiklöffel und aufblasbare Rugbybälle durch die Luft, Dialoge werden mitgesprochen und Charaktere bei deren Auftritten euphorisch begrüsst. Es wird gesungen, gejohlt, kommentiert und vor Allem sehr viel gelacht. Anders lässt sich The Room auch kaum ertragen, denn dieser gehört definitiv zum Schlechtesten, was die Filmwelt je gesehen hat. Plot? Jenseits. Schauspielerische Leistungen? Unter aller Sau. Dialoge? Sinnbefreit. Logik? Vergessen Sie’s.

Es gehört zum Konzept der Kultmoviegang, dass diese Filme zeigt, die einem normalerweise Instant-Augenkrebs bescheren. Im Kollektiv ist der Spass am Schund gross, weil richtig schlechte Filme sind halt auch schampar unterhaltsam. Selber davon überzeugen können Sie sich in Bälde bei Predator, Hands of Steel, Top Gun, For Y’ur Hight Only oder Street Fighter *winsel*.

Mit The Disaster Artist läuft zur Zeit ein Film im regulären Kinoprogramm, welcher die Entstehung von The Room nacherzählt. Nachdem Tommy Wiseau als Schauspieler nur Absagen einfuhr, entschied er sich, seinen eigenen Film zu drehen. Wiseau fungierte dabei als Drehbuchautor, Produzent, Regisseur und Schauspieler. Sein Film The Room erlangte Kultstatus, zumal er von Kritikern zum schlechtesten Streifen aller Zeit ernannt wurde. 

Hyänen und Vereinsmitglieder

Gisela Feuz am Mittwoch den 31. Januar 2018

In Solothurn werden zurzeit eifrig Schweizer Filme jeglicher Machart und Länge geschaut. Dass Musikvideos eine eigene Kunstform darstellen und sich nicht einfach nur im Schatten des grossen Spielfilmbruders bewegen, haben wir in unserer KSB-Video-Stars-Serie ja hinlänglich bewiesen. Auch an den Solothurner Filmtagen wird diesem Genre entsprechende Referenz erwiesen, werden doch jedes Jahr die Highlights des aktuellen Musikvideoschaffens auf der grossen Leinwand gezeigt. Ausserdem wurde am Wochenende bekannt gegen, welche fünf Videos für «Best Swiss Video Clip» nominiert wurden und somit darauf hoffen dürfen, am 24. März beim M4Music den mit 2000.- dotierten Jury- oder Publikumspreis abzuholen. *Trommelwirbel ein* AND THE NOMINEES ARE *Trommelwirbel aus*:

Crimer entführt uns mit gefühlvollem Tanz in die Ballettsäle und Diskos der 1980er-Jahre, Min King besticht mit schlichtem und doch effektivem Konzept (Lieblingsmoment: der Schmachtblick bei 1:19). Hyenas on the Beach flirten aufwändig mit Versatzstücken aus Horror und Fantasy, derweilen die Epilepsie-Warnung zu Beginn des Videos von Igorrr einen ersten Hinweis liefert, welch expressiven Alptraum uns die Deathmetal-Breakcore-Truppe da bescheren wird. Sagen Sie dann nicht, wir hätten Sie nicht gewarnt, gellen Sie.


Das gesamte Filmprogramm «Best Swiss Video Clip» wird in Solothurn am Mittwoch, 31. Januar  gezeigt, Crimer ist am 17 . Februar im Mokka zu Gast und Min King spielen am 21. Februar im Rössli.

Der Film über Filmmusik

Gisela Feuz am Samstag den 20. Januar 2018

Sind Ihnen die Namen John Williams, Thomas Newmann oder Steve Jablonsky ein Begriff? Nicht? Dann aber doch sicherlich Hans Zimmer oder Ennio Morricone?! Wie auch immer, wenn Sie die richtig grossen Filmkisten à la «E.T.», «Spiel mir das Lied vom Tod», «Star Wars», «Der Weisse Hai» oder «Jurassic Park» mögen, dann haben sie es garantiert schon mit einem dieser Herren zu tun bekommen. Die Erwähnten produzier(t)en nämlich allesamt Filmmusik, sind also zuständig für diejenige Komponente eines Filmes, die unabdingbar ist, wenn in punkto Emotionen mit grosser Kelle angerührt werden soll. Der Geschichte der Filmkmusik, hat Regisseur Matt Schrader nun einen eigenen Dokumentarfilm gewidmet: «Score – A Film Music Documentary»

«The Score» lässt nicht nur eine Vielzahl der aktuellen Hollywood-Komponisten zu Wort kommen, sondern blickt auch zurück auf die Anfänge der Filmmusik. Während in der Stummfilmzeit Klavierspiel in erster Line dazu eingesetzt wurde, das Rattern des Projektors zu übertönen, wurde im Jahre 1933 mit dem Soundtrack von «King Kong» offenbar ein Meilenstein in der Filmmusik gelegt. «King Kong» sei das beste Beispiel dafür, wie durch den Einsatz eines Orchesters ein stupider und kitschiger Film in etwas Ergreifendes und Gefürchiges umgewandelt werden könne, wird da berichet. An zahlreichen Beispielen wird in der Folge verdeutlicht, wie sich die Filmmusik im Lauf der Zeit wandelte: «A Streetcar Named Desire» hat 1951 den Jazz filmtauglich gemacht, Bernard Hermann hat mit dem minimalistischen Einsatz einer Geige in der Psycho-Duschszene neue Parameter gesetzt, in den 60er-Jahren wurde mit experimenteller Musik geflirtet, so zum Beispiel in «Planet der Affen», die 70er waren die Ära des John Williams («Star Wars», «Superman») und Ennio Morricone wurde dank seinem episch breiten Streichersound zum Sinnbild des Spaghetti-Westerns schlechthin.

Wie das Hollywood-Gefühlskino selber, kommt auch «The Score» nicht gänzlich ohne Plattitüden und mehrfach Wiedergekautem aus. Anstatt eine Breite an Statements zu versammeln, hätte man sich eine Vertiefung gewünscht. So hätte man sich von der Psychologin mehr Informationen erhofft, als einfach nur die, dass Musik im Gehirn die gleichen Mechanismen auslöse wie Schokolade und Sex. Spannend wird der Film dort, wo das effektive Orchesterhandwerk in den Aufnahmestudien an der Abbey Road gezeigt wird, wo Trent Reznor von Nine Inch Nails und Atticus Ross mit analogen Synthesizern experimentieren, wo eine Pianistin ihre Gedanken bei einer Live-Vertonung schildert, wo der Hauskomponist der Wes Anderson-Filme Einblick gewährt in sein Instrumenten-Archiv, kurz: überall dort, wo gefachsimpelt wird.

Für das breite Filmpublikum dürfte Matt Schraders Dokumentation bestens funktionieren. Sie sind ja auch gewaltig, die Akkorde, die etwa ein Hans Zimmer seine Streicher in «Pirates of The Caribbean» anstimmen lässt. Zudem ist es durchaus spannend, offengelegt zu bekommen, mit welcher Raffinesse wiederkehrende musikalische Motive etwa in «Lord of the Rings» eingesetzt werden.  Wer sich allerdings erhofft, einen fundierten Blick hinter die bombastischen Hollywood-Fassaden werfen zu können, der hätte sich von Schraders Werk mehr Nertum gewünscht.

Score – A Film Music Documentary» läuft in Bern im Cine Movie.

Nummern schieben

Roland Fischer am Mittwoch den 17. Januar 2018

Man hört sagen, hier komme die nächste kleine Schweizer Filmsensation. Ein kleines Bijou, ein radikaler Solitär, «der überraschendste Schweizer Spielfilm seit Jahren».

Man soll aber vielleicht nicht immer glauben, was man sagen hört. Ja, «Dene wos guet geit» könnte eigentlich einiges, aber können tut er dann leider nichts. 70 Minuten im Konjunktiv. Weil die Macher viel zu sehr den (zweifellos schön eingefangenen) stilisierten Bildern vertrauen und der künstlerischen Konsequenz, mit der man heute ja allein schon Respekt verdient, offenbar. Dabei geht aber leider so einiges vergessen: eine erzählenswerte Geschichte zum Beispiel, oder auch nur ansatzweise interessante Figuren. Von einer Gesellschaftsanalyse, die über eine wohlfeile Vereinzelungs-Misere hinausgeht – starren alle ja bloss noch aufs Handy heutzutage! -, ganz zu schweigen. Kommuniziert wird bloss noch in Codes, die Gespräche bleiben in höchstmöglicher Distanz von Persönlichem. Man kommt sich ein wenig vor wie in einem Porno, die Nummern sind wichtiger als der Erzähl-Kitt.

Am Schluss bekommt man da einen Film serviert, der sehr gekonnt – nichts will und drum auch nichts kann. Nihilismus 2.0, Leere ohne Wut und ohne Mut.

Vorsatz für 2018: Alles von Tex Avery schauen

Anna Papst am Montag den 1. Januar 2018

Guten Morgen Silvesterboykottler und Feierraketen!
Egal, wie ihr zu den Neujahrsfeierlichkeiten steht, es gibt Grund zur Freude: Das Kino Rex zeigt heuer um 12:30 Uhr neunzig Minuten lang Cartoons von Tex Avery. Der Meisterzeichner dreht Walt Disney durch den Fleischwolf: Das putzige Häschen wird bei ihm zum gnadenlosen Quälgeist, dessen Tricks um dem Jagdhund zu entkommen ohne Weiteres als Folter bezeichnet werden können. Auch die Geschichten der Gebrüder Grimm kriegen ihr Fett weg: Nachdem die Märchfiguren dagegen protestieren, zum tausendsten Mal die alte Leiter runternudeln zu müssen, wird aus dem unschuldigen Rotkäppchen eine pfiffige Burlesque-Tänzerin, die den dauergeilen Wolf um den Verstand bringt.

Tex Averys Figuren sind so amoralisch wie einfallsreich, so überraschend wie hemmungslos. Das Ganze geht so rasend schnell, dass einem schwindlig wird vor lauter geschlagenen Haken und vollführten Kapriolen. Avery denkt dreimal um die Ecke und reisst dann die vierte Wand ein. Ein Hochgenuss für Hirn und Auge! Also Wecker auf Mittag stellen, Wintermantel über den Pyjama anziehen und im Rex mit Tex den Tag (zer-)pflücken.

Infos zu Tex im Rex

Body, Soul und noch so einiges mehr

Roland Fischer am Freitag den 29. Dezember 2017

Goldener Bär: das verpflichtet ja – wenn man es etwas weit herholt – das Berner Kinopublikum ein wenig. Also rasch noch eine Empfehlung, bevor der Film wieder von der Leinwand verschwindet: On Body and Soul ist ein sehr eigenartiges filmisches Vehikel, ein reizvoller Solitär. Es wäre noch so einiges mehr zu sagen zu Träumen in Film und Literatur, aber hier nur soviel: Es ist heiss und es ist kalt in diesen Budapester Nächten, schwitzende Menschen im Stadtsommer und durch Schnee stapfende Hirsche. Ein Schlachthaus als Comédie Humaine (und Tragédie Animale, von der Kamera sehr unsentimental eingefangen), eine Liebesgeschichte und ein Psychospiel, das wohl sogar Freud einigermassen verwirrt hätte.

 

Was das alles miteinander zu tun hat wird bis zum Schluss nicht unbedingt klar – mitunter droht das Drehbuch ein wenig aus dem Leim zu gehen vor lauter Raffinesse. Aber man kann schon verstehen, warum der Film dieses Jahr in Berlin gewonnen hat. Er spinnt seine rätselhaften Fäden mit viel Kunstfertigkeit, verflicht Figuren und Bildebenen. Und unterhält dabei auch noch bestens, weil da neben der Bedeutungsschwere zum Glück auch noch eine gesunde Portion Lakonie mit dabei ist.

Nur noch schnell!

Roland Fischer am Samstag den 23. Dezember 2017

Vorsicht beim Lastminute-Shoppen. Nur nichts überstürzen. Sonst steht man plötzlich blöd da.

Mit dieser Performance von Caroline Schenk, gefilmt von Optickle, wünscht KSB allseits gute Weihnachtstage! Wir melden uns zwischen den Jahren wohl eher sporadisch. Und dann mit frischem Schwung im neuen Jahr wieder.

In Chinas düsteren Hinterhöfen

Gisela Feuz am Mittwoch den 13. Dezember 2017

Ein bisschen wie Tarantinos Pulp Fiction, nur gezeichnet. Und genau gleich wie es Pulp Fiction in den Anfängen tat, sorgt auch der Animationsfilm «Have a Nice Day» in gewissen Kreisen für rote Köpfe, wurde der Independentfilm doch in China und Frankreich zensiert. «Have a Nice Day» ist das Werk des chinesischen Künstlers Liu Jian, welcher seine schwarze Komödie in Eigenregie schrieb und über drei Jahre lang alleine daran zeichnete.

«Ao je le» so der Originaltitel von Jians Animationsfilm, spielt im Randbezirk einer südchinesischen Grossstadt. Baustellenfahrer Xiao Zhang knöpft dem Kurier des lokalen Mafiabosses Onkel Liu eine Tasche ab, welche eine Million Yuan enthält, also rund 150’000 Franken. Mit dem Geld will Zhang seiner Verlobten eine Schönheitsoperation in Südkorea ermöglichen. Als der junge Mann in einer Imbissbude seine Nudelsuppe mit einem grossen Schein bezahlt, wird ein windiger Kerl mit selbstgebauter Röntgenbrille auf ihn und seine Tasche aufmerksam. Derweilen ist auch die Cousine von Zhangs Verlobter unterwegs Richtung Geldtasche, sie und ihr Freund träumen davon, fernab der Zivilisation ein Arbeiter- und Bauernleben nach maoistischem Vorbild zu führen. Und dann ist da auch noch Onkel Liu. Dieser ist zwar gerade damit beschäftigt, einen befreundeten Maler zu foltern, den Diebstahl seiner Geldtasche kann der Mafiosi aber natürlich nicht auf sich sitzen lassen, weswegen er einen Auftragskiller auf den Fall ansetzt. Was folgt sind Irrungen, Wirrungen, Zufälle, Stromschläge, blutige Schlägereien und ein folgenschwerer Autounfall.

Liu Jian lässt in «Have a Nice Day» eine Geldtasche zwischen Menschen unterschiedlicher sozialer Herkunft hin- und herwandern und offenbart dabei jeweils deren ganz persönliche Wünsche, Sehnsüchte und Abgründe. In mehrheitlich trüben Farben – der Himmel ist stets grau und die Hinterhöfe duster – zeigt Jian die Kehrseite eines urbanen Chinas, welches durch den Einzug des kapitalistischen Systems in den Grundfesten erschüttert wurden. Dank ruhigem Erzähltempo wird den ästhetischen, gemäldeartig wirkenden Bildern viel Raum gelassen. Und dank knorrigen Charakteren, verschrobenem Humor und der Liebe zum gezeichneten Detail wird «Have a Nice Day» zum durchaus vergnüglichen Neo-Noir-Animations-Abenteuer, an welchem auch Grossmeister Tarantino seine Freude haben dürfte.

Liu Jians «Have a Nice Day» läuft ab morgen 14. Dezember im Kino Rex. Am Freitag gibt es in der Printausgabe von Der Bund voraussichtlich ein längeres Interview mit Regisseur Liu Jian zu lesen.

Slam Shnit en miniature

Gisela Feuz am Donnerstag den 19. Oktober 2017

Während es in der Heiliggeistkirche bei der offiziellen Eröffnung des Kurzfilmfestival Shnit wohl eher förmlich zu und her gegangen sein dürfte, kamen in der Aula des Progr die jungen Wilden zum Zuge. Oder besser gesagt: Die jungen Wilden und Frau Feuz. Letztere war nämlich kurzfristig aufgeboten worden, die Slam Movie Night zu moderieren, weil dem vorgesehenen Host die Stimme abhanden gekommen war.

Die Slam Movie Night fand gestern bereits zum 10. Mal im Rahmen des Shnit statt. Grundsätzlich ist so eine Nacht eine äusserst unterhaltsame Angelegenheit, die aus zwei Teilen besteht: Im ersten Block gibts heiteres Filmeraten, wozu kurze Clips gezeigt werden, in welchen ein Team auf unorthodoxe und unkonventionelle Art und Weise eine Szene aus bekannteren oder auch unbekannteren Filme nachspielt. Im zweiten Teil traten gestern Abend insgesamt acht Kurzfilme um Ru(h)m und Ehre an. Das Publikum kann mit Buhrufen oder Klatschen dafür sorgen, dass ein Film frühzeitig abgebrochen wird oder in die Finalrunde gelangt. Im Zweifelsfall entschied die mehr oder weniger kompetente Jury bestehend aus Mister Jonny Bunko von Boys on Pills, Jessica Zuber von den KSB-Sisters-in-Crime Bärner Meitschi und einer Publikumsvertreterin. Insgesamt fünf Filme schafften es gestern ins Finale.

Sieger der Herzen war gestern Abend der gerade mal 17-jährige Nikolai Paul, der in seinem 9-minütigen Dokumentarfilm «Sans Papiers» das Leben eines Dokumentenlosen in der Schweiz skizziert. Chanelle Eidenbenz’ «Brunch» zeigt die First-World-Probleme einer Generation, die sich zwischen Avocado oder Pancakes mit Schlagrahm zum Frühstück entscheiden muss, derweilen der Animationsfilm «Swiss Made» von Sophie Wietlisbach höchst amüsant die touristische Ausschlachtung der Alpenregionen aufs Korn nimmt. Nicht weniger unterhaltsam ist der gerade mal 38-sekündige «Es mü z’äng» von Fela Bellotto und Lalita Brunner.

Den Slamy – der Oscal der Slam Movie Night – nach Hause nahm Emanuel Hänsenberger, und zwar für seinem Film «Fremdkörper». Hänsenberger hat darin die Erlebnisse seiner WG-Kollegin filmisch umgesetzt und eine kleine Ode an Fussfetischisten und Tagträumerinnen geschaffen.

Die Slam Movie Night ist so ein bisschen Shnit en miniature, bildet sie die Rahmenveranstaltung doch im Kleinen ab, indem Amüsantes, Tragisches, Animiertes, Dokumentarisches, Skurriles, Abgefahrenes und Ästhetisches gezeigt wird. Lustig wars, liebe SlammerInnen! Sorry Baze, den Job biste los, denn ich komm gerne wieder. Und nächstes Mal gelingt es dann bestimmt auch, das schmucke Schiri-Jäggli mitlaufen zu lassen.

Gestern wurde das Kurzfilmfestival Shnit eröffnet. Bis und mit Sonntag werden an diversen Spielstätten in der Stadt rund 300 Kurzfilme in Blöcken gezeigt. Alle Infos gibts hier.

You can get along fine without one*

Roland Fischer am Mittwoch den 11. Oktober 2017

Endlich wieder mal ein Grund, in ein richtig grosses Kino zu gehen! Mit richtig grosser Leinwand und vor allem: richtig grosser Soundanlage. Weil dieses Jahr 2049 dröhnt und wummert und raunt ganz gehörig, auf der Bild- wie der Tonspur. Da ist so einiges schiefgegangen, so um das Jahr 2020 rum, aber untergehen wird eine Welt wie unsere so rasch auch wieder nicht. Bloss noch ein wenig ungemütlicher wird es, in dieser Zukunft, die zwar nicht mehr so recht zwischen Gut und Böse und Mann und Maschine und Licht und Dunkel unterscheiden kann – alles irgendwie ewiges Zwielicht -, aber dafür umso klarer zwischen Stadt und Land. Und zwischen On und Off.

Die Kritiken waren ja durchaus uneins. Und ich bin auch nicht so ganz überzeugt von dieser Neuauflage, die immerhin durch die cineastischen Ozeane pflügt wie ein schwerer und selbstbewusster Supertanker und nicht (wie es Actionfilme heute ja oft tun) wie ein blödes Schnellboot, das ja dann doch jede Welle abbekommt. Das Tempo, die Ruhe, die Kraft: das stimmt alles. Und doch ist das irgendwie ein wenig zu gross und zu offensichtlich geraten. Aber vielleicht hatte das Original auch einfach den grossen Vorteil, das Seelenproblem in Zeiten der technischen Replizierbarkeit verhandelt zu haben, lange bevor die Zeitungsspalten voll mit dem Thema waren.

*a soul, that is.