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«Journalisten sind bekannt dafür, faul zu sein»

Mirko Schwab am Mittwoch den 23. November 2016

Wenn morgen Morgen früh das Putzlicht angeht im Dachstock, wird wohl ein wieterer denkwürdiger Abend über das alte Anarcho-Parkett gefegt sein. Mal kurz nachgefragt bei den Herren Beak> um Geoff Barrow.

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Beak>: Geoff Barrow, Will Young, Billy Fuller.

Zum Glück durfte Frau Feuz nicht ran ans Telefon. Aus zwei Gründen: Erstens hätte sie dann diesen wunderbaren Artikel nicht so geschrieben, dem Sie bitte die wichtigsten Eckdaten zur morgigen Affiche entnehmen wollen. Und zweitens gibt es sicher erbaulichere Interviewpartner da draussen, als die für ihre Journalistenaversion bekannten Krautrocker, die sie in eleganter südenglischer Schmallippigkeit vortragen.

Umso schöner also, dass da immerhin ein kleines Frage-Antwort-Spiel per Digitalpost zustande gekommen ist. KulturStattBern im Gespräch «question and answer» mit Beak> aus Bristol.

Bristol ist seit einem Vierteljahrhundert eine der ersten Adressen für elektronische Popmusik – trotz seiner überschaubaren Grösse. Was ist anders in Bristol?

Der künstlerische Glaube daran, sich nicht anzupassen. Es ist zwar keine grosse Stadt – aber gerade deshalb auch nicht gross genug, um vom Musikbusiness kontrolliert zu werden. Also arbeitet jeder mit jedem.

Welchen kreativen Vorteil habt ihr erreicht, als ihr mit der EP «Beak> <Kaeb» zu zwei verschiedenen Bands wurdet?

Das «<Kaeb-Ding» erlaubte es uns einfach, mit Gästen zu arbeiten, ohne, dass wir das dann «Beak> with …» nennen mussten. Weil das wär kitschig.

Seit da habt ihr auch am Soundtrack zum Film «Couple in a hole» gearbeitet. Auch sonst wird eure Musik oft als cineastisch beschrieben. Man könnte behaupten, dass solche Musik ausschliesslich mit den Bildern dazu funktioniert und ohne schrecklich langweilig wäre.

Ja, kann schon cineastisch sein, das stimmt. Und es war wirklich erfrischend, am Soundtrack zu arbeiten. Weisst du, ein paar unserer Lieblingsalben sind Soundtracks. Darum braucht solche Musik nie Bilder, um zu funktionieren.

Legende als Bürde: Wie prägt es die Identität einer Band, wenn sie immer auf ihre aus anderen Zusammenhängen berühmten Mitglieder hin beschrieben wird – «the guy from Portishead» oder «the guy who played with Robert Plant» …?

Es begann schon immer so und zwar offensichtlich, weil Promotionsagenten und Journalisten bekannt dafür sind, faul zu sein! Aber diese Art der Beschreibung wird seltener, je länger wir dran sind.

Auf den ersten beiden Alben habt ihr strikt auf Overdubs verzichtet. Was bedeutet euch das «Live-Moment» und wie habt ihr euch dahin entwickelt?

Das ist keine Entwicklung und geht schon Jahre so. Nicht neues, einfach etwas, was wir getan haben – und vielleicht auch nicht fortführen.

Das «Grösser-als»-Zeichen gehört zu eurem Bandnamen. Die Beatles waren grösser als Jesus …

… und Beak> ist grösser als seine individuellen Bestandteile.

Vielen Dank.


Beak> heute Abend im Dachstock. Mit dabei: Get The Blessing, die ihren Namen meistens einlösen und durch ihre Jazz-Rock-Mixtur beim Publikum nicht selten musikalische Erleuchtungsmomente evozieren.

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