Archiv für die Kategorie ‘Bild & Ton’

Bild mit Ton: Infinite Jest

Clemens Kuratle am Donnerstag den 19. Juli 2018

KSB stellt dank «Bild mit Ton» wöchentlich ein audiovisuelles Ausrufezeichen aus dem Berner Untergrund ins Zentrum seiner Berichterstattung. (Bei rückläufigem Merkur sind Abweichungen vorbehalten, ebenso bei schlechter Laune oder gutem Wetter.)
Diese Woche mit: Lolasister «Infinite Jest»

Pessimist-Pop oder Songs für Tagträumer machen Lolasister laut eigenen Angaben. Die Band um die Sängerin Leonie Altherr hat ihre Debüt-EP im Juni dieses Jahres veröffentlicht.

Der hier vorgestellte Titeltrack (Video: Yannick Mosimann) ist den Verkrüppelten, Langsamen gewidmet und sorgt ziemlich zügig für Eiseskälte. Im Verlaufe des Stücks aber schaukelt sich die Musik, in Einklang mit dem Bild, zu einem (t)rotzigen, beinahe feurigen Bekenntnis hoch.

Ein starkes Stück. Für alle Sonderlinge, Verletzten oder Verletzlichen und ganz ohne selbstverleugnenden Zweckoptimismus.

Lolasister ist am 3. August am BeJazzSommer zu hören.

 

Bild mit Ton: Belluard special

Roland Fischer am Freitag den 6. Juli 2018

Das passt doch bestens in unser kleines Videoformat:

Félix Blume, Tonmann seit über zehn Jahren, wurde sich eines Tages bewusst, dass er auf der Jagd nach den Tönen auch Bilder produziert – und zwar oftmals recht absurde, poetische, verrückte oder auch witzige. Im Rahmen des Belluard Festival realisiert der Künstler täglich ein neues Video im Stadtraum Freiburgs. Auf dass man die Stadt mit anderen Augen sieht, bzw. mit anderen Ohren hört.

A la gare:

Le drapeau sur le toit:

Ende Woche ist die Tonsammlung – und das Festival – leider schon wieder vorüber. Ein Last-minute-Abstecher lohnt sich aber unbedingt, zum Beispiel heute zu What We Are Looking For von Ives Thuwis – De Leeuw & junges theater basel oder morgen zu Light Years Away von Edurne Rubio, einer immersiven Filmperformance.

Bild mit Ton: Mannli wei nid falle

Mirko Schwab am Donnerstag den 28. Juni 2018

KSB stellt dank «Bild mit Ton» wöchentlich ein audiovisuelles Ausrufezeichen aus dem Berner Untergrund ins Zentrum seiner Berichterstattung. (Bei rückläufigem Merkur sind Abweichungen vorbehalten, ebenso bei schlechter Laune oder gutem Wetter.)
Diese Woche mit: Trampeltier of Love «Joggeli
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Die alte Ballade vom Joggeli und dem Anschiss, sich anzuschicken. Bis dass der Tod dann droht als Metzger oder Teufel und die Gehorsamkeit schliesslich einkehrt. Die volkstümliche Zählgeschichte «Der Bauer schickt den Jockel aus» reicht bis ins ausgehende Mittelalter zurück und wird noch heute in zahlreichen Varianten tradiert, Lisa Wengers Dialekt-Fassung aus dem Jahr 1908 mit den einprägsamen Illustrationen kennt jedes Kind genauso wie den Struwelpeter, den wüsten Grüs.

Die Herren Hari, Kämpf, Dodell und Unternährer, das Trampeltier der Liebe, verkehrt die schaurig lebendige Kindheitserinnerung nun in ein harmonisch hübsch gestaffeltes Stück Gitarrenmusik. Im begleitenden Video (Regie: Manuel Schüpfer) wird ausgiebig gegähnt in müder Dekadenz, bis dass –

Savoir vivre c’est savoir mourir? Ob es der Metzger ist, der Teufel, der Père oder der Chef – oder ist es gar die Zeit, der Geist, der den Buben Beine macht?