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Keinzigartiges Lexikon: Folge 27

Gisela Feuz am Dienstag den 4. Juli 2017

Der Berner Schriftsteller Giuliano Musio spürt für KSB jede Woche einen heimlichen Verwandten eines vermeintlich einzigartigen Begriffs auf. Manuel Kämpfer illustriert ihn.

Heute: Die Zwitterin
Im Bemühen um eine geschlechtergerechte Sprache redet man heute selbstverständlich von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, Schülern und Schülerinnen. Die weibliche Form des Zwitters – die Zwitterin – wird aber immer noch sträflich vernachlässigt. Immerhin haben sich in letzter Zeit weniger androzentrische Formen wie „die Knäbin“ oder „die Bruderin“ durchgesetzt. Gendersensible Biologen und Landwirte reden heute auch etwa von Böckinnen oder Hengstessen. Kritiker fordern im Gegenzug, den Lesbier, den Tantel oder, in Anlehnung an das Fräulein, das Männlein in den Sprachgebrauch aufzunehmen, außerdem den Henner und – auch außerhalb der Schweiz – den Schneck. Zudem soll künftig jeder Mann das Recht einfordern können, als blöde Kuh bezeichnet zu werden.


Seit Jahrhunderten spricht man nur von Stierkämpfen, obwohl rund dreißig Prozent der Toreros und Toreras gegen Stierinnen antreten.

Nächste Woche: Der Augenstocher

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