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Oder kann das weg? Da, unter dem Baldachin?

Roland Fischer am Donnerstag den 26. April 2018

Der Auftakt zu einer neuen Rubrik, womöglich. Im Stadtraum ist viel Kunst verstreut, auf Plätzen, an Strassenecken, an Hausfassaden. Manchmal springt etwas ins Auge, von dem man nicht recht sagen kann, ob das nun auch zur Kategorie «Kunst im öffentlichen Raum» gehört, oder ob man es, (sehr) frei nach Beuys, wegmachen kann.

Für die Ausstellung im Schloss Morsbroich ging das Werk nach Leverkusen und wurde dort eingelagert, da die Ausstellung noch aufgebaut werden sollte. Der SPD-Ortsverein-Leverkusen-Alkenrath feierte am 3. November 1973 in diesem Museum ein Fest. Zwei SPD-Mitglieder, Hilde Müller und Marianne Klein, suchten eine Schüssel zum Gläserspülen und entdeckten die scheinbar mit Heftpflaster und Mullbinden verschmutzte Badewanne, ohne zu ahnen, dass diese mit ihren Materialien ein Kunstwerk war. „Wir dachten, das alte Ding könnten wir schön sauber machen und benutzen, um darin unsere Gläser zu spülen“, erinnern sie sich, „so wie die aussah, konnten wir sie nicht gebrauchen. Deshalb haben wir die Wanne geschrubbt.“ Dadurch wurde ein Skandal ausgelöst; Beuys war nicht begeistert.

Noch berühmter ist natürlich die Fettecke. Noch einmal Wiki:

Die Ereignisse um die Fettecke machte dieses Werk zu einer der bekanntesten Arbeiten des Künstlers. Die Arbeit wirkte provozierend auf einen großen Teil der Gesellschaft und führte zu Kontroversen über die Frage, was als Kunst angesehen werden könne.

Na dann: Was sollen denn diese Linien auf dem Bahnhofplatz?

 

Kleines PS: Diesen Sommer lanciert die Kommission Kunst im öffentlichen Raum der Stadt Bern das Projekt «Kunstplätze»: In Zusammenarbeit mit der Quartierbevölkerung werden Kunstschaffende temporäre Kunstinterventionen umsetzen. Gestartet wird in den Stadtteilen Länggasse-Felsenau und Breitenrain-Lorraine. Die «Kunstplätze» sollen in den kommenden Jahren zu einer Auseinandersetzung mit dem eigenen Wohnort anregen, wie die Stadt mitteilt. Nächste Woche gibt es die erste Zwischenpräsentation für Länggasse-Felsenau – San Keller (Zürich), Ines Marita Schärer (Bern/Chur), das Künstlerinnenduo Hofer/Oppliger (Biel), Philip Matesic (Zürich) und Marinka Limat (Fribourg) haben Vorschläge für ortspezifische Interventionen erarbeitet. Samstag, 5. Mai 2018, 10 bis 14 Uhr, Gartenhalle des Blinden- und Behindertenzentrums, Neufeldstrasse 95.

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