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Kunst kosten

Roland Fischer am Samstag den 17. November 2018

Kunststattbern? Kunststadtbern! Die zeitgenössische Szene ist alive and kicking – eine kleine Bildergeschichte und eine Gratulation.

Angefangen in der Galerie DuflonRacz, wo gestern gleich zwei neue Ausstellungen aufgingen. U5 fragen «Are you with me?» – I was, indeed. Masken und Selfies, alte und neue Beschwörungsrituale, Gelder und Geister. Zeitgenössische Kunst wird da auf verblüffende Weise verscchränkt mit rituellen Objekten aus afrikanischen Kulturen aus der Sammlung des Hausherrn. Derweil drüben im Kabinett Kosmogonia von huber.huber: eine wunderbare olfaktorisch-visuelle Überforderung.

Dann weiter raus ins Zieglerspital, wo sich allerlei Initiativen eingenistet haben in den letzten Monaten. Hat man gar nicht so mitbekommen.

KORE zeigte Werke von Jérémie Sarbach & Flurina Badel und von Livio Baumgartner, unter dem Titel «Tribe and Error» – gewissermassen eine Weitererzählung von U5 also. Seltsame Räume, da draussen.

Und dann noch ins Grand Palais, wo man der Chefin (fleissig hinter der Bar, wie immer) ein Kränzchen wand. Letzte Vernissage an diesem Ort, mit Monica Germann und Daniel Lorenzi, zu zweit in einem Raum. Nächstes Jahr geht’s an anderem Ort weiter (und im Grand Palais mit einem neuen Team), aus eins mach zwei also. Und apropos nächstes Jahr – da kommt sowieso ein ziemliches Kunst-Spektakel auf uns zu, dank dem Kollektiv Bern und dem Hauptstadtkulturfonds. «Connected Space» ist ein künstlerischer Staffellauf, bei dem sich die einheimischen Kunsträume untereinander neu vernetzen und auf Zeit in kunstfernen Räumen wie einem Fundbüro oder Kinderkrippe einnisten. Kunstnah, kunstfern, das spielt ja sowieso immer weniger eine Rolle. Auf jeden Fall: Let’s connect, wir freuen uns.

Bisschen weniger vorfreudig war übrigens das Mutterschiff. Lieber Bund – seit wann titelst du eigentlich so Blick-style? Kommt Kunst von kosten?

 

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