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Kulturbeutel 47/18

Ilona Steiger am Montag den 19. November 2018

JJ empfiehlt:
Dienstagabend liest Daniel «the white boy» Ryser im Rössli aus seinem neuen Selbsthilfebuch «In Badehosen nach Stalingra. Es geht um Journalismus und Politik und Geld und Macht und: pure Männlichkeit. Als Ausgleich dann am Samstag raus aus dem von Männern beherrschten Ross und rüber in den Frauenraum. Jessiquoi tauft dort ihre neue Single inklusive Videopremiere im Kino der Reitschule. Support macht R’n’B-Shooting-Star Milena Patagônia und danach: 1 sehr nices DJ-Set von den Illegyalz.

Schwab empfiehlt:
Die mit Abstand wichtigste Veranstaltung in dieser Woche. Bei Hans Dampf unten an der Marziliküste ist es angerichtet, das grosse heilige Ghetto, eine Strudelfahrt in den Untergrund über alle Zeiten, in aller Königinnen Länder, Legenden, Mysterien, Prophetinnen: Der Wanderspiritualist Mr. Tibet etwa und seine Current 93, die infernale Von Hausswolff, ein Circuit Des Yeux, eine Lolina in baltischem Nebel, eine Deutsch Amerikanische Freundschaft aus Leder, Plastik und Metall, darüberhinaus Jenny Hval und John Bencealle da, von Donnerstag bis Samstag in der Dampfzentrale. (Die Provinz sagt dann vielleicht Danke und verschläfts.)

Den Kuratle ziehts:
Bei aller Liebe zum Ghetto doch wieder nach Biel ins Singe. Dort wird scheuklappenlos und selten mutig dem Zeitgeist getrotzt. Diese Woche unter anderem mit David Murray ft. Saul Williams und Jürg Halter feat. Fredy Studer & Roberto Domeniconi.

Fischer empfiehlt:
Hey Crew, Kultur ist im Fall nicht nur Musik. Ausrufezeichen! Diese Woche gleich jede Menge davon, einmal sogar mit Grossbuchtstaben: PENG! Palast ist FAUL! Und findet Arbeit Scheisse! Hoffentlich kommt’s trotzdem gut mit der Premiere im Schlachthaus am Donnerstag. Sicher gut wird dann im Anschluss an die Freitagsaufführung das Fest zum 10jährigen – dann wird gefressen, ferngesehen, gefaulenzt! Und in der Sattelkammer gibt’s am Freitag und Samstag Monströses, angelehnt ans 200jährige des Wissenschafts-Urundübermonsters: It is alive! Tales from the Edge of the World – Monster als Werkzeug und Waffe!

Die Ursi empfiehlt:
Auf Fischers Wunsch was Verkopftes und Kino mag er ja auch. Am Donnerstag also ab zum Essayfilm «Twisted Realism», in welchem der politische Kontext vom Pasolini Klassiker «Mamma Roma» gegenwartsbezogen rekonstruiert wird. Im Kino der Reitschule und anschliessend kann an der Bar mit anwesendem Kunsthistoriker Toni Hildebrandt noch gefachsimpelt aka kluggeschissen werden – sounds like a plan to me.

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