Archiv für die Kategorie ‘Daten & Termine’

Kulturbeutel 06/09

Manuel Gnos am Montag den 2. Februar 2009

Herr Sartorius empfiehlt:
Musikalisch den Tipp des Herrn Gnos, theatralisch den «Finanzblätz Schweiz» im Schlachthaus mit und von unserer Signora Pergoletti und kinematographisch Kaurismäkis «I Hired A Contract Killer» in der Cinématte sowie am Wochende die Tarkovskij-Reihe im Kino Kunstmuseum. Sollte es zum Tanz auch noch reichen, geht’s am Freitag in den Dachstock zu den Soulwax-Artgenossen The Glimmers.

Herr Gnos empfiehlt:
The Wave Pictures aus London, Südostengland. Auf der Website des Bad Bonn werden sie als «lo-fi explosion» angekündigt. Diese Wortkonstruktion ist äusserst treffend für den intensiven Folk des Trios. Und die weitere Beschreibung imitiert schön die grotesk-lustigen Texte der Band: «Wie ein Schneemann, der explodiert. Achtung, dieses Konzert kann schwanger machen.» Ich übernehme keine Verantwortung. Etwas übertrieben ist dann wohl aber folgender Satz: «Das ist noch grösser als Giant Sand.» Voll übertrieben… Am Mittwoch, 4. Februar, um 21.30 Uhr im Bad Bonn zu Düdingen oder am 2. Februar um 19.30 Uhr im Bieler St. Gervais.

The Wave Pictures – Just Like A Drummer

Kulturbeutel 05/09

Manuel Gnos am Montag den 26. Januar 2009

Herr Gnos empfiehlt:
Die kanadische Woche. Am Donnerstag kehrt Wendy McNeill im ISC ein, begleitet von einer Cellistin und einem Kontrabssisten. Wendy schreibt Lieder, die dem Neo-Folk zugerechnet werden, deren Bezüge teilweise zurückgehen bis zur Kabarettmusik der 1920er-Jahre und die immer genügend verschroben sind, um nicht in unerträglichen Kitsch abzudriften. Tags darauf darf ich im Café Kairo zum zweiten Mal Old Seed begrüssen, die kleine Songwriter-Sensation aus dem kanadischen Winnipeg. Seine Stimme berührt, seine Songs öffnen Herzen. (Unter den KommentarschreiberInnen des heutigen Tages verlose ich einen Gratiseintritt, damit für Sie die Werbung in eigener Sache an dieser Stelle etwas Erträglicher wird.)

Frau Feuz empfiehlt
am Samstag die Tanzschuhe aus dem Schrank zu klauben und in den Dachstock zu stiefeln. Dort legt Radioclit auf, ein DJ- und Produktions-Team aus London, welches unter anderem M.I.A. und Santogold produziert hat. Stilistisch bewegt sich das Ganze irgendwo zwischen «Ghettopop, Bongo Dance oder Tropical World Clash». Mit von der Partie: Die unverwüstlichen Round Table Knights.

Signora Pergoletti empfiehlt:
Das neue Stück von Gerhard Meister «Amerika», gespielt vom Theater Marie, am 28., 30. und 31. im Schlachthaus. Denn sie hat nur Gutes darüber gehört. Und falls Sie im Bett bleiben müssen: «Der kleine Bruder» von Sven Regener. Vorausgesetzt, Ihr Husten erlaubt erruptive Lachanfälle!

Monsieur Gaberell empfiehlt:
Wadenwickel mit kühlen, essiggetränkten Abdröchnitüechli (aber nur wenn die Füsse heiss sind). Auch sehr hilfreich: Viele, viele Tassen Sidroga – die haben die gesamte Palette (zum Beispiel Erkältungs-, Magen-, Blasen- und Bronichaltee). Und am allerwichtigsten: Bleiben Sie unter der Bettdecke bis das Gröbste vorüber ist.

Herr Sartorius empfiehlt:
«Import Export» im Kino Kunstmuseum. Der Film des «Hundstage»-Regisseurs Ulrich Seidl schaffts nach zwei Jahren doch noch auf eine Berner Leinwand.

Kulturbeutel 04/09

Benedikt Sartorius am Montag den 19. Januar 2009

Benedikt Sartorius empfiehlt:
Einen Besuch an den Solothurner Filmtagen. Das Programm ist zwar noch nicht konsultiert, eine Reise nach Solothurn zum Wohle des Schweizer Films schadet aber gewiss nicht. Die Filmtage dauern bis am Sonntag.

Herr Gnos empfiehlt:
Am Donnerstag den Besuch im Café Parterre in der Länggasse. Dort spielt das Zürcher Mann-Frau-Duo Rita Hey seine Country-, Indie- und Folksongs für die Traurigen. Am Samstag bietet sich eine Reise ins Zürcher Helsinki an. Dort singt der ehrenwerte Nachtarbeiter Guz seine Scheisslieder vom formidablen Album «Mein Name ist Guz». Am Sonntag dann ist Calexicos Auftritt im KKL. Die beiden letzten Alben der Mariachi-Rocker kommen mir zwar allzu poppig daher und die Eintrittspreise sind happig (50/80 Franken). Live ist Calexico aber allemal eine Wucht.

Signora Pergoletti empfiehlt:
Zweimal Puppentheater! Erstens den grandiosen und hintergründigen Neville Tranter mit seinem düsteren Endzeitspektakel «Cuniculus» am Dienstag 20. (in englischer Sprache). Zweitens die ambitionierte Produktion «Dracula. Erster Teil» der Dalang Puppencompany, 22. bis 25., beides im Schlachthaus. Garantiert auch für Erwachsene (beide Stücke ab 14 Jahre)!

Kulturbeutel 03/09

Manuel Gnos am Montag den 12. Januar 2009

Herr Gnos empfiehlt:
Wenn Sie nicht an die Tour de Lorraine kommen wollen, sollten Sie eine Reise in den Westen machen. Am Samstag spielt in Lausanne im viel gepriesenen Le Bourg die charmante Franzosencombo Lapin Machin ihren psychedelischen Rumpelschrummelpunk. Die Band dürfte einem Teil des Berner Publikums von der Tour de Lorraine 2007 (oder vom Gartenfestival oder von der Dampfzentrale) ein Begriff sein.

Benedikt Sartorius empfiehlt:
Die Dramatisierung von Nicolas Mahlers Sitzmelodramen «Flaschko. Der Mann in der Heizdecke». Ob diese gezeichneten Miniaturdramen überhaupt aufführbar sind, kann am Donnerstag, Freitag und Sonntag im Schlachthaus Theater nachgeprüft werden.

Frau Feuz empfiehlt
Dem Wasserwerk die (vorerst?) letzte Ehre zu erweisen. Am kommenden Abschlusswochenende bedienen am Freitag die unverwüstlichen Round Table Knights zusammen mit DJ Kenjiro die Plattenteller, am Samstag tun dies Mercury & Radiorifle. Tschü-üs Wasi.

Monsieur Gaberell empfiehlt:
Reisen Sie am 16. Januar nach Thun. Dort lesen um 20 Uhr Anja Jardine («Als der Mond vom Himmel fiel»; wurde nominiert für den ersten Schweizer Buchpreis) und Tim Krohn («Quatemberkinder», «Vrenelis Gärtli»). Und zwar im Zunfthaus zu Metzgern an der unteren Hauptgasse Nummer zwo. Mehr Infos dazu gibt es bei Literaare.

Signora Pergoletti empfiehlt:
Ebenfalls die Tour de Lorraine, zum Beispiel die Tojo-Disco, wo endlich wieder einmal zu den Grooves von DJ Pablo getanzt werden darf.

Frühwarnsystem aktualisiert

Manuel Gnos am Mittwoch den 7. Januar 2009

Ich habe endlich die «Early Warnings» aufdatiert; dieses Mal unter tatkräftiger Mithilfe des Herrn Sartorius. Einige Highlights seien schon an dieser Stelle genannt:

Do, 22.01.2009, Café Parterre, Bern
Rita Hey: Country-, Indie- und Folksongs – for the sad, sad, sad.

Do, 19.02.2009, Bierhübeli, Bern
Sophie Hunger: Die grosse Stimme des Schweizer Pop.

Di, 10.03.2009, Fri-Son, Fribourg
Animal Collective: Des Herrn Sartorius’ liebste Band stattet auch unserer Region einen Besuch ab.

Do, 19.03.2009, Fri-Son, Fribourg
Vic Chesnutt: Verschrobene Texte, herzensschwere Akkorde, ein von Schmerz und Hoffnung geprägter Gesang. (Siehe Bild unten.)

Sa, 21.03.2009, Dachstock, Bern
Kummerbuben: Vergessene Perlen der Schweizer Volksmusik im Tom-Waits-Kleid, Teil zwei.

So, 22.03.2009, Rohstofflager, Zürich
Eagles Of Death Metal: Keine andere Band geht derzeit mit so viel Ironie ans Gitarrenwerk.

Vic Chesnutt. (Bild adi)

Frühwarnsystem aktualisiert

Manuel Gnos am Mittwoch den 7. Januar 2009

Ich habe endlich die «Early Warnings» aufdatiert; dieses Mal unter tatkräftiger Mithilfe des Herrn Sartorius. Einige Highlights seien schon an dieser Stelle genannt:

Do, 22.01.2009, Café Parterre, Bern
Rita Hey: Country-, Indie- und Folksongs – for the sad, sad, sad.

Do, 19.02.2009, Bierhübeli, Bern
Sophie Hunger: Die grosse Stimme des Schweizer Pop.

Di, 10.03.2009, Fri-Son, Fribourg
Animal Collective: Des Herrn Sartorius’ liebste Band stattet auch unserer Region einen Besuch ab.

Do, 19.03.2009, Fri-Son, Fribourg
Vic Chesnutt: Verschrobene Texte, herzensschwere Akkorde, ein von Schmerz und Hoffnung geprägter Gesang. (Siehe Bild unten.)

Sa, 21.03.2009, Dachstock, Bern
Kummerbuben: Vergessene Perlen der Schweizer Volksmusik im Tom-Waits-Kleid, Teil zwei.

So, 22.03.2009, Rohstofflager, Zürich
Eagles Of Death Metal: Keine andere Band geht derzeit mit so viel Ironie ans Gitarrenwerk.

Vic Chesnutt. (Bild adi)

Kulturbeutel 02/09

Gisela Feuz am Montag den 5. Januar 2009

Frau Feuz empfiehlt:
Am Donnerstag dem Wohnzimmer einen Besuch abzustatten. Einmal pro Jahr wird dort dem King of Rock’n’Roll himself, Mister Elvis Presley, die Ehre erwiesen und zwar jeweils an dessen Geburtstag. DJ Press Lee legt dazu den ganzen Abend Elvis und nichts als Elvis-Platten auf und es wird gemunkelt, dass jeweils selbst gestandene Hip-Hopper inbrünstig und lauthals bei «love me tender» mitsingen würden.

Monsieur Gaberell empfiehlt:
Gehen Sie wieder einmal ins Kino Lichtspiel. Die zeigen dort im Fall spannende und recht gute Filme. Zum Beispiel startet diesen Mittwoch eine Hommage an den Anfang 2008 viel zu früh verstorbenen Schauspieler Heath Ledger.

Herr Pauli ist aus den trauten Hügeln heimgekehrt, wünscht ein frohes Jahr und empfiehlt:
Kunst. Und zwar im Berner Kunstmuseum, wo Hr. Pauli per Zufall reinspaziert ist, und wo noch bis am 15. Februar 2009 die Ausstellung «Ego Documents – Das Autobiografische in der Gegenwartskunst» zu sehen ist. Tönt irgendwie nach Pop, ist es auch, aber noch mehr. Vielfältig, reizvoll und überraschend ist der Gang durch die zwölf Räume, die gefüllt sind mit Kunstwerken aus den letzten 40 Jahren.

Herr Sartorius empfiehlt – kaum überraschend – den sofortigen Kauf der von ihm noch nicht gehörten CD «Merriweather Post Pavillion» des Animal Collective, die ab dem Freitag erhältlich sein wird. «Already one of the best records of 2009», schreibt etwa das honorige Magazin The Wire in seiner aktuellen Ausgabe. Kurz: Die Vorfreude und aber auch die Erwartungen sind immens.

Herr Gnos empfiehlt:
Den Gang in die Turnhalle. Am Sonntag spielt da bei Bee-Flat die «Westschweizer Folk-Sensation» Lole. Nun ist es nicht so, dass der Herr Gnos diese Dame schon einmal live gesehen hätte (und auch ihre Musik kennt er nur flüchtig), doch es benötigt einer Überprüfung, ob die Vorschusslorbeeren berechtigt sind. (Umso schöner, wenn Ja.)

Wir schauen nach vorn

Manuel Gnos am Mittwoch den 31. Dezember 2008

Bevor wir Sie hier mit einer ersten Tranche wohlgemeinter Tipps für das Jahr 2009 nach Christus eindecken, haben wir Erfreuliches aus unserer Redaktion zu vermelden: Unsere Frau Götti ist seit dem 20. Dezember Mutter des kleinen Kiran.

Wir sind mindestens so stolz, wie sie selbst und freuen uns, dass für den KulturStattBern-Nachwuchs gesorgt ist. Leider bedeutet das auch, dass Frau Gött nicht mehr für KSB am Start ist. Wir wünschen ihr und ihren Liebsten von Herzen alles Gute im Neuen Jahr! Und genau das, wünschen wir auch Ihnen, liebe Leserinnen und Leser. Möge 2009 Ihnen bringen, was Sie sich wünschen. Vielleicht hilft Ihnen unsere kleine Zusammenstellung ein wenig dabei:

Monsieur Gaberell blickt recht zuversichtlich ins Jahr 2009. Zum Beispiel weil «Kleinohrhasen 2», «Che­ The Argentine» und «Wickie und die starken Männer» im Kino zu sehen sein werden. Aber auch, weil wir einen Fortsetzungsroman von «Gut gegen Nordwind» erwarten dürfen. Und natürlich freut er sich schon jetzt auf den Frühling, denn was gibt es schöneres als Spaziergänge entlang blühender Kirschbäume?

Frau Feuz freut sich sehr fest auf das Konzert von A. Human am 27. Februar im Gaskessel. Die Londoner Elektro-New Waver, die musikalisch irgendwo zwischen den frühen Depeche Mode und Hot Chip einzuordnen sind, werden Bern im Rahmen des RaBe-Fests besuchen, das vom 26. bis 28. Februar stattfinden wird. Dass Müslüm, «der Mann mit dem Telefonscherz», zudem als Host durch alle drei Abende führen wird, erhöht die Vorfreude nicht unwesentlich.

Da die Signora dieses Jahr der Rufus-Wainwright-Sekte beigetreten ist, freut sie sich auf das neue Stück unter der Regie von Robert Wilson, «Shakespeares Sonette». Premiere ist am 12. April am Berliner Ensemble, Musik Rufus Wainwright. Schade nur, dass unser grandioser Stefan Kurt diesmal nicht mit dabei ist. Ausserdem freut sie sich darauf, durch und durch die Signora zu geben, und zwar in der Theaterproduktion «Der Pate I-III» der Truppe Far A Day Cage. Premiere dafür ist am 28. Mai im Theaterhaus Gessnerallee Zürich.

Herr Sartorius freut sich ausserordentlich auf das neue Album des geliebten Animal Collective. «Merriweather Post Pavilion» heisst das Werk, das bereits am 9. Januar in den Läden* stehen soll. Auch hofft er, dass die drei auf einer ihrer Konzertabenteuerfahrten die Schweiz aufsuchen werden. [*Und wenn dann noch ein Wunsch offen ist, wünscht er sich, ceterum censeo, für die Stadt einen neuen Plattenladen.]

Frau Kretz freut sich 2009 sehr auf die Tanztheater-Trilogie des belgischen Künstlerkollektivs «Peeping Tom», das am Auawirleben vom 23. April bis 3. Mai gezeigt wird. Die drei Teile «Le Jardin» (23. Arpil), «Le Salon» (24. April) und «Le Sous Sol» (26. April) werden in der Dampfzentrale gezeigt.

Und zu guter Letzt blickt auch der Herr Gnos frohgemut in die Zukunft, denn 2009 wird wiederum eine grossartige Kilbi im Bad Bonn zu Düdingen bringen (vom 29. bis 31. Mai). Zudem arbeitet er daran, die Kulturtipps auf derbund.ch prominenter zu platzieren und hofft auf eine – dank neuer Arbeitskraft – gewichtigere «Berner Kulturagenda» (denn Konkurrenz belebt das Geschäft). Er wünscht sich, dass sein Favorit 2008 tatsächlich den Weg in den Garten seines Lieblingslokals finden wird und freut sich riesig auf das einmonatige Gastspiel von Salzburger-Stier-Gewinner Manuel Stahlberger im Café Kairo.

Kulturbeutel 01/09

Benedikt Sartorius am Montag den 29. Dezember 2008

Benedikt Sartorius empfiehlt:
Zu Silvester ein Haus abseits der hiesigen Stadt. Heuer sind dies das Bad Bonn in Düdingen, wo der honorige DJ Fett zum Jahreswechsel seine Singles smashen wird. Oder das Mokka in Thun, wo es um Mitternacht das berühmt berüchtigte Feuerwerk des Hausherrn MC Anliker zu bewundern gibt. Allenfalls gibts dann so um sechs Uhr morgens eine wohlverdiente Kartoffelsuppe auf die Heimreise.

Signora Pergoletti empfiehlt:
Den dreiteiligen Theaterabend von Lola Arias Revolver-Traum / Striptease / Die Liebe ist ein Heckenschütze, der am Dienstag im Stadttheater Vidmar 2 Premiere hat. Weil alleine schon die Titel viel versprechend klingen.

Herr Gnos empfiehlt:
Gehen Sie unbedingt nach Luzern. Im dortigen Kunstmuseum ist im Rahmen einer Retrospektive eine stattliche Anzahl Fotografien von Hiroshi Sugimoto ausgestellt. Solcherart Schönes habe ich lange nicht mehr gesehen. Hühnerhaut wie beim Lieblingssong inbegriffen. Und so ganz nebenbei steht da noch die schönste Skulptur, die ich in den vergangenen Monaten gesehen habe. Auch von Sugimoto. (Das Museum ist auch über die Feiertage geöffnet.)

Geschenkbeutel 2008

Manuel Gnos am Mittwoch den 24. Dezember 2008

Kerzen auf dem Bundesplatz. (Bild Adrian Moser)

Sie gehören zu den Menschen, die sich noch nicht vom Brauch verabschieden konnten, die Liebsten an Weihnachten mit Materiellem zu beschenken. Natürlich haben Sie am Morgen des Heiligabends die Geschenke noch nicht gekauft. Und eine Idee haben Sie auch nicht. Deshalb hier die ultimativen Kulturgeschenktipps!

Herr Sartorius schenkt Ihnen die eben wieder erschienene CD «Brighten The Corners» der honorigen Pavement. Herrliches Gitarrengeschrammel mit unverständlichen Texten des lakonischen Scrabble-Meisters Stephen Malkmus, zu Tränen rührende Hits wie «Date With Ikea», viele Bonuslieder, wunderbar aufgemacht und zum Preis einer einfachen CD, kurz und mit Malkmus’ Worten: «C’est super rock!»

Signora Pergoletti empfiehlt einen Klassiker: «Kochen für Gertrude Stein» von Alice B. Toklas. Die Gefährtin der grossen Stein webt darin in die gemeinsamen Reiseerinnerungen köstliche Rezepte, zugegeben jenseits jeder Kalorienzählerei. Sehr beeindruckend, wie die beiden unerschrockenen Ladys gegen Ende des zweiten Weltkriegs mit ihrem Lastauto «Tante Pauline» übers französische Land fuhren, um aktiv den Widerstand gegen die Nazis zu unterstützen. Und um Essen zu verteilen, natürlich. Denn was Gutes ist was Gutes ist was Gutes.

Frau Feuz fragt: Warum schenken Sie Ihrer Liebsten oder Ihrem Liebsten nicht eine ganzjährige Ohrenverwöhnung? Zum Beispiel in Form einer Radio-RaBe-Mitgliedschaft. Damit würden Sie mithelfen, dass Berns Kulturradio weiterhin Musik senden kann, die sich wohltuend vom gängigen Einheitsbrei abhebt und zudem auch nicht ständig von lästiger Werbung unterbrochen wird.

Herr Gnos schenkt allen MusikfreundInnen die Teile 1 und 2 von «The Birmingham Sound» (weil die Musik da drauf mindestens so wichtig ist, wie diejenige, die aus den Sun Studios kam). Fürs grössere Budget empfiehlt er, der Liebsten eine Reise in die Stadt ihrer Lieblingsband zu schenken (weil die schönste Musik durch schöne Erinnerungen noch schöner wird). Sich selbst kauft er entweder einen neuen Radio mit DAB+ und Wifi (weil er 2009 endlich mehr kulturell wertvolles Radio hören will) oder dann die Sammlung aller Sopranos-Folgen auf 28 DVDs (weil das die beste Fernsehserie ever ist).

Monsieur Gaberell schenkt Ihnen Zeit. Denn Zeit ist das schönste aller Geschenke. Und während dieser geschenkten Zeit reisen Sie mit dieser Person nach Zürich. Weil: Das Helmhaus Zürich zeigt Filme und Videos des Schweizer Künstlers Roman Signer, die von 1975 bis heute entstanden sind. Kunst, die so erfinderisch und neugierig, so überraschend und konsequent ist wie die von Roman Signer, gibt es wenig auf dieser Welt. Allerdings ist die Ausstellung nur noch bis am 18. Januar geöffnet.