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Ein Bier muss sein.

Clemens Kuratle am Donnerstag den 20. September 2018

Innereien eines Kollektensäulis.

Die Hitze steht zwar noch, aber die Clubsaison ist am Anlaufen. Damit beginnen auch wieder die Barkonzerte mit Eintritt frei, wo man ganz elegant nach zwei Gin-Tonics und einem netten Konzert das Münz noch in der Topfkollekte entsorgen kann.. Oder eben nicht.

Die Vorstellung, dass die Kollekte ein Zustupf zu der, vom Veranstalter bezahlten Gage ist, ähnlich wie das Trinkgeld für den Kellner, ist ein landläufiger Irrtum. In der Regel gehen Musiker nach solchen Gigs mit nichts, ausser der Kollekte (und dem Naturallohn in Bauch und Blutbahn) nach Hause. Wenn in den Hüten nur Kleingeld entsorgt wird und keine Mamis im Publikum sind, welche grosszügig aufrunden, reicht das im Idealfall fürs Benzin oder das Zugticket nach Hause, in vielen Fällen aber eben nicht mal für das.

Wir lieben Musik. Musiker*innen lieben Musik und viele von ihnen finden auch: Frei zugänglich ist toll! Wer sich in einer Bar knapp ein Bier leisten kann, soll auch weiterhin dorthin gehen, sich eine Stange gönnen und die Band abfeiern.

Für alle anderen:

Geht in’s Lokal eurer Wahl und seid euch bewusst, was ihr konsumiert. Getränke und Musik!

Studierende, Gymnasiast*innen und Auszubildende, ohne reiche Eltern, Grosseltern oder Onkel: Wenn ihr ein Bier trinkt an dem Abend, dann schaut dass mindestens einer der Musiker von eurer Kollekte sich dasselbe Bier kaufen kann. Beim zweiten Bier kurz in’s Portemonnaie schauen und sichergehen, dass es für den zweiten Musiker auch noch reicht.

Alle andern zahlen der Band im Minimum eine Runde von dem Getränk, das sie konsumieren. In den Hut muss der Stutz, wohlverstanden. Trinken tun die Musiker in der Schweiz zum Glück meist noch gratis.

Wer mehr hat, gibt mehr!

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2 Kommentare zu “Ein Bier muss sein.”

  1. Elmar Scherrer sagt:

    “Alle andern zahlen der Band im Minimum eine Runde von dem Getränk, das sie konsumieren.”
    Ich nehme einen Drink für CHF 14.-, höre einer 4-köpfigen Band eine 3/4-Stunde lang zu und soll dann 56.- oder mehr in die Kollekte geben? Absurd.

  2. Clemens Kuratle sagt:

    Mit Augenmass natürlich, Herr Scherrer,
    Zu wünschen wär allerdings, dass so eine Runde von einer wohlhabenden Person gerne spendiert wird. Frei nach dem Solidaritätsprinzip.
    Wenn das nicht angewendet wird, sind die Musiker von einem Stundenlohn auf Serviceniveau nämlich weit entfernt. Kommt dazu, dass in solchen Bars die Bands tendenziell kleiner sind. Für ein Duo zwei Drinks springen zu lassen, klingt doch fair. Oder nicht?