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Die Sommerhits der KSB-Gang

Milena Krstic am Freitag den 2. September 2016

Bis Ende August hat Ihnen KSB persönliche Sommerhits der Kultur-Prominenz präsentiert. Heute beenden wir unsere Sommerserie, bedanken uns bei allen, die mitgemacht haben und zeigen Ihnen, welches unsere Tonspuren für die heissen Tage waren.

Sarah E.:
Der Sommer wurde der Arbeit zum Frass vorgeworfen, Zug- und Autofahrten versüssten mir Julian Casablancas+The Voidz mit ihrem düster-asymmetrischen Track Take me in your Army. Mit diesem söldnerischen Gegrummel auf den Ohren in der Pendlerarmee Zürich-Bern-Basel-Zürich-Bern-St.Gallen, mal sengend in der Blechwelle, mal eingepfercht im Intercity. Der Sommer fand statt und ich fand, ich hätte doch immerhin den richtigen Soundtrack dazu gewählt. Ihrem ersten Studioalbum Tyranny entnommen, etwas leiernd, Distortion, Heiserkeit, digitales Rauschen, der übliche Ärger gegen Markt, System und sonstige Machtpositionen. An der Grenze zum Kitsch schrammeln sich Julian Casablancas+The Voidz durch ihre als «seriously sad» beschriebene Scheibe, die zwar 2014 aktuell war, mir aber immernoch in den Ohren knackt.

Frau Feuz:
Für die musikalischen Gebilde, welche Godspeed You! Black Emperor kreieren, gibt es nur eine Beschreibung: majestätisch. Dieses Jahr waren die Kanadier in Le Loce am schmucken Rock Altitute Festival auf Besuch, es war der 12. August, bloody acht Grad(!) kalt und trotzdem war mir warm ums Herz. Mehr noch: Wie das vielköpfige GY!BE-Ensemble in einem Lärmteppich ein Motiv anklingen lässt, adaptiert, zerfallen lässt, wieder aufnimmt und zu epischer Breite aufbläst … mit offenem Mund stand sie 60 Minuten da, die Feuz, wie ein Kaninchen vor der Schlange komplett hypnotisiert, in Ehrfurcht erstarrt und bis ins Innerste berührt.

Mirko Schwab:
Liegestuhl, Swimmingpool, Mittelmeer. Die Zutaten eines Sommerhits, in den Alltag verkehrt und ihrer eigenen Abgründe überführt vom Zürcher Faber. Der Alltag dieser und der Alltag jener und dazwischen hocken wir. Vorgetragen von einem, der sich den ganzen Sommer über den Arsch abgetourt hat, weils ja sonst hier niemand macht.

Die Krstic:
Küre dreht die schönsten Zigaretten: schmal, satt und lang. Zusammen haben wir die in den Hitzenächten auf meinem Balkon geraucht. Aus den billigen Boxen im Schlafzimmer perlte J&L Defers «Hard Fiction Road», dieser unaufdringliche Hit, der mit perfekt platzierten Bässen das Herz springen lässt. Sowieso: Freuen Sie sich auf das Album, «No Map» heisst das. Es ist ein musikalischer Segen, den die zwei Köpfe von Disco Doom da hingezaubert haben.

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