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Keinzigartiges Lexikon: Folge 26

Gisela Feuz am Dienstag den 27. Juni 2017

Der Berner Schriftsteller Giuliano Musio spürt für KSB jede Woche einen heimlichen Verwandten eines vermeintlich einzigartigen Begriffs auf. Manuel Kämpfer illustriert ihn.

Heute: Der Stadt-Öhi
Der Stadt-Öhi ist eine Figur aus einem Schweizer Kinderbuch. Als Lebemann, Socializer und Halbtagshallodri gehört er zur Crème de la Crème der großstädtischen In-Quartiere. Er hat seine Enkelin Adelheid in Obhut, bis diese zu ihrer gehbehinderten Freundin Klara ins hinterletzte Alpenkaff geschickt wird. Dort nennt man sie Heidi und setzt ihr sogleich einen sächlichen Artikel vor den Namen. Adelheid vermisst nicht nur die rund um die Uhr geöffneten Dönerstände, sie ekelt sich auch vor den unsterilen Verpackungen im Dorfladen, der stinkenden Ziegenmilch und der gruseligen Jodelmusik. Am Ende kann Adelheid zum Stadt-Öhi zurückkehren, gemeinsam mit Klara, die dort endlich die nötige medizinische Versorgung erhält und wieder laufen lernt.


Das Rauschen der Tannen und die blutverschmiert aussehenden Berge versetzen Adelheid in Angst und Schrecken.

Nächste Woche: Die Zwitterin

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