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#BernNotBrooklyn – Tragödie an der Bushalte

Urs Rihs am Sonntag den 3. Dezember 2017

Bern ist zwar nicht Brooklyn, aber hey, auch in der Hauptstadt ist mächtig was los, beispielsweise wochenends zu Katerzeit an Bushalten.

Vielleicht ist’s auch nur die brutal zügige Bise, welche mir den letzten Funken Hoffnung an sowas wie Inklusion zwischen den Knöpfen des Flanells wegpustet, aber die Stimmung an der Station Markuskirche heute Morgen ist mehr als nur im Keller –

Mädchen, in her teenage times, aufgelöst am Telefon, schreiend: «Ich schwöör dir, verdammt, diese N*#%E! …und so weiter und so fort… Ich schwöööhööör!»

Typen, gut dreissig, besoffen (hoff ich): «Man dä huere Stoney (Verteidiger Legende beim CB, jetzt Interimstrainer bei Biel) isch scho ä geilä Schwizer, eifach schad ischr o sone huere Bieler Sch@#%¦le.»

Mann, Mitte vierzig, piekfein urban casual, schweigt, liest die Weltwoche.

Zwei Frauen, wohl Ende zwanzig, Patagonia, Fjällräven: «Hey wo warst du gestern? War doch Demo gegen diesen Sparscheiss vom Schnegg!» «Ja ich weiss, aber ich war auf dem Hogant, ich brauch halt mindestens einmal die Woche richtig Natur.»

– der 20er kommt und in meiner Erinnerung scheppert was, «Eigengruppen und Fremdgruppen» und irgendwie der Weg von Stereotypen hin zu Diskriminierung – in diesem hellblaurosa Buch… lange her.
Wir steigen alle ein und die Türen schliessen sich, gemeinsam geht’s Richtung Zentrum – wenigstens der Bus ist inklusiv.

#BernNotBrooklyn ist normalerweise die Sparte wo lange Partynächte nachbrennen, manchmal aber auch für wirklich brennende Themen.

 

 

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